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  • Gewaltlosigkeit in einer Welt der Gewalt
    Erwachet! 1984 | 22. Oktober
    • in Armut leben müssen. Es wird 30 bis 50 Millionen arbeitslose Jugendliche geben. Solche Statistiken lassen eine furchtbare Zukunft ahnen.

      Gandhis Ideal der Gewaltlosigkeit hat in Indien, wo es geboren wurde, keine Wurzeln geschlagen. Warum nicht? An dem Fehlschlag ist nicht das Ideal schuld. Auch liegt die Schuld nicht bei Gandhi. Er hatte es ohne Zweifel gut gemeint. Aber Gandhi war nur ein Mensch. Er konnte nicht alle Menschen alles lehren. Auch vergessen die Menschen leicht, was sie gelernt haben. Die Geschichte bezeugt diese Tatsache.

      Bedeutet das, daß es den Menschen unmöglich ist, stets nach dem Grundsatz der Gewaltlosigkeit zu handeln? Wer vermag nicht nur die Inder, sondern alle Völker der Erde zu lehren, miteinander in Frieden zu leben? Was für eine Erziehung würde das erfordern? Wird die Welt je gewaltlos sein?

  • Wird die Gewaltlosigkeit je auf der ganzen Erde eine Realität sein?
    Erwachet! 1984 | 22. Oktober
    • Wird die Gewaltlosigkeit je auf der ganzen Erde eine Realität sein?

      „HEUTE geht es nur noch ums Überleben“, sagte die Frau in dem überfüllten Zug, der nach Bombay fuhr. Sie blickte aus dem Fenster auf die sich kilometerweit erstreckenden häßlichen Barackenkolonien, die unbarmherzig mit Regengüssen überschüttet wurden. „Heutzutage fehlt den Leuten jede Wertvorstellung“, fuhr sie fort. „Jeder kümmert sich nur um sich selbst. Sogar traditionelle Werte haben an Bedeutung verloren.“

      Ihre Worte treffen auf das Leben von Millionen zu, die ohne festgefügtes Wertsystem leben. Sowohl die Reichen als auch die Armen setzen sich sogar über die ererbten Sittenmaßstäbe hinweg, weil sie sie entweder für wirkungslos ansehen oder in unserer modernen Zeit als zu restriktiv. Sie halten sich dafür an das Gesetz des Ichs: „Ich muß überleben.“ Oder: „Ich muß mir gönnen, was möglich ist.“

      Das Fehlen jedes stabilisierenden Maßstabs hat bei vielen Verzweiflung oder Zorn ausgelöst. In unserer gewalttätigen Welt ist die Selbstverteidigung eine allgemein verbreitete Strategie geworden. Da aber viele meinen, der Angriff sei die beste Verteidigung, kommt es zu Roheiten — zu rohen Handlungen und rohen Äußerungen —, die wieder Roheiten erzeugen.

      „Schlimme Zeiten“

      Der Schöpfer des Menschen hat diese Zeit vorausgesehen — eine Zeit, in der die Menschen die von Gott stammenden Wertmaßstäbe ablehnen und daher völlig haltlos werden. Die Folgen beschrieb vor fast 2 000 Jahren ein weiser Mann: „Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schlimme Zeiten kommen. Denn da werden die Menschen selbstsüchtig sein und geldgierig, prahlerisch, übermütig, schmähsüchtig, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos ...; sie halten wohl noch fest an den äußern Bräuchen der Frömmigkeit, aber sie geben ihr keinen Einfluß auf ihr Leben“ (2. Timotheus 3:1-5, Albrecht).

      Sehen wir nicht tagtäglich, daß sich das bewahrheitet? Ist nicht die Welt für viele ein abstoßender Ort geworden, wo die Menschen „lieblos“ sind? Die Leute werden geschunden, körperlich und seelisch. Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten. Ganz normale Freundlichkeiten werden heute, in einer Zeit egozentrischen Denkens, so selten erwiesen, daß Personen, die es tun, oft als einmalig angesehen werden.

      Kann diese Situation irgendwie geändert werden? Gibt es eine Kraft oder eine Macht, die die Herzen der Menschen von der Neigung zu Gewalttätigkeit befreien könnte? Gibt es eine starke Motivation, sich zu ändern?

      Umerziehung des Herzens

      Es heißt, daß das Ziel jeder Erziehung die Entwicklung der Persönlichkeit sei, und man könnte hinzufügen, auch die Entwicklung der Wertvorstellung. Damit Gewaltlosigkeit nicht nur eine Phrase oder eine geistlose Redensart bleibt, müssen die Menschen in der ganzen Welt umerzogen werden, so daß sie lernen, Gott und ihre Mitmenschen wirklich zu lieben. Diese Erziehung darf nicht nur auf den analysierenden Verstand einwirken, sondern — und das ist noch wichtiger — sie muß auch das Herz, den Sitz der Motivation, beeinflussen.

      Würdest du jedoch ethische Maßstäbe von jedem akzeptieren? Natürlich nicht. Der Betreffende müßte sich schon als jemand ausgewiesen haben, der ein gutes Urteilsvermögen besitzt, und als jemand, der einen tadellosen Leumund hat. Seine Normen müßten sich seit langem bewährt haben und auf das breite Spektrum der Menschheit anwendbar sein. Personen jeder Nationalität und jeden Milieus müßten vereinigt werden. Vor allem aber müßte ihr Herz beeinflußt werden.

      Wer kann uns in der heutigen schlimmen Zeit in dieser Weise anleiten? Wer kann uns mit Wertmaßstäben ausrüsten, die es uns ermöglichen, auszuharren, hoffnungsvoll zu sein und nicht zu verzweifeln? Wer kann auf unser Herz einwirken und uns anstelle der Kampflust und des Hasses Friedensliebe und Güte einpflanzen?

      Aus der Geschichte wissen wir, daß kein Mensch einer solchen Aufgabe gewachsen ist. Deshalb wollen wir uns kurz mit dem befassen, was der betagte und geachtete Mann Moses über unseren Schöpfer, Jehova Gott, schrieb: „Denn ich werde den Namen Jehovas verkünden. Schreibt Größe zu unserem Gott! Der FELS, vollkommen ist sein Tun, denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es keine Ungerechtigkeit gibt; gerecht und gerade ist er.“ Gott ist also nicht nur gerecht und vollkommen, sondern er ist auch treu (5. Mose 32:3, 4).

      In alter Zeit schrieb König David: „Das Gesetz Jehovas ist vollkommen, bringt die Seele zurück. Die Mahnung Jehovas ist zuverlässig, macht den Unerfahrenen weise. Die Befehle Jehovas sind recht, erfreuen das Herz; das Gebot Jehovas ist rein, erleuchtet die Augen“ (Psalm 19:7, 8). Ja, die Gesetze und Mahnungen Jehovas können ins Herz dringen und bewirken, daß wir anfangen, anders zu denken und anders zu handeln. Gewalttätige Personen werden friedsam und gütig.

      Wer sind die Friedsamen?

      Vor fast zweitausend Jahren sagte Jesus Christus, der liebevollste Lehrer aller Zeiten, auf einem Berg zu seinen Zuhörern: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde ererben werden. ... Glücklich sind die Friedsamen, da sie ‚Söhne Gottes‘ genannt werden“ (Matthäus 5:5-9). Existiert heute ein mildgesinntes und friedsames Volk? Die kriegerische Christenheit kann es sicherlich nicht sein.

      Überall in der Welt gibt es heute Menschen aller Nationalitäten, die ihre Philosophie der Gewaltanwendung aufgegeben und die von Gott aufgestellten Normen akzeptiert haben. Sie haben sich umerziehen lassen. Ihre Herzen sind berührt worden, und bereitwillig haben sie die Einladung angenommen: „‚Kommt, und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovas, ... und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ ... Und er wird gewißlich Recht sprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vieler Völker. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.“ Gemäß dieser Prophezeiung wird „im Schlußteil der Tage“ ein Volk der Gewaltlosigkeit gebildet werden. Wer ist dieses Volk? (Jesaja 2:2-4).

      Es handelt sich um Jehovas Zeugen; in der ganzen Welt geht ihre Zahl in die Millionen. Vermutlich gibt es auch da, wo du wohnst, Zeugen Jehovas. Es sind friedsame Leute, die von Haus zu Haus gehen, um die Menschen über Jehovas gerechte Wege zu informieren. Sie lehnen das Tragen von Waffen ab, ganz gleich, in welchem Land sie wohnen. Auch beteiligen sie sich nicht an der Politik und der damit verbundenen Gewaltanwendung. Sie sind wirklich friedliebend, gottesfürchtig und lehnen gewaltsame Aktionen ab. Sie treten für Gottes Königreichsregierung unter Christus ein und sehen darin die einzige Lösung für die Übelstände, die unter den Menschen herrschen. Sie sind überzeugt davon, daß Gottes Königreich bald alle Gewalttätigkeit auf der Erde ausrotten und alle Gewalttäter beseitigen wird. Ihr Leben beweist, daß Gewaltlosigkeit nicht nur ein Ideal, sondern auch eine Realität ist (Daniel 2:44; Offenbarung 21:3, 4).

      Jehovas Zeugen wissen, daß es in der Bibel heißt: „Gott [ist] nicht parteiisch ..., sondern ... ihm [ist] in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar“ (Apostelgeschichte 10:34, 35). Sie respektieren daher die Menschenwürde einer jeden Person — Mann, Frau oder Kind —, ganz gleich, welcher Bevölkerungsschicht sie angehört oder welche Hautfarbe sie hat. Ihre Bruderschaft ist nicht in Klassen oder Kasten aufgeteilt.

      Sehnst du dich nach Gerechtigkeit?

      Wie ergeht es dir? Wirst du diskriminiert? Empört sich dein Herz über die Ungerechtigkeiten, die du mit ansehen oder die du selbst erleiden mußt? Sehnst du dich nach Gerechtigkeit und nach Unparteilichkeit? ‘Seufzt und stöhnst du über all die Abscheulichkeiten’, die im Namen der Religion begangen werden? Dann können wir dir nur versichern, daß Gott deine Bedürfnisse kennt (Hesekiel 9:4).

      Unter göttlicher Inspiration schrieb der Psalmist: „Das Begehren der Sanftmütigen wirst du bestimmt hören, o Jehova. Du wirst ihr Herz bereiten. Du wirst mit deinem Ohr aufmerken.“ Bist du damit einverstanden, daß Jehova jetzt dein Herz für ein gewaltloses neues System der Dinge bereitet, das nicht mehr fern ist? Wenn ja, dann möchten wir dir dringend empfehlen, mit den Herausgebern dieser Zeitschrift oder mit einem Zeugen Jehovas Kontakt aufzunehmen. Er wird sich freuen, dir verstehen zu helfen, wie Gottes Königreich die Gewaltlosigkeit bald zu einer weltweiten Realität machen wird (Psalm 10:17).

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