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  • Hüte dich vor Selbstsicherheit!
  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1969
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1969
w69 15. 9. S. 547-548

Hüte dich vor Selbstsicherheit!

EIN gewisses Selbstvertrauen zu haben ist gut, aber sowohl die Weltgeschichte als auch die biblische Geschichte warnen vor Selbstsicherheit. Die Selbstsicherheit wurde dem alten Babylon zum Verhängnis; es fiel deswegen dem Heer des Kores in die Hände. Victor Hugo, der bekannte französische Dichter und Historiker des vergangenen Jahrhunderts, schrieb über die Selbstsicherheit Napoleons vor der Schlacht von Waterloo folgendes:

„Der Kaiser war an diesem Tag bei bester Laune. ... Der Mann, der bei Austerlitz [wo Napoleon einige Jahre vorher seinen bedeutendsten Sieg errungen hatte] niedergeschlagen gewesen war, war in Waterloo heiter und unbeschwert. Er war außer sich vor Freude, als Wellington sich zurückzog. Nun mußte nur noch der Rückzug durch Vernichtung vollendet werden. Napoleon wandte sich plötzlich von der Verfolgung ab und sandte einen Eilboten mit der Meldung nach Paris, die Schlacht sei gewonnen.“

War die Schlacht aber tatsächlich gewonnen? War der Sieg wirklich greifbar nahe? Seine Selbstsicherheit hatte ihn zu diesem Schluß kommen lassen, doch die Geschichte berichtet das Gegenteil. Ja „Waterloo“ ist sogar sprichwörtlich geworden für „eine entscheidende oder vernichtende Niederlage“.

Es kann ohne weiteres angenommen werden, daß Napoleons Niederlage bei Waterloo mindestens teilweise auf seine Selbstsicherheit zurückzuführen war. Ein maßgebliches Werk sagt darüber: „Der französische Kaiser bewies bei seinen Befehlen nicht die übliche Sorgfalt und Gründlichkeit und auch nicht das scharfe Urteil, das man sonst bei ihm gewohnt war.“ Er hätte trotz seines Selbstvertrauens daran denken sollen, daß es vieles gab, zum Beispiel das Wetter, worüber er keine Gewalt hatte, und gerade das wurde ihm zum Verhängnis.

Auch die biblische Geschichte weist auf die Gefahren der Selbstsicherheit hin. Die Bibel berichtet, daß der syrische König Ben-Hadad an den König von Israel eines Tages die Forderung stellte: „Dein Silber und dein Gold ist mein, und deine Weiber und deine Söhne, die schönsten, sind mein.“

Der König von Israel hielt es für weise, sich ihm zu fügen, und erwiderte deshalb: „Nach deinem Worte, mein Herr König: dein bin ich mit allem, was mein ist.“ König Ben-Hadad gab sich damit aber nicht zufrieden, sondern wurde selbstsicher und forderte noch mehr. Er verlangte nun, daß seinen Knechten gestattet werde, das Haus des Königs von Israel und die Häuser seiner Knechte zu durchsuchen und alles, woran die Augen des Königs Lust hätten, mitzunehmen. Das ging aber dem König von Israel zu weit, und er ließ Ben-Hadad sagen: „Diese Sache kann ich nicht tun.“

Ben-Hadad brüstete sich darauf mit dem, was er Samaria zufügen werde. Der König von Israel erwiderte sein Prahlen mit den Worten: „Es rühme sich nicht der sich [mit seiner Waffe] Gürtende wie der [nach seiner siegreichen Rückkehr aus der Schlacht] den Gürtel Lösende!“ Als die beiden Könige und ihre Heere in eine Schlacht verwickelt wurden, sorgte Jehova Gott dafür, daß der König von Israel seine ihm weit überlegenen Feinde besiegte. — 1. Kö. 20:1-21.

Auch der christliche Apostel Petrus geriet wegen seiner Selbstsicherheit in Schwierigkeiten. Jesus sagte zu seinen elf treuen Aposteln in der Nacht, in der er verraten werden sollte: „Ihr alle werdet in dieser Nacht meinetwegen zum Straucheln gebracht werden.“ Petrus aber sagte selbstsicher: „Wenn auch alle anderen deinetwegen zum Straucheln kommen, werde doch ich niemals straucheln! ... Selbst wenn ich mit dir sterben müßte, will ich dich auf keinen Fall verleugnen.“ Welchen Kummer ihm doch seine Selbstsicherheit bereitete! Kurz danach verleugnete er seinen Meister dreimal. — Matth. 26:31-35, 69-75.

Selbstsicherheit ist demnach etwas, wovor wir uns hüten müssen, und zwar nicht nur deshalb, weil wir nie wissen, was die Zukunft bringt, sondern auch, weil die Selbstsicherheit uns veranlassen kann, unbesonnen zu handeln, und das kann uns Kummer bereiten. Deshalb schrieb der Apostel Paulus, nachdem er die alten Israeliten als warnendes Beispiel angeführt hatte: „Diese Dinge ... sind zur Warnung für uns geschrieben worden ... Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“ — 1. Kor. 10:5-12.

Statt im Hinblick auf die Zukunft selbstsicher zu sein, sollten wir der Weisheit gehorchen und sagen: „Wenn Jehova will, werden wir leben und auch dies oder jenes tun.“ Wir sollten jederzeit und in allem, was wir tun, Jehova berücksichtigen. — Jak. 4:15; Spr. 3:6.

Stehst du vor einer neuen Aufgabe oder einer neuen Arbeit? Wenn ja, dann hüte dich davor, selbstsicher zu sein und zu denken: „Das ist ganz einfach!“ oder dich auf den Standpunkt zu stellen, du wüßtest weit besser, was getan werden sollte, als die, die weit erfahrener sind als du. Es ist so, wie ein Sprichwort sagt: „Bei den Bescheidenen ... ist Weisheit.“ Sei daher bescheiden. — Spr. 11:2.

Besonders Jugendliche müssen sich vor der Gefahr der Selbstsicherheit hüten. Sie mögen gewisse Kenntnisse besitzen; wissen sie sie aber immer anzuwenden? Sie können kaum warten, bis sie den Führerschein haben; wie steht es aber mit ihrer Urteilsfähigkeit? Ihr Wunsch, so schnell wie möglich zu heiraten, mag, wenigstens zum Teil, auf Selbstsicherheit zurückzuführen sein. Viele dieser jungen Leute nehmen die Pflichten und Belastungen, die eine Ehe mit sich bringt, von der leichten Seite. Wo es aber an seelischer Reife mangelt, häufen sich die Probleme. Kein Wunder, daß jede zweite Frühehe mit einer Scheidung endet!

Auch in Verbindung mit dem Predigen des Wortes Gottes vom Podium aus sollte man sich vor Selbstsicherheit hüten. Die Selbstsicherheit veranlaßt einen Redner, sich nicht genügend vorzubereiten. Das mag zur Folge haben, daß seine Ausführungen zu allgemein und nicht genau genug sind. Besonders die Redegewandten müssen sich in acht nehmen und müssen daran denken, daß sie nicht reden, um die Zuhörer zu unterhalten, sondern um sie geistig aufzuerbauen. Der Apostel Paulus gab uns in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel, denn er bat seine christlichen Brüder darum, für ihn zu beten, damit er über die gute Botschaft mit allem Freimut der Rede sprechen könne. — Eph. 6:18-20.

Es wäre also ohne Zweifel töricht, selbstsicher zu sein. Ein weiser Mensch ist vorsichtig und bescheiden und bittet Jehova Gott um Hilfe. Das wird, wie wir gesehen haben, sowohl von der Weltgeschichte als auch von der biblischen Geschichte bestätigt.

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