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Wachsende Wertschätzung für „Gottes Vorsatz“Der Wachtturm 1975 | 15. Januar
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ERSEHNTE GERECHTE VERHÄLTNISSE
Wenn du dir deine Umgebung aussuchen könntest, würdest du dann an einem friedlichen Ort wohnen wollen, wo die Menschen freundlich, rücksichtsvoll und hilfsbereit wären und wo du wüßtest, daß diese ehrlich und vertrauenswürdig wären? Würdest du gern zu einer sauberen Gemeinschaft gehören, in der alle freiwillig zusammenarbeiten, damit alles reibungslos abläuft? Was nun, wenn du wenigstens ein paar Tage unter solchen Verhältnissen leben könntest?
Jehovas Zeugen wissen, daß dies möglich ist — auf ihren Kongressen. Und das ist ein weiterer Grund, weshalb sie sich ernsthaft bemühen, bei diesen Kongressen anwesend zu sein. Sie wissen, daß sie hier unter Tausenden vertrauenswürdigen Brüdern und Schwestern sein werden, die wirklich von Herzen aneinander interessiert sind. Kannst du dir vorstellen, wie sich das auswirkt? Über die Teilnehmer des Kongresses in Toronto schrieb die Zeitschrift Globe and Mail: „Ihr offenkundiges Glück ist für einen Außenstehenden schon fast unbehaglich“ (27. Juli 1974).
Doch Besucher werden nicht wie Außenseiter behandelt. Und so kommt es, daß sich viele Besucher in dieser Gemeinschaft wohl fühlen. Man sollte aber auch erkennen, wodurch eine solch gute Atmosphäre möglich ist. Die oben erwähnte Torontoer Tageszeitung nannte, vielleicht unbewußt, den Schlüssel dafür: „Wenn die Bibel etwas verurteilt, werden Sie keinen Zeugen finden, der es tut.“
Besucher, die sich Kongreßvorträge anhörten, waren von dieser Tatsache beeindruckt. Zum Beispiel wurde in dem Vortrag „Lerne das Böse hassen“ erklärt, daß es zwar wichtig, aber nicht ausreichend sei, das Gute zu üben. Wir wären dann immer noch in der Gefahr, Unrecht zu begehen. Aber wenn wir einen echten Haß gegen das Böse entwickelten, erklärte der Sprecher, würde dieser Haß uns davor schützen, Unrecht zu begehen (Ps. 97:10).
Ein Reporter, der über das Programm und die Auswirkungen der erhaltenen Schulung Bericht erstattete, schrieb: „Am Sonntag wurde über das Thema ,Die Empfindsamkeit des Gewissens verbessern‘ gesprochen. Auf diesem Gebiet wurde hier etwas übertrieben. Im Fundbüro gaben die Leute Pfennige und Groschen ab“ (Ledger-Star, Norfolk, 22. Juli 1974).
Doch diese Ehrlichkeit lohnt sich wirklich. Auf dem Kongreß in Los Angeles kam eine Zeugin Jehovas besorgt zum Fundbüro. Sie hatte eine kleine Schachtel mit Postkarten verloren, die aber abgegeben worden war. Sie atmete erleichtert auf, als sie hinter die Postkarten schaute und feststellte, daß die drei 100-Dollar-Noten noch da waren.
Einen weiteren guten Eindruck machten die vielen tausend freiwilligen Helfer, die sich der Bedürfnisse der Kongreßbesucher annahmen und die es zum Beispiel ermöglichten, daß die großen Menschenmengen verköstigt wurden. „Stellen Sie sich vor, was es bedeutet, 4 000 Menschen in nur einer Stunde zu verköstigen und jeden zwischen Fisch, Hühnchen, Bockwurst oder Salat auswählen zu lassen. Das geschah gestern mittag in der Agricultural Hall im Ausstellungsgelände von Allentown, wo Jehovas Zeugen einen Bezirkskongreß veranstalten“, konnte man in der Allentowner Zeitung Morning Call lesen.
Zweifellos würdest du dich in der Gemeinschaft von Menschen wohl fühlen, die sich so bereitwillig und großzügig für andere verausgaben.
BESONDERE PROGRAMMPUNKTE
Eine wirkliche Attraktion der Bezirkskongresse sind die mit Kostümen aufgeführten Dramen, in denen Begebenheiten aus biblischen Zeiten dargestellt werden. Sie sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Ein vorsitzführender Aufseher der Zeugen Jehovas bemerkte dazu: „Durch die Dramen wird die Belehrung im Sinn meiner Kinder lebendig. Der Unterschied zwischen dem Lesen und dem Erleben des Bibelberichtes ist so groß, wie das alte Sprichwort sagt: ,Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.‘“
Letztes Jahr gab es drei solche Dramen. Im längsten Drama wurden wichtige Ereignisse aus dem Leben des Apostels Paulus dargestellt. Welch einen Eifer, welch ein Ausharren und welch einen Glauben bekundete er doch! Nach dieser ergreifenden Darbietung fragte der Redner: „Wenn die Echtheit deines Glaubens so sehr geprüft würde wie bei Paulus, würde sie dann von Bestand sein?“ Jeder fühlte sich veranlaßt, darüber nachzudenken.
Ein anderes Drama schilderte, wie die Israeliten das Rote Meer durchquerten und wie sie sich während ihrer vierzigjährigen Wüstenwanderung ständig beklagten und ihren Unglauben bewiesen. Die wichtige Lehre, die man daraus ziehen sollte, wird in Hebräer 3:12 wie folgt zusammengefaßt: „Nehmt euch in acht, Brüder, daß sich nicht in einem von euch jemals ein böses Herz des Unglaubens entwickle, indem er sich von dem lebendigen Gott zurückzieht.“ Das dritte, halbstündige Drama zeigte, daß wir nur auf die richtige Autorität hören sollten: auf Jehova Gott und seine rechtmäßigen Vertreter. Das Drama stützte sich auf die Ereignisse, die in 1. Könige, Kapitel 13 berichtet werden.
Auf großen Kongressen herrscht auch immer gespannte Erwartung hinsichtlich der möglichen Freigabe neuer Publikationen. Die Erwartungen gingen vergangenes Jahr voll in Erfüllung: Zwei neue 192seitige Bücher wurden in Englisch und Deutsch veröffentlicht. Das eine mit dem Titel Gottes „ewiger Vorsatz“ jetzt zum Wohl des Menschen glorreich verwirklicht wird gegenwärtig in den Versammlungen der Zeugen Jehovas studiert. Und das Buch Ist mit dem jetzigen Leben alles vorbei? ist gewiß ein nützliches Hilfsmittel, um Tausenden von Wahrheitssuchern Gottes Vorsatz zu erklären.
IMMER MEHR SCHÄTZEN GOTTES VORSATZ
Auf den Kongressen im vergangenen Sommer gaben Zehntausende durch die Wassertaufe öffentlich zu erkennen, daß sie Gott wirklich lieben und daß sie sich ihm hingegeben haben, um ihm zu dienen. Allein in den Vereinigten Staaten wurden 22 760 Personen getauft.
Mehrere Täuflinge waren über neunzig Jahre alt, was zeigt, daß keiner zu alt ist, um sich zu ändern. Auch ehemalige Geistliche anderer Religionsgemeinschaften wurden getauft. Einige Taufbewerber waren Prostituierte gewesen. Viele waren Drogensüchtige, Alkoholiker, Hurer, Ehebrecher und Diebe gewesen, aber sie alle hatten ihr Leben vor der Taufe geändert.
Eine ergreifende Szene ereignete sich auf dem Kongreß in Baton Rouge (Louisiana). Einige Monate lang hatten Zeugen Jehovas mit Insassen eines Zuchthauses in Angola (Louisiana) die Bibel studiert. Viele dieser Männer hatten Fortschritte in ihrer Bibelkenntnis gemacht und hatten Gefängnisbeamte durch einen radikalen Wandel ihres Benehmens in Erstaunen versetzt. Acht von ihnen wurde daher erlaubt, den Kongreß in Baton Rouge zu besuchen. Es war ein ergreifender Augenblick, als diese Männer mit ihren Fußketten und Handschellen aus den Wagen stiegen und hineingeführt wurden, damit sie zusammen mit den anderen Taufanwärtern Platz nehmen konnten.
Auf der ganzen Erde bekunden immer mehr Menschen Interesse an Gottes Vorsatz. Und wie steht es mit dir? Besuche die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas, und stelle selbst fest, ob du nicht den gleichen Eindruck bekommst wie Thomas P. Harris, Direktor der Kongreß- und Touristenkommission von Springfield (Illinois), der folgendes schrieb, nachdem er eine solche Einladung angenommen hatte:
„Es war wirklich in vieler Hinsicht ein begeisterndes Erlebnis. ... Durch Zusammenarbeit, Freundlichkeit, Rücksichtnahme auf andere, gute Planung und Selbstbeherrschung war es möglich, daß alle großen Nutzen aus dem Programm ziehen konnten. ... Ich würde jedem, der ein lohnenswertes Ereignis erleben möchte, empfehlen, einen Kongreß zu besuchen, der in seiner Gegend stattfindet.“
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Der Mühe wertDer Wachtturm 1975 | 15. Januar
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Der Mühe wert
◆ Wie oft hält man beim Einkaufen Ausschau nach Angeboten, die zu besonders günstigen Preisen zu erwerben sind! Doch es hat sich gezeigt, daß man so gut wie alles zu ermäßigten Preisen kaufen kann, ausgenommen dauernde Zufriedenheit. Demgemäß heißt es in dem Bibelbuch der Sprüche: „Wenn du danach fortwährend wie nach Silber suchst und wie nach verborgenen Schätzen ständig danach forschst, dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen, und du wirst die wahre Erkenntnis Gottes finden“ (Spr. 2:4, 5). Sei somit bereit, den Preis an Zeit und Anstrengungen in Verbindung mit einem Studium des Wortes Gottes zu bezahlen. Es lohnt sich bestimmt.
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