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Ein gutes Verhältnis fördert den GedankenaustauschDer Wachtturm 1974 | 15. August
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2. seinen jahrelangen Aufenthalt „als Fremdling ... in einem fremden Lande“ und besonders 3. die Begebenheit, als er ‘Isaak als Opfer darbrachte’ (Hebr. 11:8-10, 17-19). Beachte, wie Jakobus diesen Gedanken unterstützte, als er bezüglich des letzten Ereignisses sagte: „Du siehst, daß sein Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte, und durch seine Werke wurde sein Glaube vollkommen gemacht, und das Schriftwort wurde erfüllt, welches sagt: ,Abraham setzte Glauben in Jehova, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet‘, und er wurde ,Freund Jehovas‘ genannt.“ Dieses Verhältnis erlebte wirklich eine gesunde Entwicklung. Welch ein begeisternder Abschluß dies doch war! Abraham hatte großen Glauben an Jehova, und Jehova hatte festes Vertrauen zu seinem Freund (Jak. 2:21-23; 1. Mose 18:19; Röm. 4:16-22; Gal. 3:7-9).
17. (a) Welches Beispiel gab Jesus seinen Nachfolgern? (b) Was gehört zu einer Freundschaft, und wie war dies im Fall Abrahams zu sehen?
17 Jesus erwähnte das Muster oder Beispiel einer echten Freundschaft in Verbindung mit einem guten Gedankenaustausch. Bescheidenheit, ja Demut, verbunden mit der Bereitschaft zu dienen, sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Musters. Nachdem Jesus seinen Jüngern in jener letzten Nacht, in der er mit ihnen zusammen war, die Füße gewaschen hatte, sagte er: „Wenn nun ich euch, obwohl Herr und Lehrer, die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit so, wie ich euch getan habe, auch ihr tun sollt.“ Etwas später in jener Nacht sagte er zu ihnen: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn ein Sklave weiß nicht, was sein Herr tut. Ich habe euch aber Freunde genannt, weil ich euch alle Dinge, die ich von meinem Vater gehört habe, bekanntgegeben habe“ (Joh. 13:14, 15; 15:14, 15; Phil. 2:3). Er machte sie zu seinen Vertrauten und verschwieg ihnen nichts. Ähnlich sprach Jehova mehrere Male mit Abraham wie mit einem Freund, und einmal hatte er sogar eine ausführliche und vertraute Unterhaltung mit ihm, als er ihm erlaubte, für Sodom und Gomorra Fürsprache einzulegen, wie in 1. Mose, Kapitel 18 berichtet wird. Sara, Abrahams Frau, verdient es, hier ebenfalls erwähnt zu werden. Sie war schnell bereit zu dienen. Sie übte Glauben. Sie bewies großen Respekt. Und wie Petrus sagt, könnt ihr Ehefrauen „ihre Kinder“ werden, „vorausgesetzt, ihr tut weiterhin Gutes und fürchtet keinerlei Ursache des Schreckens“ (1. Petr. 3:5, 6; 1. Mose 18:6; Hebr. 11:11).
18. Wodurch zeichnete sich Jehovas Verhältnis zu Moses aus, und in welcher besonderen Kundgebung gipfelte ihr Gedankenaustausch?
18 Bei Abraham war das enge Verhältnis als „Freund Jehovas“ das Besondere; bei Moses war es die außergewöhnliche Weise, in der Jehova mit ihm sprach. Als Jehova Mirjam und Aaron zur Rede stellte, weil sie Moses kritisiert hatten, sagte er: „Wenn sich unter euch ein Prophet für Jehova befände, würde ich mich ihm in einer Vision kundtun. In einem Traum würde ich zu ihm reden. Nicht so mit meinem Knecht Moses! Er ist mit meinem ganzen Hause betraut. Von Mund zu Mund rede ich zu ihm, indem ich ihn so schauen lasse, und nicht durch Rätsel; und die Erscheinung Jehovas erblickt er“ (Jak. 2:23; 4. Mose 12:6-8). Viele Jahre früher, in dem Bericht darüber, wie Jehova Moses’ Zelt, das „vom Lager entfernt“ aufgeschlagen worden war, als „Zelt der Zusammenkunft“ benutzte, heißt es: „Alles Volk sah die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen ... Und Jehova redete zu Moses von Angesicht zu Angesicht, so, wie ein Mann mit seinem Mitmenschen zu reden pflegt.“ Dieser Gedankenaustausch gipfelte in der großartigen Kundgebung Jehovas, als er auf Moses’ Bitte hin vor seinem Angesicht vorüberging und ausrief: „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 33:7-11, 17-20; 34:6, 7).
19. Welche Gründe gibt es für Moses’ einzigartige Stellung?
19 Dieser vertraute Gedankenaustausch zwischen Jehova und Moses war sicher einzigartig. Was war der Grund dafür? Teils, daß er dies als Führer eines sehr schwierigen Volkes, das „halsstarrig“ und „zum Üblen geneigt“ war, sehr nötig hatte, teils, daß er selbst Jehova unerschütterlich treu blieb (2. Mose 32:9, 22, 25-29). Es wird noch eine weitere Eigenschaft erwähnt. „Der Mann Moses war bei weitem der sanftmütigste aller Menschen, die es auf der Oberfläche des Erdbodens gab.“ Auch in dieser Hinsicht war er einzigartig, und so lauten die abschließenden Worte über ihn: „Doch ist in Israel noch nie ein Prophet aufgestanden wie Moses, den Jehova von Angesicht zu Angesicht kannte“ (4. Mose 12:3; 5. Mose 34:10).
ZUSAMMENFASSUNG
20, 21. (a) Was lernen wir von dem himmlischen Beispiel hinsichtlich eines guten Verhältnisses und Gedankenaustausches? (b) Was lernen wir auch von den irdischen Beispielen?
20 Was können wir also zusammenfassend sagen? Was versteht man unter einem guten Verhältnis, das den Gedankenaustausch fördert? In der inspirierten Heiligen Schrift finden wir als erstes das Beispiel Jehovas und seines Sohnes. Von Anfang an hatten sie ein echtes, liebevolles Interesse aneinander. „Jehova selbst brachte mich als den Anfang seines Weges hervor ..., und ich wurde der, den er Tag für Tag besonders liebhatte, während ich allezeit vor ihm fröhlich war.“ Obwohl Jehova über seinem Sohn stand, lud er ihn zur Mitarbeit ein. Der Sohn seinerseits war immer sehr respektvoll und gehorsam. Sie hatten sehr engen Kontakt miteinander und vertrauten einander völlig. Sie waren miteinander in völliger Eintracht (Spr. 8:22, 30; 1. Mose 1:26; Joh. 11:42; 14:10, 11).
21 Was stellen wir fest, wenn wir die irdischen Beispiele betrachten, die in Gottes Wort enthalten sind? Obwohl euer Partner genau wie ihr selbst unvollkommen ist, solltet ihr lernen, wie ihr auf taktvolle Weise eure Wertschätzung füreinander zum Ausdruck bringen könnt, und zwar nicht nur in den ersten Tagen sondern bis ins hohe Alter. Hütet euch vor einer herrischen Einstellung, die auf Stolz und Selbstsucht beruht und die sich dadurch äußert, daß man immer seinen eigenen Willen durchsetzen will und erwartet, daß sich der Ehepartner in jeder Hinsicht anpaßt, selbst in kleinen Dingen, die nicht wirklich von Belang sind. Lernt vielmehr, wie ihr miteinander wandeln und sprechen könnt, und seid bereit, euer Tempo und eure Stimmung dem anderen anzupassen. Schenkt einander Glauben und Vertrauen. Mißtrauen ist der schlimmste Feind für einen ungezwungenen Gedankenaustausch. Bemüht euch, das Band echter Freundschaft zu entwickeln und zu festigen. Habt „innige Zuneigung“ zueinander, verbunden mit Barmherzigkeit und Sanftmut (Phil. 1:8; 1. Thess. 2:8; Jak. 5:11).
22. Welche weitere wichtige Frage verdient unsere Aufmerksamkeit?
22 Selbst wenn sich Ehepaare in aller Aufrichtigkeit anstrengen, all das zu beachten, können leicht Probleme auftauchen, ganz gleich, ob beide Partner wahre Christen sind oder nicht. Wie kann man in solchen Situationen treu bleiben, besonders in einem geteilten Haus? Im folgenden Artikel werden wir die Antwort auf diese Frage finden.
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Biblische Grundsätze im Familienleben anwendenDer Wachtturm 1974 | 15. August
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Biblische Grundsätze im Familienleben anwenden
1. Wie können sich Unterschiede in den Persönlichkeiten auswirken, und welche Frage erhebt sich dadurch?
WIR sind alle unterschiedliche Persönlichkeiten. In mancher Hinsicht ist das gut. Dadurch wird das Leben interessanter und abwechslungsreicher. Auch Probleme können dadurch gelöst werden. Einige Situationen lassen sich besser meistern, wenn Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen arbeiten. Das trifft auch auf das Familienleben zu. Aufgrund der Unvollkommenheit wird jedoch manchmal das Gegenteil erreicht. Durch
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