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Kamerun sagt „Nein!“ zur ReligionsfreiheitDer Wachtturm 1971 | 1. Januar
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„Da es sich bei Jehovas Zeugen um eine christliche Gemeinschaft handelt, wird das Eintreten für die Prinzipien und Lehren der christlichen Religion zu etwas Ungesetzlichem, wenn man erklärt, die Vereinigung sei eine ungesetzliche Körperschaft, und jeder kirchliche Gottesdienst, den Personen durchführen, die an die Geburt Christi glauben, wird dann zu einer ungesetzlichen Versammlung.“
Das Verbot der Zeugen Jehovas in Kamerun hat dort dieselbe Wirkung.
Ferner haben sich Jehovas Zeugen an keinem gegen die Regierung gerichteten „Feldzug der Diffamierung“ beteiligt, wie ihnen vorgeworfen wird. Ja, ihr weitestverbreitetes biblisches Lehrbuch, von dem bis jetzt 30 Millionen Exemplare in 60 Sprachen gedruckt worden sind, lehrt ausdrücklich, daß ein solches Vorgehen verkehrt wäre. Auf Seite 159 heißt es in diesem Buch, Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, über menschliche Regierungen: „Wenn Gott sie regieren läßt, warum sollte dann ein Christ etwas dagegen unternehmen? ... Es ist richtig, die Regierung gebührend zu respektieren.“ Gewiß ist es nicht gegen die Interessen irgendeiner Regierung, wenn Jehovas Zeugen dies lehren.
Somit zeigen die Tatsachen, daß das Verbot der Zeugen Jehovas in Kamerun nicht berechtigt und daß die dafür angegebenen Gründe nicht stichhaltig sind.
EIN VERLUST FÜR KAMERUN
Das Verbot der Zeugen Jehovas in Kamerun bringt dem Volk und den Herrschern des Landes keinen Nutzen. Es bedeutet vielmehr einen großen Verlust für Kamerun. Dadurch, daß das Land „Nein!“ zur Religionsfreiheit sagt, leidet sein Ruf in der ganzen Welt.
Es schadet der Würde der politischen Herrscher, die grausam und brutal vorgehen, um Christen zu zwingen, ihr biblisch geschultes Gewissen zu verletzen.
Den Menschen geht viel geistiger Trost und Unterricht verloren, denn Jehovas Zeugen haben gerade dies vermittelt und auch einen Anteil daran gehabt, Kamerunern das Lesen und Schreiben beizubringen.
Durch das Verbot der Zeugen Jehovas ist ehrlichgesinnten Menschen in Kamerun die Möglichkeit genommen worden, fruchtbare biblische Gespräche zu führen. J. P. Bayemi äußert sich in L’Effort Camerounais vom 14. Juni 1970 wie folgt über diesen Verlust:
„Wir wollen zu ihren Gunsten wenigstens anerkennen, daß es ihnen auf ihre eigene Weise gelungen ist, zu erreichen, daß Themen wie Geld, Frauen, Männer oder Getränke nicht mehr allein die Unterhaltung in der Familie, in der Nachbarschaft und auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln beherrschen, wie es vor der Autorisation der Zeugen Jehovas der Fall war. O ja, es gab eine Zeit, in der es sehr selten war, daß man Christen über ein biblisches Thema sprechen hörte.“
Nichts kann die Moral eines Landes mehr heben, als es die Grundsätze des Wortes Gottes, der Bibel, können. Jehovas Zeugen machen große Anstrengungen im Hinblick auf die sittliche und geistige Förderung aller, die den Wunsch haben, eine größere Erkenntnis der Bibel zu erlangen. Welch einen Verlust bedeutet es doch für Kamerun, da diese hohen sittlichen Maßstäbe jetzt nicht frei von Jehovas Zeugen gelehrt werden können!
DU KANNST DICH ÄUSSERN
Was hältst du von dieser an friedlichen Christen verübten Grausamkeit? Ihr Predigtwerk ist verboten. Selbst private biblische Gespräche sind nicht gestattet. Kostbare persönliche Freiheiten sind beiseite geschoben worden. Jehovas Zeugen und andere Personen in der ganzen Welt, die für Religionsfreiheit sind, entschuldigen diese Willkürmaßnahme nicht, indem sie schweigen würden.
Wenn du den Äußerungen der Entrüstung über die von der Regierung Kameruns gegen friedliebende Christen eingeschlagene Handlungsweise deine Stimme hinzufügen möchtest, dann schreibe an den kamerunischen Botschafter in deinem oder dem nächstgelegenen Land oder an die Mitglieder der kamerunischen Regierung, die auf der vorangegangenen Seite aufgeführt sind.
Bekunde deine Enttäuschung über diese Willkürmaßnahme. Erkläre, daß sich Jehovas Zeugen nirgends in die Politik einmischen und daß die Beschuldigungen jeglicher Grundlage entbehren. Appelliere an die Achtung dieser Persönlichkeiten vor der Menschenwürde und vor der durch die Verfassung von Kamerun gewährleisteten Religionsfreiheit. Wende dich an sie aufgrund der Achtung vor dem guten Ruf ihres Landes und Afrikas. Sollte man dem Präsidenten von Kamerun und den Mitgliedern und Vertretern seiner Regierung nicht erkennen helfen, daß man in der übrigen Welt darauf aufmerksam wird, daß unschuldige Christen grausam mißhandelt werden? Sollten sie nicht erkennen, daß sich Mitglieder der kamerunischen Regierung durch die Art und Weise, wie sie Christen behandelt haben, die nach Frieden trachten, weder bei ihrem eigenen Volk noch bei rechtgesinnten Menschen in anderen Teilen der Welt beliebter gemacht haben?
Möge dein Schreiben dazu beitragen, daß es in Kamerun wieder zu einem „Ja“ für die Religionsfreiheit kommt.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1971 | 1. Januar
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Bekanntmachungen
„JAHRBUCH DER ZEUGEN JEHOVAS 1971“
Ausdehnung! Hierum geht es immer wieder in dem Bericht über die Ergebnisse des Predigtwerkes der Zeugen Jehovas im vergangenen Dienstjahr. Es wurde eine noch nie dagewesene Höchstzahl von tätigen Predigern erreicht, und es ist außerdem bedeutsam, daß auch der Besuch der Zusammenkünfte zunimmt. Während die Kirchen der Christenheit Abnahmen zu verzeichnen haben — in einem gewissen Land „kommen zu Ostern nur acht von je 100 Getauften zum Gottesdienst“ —, kannst du im Gegensatz dazu feststellen, daß im April 1 453 000 Prediger über ihre Tätigkeit berichteten und 3 153 000 Personen der Feier zum Gedenken an den Tod und die Auferstehung Jesu beiwohnten. Lies den vollständigen Bericht über die weltweite Ausdehnung und über das Predigtwerk, das zum Lobpreis Jehovas durchgeführt wurde, im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1971. Es ist für nur 2,50 DM (Österreich 15 öS; Luxemburg 25 lfrs) erhältlich. Bestelle auch den schönen Kalender für 1971. Er wird für 1,25 DM (Österreich 7,50 öS; Luxemburg 12,50 lfrs) abgegeben.
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
31. Januar: Die Rettung des Menschengeschlechts durch Gottes Königreich, ¶ 1—25. Seite 9. Lieder: Nr. 84, 80.
7. Februar: Die Rettung des Menschengeschlechts durch Gottes Königreich, ¶ 26—29, ferner: Rettung durch Gottes Königreich heute möglich. Seite 16. Lieder: Nr. 74, 25.
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