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Feste BekanntschaftenDer Wachtturm 1972 | 1. Januar
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ist es, daß sich dadurch dein Interesse auf nur eine Person beschränkt — in einer Zeit, in der du um deiner Entwicklung zu emotioneller Reife willen den größten Nutzen aus dem Umgang mit vielen verschiedenen Personen ziehen kannst. Wenn du noch im Jünglingsalter bist, so konzentriere dich doch zunächst darauf, wirklich ein Mann zu werden, indem du hauptsächlich Freundschaft mit Männern pflegst, die Liebe zu dem bekunden, was recht ist, und indem du von ihnen männliches Können und männliche Wesensart lernst. Bist du noch ein junges Mädchen, so interessiere dich zunächst dafür, wirklich zu einer Frau zu werden, indem du Nutzen aus der Gemeinschaft mit denen ziehst, die wirklich Frauen sind und die dir zu hervorragendem weiblichen Können und weiblicher Wesensart verhelfen können. Durch eine feste Bekanntschaft wird eine solche Entwicklung in Wirklichkeit unterbrochen und verzögert.
Hilfst du dir also durch eine feste Bekanntschaft, oder schadest du dir? Die Beweise zeigen, daß du dir schadest. Du setzt dich dem Verdruß und dem Unglück aus.
Wie das Buch The Family in Social Context (Die Familie in der gesellschaftlichen Umgebung) zeigt, „kam es wohl nach dem Ersten Weltkrieg auf, feste Bekanntschaften, wie wir sie kennen, zu haben“. Vor dem Ersten Weltkrieg hatten die Menschen, einschließlich der Jugendlichen, vieles, was ihnen Freude machte — wahrscheinlich größere Freude, als die heutige Generation sie erlebt. Diese Möglichkeit hast auch du. Du kannst wahre Freude daran finden, dich mit anderen zu unterhalten, zu lernen, dir Fertigkeiten anzueignen, an bestimmten Aufgaben zu arbeiten, dich an Spielen zu beteiligen und dir Sehenswürdigkeiten anzusehen. Und es kann dir große Freude bereiten, all dies mit jemandem vom gleichen Geschlecht oder mit mehreren anderen zu tun. Oft wirst du feststellen, daß deine Freude um so größer ist, je größer der Personenkreis ist, in dem einige ebenso alt wie du, einige älter und einige jünger sind.
Warum solltest du nicht die ‘Blüte deines Lebens’ so verbringen, daß es dir wirklich zum Guten gereicht und dadurch dein Herz gestärkt wird, damit du ein Leben endlosen Glücks erlangst? Zweifellos wünschen deine Eltern dir dies. Und aus Gottes Wort weißt du, daß dir dies der Schöpfer wünscht. Nimm ihre Hilfe an.
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Kongresse, die wahrhaft den göttlichen Namen erhöhenDer Wachtturm 1972 | 1. Januar
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Kongresse, die wahrhaft den göttlichen Namen erhöhen
„IM [Riverfront-]Stadion wird man eine kleine Stadt errichten, die von Jehova regiert wird“, so beschrieb ein Artikelschreiber der Zeitung Enquirer den Bezirkskongreß „Göttlicher Name“, der damals in Cincinnati in Vorbereitung begriffen war.
In bezug auf alle vierunddreißig Kongresse, die in den Vereinigten Staaten, und die elf, die in Kanada von Ende Juni an bis gegen Ende August stattfanden, erwies es sich, daß diese Vorhersage stimmte.
In der Tat, schon von den Vorbereitungen an und durch den fünftägigen Kongreß hindurch zeigte es sich, daß auf den versammelten Zeugen Jehovas das Wohlgefallen ihres Gottes und Schöpfers ruhte, den sie als denjenigen anerkennen, der ihre Tätigkeiten leitet. Durch den Geist, der auf dem Kongreß herrschte, wurde der göttliche Name erhöht und gezeigt, daß man sich bei Gott einen guten Namen machen sollte. Hervorgehoben wurde besonders die Geistiggesinntheit, die Notwendigkeit, sie zu erlangen, und die Art und Weise, wie man sie bewahren kann, sowie die geistige Auferbauung anderer.
Von dieser Einstellung waren die Versammelten so durchdrungen, daß sich ein Schreiber der Zeitung Atlanta Constitution getrieben fühlte zu sagen: „Sie kommen und suchen geistige Nahrung, Erquickung und Hilfe für ihre Probleme oder helfen mit, jemandem, den sie lieben, Hilfe zu leisten — und sie lieben jedermann.“
VORBEREITUNGEN
Solche Kongresse, bei denen eine Gesamtbesucherzahl von Hunderttausenden erwartet wird, zu veranstalten und sie vorzubereiten, ist kein kleines Unternehmen. Mehr als ein Jahr, manchmal Jahre im voraus wird die Arbeit begonnen, um die neuen biblischen Schriften zu beschaffen, die freigegeben werden sollen. Auch werden Kongreßplätze ausgewählt und die Verträge dafür abgeschlossen. Monate zuvor beginnt die Druckerei der Watchtower Bible and Tract Society mit dem Setzen und Drucken. Die Herstellung gebundener Bücher erfordert, daß die Buchbinderei der Gesellschaft bis zur Kongreßzeit emsig beschäftigt ist. Neben dem normalen Bedarf an Bibeln, biblischen Büchern und Zeitschriften der Gesellschaft bedeuten die gedruckten Kongreßfreigaben für die vorhandenen Einrichtungen eine besondere Beanspruchung und erfordern gewöhnlich Überstundenarbeit.
Ferner muß das Programm im Hinblick auf die Bedürfnisse der Christen in der heutigen Weltlage aufgestellt werden. Einige der grundlegenden Ansprachen werden in Manuskriptform gedruckt; andere erscheinen als Redeplan, so daß dieselbe geistige Speise empfangen werden kann, ungeachtet, welchen Kongreß jemand besucht. Biblische Dramen werden auf Tonbänder aufgenommen und diese rechtzeitig in die Kongreßstädte versandt, damit sich die Vorführenden mit dem Manuskript vertraut machen und die Worte, die über das Lautsprechersystem kommen, durch Pantomime zum Ausdruck bringen können. Andere Dramen werden gründlich vorbereitet, eingeübt und von den Betreffenden selbst gesprochen.
Außer all diesem werden Tausende von Arbeitsstunden darauf verwandt, jeden Kongreß zu organisieren, damit an Ort und Stelle eine Cafeteria und Erfrischungsstände da sind sowie Ordner zur Lenkung der Volksmengen, ferner eine große Reinigungsmannschaft, eine Lautsprecheranlage, ein Parkplatz und dessen Ordner, eine Unterkunftsabteilung, ein Freiwilligendienst und eine Unmenge anderer Dinge, die alle am Eröffnungstag vorhanden sein müssen.
STÄDTE HEISSEN DIE KONGRESSE WILLKOMMEN
In der Vergangenheit haben Jehovas Zeugen zufolge des Widerstandes von seiten der Konfessionen der Christenheit viele Schwierigkeiten gehabt, Kongreßplätze zu bekommen. Auch war es wegen des Einflusses, den die Geistlichkeit auf die Ortsbewohner ausübte, manchmal schwierig, Unterkünfte zu erhalten. Selbst städtische Beamte und Geschäftsleute wurden dadurch beeinflußt, daß man die Beweggründe der Zeugen falsch darstellte und ihre Zuverlässigkeit anzweifelte. Heute aber ist dies selten der Fall.
Ein Reporter der Zeitung Montreal Star, der eine so große Menge versammelt sah (22 692 waren auf dem Rennplatz anwesend), bemerkte: „Die Bibel hat mehr Leute angelockt als die Rennen. Jehovas Zeugen geben den Kampf einfach nie auf. Die Leute, die euch bekämpften, sind nicht mehr hier, Jehovas Zeugen aber sind noch da.“
Kennzeichnend für die Einstellung von Beamten, von Verwaltern der Kongreßgebäude und von Geschäftsleuten sind folgende Beispiele.
Am zweiten Tag des Kongresses in Memphis erschien in der redaktionellen Spalte der Zeitung Commercial Appeal folgendes:
„FÜNFZEHNTAUSEND MANN stark haben sich Jehovas Zeugen in Memphis für eine fünftägige Zusammenkunft eingefunden, und Memphis freut sich, sie willkommen zu heißen.
Die Zeugen sind fleißige Leute. Sie waren früher schon in Memphis, und ihr Benehmen war stets beispielhaft. Dies ist eine evangelische Sekte, deren Mitglieder als Freiwillige arbeiten. Ihr Kongreß sucht die Kosten für ihre hartbedrängten Mitarbeiter niedrig zu halten, und die improvisierte Cafeteria, die sie aufgestellt haben, ist ein Beispiel ihrer sorgfältigen Planung.
Dieser Fleiß auf ihrer Seite läßt sie uns als Gäste willkommen heißen. Wir hoffen, daß sie die Stadt gastfreundlich finden.“
Und die Zeitung Memphis Press-Scimitar bemerkte, daß es eigentlich „eine Familiensache“ sei, zu groß für die größte Kongreßhalle der Stadt, und bemerkte dann: „Bis zu der Zeit, da die Zeugen ihren nächsten Kongreß für Memphis planen, wird das neue städtische Kongreßzentrum Everett Cook für sie bereit sein. Die Zeugen sind eine stets willkommene Gruppe. Sie haben hohe Maßstäbe, was Benehmen und Höflichkeit betrifft, und sie lösen ihre Probleme selbst.“
So war der Empfang in sozusagen allen Kongreßstädten. Nur in einzelnen Fällen entstanden Zweifel, wenn man an die Verwalter von Kongreßgebäuden oder an sonstige Beamte herantrat. Doch wenn sie gebeten wurden, andere Verwaltungsdirektoren und Beamte anzurufen, mit denen die Zeugen zuvor verkehrt hatten, schwanden ihre Bedenken. Der Leiter des Veteranen-Stadions in Philadelphia bemerkte gegenüber Nachrichten-Reportern, daß er mit Beamten von anderen Stadien gesprochen hätte, ehe er das Stadion vermietet habe. Dann fügte er bei: „Sie hereinzubekommen ist ein vorzüglicher Fang. Sie locken eine Menge Leute an, verrichten aber eine gewaltige Arbeit mit Reinigen und sorgen selbst für das, was sie brauchen.“
Eine ähnliche Mitwirkung von seiten der Polizei, der städtischen Behörden und der Geschäftsleute war ein Merkmal jedes Kongresses in den Vereinigten Staaten und Kanada. Der Erfolg der Suche nach Unterkünften war so markant, daß er die Zeitung Albuquerque News (New Mexico) zu dem Kommentar veranlaßte: „[Es] läßt das Gefühl in einem aufkommen, daß sich eine wichtige Persönlichkeit selbst für die Sache interessiert.“
ZWECK DER KONGRESSE
Man könnte sagen, die Kongresse hätten einen zweifachen Zweck gehabt: (1) den göttlichen Namen Jehova in Herz und Sinn der Zeugen Jehovas und aller anderen, die sie erreichen können, zu erhöhen (Matth. 6:9) und (2) sich im Gehorsam gegenüber göttlichen Grundsätzen, für die dieser Name steht, erzieherische Bildung für sich selbst, seine Kinder und andere zu verschaffen.
Der Schlüsselvortrag des Kongresses, der am Eröffnungstag gehalten wurde, war betitelt: „Wessen Namen achtest du mehr — deinen eigenen oder Gottes?“ Es wurde deutlich gezeigt, daß die Geistlichkeit der Christenheit ihre eigenen Gedanken denen des Wortes Gottes vorzieht und sich so Gott voranstellt. Im Gegensatz dazu wurde auf diesem Kongreß besonders auf die Benutzung der Bibel Nachdruck gelegt. Das tägliche Bibellesen wurde jeder Familie empfohlen. Und im Interesse eines wirklich tiefgehenden Verständnisses und der richtigen Anwendung wurde die Notwendigkeit veranschaulicht, den Hintergrund und die Ereignisse zu betrachten, die mit den Bibelbüchern im Zusammenhang sind, sowie den Begleittext dessen, was gelesen wird.
Die Notwendigkeit, der Souveränität Gottes und der Rechtfertigung des göttlichen Namens Beachtung zu zollen, wurde in der öffentlichen Ansprache „Wenn alle Nationen frontal mit Gott zusammenstoßen“ hervorgehoben. Dieser Vortrag, der Höhepunkt des letzten Tages des Kongresses, brachte die höchste Zahl von Anwesenden, indem sie in den Vereinigten Staaten und Kanada auf 678 359 anstieg.
Die Kongresse bilden in Wirklichkeit Hauptetappen in der Vorbereitung auf das Leben in einer neuen Ordnung, wo Gerechtigkeit, Ordentlichkeit, Friede, wahre Liebe und Interesse aneinander herrschen werden. Jehovas Zeugen suchen jetzt schon auf diese Weise zu leben.
Die Zeugen glauben in der Tat an das „Gebet des Herrn“, in dem Gott gebeten wird: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10) Sie folgen dem Rat Jesu: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und ... [Gottes] Gerechtigkeit zu suchen.“ Das hat sie wahrhaft glücklich gemacht. — Matth. 6:33.
Es gibt Personen, die Jehovas Zeugen wohl gut leiden mögen, die aber nicht auf das hören wollen, was sie Gottes Wort entnehmen und glauben. Würden sie sich aber nicht auf Gottes Wort stützen und dessen Grundsätze in ihrem Leben nicht anwenden, so wäre ihr Benehmen nicht beispielhaft, und sie wären nicht imstande, solch vorzügliche Kongresse abzuhalten. Es gibt Leute, die das anerkennen. Eine Frau in Portland (Oregon) sagte zu zwei Zeugen Jehovas, die auf der Suche nach Unterkünften für die anwesenden Delegierten in ihrem Hause vorsprachen: „Ihr seid so herzlich, freundlich und gut. Es muß an eurer Religion liegen, daß ihr so seid.“
Eine Verfasserin von Leitartikeln schrieb in der Zeitung Buffalo Evening News: „Die Zeugen betrachten die Rücksichtnahme auf das Eigentum anderer als einen Teil ihres christlichen Benehmens.“ Sie berichtete die Erfahrung einer Hausinhaberin in Tonawanda (New York), die zuerst gezögert hatte, Zimmer für Delegierte zu notieren, nachher aber sagte: „Wenn alle Leute so wären wie sie, möchte ich meine Zimmer jede Woche vermieten. Wenn es regnete, zogen sie sogar die Schuhe aus, bevor sie ins Haus traten, damit sie die Teppiche nicht beschmutzten. Sie gehören zu den höflichsten Menschen, die ich je getroffen habe.“
BELEHRUNG
Das Kongreßprogramm legte großen Nachdruck auf die Belehrung. Der Gedankenaustausch in der Familie muß beibehalten werden, wurde den Kongreßbesuchern gesagt. Um Eltern zu helfen, eine „Generationenkluft“ zu vermeiden, müssen die Kinder schon in sehr frühen Jahren belehrt werden. Ehe der Redner die Freigabe des 192 Seiten starken Buches Listening to the Great Teacher (Auf den Großen Lehrer hören) ankündete, sagte er, sich an die Eltern wendend: „Denkt nicht, eure Kinder würden sowieso Jünger werden, nur weil ihr es seid. Sie werden nicht Nachfolger Jesu Christi werden, wenn ihr sie nicht auf diese Weise lehrt.“
Die Eltern nahmen das Buch als eine wirkliche Wohltat in Empfang, da ihnen dadurch geholfen wird, ein organisiertes Lehrprogramm durchzuführen, um den Kindern die tiefen biblischen Wahrheiten und Grundsätze christlichen Benehmens in klaren, einfachen Worten und durch Veranschaulichungen einzuprägen. Kinder, die den Kongreß besuchten, zeigten ebenfalls, daß sie begierig waren, diese biblische Belehrung zu empfangen, denn auf den Kongreßanlagen sah man sie zu Hunderten, das Buch, das „für sie“ war, fest an sich gedrückt oder schon selbst ins Lesen vertieft.
Vor der Veröffentlichung dieses Buches war eine Reihe ähnlicher Artikel im Wachtturm erschienen. Einige hatten die Artikel herausgeschnitten und ein Buch daraus gemacht. Ein Elternteil bemerkte: „Meine Kinder prüfen jede Woche nach, ob ich auch bestimmt keinen Artikel übergehe. Wir machen uns ein Spiel daraus, diese Artikel zu lesen. Die Kinder beantworten jede Frage, die im Artikel gestellt wird. Tatsächlich müssen wir darauf bestehen, daß sie zuerst die Hand erheben, damit nicht alle auf einmal reden. Diese Artikel veranlassen die Kinder, zu denken und sich geistig am Studium zu beteiligen.“ Ein anderer sagte: „Ich war höchst erstaunt, als ich sah, daß ein Kind sogar schwierige Begriffe so schnell lernt.“
Solch sorgfältige elterliche Belehrung bringt reichen Lohn. In dieser Welt, da Familien auseinandergehen, ist die Familieneinheit, die unter wahren Christen herrscht, bemerkenswert, wie ein Reporter des Lansing State Journal (Michigan) sagte: „Das Meer von alten und jungen Gesichtern im Zuhörerraum, in den Gängen und sogar in der Ausstellungshalle unten ist direkt eine Schaustellung von Familiensolidarität — ein Grundpfeiler der Religionsausübung. Dieses Band erstreckt sich über die ganze Anhängerkörperschaft“ (Kursivschrift von uns).
„Das Lehrprogramm bleibt nicht auf die Jungen beschränkt“, sagte ein Kongreßredner. „Wir sind alle in einer Schule, in der es keinen Graduierungsabschluß gibt. Wir alle müssen weiterhin das lernen, was in der unerschöpflichen Schatzkammer Gottes vorhanden ist. Der göttliche Name leuchtet mit immer größerem Glanz hervor, während wir noch mehr über Jehovas Wege kennenlernen.“ Darauf gab er den Versammelten den Leitfaden für die Theokratische Predigtdienstschule frei, der
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