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Uns des Lebens in Gottes neuer Ordnung würdig erweisenDer Wachtturm 1976 | 15. März
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Uns des Lebens in Gottes neuer Ordnung würdig erweisen
„Da ihr diese Dinge erwartet, tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Petr. 3:14).
1. Was können Menschen trotz ihrer Unzufriedenheit mit der alten Ordnung nicht tun? Was kann aber Gott tun?
DIE Unzufriedenheit mit der bestehenden alten Ordnung ist eine weltweite Erscheinung. Viele Radikalisten nennen diese Ordnung „das Establishment“ und protestieren dagegen. Viele von ihnen möchten sie beseitigen. Sie wissen aber nicht, womit sie sie ersetzen könnten. Sie haben nichts Neues, Besseres als Ersatz zu bieten. Würden sie die bestehende alte Ordnung beseitigen, so blieben nichts als Trümmer übrig. Glücklicherweise gibt es aber noch jemand, der über dem Menschen steht und der mit der alten Ordnung auf der Erde ebenfalls nicht zufrieden ist. Er kann die alte Ordnung nicht nur vollständig beseitigen, sondern ist auch imstande, sie durch eine ganz neue Ordnung zu ersetzen. Dieser Jemand ist Gott, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde.
2. Was hat Gott, der Allmächtige, in dieser Hinsicht zu tun verheißen, und wo finden wir seine Verheißung aufgezeichnet?
2 Dieser Gott hat sowohl die Beseitigung der bedrückenden, todbringenden alten Ordnung verheißen als auch die Errichtung einer gerechten, lebengebenden neuen Ordnung, die die Bedürfnisse und die berechtigten Wünsche der ganzen Menschheit befriedigen wird. Wir finden seine Verheißung dieses wunderbaren Wechsels im Weltgeschehen in dem Buch aufgezeichnet, dessen Urheber er selbst ist: in der Bibel. Ein Bibelschreiber aus dem ersten Jahrhundert wies mit folgenden Worten auf diese kostbare Verheißung hin: „Doch gibt es neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petr. 3:13).
3, 4. (a) Welche Frage in bezug auf diese göttliche Verheißung erhebt sich uns betreffend? (b) Was für ein Erlebnis wird die Erfüllung der Worte aus Offenbarung 21:3 bis 5 für die Menschen sein?
3 Die im ersten Jahrhundert lebenden Christen, die diese zuversichtlichen Worte des christlichen Apostels Petrus lasen, erwarteten sehnlichst diese „neuen Himmel“ und diese „neue Erde“, die von einem Gott verheißen worden waren, der nicht lügt. Seine Verheißung gilt noch heute. Die Frage ist nur: Glauben auch wir daran, und wenn ja, erwarten wir diese gerechten „neuen“ Dinge ebenfalls? Aus Achtung vor Gott, dessen Verheißungen niemals unerfüllt bleiben, sollten wir es tun (Josua 21:45; 23:14; Tit. 1:2). Wir haben sogar allen Grund, uns zu freuen, denn die „neuen Himmel“ und die „neue Erde“ sind schon fast da. Bestimmt haben wir sie auch noch nie dringender benötigt als heute. Diese neuen Dinge symbolisieren Gottes gerechte neue Ordnung, eine Ordnung, die tatsächlich etwas „Neues“ sein wird. Die Menschen haben bis heute noch nie so etwas gesehen. Es wird für sie etwas völlig Neues sein, wenn sie die Erfüllung folgender Worte erleben werden, die wir im letzten Buch der Bibel lesen:
4 „ ‚Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.‘ Und der, der auf dem Throne saß, sprach: ,Siehe! Ich mache alle Dinge neu.‘ Auch sagt er: ,Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr‘ “ (Offb. 21:3-5).
5. Inwiefern stehen die Verheißungen der Politiker im Gegensatz zu Gottes Verheißungen?
5 Leider müssen die Menschen immer wieder feststellen, daß ihnen die Politiker in ihren Wahlreden lauter leere, übertriebene Versprechungen machen, die sie nicht halten können und auf die man sich daher nicht verlassen kann. In krassem Gegensatz dazu ist Gottes Verheißung der „neuen Himmel“ und einer „neuen Erde“ „zuverlässig und wahr“. Wir können das, was er verheißen hat, zuversichtlich erwarten. Wir werden nicht enttäuscht werden.
DAS ALTE MUSS DEM NEUEN WEICHEN
6, 7. Was sehen viele religiös eingestellte Personen in der alten Ordnung, und welches Buch und seinen Urheber kennen sie nicht?
6 Die alte Ordnung der Dinge besteht nun schon seit Jahrtausenden, so lange, daß die Menschen sie gründlich satt haben. Millionen religiös eingestellter Personen sehen in der alten Ordnung eine Bestimmung des Schicksals, ein unabwendbares Geschick, in das sie sich völlig ergeben. Diese Leute kennen die Bibel nicht. Sie kennen auch den göttlichen Urheber der Bibel nicht. Erstaunlich viele kennen nicht einmal seinen Namen. Sie kennen wohl die Namen der nichtbiblischen Götter, die anzubeten sie gelehrt worden sind, aber den Namen des Gottes der Bibel kennen sie nicht. Doch sein Name steht immer noch in der Bibel. Wir finden ihn zum Beispiel in 2. Mose 6:2, 3:
7 „Und Gott fuhr fort, zu Moses zu reden und zu ihm zu sprechen: ,Ich bin Jehova. Und ich pflegte Abraham, Isaak und Jakob als Gott, der Allmächtige, zu erscheinen, aber hinsichtlich meines Namens Jehova habe ich mich ihnen nicht kundgetan.‘ “
8, 9. Wie ist der Name des ‘Höchsten über die ganze Erde’, und wie und warum dürfen wir seinen Namen gebrauchen?
8 Ein weiterer Text, in dem der göttliche Name vorkommt, ist Psalm 83:18, wo geschrieben steht: „. . . damit man erkenne, daß du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde.“ (Siehe ferner Jesaja 12:2 und 26:4. Die im englischen Sprachgebiet gebräuchliche Authorized Version verwendet an allen diesen Stellen den Namen Jehova. Einige deutsche Übersetzungen, wie die Jerusalemer Bibel und die Einheitsübersetzung, gebrauchen die Form Jahwe.)
9 Der Name des Gottes, der ‘der Höchste ist über die ganze Erde’, ist demnach Jehova. Im Urtext der Hebräischen Schriften (allgemein Altes Testament genannt) kommt dieser göttliche Name rund 7 000mal vor. Er wird mit vier hebräischen Konsonanten wiedergegeben. Da der Eigenname Gottes in der Bibel so häufig vorkommt, haben wir das Recht, diesen Namen heute ebenfalls zu gebrauchen, sofern wir ihn nicht zu Eitlem aussprechen, sondern in Ehrfurcht gebrauchen. So können wir zu erkennen geben, welchen Gott wir meinen: den Gott der Bibel. Er hat einen anderen Namen als sein geliebter Sohn, Jesus, dessen Name „Jehova ist Rettung“ bedeutet.
10. (a) Was bedeutete Gottes Verheißung neuer Himmel und einer neuen Erde für die alte Ordnung der Dinge? (b) Wozu ermunterte Petrus die Leser seines Briefes, obwohl es ihm nicht vergönnt war, bis zum Beginn der verheißenen „neuen“ Dinge zu leben?
10 Ja, Jehova, der himmlische Vater, hat die aus „neuen Himmeln“ und einer „neuen Erde“ bestehende neue Ordnung verheißen. Von dem Moment an, da er von den neuen Himmeln und einer neuen Erde sprach, war die alte Ordnung der Dinge, die nicht von Jehova Gott stammte, zum Vergehen verurteilt. Ist das nicht eine gute Botschaft? (Vergleiche Hebräer 8:13.) Seitdem Gott diese Verheißung gegeben hat, haben alle, die wirklich an ihn glauben, die Errichtung dieser gerechten neuen Ordnung sehnlich erwartet. Der Apostel Petrus und die Christenversammlungen, an die er seinen Brief schrieb, gehörten zu denen, die in die Zukunft blickten und die Errichtung der aus einer gerechten neuen Regierung bestehenden „Himmel“ und der aus einer gerechten neuen Gesellschaft bestehenden „Erde“ zuversichtlich erwarteten. Aufgrund dessen, was sein Meister, der Herr Jesus Christus, ihm gesagt hatte, erwartete Petrus selbst nicht, diesen gesegneten Tag auf der Erde zu erleben (Joh. 21:18, 19; 2. Petr. 1:13-15). Er ermunterte aber die Leser seines Briefes, den Beginn der gerechten neuen Ordnung zu erwarten. Die ermunternden inspirierten Worte des Petrus treffen auf uns zu, die wir heute, 1 900 Jahre nach ihm, leben.
ALS ERSTES IST DAS ENDE DER ALTEN ORDNUNG ZU ERWARTEN
11. Was muß zuerst von der Erde beseitigt werden, und wie hat der Schöpfer bewiesen, daß dies für ihn keine zu schwierige Aufgabe ist?
11 Als erstes müssen wir indes das Ende des gottlosen alten Ordnung erwarten. Diese böse alte Ordnung, die schon kurz nach der weltweiten Flutkatastrophe entstand — die sich in den Tagen des Propheten Noah, also vor über 4 300 Jahren, ereignete —, hat sich auf der Erde gewissermaßen eingenistet. Sie wird deshalb das Feld nicht ohne einen Kampf räumen. Einen Kampf gegen wen? Natürlich gegen den Gründer der neuen Ordnung, den Schöpfer der „neuen Himmel“ und der „neuen Erde“. Die Beseitigung der alten Ordnung ist für Gott, den Allmächtigen, jedoch keine zu schwierige Aufgabe. Er hat in den Tagen Noahs bewiesen, daß er eine ganze Menschenwelt mit einem Schlag — durch ein Naturereignis, das nicht zufällig eintrat — vernichten kann. Lange vorher, am zweiten Tag seiner Schöpfungswoche, hatte er durch eine Scheidung der Wasser auf der Erde bewirkt, daß rund um den Erdball eine atmosphärische „Ausdehnung“ oder „ein Firmament“ entstand, über dem große Wassermengen schwebten (1. Mose 1:6-8, Herder-Bibel). Zu der von ihm bestimmten Zeit bewirkte er, daß sich diese Wasser auf die Erde ergossen. Das führte zu einer weltweiten Flutkatastrophe, in der außer den acht Menschenseelen in der Arche Noahs die ganze Erdbevölkerung umkam (1. Petr. 3:20).
12. Mindestens wie lange hielt sich Gott davon zurück, die Sintflut über die damalige Welt zu bringen, und was wurde durch sie vernichtet?
12 Diese Flutkatastrophe war eine Strafe Jehovas. Er hatte mit ihrem Vollzug mindestens 120 Jahre geduldig zugewartet (1. Mose 6:1-3). Der Apostel Petrus wies auf diese Tatsache hin, als er schrieb: „Er hielt sich nicht davon zurück, eine ehemalige Welt zu strafen, sondern hielt Noah, einen Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben anderen in Sicherheit, als er eine Sintflut über eine Welt gottloser Menschen brachte.“ Daß damit die Vernichtung einer Welt gemeint ist, geht aus den weiteren Worten des Apostels Petrus deutlich hervor: „Und durch diese Dinge wurde die damalige Welt vernichtet, als sie mit Wasser überflutet wurde“ (2. Petr. 2:5; 3:6).
13. Welcher Unterschied besteht zwischen der „ehemaligen Welt“ und der gegenwärtigen „Welt“ oder menschlichen Gesellschaft, wenn man Gottes Langmut in Betracht zieht?
13 Die „ehemalige Welt“, die erste menschliche Gesellschaft, bestand nach der Erschaffung des Menschen also etwa 1 656 Jahre. Mit der gegenwärtigen „Welt“ oder der gegenwärtigen menschlichen Gesellschaft übt Gott schon viel länger Geduld, nämlich etwa 4 200 Jahre oder seitdem er die Sprache der Erbauer des Turmes von Babel verwirrte (1. Mose 10:8-10; 11:1-9). Die „ehemalige Welt“ der Tage Noahs kam in den Flutwassern um, weil sie „gottlos“ war. Sie hatte die Erde mit Gewalttat erfüllt, und statt sie sich zu unterwerfen und sie zu einem Paradies zu machen, hatte sie sie verdorben. „Die Schlechtigkeit des Menschen [war] ausnehmend groß . . . auf der Erde“ (1. Mose 6:5-9, 12, 13). Jene Welt verdiente die Vernichtung.
14. Warum wurden Noah und seine Familie für würdig gehalten, die Sintflut zu überleben?
14 Warum wurden denn Noah und seine Angehörigen für würdig gehalten, gerettet zu werden und in die nachsintflutliche Zeit hinüberzuleben? Weil Noah seine Angehörigen dazu angeleitet hatte, ‘mit dem wahren Gott zu wandeln’, nicht mit der gottlosen Welt. Noah war in Gottes Augen gerecht und „untadelig unter seinen Zeitgenossen“. Er war ein „Prediger der Gerechtigkeit“. Er hatte einen vorbildlichen Glauben an Gott. Darum gehorchte er Jehovas Gebot, eine Arche zur Rettung seiner Hausgenossen zu bauen (1. Mose 6:9 bis 7:1; Hebr. 11:7).
15, 16. (a) Was sollten wir aus dieser Lektion lernen, wenn wir an die Gegenwart denken? (b) Mit welchen Worten sagte Jesus das Ende einer Welt, eine Vernichtung von globalem Ausmaß, voraus?
15 Wir sollten aus dieser Lektion folgendes lernen: Jehova Gott ist imstande, eine ganze Welt schlechter Menschen zu vernichten; er kann aber auch Personen, die ihm wohlgefallen, während einer solchen Vernichtung am Leben erhalten (2. Petr. 2:9, 10). Uns steht heute ebenfalls das Ende einer Welt, eine Vernichtung von globalem Ausmaß, bevor. Gottes eigener Sohn, Jesus Christus, sagte dieses Ende mit den Worten voraus:
16 „Übrigens, so, wie es in den Tagen Noahs geschah, wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein: sie aßen, sie tranken, Männer heirateten, Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche hineinging und die Flut kam und sie alle vernichtete. . . . Ebenso wird es an dem Tage sein, an dem der Sohn des Menschen geoffenbart wird“ (Luk. 17:26-30; Matth. 24:37-39).
17, 18. Warum beachtete die „ehemalige Welt“ die Warnung nicht, die Gott durch Noah ergehen ließ, und wann wurde geoffenbart, was das göttliche Urteil bedeutete?
17 Im Jahr 2370 v. u. Z. schenkten die gottlosen Menschen den offenkundigen Beweisen dafür, daß das Ende ihrer Welt, der „ehemaligen Welt“, unmittelbar bevorstand, keinen Glauben. Für sie war so etwas undenkbar, höchst unwahrscheinlich, ja unmöglich. Noah warnte sie vor einem gewaltigen Naturereignis, das sie sich nicht vorstellen konnten. Warum sollten sie sich also deswegen Sorgen machen?
18 Das Leben ging für sie nach wie vor normal weiter. Sie aßen und tranken. Sie heirateten auch, um die nächste Generation hervorzubringen. Sie rechneten nicht damit, daß Gott sie wegen ihrer Schlechtigkeit und wegen der Gewalttat, mit der sie die Erde gefüllt hatten, und wegen ihrer selbstsüchtigen Handlungsweise, durch die sie die Erde verderbt hatten, eines Tages zur Rechenschaft ziehen würde. Selbst als Noah mit dem Bau der Arche fertig war und von allen Grund„arten“ der Vögel und der Landtiere einige Exemplare in die Arche gebracht hatte, schenkten sie seiner Warnung keine Beachtung. Sie hatten nicht den geringsten Glauben. Sie standen daher in Gottes Augen verurteilt da, im Gegensatz zu Noah, der seinen Glauben durch Werke bewies. Schließlich kam der 17. Tag des zweiten Mondmonats (wahrscheinlich des Monats Bul, was „Regen“ bedeutet) des Jahres 2370 v. u. Z. Nun wurde dieser „Welt gottloser Menschen“ geoffenbart, was das Vernichtungsurteil, das der Gott Noahs über sie gefällt hatte, für sie bedeutete (1. Mose 7:11-17; 2. Petr. 2:5).
19. Was müssen wir tun, wenn wir wie Noah, der das Ende der ehemaligen Welt überlebte, der Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge entgehen möchten?
19 Möchten wir wie Noah und seine Familie das Ende einer Welt überleben und in Gottes gerechte neue Ordnung gelangen und uns dann der „neuen Himmel“ und der „neuen Erde“ erfreuen? Um dieses Vorrechts für würdig gehalten zu werden, ist mehr erforderlich als nur der Wunsch, der Vernichtung des „gegenwärtigen bösen Systems der Dinge“ zu entgehen (Gal. 1:4). Wir müssen so handeln, wie die Angehörigen Noahs, des „Predigers der Gerechtigkeit“, in den Tagen vor der Sintflut handelten. Noah mußte, abgesehen davon, daß er Gerechtigkeit predigte und vor der Weltvernichtung warnte, seinen Glauben durch Werke beweisen. Nach den prophetischen Worten Jesu leben wir seit dem Jahr 1914 u. Z. in der von ihm beschriebenen ereignisreichen Zeit. Sollte von uns weniger erwartet werden? Nein; jedenfalls nicht, wenn das heutige Gegenbild dem Vorbild aus den Tagen Noahs entsprechen soll (Matth. 24:3-39).
20. Wie argumentiert Petrus in seinem Brief, in dem er uns an das erinnert, was wir tun sollten, über Gottes Verfahrensweise mit den Gerechten und den Ungerechten?
20 Wir müssen genau das tun, woran der Apostel Petrus die Leser seines an christliche Gläubige gerichteten zweiten Briefes erinnert. Aufgrund der Tatsache, daß Gott in der Vergangenheit sein Urteil an bösen Engeln und Menschen vollstreckte, argumentiert er: „Er hat auch die frühere Welt nicht verschont, nur Noah, den Verkünder der Gerechtigkeit, hat er mit sieben anderen als achten bewahrt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte. . . . Der Herr vermag die Gottesfürchtigen aus der Prüfung zu retten, bei den Ungerechten aber wartet er, um sie am Tag des Gerichts zu bestrafen, besonders die, die sich von ihrer unreinen Begierde beherrschen lassen und den Herrn [die himmlischen Mächte, Moffatt] verachten“ (2. Petr. 2:5-10, Einheitsübersetzung).
GOTTES GERICHTSTAG KOMMT NICHT LANGSAM
21. Warum denkt die heutige Generation, ihre Vernichtung „schlummere“ und der Vollzug des göttlichen Urteils nehme einen „langsamen Verlauf“?
21 Knapp zweihundert Jahre nach der Sintflut dachten die meisten Nachkommen Noahs nicht mehr an Gottes weltweite Vollstreckung seines Urteils an den Gottlosen. Sie bauten eine menschliche Gesellschaft auf, die sich gegen Jehova Gott, den Souverän des ganzen Universums, auflehnte. Die berühmte Stadt Babel (oder Babylon) wurde zum Symbol dieser sich Gott widersetzenden menschlichen Gesellschaft (1. Mose 10:8-10). Seither sind Jahrtausende vergangen. Diese Welt, die den höchsten Richter, der die Flut über die „ehemalige Welt“ brachte, außer acht läßt, besteht mit seiner Zulassung also schon lange Zeit. Selbst wenn man erst von der Gründung der Christenheit in den Tagen Kaiser Konstantins des Großen im vierten Jahrhundert u. Z. ausgeht, besteht sie schon eine lange Zeit, und es sind, was unsere Generation betrifft, seit dem Beginn der „Zeit des Endes“, dem Jahr 1914, bereits gut einundsechzig Jahre vergangen (Dan. 12:1-4). Darum mögen religiöse Heuchler der Christenheit geneigt sein zu denken, der Vollzug des göttlichen Urteils nehme einen „langsamen Verlauf“ und ihre Vernichtung „schlummere“. Obwohl sie heuchlerisch vorgeben, an den Gott der Bibel zu glauben, glauben sie nicht, daß er nochmals eine ganze Welt rebellischer Menschen vernichten wird.
22. Welche Vorbilder aus der fernen Vergangenheit zeigen, daß Gott die gegenwärtige Welt nicht verschonen wird?
22 Wir sollten uns heute vernünftigerweise folgende inspirierte Worte des Apostels Petrus zu Herzen nehmen: „Was aber sie betrifft, nimmt das Gericht von alters her keinen langsamen Verlauf, und ihre Vernichtung schlummert nicht“ (2. Petr. 2:3). Im Lichte der Heiligen Schrift betrachtet, lassen die Beweise erkennen, daß die Zeit schon weit vorgerückt ist. Die Grenzen der göttlichen Geduld und Langmut sind nun bald erreicht. Wenn dieser Gott, der sich an unveränderliche gerechte Maßstäbe hält, die Engel, die in den Jahren vor der Flut ungehorsam gewesen waren, nicht verschonte und wenn er die materialistische Welt der Gottlosen in den Tagen Noahs nicht verschonte, ja, wenn er die unmoralischen Städte Sodom und Gomorra in den Tagen Abrahams und seines Neffen Lot nicht verschonte, dann wird er bestimmt auch die gegenwärtige Welt ungläubiger, egoistischer Menschen nicht verschonen.
23, 24. (a) Warum sollten wir nicht folgern, daß Gott die Zeit hierfür nicht festgesetzt habe? (b) Was war dadurch möglich, daß Gott in den Tagen Noahs langmütig war?
23 Obwohl diese Welt aus der Bibel nicht genau erfährt, an welchem Tag und zu welcher Stunde der „Richter der ganzen Erde“ sein Vernichtungsurteil am gegenwärtigen System der Dinge vollstrecken wird, heißt das nicht, daß er die Zeit dafür nicht festgesetzt hat (1. Mose 18:25).
24 Es handelt sich hierbei nicht um einen Rechtsfall, bei dem das Urteil erst nach langwierigen Verhandlungen gefällt wird, wie das bei heutigen Gerichtsverfahren oft der Fall ist. Gott schlummert nicht gewissermaßen auf dem Richterstuhl, und er schläft auch nicht, was die Vernichtung des „gegenwärtigen bösen Systems der Dinge“ betrifft (Gal. 1:4). Seine hierfür festgesetzte Zeit ist bis jetzt noch nicht gekommen, weil er langmütig oder „langsam zum Zorn“ ist (2. Mose 34:6). Wir können heute alle froh sein, daß Gott den Verlauf der Dinge zeitlich so festgelegt hat. Warum? Weil uns dadurch die Möglichkeit geboten wird, gerettet zu werden. Es ist so wie in den Tagen Noahs. Damals wartete Gott noch 120 Jahre, bis er die Flut herbeiführte. So war es möglich, daß Noah und seine Frau noch drei Söhne haben konnten, daß diese heranwachsen und heiraten konnten und daß dann alle acht gemeinsam die Arche bauen und die Tiere hineinbringen konnten, damit sie am Leben blieben (1. Mose 6:3 bis 7:10; Ps. 103:8).
25. Inwiefern ziehen die Unterstützer der alten Ordnung und diejenigen, die Gottes neue Ordnung herbeisehnen, aus seiner Langmut Nutzen?
25 Die heutige Welt der Gottlosen zieht aus Gottes Langmut insofern Nutzen, als sie entsprechend länger ihren Vergnügungen in der verderbten alten Welt nachgehen kann. Diejenigen, die Gottes gerechte neue Ordnung herbeisehnen, ziehen aus seiner Langmut insofern Nutzen, als sie ihre todbringenden Werke bereuen und sich der Rettung und des Lebens in seiner neuen Ordnung würdig erweisen. Sie stehen auf dem gleichen Standpunkt wie der Apostel Petrus, der sagte: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr. 3:9).
26, 27. (a) Womit steht die Reue, von der hier die Rede ist, in Verbindung? (b) Wie zeigte Jesus, daß er an diese Art von Reue dachte?
26 Sind wir bereits zur Reue gelangt? Wenn wir diese Frage stellen, meinen wir nicht die gewöhnliche Reue über ein begangenes Unrecht, die Reue, von der Jesus zum Beispiel sprach, als er von jemandem, der immer wieder sündigt, sagte: „Auch wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigt, und er kommt siebenmal zu dir zurück und sagt: ,Ich bereue‘, sollst du ihm vergeben“ (Luk. 17:4). Nein, die Reue, von der in 2. Petrus 3:9 die Rede ist, steht mit unserer Handlungsweise gegenüber dem Königreich Gottes in Verbindung, der Regierung, an deren Spitze Jesus Christus als König über die ganze Menschheit steht.
27 Von dieser Reue, der Reue in Verbindung mit dem messianischen Königreich Gottes, sprach Jesus gemäß dem Bericht aus Matthäus 4:17, wo wir lesen: „Von dieser Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: ,Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.‘ “ (Siehe ferner Markus 1:14, 15; Matthäus 3:1, 2.) Damit in Übereinstimmung wird uns berichtet, daß Jesus Christus seine zwölf Apostel aussandte, damit sie das gleiche predigten wie er: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht.“ Demgemäß „zogen sie aus und predigten, damit die Leute bereuen möchten“ (Matth. 10:1-15; Mark. 6:7-12).
28. Wie wiesen Petrus und Paulus auf die dringende Notwendigkeit hin, in Verbindung mit dem messianischen Königreich, zu bereuen?
28 Damals war es dringend notwendig, daß die Juden in Verbindung mit dem messianischen Königreich bereuten. Darum sagte Jesus zu ihnen: „Wenn ihr nicht bereut, werdet ihr alle gleicherweise umkommen“ (Luk. 13:1-4). Am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. sagte der Apostel Petrus zu Tausenden wißbegieriger Juden: „Bereut, und ein jeder von euch lasse sich in dem Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen“ (Apg. 2:1-38). Gemäß Apostelgeschichte 3:19-23 gab Petrus später den Juden im Tempel zu Jerusalem einen ähnlichen Rat. Auch der Apostel Paulus betonte die Reue im Hinblick auf das messianische Königreich Gottes. In Athen (Griechenland) sagte er zum Beispiel vor dem Areopag-Gericht auf dem Marshügel, nachdem er „die gute Botschaft von Jesus und der Auferstehung“ verkündet hatte: „Gott [hat] über die Zeiten solcher Unwissenheit hinweggesehen, doch läßt er jetzt den Menschen sagen, daß sie alle überall bereuen sollten. [Warum?] Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen Menschen eine Gewähr dafür gegeben, indem er ihn von den Toten zur Auferstehung gebracht hat“ (Apg. 17:16-31; siehe ferner Apostelgeschichte 26:20; Römer 2:4).
29. (a) Welches ist also der erste Schritt, den wir tun müssen, um uns des Lebens in Gottes neuer Ordnung würdig zu erweisen? (b) Haben wir nach den Worten des Apostels Petrus alles getan, wenn wir zur Reue gelangt sind?
29 Es steht also außer allem Zweifel, daß Reue — und zwar Reue im Hinblick auf Gottes messianisches Königreich — der erste Schritt ist, den wir tun müssen, um uns des Lebens in Gottes gerechter neuer Ordnung würdig zu erweisen. Nur durch Jesus Christus, den von Gott für diese Regierung eingesetzten König, können Personen, die ihre Sünden bereuen, von Gott Vergebung empfangen (Apg. 2:38). Durch dieses messianische Königreich wird Gott seine universelle Herrschaftsgewalt rechtfertigen. Die Menschen müssen bereuen, daß sie unter der Herrschaftsgewalt des Widersachers Gottes, Satans, des Teufels, gestanden haben. Sind wir alle dem Willen Gottes gemäß zu dieser Reue gelangt? Wenn ja, dann sollten wir nach den Worten des Apostels Petrus auch das übrige tun, was Gott von uns verlangt, wenn wir schließlich seine Gunst erlangen möchten. Wir können uns die Geduld, die er mit dieser verderbten alten Ordnung der Dinge übt, zunutze machen. Dann werden wir schließlich seine Gunst erlangen, und das bedeutet für uns Rettung.
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Was für Menschen in Gottes neuer Ordnung leben dürfenDer Wachtturm 1976 | 15. März
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Was für Menschen in Gottes neuer Ordnung leben dürfen
1. Warum brauchen wir nicht beunruhigt zu sein, obwohl wir wissen, daß in Verbindung mit dem bevorstehenden gewaltsamen Ende der alten Ordnung unliebsame Situationen entstehen werden?
MENSCHEN, die wirklich glauben, daß die heutige alte Ordnung bald vergehen wird, müssen sich auf Gottes neue Ordnung vorbereiten. Sie sehen das gewaltsame Ende der jetzigen „Himmel“, der gegenwärtigen Regierungssysteme, und der jetzigen „Erde“, der von diesen beherrschten menschlichen Gesellschaft, kommen. Sie fürchten sich aber nicht davor. Sie wissen aus der Bibel, was das „Ende“ bedeutet, wie es kommen wird und welchem Zweck es dienen soll. Sie erwarten sehnlich und zuversichtlich die von Gott verheißenen „neuen Himmel“ und die „neue Erde“. Diese Zuversicht bildet einen Ausgleich zu dem Gedanken an die unliebsamen Situationen, die in Verbindung mit dem Ende der alten Ordnung entstehen werden. Diese Menschen erinnern sich passenderweise an Noah und seine Familie. Die Lebensbedingungen in der mit Landtieren und Vögeln beladenen Arche, in der sich Noah und seine Familie während des katastrophalen Endes der ehemaligen „Welt gottloser Menschen“ länger als ein Mondjahr aufhielten, mögen nicht besonders angenehm gewesen sein. Doch jene acht Menschenseelen blieben am Leben. Auf diese Weise war es möglich, daß die Menschheitsfamilie einen gerechten neuen Anfang erhielt.
2. (a) Warum ist es jetzt höchste Zeit, daß wir uns auf Gottes neue Ordnung vorbereiten? (b) Was müssen wir tun, damit wir uns vor dem Kommen des „Tages“ Jehovas nicht zu fürchten brauchen?
2 Es lohnt sich zu warten, bis Gott zu der von ihm festgesetzten Zeit seine neue Ordnung — dargestellt durch die „neuen Himmel“ und die „neue Erde“, in denen Gerechtigkeit wohnen wird — errichtet (2. Petr. 3:13). Es ist jetzt höchste Zeit, daß wir Gläubigen uns auf diese neue Ordnung vorzubereiten beginnen, damit wir dann zu unserem ewigen Nutzen und zu unserer Freude für würdig befunden werden, darin zu leben. Der Apostel Petrus erinnert uns daran, vorbereitet zu sein, da „Jehovas Tag“ zur Vernichtung der alten Ordnung wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Er sagt: „Da alle diese Dinge so aufgelöst werden, was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet“ (2. Petr. 3:10-12). Würden wir das Kommen des Tages Jehovas mit seinen furchteinflößenden Begleiterscheinungen fürchten, so würden wir ihn nicht erwarten und fest im Sinn behalten, sondern wir wünschten, daß er erst irgendwann in ferner Zukunft, nach unserer Lebenszeit, nach „dieser Generation“, käme. Wir brauchen uns aber nicht zu fürchten, wenn dieser Tag Wirklichkeit wird, sofern wir uns durch ‘heilige Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit’ auszeichnen.
3. Wozu hat uns unsere Reue gegenüber dem Gott der neuen Ordnung veranlaßt, und was wünschen wir statt der Ungerechtigkeit der alten Ordnung?
3 Sind wir solche Menschen? Aufrichtige Reue gegenüber Gott, der die gerechte neue Ordnung verheißen hat, sollte uns veranlaßt haben, solche Menschen zu sein, Menschen, die der Reue entsprechende Werke verrichten. Unsere Reue gegenüber Gott hat uns veranlaßt, uns ihm durch Christus hinzugeben und diese Hingabe dann durch die Taufe zu symbolisieren. Das haben wir getan, weil wir Jehova Gott und die Gerechtigkeit, für die er eintritt, wirklich lieben. Wir möchten uns des Lebens in seiner neuen Ordnung der Dinge würdig erweisen. Wir lieben die Gerechtigkeit, die in dieser neuen Ordnung der Dinge, bestehend aus „neuen Himmeln“ und einer „neuen Erde“, wohnen wird. Es ist deshalb unser inniger Wunsch, in dieser reinen neuen Ordnung zu leben. Die Ungerechtigkeit der unvollkommenen, verderbten und zum Untergang verurteilten Ordnung der Dinge erfreut oder befriedigt uns nicht.
4. (a) Wie wird die Welt versuchen, uns von „heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“ abzuhalten? (b) Selbst unter welchen Umständen werden wir es ablehnen, mit der Welt irgendwelche Kompromisse einzugehen?
4 Wir sind dem Schöpfer der „neuen Himmel“ und der „neuen Erde“ so ergeben, daß wir bei der „Welt gottloser Menschen“ nicht beliebt sein, sondern nur ihm gefallen möchten. Die Welt wird uns durch Spott oder durch Drohungen einzuschüchtern und uns so von „heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“ abzuhalten suchen. Wenn ihr das nicht gelingt, wird sie versuchen, uns durch irgendwelche Lockmittel von unserer gerechten Handlungsweise, durch die sie als gottfeindlich verurteilt wird, abzubringen. Halten wir aber unseren Blick auf Gottes neue Ordnung gerichtet, in der gerechte Verhältnisse herrschen werden, dann werden wir uns nicht von den Dingen angezogen fühlen, die das zum Untergang verurteilte System der Dinge zu bieten hat. Wir gehen dann unentwegt vorwärts auf dem uns von Gott vorgezeichneten heiligen Pfad. Wir dürfen keinen Augenblick mit der Christenheit, dem bekannten „Freund der Welt“, gemeinsame Sache machen (Jak. 4:4). Und wenn das angebliche Christentum oder die Christenheit samt dem übrigen Teil Groß-Babylons von den ihr untreu gewordenen politischen Liebhabern vernichtet wird, werden wir nicht im entferntesten daran denken, mit den politischen Plünderern der falschen Religion irgendwelche Kompromisse einzugehen.
5. Wer allein wird in der bevorstehenden „großen Drangsal“ beschützt werden und in Gottes wunderbare neue Ordnung hinüberleben?
5 Wir wissen, daß Babylon der Großen und ihren politischen Vernichtern jetzt die „große Drangsal“, die die größte der Menschheitsgeschichte sein wird, unmittelbar bevorsteht (Matth. 24:3-22, 37-39). Diese weltweite Drangsal bedeutet für sie — nicht für uns — Vernichtung, denn sie wird von dem Gott verursacht, den wir anbeten. Sie wird den symbolischen ‘Himmeln und der Erde, die jetzt sind’, der gegenwärtigen alten Ordnung, ein Ende machen (2. Petr. 3:7). Dennoch wird sie für unseren Glauben an Gott und unsere Ergebenheit ihm gegenüber die schwerste Prüfung mit sich bringen. Nur die christlichen Zeugen Jehovas, die diese Prüfung erfolgreich bestehen, werden diese Drangsal überleben. Sie werden wie vom Feuer geläutertes Gold daraus hervorgehen und Gott dann in seiner wunderbaren neuen Ordnung zur Verfügung stehen.
6. Wer wird am Ende der „großen Drangsal“ gleichsam als Gottes Siegeszeichen noch auf der Erde sein?
6 Gott möchte nicht, daß diejenigen, die sich ihm reumütig zuwenden und Jünger Christi werden und sich dann taufen lassen, in der „großen Drangsal“ seines „großen Tages“ (des „furchteinflößenden Tages Jehovas“) für immer vernichtet werden (Offb. 16:14; Joel 2:31). Er beabsichtigt, seine bewährten treuen Anbeter ebenso am Leben zu erhalten, wenn er das Ende einer „Welt gottloser Menschen“ herbeiführt, wie er es in den Tagen Noahs getan hat (2. Petr. 2:5). Der bevorstehende, schon vor langer Zeit vorhergesagte Angriff des sinnbildlichen „Gog vom Lande Magog“ wird fehlschlagen. Er wird nicht die Vernichtung der wiederversammelten Anbeter Jehovas herbeiführen, sondern wird vereitelt werden und zu einer schmählichen Niederlage führen (Hes. 38:1 bis 39:26). Wenn die furchterregende „große Drangsal“ vorbei sein wird, werden die Anbeter Gottes, des Allmächtigen, noch dasein, gleichsam als Siegeszeichen seines glorreichen Triumphes.
7. Wie müssen wir nach den Worten des Apostels Petrus schließlich von Gott erfunden werden, wenn wir zu seinem lebenden Siegeszeichen gehören möchten?
7 Welch ein wunderbares Vorrecht, zu diesem lebenden Siegeszeichen zu gehören, das ein Zeugnis des Triumphes sein wird, den Jehova in Har-Magedon, dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, davontragen wird! (Offb. 16:14, 16). Ob Gott uns dieses Vorrecht gewährt, hängt davon ab, „was für Menschen“ wir an dem die Welt verändernden „Tag Jehovas“ in seinen Augen sind. Auf diese wichtige Tatsache werden wahre Christen, die das Ende der zum Untergang verurteilten alten Ordnung überleben möchten, durch folgende Worte des Apostels Petrus hingewiesen: „Deshalb, Geliebte, da ihr diese Dinge erwartet, tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden. Betrachtet ferner die Geduld unseres Herrn als Rettung, so, wie euch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm verliehenen Weisheit ebenfalls schrieb“ (2. Petr. 3:14, 15). Wie ist es denn möglich, in diesen Gott wohlgefälligen Zustand zu gelangen?
„FLECKENLOS UND MAKELLOS“
8, 9. (a) In welchem Falle ist es eine Schande, mit einem Schmutzfleck gesehen zu werden? (b) Wie kann gemäß Jakobus 1:26, 27 jemandes Religion befleckt sein?
8 Ein Schmutzfleck kann unsere äußere Erscheinung beeinträchtigen. Wenn er von einer Arbeit herrührt, die einem guten Zweck dient, braucht man sich deswegen nicht zu schämen. Trotzdem würde man den häßlichen Flecken beseitigen, bevor man sich unter eine Menge sauber aussehender Personen begeben würde. Hätte man sich aber bei einer unredlichen Arbeit beschmutzt, dann müßte man sich wegen des Fleckens schämen. Damit gesehen zu werden wäre eine Schande, man würde ausgestoßen. Durch solche Flecken könnte jemandes Religion, seine Form der Anbetung, befleckt sein. Ist unsere Religion oder Form der Anbetung auf diese Weise befleckt? Wenn ja, dann ist sie Gott nicht wohlgefällig und nicht annehmbar. Das wird durch folgende Worte bestätigt:
9 „Wenn es jemand dünkt, er beachte die äußere Form der Anbetung [oder: er sei religiös], und er zügelt doch seine Zunge nicht, sondern fährt fort, sein Herz zu betrügen, dessen Form der Anbetung [oder: dessen Religion] ist nichtig. Die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist, ist diese: nach Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu sehen und sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren“ (Jak. 1:26, 27).
10. Warum könnte die Religion der Christenheit von Gottes Standpunkt aus niemals als „rein und unbefleckt“ betrachtet werden?
10 Die Christenheit mit ihrem sogenannten Christentum hat sich von der Welt nicht ohne Flecken bewahrt. Sie hat von allen Religionen die schlimmste Vergangenheit. Sie mag zwar stolz sein auf ihre Betreuung von Waisen und Witwen in Waisen- und Armenhäusern, aber das schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß sie dafür verantwortlich ist, daß Millionen Kinder und Frauen ihres Ernährers beraubt wurden. Wie denn? Die Antwort ist einfach: durch Kreuzzüge und Kriege, die sie förderte, begünstigte und unterstützte, indem sie sie segnete, dafür betete und das Menschenmaterial lieferte. Ihre Einmischung in die Politik ist allgemein bekannt und vielen Politikern sogar ein Dorn im Auge. Sie hat sich unchristliche, weltliche Methoden angeeignet und hat ihre Kirchenangehörigen auf schamlose Weise finanziell ausgebeutet. Sie hat ihre Zunge nicht gezügelt, sondern hat die verschiedensten babylonischen Irrlehren verbreitet, die sie fälschlicherweise als christlich bezeichnet hat. Sie hat grobe Unwahrheiten über den wahren Gott geäußert und so große Schmach auf seinen heiligen Namen gebracht. Auch hat sie gegen seine echten Anbeter falsche Anschuldigungen erhoben. Wie können ihre vielen unterschiedlichen Formen der Anbetung von Gottes Standpunkt aus „rein und unbefleckt“ sein? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!
11. Mit wem verbinden sich diejenigen, die die ‘reine und unbefleckte’ Religion ausüben, nicht, und was gebietet uns Gott in dieser Hinsicht?
11 Menschen, die von Jehova Gott „fleckenlos“ erfunden werden möchten, wenn sein Tag der Urteilsvollstreckung kommt, dürfen sich nicht mit dem angeblich christlichen Teil Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, verbinden. Um in dieser Hinsicht fleckenlos zu sein, müssen sie jetzt dem Gebot Gottes gehorchen: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht“ (Offb. 18:4, 5). Die Christenheit ist wegen der Heuchelei, deren sie sich im Namen Gottes und im Namen seines Christus schuldig gemacht hat, der verwerflichste Teil Groß-Babylons, dieser internationalen Hure. Möge deshalb niemand unter uns sein, der sich weiter von ihr beflecken läßt und an ihren Sünden teilhat, die sie vor Gott begeht.
12. Welche ehebrecherische Handlungsweise hat die Christenheit nicht bereut, und was bereuen ihre weltlichen Verbündeten nicht?
12 Wir sollten daran denken, daß die Christenheit samt dem übrigen Teil Groß-Babylons zum Untergang verurteilt ist. Sie hat ihre auf religiösem Gebiet begangenen unmoralischen oder ehebrecherischen Handlungen, ihre Freundschaft mit der Welt, nicht bereut (Jak. 4:4). Sie verhält sich wie der übrige Teil der „Welt gottloser Menschen“, obwohl Jehovas christliche Zeugen ihr das bevorstehende Strafgericht Gottes deutlich angekündigt haben. In Offenbarung 9:20, 21 wird über solche verstockten Sünder folgendes vorhergesagt: „Die übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, bereuten die Werke ihrer Hände nicht, daß sie die Dämonen nicht angebetet hätten sowie die Götzen von Gold und Silber und Kupfer und Stein und Holz, die weder sehen noch hören, noch gehen können; und sie bereuten ihre Mordtaten nicht noch ihre spiritistischen Bräuche, noch ihre Hurerei, noch ihre Diebstähle.“ (Siehe ferner Offenbarung 18:9, 11.)
13. Wer gleicht gemäß 2. Petrus 2:20-22 Flecken in der Versammlung, und wie müssen solche Flecken entfernt werden?
13 Die Glieder der wahren Christenversammlung sind alle darauf bedacht, die Organisation in bezug auf ihre Form der Anbetung unbefleckt zu erhalten. Wir möchten nicht, daß es in unseren Reihen Personen gibt, durch die die Organisation befleckt würde. Der Apostel Petrus spricht von solchen unerwünschten Personen in der Christenversammlung. Er sagt: „Sie sind Flecken und Makel, die sich ungehemmt an ihren trügerischen Lehren ergötzen, während sie mit euch Festmahl halten“ (2. Petr. 2:13). Wenn diese mit Flecken verglichenen Personen nicht aufrichtig bereuen und umkehren, sich also von trügerischen Lehren abwenden, müssen sie zum Schutz derer, die die wahre Anbetung Gottes ausüben, aus der Versammlung entfernt werden, denn sie wären nicht nur eine Gefahr für die Herde der Schafe Gottes, sondern würden auch Schmach auf die Versammlung bringen (2. Petr. 2:20-22).
14, 15. Wie muß gemäß Judas 22, 23 mit Zweiflern und mit Personen, die eine unsittliche Handlung begangen haben, verfahren werden?
14 Ereignisse, die in der Welt unerwartet eintreten, mögen bei einigen Gliedern der Versammlung Zweifel aufkommen lassen. Andere mögen aus Schwäche oder Unachtsamkeit einmal eine unsittliche Handlung begehen. Der Bibelschreiber Judas sagt der Versammlung, wie mit solchen Personen verfahren werden sollte: „Fahrt auch fort, einigen, die Zweifel haben, Barmherzigkeit zu erweisen; rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt. Doch erweist anderen weiterhin Barmherzigkeit, und zwar mit Furcht, wobei ihr auch das vom Fleisch beschmutzte [befleckte, Elberfelder Bibel] innere Kleid haßt“ (Jud. 22, 23).
15 Nach der Übersetzung von Hans Bruns lautet der letzte Teil dieses Textes: „Helft auch den andern in erbarmender Liebe; doch seid dabei auf der Hut! Haßt auch das Kleid dessen, der sich mit niederen Lüsten befleckt!“ Ludwig Albrecht gibt ihn folgendermaßen wieder: „Auch den andern helft in erbarmender Liebe! Doch seid dabei auf der Hut: verabscheut sogar das vom Fleische befleckte Unterkleid“ Nach der Zürcher Bibel lautet er: „Noch anderer erbarmet euch, aber mit Scheu, indem ihr sogar das Kleid verabscheut, das vom Fleisch her befleckt ist!“ Diese Warnung muß die Versammlung beachten.
16. Warum muß die Versammlung vorsichtig sein, wenn sie einem reumütigen Sünder, der eine unsittliche Handlung begangen hat, Barmherzigkeit erweist?
16 Möchte die Versammlung von Jehova an seinem Tag der Urteilsvollstreckung fleckenlos erfunden werden, so darf sie geschlechtliche Unsittlichkeit unter keinen Umständen dulden. Sie kann zwar mit Gliedern, die zufolge der Schwachheit des Fleisches oder unter einem anderen Einfluß eine unsittliche Handlung begangen haben, Mitleid haben und ihnen Barmherzigkeit erweisen, aber die Betreffenden müssen echte Reue bekunden. Doch selbst in solchen Fällen muß die Versammlung im Erweisen von Barmherzigkeit und im Vergeben sehr vorsichtig sein. Sie muß stets um sich selbst fürchten, da sie nicht vom Weg der Gerechtigkeit abweichen möchte, während sie in einer Generation gottloser Menschen lebt, die einen ähnlichen moralischen Tiefstand erreicht haben wie die Bewohner der Städte Sodom und Gomorra, die deswegen von Jehova durch Feuer vernichtet wurden (Jud. 7; 2. Petr. 2:6-8; 1. Petr. 4:3, 4).
17. Wie sollte die Versammlung reagieren, wenn es sich herausstellt, daß sich eines ihrer Glieder geschlechtlicher Unsittlichkeit schuldig gemacht hat?
17 Die Versammlung muß ständig mit Gottes Geist erfüllt sein und fortgesetzt die Früchte des Geistes hervorbringen, zu denen auch die Selbstbeherrschung auf sittlichem Gebiet gehört (Eph. 5:18; Gal. 5:22, 23). Sie muß sich daher von jeder Art geschlechtlicher Unsittlichkeit fernhalten. Sie blickt nicht voller Neugier und mit Lustgefühlen auf ein „inneres Kleid“, das mit den Spuren der sexuellen Unreinheit dessen, der es trägt, befleckt ist. Im Gegenteil, sie haßt und verabscheut ein Kleidungsstück, das gewaschen werden müßte, um es von dem ihm anhaftenden Schmutz zu reinigen, der von sexueller Ausschweifung herrührt. Dadurch vertieft sie ihre Liebe zur Reinheit. Sie ergötzt sich daher nicht an pornographischen Schriften, Filmen oder Fernsehprogrammen. (Vergleiche 3. Mose 15:16, 17.)
18. Welchen ernsten Rat aus 1. Timotheus 6:11-14 sollten sich Älteste oder Aufseher zu Herzen nehmen?
18 Die Glieder der Versammlung müssen auch darauf achten, insofern fleckenlos zu bleiben, als sie die für die Nachfolger Christi verbindlichen Gebote Gottes befolgen. Älteste oder Aufseher, die Timotheus, einen Aufseher aus dem ersten Jahrhundert, nachahmen, sollten sich die Worte zu Herzen nehmen, die der Apostel Paulus an Timotheus über den christlichen Wandel schrieb: „Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge [den gefährlichen Einfluß des Materialismus]. Jage aber nach Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren, Mildgesinntheit. Kämpfe den vortrefflichen Kampf des Glaubens, ergreife fest das ewige Leben, wozu du berufen worden bist und wofür du die vortreffliche öffentliche Erklärung vor vielen Zeugen abgegeben hast. Vor den Augen Gottes, der alles am Leben erhält, und Christi Jesu, der als ein Zeuge vor Pontius Pilatus die vortreffliche öffentliche Erklärung abgab, gebe ich dir Weisung, daß du das Gebot auf fleckenlose und untadelige Weise bis zum Offenbarwerden unseres Herrn Jesus Christus hältst“ (1. Tim. 6:11-14).
19. Was möchten wir daher in bezug auf den Ruf, den wir uns durch unseren Gehorsam und durch unser Verhalten erworben haben, vermeiden?
19 Diesem für Christen verbindlichen Gebot sollten wir auf eine Weise gehorchen, die in Jehovas Augen „fleckenlos und untadelig“ ist. Wir möchten nicht, daß der Ruf, den wir uns durch unseren Gehorsam erworben haben, befleckt, das heißt durch unser Verhalten besudelt und beeinträchtigt wird. Wir sollten unser Äußerstes tun, um zu beweisen, daß wir den aufrichtigen Wunsch haben, jederzeit zu gehorchen. Wie Noah, der in der vorsintflutlichen „Zeit des Endes“ die Arche baute, sollten auch wir sorgfältig darauf achten, untadelig mit unserem Gott zu wandeln (1. Mose 6:3, 9)
INWIEFERN „MAKELLOS“?
20. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Flecken und einem Makel an einer Person, und was ist in dieser Hinsicht über Jesus Christus zu sagen?
20 Wir sollten von Jehova Gott beim Kommen seines „Tages“ schließlich nicht nur „fleckenlos“, sondern auch „makellos“ erfunden werden (2. Petr. 3:14). Wir wissen, daß ein Makel schwerwiegender ist als ein Flecken. Ein Flecken ist an der Oberfläche und kann leicht abgewischt oder entfernt werden. Ein Makel dagegen nicht, denn ein Makel ist ein Fehler, eine Verunstaltung, die die körperliche Vollkommenheit beeinträchtigt. Er läßt erkennen, daß im Innern etwas nicht in Ordnung ist. Jesus Christus war durch und durch vollkommen. Deshalb konnte er sich gleich einem ‘makellosen und fleckenlosen Lamm’ als Loskaufsopfer für die ganze Menschheit anbieten (1. Petr. 1:18, 19; Hebr. 9:14).
21. In welcher Hinsicht suchen wir gemäß Philipper 2:14-16, vor Gott unbefleckt zu sein?
21 Da wir von dem Sünder Adam abstammen, können wir keinen vollkommenen, in jeder Beziehung makellosen menschlichen Körper haben. Wie steht es aber mit unserer Persönlichkeit und den Beweggründen unseres Herzens? Es ist angebracht, daß wir uns bemühen, uns „von der Welt ohne Flecken zu bewahren“. Gleichzeitig sollten wir aber bestrebt sein, eine christusähnliche Persönlichkeit zu entwickeln, die einem reinen Herzen entspringt. Wir möchten unter keinen Umständen, daß unsere Aufrichtigkeit, mit der wir den Herrn Jesus Christus nachahmen, irgendwie bemängelt werden könnte. Wir möchten nicht, daß wir einem Opfertier gleichen, das zu Gottes Altar geführt wird, um Gott dargebracht zu werden, und dann vom Tempelpriester zurückgewiesen wird, weil es nicht „makellos“ ist. Folgende Worte, die der Apostel Paulus vor neunzehnhundert Jahren niedergeschrieben hat, sind für uns heute noch genauso wichtig: „Tut weiterhin alles ohne Murren und Widerreden, so daß ihr euch als untadelig und unschuldig erweist, Kinder Gottes ohne Makel inmitten einer verkehrten und verdrehten Generation, unter der ihr wie Lichtspender in der Welt leuchtet, indem ihr euch mit festem Griff an das Wort des Lebens klammert“ (Phil. 2:14-16).
22, 23. Wie wird Gott dafür sorgen, daß das Licht, das seine makellosen, unschuldigen Kinder auf der Erde ausstrahlen, trotz des Angriffs der Mächte der Finsternis weiterleuchtet?
22 Ist es nicht ein erstrebenswertes Ziel, „Kinder Gottes ohne Makel“ werden zu wollen? Wenn wir solche Kinder sind, wird Gott nichts an uns finden, worüber er sich schämen oder was er mißbilligen müßte. Er läßt uns das Licht, das wir als Lichtspender verbreiten, weiter ausstrahlen.
23 Wir werden als Lichtspender nie ausgelöscht werden. Es wird uns ebenso ergehen wie dem Logos, dem Wort Gottes, dessen Fußstapfen wir folgen. Über ihn lesen wir: „Was ins Dasein gekommen ist durch ihn, war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht überwältigt“ (Joh. 1:4, 5). Wir erwarten, daß in der nächsten Zukunft die Christenheit, die Gott und Christus in ein falsches Licht gerückt hat, vernichtet wird, aber das Licht der „Kinder Gottes ohne Makel“ wird weiterhin die zunehmende Dunkelheit auf der Erde durchdringen. Wenn dann die religionslose Menge des sinnbildlichen „Gog von Magog“ zum Angriff auf die geistigen Lichtspender vorgehen wird, „wie Wolken, um das Land zu bedecken“, wird es diesen Mächten der Finsternis nicht gelingen, das Licht auszulöschen (Hes. 38:16-19). Gott wird nicht zulassen, daß seine „untadeligen und unschuldigen“ Kinder von der Erde verschwinden.
„UND IN FRIEDEN“
24. Was wird Jehova während der Auflösung der alten Ordnung hinsichtlich seines organisierten Volkes auf der Erde nicht tun, und warum nicht?
24 Da wir im Strom der Zeit schon weit fortgeschritten sind und das Weltgeschehen einen verhängnisvollen Verlauf nimmt, wäre es nicht gut, jetzt die uns unmittelbar bevorstehende Auflösung oder Zerstörung der alten „Himmel“ und der alten „Erde“ aus dem Auge zu verlieren. Wir sollten daher stets in Übereinstimmung mit dieser furchteinflößenden Tatsache leben. Die New English Bible gibt 2. Petrus 3:11 folgendermaßen wieder: „Da das ganze Universum auf diese Weise aufgelöst werden soll, was für Menschen solltet ihr da sein, welch frommes und Gott geweihtes Leben solltet ihr da führen!“ Diese bevorstehende universelle Auflösung wird niemand anders bewirken als Jehova Gott, der Souverän des Universums, und zwar durch seinen königlichen Sohn, Jesus Christus. Die sinnbildlichen alten „Himmel“ und die sinnbildliche alte „Erde“ werden tatsächlich aufgelöst oder zerstört werden. Doch wenn der Souveräne Herr Jehova diese feurige Auflösung der alten Ordnung der Dinge herbeiführt, wird er den Zusammenhalt seines organisierten Volkes auf der Erde nicht auflösen oder zerstören. Er wird sein Volk bei „heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“ vorfinden. Seine Besichtigung wird ergeben, daß es „fleckenlos und makellos“ ist (2. Petr. 3:11, 14).
25. Welchen Unterschied wird man zwischen den Befürwortern der neuen Ordnung Gottes und den Unterstützern der alten Ordnung sehen können, wenn die „Gegenwart des Tages Jehovas“ Tatsache wird?
25 Das geistige Paradies, in dem sich diese anerkannten Anbeter des Souveränen Herrn Jehova seit dem Jahr 1919 befinden, wird aus der Katastrophe, in der die weltliche alte Ordnung durch die Gluthitze des Zornes Gottes aufgelöst wird, unversehrt hervorgehen. Es wird den treuen Anbetern Gottes so ergehen wie damals Noah und seiner Familie, als sie in die fertige, seetüchtige Arche hineingegangen waren und Jehova Gott — als sie dort alle in Sicherheit waren — die einzige Tür verschlossen hatte, um sie vor den Naturgewalten zu schützen, die er danach gegen die „ehemalige Welt“ gottloser Menschen entfesselte (1. Mose 7:16). Den Menschen aber, die nicht hören wollen, wird vor Schreck das Blut in den Adern erstarren, wenn sie feststellen, daß die für sie unglaubhafte „Gegenwart des Tages Jehovas“ Tatsache geworden ist. Sie werden sehen, daß sich ihre alte Ordnung auflöst wie ein Schneeball, der in einen glühenden Ofen geworfen worden ist. Die Einheit der menschlichen Gesellschaft wird auseinanderbrechen. Sie wird zerfallen, denn eines jeden Hand wird sich gegen die Hand seines Bruders erheben. Welch ein Gegensatz zu denen, die dann loyal für Jehovas gerechte neue Ordnung eintreten!
26. Von welcher Seite werden die Befürworter der neuen Ordnung unter Druck gesetzt werden, und warum wird ihnen die christliche Liebe helfen, diesem Druck standzuhalten?
26 Während des internationalen Zusammenbruchs von Recht und Ordnung unter den Unterstützern der alten Ordnung müssen die Befürworter der neuen Ordnung dem durch die weltweite Anarchie hervorgerufenen Druck standhalten. Sie werden als das von Gott organisierte Volk zusammenhalten und die echte christliche Einheit bewahren müssen. Das setzt voraus, daß sie in Frieden miteinander leben. Nach den inspirierten prophetischen Worten des Apostels Petrus sollten wir — wenn Jehovas Tag der Vollstreckung seiner richterlichen Entscheidung so plötzlich wie ein Dieb kommt — nicht nur fleckenlos und makellos, sondern auch „in Frieden“ erfunden werden. Wir haben die Mittel, die uns helfen, den Frieden mit Jehova Gott und auch den Frieden untereinander aufrechtzuerhalten. Wir üben uns schon lange im Erweisen der christlichen Liebe, die ein „vollkommenes Band der Einheit“ ist (Kol. 3:14). Außer dieser vereinigenden Kraft stehen uns aber noch weitere Hilfen zur Verfügung.
27. Was wird ihnen sonst noch während der durch die „große Drangsal“ herbeigeführten Auflösung der alten Ordnung eine Hilfe sein?
27 Eine davon ist Gottes heiliger Geist, die Kraft, deren erste Frucht die Liebe ist. Die Einheit des Geistes ist somit unerläßlich. Darüber hinaus ist auch die Einheit im Glauben erforderlich, die Einheit in der christlichen Predigttätigkeit und im Werk des Jüngermachens sowie die Einheit mit dem allein wahren und lebendigen Gott, Jehova, durch seinen Sohn Jesus Christus. All das trägt wesentlich zur Harmonie und zum Frieden in der Organisation der christlichen Zeugen Jehovas bei und wird ihnen in der herannahenden „großen Drangsal“, in der die weltliche alte Ordnung in sich zusammenfällt, eine Hilfe sein.
28. Welche die Einheit fördernden Mittel stehen uns gemäß Epheser 4:3-6 zur Verfügung, die uns helfen, den Frieden als vereinigendes Band zu bewahren?
28 Die treuen Befürworter der gerechten neuen Ordnung Jehovas sind seit dem Jahr 1914, in dem die „Zeit des Endes“ begann, bestrebt gewesen, der Ermahnung des Apostels Paulus Folge zu leisten: „[Bemüht] euch ernstlich . . ., die Einheit des Geistes in dem vereinigenden Band des Friedens zu bewahren. Da ist e i n Leib und e i n Geist, so, wie ihr in der e i n e n Hoffnung berufen worden seid, zu der ihr berufen wurdet; e i n Herr, e i n Glaube, e i n e Taufe; e i n Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist“ (Eph. 4:3-6).
29. Was erwarten wir ebenfalls gemeinsam, und was müssen wir daher gemäß den Worten des Apostels Petrus fortgesetzt tun?
29 Schließlich erwarten wir auch gemeinsam die baldige Auflösung dieser dem Untergang geweihten alten Ordnung. Was sollten wir, die wir uns des Lebens in Gottes neuer Ordnung würdig erweisen möchten, daher bis zur „Gegenwart des Tages Jehovas“, der wie ein Dieb kommen wird, fortgesetzt tun? Das, was uns der inspirierte Apostel Petrus empfiehlt: „Tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Petr. 3:10-14).
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Deine SeeleDer Wachtturm 1976 | 15. März
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Deine Seele
● Die meisten Kirchen der Christenheit lehren, daß du eine Seele hast, die beim Tod den Körper verläßt und im geistigen Bereich weiterlebt. Gibt es aber für diese Lehre eine Stütze in den inspirierten Schriften?
In dem kürzlich veröffentlichten Buch Western Civilization: Its Genesis and Destiny gibt Professor Norman F. Cantor zu, daß dies nicht der Fall ist:
„Christliche Denker des zweiten Jahrhunderts, besonders die in Alexandria, eiferten dem Versuch Philos nach, den Platonismus und das Judentum miteinander zu verquicken. Für sie war Gott rein geistig; der Mensch war eine Vereinigung von Geist und Materie, von Seele und Leib, und seine Rettung wurde dadurch ermöglicht, daß sich die Seele vom Körper trennte und zu den Engelheerscharen aufstieg, die den Gott-Geist umgaben. Diese Anschauung rückte deutlich vom Standpunkt der Hebräer ab, für die der Mensch als nephesch [Seele] ein ganzes, undifferenziertes menschliches Wesen war.“
Tatsächlich lehrt die ganze Bibel, daß der Mensch eine Seele ist und daß er, wenn er stirbt, nur durch eine Auferstehung wieder zum Leben kommen kann.
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