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    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • Schritt halten mit der Neuen-Welt-Gesellschaft

      „Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ — Matth. 19:27, NW.

      1. Was ist die Neue-Welt-Gesellschaft, und warum ist es unbedingt nötig, daß Gerechtigkeitsliebende mit ihr Schritt halten?

      DIE Neue-Welt-Gesellschaft ist eine wachsende Gesellschaft von Predigern, deren Einfluß bis an die Enden der bewohnten Erde immer mehr zunimmt. Sie ist eine lebendige, sich bewegende, „atmende“ Organisation, deren geistige Wohlfahrt in der Geschichte des Christentums ohnegleichen ist. Überall, wo sie sich mit ihrem Einfluß hinwendet, erregt sie die Aufmerksamkeit ehrlichgesinnter Menschen. Sie ist ein Leuchtturmlicht in dieser dunklen Welt und bietet allen, die zu ihr kommen und sich innerhalb ihrer Grenzen aufhalten, Worte der Hoffnung und des Lebens an. Es ist heute gebieterische Pflicht, daß jene, die in der neuen Welt der Gerechtigkeit zu leben wünschen, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten. Warum? Weil sie nun bald alle ihre Glieder durch die größte aller Drangsale, den Krieg von Harmagedon, sicher hindurchbringen und sie in eine helle neue Welt führen wird, die Gott schafft, und in der sich die Menschheit des ewigen Friedens, der Wohlfahrt und des Glückes erfreut. — Matth. 24:21.

      2. (a) Warum können wir sagen, daß Jehova hinter der Neuen-Welt-Gesellschaft steht? (b) Auf welche Weise spiegelt die Neue-Welt-Gesellschaft die Gedanken Jehovas wider?

      2 Hinter dem Erfolg dieser wunderwirkenden Organisation steht ihr Bildner und Schöpfer, Jehova Gott. Er allein konnte eine so wunderbare Einrichtung für die Bewahrung seines Volkes ausdenken. Er allein hat die Kraft, während dieser gefahrvollen Zeiten ein so großes Unternehmen aufrechtzuerhalten. Und er allein besitzt die Weisheit und den Geist, sie so zu leiten, daß sie gemäß seinem göttlichen Willen seinem Zwecke dient. Daher ist Jehova für ihr Dasein, ihr erstaunliches Wachstum und ihren Erfolg verantwortlich. Zu Recht gebührt daher aller Ruhm und alle Ehre ihm. Wie es der Apostel Paulus so treffend gesagt hat: „Was ist denn Apollos? Ja, was ist Paulus? Diener, durch die ihr zum Glauben gekommen seid, so wie der Herr es einem jeden gewährt hat. Ich pflanzte, Apollos bewässerte, Gott aber fuhr fort, das Wachstum zu geben, so daß weder der etwas ist, der pflanzt, noch der, welcher bewässert, sondern Gott, der es wachsen läßt. Wer nun pflanzt und wer bewässert: sie sind eins; aber jeder wird den ihm gehörenden Lohn empfangen gemäß seiner eigenen Mühe. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau.“ Da die Neue-Welt-Gesellschaft Gottes Bau, sein „Feld zur Bebauung“ ist, spiegelt sie die Gedanken wider, die Jehova der Menschheit gegenüber hat, indem sie das Werk der wahren Anbetung auf Erden ausdehnt, mit dem Licht vermehrter Erkenntnis vorrückt, für geistiges Wachstum und für Wohlfahrt sorgt und mit ihrem Haupte, Christus Jesus, Schritt hält, der ihr den Weg zum vollkommenen Tage weist. — 1. Kor. 3:5-9, NW; Ps. 127:1.

      3. Wie hat Jehova Hoffnung auf die neue Welt eingeflößt, und wie hat diese Hoffnung die Menschen beeinflußt?

      3 Schon ehe der Mensch eine neue Welt überhaupt erwarten konnte, begann Jehova Gott, ihre Grundlagen zu bauen und Menschen Hoffnung auf sie einzuflößen. Er veranlaßte gewisse Männer, daß sie schrieben und Prophezeiungen über die kommende Welt äußerten, in der Gerechtigkeit wohnen soll. Diese Prophezeiungen wurden für Menschen guten Willens in jeder Generation eine Quelle unermeßlicher Freude, der Hoffnung und des Mutes. Sie gaben den Menschen den nötigen Ansporn, im Glauben vorwärtszugehen und ihrer schließlichen Erfüllung entgegenzublicken. Als Jehova Abram gebot: „Ziehe hinweg aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in das Land, das ich dir zeigen werde“, gehorchte Abram ohne zögern, weil er der göttlichen Verheißung einer neuen Welt glaubte. Paulus sagt uns, daß Abraham Gott gehorchte, indem er auszog „an einen Ort, den er zum Erbe erhalten sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er käme. Durch Glauben hielt er sich vorübergehend in dem Lande der Verheißung auf wie in einem fremden Lande und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat und deren Erbauer und Schöpfer Gott ist.“ Abraham hatte den sehnlichen Wunsch, in der von Jehova verheißenen neuen Welt zu leben. Deshalb konnte er sein Heimatland verlassen und sich mit dem Leben eines vorübergehend in Zelten Weilenden begnügen, um das von Gott Verheißene zu erben. Sara, sein Weib, schloß sich ihm auf seinen Reisen willig an und bekundete so ihren Glauben an Gottes Verheißung. In der Hoffnung auf eine neue Welt wandelten sie durch Glauben einem neuen Land entgegen. — 1. Mose 12:1-3; Heb. 11:8-10, NW.

      4-6. (a) Welche weiteren Menschen faßten diese Verheißung einer neuen Welt ins Auge? (b) Wie bekundete Jesus seine Bereitwilligkeit, an dem, was Jehova verheißen hat, teilzuhaben?

      4 Die Frage ist noch offen: Sind wir bereit, dasselbe zu tun, das heißt, denselben Glauben an Gottes Verheißung und dieselbe Bereitwilligkeit zu bekunden wie Abraham und sein Weib Sara? Die Tatsache, daß sich an Abraham die Verheißung zu seinen Lebzeiten nicht erfüllte, hielt weder Isaak noch Jakob davon ab, Abrahams Fußstapfen zu folgen, Glauben an Gott zum Ausdruck zu bringen und ihren Kindern denselben Lauf zu empfehlen. Jesus sagte von Abraham: „Abraham, euer Vater, war sehr erfreut über die Aussicht, meinen Tag zu sehen, und er sah ihn und freute sich.“ So groß war der Glaube dieser Patriarchen an Gottes Verheißung, daß sie bereit waren, alles, selbst ihr Leben hinzugeben, um das ihnen verheißene Erbe, das in der neuen Welt liegt, empfangen zu können. — Joh. 8:56; Heb. 11:39, NW.

      5 Mose brachte denselben Glauben an Gottes Verheißung zum Ausdruck. Er, der am Hofe Pharaos aufgezogen worden war, ‚hielt die Schmach des Christus für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens‘. Mose folgte dem Rufe Gottes, als er achtzig Jahre alt war, und gab das Leben eines Hirten auf, um Jehovas Zeuge vor Pharao und ein Führer der Nation Israel zu werden. Das Volk Israel ist ein Beispiel davon, wie eine ganze Nation ihre Hoffnung in Jehovas Verheißung einer neuen Welt fand. Paulus spricht von einer großen „Wolke von Zeugen“, deren Glieder alles Beschwerende beiseite taten, um Teilhaber der Verheißung zu werden. — Heb. 11:26, 27; 12:1, NW.

      6 In dieser großen „Wolke von Zeugen“ stand Christus Jesus obenan: „Der, obwohl in Gestalt Gottes existierend, nicht daran dachte, etwas an sich zu reißen, nämlich das Gottgleichsein. Nein, er entäußerte sich selbst, nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. Mehr als das: als er sich in seiner Beschaffenheit als Mensch sah, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam, selbst bis zum Tode, ja bis zum Tode an einem Marterpfahl. Eben darum hat ihn Gott auch in eine übergeordnete Stellung erhoben.“ Jesus gab sein alles dahin, was weit mehr war als das, was das ganze Menschengeschlecht überhaupt geben könnte, damit ihm Jehovas Verheißung bezüglich einer neuen Welt zuteil werde. Er veranschaulichte seine Willigkeit, dies zu tun, in verschiedenen Gleichnissen: „Das Königreich der Himmel ist gleich einem im Felde verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft, was er hat, und kauft jenes Feld. Wiederum ist das Königreich der Himmel gleich einem reisenden Kaufmann, der schöne Perlen sucht. Als er eine Perle von hohem Werte gefunden hatte, ging er hin und verkaufte sogleich alles, was er hatte, und kaufte sie.“ So völlig hatte sich Jesus selbst entäußert, daß er zu einem gewissen Schriftgelehrten, der ihm nachfolgen wollte, sagen konnte: „Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, aber der Sohn des Menschen hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.“ Statt den Verlust ‚aller Dinge‘ zu beklagen, empfahl Jesus seinen Nachfolgern diesen Lauf, wenn sie wirklich ins Königreich eingehen wollten. — Phil. 2:5-9; Matth. 13:44-46; 8:20; Kol. 1:15, 16, NW.

      7. (a) Welchen Rat gab Jesus in bezug auf das Gewinnen der neuen Welt? (b) Was bedeutet es, Christus zu folgen?

      7 Jesus wußte, was nötig war, um die alte Welt zu besiegen. So sagte er denn: „Wenn jemand mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beharrlich. Denn wer immer seine Seele retten will, wird sie verlieren; wer immer aber seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt? Oder was wird ein Mensch für seine Seele zum Tausch geben? Denn es ist dem Sohn des Menschen bestimmt, in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln zu kommen, und dann wird er einem jeden vergelten gemäß seinem Verhalten.“ Jesus Christus also zu folgen bedeutet, das Christentum in die Tat umzusetzen; es bedeutet Selbstverleugnung in einem Leben der Hingabe an die Grundsätze des Christentums. Es erfordert, daß man den „Marterpfahl“ aufnimmt und an den Beschwerden und Leiden teilhat, die Jesus noch zurückließ. Es bedeutet, sein persönliches Trachten und Streben nach Reichtum, Ansehen und Macht aufzugeben. Der Prophet Hiob sagte: „Wenn ich das Gold zu meiner Zuversicht gemacht und zu dem feinen Golde gesagt habe: Mein Vertrauen! … Gott droben würde ich verleugnet haben.“ Auf diese Weise Christus zu folgen, bedeutet, die alte Welt aufzugeben, die ganze Welt und, wenn nötig, auch das Leben. Es erfordert völlige Untertanentreue und Loyalität an das Christentum, so wie sich ein Soldat der Sache der Unabhängigkeit und Freiheit hingibt. Paulus zeigt diesen Punkt klar, wenn er sagt: „Niemand, der als Soldat dient, verwickelt sich in die Handelsgeschäfte des Lebens, um die Anerkennung dessen zu erlangen, der ihn als Soldat angeworben hat.“ Christen, die Christus nachfolgen, müssen bereit sein, dem Rufe zur Pflicht mit derselben Willigkeit zu folgen wie der Prophet Jesaja, der auf die Frage „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ erwiderte: „Hier bin ich, sende mich.“ Da er sich nicht an diese alte Welt klammerte, war er frei, Jehovas Ruf zu folgen. Dies war das beneidenswerte Los, das treue Menschen, wie Abraham, Isaak, Jakob und andere, zufolge ihres Glaubens hatten. Dies muß das Los all derer sein, die mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten. — Matth. 16:24-27, NW; Hiob 31:24, 28; 2. Tim. 2:4, NW; Jes. 6:8.

      BERUFEN, ALLES HINZUGEBEN

      8. Was hieß Jesus seine Nachfolger tun, und wie verhielten sie sich diesbezüglich?

      8 Als Jesus Christus das Christentum einführte, berief er seine Nachfolger, denselben Glauben, den Glauben Abrahams, zu bekunden. Und seine unmittelbaren Apostel zeigten, daß sie diesen Glauben besaßen. Man beachte besonders, mit welcher Bereitwilligkeit sie Jesu Ruf „Folge mir!“ gehorchten. Der inspirierte Bericht sagt von Petrus und Andreas, die als Fischer die Netze auswarfen, als Jesus sie rief: „Sogleich die Netze liegenlassend, folgten sie ihm.“ Von Jakobus und Johannes, die berufen wurden, als sie gerade ihre Netze ausbesserten, sagt der Bericht: „Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm.“ Als ein Jünger umkehren wollte, um seinen Vater zu begraben, erwiderte Jesus: „Folge mir weiter nach, und laß die Toten ihre Toten begraben.“ Der Gedanke hier ist, daß sie sich nicht durch irgend etwas, was ihnen im Wege stand, zurückhalten ließen. Ihre Beschäftigung, Angehörige, Freunde wurden nicht als das Wichtigere betrachtet. Diese wurden an die zweite Stelle gesetzt, und dem noch begehrenswerteren, dem Königreich Gottes, wurde in ihrem Leben der erste Platz eingeräumt. Es wurden nicht Monate darauf verwandt, Geld zu ersparen, ehe sie ihre Arbeitsplätze verließen, noch wurde vorsichtig erwogen, ob die Sache sich lohne oder nicht. Auch fragten die Apostel nicht: Was schaut für mich dabei heraus? Statt dessen folgten sie dem Ruf unverzüglich und bekundeten auf diese Weise großen Glauben an Jehova, seinen Sohn und an die für ihr Fortkommen getroffene Vorkehrung. — Matth. 4:18-22; 8:22, NW.

      9. Wie sollten sie ihre Königreichsvorrechte einschätzen?

      9 Jesus hatte seinen Nachfolgern eingeprägt, von welchem Wert es sei, das Königreich zu gewinnen; es zu erreichen, sei alle Kosten wert. Er betonte die Notwendigkeit der Selbstaufopferung, schwerer Arbeit, der Ausdauer und Geduld, um das Ziel des Glaubens zu erreichen, nämlich die Rettung unserer Seelen. Er betonte, daß ihm beständig zu folgen bedeuten würde, von weltlichen Banden und Verpflichtungen frei zu sein. Nahrung, Kleidung, Obdach und die anderen Lebensnotwendigkeiten wurden zur Nebensache gemacht. „Denn all diesem gehen die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all dieser Dinge bedürft. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und seine Gerechtigkeit zu suchen, und all diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden. Macht euch also nie Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug.“ Die Hauptsache war das Königreich. Im Vergleiche dazu verblaßte alles andere. Paulus zeigte an, wie er diesbezüglich empfand. „Um seinetwillen [um Christi willen] habe ich den Verlust aller Dinge auf mich genommen, und ich erachte sie als eine Menge Unrat, damit ich Christus gewinne.“ Und der Apostel Johannes folgerte: „Die Welt vergeht und auch ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt für immer.“ Was könnte als besserer Grund dafür angegeben werden, weshalb man diese Welt aufgeben und sich vollständig und rückhaltlos dem Königreich Gottes hingeben sollte? Wenn es absoluten Glauben und Vertrauen auf Jehova und Christus Jesus erforderte, um mit der wachsenden christlichen Kirche des ersten Jahrhunderts Schritt zu halten, erfordert es da heute etwa weniger Glauben? — Matth. 19:27; 6:32-34; Phil. 3:8; 1. Joh. 2:17, NW.

      10. Was ist das Ergebnis gewesen, wenn dem Gebot, ‚Jünger zu machen aus Menschen aller Nationen‘, Folge geleistet wurde?

      10 Treuer Gehorsam gegenüber dem Auftrag, hinzugehen und „Jünger aus Menschen aller Nationen“ zu machen, hat bewirkt, daß die christliche Versammlung gewachsen ist, bis sie heute auf der ganzen Erde durch ergebene Diener vertreten ist, die diese gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich Gottes verkündigen. Besonders in den letzten siebenunddreißig Jahren haben Hunderte von Millionen etwas von der göttlichen Herrschaft der neuen Welt gehört. Von diesen Millionen haben Hunderttausende dies als Gottes lebengebende Botschaft für heute erkannt. Diese sind mit demselben Glauben und derselben Freude darauf eingegangen, wie es die Propheten der alten Zeit und die Jünger Jesu taten, und sie haben ihr Leben durch Jesus Christus Gott hingegeben und sich zusammengetan, um diese helleuchtende Fackel des Königreiches hochzuhalten. Zusammen bilden diese christlichen Zeugen eine Gesellschaft, die kein Teil dieser alten Welt ist. Sie stehen für Gottes neue Welt der Gerechtigkeit ein; darum bilden sie eine Neue-Welt-Gesellschaft. — Matth. 28:19, 20; 24:14, NW.

      11. Wird von den Gliedern der Neuen-Welt-Gesellschaft verlangt, daß sie dieselben Opfer bringen wie die christlichen Zeugen des ersten Jahrhunderts?

      11 Wird nun von ihnen als Gliedern der Neuen-Welt-Gesellschaft verlangt, daß sie dieselben Opfer darbringen und denselben Glauben an den Tag legen wie jene christlichen Zeugen des ersten Jahrhunderts? Jawohl, denn es gibt keine besonderen Vorschriften des Benehmens oder des Dienstes für Christen irgendeines Jahrhunderts. Sie folgen alle demselben großen Vorbild, Christus Jesus. Petrus schrieb: „In der Tat wurdet ihr zu diesem Laufe berufen, weil auch Christus für euch litt, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt.“ Paulus gab den Rat: „Werdet meine Nachahmer, gleichwie auch ich Christi.“ Und wiederum: „Seid Nachahmer derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.“ „Denn alle Dinge, die vormals aufgezeichnet wurden, wurden zu unserer Unterweisung geschrieben, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung schöpfen möchten.“ Daher haben wir nicht nur Aufzeichnungen über das vollkommene Beispiel Christi, sondern auch über dasjenige Abrahams und aller Propheten, die vor uns lebten und deren Leben nützliche Lektionen für uns sind, die wir studieren sollen, um mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten. — 1. Pet. 2:21; 1. Kor. 11:1; Heb. 6:12; Röm. 15:4; 1. Kor. 10:11, NW.

      12. Was muß die geistige Haltung derer sein, die mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten?

      12 Es wird immer klarer, daß irgend jemand von uns, der mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten will, ebenso willig und bereit sein muß, Jehovas Anweisungen zu befolgen, wie die treuen Propheten und Apostel. Wir können uns nicht an diese alte Welt binden lassen und dabei denken, wir könnten mit der christlichen Gesellschaft von Predigern Schritt halten. Wir müssen frei sein, um einem Rufe zu folgen gleichwie Abraham und Mose, müssen willens sein, vorzurücken und die Interessen der alten Welt zurückzulassen. Wir müssen begierig sein, dem Ruf des Meisters zu folgen: „Komm, folge mir!“ und müssen ihm ebenso völlig gehorchen wie Petrus: „Wir haben alles [alle Dinge] verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Wir müssen „alles“ hinter uns lassen, ohne ein Verlangen danach zu empfinden wie z. B. Lots Weib, ja ohne Bedauern und mit Freude, daß uns eine solche Gelegenheit geboten ist und wir sie ergreifen können. So wie Paulus, der alles aufgab, sagte: „Ich bin bereit, mich nicht nur binden zu lassen, sondern in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus auch zu sterben.“ Dies sollte unser Entschluß, so sollte unsere Ergebenheit sein. — Mark. 10:21; Matth. 19:27; Apg. 21:13, NW.

      13. Was kann von jenen gesagt werden, die sich immer noch an die alte Welt klammern, und welche Ermahnung kann ihnen gegeben werden?

      13 Es gibt indes immer noch einige „Christen“, die denken, es sei möglich, gleichzeitig in der Neuen-Welt-Gesellschaft und in der alten Welt zu leben. Doch auch diese, die anscheinend zum Lernen langsam sind, finden die Aufgabe immer schwieriger. Ihre Hingabe an Gott ist keine vollständige gewesen. Sie haben nicht wirklich „alles“ verlassen, um Christus zu folgen. Ihre Hingabe an Gott ist eine Hingabe unter Vorbehalten, unter Bedingungen gewesen. Immer noch haben sie ein Verlangen nach den luxuriösen Dingen und Vergnügungen des vergehenden Systems der Dinge. Sie wissen, daß das Schritthalten mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Zeit erfordert, und Vergnügungen der alten Welt verlangen auch Zeit. Somit erfolgt eine Prüfung in bezug auf die Neigungen des Betreffenden; er wird nach verschiedenen Richtungen gezogen, woraus sich Spannungen und Enttäuschungen ergeben. Eine unstete Person, die im Geiste geteilt ist, ist Jehova nicht wohlgefällig. „In der Tat“, sagt Jakobus, „jener Mensch denke nicht, daß er irgend etwas von Jehova empfangen werde; er ist ein unentschiedener Mann, unstet in allen seinen Wegen.“ „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und läutert eure Herzen, ihr Unentschiedenen. Gebt der Trübsal Raum, trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Demütigt euch vor den Augen Jehovas, und er wird euch erhöhen.“ Jene, die darauf beharren, ein Doppelleben zu führen, sind nicht wirklich demütig. Man findet sie immer noch kurz vor der Grenzlinie. Sie ziehen es vor, Jehovas weisen Rat außer acht zu lassen. Da sie nur ungern mit der alten Welt ganz brechen, hängen sie sozusagen nur mit einem Faden an der neuen Welt, bis die alte Welt sie vollständig in die Vergessenheit hinabzieht. Es ist gefährlich, nach beiden Seiten hinken zu wollen, und unmöglich, zweier Herren Sklave zu sein. „Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.“ — Jak. 1:7, 8; 4:8-10; Matth. 6:24, NW.

      DER UNENTSCHLOSSENHEIT KEINEN RAUM LASSEN

      14, 15. (a) Weshalb gibt es heute für Unentschiedenheit keinen Raum? (b) Weshalb erfordert es Entschlußkraft und Mut, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten?

      14 Das jetzige gesteigerte Tempo der Neuen-Welt-Gesellschaft läßt der Unentschlossenheit keinen Raum. Selbst ein kleines Zögern bedeutet schon, Boden zu verlieren. Und je mehr und je länger wir zögern, desto größer wird die Distanz, die wir wieder einholen müssen, wenn wir mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten wollen. Es bedeutet, daß eine größere Anstrengung gemacht und mehr Entschiedenheit aufgebracht werden muß. Die tragische Wahrheit ist, daß der Verlust einer gewissen Strecke sich fast immer als unheilvoll erweist, weil die Neue-Welt-Gesellschaft unablässig weitergeht und dem vollkommenen Tag entgegendrängt. Es erfordert Glauben, Mut und Entschiedenheit, mit ihr Schritt zu halten. Besonders jetzt, da mehr und mehr von unserer Zeit verlangt wird. Da heißt es, den Ruf zum Pionier-, Missionar- und Betheldienst mit einem „Hier bin ich, sende mich“ zu beantworten. Mehr Aufmerksamkeit soll dem Dienst von Haus zu Haus gewidmet werden, dem Schulen neuer Königreichsverkündiger, den Nachbesuchen bei jenen, die Interesse für die Königreichsbotschaft bekunden, und den Heimbibelstudien, die bei Menschen guten Willens abgehalten werden. All dies verlangt Zeit, unsere Zeit und Lebenskraft. Doch da es Gott hingegebene Zeit ist, gehört sie zu Recht Jehova. „Ihr gehört nicht euch selbst, denn ihr wurdet um einen Preis erkauft. Auf jeden Fall verherrlicht Gott in eurem Leibe.“ „Zahlt daher … Gottes Dinge … Gott.“ — Jes. 6:8; 1. Kor. 6:19, 20; Matth. 22:21, NW.

      15 Doch das ist nicht alles, wofür zu sorgen ist. Da gibt es Versammlungsstudien und Zusammenkünfte der Versammlung, die zu besuchen und zu unterstützen sind. Diese erfordern unser Sinnen und unsere Vorbereitung. Weder unser persönliches Studium noch unsere Familienpflichten dürfen vernachlässigt werden. Die geringste Verwicklung in die alte Welt kann zu einem Hindernis werden und unseren Fortschritt der neuen Welt entgegen hindern. Deshalb gab Jesus denen, die ihm folgen, den Rat, sich zu verleugnen, den Marterpfahl aufzunehmen und ihm beständig zu folgen. Paulus gab einen ähnlichen Rat: „Laßt uns ebenfalls alles Beschwerende sowie die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen, und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen, indem wir unverwandt auf Jesus schauen, den Anführer und Vervollkommner unseres Glaubens.“ Wenn wir diese weise Ermahnung beherzigen, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten, so wird es für uns lange nicht so schwierig sein, wie es für jene ist, die mit den Dingen dieses Lebens beschwert sind. — Heb. 12:1, 2; Matth. 16:24, NW.

      16. Welche Frage sollte sich jedes Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft stellen?

      16 Wenn wir uns unnötigerweise an diese alte Welt ketten lassen, wird unser Geist gedämpft werden. Dadurch wird unser Fortschritt beeinträchtigt, und die Freude zunichte, die wir normalerweise aus dem Dienste Jehovas erhalten. In der Tat, wenn Unternehmungen, die in den Bereich der alten Welt gehören, nicht in Schranken gehalten werden, werden sie uns zum völligen Stillstand führen. Jedes Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft sollte um seinen Fortschritt der neuen Welt entgegen besorgt sein. Es sollte sich fragen: Wo stehe ich in Beziehung zur Neuen-Welt-Gesellschaft? Halte ich Schritt mit ihr? Vernachlässige ich die Interessen der neuen Welt um der Unternehmungen der alten Welt willen? Folge ich einem theokratischen Ruf gleichwie die treuen Propheten und die Apostel? Oder lasse ich es geschehen, daß weltliche Interessen meine Zeit verschlingen? Zu einem in moralischer Hinsicht reichen jungen Mann, der ewiges Leben zu erlangen wünschte, sagte Jesus: „‚Eins fehlt dir: geh hin, verkaufe, was immer du besitzest, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!‘ Er aber wurde traurig bei diesen Worten und ging betrübt fort; denn er hatte viele Besitztümer. Nachdem Jesus um sich geblickt hatte, sprach er zu seinen Jüngern: ‚Wie schwer wird es denen sein, die Geld haben, in das Königreich Gottes einzugehen!‘“ Laß dich nicht durch die Dinge dieser Welt, Geld und Materialismus, davon abhalten, Leben zu gewinnen. — Mark. 10:17-30, NW.

      17. Verliert ein Christ irgend etwas, wenn er mit der alten Welt endgültig bricht?

      17 Nach Jesu Gespräch mit dem jungen Mann sagte Petrus: „Siehe! wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.“ Jesus gab darauf die Antwort: „Wahrlich, ich sage euch Männern: Niemand hat Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Felder verlassen um meinet- und um der guten Botschaft willen, der nicht hundertfältig empfange, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Felder, mit Verfolgungen, und in dem kommenden System der Dinge ewiges Leben.“ In anderen Worten sagte Jesus zu Petrus, daß der Christ nichts verliere, wenn er die alte Welt aufgebe, noch verliert ein christlicher Zeuge Jehovas etwas, wenn er dasselbe tut, um Schritt zu halten mit der Neuen-Welt-Gesellschaft. Wir gewinnen all das, was wir aufgeben, hundertfach, ja mehr. Der gesalbte Überrest wird außerdem als Christi Brautklasse ein Leben der Herrlichkeit in den Himmeln erlangen, und den anderen Schafen des Herrn wird ewiges Leben auf einer paradiesischen neuen Erde zuteil werden, alles deswegen, weil sie den Glauben nicht preisgaben, sondern mit der Neuen-Welt-Gesellschaft gläubig vorwärts gingen, der neuen Welt entgegen.

  • Schritt halten durch Anpassung an theokratische Erfordernisse
    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • Schritt halten durch Anpassung an theokratische Erfordernisse

      „Ich gebiete dir, das Gebot auf makellose und untadelige Weise bis zum Kundwerden unseres Herrn Jesus Christus zu beobachten.“ — 1. Tim. 6:13, 14, NW.

      1. Welch große Verantwortung fiel den gesalbten Zeugen Jehovas und auch solchen zu, die nach dem Jahre 1914 Christen zu sein bekannten?

      MIT der Aufrichtung des Königreiches Jehovas im Jahre 1914 fiel den gesalbten Zeugen Gottes, Jehovas, und allen, die sich zum Christentum bekannten, eine große Verantwortung zu. Würden sie sich nun aufmachen und diese gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich auf der ganzen bewohnten Erde allen Nationen zu einem Zeugnis predigen, oder würde ihr Glaube versagen, wodurch sie zusammen mit der alten Welt in deren hoffnungslose Vergessenheit sänken? Glaube und Vertrauen in Jehova und in sein Wort waren ein Erfordernis, dem sie entsprechen mußten, ehe Gott sie als seine Zeugen gebrauchen konnte. Daher stellte Jesus die Frage: „Wird der Sohn des Menschen bei seiner Ankunft wirklich auf der Erde diesen Glauben finden?“ Auf das Jahr 1918 zurückblickend, in dem Jehova zu seinem Tempel kam, können wir Gott aufrichtig Dank sagen, daß er „diesen Glauben“ auf der Erde fand, den Glauben Abrahams. Er fand Männer und Frauen, die ihm als dem allmächtigen Gott Jehova völlig ergeben waren, ‚alle Dinge‘ dieser Welt aufgaben und bis in den Tod ihr Leben nicht liebten. — Luk. 18:8; Matth. 19:27; 24:14; Off. 12:11, NW.

      2, 3. (a) Warum und wie wurde der gesalbte Überrest von Jehova gebraucht? (b) Welche Worte Jesajas begannen sich zu erfüllen?

      2 Jene Jahre von 1914 bis 1918 waren Jahre der Prüfung. Der Feind hatte ihre irdische, sichtbare Organisation in beträchtlichem Umfang zertrümmert, konnte aber ihre Liebe und Ergebenheit Gott gegenüber nicht zunichte machen. Ihr Glaube an ihn blieb unvergänglich. Mit diesen Ergebenen begann Jehova eine neue irdische Organisation aufzubauen, eine Neue-Welt-Gesellschaft unter dem aufgerichteten Königreich Gottes. Diese Treuen als Gesamtheit gesehen setzte Jesus ‚über all seinen Besitz‘. Sogleich fühlten sie die Dringlichkeit ihrer Verantwortung für das ihnen Anvertraute. Und da sie von irgendwelchen Banden frei waren, die sie an das mystische Babylon gekettet hätten, konnten sie sofort an das vor ihnen liegende Werk herantreten, um ihren Auftrag zu erfüllen und die gute Botschaft des Königreiches Jehovas bis zu den Enden der Erde zu verkündigen. Da Gottes Geist auf ihnen ruhte und viel Arbeit zu tun war, erstand der gesalbte Überrest wieder zum Leben, und eine glänzende, von Gott gesegnete Zukunft lag vor ihm, da er den Kern der Neuen-Welt-Gesellschaft bildete. — Matth. 24:45-47, NW; Hes. 37:1-14; Off. 11:11.

      3 Die folgenden Worte der Prophezeiung Jesajas begannen sich zu erfüllen: „Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt Jehova auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs. Erhebe ringsum deine Augen und sieh! sie alle versammeln sich, kommen zu dir: deine Söhne kommen von ferne, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. — Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden; denn des Meeres Fülle wird sich zu dir wenden, der Reichtum der Nationen zu dir kommen.“ „Und gebeugt werden zu dir kommen die Kinder deiner Bedrücker, und alle deine Schmäher werden niederfallen zu den Sohlen deiner Füße; und sie werden dich nennen: Stadt Jehovas, Zion des Heiligen Israels.“ Nach dem Jahre 1919, und besonders seit 1935, begannen sich große Mengen Menschen aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen zur Neuen-Welt-Gesellschaft zu scharen, um theokratische Unterweisung entgegenzunehmen. Gottes Universalorganisation wurde als „Stadt Jehovas, Zion des Heiligen Israels“ bekannt. — Jes. 60:1-5, 14; Off. 7:9; Micha 4:1-5.

      4. Weshalb ist es notwendig, daß sich die Sanftmütigen Jehovas Anforderungen anpassen, und was sind einige dieser Erfordernisse?

      4 Jetzt, da diese Sanftmütigen zur theokratischen Organisation Jehovas gekommen sind, ist es nur richtig, daß sie sich seinen Anforderungen anpassen, denn nur so werden sie mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten können. Zu den ersten Erfordernissen gehört die Notwendigkeit, die theokratische Organisation anzuerkennen, nämlich daß Jehova seine Herde durch die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ mit geistiger Speise zur rechten Zeit versieht. Auch das Studium und die Gemeinschaft sind Erfordernisse, denen zu entsprechen Freude bringt. Sie sind ein Mittel, um mit dem stets zunehmenden Licht des Verständnisses, das durch die Neue-Welt-Organisation ausstrahlt, Schritt zu halten. Die Notwendigkeit, mit Gewohnheiten und Bestrebungen der alten Welt aufzuräumen, muß erkannt werden. Zank und Streit, Rassen- und Religionshaß, nationale Traditionen, Stolz und Konkurrenzsucht sowie zahllose andere trennende Theorien und Bräuche, die der alten Welt eigen sind, müssen als Dinge betrachtet werden, die man freudig beiseiteschiebt, als etwas, das zum vergehenden System der Dinge gehört. Alle Formen weltlicher Selbstsucht: Eifersucht, Neid, egoistische Bestrebungen, religiöse, sektiererische Kriege, gegenseitige Verfolgung, alle Äußerungen des Geistes des vergehenden Systems und seines Gottes Satans, müssen dieser alten Welt überlassen werden. Es gibt im neuen System der Dinge für sie keinen Platz. Und insofern, als wir uns diesen theokratischen Anforderungen anpassen, werden wir mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten können. — Jak. 3:13-18; 4:1-4; Matth. 24:45, 46, NW.

      SELBSTBEHERRSCHUNG ÜBEN

      5. Wie hilft uns Selbstbeherrschung, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten?

      5 Der neuen Welt entgegenzugehen, erfordert Selbstbeherrschung. Nachdem Mose viele Jahre lang fleißig und treu als Diener Jehovas gedient hatte, konnte er nicht in das verheißene Land eingehen, weil er einmal die Selbstbeherrschung verloren hatte. Er ließ sich zum Zorn hinreißen und verfehlte, in einem solchen Augenblick maßlosen Zorns Jehova in den Augen des Volkes zu heiligen. Dies kostete ihm das Vorrecht, in das Verheißene Land einzugehen. Jene, die heute nach dem gegenbildlichen Verheißenen Lande unterwegs sind, müssen sich davor hüten, die Beherrschung zu verlieren. Selbstbeherrschung ist ein Maßhalten und eine Selbstzucht in allen Dingen. Paulus riet den Philippern: „Laßt eure Verständigkeit allen Menschen kund werden.“ Da wir die Gewohnheiten der alten Welt aufgeben und uns die Gewohnheiten der neuen aneignen, möchten wir uns als solche erweisen, die in allen Dingen einem vernünftigen Laufe folgen. Der Rat des Weisen lautet: „Sei nicht allzu gerecht, und erzeige dich nicht übermäßig weise: warum willst du dich verderben? Sei nicht allzu gesetzlos, und sei nicht töricht; warum willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?“ Dies bedeutet Selbstbeherrschung, ein Wissen darum, wann man beginnen und wann man aufhören muß. Nicht einseitig zu werden, nicht nach einer Seite hinzuneigen, sondern in allen Dingen ausgeglichen zu sein, ist ein wichtiger Zug im Schritthalten mit der Neuen-Welt-Gesellschaft. — Phil. 4:5, NW; Pred. 7:16, 17.

      6. Was zu empfehlen sollte jedes Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft imstande sein?

      6 Allen, die der neuen Welt entgegengehen, und besonders den Dienern, fällt die Aufgabe zu, das richtige Beispiel zu geben. Jeder Diener sollte sich so benehmen, daß er seinen Lauf anderen empfehlen kann. Jeder sollte das sagen können, was der Apostel sagte: „Werdet meine Nachahmer, wie auch ich Christi“. Was für ein Beispiel gab dieser Apostel? Hier folgt, was er unter Inspiration von sich selbst sagte: „Ich rufe euch am heutigen Tage zu Zeugen auf, daß ich rein bin vom Blute aller Menschen; denn ich habe nicht damit zurückgehalten, euch den ganzen Rat Gottes zu verkündigen … Darum bleibt wach und behaltet im Sinn, daß ich drei Jahre lang, Nacht und Tag nicht aufhörte, einen jeden unter Tränen zu ermahnen. Und nun befehle ich euch Gott an und dem Wort seiner unverdienten Güte, das euch aufzuerbauen und euch das Erbe unter allen Geheiligten zu geben vermag.“ — 1. Kor. 11:1; Apg. 20:26-32, NW.

      7. Warum kann der Diener nicht zulassen, daß seine Gewohnheiten außer Rand und Band geraten, besonders was seine Eß- und Trinkgewohnheiten betrifft?

      7 Diener der neuen Welt müssen das vorzügliche Beispiel des Apostels Paulus nachahmen, damit auch sie für die vielen Zehntausende, die Jahr für Jahr zur Neuen-Welt-Gesellschaft kommen, Beispiele zum Guten seien. Diese Neuen, die dieses vorzügliche Beispiel ihres Wandels sehen, werden sich getrieben fühlen, die Diener nachzuahmen, und werden so Schritt halten mit der Neuen-Welt-Gesellschaft. Deshalb erklärte Paulus mit Nachdruck: „Der Aufseher sollte deshalb untadelig sein, Mann einer Frau, in seinen Gewohnheiten maßhaltend, gesunden Sinnes.“ Der Diener kann es sich nicht leisten, daß er über seine Gewohnheiten die Herrschaft verliert. Die Herde Gottes blickt in bezug auf rechte Führerschaft zu ihm auf. Gewisse Gewohnheiten können sehr leicht ins Maßlose gehen, wenn nicht Selbstbeherrschung geübt wird. Dies trifft besonders auf Eß- und Trinkgewohnheiten zu. Wir werden unterrichtet, daß weder Fresser noch Trinker das Königreich Gottes ererben werden. Wer sich überißt, offenbart einen Mangel an Urteilsvermögen. Er lähmt dadurch seine Energie und macht sich geistig schlaff und schläfrig. Über das Maß zu trinken, bewirkt den Verlust der Selbstbeherrschung. Einem Trunkenbold fehlt das Gleichgewicht, die Würde und Achtbarkeit. Könnte ein Trinker die theokratische Organisation mit reinem Gewissen vertreten? Unmöglich! Trunkenheit verhindert den Fortschritt und entehrt die Versammlung Gottes und seines Christus. Sie geziemt bestimmt jenen nicht, die mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten. Daher gibt Paulus den Aufsehern den Rat, „in Gewohnheiten maßhaltend … kein Trunkenbold, kein Schläger, sondern vernünftig“ zu sein. Und an christliche Frauen ergeht der Rat: ‚Seid ernsthaft, nicht verleumderisch, in Gewohnheiten maßhaltend, treu in allen Dingen.‘ Und zum Hause Gottes sagt er: „Ob ihr eßt oder trinkt oder etwas anderes tut: tut alles zum Ruhme Gottes.“ — 1. Tim. 3:2, 3, 11; 1. Kor. 9:25; 10:31, NW.

      8. Was für ein Leben zu führen sollte sich der Christ bemühen?

      8 Wenn der christliche Zeuge sich den Anforderungen Gottes anpaßt, so erlaubt ihm dies, ein ausgeglichenes und glückliches Leben zu führen. Es bringt Befriedigung. Und ‚Gottergebenheit ist ein Mittel zum Gewinn. Sicherlich ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Genügsamkeit am Eigenen.‘ Sie hilft dem Christen verstehen, daß er nur ein einzelner ist unter einer großen Schar von Lobpreisern, die Gottes Ruhm widerstrahlen, und daß sein Benehmen die ganze christliche Organisation widerspiegelt, indem es entweder den Fortschritt mit der Neuen-Welt-Gesellschaft fördert oder ihn beeinträchtigt. — 1. Tim. 6:5, 6, NW.

      9. Wie können wir unsere Gewohnheiten in Schach halten?

      9 Gute Gewohnheiten heranzubilden ist in einer unvollkommenen Welt keine leichte Sache, weil Gewohnheiten sich nicht von selbst entwickeln. Gute Gewohnheiten müssen durch harte Arbeit wohlüberlegt gepflegt werden. Und meistens sind gute Gewohnheiten die Früchte des Geistes Gottes, das Ergebnis der fleißigen Anwendung seines Wortes. Schlechte oder unrichtige Gewohnheiten werden uns unweigerlich aus dem Gleichschritt mit der Neuen-Welt-Gesellschaft bringen und uns von ihr wegtreiben. So kontrolliere deine Gewohnheiten und deine Fortschritte. Frage dich: Hätte sich Jesus so benommen wie ich? Wie hätte er diese Sache, die Selbstbeherrschung erfordert, gehandhabt? Ahme sein Beispiel nach. Wenn du im Begriffe stehst, einen zweifelhaften Lauf einzuschlagen, so frage dich: Wird dieser Lauf meine Wertschätzung für den Schöpfer bereichern oder verderben? Was geschieht, wenn ich zuließe, daß sich die Dinge bis zum vollsten Ausmaße entwickelten? Wird das, was herauskommt, theokratisch, vernünftig und von praktischem Werte sein? Oder wird es mein geistiges Wohl beeinträchtigen? Man behalte die Worte des Apostels Paulus im Sinn: „Untersucht beständig, ob ihr im Glauben seid.“ Untersucht beständig, um festzustellen, ob ihr im Schritt seid mit der Neuen-Welt-Gesellschaft, indem ihr eure geistige Einstellung, euren Hang, euren Wandel und eure Fortschritte prüft. Sucht an Reife zuzunehmen, nicht nur in horizontaler Richtung, nämlich mit den Jahren, da man in der Wahrheit ist, vorwärtsschreitend, sondern auch aufwärts, in vertikaler Richtung, nämlich im Geistlichgesinntsein, in der Wertschätzung, der Liebe und im Verständnis. „Prüft euch selbst fortwährend.“ — 2. Kor. 13:5, NW.

      GEHORSAM GEGENÜBER THEOKRATISCHER VERTRETUNG

      10, 11. Wie sollten die Methoden und Grundsätze der neuen Welt und der Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ angesehen werden?

      10 Neuherzukommende müssen es lernen, mit den Grundsätzen und Richtlinien der Neuen-Welt-Gesellschaft übereinzustimmen und in Harmonie mit ihnen zu handeln, damit alles reibungslos vor sich gehe, zum Wohl und Segen aller, die sich in der Organisation befinden und zum Ruhme Gottes, des Vaters. Bisweilen fällt es einigen unserer neuen Gefährten ziemlich schwer, diesen Wechsel vorzunehmen. Sie sind geneigt, ein wenig rebellisch oder unlenksam zu sein. Um aber wirklich zu einem Teil der Neuen-Welt-Gesellschaft zu werden, ist es unbedingt nötig, daß der richtige Respekt vor der theokratischen Einrichtung und Ordnung geoffenbart werde. Eine demütige, gehorsame Geistesverfassung ist erforderlich. Wir dürfen nicht zulassen, daß die Einstellung und die Neigungen der alten Welt unser Denken und Tun beeinflussen, wenn wir einmal in die Neue-Welt-Organisation hineingekommen sind. Wir haben die alte Welt hinter uns gelassen — warum sie also nicht für alle Zeit zurücklassen? Warum ihre Taktiken und Methoden in die Einrichtung der neuen Welt hineinzuschleppen suchen? Ihre Taktiken haben der alten Welt nicht genützt. Werden sie denn für die neue von irgendwelchem Werte sein? Nur indem wir uns gewissenhaft anstrengen, unseren Sinn umzugestalten, nur indem wir uns weigern, uns nach diesem System der Dinge formen zu lassen, werden wir fähig sein, den guten, annehmbaren und vollständigen Willen Gottes für uns zu prüfen. — Röm. 12:2, NW.

      11 Da dem „treuen und verständigen Sklaven“ alle Güter des Meisters anvertraut worden sind, laßt uns mit dem richtigen geistigen Wahrnehmungsvermögen die Sache so ansehen, daß, was immer der ‚treue Sklave‘ tut, zu unserem Guten gereicht. Der Sklave erfüllt dadurch seine eigene Pflicht vor Jehova, daß er das Werk Jehovas tut. Daher ist der Wille des Sklaven der Wille Jehovas. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott. Die richtige Geisteshaltung gegenüber der Leitung des Sklaven gehört mit zu den Dingen, durch die wir mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten.

      12. Warum ist es gefährlich, dem Wege der „Freidenker“ zu folgen?

      12 Die aufkommende Generation hat die Neigung, die Individualität — das „freie Denken“, wie sie es nennt — zu preisen. Der „Freidenker“ äußert ein persönliches Verlangen nach Unabhängigkeit. Er widersteht dem „Gebundensein“ an irgendeine feste Regel oder Vorschrift. Er möchte die Dinge auf seine eigene Art tun, die ihm stets besser zu sein scheint. Die Unterwerfung unter die theokratische Autorität oder Vertretung fällt ihm schwer. Er fühlt sich eingeengt und durch Anweisungen nach allen Seiten hin eingeschränkt. Alle, die zur Neuen-Welt-Gesellschaft gehören, sind nach seiner Meinung — außer ihm — aus dem Schritt gekommen. Er scheint immer einen besseren Weg zu kennen, wie die Dinge getan werden sollten. Er ist in seinem Handeln durch Stolz und Einbildung aufgeblasen. Wenn er nicht sorgfältig darauf bedacht ist, seinen Eigensinn, seinen Dünkel zu korrigieren, wird ihn sein Stolz zu einem schimpflichen Sturze führen. Es ist besser, immer den schriftgemäßen Weg, die theokratische Anordnung anzuerkennen, durch die wir zur Wahrheit geführt wurden, und sich ihr anzupassen, als ihrer Leitung zu widerstehen, einfach nur weil man bisweilen nicht verstehen mag, warum gewisse Dinge gerade so getan werden, wie es geschieht. „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand. Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird gerade machen deine Pfade. Sei nicht weise in deinen Augen, fürchte Jehova und weiche vom Bösen.“ „Hochmut kommt vor dem Verderben, und hoffärtiger Sinn vor dem Fall. Besser demütig sein mit Gebeugten, als Beute teilen mit Stolzen.“ (ZB) Mögen diese Worte genügen. — Spr. 3:5-7; 16:18, 19.

      13. Wie zeigt die Schrift die Notwendigkeit für Gehorsam und Respekt vor theokratischer Vertretung?

      13 Gehorsam gegenüber der theokratischen Vertretung und Achtung davor ist in Jehovas Organisation ein Erfordernis. „Mögen die Älteren, die in rechter Weise den Vorsitz führen, doppelter Ehre würdig geachtet werden, besonders jene, die hart arbeiten bezüglich Rede und Lehre.“ (1. Tim. 5:17, NW) Jehova ist für die Organisation seiner Geschöpfe verantwortlich. Er überträgt ihnen Macht und Autorität und gibt Anweisung, welche Ehre ihnen gezollt werden sollte. „Nun aber hat Gott die Glieder an dem Leibe gesetzt, jedes von ihnen, so wie es ihm gefiel.“ Die irdischen Aufseher vertreten Jehova in ihrem Gebiet, gleichwie es himmlische tun. „Seid einander untertan in der Furcht vor Christus. Frauen seien ihren Männern untertan wie dem Herrn … In der Tat, wie die Versammlung dem Christus untertan ist, so laßt es auch die Frauen in jeder Beziehung ihren Männern gegenüber sein … Die Frau sollte vor ihrem Manne tiefen Respekt haben.“ Dies zeigt die Notwendigkeit, daß innerhalb der christlichen Versammlung Ordnung herrsche und Respekt vor jemandem, dem Autorität übertragen worden ist. — 1. Kor. 12:18; Eph. 5:21-33, NW.

      14-16. (a) Wie wird der Respekt vor theokratischer Vertretung in Zacharias’ Fall veranschaulicht? (b) im Falle des Apostels Paulus vor dem Hohenpriester Ananias? (c) im Falle Davids und des Königs Saul? (d) des Erzengels Michael und des Teufels?

      14 Als Gabriel Zacharias unterrichtete, daß er einen Sohn erhalten werde, glaubte Zacharias dem Engel nicht. Er bekundete einen Mangel an Respekt durch Unglauben. Daher sagte der Engel zu ihm: „Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um zu dir zu reden und dir die gute Botschaft von diesen Dingen zu verkündigen. Doch siehe! du wirst stumm sein und nicht sprechen können bis zu dem Tage, an dem diese Dinge geschehen werden, weil du meinen Worten nicht glaubtest. Dessenungeachtet werden sie zu ihrer bestimmten Zeit in Erfüllung gehen.“ Gabriel war Jehovas Vertreter. Seine Worte durften nicht in Frage gezogen werden. Mißachtung gegenüber dieser Autorität brachte schwere Strafe von Gott. — Luk. 1:19, 20, NW.

      15 Als Ananias befahl, Paulus auf den Mund zu schlagen, sagte Paulus zu ihm: „Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand. Sitzt du da, um mich nach dem Gesetz zu richten, und befiehlst gleichzeitig, das Gesetz übertretend, mich zu schlagen?“ Die daneben Stehenden sagten: „Den Hohenpriester Gottes schmähst du?“ Darauf entschuldigte sich Paulus mit den Worten: „Brüder, ich wußte nicht, daß es der Hohepriester war. Denn es steht geschrieben: ‚Du sollst von einem Herrscher deines Volkes nicht verletzend sprechen.‘“ Bei anderen Gelegenheiten vor Königen und Herrschern dieser Welt war Paulus stets sehr sorgfältig, die gebührende Achtung an den Tag zu legen. Wieviel mehr sollten wir denen mit Achtung begegnen, denen Jehova Autorität überträgt! — Apg. 23:1-5, NW.

      16 König Saul bedrohte Davids Leben bei vielen Gelegenheiten. Als es aber in Davids Reichweite gewesen wäre, Saul das Leben zu nehmen, sagte er: „Wer streckte seine Hand gegen den Gesalbten Jehovas aus und bliebe schuldlos?“ David bekundete Gottesfurcht und tiefen Respekt vor den von Gott Eingesetzten, indem er sich weigerte, Hand an Saul zu legen. (1. Sam. 26:9; Ps. 105:14, 15) Judas stellt das Benehmen von Personen, wie der Männer von Sodom und Gomorra, der Städte ihrer Umgebung, und dasjenige Michaels gegenüber. Von den Bösen sagte er: „Diese Menschen geben sich auch Träumen hin, beflecken das Fleisch und mißachten die Herrschaft und reden lästernd über Herrliche. Als dagegen Michael, der Erzengel, mit dem Teufel einen Wortwechsel hatte und sich mit ihm wegen des Leibes Moses auseinandersetzte, wagte er es nicht, über ihn ein Urteil in Schmähworten zu fällen, sondern sprach: ‚Jehova schelte dich!‘ Doch diese Menschen lästern alles, was sie gar nicht kennen; aber alle Dinge verstehen sie von Natur wie die vernunftlosen Tiere; in diesen Dingen fahren sie fort, sich selbst zu verderben.“ Petrus erhob gegen Respektlose und Gesetzlose eine ähnliche Anklage: „Verwegen, eigenwillig, erzittern sie nicht vor Herrlichen, sondern sprechen Schmähworte, während Engel, obwohl sie an Stärke und Macht größer sind, keine Anklage in Schmähworten gegen sie Vorbringen, und zwar aus Respekt vor Jehova. Aber diese Menschen, vernunftlosen Tieren gleichend, die von Natur zum Fang und zur Vernichtung geboren sind, werden auf Grund von Dingen, die sie nicht kennen und worüber sie lästern, auch in ihrem eigenen verderbten Laufe Vernichtung erleiden, indem sie sich als Lohn für Unrechttun selbst Unrecht zufügen.“ — Judas 8-11; 2. Pet. 2:6-13, NW.

      17, 18. Was für ernste Folgen der Bekundung von Mißachtung gegenüber Autoritäten werden im Falle des Ananias und seiner Frau Sapphira, ferner Korahs, Mirjams und Aarons beleuchtet?

      17 Der treue Knecht wird sorgfältig bemüht sein, einer Autorität gegenüber zu allen Zeiten den gebührenden Respekt zu bekunden, da er versteht, daß diese Vertreter im Namen Jehovas sprechen. Als Ananias und Sapphira Petrus anlogen, sagte ihnen der Apostel: „Du hast falsch gehandelt, nicht gegenüber Menschen, sondern gegenüber Gott.“ Sie bezahlten ihren Mangel an Respekt vor Jehova und seinem Vertreter mit dem Leben. Korah rebellierte gegen die Führerschaft Moses und Aarons, aber Mose zeigte, daß Korahs Respektlosigkeit mehr einschloß als dies. Mose sagte: „Daran werdet ihr erkennen, daß Jehova mich gesandt hat, um alle diese Taten zu vollbringen, daß es nicht aus meinem eigenen Herzen kommt: Wenn diese Leute so sterben, wie alle Menschen sterben, und wenn sie mit der Strafe, die alle Menschen trifft, bestraft werden, so hat Jehova mich nicht gesandt. Wenn aber etwas geschaffen wird, das Jehova schafft, und der Erdboden seinen Mund auftun und sie und alles, was ihnen gehört, verschlingen muß, und sie lebendig in den Scheol hinabgehen müssen, dann werdet ihr gewiß erkennen, daß diese Männer Jehova gegenüber respektlos gehandelt haben.“ Durch ihr rebellisches Benehmen sündigten Korah und seine Genossen „wider ihre eigenen Seelen“. Solche Menschen widerstehen nicht Menschen, sondern Gott. — Apg. 5:1-6; 4. Mose 16:1-38; Apg. 5:38, 39, NW.

      18 Die ernsten Folgen des Bekundens von Respektlosigkeit werden ebenfalls durch den Fall Mirjams und Aarons beleuchtet, die Mose als den von Jehova erwählten Wortführer geringachteten: „Hat Jehova nur durch Mose allein geredet“? so fragten sie. „Hat er nicht auch durch uns geredet“? Wegen ihres untheokratischen Benehmens wurde Mirjam mit dem Aussatz geschlagen. Nur wegen ihrer reuigen Haltung und weil Mose für sie eintrat, wurde sie gereinigt. Doch geht ohne Zweifel aus den an Mose gerichteten Worten Jehovas hervor, daß ihm Mirjams Benehmen mißfiel: „Sollte ihr Vater ihr direkt ins Gesicht speien, würde sie nicht sieben Tage gedemütigt sein? Laß sie sieben Tage außerhalb des Lagers Quarantäne halten, und danach möge sie wieder darin aufgenommen werden.“ Sowohl Brüder wie Schwestern sollten sich dies zu Herzen nehmen und sich davor warnen lassen, daß Schmähreden oder respektlose Worte über eine Autorität, über Jehovas Vertreter, Sünde sind, die so ernst angesehen wird, daß jemand deswegen entfernt, „außerhalb des Lagers“ gestellt, also aus der theokratischen Organisation hinausgetan wird. Man wisse, daß es „etwas Furchtbares ist, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ — 4. Mose 12:1-15; Heb. 10:31, NW.

      GOTT UNPARTEIISCH

      19. Warum ist es nicht ratsam, auf fehlerhafte Menschen von Fleisch zu blicken?

      19 Petrus erklärte, daß Jehova „nicht parteiisch ist, sondern daß ihm der Mensch in jeder Nation, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt, annehmbar ist“. Man räume daher mit den Ideen der alten Welt auf, wonach Jehovas Organisation voller „Günstlinge“ wäre. Es gibt darin keine Günstlinge oder Bevorzugte. Wenn du ihn fürchtest und Werke der Gerechtigkeit tust, so bist du der von ihm Begünstigte genauso wie irgendein anderer. In der Versammlung werden Diener wegen ihrer Eigenschaften und Fähigkeiten des Dienstes ausgewählt. Die Versammlung sollte ihnen den Respekt bekunden, der ihrer Dienstaufgabe zukommt, weil durch dieses Mittel Jehova mit dir handelt und du mit ihm. Schwäche deine theokratischen Beziehungen nicht, indem du über „Fleisch“ strauchelst, das dir persönlich nicht genehm sein mag, denn — wie Paulus sagt —: „Von nun an kennen wir niemand mehr nach dem Fleische. Wenn wir auch Christus nach dem Fleische gekannt haben, kennen wir ihn jetzt bestimmt nicht mehr so. Wenn sich somit jemand in Einheit mit Christus befindet, so ist er eine neue Schöpfung; die alten Dinge sind vergangen, siehe! neue Dinge sind ins Dasein gekommen.“ Wenn wir geneigt sind, auf irgendeinen fehlerhaften Menschen von Fleisch zu blicken, so wird das dazu beitragen, daß unsere Wertschätzung für seine theokratische Stellung, für seine Verantwortung als Jehovas Sklave verringert wird. Wenn wir dieses Prinzip theokratischer Vertretung klar sehen, werden wir nicht auf unseren eigenen Rechten und Interessen bestehen, sondern werden dem weisen Rat der von Jehova Ernannten folgen. Diese sind Jehovas „Gaben an Menschen“. Sie werden uns behilflich sein, unsere Errettung zur Ehre Gottes und zur Rechtfertigung seines großen und heiligen Namens zu bewirken. — Apg. 10:34, 35; 2. Kor. 5:16, 17; Eph. 4:8, NW.

      20. Was bedeutet es also, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten?

      20 Mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten, bedeutet viel für uns. Es bedeutet ein Leben der Hingabe an Gott, der Selbstaufopferung, bedeutet Jehova Gott so völlig und rückhaltlos ergeben zu sein, wie Christus Jesus es war und noch ist. Es bedeutet für uns, uns von den Gewohnheiten der alten Welt zu lösen und uns Jehovas Anforderungen anzupassen. Es bedeutet, den „treuen und verständigen Sklaven“ anzuerkennen und jenen, denen Autorität verliehen ist, den gebührenden Respekt zu zollen. Es bedeutet, ‚uns selbst auf das zu prüfen, was wir wirklich sind‘. Im Grunde genommen bedeutet all dies, daß wir das ‚Gebot auf makellose und untadelige Weise beobachten‘. — 2. Kor. 13:5; 1. Tim. 6:14, NW.

      21. Welcher Segen wird uns zuteil, wenn wir mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten?

      21 Wenn wir dies tun, werden wir durch Jehovas unverdiente Güte zur Reife heranwachsen. Wir werden dieses reichen Segens gewahr werden, wenn wir mit seiner Organisation im Schritt bleiben. Wir werden begeistert sein über die theokratische Ausdehnung. Wir werden glühend sein im Geiste durch die Zunahme an Erkenntnis und Verständnis. Wir werden mit Freuden das ernten, was wir gesät haben. Unsere Überzeugung wird stark sein, unser Glaube unerschütterlich, unsere Wertschätzung tief, unsere Freude überströmend in der vollen Zuversicht, daß wir im Schritt sind mit Gottes Neuer-Welt-Gesellschaft, durch deren Leitung und Führung wir in den letzten Tagen dieser alten Welt nicht nur geistig gut genährt, sondern auch am Leben erhalten werden, um lebend in die neue Welt der Gerechtigkeit einzugehen und für immer darin zu bleiben.

      [Bild auf Seite 473]

      Jahre in der Wahrheit

      Geistiges Wachstum

  • Unter Mitarbeitern predigen
    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • Unter Mitarbeitern predigen

      Seitdem die Gesellschaft im Jahre 1955 ihre Reihe internationaler Kongresse in Europa abgehalten hat, hat sie immer wieder Briefe glühender Wertschätzung und Berichte mit interessanten Erfahrungen empfangen, deren sich die Absender erfreuten, weil sie diesen Kongressen beigewohnt hatten, darunter von einem Zeugen in Virginia, der sich unter den 795 Passagieren befand, die mit dem gecharterten Schiff Arosa-Kulm gereist waren: „Seit sechzehn Jahren bin ich in der D. P. Manufacturing Company beschäftigt, und alle Mitangestellten wissen, daß ich Zeuge Jehovas bin. Als ich ihnen von meinem Plan sagte, diesen Sommer die europäischen Kongresse zu besuchen, ließ die Gesellschaft diesbezüglich einen schönen Artikel in ihrer Monatsschrift erscheinen. Als Resultat stellten mir bei meiner Rückkehr viele Personen Fragen über die Reise. Ja, ich erhielt Gelegenheit, zu sechs verschiedenen Ladengruppen zu sprechen, wobei insgesamt 220 Personen anwesend waren; die größte Gruppe bestand aus 114 Personen. Man räumte mir dreißig Minuten Zeit für diese Ansprachen ein, und ich benutzte die Gelegenheit, ihnen über Jehovas Namen und Königreich Zeugnis zu geben. Drei der Läden luden mich ein, den Vortrag an Stelle ihrer gewohnten Betriebssicherheitsversammlung zu halten, und bei den anderen dreien durfte ich die Zeit ihres regulären Bibelkurses benutzen, den die Sonntagsschullehrer während der Mittagsstunden abhielten.“

  • Spott beweist nichts
    Der Wachtturm 1956 | 1. August
    • Spott beweist nichts

      Vor kurzem schrieb ein Leser an die Zeitschrift Our Sunday Visitor, „dem weitest verbreiteten katholischen Wochenblatt der Welt“, weil sie Jehovas Zeugen mit Schmutz beworfen hatte. Als Antwort sagte einer der Redakteure des Blattes, „Ehrw.“ R. Ginder: „Doch wer viel mit den Zeugen zu tun gehabt hat, muß nun erkennen, daß dies nicht eine Religion, sondern eine Krankheit des Sinnes ist. Ich sage dies im Ernst. Es ist ein Wahnsinn, der gewisse Teile deines Verstandes zu verzehren scheint. Er macht dich starrköpfig, unzugänglich für eine Argumentierung und äußerst unfähig, die Wahrheit zu handhaben.“ Ebenso verhielt es sich, als Jesus auf Erden weilte. Seine Gegner, die auf sein Argument nicht antworten konnten, sagten: „Er hat einen Dämon und ist von Sinnen.“ Und Paulus machte dieselbe Erfahrung, wie Jesus sie seinen Nachfolgern vorausgesagt hatte. Als Paulus seine Verteidigung vor dem Landpfleger Festus in Gegenwart des Königs Agrippa vorbrachte, unterbrach ihn Festus mit dem Ausruf: „Du rasest, Paulus! Die große Gelehrsamkeit bringt dich zur Raserei!“ Es ist daher nicht überraschend, daß die christlichen Zeugen Jehovas heute ebenso geschmäht werden. — Joh. 10:20; Apg. 26:24.

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