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  • „Gesunden Sinnes“ sein, da die neue Ordnung naht
    Der Wachtturm 1973 | 15. September
    • „Gesunden Sinnes“ sein, da die neue Ordnung naht

      „Das Ende aller Dinge aber hat sich genaht. Seid daher gesunden Sinnes.“ — 1. Petr. 4:7.

      1. Welche sichtbaren Beweise deuten darauf hin, daß wir kurz vor dem Ende der gegenwärtigen Weltordnung stehen?

      Unzählige Beweise sprechen dafür, daß eine neue Ordnung nahe ist. Eine Betrachtung der gegenwärtigen Weltordnung läßt auch erkennen, daß es noch nie eine Zeit gegeben hat wie die unsrige. Zum erstenmal in der Geschichte befinden sich alle von Menschen geschaffenen Systeme in einer Krise. Ganz gleich, welches der vielen Systeme der gegenwärtigen Ordnung man betrachtet, bei einem jeden sind Zeichen ernsthafter Schwierigkeiten festzustellen: politische Systeme, Religionssysteme, Gesellschaftssysteme, Polizeisysteme, Schulsysteme, Transportsysteme, Währungssysteme — ja die Liste der Systeme, die sich zur Zeit in einer Krise befinden, ist fast endlos. Selbst die wichtigsten Dinge, wie Luft, Wasser und Nahrung, sind heute ernsthaft gefährdet.

      2. Warum können Menschen die gegenwärtige Ordnung nicht retten?

      2 Man könnte die gegenwärtige Ordnung mit einem alten Gebäude vergleichen, dessen Grundmauern voller Risse und dessen Träger und Balken brüchig und morsch sind. Man mag solch ein baufälliges Gebäude mit viel Farbe auffrischen oder kunstvoll verzieren und mit neuen Möbeln ausstatten, aber nichts kann ihm die Festigkeit geben, die es benötigt, um noch längere Zeit zu stehen. So mag man auch noch soviel unternehmen, um die schwerwiegenden Risse in dem gegenwärtigen Gefüge der menschlichen Gesellschaft zu beseitigen und zu übertünchen — nichts kann vermeiden, daß das geschieht, worauf die Worte Jesu hinweisen: „Ein gegen sich selbst entzweites Haus stürzt ein.“ — Luk. 11:17.

      3. Was ist der beste und überzeugendste Beweis dafür, daß eine neue Ordnung nahe ist?

      3 Den treffendsten und überzeugendsten Beweis dafür, daß eine neue Ordnung nahe ist, liefern uns jedoch die Verheißungen und Prophezeiungen des Wortes Gottes, der Bibel. Die biblischen Prophezeiungen weisen nicht nur auf den gegenwärtigen Sittenverfall und die Mißachtung von Wahrheit und Gerechtigkeit hin, die zu der weltweiten Krise, in der sich die gegenwärtige Ordnung befindet, geführt haben, sondern auch auf Gottes ausdrückliches Vorhaben, alle diese gegenwärtigen Systeme innerhalb „dieser Generation“ in einer unvergleichlich „großen Drangsal“ zu beseitigen und dann seine eigene Ordnung zu errichten, eine Ordnung mit neuen Systemen, die auf Gerechtigkeit, auf Liebe zu Gott und auf Nächstenliebe beruhen werden. — Matth. 24:21, 33, 34; Offb. 7:14-17.

      4, 5. Was bedeutet die biblische Verheißung „neuer Himmel“ und einer „neuen Erde“ für uns?

      4 „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen.“ (2. Petr. 3:13) Die „Verheißung“, auf die sich der Apostel Petrus hier bezieht, ist in den Hebräischen Schriften, in Jesaja 65:17, zu finden. Bibelgelehrte haben schon lange anerkannt, daß die hier erwähnten „Himmel“ und die „Erde“ sinnbildlich aufzufassen sind. Ein Kommentar in M’Clintocks und Strongs Cyclopædia (Bd. IV, S. 122—127) lautet zum Beispiel: „Mit dem in Jes. LXV [65], 17 erwähnten neuen Himmel und der neuen Erde ist eine neue Regierung gemeint, ein neues Königreich, ein neues Volk ...“

      5 Das bedeutet eine neue Ordnung. Nachdem Gottes Königreich unter seinem Sohn alle Feinde der Souveränität Gottes beseitigt haben wird, wird es dafür sorgen, daß entsprechend der Bitte in dem bekannten Gebet des Herrn oder dem Vaterunser der Wille Gottes auf der ganzen Erde geschieht. (Matth. 6:10) Dieses „Königreich der Himmel“ wird also die „neuen Himmel“ bilden, durch die die Menschheit dann gelenkt und geleitet wird. Die neue irdische Gesellschaft, die aus denen bestehen wird, die in die neue Ordnung hinüberleben, wird nicht unter den unvollkommenen, unbefriedigenden und profitgierigen Systemen zu leiden haben, die heute so viel Ärger und Enttäuschung verursachen und so viele Gefahren heraufbeschwören. Sie wird auf Gerechtigkeit aufgebaut sein, und ihre neuen Systeme werden von der himmlischen Regierung, der sie untersteht, geleitet werden.

      TIEFGRÜNDIGE FRAGEN, DIE ANGEBRACHT SIND

      6, 7. Warum geben die Worte des Apostels in 2. Petrus 3:11, 12 heute zu tiefgründigen Fragen Anlaß?

      6 Wie berührt uns diese Aussicht? Denken wir so wie der inspirierte Apostel, der schrieb: „Da alle diese Dinge so aufgelöst werden, was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet.“? — 2. Petr. 3:11, 12.

      7 Bist du angesichts der Tatsache, daß die neue Ordnung so nahe ist, nicht geneigt, innezuhalten und dich zu fragen: „Ja, was für ein Mensch bin ich ,in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit‘? Bin ich wirklich so ein Mensch, wie Gott sie in seiner neuen Ordnung haben möchte? Habe ich wirklich den Wunsch, auf einer Erde zu leben, auf der überall ,Gerechtigkeit wohnen‘ wird?“ Das sind tiefgründige Fragen, aber solche Fragen sind jetzt angebracht.

      8, 9. Was möchten einige im Hinblick auf den gewaltigen Wechsel, den Gottes neue Ordnung herbeizuführen verspricht, über diese wissen?

      8 Einige mögen nun aber sagen: „Wenn wir mehr über das Leben in der neuen Ordnung wüßten, ja wenn uns Näheres darüber bekannt wäre, könnten wir diese Fragen vielleicht besser beantworten.“ Zugegeben, die Aussicht auf eine wirklich neue Ordnung ruft Verwunderung hervor und gibt zu vielen Fragen Anlaß. Einige mögen zum Beispiel fragen: „Wer wird uns in dieser neuen Ordnung all die Dienste leisten, die uns heute die weltlichen Systeme leisten? Wie werden die Überlebenden in der ganzen Welt miteinander die Verbindung aufnehmen, wenn in der ,großen Drangsal‘ alle heutigen Systeme vernichtet werden? Wie soll eine irdische leitende Körperschaft, die unter dem himmlischen Königreich wirkt, die Tätigkeit auf der Erde einheitlich leiten können, wenn es keinen Post-, keinen Fernsprech- und keinen Telegrafendienst sowie keinen Rundfunk mehr gibt?“ Andere fragen: „Wie werden die Menschen wissen, wo sie wohnen können? Wird sich einfach jeder ein Stück Land aussuchen, die Grenzen abstecken und sich dann dort niederlassen, so ungefähr, wie die ersten Siedler es taten, die sich im Westen der Vereinigten Staaten niederließen? Wenn nicht, wie und von wem wird einem das Land zugeteilt werden?“

      9 Wieder andere möchten wissen, welche Transportmittel dann benutzt werden, ob es noch Autos, Flugzeuge und andere kraftbetriebene Verkehrsmittel geben wird. Frauen mögen sich eher dafür interessieren, ob es noch elektrische Ofen, elektrische Waschmaschinen und ähnliche Haushaltsgeräte geben wird. Und wie verhält es sich mit den hauptsächlichen Dingen, wie der Kleidung? Woher wird man neue Kleider oder neue Schuhe bekommen, wenn die, mit denen man die „große Drangsal“ überlebt hat, abgetragen sind? Oder woher kann man, wenn man etwas bauen möchte, Hammer, Nägel, Säge oder andere notwendige Dinge bekommen, die jetzt von Betrieben hergestellt werden, die zur gegenwärtigen Ordnung gehören?

      10, 11. Wie lautet die Antwort auf ihre Fragen, und wie wirkt sich das auf unsere Vorbereitung für das Leben in Gottes neuer Ordnung aus?

      10 Es gibt noch unzählige solche und ähnliche Fragen, aber es gibt nur eine einfache, kurze Antwort darauf. Sie lautet: Gottes Wort, die Bibel, sagt darüber nichts, und so wissen wir es nicht.

      11 Wirkt sich das auf unsere Vorbereitung für das Leben in Gottes neuer Ordnung aber nicht ungünstig aus? Nein, wir benötigen diesen Aufschluß nicht, um uns richtig vorbereiten zu können, denn diese Fragen drehen sich um Dinge, die für unsere Vorbereitung keineswegs von Belang sind. Was gehört denn unter anderem zu den wahrhaft wichtigen Dingen, auf die wir uns bei unserer Vorbereitung für das Leben in dieser bevorstehenden neuen Ordnung konzentrieren sollten?

      GESUNDEN SINNES BLEIBEN

      12. Warum dürfen wir annehmen, daß sich die mit 1. Petrus 4:7 beginnende Ermahnung des Apostels auf unsere Zeit bezieht?

      12 „Das Ende aller Dinge aber hat sich genaht“, schrieb der Apostel Petrus in seinem ersten Brief (4:7). Obwohl das damals bestehende jüdische System der Dinge wenige Jahre nachdem dieser Brief geschrieben worden war, enden sollte (denn im Jahre 70 u. Z. zerstörten die Römer Jerusalem und seinen Tempel und machten so dem jüdischen Priestertum samt seinen Amtshandlungen und Opfern ein Ende), sind diese inspirierten Worte des Apostels doch hauptsächlich für uns von Bedeutung und beziehen sich auf unsere Zeit, in der eine ganze Weltordnung enden soll. Die vielen Hinweise in dem Brief des Apostels Petrus auf die Zeit der „Offenbarung“ Jesu Christi bestätigen dies. — 1. Petr. 1:5, 7, 13; 2:12; 4:13.

      13. Wie können wir wie Petrus Jehovas Tag „fest im Sinn“ behalten, und warum ist dies heute wichtig?

      13 Der Apostel befolgte seinen Rat, „die Gegenwart des Tages Jehovas“ — das heißt Gottes Zeit für das Ende der gegenwärtigen Weltordnung und den Beginn der gerechten neuen Ordnung — ‘zu erwarten und fest im Sinn zu behalten’, selbst. Es ist für uns ein Schutz, diese Zeit ‘fest im Sinn zu behalten, und nicht zu denken, sie sei noch in weiter Ferne, wir hätten noch reichlich Zeit, eigennützige Ziele zu verfolgen, und könnten schließlich doch noch zur rechten Zeit umschwenken und Gerechtigkeit üben, um der weltweiten Vernichtung zu entgehen. Jetzt sind wir noch am Leben; wir wissen nicht, ob wir morgen oder nächste Woche noch leben. Daher sollten wir uns jetzt auf Gottes neue Ordnung vorbereiten. — Jak. 4:13-15.

      14. Was bedeutet es, „gesunden Sinnes“ zu sein?

      14 Worauf sollten wir angesichts des eilends herannahenden Endes unsere Aufmerksamkeit nun richten? „Seid daher gesunden Sinnes“, lautet der Rat des inspirierten Bibelschreibers, „und seid wachsam im Hinblick auf Gebete.“ (1. Petr. 4:7) Statt „seid ... gesunden Sinnes“ heißt es in anderen Übersetzungen: „Seid ... besonnen“ (Elberfelder Bibel), „seid mäßig“ (Albrecht) und „seid ... verständig“ (Zürcher Bibel). Einen ähnlichen Ausdruck gebrauchte der Apostel Paulus, als er die anspornenden Worte schrieb: „So laßt uns denn nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und besonnen bleiben.“ (1. Thess. 5:6) Es wäre bestimmt nicht gut, in der heutigen Zeit unvernünftig, leichtsinnig oder unbesonnen zu sein. Im Gegenteil, wir sollten jetzt nüchtern denken und handeln.

      15. (a) Wie können wir feststellen, ob wir in bezug auf unsere Zukunftshoffnung — auch in bezug auf unsere Ansicht über Texte wie Jesaja 65:21 — „gesunden Sinnes“ sind? (b) Welche Erfüllungen hat dieser Text bereits gehabt?

      15 Wir sollten auch gesunden Sinnes sein hinsichtlich unserer Hoffnung auf das Leben in Gottes neuer Ordnung. Warum streben wir danach? Weshalb wirkt diese Hoffnung anziehend auf uns? Etwa hauptsächlich wegen der materiellen und physischen Vorteile, die sie uns verspricht? Wäre das richtig? Vielleicht denken wir gerade an einen Text wie Jesaja 65:21, wo es heißt: „Und sie werden gewißlich Häuser bauen und sie bewohnen; und sie werden bestimmt Weingärten pflanzen und deren Fruchtertrag essen.“ Sollten wir uns aufgrund dieses Textes vorstellen, wir würden dann in einer prächtigen Villa oder in einem Palast wohnen, und sollte das anziehend auf uns wirken? Spricht der Text nicht einfach von „Häusern“? Und die meisten von uns wohnen doch heute in einem Haus. Diese Prophezeiung erfüllte sich zum erstenmal, als die Israeliten aus dem Exil in das verödete Land Juda zurückkehrten, in dem es keine Häuser und keine Weingärten mehr gab. Nach ihrer Ankunft dort bauten sie Häuser und pflanzten Weingärten. In unserer Zeit erfüllt sich diese Prophezeiung in geistiger Hinsicht seit dem Jahre 1919, in dem die Glieder des Volkes Gottes — das wie die Israeliten als ein Volk von Zeugen Jehovas wirkt (Jes. 43:10-12) — aus der geistigen Gefangenschaft befreit wurden und begannen, ihr geistiges „Land“ oder ihr Gebiet, in dem sie tätig waren und Gott anbeteten, wiederherzustellen, indem sie Versammlungen gründeten und in geistiger Hinsicht Frucht hervorbrachten.

      WARUM DIE NEUE ORDNUNG HERBEIWÜNSCHEN?

      16. Welche Wünsche fördert die Bibel durch die Art, wie sie die Hoffnung auf eine neue Ordnung darlegt?

      16 Zweifellos werden nach der „großen Drangsal“ viele Häuser gebaut. Ohne die drückenden Lasten des gegenwärtigen gewinnsüchtigen Systems werden die Überlebenden dann in Gottes neuer Ordnung wirklich schöne Wohnstätten bauen können. Was kann also gesagt werden? Folgendes: daß aus Gottes Wort nicht genau hervorgeht, wie diese Häuser aussehen werden, wie groß sie sein und ob sie einfach oder prunkvoll sein werden. Wir finden in Gottes Wort nichts darüber. Warum nicht? Weil es nicht materialistische Wünsche fördert, sondern Nachdruck auf andere Dinge legt, denen wir in erster Linie unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Betrachten wir zum Beispiel, mit welch schönen Worten in Psalm 85:10-13 die Auswirkungen beschrieben werden, die Gottes Gunst und Segen für ein Land und dessen Volk haben können. Es heißt dort:

      17, 18. (a) Wie wird dieser Gedanke in Psalm 85:10-13 anschaulich dargelegt? (b) Von welchen besonderen Merkmalen des Lebens in Gottes neuer Ordnung sollten wir uns am meisten angezogen fühlen, und warum?

      17 „Was liebende Güte und Wahrhaftigkeit betrifft, sie sind einander begegnet; Gerechtigkeit und Friede — sie haben sich geküßt. Wahrhaftigkeit, sie wird auf der Erde selbst sprossen, und Gerechtigkeit, sie wird aus den Himmeln selbst herniederblicken. Auch wird Jehova seinerseits geben, was gut ist, und unser eigenes Land wird seinen Ertrag geben. Gerechtigkeit selbst wird vor ihm hergehen, und sie wird seine Tritte zum Wege machen.“

      18 Diese Beschreibung ist deswegen so schön, weil sie vor allem geistige Segnungen betont, während materielle in Verbindung mit dem „Ertrag“ des Landes nur kurz erwähnt werden. Wir sollten Gottes neue Ordnung wegen der geistigen Segnungen herbeiwünschen. Dieser Dinge wegen sollten wir bereit sein, zu arbeiten, Opfer zu bringen, ja sogar zu sterben, um in Gottes neuer Ordnung zu leben, denn diese geistigen Dinge hat uns das gegenwärtige System nie gegeben, und es wird sie uns auch nie geben. Statt „liebende Güte“ zu üben, ist die gegenwärtige Ordnung kalt und habsüchtig; sie braucht einen Menschen nur so lange, wie er ihren Zwecken dient, dann schiebt sie ihn, als zum alten Eisen gehörend, beiseite, und er ist bald vergessen. Statt Wahrhaftigkeit herrschen in dieser Ordnung Falschheit, Heuchelei sowie Lug und Trug vor. Gerechtigkeit und Friede haben sich darin bestimmt nicht „geküßt“. In Gottes neuer Ordnung dagegen werden diese geistigen Segnungen auf der ganzen Erde zu verspüren sein, denn sie werden wunderbar zusammenwirken, so daß es für alle, die von Herzen Gerechtigkeit lieben, eine Lust sein wird zu leben. Die alte Ordnung bietet manchen Leuten — in einigen Ländern sind es sogar viele — die Möglichkeit, ein großes Haus oder eine Villa zu besitzen und gut zu essen. Doch die liebende Güte, die Wahrhaftigkeit, der Friede und die Gerechtigkeit, durch die sich Gottes neue Ordnung auszeichnen wird, sind darin nicht zu finden.

      19. Wie sollten wir zu Gottes neuer Ordnung eingestellt sein, und wie können wir beweisen, daß wir diese Einstellung jetzt schon haben?

      19 Um uns auf das Leben in der herannahenden neuen Ordnung vorzubereiten, müssen wir also die verheißenen Segnungen vom richtigen Standpunkt aus betrachten; wir müssen den geistigen Dingen stets die größte Bedeutung beimessen. Dann werden wir, wenn sich der Sturm von Harmagedon schließlich gelegt hat, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist und die Erde nicht mehr von den gewaltigen Äußerungen des göttlichen Zorns gegenüber den Nationen erschüttert wird, ja dann werden wir von dort, wo Gott uns am Leben erhalten haben mag, hervorkommen und uns über den Morgen eines neuen Tages, über den Anbruch von Gottes neuer Ordnung, freuen. Vielleicht werden wir dann zwar, wenn wir um uns blicken, nichts als Schutt und Trümmer sehen, aber das sollte für uns ein schöner Anblick sein. Warum? Weil wir dann aus tiefster Überzeugung sagen können: „Gott sei Dank, daß die alte Ordnung mit ihrer Schlechtigkeit, ihrer Grausamkeit und ihrer Auflehnung gegen Gott endlich für alle Zeiten verschwunden ist! Nun wird Gerechtigkeit auf der Erde wohnen.“ Wenn wir nicht zulassen, daß materielle Dinge geistige Dinge aus unserem Leben verdrängen und auf uns eine größere Anziehungskraft ausüben, beweisen wir, daß wir jetzt schon so denken.

      EIN VON HERZEN KOMMENDER GEHORSAM

      20. Was wissen wir unter anderem über Gottes neue Ordnung ganz bestimmt, und was erfahren wir aus Offenbarung 20:11, 12?

      20 Wenn wir „gesunden Sinnes“ bleiben möchten, wäre es gut, wir würden über einiges nachdenken, was wir über die bevorstehende neue Ordnung wissen. Wir wissen, daß Gehorsam gegenüber der Souveränität Gottes, die durch seine Königreichsregierung ausgeübt wird, eine Voraussetzung ist. Aus Offenbarung 20:11, 12 geht hervor, daß während der Tausendjahrherrschaft des Sohnes Gottes ‘Buchrollen geöffnet werden’ und alle Lebenden, auch die von den Toten Auferweckten, „gemäß ihren Taten“ gerichtet werden, je nachdem, ob sie mit dem Inhalt dieser „Buchrollen“ übereinstimmen oder nicht. Bei den in biblischen Prophezeiungen erwähnten Buchrollen handelt es sich fast immer um irgendwelche Offenbarungen des Willens Gottes, um Offenbarungen in schriftlicher Form. Es scheint daher, daß Gott während der Tausendjahrherrschaft Christi Jesu weitere Dinge über seinen Willen und sein Vorhaben offenbaren wird und daß diese Offenbarungen in irgendeiner Form veröffentlicht werden, so daß alle davon Kenntnis nehmen können. Dann wird jeder selbst beweisen können, ob er des ewigen Lebens würdig ist, indem er diesen „Buchrollen“ entsprechend handelt.

      21, 22. (a) Warum mögen einige denken, es sei verhältnismäßig leicht, ewiges Leben zu erlangen, nachdem man die „große Drangsal“ überlebt habe? (b) Welchen wichtigen Faktor mögen sie übersehen?

      21 Wer die „große Drangsal“ überlebt, kann also noch nicht unbedingt damit rechnen, ewig zu leben. Einige mögen indes denken, daß es, wenn diese alte Ordnung einmal beseitigt sei und sich Satan und seine Dämonen — wie die Offenbarung es vorhersagt — im „Abgrund“ befänden, verhältnismäßig einfach sei zu gehorchen, ja daß es beinahe etwas Selbstverständliches sei. Wären wir aber „gesunden Sinnes“, wenn wir so dächten, und würde uns das auf das Leben in Gottes neuer Ordnung vorbereiten?

      22 Zugegeben, die Beseitigung der alten Ordnung mit all ihren Versuchungen und Verlockungen zum Bösen wird eine wunderbare Befreiung bedeuten. Auch der Kampf, den wir jetzt gegen die „bösen Geistermächte“, die die gegenwärtige Ordnung unsichtbar beherrschen, führen müssen, wird dann vorbei sein. (Eph. 6:10-13) Müssen wir aber nur gegen den Einfluß kämpfen, der von diesen beiden Seiten ausgeht und der Gerechtigkeit entgegenwirkt? Werden wir nicht noch von einer anderen bedeutenden Seite beeinflußt? Doch, und im Gegensatz zu jenem von außen auf uns einwirkenden Einfluß geht dieser von unserem Innern aus, von unserer ererbten sündigen Natur, dem Erbe, das Adam uns allen hinterlassen hat. Wenn wir „gesunden Sinnes“ sind, werden wir auch erkennen, daß dieser Einfluß wahrscheinlich am stärksten ist und am entscheidendsten wirkt. Wieso?

      23. In welchem Verhältnis steht die Gefahr der Beeinflussung durch äußere Kräfte, die uns daran hindern, Gott zu gehorchen, zu der Gefahr der Beeinflussung durch die in uns selbst wirkenden Kräfte, wenn man den Ursprung der Ungerechtigkeit in Betracht zieht?

      23 Betrachten wir den Ursprung der Ungerechtigkeit oder des Ungehorsams gegenüber der göttlichen Herrschaft. Zugegeben, in Eden war es so, daß Eva von außen her beeinflußt wurde, und sie beeinflußte ihren Mann. Wie verhält es sich aber mit dem Urheber der Rebellion? Unter welchem äußeren Einfluß wurde dieser Geistsohn Gottes schlecht? Er wurde weder von Gott noch von jemand anders versucht oder unter Druck gesetzt. Dennoch lehnte er sich gegen seinen himmlischen Vater auf. Seine Auflehnung war nicht auf eine äußere Beeinflussung zurückzuführen, sondern ging von seinem Innern, seinem Herzen, aus. (Vergleiche Jakobus 1:13-15.) So verhält es sich auch mit uns: Was für unsere Treue den Ausschlag gibt, ist — ganz gleich, wie ungünstig die äußeren Einflüsse sind — das, was in unserem Innern, in unserem Herzen, ist. Auch während der Tausendjahrherrschaft wird es so sein, wenn die Menschen „gemäß ihren Taten“ gerichtet werden.

      24. Wann gedenken einige ihre Persönlichkeit und ihre Gewohnheiten zu ändern? Was möchten wir beim Studium des nächsten Artikels feststellen?

      24 Jemand mag jedoch sagen: „Ich gebe zu, daß ich einige schlechte Gewohnheiten und Neigungen habe, die ich noch nicht in dem Maße überwunden habe, wie es eigentlich sein sollte. Ich bin aber überzeugt, daß ich nach der ,großen Drangsal‘ anders sein werde — natürlich noch nicht vollkommen, aber anders.“ Ist jemand, der so denkt, „gesunden Sinnes“? Sollten wir annehmen, der gewaltige Eindruck, den die „große Drangsal“ und der damit verbundene Krieg von Harmagedon auf uns machen werden, werde irgendwie eine positive Veränderung in unserem Herzen bewirken? Betrachten wir den folgenden Artikel.

  • Bist du für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit?
    Der Wachtturm 1973 | 15. September
    • Bist du für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit?

      1—3. (a) Welches überwältigende Erlebnis hatten die Israeliten am Roten Meer? (b) Änderten sie sich deswegen? Wieso wissen wir es?

      DENKE einmal an den Auszug der Israeliten aus Ägypten zurück! Als sie das Westufer des Roten Meeres erreichten, stellten sie fest, daß sie in eine Falle geraten waren, denn das Heer Pharaos jagte ihnen nach. Da begannen sie zu murren und aufzubegehren; sie fragten Moses, ob er sie in die Wüste geführt habe, um sie samt ihren Frauen und Kindern umkommen zu lassen. Dadurch bewiesen sie, daß sie kein Vertrauen in Gottes Führung hatten. Trotzdem gebot Jehova Moses, seinen Stab über das Meer auszustrecken, und dann bewirkte er, daß sich das Meer teilte und ein Durchgang zum Ostufer entstand. Es mögen etwa drei Millionen Menschen gewesen sein, die hindurchzogen. In dem in Englisch erschienenen Buch Hilfe zum Verständnis der Bibel (Seite 546) wird darüber folgendes gesagt:

      „Da die Israeliten in e i n e r Nacht durch das Meer zogen, ist kaum anzunehmen, daß durch die Teilung der Wasser nur ein schmaler Kanal entstand. Dieser Kanal muß mindestens eine Meile (1,6 Kilometer) oder sogar mehrere Meilen breit gewesen sein. Selbst als ziemlich geschlossene Formation würde eine solch große Gruppe von Menschen mit den Wagen, die sie gehabt haben mögen, mit ihrem Gepäck und ihren Tieren ein Gebiet von etwa drei Quadratmeilen (7,7 Quadratkilometer) benötigt haben. ... Eine solche Kolonne hätte mehrere Stunden gebraucht um in das Meeresbett zu gelangen und es zu durchqueren.“

      2 Es muß ein gewaltiges Erlebnis gewesen sein, diesen Durchzug durch das Meer mitzumachen und dann von der anderen Seite aus zuzusehen, wie die Wasser zurückfluteten und das Heer Pharaos, das wie Ratten in einer Falle war, unter sich begruben. Aufregend, ja überwältigend! Bewirkte das aber eine Änderung bei den Israeliten? Waren sie, als sie das Ostufer erreichten, andere Menschen als am Westufer?

      3 Wenn du den Bericht nachliest, wirst du feststellen, daß sie schon innerhalb eines Monats wieder zu murren begannen, diesmal, weil sie nicht genug Wasser hatten. Bei dieser Gelegenheit und auch später, als sie erneut murrten, richteten sie ihren Blick nicht himmelwärts und beklagten sich nicht bei Gott. Nein, sie murrten gegen das sichtbare, menschliche Werkzeug, das er gebrauchte. Sie hatten nach wie vor kein Vertrauen. — 2. Mose 15:22-24; 16:1, 2.

      4—6. (a) Wovon hängt es ab, ob ein Wunder oder ein anderes überwältigendes Erlebnis einen Menschen bleibend beeindruckt oder nicht? (b) Wie wird dies durch die in Lukas 17:11-19 geschilderte Begebenheit bestätigt?

      4 Ob eine Machttat Gottes einen Menschen nur vorübergehend beeindruckt oder bei ihm wirklich eine Änderung hervorruft, hängt davon ab, ob sein Herz berührt wird oder nicht. Das gleiche gilt für die Wunder, die Gottes Propheten und Gottes Sohn wirkten. Wer hat nicht schon vom Aussatz gehört — eine gefürchtete Krankheit, bei der verschiedene Körperteile, wie Finger, Zehen, Ohren, Nase und Lippen, angegriffen und allmählich zerstört werden! Gesetzt den Fall, daß du von dieser Krankheit befallen würdest und zusehen müßtest, wie dein Gesicht, ja dein ganzer Körper nach und nach dadurch entstellt würde. Angenommen aber, du würdest dann von jemandem geheilt, Gesicht und Körper würden wiederhergestellt, so daß dieses Erlebnis nur noch wie ein böser Traum wäre, der nun vorüber wäre. Wie würde dich das berühren? Was würdest du sagen?

      5 In Lukas 17:11-19 lesen wir von zehn Aussätzigen, denen Jesus auf seiner Wanderung von einem Dorf zu einem anderen begegnete. Wie es das Gesetz vorschrieb, blieben diese Männer in einer bestimmten Entfernung stehen und riefen: „Jesus, Unterweiser, habe Erbarmen mit uns!“ Er hatte Erbarmen mit ihnen; er gebot ihnen, hinzugehen und sich gemäß dem Gesetz bei den Priestern zu melden. Auf dem Weg dorthin wurden alle zehn gesund. Was taten sie danach?

      6 Nur einer kehrte zu Jesus zurück, um sich zu bedanken — ein Samariter. Und die anderen neun? Sie setzten ohne Zweifel ihren Weg fröhlich fort. Sie hatten das erhalten, was sie sich gewünscht hatten. Was denn? Körperliche Gesundheit.

      7. Ist das Verlangen nach körperlicher Gesundheit ein Beweis dafür, daß man sich auf das Leben in Gottes neuer Ordnung vorbereitet?

      7 Wem gleichen wir in dieser Hinsicht? Es ist ganz natürlich, daß wir uns auf die körperliche Gesundheit freuen, die Gottes neue Ordnung mit sich bringen wird. (Offb. 21:3, 4) Kennst du nicht viele, die wünschten, sie wären vollkommen gesund und hätten keine Schmerzen mehr? Oder wer möchte nicht jung bleiben oder wieder zur Jugendkraft zurückkehren? Bestimmt haben die meisten Menschen diesen Wunsch. Wäre also der Wunsch nach körperlicher Gesundheit allein ein besonderes Merkmal, das erkennen ließe, daß wir für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit wären? Nein, es gehört noch etwas mehr dazu. Unser Wunsch nach der vollkommenen Gesundheit, die uns Gottes neue Ordnung in Aussicht stellt, muß von den richtigen Beweggründen ausgehen.

      8. (a) Wieso hatte der Aussätzige, der zu Jesus zurückkehrte, die richtige Einstellung? (b) Woran sollten wir denken, wenn wir die biblischen Verheißungen über die Segnungen, die uns Gottes neue Ordnung in Aussicht stellt, lesen?

      8 Wir sollten so eingestellt sein wie der Mann, der umkehrte und zu Jesus zurückging und dessen Herz bestimmt vor Freude hüpfte, während ihm vielleicht die Tränen über das Gesicht liefen. Was unterschied ihn denn von den anderen? Die ihm durch Christus Jesus erwiesene Güte Gottes hatte sein Herz berührt. Er sah in seiner Heilung einen Beweis für die Größe Gottes, Jehovas, und er war von dem Wunsch erfüllt, Gott zu verherrlichen. Er hatte die richtige Einstellung; er hatte Wertschätzung für geistige Dinge. Auch wir sollten, wenn wir uns die vielen Segnungen vor Augen führen, die uns Gottes neue Ordnung in Aussicht stellt, nicht versäumen, an das zu denken, was sie uns über unseren Gott verraten. Das wird unsere Dankbarkeit ihm gegenüber vertiefen und in uns das Verlangen wecken, nicht nur um der vollkommenen Gesundheit und des ewigen Lebens willen an diesen Segnungen teilzuhaben, sondern auch, um unserem großen Schöpfer dienen und unsere Nächstenliebe beweisen zu können.

      ÄNDERUNGEN DER PERSÖNLICHKEIT — NICHT DURCH EIN GÖTTLICHES WUNDER

      9. (a) Warum wird selbst die Auferstehung von den Toten nicht bewirken, daß die Menschen gerecht werden? (b) Aus welchem Grund werden — wie das aus Matthäus 21:31, 32 hervorgeht — die Bewohner von Tyrus, Sidon und Sodom in Gottes neuer Ordnung wahrscheinlich schneller Fortschritte machen als die Bewohner der Städte, die Jesus tadelte?

      9 Selbst die Auferstehung von den Toten wird die Menschen nicht ändern. Das wissen wir, weil Jesus zu den Bewohnern gewisser Städte im Lande Israel sagte: „Es wird Tyrus und Sidon [und dem Lande Sodom] am ,Gerichtstag‘ erträglicher ergehen als euch.“ (Matth. 11:20-24) Warum? Weil die Bewohner der alten Städte Tyrus, Sidon und Sodom nicht die gleichen Gelegenheiten erhalten hatten wie die Juden des ersten Jahrhunderts, unter denen der Sohn Gottes predigte, lehrte und Machttaten wirkte. Jesus wollte also damit sagen, die Bewohner solcher Städte wie Kapernaum, Chorazin und Bethsaida würden, wenn sie während seiner Tausendjahrherrschaft auferstehen würden, mit der gleichen Persönlichkeit zurückkehren, sie würden noch genauso stolz und widerspenstig sein wie damals. Die Bewohner von Tyrus, Sidon und Sodom waren zwar offensichtlich ungerecht, wiesen aber diese Charaktermerkmale nicht auf, weshalb es ihnen wahrscheinlich leichter fallen wird, die Wahrheit und die Belehrung über Gottes gerechte Grundsätze anzunehmen. (Vergleiche Matthäus 21:31, 32.)

      10. Was werden wir also, sofern wir „gesunden Sinnes“ sind, als ausschlaggebend dafür erkennen, daß wir in Gottes neuer Ordnung ewig leben können?

      10 Wenn wir also „gesunden Sinnes“ sind, rechnen wir nicht damit, daß ein großes Ereignis — wie etwa die bevorstehende „große Drangsal“ — wie ein Zaubermittel auf uns wirken und bei uns die für das Leben in Gottes neuer Ordnung nötigen Änderungen hervorrufen wird. Wir werden erkennen, daß unser ewiges Leben letzten Endes nicht allein von unserer Verbindung mit bestimmten Personen oder mit einer bestimmten Organisation abhängt, sondern daß es letzten Endes darauf ankommt, was für Personen wir sind, was für Eigenschaften wir haben.

      11, 12. (a) Zeige anhand eines Beispiels, wie gefährliche geistige Schwächen, die jetzt nicht abgelegt werden, Personen, die die „große Drangsal“ überleben, in Gottes neuer Ordnung daran hindern könnten, auf dem Weg zur Vollkommenheit voranzukommen. (b) Wer wird schuld sein, wenn jemand nicht nach dem lebt, was in den „Buchrollen“ geschrieben steht, die dann geöffnet werden?

      11 Wir sollten uns also ernsthaft und mit Bedacht prüfen und uns dann ehrlich beurteilen; wir dürfen schlechte Gewohnheiten und Neigungen, die gefährliche geistige Schwächen erkennen lassen, nicht bagatellisieren oder einfach darüber hinweggehen. Ein Mann mag zum Beispiel, wie man so sagt, eine besondere Schwäche für das schöne Geschlecht haben. Er mag weder ein Hurer noch ein Ehebrecher in buchstäblichem Sinne sein; er hat aber ein übertriebenes Interesse an den Frauen; seine Blicke wandern von einer zur anderen. Wenn ein solcher Mann tatsächlich die „große Drangsal“ überlebt, mag er davon so beeindruckt sein, daß er seine Blicke eine Zeitlang sozusagen im Zaum hält. Wenn er aber in seinem Herzen nicht fest entschlossen ist, seine Begierden zu unterdrücken, so werden seine Blicke bald wieder von einer Frau zur anderen wandern, obwohl er in Gottes neuer Ordnung lebt. Ebenso verhält es sich mit jemandem, der zu sehr vom Alkohol abhängig ist. Er mag kein Trinker sein, wenn er aber eine übertriebene Schwäche für den Alkohol hat und wenn er diese Schwäche jetzt nicht ablegt, wird sie ihm, sofern er die „große Drangsal“ überlebt, in Gottes neuer Ordnung Schwierigkeiten bereiten. Die Tatsache, daß es dann keine gewerbsmäßige Herstellung von alkoholischen Getränken mehr gibt, würde dies nicht verhindern. Nach der Sintflut gab es das auch nicht, und dennoch trank Noah einmal zuviel. — 1. Mose 9:20, 21.

      12 Ebenso verhält es sich mit anderen gefährlichen Gewohnheiten oder Charakterzügen. Die Neigung zu Ehrgeiz, Prahlerei, Neid, Schwatzhaftigkeit, Faulheit oder zu einer gewissen Nichtachtung der Autorität — ja unzählige Dinge könnten uns Schwierigkeiten bereiten, wenn wir nicht lernen, ihrer Herr zu werden. Sie könnten uns daran hindern, während der tausend Jahre, in denen Jesus Christus und seine himmlischen Miterben als Priester dienen, um die irdischen Untertanen des Königreiches Gottes zu heilen, auf dem Weg zur Vollkommenheit voranzukommen. (Gal. 5:19-21; Offb. 5:10; 22:1, 2) Wer von uns dann nicht nach dem lebt, was in Gottes „Buchrollen“ geschrieben steht, und deswegen die Voraussetzungen für das Leben nicht erfüllt, kann niemand anderem — weder der gegenwärtigen bösen Welt noch Satan und seinen Dämonen — die Schuld geben als nur sich selbst.

      WACHSAM SEIN IM HINBLICK AUF GEBETE

      13. Was gehört alles dazu, „wachsam im Hinblick auf Gebete“ zu sein?

      13 Es ist daher verständlich, daß der Apostel Petrus — nachdem er uns angespornt hat, angesichts der Nähe des ‘Endes aller Dinge gesunden Sinnes zu sein’ — uns eindringlich empfiehlt: „Seid wachsam im Hinblick auf Gebete.“ (1. Petr. 4:7) Zu den üblichen Zeiten, wie bei Tisch, beim Aufstehen oder beim Zubettgehen, zu beten ist bestimmt angebracht. Heißt das aber, ‘wachsam zu sein im Hinblick auf Gebete’? Nein, wir sollten ‘Jehovas Angesicht den ganzen Tag suchen’, indem wir nicht nur laut zu ihm beten, sondern indem wir ihn auch in unserem Herzen anrufen. (Ps. 27:8, 9) Wir sollten uns dessen bewußt sein, daß wir seine Hilfe benötigen, und sollten ihn um Führung und Kraft bitten, sobald wir merken, daß wir im Glauben schwach werden oder dazu neigen könnten, von seinen gerechten Grundsätzen abzuweichen.

      14, 15. (a) Wer verdient, daß wir darauf bedacht sind, mit ihm ein gutes Verhältnis aufrechtzuerhalten? (b) Wie sollten wir beten, um zu beweisen, daß wir für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit sind?

      14 Sind wir im Umgang mit unseren Mitmenschen nicht darauf bedacht, keinen Anstoß zu erregen, unsere Beziehungen nicht zu trüben oder erfolgreiche Geschäftsverbindungen aufrechtzuerhalten? Wieviel mehr sollten wir dann darauf bedacht sein, ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott aufrechtzuerhalten, und jederzeit seine Hilfe annehmen und uns von ihm leiten lassen! Das Gebet ist für uns heute ein dringendes Bedürfnis, und wir werden es auch in der bevorstehenden neuen Ordnung nicht aufgeben.

      15 Wenn wir mit Gott reden, sollten wir es nicht gleichgültig oder routinemäßig tun, sondern wir sollten ihm unser Herz erschließen, ihm unsere Probleme darlegen; wir sollten ihm sagen, was wir unternommen haben, um uns zu bessern, und wie wir vielleicht von uns selbst enttäuscht sind, ja wir sollten uns an ihn um Hilfe wenden und ihn darum bitten, uns unverdiente Güte und Barmherzigkeit zu erweisen. Wenn wir uns jetzt der Notwendigkeit, ‘im Hinblick auf Gebete wachsam zu sein’, bewußt sind, so wird uns das bestimmt eine große Hilfe sein und viel dazu beitragen, uns für das Leben in der neuen Ordnung auszurüsten. Ein von Herzen kommendes Gebet ist ein Beweis tiefen Glaubens.

      DIE THEOKRATISCHE LEITUNG DURCH EIN HAUPT RESPEKTIEREN

      16, 17. (a) Wieso wissen wir, daß in Gottes neuer Ordnung unter den Überlebenden auf der Erde der Grundsatz der Leitung durch ein Haupt gelten wird? (b) Welche Fragen erheben sich deshalb in bezug auf unser Bereitsein für das Leben in der neuen Ordnung?

      16 Ein solcher Glaube wird uns in hohem Maße helfen, in Gottes neuer Ordnung zurechtzukommen. Über das Leben in Gottes neuer Ordnung wissen wir unter anderem eines sicher: Alles wird der Leitung durch ein Haupt unterstellt sein. Es wird so sein, wie König David einst sagte: „Dein ist das Königreich, o Jehova, der du dich auch als Haupt über alles erhebst. “ (1. Chron. 29:11) Als rechtmäßiger Souverän hat Jehova Gott den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt zu einem der wichtigsten Grundsätze in seiner Ordnung gemacht. Diese Leitung mag durch eine Einzelperson — wie etwa durch den König Jesus Christus oder durch ein Familienhaupt — ausgeübt werden oder aber durch eine Gruppe von Personen, die beauftragt ist, unter der Leitung des von Gott eingesetzten Königs Anweisungen zu geben, Entscheidungen zu treffen oder Urteile zu fällen. Werden wir diese Leitung in Gottes neuer Ordnung respektieren? Respektieren wir sie jetzt schon?

      17 Christus Jesus wird der Aufgabe eines „Führers und Gebieters“ seiner Untertanen während seiner Tausendjahrherrschaft in jeder Hinsicht nachkommen. (Jes. 55:4) Seine Regierung wird die Regierungen „Cäsars“ ersetzen und wird eine tatkräftige Regierung sein, deren Leitung sich in vieler Hinsicht auf die Verhältnisse auf der Erde auswirken wird. Werden wir den Geboten des Königs bereitwillig gehorchen? Unser Fortschritt auf dem Weg zur Vollkommenheit, ja unser Leben selbst wird davon abhängen.

      18. Welche beiden unterschiedlichen Situationen entstanden in der Ebene Schinear und in der wiederhergestellten Stadt Jerusalem, die zeigten, wie sich die Leitung durch ein Haupt auf das Leben der Menschen auswirken kann?

      18 Nach der Flut der Tage Noahs gebot Jehova Gott den Überlebenden, sich auszubreiten und die Erde zu füllen. Als viele, die sich in der Ebene Schinear niedergelassen hatten, statt dessen beschlossen, eine große Stadt zu bauen und zusammenzubleiben, setzte Jehova seinen souveränen Willen durch, indem er ihre Sprache verwirrte und sie so ‘von dort über die ganze Erdoberfläche zerstreute’. (1. Mose 9:1; 11:1-9) Das Entgegengesetzte geschah viele Jahrhunderte später, als die Juden aus der Gefangenschaft zurückkehrten, um Jerusalem wieder aufzubauen. Aus dem Bericht Nehemias geht hervor, daß die Stadt schwach bevölkert war, daß deshalb Lose geworfen wurden und dann offenbar e i n Familienhaupt aus je zehn ausgewählt wurde, um mit seiner Familie in die Stadt zu ziehen. Allem Anschein nach erboten sich weitere freiwillig an, in die Stadt zu ziehen, und das Volk segnete sie deswegen. Von den Ausgewählten mögen einige von dem Gedanken, nach Jerusalem zu ziehen, nicht besonders begeistert gewesen sein. Daß sie es dennoch taten, war ein Beweis für ihren Glauben und dafür, daß sie an der Wiederherstellung der „heiligen Stadt“ interessiert waren. — Neh. 7:4; 11:1, 2.

      19, 20. (a) Welche Fragen erheben sich deshalb für uns, wenn wir über das Leben in Gottes neuer Ordnung nachdenken? (b) Wie können wir beweisen, daß wir in bezug auf die Aussichten, die uns das Leben in Gottes neuer Ordnung bietet, jetzt schon bereit sind?

      19 Was würdest du also tun, wenn du in Gottes neuer Ordnung angewiesen würdest, woandershin zu ziehen, vielleicht weit weg, um dich dort niederzulassen? Würdest du gehorchen? Angenommen, du würdest gebeten, in eine dichter besiedelte Gegend zu ziehen, an einen Ort, wo auf Anordnung der Königreichsregierung eine besondere Arbeit durchzuführen wäre, die Zusammenarbeit und gemeinsame Anstrengungen erforderte. Wie würdest du reagieren? Oder was würdest du tun, wenn dir die Gelegenheit geboten würde, freiwillig dorthin zu ziehen? Würdest du dich von persönlichen Wünschen leiten lassen und denken, du könnest nur an einem Ort oder in einer Gegend glücklich sein, die du selbst ausgewählt hättest?

      20 Bis zu einem gewissen Grad können wir jetzt schon beweisen, daß wir die richtige Einstellung haben, indem wir bereit sind, ähnliche Gelegenheiten wahrzunehmen oder ähnliche Anregungen zu befolgen. Gehorchen wir selbst in kleinen Dingen bereitwillig, zum Beispiel, wenn es darum geht, bei einer Zusammenkunft der Versammlung oder auf einem Kongreß bestimmte Plätze einzunehmen? Sträuben wir uns, in gewissen Gebieten der Versammlung die gute Botschaft zu predigen? Sind wir, sofern es unsere Verhältnisse und unsere Aufgaben und Pflichten erlauben, bereit, in ein Gebiet zu ziehen, wo Hilfe dringender benötigt wird, selbst wenn es bedeutet, daß wir sozusagen alle Brücken hinter uns abbrechen und auf gewisse persönliche Bequemlichkeiten sowie auf Dinge, die uns lieb sind, verzichten müssen? In welchem Maße bekunden wir Glauben und den aufrichtigen Wunsch, die Interessen des „Neuen Jerusalem“, der Regierung des Königreiches Gottes unter Christus Jesus, zu fördern?

      RESPEKTVOLL TROTZ UNVOLLKOMMENHEITEN

      21. Wieso erfordert die Tatsache, daß Gott Menschen als seine Vertreter gebraucht, echten Glauben?

      21 Darüber hinaus müssen wir auch die Notwendigkeit erkennen zu glauben, daß Jehova Gott und sein Sohn imstande sind, durch Menschen, von denen sie vertreten werden, zu regieren. Jemand wäre vielleicht bereit, eine Anweisung oder eine Aufgabe von einem Engel entgegenzunehmen oder wenn sie ihm durch eine kraftvolle oder durch eine donnernde Stimme aus dem Himmel übermittelt würde. Was aber, wenn ihm eine Aufgabe von Menschen übertragen wird, die die himmlische Regierung vertreten? Erfordert das nicht mehr Glauben?

      22, 23. (a) In welchem Ausmaß berührt die menschliche Unvollkommenheit den Dienst, den diese irdischen Vertreter verrichten, und wie mag uns dies berühren? (b) Wird es unmittelbar nach der „großen Drangsal“ keine Unvollkommenheiten, Mißverständnisse und Fehlurteile mehr geben? (c) Zu welchen Fragen gibt dies Anlaß?

      22 Heute gibt es in jeder christlichen Versammlung eine Ältestenschaft, und eine aus Ältesten bestehende leitende Körperschaft dient der ganzen erdumspannenden Christenversammlung. Die Männer, die heute diese Körperschaften bilden, sind alle unvollkommen, aber mit Hilfe des heiligen Geistes Gottes sind sie in der Lage, Gottes Willen und Vorhaben entsprechend zu dienen. Fällt es uns schwer, sie zu respektieren oder mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil wir wissen, daß sie nicht vollkommen sind? Was werden wir dann in der Anfangszeit der neuen Ordnung tun?

      23 Es ist zwar zu erwarten, daß Gottes neue Ordnung von Anfang an zu großer Freude Anlaß geben wird; dennoch wird die Unvollkommenheit nicht schon am ersten Tag, in der ersten Woche, im ersten Monat, im ersten Jahr oder im ersten Jahrzehnt nach der „großen Drangsal“ und nachdem Satan im Abgrund gefangengesetzt worden ist, verschwinden. Warum wären — wenn dies der Fall wäre — tausend Jahre für die vollständige Wiederherstellung der Menschheit zur Vollkommenheit und für ihre vollständige Versöhnung mit Gott vorgesehen? Wie würden wir also reagieren, wenn wir wegen der Unvollkommenheit derer, die als Vertreter der Königreichsregierung mit einer gewissen Verantwortung betraut sind, irgendwie benachteiligt würden, wenn sie irgend etwas tun oder anordnen würden, was unserer Meinung nach nicht ganz so ist, wie es sein sollte, und was uns gewisse Unannehmlichkeiten bereiten oder in uns eine gewisse Unzufriedenheit hervorrufen könnte? Würden wir ungeduldig und ärgerlich, wenn etwas nicht sofort richtiggestellt würde? Würden wir versuchen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und das, was in unseren Augen verkehrt ist, zu korrigieren? Wie reagieren wir jetzt, wo wir uns auf das Leben in Gottes neuer Ordnung vorbereiten, unter ähnlichen Umständen?

      24, 25. (a) Warum mußte Usa auf Gottes Veranlassung sterben? (b) Aus welchem Beweggrund mag er gehandelt haben, und welche Einstellung bewies er dadurch?

      24 Wir können uns an dem ein Beispiel nehmen, was geschah, als David die Bundeslade nach Jerusalem bringen wollte. Statt daß die zu den Leviten gehörenden Kehathiter sie (wie das Gesetz vorschrieb) mit Hilfe von Stangen auf den Schultern trugen, wurde sie auf einen Wagen geladen. An einer bestimmten Stelle „verursachten“ die Rinder, die den Wagen zogen, „nahezu ein Umkippen“. Da streckte ein Mann namens Usa seine Hand aus und faßte sie an. Was geschah? Jehova Gott „schlug ihn dort wegen der unehrerbietigen Tat nieder, so daß er dort starb, dicht bei der Lade“. (2. Sam. 6:1-7) Was war verkehrt gewesen?

      25 Nach dem Gesetz Gottes war es bei Todesstrafe verboten, daß jemand anders außer den Priestern, die die Befugnis hatten, die heilige Lade berührte. Das Gesetz war allgemein bekannt, und da Usa zweifellos ein Levit (aber kein Priester) war, hätte er Gottes ausdrückliches Gebot besser kennen sollen als andere. Er übertrat dieses Gebot vielleicht in der Annahme, die Umstände erforderten es. Er dachte vielleicht, wenn er die Lade nicht festhalte, so falle sie herunter. Wenn dem so war, dann fehlte es ihm an dem Glauben, daß Gott die Macht hatte, die Dinge so zu lenken, daß keiner seiner Diener sein ausdrückliches Gebot übertreten mußte. Er mag auch gedacht haben, er könne sich auf diese Weise zu einem Helden machen und werde dann als „Usa, der Mann, der die heilige Bundeslade rettete“, in die Geschichte eingehen. Doch in jedem Fall bewies er einen Mangel an Respekt.

      26. Welche wichtige Lehre können wir daraus ziehen und so verhüten, daß wir das Leben in Gottes neuer Ordnung aufs Spiel setzen?

      26 Schriftwidrige Handlungen und Methoden sowie Vermessenheit und Anmaßung sind nie gerechtfertigt. Angesichts der vielen Dinge, die uns in Gottes neuer Ordnung erfreuen werden, sollten wir uns über Dinge, die anfangs zufolge der menschlichen Unvollkommenheit noch vorkommen mögen, nicht aufregen oder uns deswegen zu unbesonnenen Worten oder Handlungen hinreißen lassen. Wir sollten stets ‘in allen Dingen besonnen bleiben’ und daran denken, daß der Grundsatz: „Besser ist das nachherige Ende einer Sache als ihr Anfang“ auch unter der Tausendjahrherrschaft des Sohnes Gottes gilt und daß „einer, der geduldig ist, [besser ist] als einer, der hochmütigen Geistes ist. ... denn sich gekränkt zu fühlen ruht im Busen der Unvernünftigen.“ — 2. Tim. 4:5; Pred. 7:8, 9.

      27, 28. Wie sollte man handeln, um Gottes Gunst und Segen zu erlangen, wenn etwas anscheinend richtiggestellt oder verbessert werden sollte?

      27 Wenn wir selbst nicht befugt sind, in einer bestimmten Angelegenheit etwas zu unternehmen, so können wir diejenigen darüber unterrichten, die dazu ermächtigt sind. Statt danach ungeduldig zu werden und zu versuchen, sozusagen „die Bundeslade festzuhalten“, sollten wir auf Gott vertrauen und die Zuversicht haben, daß er die Angelegenheit zu seiner Zeit zum Guten lenken wird. In Psalm 4:4 wird uns der Rat gegeben: „Seid erregt, doch sündigt nicht. Sprecht euch aus in eurem Herzen auf eurem Bett, und bleibt still.“ (Vergleiche Psalm 63:6-8.)

      28 Wir können uns daher jetzt auf Gottes neue Ordnung vorbereiten, indem wir die Anordnungen seines Sohnes, die für die Christenversammlung gelten, respektieren und uns darauf verlassen, daß Jehova Gott und Christus Jesus nichts entgeht oder verborgen bleibt, was richtiggestellt oder verbessert werden sollte.

      [Bild auf Seite 558]

      Ist der Wunsch nach körperlicher Gesundheit ein Beweis, daß man für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit ist? Zehn Aussätzige suchten Heilung bei Jesus, aber nur einen drängte sein Herz, Gott zu verherrlichen. Wie reagiert dein Herz?

  • „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander“
    Der Wachtturm 1973 | 15. September
    • „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander“

      1, 2. Welche Eigenschaft sollten wir nach den Worten des inspirierten Apostels Petrus vor allem entwickeln, wenn wir in Gottes neuer Ordnung leben möchten?

      WELCHE besondere Eigenschaft sollten alle, die in der bevorstehenden neuen Ordnung leben möchten, jetzt, da das „Ende aller Dinge“ nahe ist, entwickeln? In 1. Petrus 4:8-10 lesen wir folgende Worte des inspirierten Apostels:

      2 „Habt vor allem inbrünstige Liebe zueinander, denn Liebe deckt eine Menge von Sünden zu. Seid gastfreundlich gegeneinander ohne Murren. In dem Verhältnis, wie jeder eine Gabe empfangen hat, gebraucht sie, indem ihr einander als vortreffliche Verwalter der unverdienten Güte Gottes dient, die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt.“

      3, 4. Wofür sollten wir uns heute schon interessieren, da wir mit Bestimmtheit wissen, daß es das in der neuen Ordnung geben wird?

      3 Wir können nicht wissen, ob es in Gottes neuer Ordnung noch Autos, Fernsehgeräte, Stereoanlagen usw. gibt oder nicht. Was wir aber bestimmt wissen, ist, daß es in dieser neuen Ordnung etwas noch geben wird, womit wir heute täglich zu tun haben. Was denn?

      4 Menschen; Menschen, die wie wir Gerechtigkeit lieben. Sollten wir also Gebrauchsgegenstände und Vorrichtungen, die es in der gegenwärtigen Ordnung gibt, von denen wir aber nicht wissen, ob es sie später noch geben wird, zum Mittelpunkt unserer Interessen und unseres Lebens machen? Wäre es nicht viel besser und vernünftiger, wir würden Menschen zu unserem Hauptinteresse machen und würden lernen, echte Freude darin zu finden, für andere etwas zu tun? Das Leben in der herannahenden neuen Ordnung wird uns bestimmt eine Überfülle von Möglichkeiten bieten, in Liebe ‘einander zu dienen’. Wenn wir darin jetzt schon echte Freude und Befriedigung finden, das heißt, wenn wir jetzt schon gern bereit sind, anderen zu dienen, wenn wir hilfsbereit sind, gern etwas tun, was zum Wohl anderer beiträgt, und wenn wir rücksichtsvoll und gastfreundlich sind, sind wir auf dem besten Weg zu einem erfolgreichen Leben in Gottes neuer Ordnung.

      5. (a) Was wird eine „inbrünstige Liebe“ bewirken, und warum ist dies wichtig? (b) Was kann zu den Bibeltexten am Ende dieses Absatzes gesagt werden?

      5 Das alles setzt voraus, daß wir, wie der Apostel sagt, eine „inbrünstige“ oder nach anderen Übersetzungen eine „starke“ oder „niemals unaufrichtige“ Liebe haben (Storr; Jerusalemer Bibel, engl. Ausg.). Buchstäblich bedeutet das mit „inbrünstig“ wiedergegebene Wort „ausgestreckt“. Unsere Liebe darf daher nicht einseitig sein, sie darf nicht bewirken, daß wir nur das tun, was wir unserer Meinung nach tun müssen oder was uns keine Unannehmlichkeiten bereitet, und sie darf sich auch nicht nur auf einige Bevorzugte beschränken. Sie sollte sich sowohl auf möglichst viele erstrecken als auch tiefgehend sein. Nur eine solche Liebe ermöglicht es uns, mit unseren Brüdern unter den verschiedensten Umständen auszukommen, selbst unter solchen, die unsere Beziehungen beeinträchtigen und uns veranlassen könnten, kritisch zu werden und die Unvollkommenheiten und Fehler unserer Brüder bloßzustellen und dadurch Unstimmigkeiten hervorzurufen. Eine „inbrünstige Liebe“ wird sich gleichsam „ausstrecken“ und auch unter solchen Umständen wirksam sein. (Vergleiche Sprüche 10:12; Kolosser 3:12-14.)

      6, 7. (a) Durch welche Fragen könnten wir feststellen, ob wir wirklich eine inbrünstige Liebe haben? (b) Inwiefern ‘deckt eine solche Liebe eine Menge von Sünden zu’? Warum wird dies auch nach der „großen Drangsal“ noch nötig sein?

      6 Haben wir jetzt schon eine solche Liebe? Deckt unsere Liebe die Fehler unserer Brüder, mit denen wir gewöhnlich nur ein paar Stunden in der Woche zusammen sind, zu? Oder neigen wir dazu, uns darüber zu ärgern und aufzuregen? Einigen fällt es schwer, mit anderen auszukommen; sie lassen zu, daß durch Meinungsverschiedenheiten eine frostige Atmosphäre entsteht. Wenn es aber jemandem heute schon schwerfällt, mit seinen Brüdern nur einige Stunden in der Woche auszukommen, was tut er — sofern er am Leben bleibt — in Gottes neuer Ordnung, wo er tagaus, tagein nur unter Brüdern sein wird?

      7 Eine „inbrünstige Liebe“ läßt nicht zu, daß wir über Beleidigungen grübeln und die Erinnerung daran wachhalten, bis sich in uns eine Bitterkeit gegen gewisse Personen entwickelt; sie läßt nicht zu, daß wir solche unliebsamen Gedanken hegen, statt sie zu verdrängen. Ja dadurch, daß sie uns veranlaßt, solche Gedanken aus Herz und Sinn zu verbannen oder etwas zu unternehmen, um unsere Beziehungen zu den Betreffenden zu verbessern, ‘deckt sie eine Menge von Sünden zu’. Sie veranlaßt uns, denen, die schwach zu werden drohen oder die leicht auf Abwege geraten könnten, Hilfe zu bieten, statt sie zu kritisieren oder über sie zu schwatzen. (Jak. 5:20) Da die Sünde in der bevorstehenden neuen Ordnung nicht über Nacht verschwinden wird, müssen wir eine solch inbrünstige Liebe haben, um ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott aufrechtzuerhalten, der Liebe ist, und zu seinem Sohn, den seine inbrünstige Liebe veranlaßte, für uns zu sterben. — Röm. 5:6-8.

      8. (a) Wozu spornt uns Petrus ferner an, wodurch wir ebenfalls inbrünstige Liebe zum Ausdruck bringen können? (b) Inwiefern hilft uns dies, uns auf Gottes neue Ordnung vorzubereiten?

      8 Wir können diese Liebe auch durch unsere Gastfreundschaft beweisen. „Seid gastfrei gegeneinander.“ „Haltet eure Häuser offen füreinander und gebt niemandem das Gefühl, er sei unwillkommen.“ (1. Petr. 4:9, Menge; Zink) Ja, alles, was wir in dieser Hinsicht tun, sollten wir ohne Murren tun, denn Gott liebt nur einen „fröhlichen Geber“. (2. Kor. 9:7) In der ersten Zeit nach der „großen Drangsal“ müssen wir vielleicht vieles, was wir an materiellen Dingen haben, mit anderen teilen. Jede Neigung zu Engherzigkeit oder Geiz könnte uns dann ernste Schwierigkeiten bereiten. Wenn wir dagegen den gleichen Geist bekunden wie die Christen in Jerusalem, die ihren neuen Brüdern aus den Reihen der dreitausend neu getauften Jünger ihr Haus öffneten, um ihnen Obdach und Nahrung zu geben, dann bereiten wir uns auf das Leben in Gottes neuer Ordnung vor. (Apg. 2:46; 4:32-35) Der Apostel Paulus spornt uns an mit den Worten: „Teilt mit den Heiligen gemäß ihren Bedürfnissen. Folgt dem Wege der Gastfreundschaft.“ — Röm. 12:13.

      VORTREFFLICHE VERWALTER DER GABEN GOTTES

      9. Inwiefern hat jeder in der Christenversammlung „eine Gabe“ empfangen, und was sollte er damit tun?

      9 „In dem Verhältnis, wie jeder eine Gabe empfangen hat, gebraucht sie, indem ihr einander ... dient.“ Auf diese Weise handeln wir „als vortreffliche Verwalter der unverdienten Güte Gottes ..., die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt“. (1. Petr. 4:10) In der Tat gibt es niemand unter uns, der gar nichts hätte, womit er seinen Brüdern dienen könnte. Jeder, der sich Gottes theokratischer Organisation anschließt, empfängt eine Gabe. Jeder hat etwas zu tun, jeder hat gewisse Dienstaufgaben oder Verpflichtungen zu erfüllen. Wir sind nicht alle, wie man so sagt, aus demselben Holz geschnitzt; wir haben nicht alle die gleiche Persönlichkeit, die gleichen Talente und Fähigkeiten, die gleichen Kräfte, das gleiche Wissen oder die gleichen Mittel. Doch was wir haben, haben wir im Grunde von Gott empfangen. (Röm. 12:6-8; 1. Kor. 4:7) Da wir uns dessen bewußt sind, lassen wir unsere „Gabe“ nicht brachliegen; wir halten sie nicht wie einen Schatz verborgen. (Matth. 25:14-30) Wir müssen sie nutzen, sie gebrauchen, um anderen zu dienen.

      10. Was bedeutet es für uns, „Verwalter der unverdienten Güte Gottes“ zu sein?

      10 Die Tatsache, daß wir als „Verwalter der unverdienten Güte Gottes“ bezeichnet werden, zeigt, daß die „Gabe“ ein uns anvertrautes Gut ist. Durch die Annahme dieser Gabe verpflichtet sich der Empfänger dem Spender, Jehova Gott, gegenüber. Ein „Verwalter“ oder Haushalter wurde in biblischen Zeiten vom Hausherrn eingesetzt, damit er sich um die einzelnen Glieder des Haushalts kümmerte. Er sollte ihnen hilfsbereit zur Seite stehen. Seine Mitdiener sollten von ihm zur treuen Pflichterfüllung angehalten werden. Hat Gott uns nicht mit Vorrechten, Gelegenheiten, Aufgaben oder Pflichten bedacht? Er hat uns dadurch unverdiente Güte erwiesen, und wir sollten diese unverdiente Güte oder Gunst nutzen, um seinen Willen zu tun und um dem Zweck, zu dem sie uns erwiesen worden ist, zu entsprechen. (Vergleiche Lukas 12:42-44.)

      11. Inwiefern kommt Gottes unverdiente Güte, deren Verwalter wir sind, „auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck“, und trifft dies auch auf Älteste zu?

      11 In seiner Weisheit hat Gott dafür gesorgt, daß es unter der Leitung desselben Geistes „Verschiedenheiten in den Dienstämtern“ gibt und „Verschiedenheiten von Wirkungen, und doch ist es derselbe Gott, der alle Wirkungen in allen hervorruft“. Gott kann uns durch seinen Geist helfen, das, was wir haben, „zu einem nützlichen Zweck“ zu gebrauchen oder weiterzuentwickeln. (1. Kor. 12:4-7) Älteste haben, obwohl sie als Gottes „Verwalter“ (Tit. 1:7) alle gewisse grundsätzliche Voraussetzungen erfüllen müssen, ihre besonderen Stärken und Fähigkeiten. Die einen mögen sich besonders durch ihre Fähigkeit, vom Podium aus zu lehren, auszeichnen, während andere sich eher als Lehrer im kleinen Kreis eignen, das heißt vielleicht besser einzelnen Gliedern der Versammlung oder Familien, die Probleme haben, helfen können indem sie sie zu Hause besuchen oder persönlich mit ihnen sprechen. — Apg. 20:20.

      12. (a) Inwiefern ist eine ähnliche Mannigfaltigkeit unter allen Gliedern der Versammlung zu beobachten, die ihre „Gabe“ gebrauchen, um einander zu dienen? (b) Was ist zu Römer 12:6-8 zu sagen?

      12 Ähnlich verhält es sich mit den Gliedern der Versammlung im allgemeinen; sie haben alle verschiedene Gaben, die sie gebrauchen können, um einander zu dienen. Alle können sich an den Zusammenkünften beteiligen, und durch die Vielfalt der Äußerungen, in der die verschiedenen Fähigkeiten zum Ausdruck kommen, werden alle bereichert. Beim Predigen der guten Botschaft vom Königreich mögen sich einige dadurch auszeichnen, daß es ihnen leichtfällt, biblische Schriften abzugeben, ein Gespräch zu beginnen oder Einwände zu überwinden. Andere mögen besonders die Fähigkeit haben, Heimbibelstudien zu beginnen und durchzuführen. Wieder andere mögen besonderes Geschick haben, Personen, die zum erstenmal zu einer Zusammenkunft kommen, auf eine Weise zu begrüßen, daß sie sich sofort wohl fühlen. Einer mag besonders die Fähigkeit haben, mit Jugendlichen oder Kindern umzugehen, die ebenfalls merken müssen, daß sie willkommen sind und beachtet werden. Ein anderer dagegen mag gute Dienste leisten, wenn es gilt, Glieder der Versammlung zu besuchen, die krank oder vielleicht niedergeschlagen sind; er kann diese vielleicht aufmuntern und sie in ihrem Glauben an Jehovas Güte stärken. Paulus schrieb an die Christen in Rom über die Gaben, die Gott ihnen gab: „Da wir nun Gaben haben, die gemäß der uns verliehenen unverdienten Güte verschieden sind, es sei Prophezeiung, so laßt uns nach dem uns angemessenen Glauben prophezeien; oder ein Dienstamt, so widmen wir uns diesem Dienstamt; oder wer lehrt, der widme sich seinem Lehren; oder wer ermahnt, der widme sich seinem Ermahnen; wer austeilt, der tue es mit Freigebigkeit; wer als Vorsteher dient, der tue es mit wirklichem Ernst; wer Barmherzigkeit erweist, der tue es mit Fröhlichkeit.“ — Röm. 12:6-8.

      13. Wieso sollte die Mannigfaltigkeit, in der Gottes unverdiente Güte zum Ausdruck kommt, ermutigend wirken, nicht Selbstzufriedenheit hervorrufen, und wie sollte sich das auf die Versammlung auswirken?

      13 Wir können uns also alle ständig bemühen, uns zu verbessern; wir können auch vom Beispiel anderer lernen, brauchen aber nicht entmutigt zu sein, wenn wir das nicht können, was ein anderer kann. Wir können alle die „unverdiente Güte Gottes“ empfangen, „die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt“, und können von dem, was wir empfangen haben, geben. Wenn ein jeder von dem, was er hat, gibt, so wird die Versammlung durch die Mannigfaltigkeit der Gaben geistig bereichert und gleicht einem gesunden Körper, dessen Glieder alle zum Wohle des ganzen Körpers harmonisch zusammenwirken. (Vergleiche Römer 12:3-5.) Auch wenn die „große Drangsal“, in der Jehova Gott sein Volk bewahrt, vorüber sein wird und seine neue Ordnung herbeigekommen ist, wird man noch auf diese selbstlose Weise geben.

      ZUR VERHERRLICHUNG GOTTES REDEN UND DIENEN

      14. Welche „Gabe“, die es uns ermöglicht, ‘einander zu dienen’, sollten wir besonders schätzen, und wozu sollte uns dies veranlassen?

      14 Bestimmt sollten wir alle den Wunsch haben, Herz und Sinn mit den Wahrheiten aus Gottes inspiriertem Wort zu füllen, indem wir es fleißig studieren. Dann haben wir jederzeit etwas wirklich Wertvolles, ein geistiges Gut, von dem wir anderen geben können und das wegen der davon ausgehenden wunderbaren Segnungen weit wertvoller ist als die kostbarsten Edelsteine oder als Gold und Silber. (Spr. 2:1-6; 3:13-18) Besonders die Männer, die das Vorrecht haben, in den Versammlungen als Älteste zu dienen, sollten diesen Wunsch haben. Sie sollten besonders darauf bedacht sein, auch den folgenden Rat des Apostels Petrus zu befolgen:

      15, 16. Wie können wir, den ermahnenden Worten des Petrus und des Paulus entsprechend, ‘reden, als wären es die heiligen Aussprüche Gottes’?

      15 „Wenn jemand redet, so rede er, als wären es die heiligen Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so diene er als von der Kraft abhängig, die Gott darreicht, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus. Sein ist die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig. Amen.“ — 1. Petr. 4:11.

      16 Da das Ende der alten Ordnung nun so kurz bevorsteht, ist es heute notwendiger denn je, mit Überzeugung und Glauben zu reden. Redest du so, wenn du das Vorrecht hast, vor der ganzen Versammlung zu sprechen, oder wenn du dich mit deinen Brüdern über biblische Gedanken unterhältst? Bist du wie Paulus, der „nicht mit übertriebener Redekunst oder [menschlicher] Weisheit“ kam, „sondern in Erweisung von [Gottes] Geist und Kraft“, was bewirkte, daß der Glaube seiner Zuhörer dann „nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft“ beruhte? (1. Kor. 2:1, 4, 5) Nicht persönliche Geschicklichkeit oder eine gefällige Redeweise, sondern nur eine gut gegründete Erkenntnis des Wortes Gottes und seiner Grundsätze sowie das Bewußtsein, daß wir dieses Wort gewissenhaft vertreten, es achten und uns daran halten müssen, ermöglicht es uns, dies zu tun.

      17. Warum sollten besonders die Ältesten diese Ermahnung beachten, da wir an der Schwelle der neuen Ordnung stehen?

      17 Für Gottes Volk mögen in den Tagen bis zur „großen Drangsal“ noch sehr schwierige Situationen sowie ernste Gefahren und Probleme entstehen. Die Männer, die das Vorrecht haben, ‘die Herde Gottes zu hüten’, sollten zweifellos in der Lage sein zu beweisen, daß ihr Rat, ihre Belehrung und ihr Urteil auf Gottes unfehlbarem Wort beruhen. Sie sollten wie Jesus sagen können: „Es steht geschrieben.“ (Matth. 21:13) Dann wissen ihre Brüder, daß ihr Vertrauen und ihre Zuversicht auf einer guten Grundlage beruhen — nicht auf Menschen, sondern auf Gott, von dem solche Männer unter der Leitung seines Sohnes und seines Geistes zugunsten seiner Diener gebraucht werden. Das Leben von Menschen steht auf dem Spiel, und würden diese Männer in dieser Hinsicht nicht den nötigen Eifer und das nötige Interesse beweisen, so würden sie von Jehova Gott, dem großen Hirten, und von Christus Jesus, dem vortrefflichen Hirten, niemals anerkannt werden. Ganz gleich, mit was für einem Dienst christliche Älteste in der bevorstehenden gerechten neuen Ordnung betraut werden mögen, so wird ihnen alles, was sie in dieser Hinsicht jetzt lernen und sich jetzt aneignen, dann bestimmt zustatten kommen. — Joh. 10:11; Apg. 20:28-30; 1. Petr. 2:25; 5:1-4.

      18, Wie können wir uns alle im Reden die Ältesten zum Vorbild nehmen, und wovor sollten wir uns hüten?

      18 Die Ältesten sollten selbstverständlich „Vorbilder für die Herde“ sein, und so trifft das, was auf sie zutrifft, auf uns alle zu. (1. Petr. 5:3) Wenn wir wirklich an Gottes Verheißungen seiner neuen Ordnung glauben und davon überzeugt sind, daß sie nahe ist, wird sich das in unseren Äußerungen zeigen. Sie werden erkennen lassen, daß wir ‘den Tag Jehovas fest im Sinn behalten’. (2. Petr. 3:12) Worte können aber schal und leer sein. Deshalb sollte unsere „inbrünstige Liebe“ nicht nur Schein sein; wir sollten sie nicht nur ‘mit Worten oder mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit’ beweisen. (1. Joh. 3:18) Deshalb fügte der Apostel seinem inspirierten Rat noch die Worte hinzu:

      19. (a) Warum kostet der Dienst in der Versammlung viel Kraft? (b) Warum sollten sich die Männer, die auf diese Weise dienen, ermuntert fühlen, weiterhin hart zu arbeiten und sich zu verausgaben?

      19 „Wenn jemand dient, so diene er als von der Kraft abhängig, die Gott darreicht.“ (1. Petr. 4:11) Um so zu reden und zu lehren wie Jesus, Petrus, Paulus, Johannes und andere treue Hirten, müssen Älteste in den Versammlungen hart arbeiten, und alle, die dies tun, sollten deswegen ‘doppelter Ehre würdig gehalten werden’ und verdienen, daß ihnen „um ihres Werkes willen über die Maßen Achtung“ gezollt wird. (1. Tim. 5:17; 1. Thess. 5:12, 13) Die mühevolle Arbeit, die sie in Verbindung mit der Versammlung verrichten, indem sie ‘Unordentliche zurechtweisen, bekümmerten Seelen tröstend zusprechen, den Schwachen beistehen und gegen alle langmütig sind’, kann ihre Kräfte strapazieren. (1. Thess. 5:14) Sie mögen wie Paulus das Gefühl haben, sie würden „gleich einem Trankopfer über das Schlachtopfer und den öffentlichen Dienst, wozu der Glaube“ ihrer Brüder „geführt hat, ausgegossen“. Doch die Segnungen, die sich daraus ergeben, sind für sie ein Grund, ‘fröhlich zu sein und sich zu freuen’, denn das Beispiel, das sie durch ihre harte Arbeit geben, spornt ihre Brüder an, Gott mit ungeteiltem Herzen zu dienen. — Phil. 2:17, 18; Hebr. 13:7.

      20. Warum waren die ermahnenden Worte, die der Apostel Paulus in diesem Zusammenhang an die Ältesten von Ephesus richtete, von besonderer Bedeutung, und was können wir daraus lernen?

      20 Die „älteren Männer der Versammlung“ in Ephesus wußten wohl, welchen vorbildlichen Wandel der Apostel Paulus unter ihnen geführt hatte, indem er „als ein Sklave für den Herrn mit der größten Demut und unter Tränen und Prüfungen diente“. Seine Worte, mit denen er sie ermahnte, waren für sie daher von besonderer Bedeutung. Er sagte: „Bleibt daher wach, und behaltet im Sinn, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen ernstlich zu ermahnen. ... Ich habe niemandes Silber oder Gold oder Gewand begehrt. Ihr selbst wißt, daß diese Hände meinen Bedürfnissen wie auch denen derjenigen gedient haben, die bei mir waren. Ich habe euch in allen Dingen vor Augen geführt, daß ihr, indem ihr so angestrengt arbeitet, den Schwachen beistehen und die Worte des Herrn Jesus im Sinn behalten sollt, der selbst gesagt hat: ,Beglückender ist Geben als Empfangen.‘“ — Apg. 20:17-20, 31-35.

      21. Wie können wir alle so ‘dienen, als von der Kraft abhängig, die Gott darreicht’, und mit welcher Zuversicht?

      21 Gott hat uns allen in seiner Barmherzigkeit das Vorrecht gegeben, als „vortreffliche Verwalter der unverdienten Güte Gottes .... die auf mannigfaltige Weise zum Ausdruck kommt“, zu dienen. Wenn wir uns zuversichtlich auf die „Kraft“ verlassen, „die Gott darreicht“, werden wir „nicht nachlassen, das zu tun, was vortrefflich ist, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten“. (1. Petr. 4:10, 11; Gal. 6:9) Die Gewißheit, daß seine verheißene neue Ordnung kommt, ja daß sie nahe ist, sollte uns anspornen und uns mit noch größerer Entschlossenheit erfüllen. Wie der Apostel, so können auch wir sagen: „Darum lassen wir nicht nach, sondern wenn auch der Mensch, der wir äußerlich sind, verfällt, wird gewißlich der Mensch, der wir innerlich sind, von Tag zu Tag erneuert.“ Alles, was Gott uns aufträgt, können wir tun, sofern wir so ‘dienen, als von der Kraft abhängig, die Gott darreicht’. Er gibt uns „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, so daß wir ‘für alles stark sind durch den, der uns Kraft verleiht’. — 2. Kor. 4:7, 16; Phil. 4:13.

      22, 23. Warum sollten wir in unserem Dienst nie entmutigt sein oder darin nachlassen, sondern uns eher bemühen, noch mehr zu tun?

      22 Unsere Leistungen mögen in unseren Augen gering sein, und wir mögen dadurch nicht berühmt werden, aber Jehova läßt das, was wir tun, nie unbeachtet, und er ist auch ‘nicht ungerecht, daß er unsere Arbeit und die Liebe vergessen würde, die wir seinem Namen gegenüber erzeigt haben, indem wir den Heiligen dienten und noch dienen’. Da die langersehnte Zeit für seine neue Ordnung jetzt so nahe ist, sollten wir uns heute mehr denn je bemühen, ‘denselben Fleiß zu zeigen, um die volle Gewißheit der Hoffnung bis ans Ende zu haben’. — Hebr. 6:10, 11.

      23 Wenn wir das tun, haben wir die Aussicht, wunderbarer Segnungen teilhaftig zu werden. Auch rüsten wir uns dadurch für ein glückliches, erfolgreiches Leben in Gottes neuer Ordnung aus, da wir unser Augenmerk jetzt auf Dinge richten, die wirklich von Bedeutung sind.

      24. Was müssen wir sowohl jetzt als auch in der bevorstehenden neuen Ordnung tun, „damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus“?

      24 Wir wollen daher alles, was wir tun — bei unserer täglichen Arbeit, im Geschäftsleben, im Familienkreis, im öffentlichen Predigtdienst oder wenn wir einander innerhalb der Christenversammlung dienen —, „zur Verherrlichung Gottes“ tun und so beweisen, daß wir echte Jünger Jesu Christi, seines geliebten Sohnes, sind. (1. Kor. 10:31) Dann können wir alle gemeinsam auf der ganzen Erde als ein Juwel zum Preise des Namens Jehovas wirken, als ein Volk, das für das Leben in Gottes neuer Ordnung bereit ist. Denn „sein ist die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig. Amen.“ — 1. Petr. 4:11.

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