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  • Was geschah nach dem Verbot?
    Erwachet! 1978 | 22. September
    • als Lehrerin in der westlichen Provinz Mendoza gearbeitet. Sie ist eine Witwe und hat zwei kleine Kinder. Sie wurde jedoch auf der Stelle entlassen, als sie in einen patriotischen Eid, den sie unterzeichnete, eine Bedingungsklausel einfügte.

      Señora Mercedes D’Alesandro, die bei der staatlichen Telefongesellschaft arbeitet, wurde ebenfalls entlassen. Die Zeugen Román und Fernández verloren ihre Arbeit in der Stadtverwaltung von Buenos Aires. Ernesto Navarro und Jorge Brun, Zivilangestellte in der Provinzstrafanstalt von Tucumán, wurden entlassen, ohne für ihre vielen Jahre des Dienstes entschädigt zu werden. Dieser Liste könnten noch viele weitere Fälle hinzugefügt werden.

      Von der Schule verwiesen

      Über 300 Kinder sind von der Schule verwiesen worden, oder es ist ihnen die Aufnahme in öffentliche und private Schulen verweigert worden. In einigen Orten haben jedoch Bundesrichter diese notorische Diskriminierung verurteilt und die Wiederaufnahme von Kindern der Zeugen angeordnet. Kürzlich hat das Oberste Bundesgericht den Ausschluß eines Schülers allein aufgrund seiner Religionszugehörigkeit für illegal erklärt.

      Unter den rechtlichen Schriftsätzen, die zur Verteidigung von jugendlichen Zeugen Jehovas eingereicht worden sind, befindet sich das folgende sehr interessante Zitat eines bedeutenden argentinischen Sachverständigen für Verfassungsrecht: „Wenn jeder das Recht auf Meinungsäußerung hat, hat er auch das entsprechende [Recht], sich einer Äußerung zu enthalten, die nicht seine Überzeugung oder seine Wünsche widerspiegelt ... Manchmal kann schon die Forderung der Anwesenheit einer Person bei einem Akt eine willkürliche Ausübung von Zwang auf eine Person sein, um sie zu veranlassen, wenn auch nur passiv, an einer Zeremonie oder einer anderen Verrichtung teilzunehmen, mit der sie nicht übereinstimmt; das ist eine Verletzung der Freiheit, sich nicht zu äußern. Die Auferlegung der Pflicht, einen Eid zu leisten, der der religiösen Überzeugung und dem Gewissen einer Person widerspricht, hat die gleiche Folge und ist ein willkürlicher Grundsatz“ (Manual de Derecho Constitutional [Handbuch des Verfassungsrechts], Seite 220/221:355).

      Einige Schüler unter Jehovas Zeugen hofften, nach ihrem Ausschluß ihre Abschlußprüfung vor einer besonderen Kommission machen zu können. Doch dieses Recht wurde ihnen ebenfalls verweigert, da die Unterrichtsbehörde der Provinz Misiones erklärt hatte: „Eine solche Prüfung ist nicht gestattet, wenn die Schüler zur Religion der ,Zeugen Jehovas‘ gehören.“

      Es ist eine Ironie, daß die öffentlichen Schulen in ganz Argentinien das Motto tragen: „DIOS, PATRIA, Y HOGAR“ („GOTT, VATERLAND UND HEIMAT“). Den Schulkindern unter Jehovas Zeugen wird jedoch die Schulbildung versagt, weil sie Gott tatsächlich an die erste Stelle setzen, wie es in dem Slogan heißt.

      Strengere Bestrafung

      In den meisten demokratischen Ländern besteht die gesetzliche Möglichkeit, Wehrdienstverweigerer von der militärischen Ausbildung zu befreien.

      Doch am 17. Februar 1977 nahm Argentinien einen neuen Artikel in das Militärgesetzbuch auf. Wehrdienstverweigerer erhalten nicht nur die übliche Gefängnisstrafe für die Weigerung, Waffen zu tragen (Jehovas Zeugen bekamen gewöhnlich dreieinhalb Jahre Gefängnis), sondern müssen jetzt auch mit ständigem Berufsverbot, was staatliche und öffentliche Dienste betrifft, sowie mit dem Verlust aller bürgerlichen Rechte rechnen.

      Das bedeutet, daß jemand, der sich weigert, das Töten zu lernen, härter bestraft wird als gewöhnliche Verbrecher, die töten, das Eigentum anderer zerstören und andere schändliche Verbrechen begehen!

      Das „Vergehen der Apologie“

      Im Mai 1977 wurden Charles Eisenhower, Zweigkoordinator der Watch Tower Society, der seit 1948 in Argentinien lebt, und der in Argentinien geborene Lucio Antonuccio, ein Ältester der Zeugen Jehovas, vom Militärrichter Alberto Martínez vorgeladen. Der Richter stellte ihnen Fragen über einen jungen Zeugen, der den Militärdienst verweigert hatte. Später wurden sie von einem Bundesgericht vorgeladen, um Erklärungen über die Glaubensansichten der Zeugen Jehovas abzugeben.

      Als Folge dieser Anhörungen wurden sie des „Vergehens der Apologie“ für schuldig befunden und zu drei Monaten bzw. drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde in zweiter Instanz aufrechterhalten.

      Was versteht man unter dem „Vergehen der Apologie“? In Webster’s Third New International Dictionary wird „Apologie“ wie folgt definiert: „Etwas, was jemand sagt oder schreibt, um etwas zu verteidigen oder zu rechtfertigen, was anderen als verkehrt erscheint“ (Kursivschrift von uns).

      In Argentinien scheint es somit neuerdings ein Verbrechen zu sein, seine biblisch begründeten Glaubensansichten vor Gericht zu verteidigen!

      Es muß hier erwähnt werden, daß Charles Eisenhower den erwähnten Wehrdienstverweigerer bis zu dem Tag, an dem er ihm im Militärlager begegnete, noch nie gesehen hatte. Lucio Antonuccio, der Cousin des Häftlings, hatte mit ihm die Bibel studiert, ihm aber nie bezüglich des Militärdienstes Rat gegeben.

      Besteht angesichts all dieser Tatsachen irgendein Zweifel daran, daß Jehovas Zeugen in Argentinien das Opfer einer heftigen, boshaften religiösen Unduldsamkeit geworden sind?

      Was kann man dagegen tun? Ja, was kannst DU dagegen tun?

  • Was kann getan werden?
    Erwachet! 1978 | 22. September
    • Was kann getan werden?

      WAS kann getan werden, damit der religiösen Unduldsamkeit in Argentinien Einhalt geboten wird? Die Behörden sollten einmal folgende Fragen bedenken:

      WANN wird es in Argentinien nicht mehr als Verbrechen gelten, ein Zeuge Jehovas zu sein?

      Müssen wir noch Monate oder Jahre warten, bis die langsamen Räder der Justiz eine gerechte Entscheidung herbeiführen?

      Werden die höchsten Vertreter der Nation Argentinien persönlich NUR EIN EINZIGES MAL unvoreingenommen den Standpunkt der Zeugen Jehovas anhören?

      Die Machthaber Argentiniens haben jetzt die Gelegenheit, vor der ganzen Welt zu beweisen, welche Rolle Argentinien wirklich auf der Weltbühne spielt: die Rolle eines Verfechters der Freiheit oder eines Anstifters zu religiöser Unduldsamkeit.

      Gerechtgesinnte Menschen in aller Welt hoffen, daß sich Argentiniens Führer auf die Seite der Freiheit stellen werden.

      Die öffentliche Meinung in Argentinien

      Viele Argentinier denken ähnlich. Tatsächlich stehen, insgesamt gesehen, Argentinier aller sozialen Schichten ratlos vor der Frage, weshalb ihre Regierung solche ungerechten Maßnahmen gegen die Zeugen getroffen hat. Freunde und Verwandte, Nachbarn, Geschäfts- und Berufskollegen und andere Personen, mit denen die Zeugen im täglichen Leben zu tun haben, bringen ihr Mitgefühl zum Ausdruck.

      Einige fragen: „Was gibt es Neues über euren Fall?“ Und sie fügen dann schnell hinzu: „¡Dios quiera que salga bien!“ („Gott wird es schon zum Guten lenken!“). Andere sagen: „Warum sperrt die Regierung nicht all die Verbrecher ein und hackt statt dessen auf euch herum, die ihr doch nur Gutes tut?“ „Welch eine Ungerechtigkeit!“ „Warum verbieten sie nicht den Schund, der an den Zeitungsständen verkauft wird, statt die anständigen, lehrreichen Artikel eurer Zeitschriften zu verbieten?“

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