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Ziemt sich die Verwendung von Musikinstrumenten im christlichen Gottesdienst?Erwachet! 1977 | 8. November
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solch ausgiebigen Gebrauch von der Musik machte wie die Juden!
Ungeachtet des beträchtlichen Einsatzes von Musik zur Lobpreisung Jehovas — sowohl von einzelnen als auch im organisierten Gottesdienst im Tempel — gibt es Personen und religiöse Gruppen, die heftig gegen die Verwendung von Musikinstrumenten im christlichen Gottesdienst protestieren. Es ist im allgemeinen wenig bekannt, daß protestantische Reformatoren wie Martin Luther, Johann Calvin und John Knox gegen Orgelmusik als Musikbegleitung zum Gesang während des kirchlichen Gottesdienstes waren. Sie vertraten die Meinung, die Orgel sei „ein Sinnbild des Baals“ und Musikinstrumente seien im christlichen Gottesdienst ebensowenig nötig wie „Weihrauch und Kerzen“. Zwar begannen die meisten ihrer Nachfolger doch, Musikinstrumente in ihren Gottesdiensten zu verwenden, aber es gibt immer noch eine Anzahl kleinerer Gruppen, die Bedenken haben, dies zu tun.
Welche Einwände erheben sie dagegen, oder was für Gründe führen sie an, um ihren Standpunkt zu unterstützen? Sie messen einer Tatsache große Bedeutung bei: In den Christlichen Griechischen Schriften wird nicht erwähnt, daß die ersten Christen in ihrem Gottesdienst Musikinstrumente verwendet hätten. Aber diese Tatsache beweist an sich noch gar nichts. Bestimmt ist die Verwendung von Musikinstrumenten im christlichen Gottesdienst nicht unbedingt notwendig. Die Christen des ersten Jahrhunderts mögen bei ihren gottesdienstlichen Zusammenkünften Musikinstrumente verwendet haben, aber diese Tatsache einfach nicht der Erwähnung wert gefunden haben. Oder es mag auch sein, daß die Verwendung von Musikinstrumenten als so unwesentlich betrachtet wurde, daß man sie weder gebot noch untersagte.
Ein weiterer Einwand besteht darin, daß man anführt, Musikinstrumente seien ein wesentlicher Bestandteil der zeremoniellen Form des Gottesdienstes im Tempel gewesen, der von Christen nicht mehr ausgeübt werde. Es stimmt, daß Priester bei der Einweihung des von Salomo erbauten Tempels die Trompeten erschallen ließen und daß die Leviten mit anderen Musikinstrumenten und Gesang einstimmten. Doch gilt es zu beachten, daß es im mosaischen Gesetz kein direktes Gebot über die Verwendung von Musikinstrumenten gab, wie beispielsweise über den Weihrauch, die Opfer, die besondere Kleidung, die die Priester tragen mußten, die Stiftshütte und ihre Einrichtungsgegenstände. Diese sinnbildlichen Dinge verschwanden, als die Wirklichkeiten kamen. Wenn nun die Verwendung von Musikinstrumenten gleichfalls von symbolischer Bedeutung war, so erhebt sich die Frage: Was wurde dadurch versinnbildlicht?
Des weiteren wird argumentiert, daß die ersten Christen ihre Zusammenkünfte nicht nach dem Beispiel des Tempels, sondern nach dem der Synagogen gestaltet hätten; folglich hätten Christen keine Musikinstrumente verwendet, da nichts darüber aufgezeichnet sei, daß die Juden das in ihren Synagogen getan hätten. Ungeachtet dessen, ob nun in den Synagogen des Altertums Musikinstrumente verwendet wurden oder nicht, bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die Form des christlichen Gottesdienstes nicht in allen Einzelheiten dem Muster der Synagogen angeglichen wurde. Es ist also gut möglich, daß die ersten Christen nichts gegen die Verwendung von Harfen oder anderen Saiteninstrumenten einzuwenden hatten.
Da die Juden ein solch musikalisches Volk waren und es gewohnt waren, Musik bei ihrem Gottesdienst im Tempel zu hören, könnte vielmehr mit einiger Berechtigung vorgebracht werden, daß die zum Christentum bekehrten Juden ohne weiteres begonnen haben mögen, Musikinstrumente in ihren christlichen Zusammenkunftsstätten zu verwenden.
Natürlich könnte der Einwand erhoben werden, Musik erhöhe Geschöpfe, besonders diejenigen, die die Musikinstrumente spielten. Doch was für ein Schaden kann angerichtet werden, wenn Musik vernünftig und maßvoll als Begleitung zum Gesang oder vor oder nach den Zusammenkünften gespielt wird? So ist nach den Worten einer weithin bekannten Autorität auf religiösem Gebiet die Verbannung von Musikinstrumenten aus dem christlichen „Gottesdienst einer Gemeinde ein Mißgriff, der einen Beigeschmack von Askese trägt“. Da es heute doch sehr an Musikerziehung mangelt, dient die Instrumentalbegleitung den Anbetern in Wirklichkeit als Hilfe, die richtigen Noten im richtigen Zeitmaß zu singen. Die Schallplatten, die die christlichen Zeugen Jehovas verwenden, sind hierfür ein Beispiel.
In diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß die Schallplatten mit Königreichsliedern, die von der Wachtturm-Gesellschaft zur Verfügung gestellt worden sind, Christen eine große Hilfe bieten, wenn sie die Weisung des Apostels Paulus in Epheser 5:18, 19 befolgen möchten: „Berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet fortwährend mit Geist erfüllt, und redet zueinander mit Psalmen und Lobpreisungen Gottes und geisterfüllten Liedern, und singt und spielt dabei Jehova in eurem Herzen.“
Es kann also in der Tat kein berechtigter Einwand gegen die Verwendung von Musikinstrumenten im christlichen Gottesdienst erhoben werden, solange dies nicht übertrieben wird.
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Wir beobachten die WeltErwachet! 1977 | 8. November
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Wir beobachten die Welt
Schutzpanzer Erdatmosphäre
◆ Schon oft wurde darauf hingewiesen, daß sich die Erde als eine einzigartige Wohnstätte für den Menschen eignet. Dies läßt auf einen intelligenten, weisen Schöpfer schließen.
Auch der Bericht in der Schweizer Zeitung Der Bund zeigt dies sehr deutlich. Unter dem Titel „Schutzpanzer Erdatmosphäre“ wird ausgeführt, daß die Erde weit häufiger von Meteoriten mit einem Gewicht zwischen 1 und 10 Tonnen getroffen wird, als man noch vor wenigen Jahren angenommen hatte. Dennoch stürzen viel weniger Meteorite auf den Erdboden, als anhand dieser Menge zu erwarten wäre. Nur unter extremen Bedingungen erreichen sie den Erdboden, während die übrigen Himmelskörper bereits in der Erdatmosphäre verglühen. Ein besonders drastisches Beispiel bot in dieser Beziehung der größte bisher beobachtete Meteorit, der am 4. Dezember 1974 über der westlichen Tschechoslowakei gesichtet wurde. Dieser Meteorit, ein „kleiner“ Komet von rund 200 Tonnen, war einige tausend Mal heller als der Vollmond. Er bestand aus gefrorenen Gasen, aus Wasser, Eis und Gesteinsstaub und verglühte nach drei Sekunden in 55 km Höhe.
Ist das Rätsel der Brieftaubennavigation gelöst?
◆ Die Frage, wie die Brieftaube über größere Entfernungen ihren Schlag wiederfindet, hat Forscher oft beschäftigt. Eine Reihe von Theorien ist im Laufe der Zeit entwickelt worden, doch keine konnte mit absoluter Sicherheit klären, wie die Brieftaube „navigiert“. Nun ist eine neue Hypothese aufgestellt worden, die sich auf eine vierjährige Forschungsarbeit stützt. Wie Der Spiegel berichtete, hat ein Amateur unter den Vogelflugforschern eine nur zwei Gramm schwere Camera obscura konstruiert, die er den Tauben auf den Kopf schnallte. Mit ihrer Hilfe stellte er fest, daß die Tauben beim Aufsteigen den Kopf häufig zur Sonne drehen. Da die Taube die Sonnenbahn ihrer Heimat gewissermaßen gespeichert hat, ist sie in der Lage, sie mit der Sonnenbahn über dem Abflugort zu vergleichen und daraus die Rückflugrichtung zu bestimmen. Nach den Schlußfolgerungen der Forscher benutzen also die Brieftauben die Sonne als Kompaß für ihre Navigation. Der endgültige Beweis dafür muß noch erbracht werden, und es sind noch eine Anzahl Fragen in diesem Zusammenhang zu klären. Ob dies gelingen wird, bleibt offen. Auf jeden Fall hat die erstaunliche Fähigkeit der Brieftaube, den heimatlichen Schlag über große Entfernungen sicher wiederzufinden, den denkenden Menschen immer wieder beschäftigt.
Methadon gefährlich wie Heroin
◆ Wie die Schweizerische Depeschenagentur meldete, soll die „Ersatzdroge“ Methadon in der Schweiz trotz der Häufung von Todesfällen nicht verboten werden. In Basel und im Tessin waren unlängst jugendliche Drogensüchtige an übermäßiger Einnahme von Methadon gestorben. Das als Betäubungsmittel eingestufte Methadon wird normalerweise als Schmerzmittel verwendet. Es war 1945 — aufgrund einer deutschen Entdeckung — als eines
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