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Treue Frauen — ein Segen für die Neue-Welt-GesellschaftDer Wachtturm 1964 | 1. Juni
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Treue Frauen — ein Segen für die Neue-Welt-Gesellschaft
„Ein Weib, das Jehova fürchtet, sie wird gepriesen werden.“ — Spr. 31:30.
1. Welche Eigenschaften kennzeichnen eine Frau, die „gepriesen“ wird, und in welcher Hinsicht kann sie für die Christenversammlung ein Segen sein?
WELCH ein Segen ist doch eine gottesfürchtige Frau! Ob jung oder alt, ledig oder verheiratet, kräftig und gesund oder schwach und leidend, verdient eine Frau, die Jehova fürchtet, ihm ergeben ist und ihm treu dient, gepriesen zu werden. (Spr. 31:30) Welch ein Segen ist eine gottesfürchtige Frau für ihren Mann und ihre Kinder, und welch ein Segen ist eine solche Frau, ob ledig oder verheiratet, für die Christenversammlung! Jehovas Zeugen sind sehr dankbar dafür, daß es in der Neuen-Welt-Gesellschaft Frauen gibt, die Gott treu dienen. Ihr Eifer und ihre unerschütterliche Treue sind eine Quelle der Ermunterung, und das ihnen angeborene Mitgefühl und ihr Verständnis stärken die Versammlung, die sich vereint bemüht, die „Schafe“ zu suchen und zu betreuen.
2. Warum sind Anmut und Schönheit für die wahre Schönheit einer Frau nicht ausschlaggebend?
2 Solche Frauen sind in den Augen Jehovas und in den Augen gottesfürchtiger Männer wirklich schön. Schönheit wirkt anziehend, und welche Frau möchte nicht anziehend wirken? Das Gegenteil wäre geradezu unnatürlich. Der Spruchdichter sagt: „Ein anmutiges Weib erlangt Ehre.“ (Spr. 11:16) Andererseits lesen wir aber in Sprüche 31:30: „Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; ein Weib, das Jehova fürchtet, s i e wird gepriesen werden.“ Anmut und Schönheit, bei der die Furcht Jehovas fehlen würde, wäre tatsächlich eitel und trügerisch. Darum sind diese Eigenschaften für die wahre Schönheit einer Frau nicht ausschlaggebend. Eine Frau kann trotz ihrer Schönheit auf einen Mann mit gutem Unterscheidungsvermögen abstoßend wirken. Das zänkische Wesen einer Frau — sie mag noch so schön sein — kann einen Mann ebenso zur Verzweiflung bringen wie eine rinnende Dachtraufe bei Regenwetter. — Spr. 27:15, Me.
DIE THEOKRATISCHE STELLUNG DER FRAU
3. Welche Stellung hat Jehova der Frau in seiner theokratischen Ordnung zugewiesen?
3 Steht etwas an der richtigen, passenden Stelle, gewinnt es an Schönheit; wird es aber von dieser Stelle verrückt, so büßt es an Schönheit ein, sieht vielleicht geradezu unschön, wenn nicht sogar häßlich aus. Jehova hat der Frau in seiner theokratischen Ordnung eine bestimmte Stellung zugewiesen. Der inspirierte Apostel Paulus schrieb: „Ihr wißt, daß das Haupt jedes Mannes der Christus ist; das Haupt einer Frau aber ist der Mann; das Haupt des Christus aber ist Gott.“ — 1. Kor. 11:3, NW.
4. Warum hat Jehova bestimmt, daß alles in seiner Organisation ein Haupt über sich habe, und bedeutet die Ernennung des Mannes zum Haupt eine Erniedrigung für die Frau?
4 Die Anerkennung dieses biblischen Grundsatzes, der das Verhältnis zwischen Mann und Frau bestimmt, mag einigen schwerfallen. Befürworter der „Gleichberechtigung der Frau“ mögen dagegen sein, weil sie darin einen Rückschritt sehen. Der Apostel Paulus schrieb aber diese Worte nicht in dem Gedanken, die Frauen zu erniedrigen, ebensowenig wie er den Mann zu erniedrigen gedachte, als er schrieb, daß Christus das Haupt des Mannes sei. Bestimmt empfindet es Christus nicht als unbefriedigend, Jehova als Haupt über sich zu haben. Natürlich ist der Mann nicht Christus, noch ist Christus Gott. Gott ist auch „nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“, und Ordnung in einer Gemeinschaft setzt voraus, daß jemand die Leitung innehat und in den verschiedenen Wirkungsbereichen führend vorangeht. — 1. Kor. 14:33, NW.
5. (a) Wann kann die Frau in Jehovas Ordnung der Dinge zufrieden und glücklich sein? (b) Was geschieht, wenn eine Frau versucht, die Stellung ihres Mannes einzunehmen?
5 Da Gott den Mann zuerst erschaffen hat, setzte er ihn zum Haupt der Familie, zum Haupt der Frau ein und erlegte ihm die damit verbundenen Pflichten auf. Das sollte sich zum Segen der ganzen Familie auswirken und zu einem harmonischen, glücklichen Zusammenleben beitragen. Eine verheiratete Frau, die diese Tatsache anerkennt und deren Mann seine Aufgabe als christliches Haupt der Familie richtig erfüllt, kann sich sehr glücklich schätzen. Sie nimmt die Stellung ein, die Gott für sie bestimmt hat, und sie hat allen Grund, zufrieden und glücklich zu sein. Die einsichtige Frau weiß das auch und ist dafür dankbar. Eine Frau, die die ihr von Jehova zugewiesene Stellung aufgibt und versucht, die Stellung ihres Mannes und Hauptes einzunehmen, büßt ihre weibliche Schönheit ein. Sie ist nicht mehr das „schwächere Gefäß“, das „weibliche“. (1. Petr. 3:7, NW) Obwohl etwas derb ausgedrückt, äußerte der Weise doch die Wahrheit, als er sagte: „Ein goldner Ring im Rüssel eines Schweines ist ein schönes Weib, das unverständig ist.“ — Spr. 11:22, KFB.
6. Wie beschreibt Petrus die Schönheit einer verheirateten Frau in ihrer theokratischen Stellung?
6 Damit die Frau glücklich und zufrieden und in der Neuen-Welt-Gesellschaft eine wertvolle Hilfe sein kann, muß sie Jehovas Ordnung anerkennen und sich ihr freudig unterziehen. Der Apostel Petrus beschreibt den Wert und die Schönheit verheirateter Frauen in ihrer theokratischen Stellung mit folgenden Worten: „Ebenso ihr Ehefrauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind. Und euer Schmuck bestehe nicht im äußerlichen Flechten der Haare und im Anlegen goldener Schmucksachen oder im Tragen äußerer Kleider, sondern er sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, die in den Augen Gottes von großem Werte ist.“ — 1. Petr. 3:1-4, NW.
PASSENDE KLEIDUNG
7. Ist es verkehrt, wenn eine Frau auf ihre äußere Erscheinung achtet? Welchem Schmuck sollte sie jedoch die größte Aufmerksamkeit schenken?
7 Wollte Petrus damit sagen, es wäre verkehrt, wenn Frauen auf ihre äußere Erscheinung achteten? Keineswegs. Petrus sagte nicht, daß Flechten der Haare und das Anlegen goldener Schmucksachen sei verkehrt, ebensowenig wie das Tragen äußerer Kleider verkehrt ist. Es war in den Tagen des Apostels Petrus und auch schon früher üblich, daß die Frauen das Haar sehr lang trugen, und sie flochten es nicht nur der Schönheit wegen, sondern auch weil es praktisch war. Aber gleichwie heute gab es auch damals Frauen, die sich stundenlang frisierten. Sie zierten das Haar sogar mit goldenem Schmuck, ja sie gingen darin so weit, daß sie nur noch an ihre äußere Erscheinung dachten und dabei völlig vergaßen, wie sie inwendig aussehen sollten. Petrus wollte somit zeigen, worauf eine Frau besonders Wert legen und woran sie besonders interessiert sein sollte: an der „verborgenen Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes“.
8. Warum sollte eine gottesfürchtige Frau in der Wahl ihrer Kleider ein gutes Unterscheidungsvermögen anwenden?
8 Während eine gottesfürchtige Frau von Haus zu Haus geht, um mit den Menschen über die gute Botschaft von Gottes Königreich zu sprechen, vertritt sie Christus genauso wie ein Mann. Sie wendet daher in der Wahl ihrer Kleider ein gutes Unterscheidungsvermögen an; sie ist stets darauf bedacht, ihrer Aufgabe entsprechend würdig zu erscheinen, und würde sich nie so kleiden, daß jemand deswegen an der Botschaft, die sie verkündigt, Anstoß nehmen könnte. Da sie ihren Gottesdienst in der Öffentlichkeit durchführt, ist sie auch der Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt. Beobachter sind geneigt, ihre Botschaft nach ihrer äußeren Erscheinung zu beurteilen.
9. Von welcher Tendenz der heutigen Welt lassen sich gottesfürchtige Frauen nicht beeinflussen, und warum?
9 Frauen, die Gott dienen, kleiden sich geschmackvoll, vermeiden es aber, ihre weiblichen Reize durch übermäßigen Gebrauch von Make-up und erotisch wirkenden Kleidern besonders zu betonen. Sie könnten dadurch nicht nur Menschen daran hindern, sie als christliche Diener Gottes ernst zu nehmen, sondern könnten unter Umständen sogar einen völlig verkehrten Eindruck erwecken. (Jes. 3:16-23) Sie sind nicht — wie die Frauen der Welt — in erster Linie darauf bedacht, auf das männliche Geschlecht möglichst anziehend zu wirken, als ob es nichts Wichtigeres im Leben gäbe, und laufen darum auch nicht Gefahr, diesen Dingen allzuviel Aufmerksamkeit zu schenken und dabei so weit zu gehen, daß sie durch ihre Erscheinung eher abstoßend als anziehend wirken.
10. Welches andere Extrem sollte jedoch vermieden werden, und welchen Rat gibt Paulus nach 1. Timotheus 2:9, 10 den Frauen in dieser Hinsicht?
10 Wir möchten aber auch nicht, daß jemand von unserer Botschaft abgelenkt würde, weil wir unserer persönlichen Erscheinung nicht genügend Beachtung schenken. Die Bibel verurteilt das Tragen von Schmuck und die Verwendung von Schönheitsmitteln nicht, solange es in bescheidenem und vernünftigem Rahmen geschieht. (1. Mose 24:22; 2. Mose 35:22) Die rechte Einstellung zu diesen Dingen kommt in den Worten des christlichen Aufsehers Paulus zum Ausdruck, der schrieb: „Ebenso möchte ich, daß sich die Frauen in wohlgeordnetem Kleide mit Bescheidenheit und einem gesunden Sinn schmücken, nicht mit besonderem Flechten der Haare und mit Gold oder Perlen oder sehr kostspieligem Gewand, sondern in einer Weise, wie es sich Frauen ziemt, die Gott zu verehren bekennen, nämlich durch gute Werke.“ (1. Tim. 2:9, 10, NW) Bescheidenheit und Ehrfurcht vor Gott werden einer Frau helfen zu entscheiden, wie sie sich in jedem Fall den Umständen entsprechend kleiden sollte, ganz gleich in welchem Land sie lebt und welche Sitten dort üblich sind.
11. (a) Durch welches besondere Merkmal zeichnet sich eine Frau, die Gott dient, aus, und wird sie wirklich schön? (b) Was bedeutet es, einen „stillen und milden Geist“ zu haben?
11 Das besondere Merkmal einer Frau, die Gott dient, sind jedoch ihre guten Werke, die sie im Predigtdienst vollbringt. Das „unvergängliche Gewand des stillen und milden Geistes“ macht sie wirklich anmutig und schön. Dieses Gewand unterscheidet sie von anderen Frauen. Einen „stillen und milden Geist“ zu haben bedeutet selbst in schweren Zeiten ruhig und ausgeglichen zu sein. Es bedeutet, innerlich zufrieden zu sein und ein Herz zu haben, in dem Neid, Stolz und Schlechtigkeit keinen Platz haben. Es bedeutet, bereit zu sein, sich dem Willen Jehovas zu unterziehen, und mit seinen Mitdienern in der Neuen-Welt-Gesellschaft bereitwillig und freudig zusammenzuarbeiten. Eine Frau mit einem guten Herzen und einem milden Geist wird stets ein Segen sein für ihre Umgebung; und was noch wichtiger ist, sie genießt die Gunst Jehovas, die zu ewigem Leben in seiner gerechten neuen Ordnung der Dinge führt.
TREUE FRAUEN DER ALTEN ZEIT
12. Wofür ist Sara ein hervorragendes Beispiel, und wie wurde sie gesegnet?
12 Auf frühere Zeiten Bezug nehmend, fährt der Apostel Petrus fort mit den Worten: „Denn so pflegten sich einst auch die heiligen Frauen zu schmücken, die auf Gott hofften, indem sie sich den eigenen Männern unterordneten, wie Sara dem Abraham zu gehorchen pflegte und ihn ‚Herr‘ nannte. Und ihr seid ihre Kinder geworden, vorausgesetzt, daß ihr weiterhin Gutes tut und keinerlei Ursache des Schreckens fürchtet.“ (1. Petr. 3:5, 6, NW) Welch einen Segen empfing doch Sara von Jehova! Als Frau des treuen Abraham wurde sie die Mutter Isaaks, der „nach der Weise des Geistes“ geboren wurde, und dadurch eine Ahne Jesu Christi. (Gal. 4:29) Christliche Frauen, die heute die gleichen Eigenschaften aufweisen wie Sara — besonders die von Petrus besprochene Treue und Bereitschaft, sich unterzuordnen —, werden als Saras „Kinder“ bezeichnet, so wie jene, die am Glauben Abrahams festhalten, seine „Söhne“ genannt werden. — Gal. 3:7, NW.
13. Welche Eigenschaften Rebekkas ließen den Knecht Abrahams erkennen, daß sie die passende Braut für Isaak war?
13 Von Rebekka, einer weiteren Ahne Jesu wird gesagt, sie sei „sehr schön von Ansehen“ gewesen, als der Knecht Abrahams ihr begegnete. Sie gewann aber nicht allein durch ihr Äußeres und wurde auch nicht deshalb besonders gesegnet. Der Knecht Abrahams erkannte sie als die künftige Braut Isaaks, weil er sah, daß sie fleißig und demütig war.
14. Welche Probe bestand Rebekka, durch die sie zeigte, daß sie diese Eigenschaften hatte?
14 Die einfache Probe, die er anstellte, betraf nicht ihre Anmut und Schönheit. „Möge es nun geschehen, daß das Mädchen, zu dem ich sagen werde: Neige doch deinen Krug, daß ich trinke, und welches sagen wird: Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken, diejenige sei, welche du für deinen Knecht, für Isaak, bestimmt hast.“ Genau das geschah. Als der Knecht Rebekka um einen Trunk bat, war sie sofort bereit, ihn aus ihrem Krug trinken zu lassen. „Trinke, mein Herr“, sagte sie höflich und erbot sich auch an, die Kamele zu tränken, „bis sie genug getrunken“ hätten. Das war keine leichte Arbeit, denn es waren zehn Kamele. Als Abrahams Knecht ihr dann später sagte, warum er gekommen sei, war sie sofort bereit, Isaaks Frau zu werden. Kein Wunder, daß Isaak Rebekka lieb gewann, sobald er sie sah. — 1. Mose 24:14-21, 58, 67.
15. Welchen zeitgemäßen Rat enthält der Bericht über Isaak und Rebekka für junge Männer, die zu heiraten gedenken?
15 Dieser Bibelbericht enthält einen zeitgemäßen Rat für christliche Männer, die zu heiraten gedenken. Er zeigt ihnen, worauf sie bei ihrer künftigen Gefährtin sehen sollten. Rebekka war ein schönes Mädchen, aber der Knecht Abrahams wußte, daß das nicht genügte. Er wollte wissen, ob sie auch die rechten Herzenseigenschaften hatte, die die Frau des Sohnes seines Herrn haben sollte. Ein junger Mann tut gut, wenn er sich vergewissert, ob das Mädchen, das er zu heiraten beabsichtigt, ähnliche Eigenschaften hat, und er muß selbst genügend reif sein, um die richtige Wahl zu treffen, sofern seine Eltern sie nicht für ihn treffen. In vielen Ländern steht es den jungen Männern frei, ihre Ehegefährtin selbst zu wählen. Isaak hatte diese Freiheit nicht. Es zeugt von Reife, wenn junge Männer selbst in diesen Ländern bereit sind, auf den Rat älterer Personen, besonders auf den ihrer Eltern, sofern diese reife Christen sind, zu hören, auch wenn sie die endgültige Entscheidung schließlich selbst fällen müssen.
16. (a) Welches Vorrecht hatte Debora? (b) Welche Vorrechte wurden Mirjam zuteil? Doch wieso mahnt der Bericht über sie zur Vorsicht?
16 Auch andere treue Frauen genossen damals besondere Vorrechte im Dienste Jehovas. Debora wurde zum Beispiel eine Prophetin und hatte das große Vorrecht, mit dem Richter Barak zusammenzuarbeiten, der mit der Hilfe Jehovas das Heer des kanaanitischen Königs Jabin schlug und das Land nach zwanzigjähriger Unterdrückung befreite. (Ri. 4:1 bis 5:31) Mirjam genoß viele Segnungen und Dienstvorrechte in Verbindung mit ihrem Bruder Moses, der das Volk Israel aus Ägypten befreite und durch die Wüste führte. Sie diente unter anderem als Prophetin und leitete den Chor der Sängerinnen. (2. Mose 15:20) Ihr Beispiel mahnt jedoch zur Vorsicht. Als Mirjam die ihr nach der theokratischen Ordnung zustehenden Befugnisse überschritt und wider Gottes Diener Moses redete, wurde sie mit dem Aussatz geschlagen. Diese abscheuliche Krankheit war ein Beweis dafür, wie häßlich Mirjams Verhalten in den Augen Jehovas und in den Augen Moses’ war. Sie mußte sich deswegen sogar eine Zeitlang außerhalb des Lagers Israels aufhalten. — 4. Mose 12:1-16.
17. Welche guten Eigenschaften bekundeten Dorkas und Lydia? Wie wurden sie gesegnet?
17 Man denke ferner an die treuen Frauen, die in der Zeit Jesu und der frühchristlichen Versammlung gesegnet wurden. Denken wir zum Beispiel an die freigebige Tabitha oder Dorkas. Diese Jüngerin aus der Stadt Joppe war eine fleißige Näherin, die „überströmend war an guten Taten und Gaben der Barmherzigkeit“. Eines Tages wurde sie krank und starb. Der Apostel Petrus erweckte sie aber wieder aus dem Tode auf. Welch ein unerwarteter Segen! (Apg. 9:36-42, NW) Oder denken wir an Lydia aus Thyatira. Sie war eine fleißige „Purpurhändlerin“. Sie nahm die gute Botschaft, die Paulus verkündigte, bereitwillig auf und erwies sich dem Apostel und seinen Missionargefährten gegenüber äußerst gastfreundlich. Sie lud sie ein, sich in ihrem Hause aufzuhalten, und Lukas schreibt sogar: „Sie nötigte uns dazu.“ Ihr Haus diente den Gläubigen später offenbar als Versammlungsstätte, und ihr Name, der in dem Bibelbericht verewigt ist, gibt heute noch Zeugnis von ihren guten Werken. — Apg. 16:14, 15, 40, NW.
18. Für wen war Priscilla ein gutes Beispiel, wodurch bewies sie es, und welche Dienstvorrechte wurden ihr deshalb zuteil?
18 Priscilla wird in den Christlichen Griechischen Schriften ebenfalls mehrmals erwähnt. Interessanterweise wird sie an den sechs Stellen, an denen ihr Name erscheint, stets in Verbindung mit ihrem Mann genannt. Sie unterstützte ihn, als es darum ging, Paulus während seines Aufenthalts in Korinth in ihr Haus aufzunehmen, und bestimmt trug sie auch viel zur Stärkung der neugegründeten Versammlung dort bei. Mindestens einmal setzten die beiden „ihren eigenen Hals“ ein, um Paulus zu retten, und ernteten dadurch den Dank aller Versammlungen. Zusammen mit ihrem Mann reiste Priscilla mit Paulus nach Ephesus und hatte dort das Vorrecht, dem einflußreichen Apollos zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu verhelfen. Ihr Haus wurde die Versammlungsstätte der Gläubigen in Ephesus. Priscilla ist somit ein gutes Beispiel für heutige Frauen, die das Vorrecht haben, mit Gott hingegebenen Männern verheiratet zu sein, die vielleicht Versammlungsaufseher, reisende Prediger oder Auslandsmissionare sind. Durch ihre loyale Unterstützung ihrer Männer werden auch ihnen viele freudige Dienstvorrechte zuteil. — Apg. 18:2, 18, 26; Röm. 16:3-5, NW; 1. Kor. 16:19; 2. Tim. 4:19.
19. Bei welchen beiden Gelegenheiten handelte Maria, die Schwester Marthas, Jesus gegenüber so, daß es ihr zum Segen gereichte?
19 Wenn wir an die treuen Frauen der Tage Jesu denken, fällt uns unwillkürlich Maria von Bethanien, die Schwester Marthas und des Lazarus, ein. Wer hat nicht schon davon gehört, wie Jesus als Gast in das Haus Marthas kam und Maria, statt sich ungebührend um die materiellen Dinge zu kümmern, sich „zu den Füßen des Herrn niedersetzte und unablässig seinem Wort lauschte“? Jesus lobte sie deswegen. Bei einer späteren Gelegenheit salbte Maria Jesus im Hause Simons, des Aussätzigen, mit kostbarem, wohlriechendem Öl. Als die Anwesenden, auch Judas Iskariot, sie deswegen kritisierten, sagte Jesus: „Sie hat eine vortreffliche Tat an mir getan ... Sie hat getan, was sie konnte ... Wahrlich ich sage euch: Wo immer die gute Botschaft in der ganzen Welt gepredigt wird, wird auch das, was diese Frau getan hat, zur Erinnerung an sie erzählt werden.“ — Luk. 10:38-42; Mark. 14:3-9; Joh. 12:1-8, NW.
20. (a) Finden wir solche Frauen auch heute in der Neuen-Welt-Gesellschaft? (b) Welche Dienstvorrechte stehen ihnen in Aussicht?
20 Und wie ist es heute? Dienen auch in der heutigen Christenversammlung Frauen wie Sara, die ein vortreffliches Beispiel dafür ist, wie Frauen sich unterordnen sollten, Frauen, die so schön und fleißig sind wie Rebekka, die so gastfreundlich sind wie Lydia und so freigebig wie Dorkas, Frauen, die so loyal und treu sind wie Priscilla oder die im Interesse der wahren Gottesanbetung alles tun wie Maria, die tat, „was sie konnte“? Ja, solche Frauen gibt es, Jehova sei Dank, auch heute noch! Und welch freudige Vorrechte ihnen doch in Aussicht stehen! Wie die gläubigen Männer können auch sie sich Jehova hingeben, um seinen Willen zu tun, können sich taufen lassen und Prediger der guten Botschaft werden. Sie können bei wahrheitsliebenden Menschen Bibelstudien durchführen und auch ihre eigenen Kinder zu treuen Dienern Gottes erziehen. Sie können als Pioniere, Sonderpioniere oder als Missionare ihre ganze Zeit dem Predigtdienst widmen oder in den Betheldienst eintreten.
21. Wie sollten Gott hingegebene Frauen ihre Gelegenheiten, Jehova zu dienen, betrachten?
21 Aus diesen Gründen braucht keine Gott hingegebene Frau das Empfinden zu haben, sie könne Jehova nur in beschränktem Maße dienen. Es gibt für sie unzählige Möglichkeiten, ihre Dienstvorrechte zu erweitern, und jede Gott hingegebene Frau sollte ihr möglichstes tun, um zur Reife voranzuschreiten, ihren Platz unter Gottes Volk richtig auszufüllen und dadurch Gott in seinen Augen wertvoll zu erscheinen und von ihren Mitchristen geehrt und geschätzt zu werden.
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Die Vorrechte der christlichen FrauDer Wachtturm 1964 | 1. Juni
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Die Vorrechte der christlichen Frau
1. Was für eine Frau sollte eine christliche Ehefrau sein?
DIE treffendste Beschreibung einer idealen Frau finden wir in der Bibel im 31. Kapitel der Sprüche. In einer Welt wie der unsrigen, in der Männer und Frauen unvollkommen sind, ist es jedoch schwer, eine solche Frau zu finden. Der Schreiber dieses inspirierten Buches der Bibel sah sich daher veranlaßt zu schreiben: „Ein wackeres Weib, wer wird es finden? denn ihr Wert steht weit über Korallen. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie, und an Ausbeute wird es ihm nicht fehlen. Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.“ (Verse 10-12) Eine verheiratete Christin sollte eine solche Frau sein. Ihr Mann sollte sich auf sie verlassen und ihr völlig vertrauen können. Sie sollte für ihn Zeit ihres Lebens ein Segen sein.
2. Woran erkennt man eine tüchtige Hausfrau?
2 Eine Frau hat die verschiedensten Möglichkeiten, für ihren Mann und ihre Kinder ein Segen zu sein. Nutzt sie diese Möglichkeiten richtig aus, so wird sie glücklich und zufrieden sein. In einem Haus, in dem Sauberkeit und Ordnung herrscht, ist gewöhnlich eine tüchtige Hausfrau am Werk. Es zeugt davon, daß sie „die Vorgänge in ihrem Hause“ überwacht und „nicht das Brot der Faulheit ißt“. Auch das gehört zu dem Zeugnis, das eine Frau, die Jehova ergeben ist und ihm treu dient, ihrer Umwelt geben kann. — Spr. 31:27.
3. Wie kann die Frau eines treuen Dieners Jehovas ihre Tüchtigkeit beweisen?
3 Die christliche Frau, deren Mann ebenfalls ein treuer Zeuge Jehovas ist, hat viele Möglichkeiten, ihre Tüchtigkeit zu beweisen. Sie kann ihn bei seiner Predigttätigkeit unterstützen, indem sie mit ihm die gute Botschaft von Haus zu Haus verkündet, Menschen, die Interesse bekunden, wiederbesucht und mit ihnen die Bibel studiert. Vielleicht ist ihr Mann, der den ganzen Tag berufstätig ist und sich in seiner freien Zeit der öffentlichen Predigttätigkeit widmet, außerdem noch ein Aufseher oder Dienstamtgehilfe in der Versammlung, und das fordert von ihm ebenfalls Zeit. Natürlich stehen seine Verpflichtungen der Familie gegenüber an erster Stelle, und er könnte kein rechter Diener sein, käme er diesen Verpflichtungen nicht nach. Seine Frau kann jedoch durch ihre treue, liebevolle Unterstützung viel dazu beitragen, daß er seine Aufgaben richtig erfüllen kann. Sie kann ihm die Vorbereitung auf seine verschiedenen Aufgaben sehr erleichtern und dafür sorgen, daß sie beide möglichst viel kostbare Zeit gewinnen, indem sie ihre Zeit gut einteilt, das Essen rechtzeitig auf den Tisch bringt und pünktlich fertig ist, wenn es Zeit ist, in die Versammlung zu gehen. Sie unterstützt ihn auch in der Durchführung eines guten Programms für das Familienstudium. Manchmal braucht selbst ein Gott hingegebener Mann in dieser Hinsicht eine Ermunterung. Eine weise, taktvolle Frau kann ihren Mann auf ebenso freundliche, theokratische Weise ermuntern, wie Debora, die Frau Lappidoths, den Richter Barak ermunterte, das ihm von Jehova aufgetragene Werk durchzuführen. — Ri. 4:8, 9.
4. Wie kann die christliche Frau unter der Leitung ihres Mannes den Kindern helfen, den Weg zu gehen, der Jehova wohlgefällt?
4 Unter der Leitung ihres Mannes kann die christliche Frau viel tun, um ihre Kinder in dem Weg zu erziehen, den sie gehen sollten, um Jehova wohlzugefallen. Sie sollte ihnen helfen, die rechte Achtung vor ihrem Vater zu haben, und nie etwas tun, was seine Stellung als Haupt der Familie schwächen könnte. Nicht nur durch ihre Worte, sondern auch durch ihr Beispiel sollten die Kinder von ihr das richtige Verhalten lernen. Zweifellos hat sie mehr Zeit für die Kinder als ihr Mann. Sie kann diese Zeit gut ausnutzen, um die Wertschätzung der Kinder für die Wahrheit, die Organisation Jehovas, die Zusammenkünfte und die Verkündigung der guten Botschaft zu vertiefen und ihnen zu helfen, sich ihren Fähigkeiten entsprechend bei den Zusammenkünften und am Felddienst rege zu beteiligen. — 1. Tim. 5:10.
5. (a) Was für eine Atmosphäre sucht die christliche Frau zu Hause zu schaffen, und warum? (b) Wie wird sie dafür von ihren Kindern und von ihrem Mann belohnt?
5 Die christliche Frau kann viel zum Glück der Familie und zu einer guten Atmosphäre beitragen. Sie weiß, daß die Kinder eine solche Atmosphäre benötigen, um seelisch und geistig zu gedeihen. Trotzdem sie den Mann als Haupt respektiert, kann sie durch ein sanftes Wesen und durch Verständnis die Familienbande stärken. Ihre Worte verraten Weisheit und Feingefühl, und „liebreiche Lehre ist auf ihrer Zunge“. Sie wird dafür reich belohnt, denn ihre Kinder werden, sobald sie verständig genug sind, sich Jehova hingeben, um seinen Willen zu tun. Ihre Söhne werden erkennen, daß ihre Mutter in dieser Hinsicht viel für sie getan hat, und werden sie deshalb „glücklich preisen“. Auch ihr Mann wird sie rühmen. Eine gute Frau macht ihrem Mann Ehre, damit er von der Allgemeinheit als christlicher Prediger und als Haupt seiner Familie geachtet und geschätzt wird. „Ihr Mann ist bekannt in den Toren, indem er sitzt bei den Ältesten des Landes.“ — Spr. 31:26, 28, 23.
VORRECHTE IN DER VERSAMMLUNG
6. Wieso sind gottesfürchtige Frauen ein Segen für andere in der Versammlung, und welche Möglichkeiten haben sie, einen immer größeren Beitrag zur Förderung des Königreichswerkes zu leisten?
6 Treue christliche Frauen üben durch ihre Anwesenheit in der Versammlung und durch ihre Beteiligung an der Verkündigung der guten Botschaft einen gesunden Einfluß auf alle aus, die mit der Versammlung verbunden sind. Durch ihren regelmäßigen Besuch der Zusammenkünfte und ihre Unterstützung der Felddienstvorkehrungen spornen sie andere oft unauffällig dazu an, dasselbe zu tun. Während aber eine Gott hingegebene Frau im Predigtdienst immer leistungsfähiger wird, kann sie zusätzliche Vorrechte wahrnehmen. Sie kann zum Beispiel mit der Aufgabe betraut werden, andere mit der Versammlung verbundene Frauen im Predigen der guten Botschaft zu schulen. Sie kann auch darauf hinarbeiten, ihre Beteiligung am Geben von Kommentaren in den Zusammenkünften zu verbessern, um so mitzuhelfen, andere zur Liebe und zu guten Werken anzureizen. (Hebr. 10:23-25) Und kann sie ihren Dienst so weit ausdehnen, daß sie Pionier werden kann, erlebt sie noch größere Freuden und Segnungen.
7. (a) Was sollte die christliche Frau in bezug auf ihre Verbindung mit der Versammlung stets im Sinn behalten? (b) Warum berücksichtigt Jehova den Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Versammlung?
7 Die christliche Frau sollte jedoch stets an dem Platz bleiben, den ihr Jehova im Rahmen seiner theokratischen Ordnung zugewiesen hat. Sie sollte nicht Mirjam nachahmen und wider die Brüder reden oder sich in ihre Stellung zu drängen suchen, sondern sollte durch Wort und Tat die Organisation und auch die örtlichen Diener unterstützen. Jehova ist der größte Organisator. Er weiß, wie der einzelne handeln muß, damit eine harmonische Zusammenarbeit zur Freude und Auferbauung aller entsteht. Er kennt die Frauen besser als irgendein Mann, denn er erschuf die erste Frau und weiß, was sie am ehesten glücklich macht. Er weiß auch, wie ihm die Frau zu seiner Ehre am besten dienen kann. Aus diesen Gründen macht er einen Unterschied zwischen Mann und Frau in bezug auf seine Dienstvorkehrungen in seiner Organisation.
8. Welche Beschränkungen waren den Frauen in der Versammlung des natürlichen Volkes Israel auferlegt? Was sagt Paulus jedoch über die Frauen, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus sind?
8 In den Tagen des Volkes Israel hatten die Frauen nur beschränkte Möglichkeiten, Jehova in Verbindung mit seiner Anbetung im Tempel zu dienen. Eine Frau konnte zum Beispiel nicht das Amt eines levitischen Priesters ausüben oder andere Aufgaben im Tempel erfüllen. Eine Frau durfte auch nicht Israels Thron einnehmen, um über das Volk zu herrschen. Die einzige Frau, die sich dieses Recht anmaßte, war die Thronräuberin Athalja, und sie mußte deswegen sterben. (4. Mose 3:1-10; 2. Kö. 11:1-20) Über das geistige Israel schrieb der Apostel Paulus (und seine Worte waren sowohl an Gott hingegebene Frauen wie Männer gerichtet) aber folgendes: „Ihr alle seid tatsächlich Söhne Gottes durch euren Glauben an Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr in Christus getauft worden seid, habt Christus angezogen. Da gibt es weder Jude noch Grieche, da gibt es weder Sklave noch Freier, da gibt es weder Mann noch Weib; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus. Überdies, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung.“ — Gal. 3:26-28, 29, NW.
9. (a) Welche Vorrechte haben christliche Frauen im Hinblick auf das Königreich und das Priestertum? (b) An welcher Tätigkeit beteiligen sich Gott hingegebene Frauen nun zufolge der Wirksamkeit des heiligen Geistes?
9 Demnach konnten nun Frauen wie Männer die wunderbare Hoffnung hegen, mit Christus Jesus das himmlische Königreich zu ererben. Einige Frauen sollten nun Könige und Priester werden und mit Christus Jesus und den übrigen der 144 000 Miterben des Königreiches regieren, aber nicht als Frauen, sondern als herrliche Geistgeschöpfe in den Himmeln. (Röm. 8:16, 17; Offb. 20:6; 14:1) Noch heute gibt es unter den Übriggebliebenen der 144 000 in der Neuen-Welt-Gesellschaft treue Frauen, die diese wunderbare Hoffnung haben. Sie sind vom heiligen Geist zu Gliedern des Leibes Christi gesalbt worden und sind dadurch ebenso „Söhne Gottes“ geworden wie die gesalbten männlichen Glieder des Überrests. Bei der Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten waren auch Frauen zugegen, und sie empfingen die übernatürlichen Gaben genauso wie die Männer. So ist es auch heute: Frauen wie Männer werden vom heiligen Geist geleitet und dazu angetrieben, Jehova zu dienen und über die „Großtaten Gottes“ zu reden. — Joel 2:28, 29; Apg. 1:14; 2:1-11, NW.
DAS VERHALTEN DER FRAU IN DER VERSAMMLUNG
10. Welche Richtlinien für das Verhalten der Frau in der Versammlung finden wir in 1. Timotheus 2:11-13 und 1. Korinther 14:33, 34?
10 Die Frauen, die sich in den Tagen der frühchristlichen Versammlung Gott hingaben und sich dann taufen ließen, wurden genauso vom heiligen Geist gezeugt wie die Männer. Sie waren aber immer noch im Fleische, und Jehova berücksichtigte diesen Umstand. Er ließ der Christenversammlung deshalb durch die Apostel Anweisungen über die richtige theokratische Handhabung dieser Dinge zugehen. Wir lesen in 1. Timotheus 2:11-13 (NW): „Eine Frau lerne in Stille mit aller Unterwürfigkeit. Ich gestatte einer Frau nicht, zu lehren oder Gewalt über einen Mann auszuüben, sondern sie sei in der Stille. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva.“ In 1. Korinther 14:33-35 (NW) lesen wir ferner: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. Wie in allen Versammlungen der Heiligen sollen die Frauen in den Versammlungen schweigen; denn es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern sie sollen untertan sein.“
11. (a) Warum können diese Richtlinien nicht so verstanden werden, daß Frauen in den Zusammenkünften der Versammlung überhaupt nie sprechen dürfen? (b) Was meinte also der Apostel damit, wenn er sagte, daß sie „in den Versammlungen schweigen“ sollten?
11 Bedeutet das, daß eine Frau in der Versammlung überhaupt nicht sprechen darf? Nein, das kann nicht gemeint sein. Damals empfingen die Frauen die Gaben des Geistes genauso wie die Männer, auch die Gabe, in Zungen zu reden und zu prophezeien, und um diese Gabe anzuwenden, mußten sie in der Versammlung reden. In welchem Sinne sollten sie denn „in den Versammlungen schweigen“? Sie sollten dann nicht sprechen, wenn ihre Äußerungen einen Mangel an Unterordnung verraten würden. Eine Schwester sollte sich also nie mit Brüdern in einen Wortstreit einlassen oder sie öffentlich kritisieren, weder in der Versammlung noch bei einer anderen Gelegenheit im kleinen Kreis. Schwestern sollten ihren Einfluß auch nicht geltend machen wollen, indem sie die Brüder zu belehren suchen oder ihnen sagen wollen, was sie tun sollten. Ist sich eine Schwester über das, was ein Bruder in der Versammlung sagte, nicht im klaren, so kann sie zu Hause mit ihrem Mann darüber sprechen. — 1. Kor. 14:35.
12. Wie können Frauen zum Beispiel einen aktiven Anteil am Wachtturm-Studium haben und dennoch ihre theokratische Stellung bewahren?
12 Das heißt aber nicht, daß sie in der Versammlung überhaupt nichts sagen dürfe. Gott hingegebene Frauen dürfen sich zum Beispiel an der Beantwortung der Fragen beteiligen, die während eines Studiums oder einer Wiederholung gestellt werden. Dadurch können sie viel dazu beitragen, daß die Versammlung lebendiger wird und alle Anwesenden im Glauben gestärkt werden. Sagt einer der männlichen Anwesenden zum Beispiel während des Wachtturm-Studiums etwas Verkehrtes, so braucht die Schwester, die danach aufgerufen wird, nicht im gleichen Sinne zu antworten und so den verkehrten Gedanken zu stützen. Sie sollte aber weder durch das, was sie sagt, noch dadurch, wie sie es sagt, die Antwort des Bruders kritisieren. Sie kann taktvoll zeigen, was Der Wachtturm selbst zu diesem Gedanken sagt. Sie könnte ihre Antwort vielleicht etwa wie folgt einleiten: „Es ist interessant, wie der Abschnitt hier diesen Punkt erklärt ...“ Sind andere reife Brüder zugegen, wäre es in einem solchen Fall natürlich besser, der Studienleiter riefe sie auf, um den verkehrten Gedanken zum Nutzen aller richtigstellen zu lassen. Auf diese Weise würde niemand in Verlegenheit gebracht.
13. Welchen Wunsch haben alle gottesfürchtigen Frauen? Welche Fragen entstehen aber trotzdem?
13 Die gottesfürchtigen Frauen in der Neuen-Welt-Gesellschaft sind bestrebt, nach Jehovas Grundsatz von der theokratischen Leitung durch ein Haupt zu handeln. Ihre loyale Unterstützung in dieser Hinsicht steht in auffallendem Gegensatz zu der Handlungsweise vieler Frauen der alten Welt und ist ein Segen für die Neue-Welt-Gesellschaft. Sie trägt viel zu der wunderbaren Einheit und Harmonie innerhalb dieser Organisation bei. Von Zeit zu Zeit entstehen in diesem Zusammenhang jedoch Fragen, wie zum Beispiel: Wann muß eine Schwester den Kopf bedecken? Wann darf eine Frau vor anderen beten, und muß sie dabei stets eine Kopfbedeckung tragen?
BIBLISCHE GRUNDSÄTZE
14. In Verbindung mit welchem Grundsatz spricht Paulus über die Kopfbedeckung, und was sagt er nach 1. Korinther 11:4-7 über diesen Punkt?
14 Die Bibel zeigt deutlich, daß eine Frau in bestimmten Fällen eine Kopfbedeckung als Zeichen der Unterwürfigkeit tragen muß. Nachdem der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther (11:3) den Grundsatz, daß der Mann das Haupt einer Frau sei, dargelegt hatte, wandte er ihn auch auf die Ordnung in der Versammlung an. Wir wollen dabei im Sinn behalten, daß er diesen Rat eigentlich in Verbindung mit den Wundergaben des Geistes gab. Was er jedoch über die Kopfbedeckung sagte, ist im wesentlichen heute noch gültig. Nach 1. Korinther 11:4-7 (NW) schrieb Paulus weiter: „Jeder Mann, der betet oder prophezeit und dabei etwas auf seinem Haupte hat, schändet den, der sein Haupt ist; jede Frau aber, die mit unbedecktem Haupte betet oder prophezeit, schändet den, der ihr Haupt ist, denn es ist ein und dasselbe, als wäre sie eine Frau mit rasiertem Haupte. Denn wenn sich eine Frau nicht bedeckt, so möge sie auch geschoren werden; wenn es aber für eine Frau schimpflich ist, geschoren oder rasiert zu sein, so möge sie sich bedecken. Denn ein Mann sollte sein Haupt nicht bedeckt haben, da er Gottes Bild und Herrlichkeit ist; die Frau aber ist des Mannes Herrlichkeit.“
15. (a) Warum sollte der Mann beim Beten oder beim Leiten der Versammlung den Kopf nicht bedecken? (b) Warum sollte die Frau unter denselben Umständen den Kopf bedecken? (c) Warum verglich Paulus eine Frau, die in der Versammlung unbedeckten Hauptes betet, mit einer kahlgeschorenen Frau?
15 Da der Mann in Gottes Bild und Herrlichkeit geschaffen wurde, sollte er seiner Frau und seiner Familie gegenüber als Vertreter Gottes amten und die Verantwortung, die seine Stellung als Haupt für ihn mit sich bringt, übernehmen. Darüber hinaus sollte er auch in der Versammlung als Vertreter Christi, des Hauptes der Versammlung, amten. Es wäre daher nicht richtig, wenn er beim Beten in der Versammlung oder beim Leiten einer Zusammenkunft aus Achtung vor den Anwesenden eine Kopfbedeckung zum Zeichen der Untertänigkeit trüge. Dadurch würde er gleichsam seine Stellung als Haupt verleugnen und so handeln, als stünde ihm diese Stellung nicht zu. Er würde also Christus vor der Versammlung nicht gebührend vertreten, sondern ihn als sein Haupt entehren. Die Frau dagegen sollte mit Rücksicht auf diesen theokratischen Grundsatz den Kopf bedecken, wenn sie in der Versammlung bete oder, was damals noch geschah, prophezeie. Dadurch würde sie erkennen lassen, daß dies normalerweise die Aufgabe des Mannes wäre, und nicht den Eindruck erwecken, als ob sie sich in die Stellung des Mannes drängen wollte. Durch ein solches Vorgehen würde sie nicht nur die männlichen Glieder der Versammlung entehren, sondern auch ihr Haupt, ihren Mann, denn sie würde sich dadurch über ihn hinwegsetzen. Wenn eine Frau schon so weit ginge, folgerte Paulus weiter, könne sie ebensogut ihr Haar so kurz schneiden wie ein Mann oder wie eine Sklavin. Wäre das aber nicht schändlich für eine Frau? In den Tagen des Apostels Paulus war es jedenfalls so, denn damals war ein kahlgeschorener Kopf oder kurzgeschnittenes Haar bei einer Frau allgemein ein Zeichen dafür, daß sie eine Sklavin, oder noch schlimmer, eine Frau war, die als Hure oder Ehebrecherin ertappt und zum Zeichen öffentlicher Schande geschoren worden war.
16. Um welchen Grundsatz im Hinblick auf die Kopfbedeckung geht es hier, und was zeigt die Natur in diesem Zusammenhang selbst?
16 In frühchristlichen Zeiten war es üblich, daß Frauen in der Öffentlichkeit stets eine Kopfbedeckung trugen. Eine Frau, die in der Öffentlichkeit mit unbedecktem Haupt erschien, galt als leichtlebig und unmoralisch, als eine Frau, die weder ihren Vater noch ihren Mann als Haupt anerkannte. Das war jedoch nicht der wesentliche Gedanke, um den es hier ging. Es ging um die Anerkennung des göttlichen Grundsatzes, daß der Mann das Haupt ist, und Paulus weist darauf hin, daß die Natur dies selbst andeute, wenn er sagt: „Urteilt für euch selbst: Ziemt es sich für eine Frau, unbedeckt zu Gott zu beten? Lehrt euch nicht die Natur selbst, daß, wenn ein Mann langes Haar hat, es ihm zur Unehre gereicht, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es ihr zur Herrlichkeit gereicht? Denn ihr Haar ist ihr statt einer Kopfbedeckung gegeben.“ (Verse 13-15, NW) Das heißt jedoch nicht, daß ihr langes Haar als Kopfbedeckung genügt hätte, wenn sie in der Versammlung betete oder prophezeite, sonst wäre der Vers 6 sinnlos. Ihr langes Haar sollte sie vielmehr daran erinnern, daß sie bei solchen Gelegenheiten zum Zeichen der Untertänigkeit den Kopf bedecken sollte.
17. Welche ihr zugewiesene Stellung erkennt die demütige Frau an?
17 Eine kahlgeschorene Frau bietet bestimmt keinen schönen Anblick. Dasselbe wäre von einer Frau zu sagen, die keine Achtung vor der theokratischen Ordnung hätte, so zum Beispiel von einer Frau, die in der frühchristlichen Versammlung unbedeckten Hauptes prophezeit hätte. Eine solche Frau wäre in den Augen Jehovas und in den Augen der Brüder der Versammlung häßlich gewesen, weil sie keine Demut bekundet hätte. Eine gottesfürchtige Frau erkennt ihren Platz in Jehovas Ordnung. Nach den Versen 8-10 (NW) schrieb Paulus weiter: „Denn der Mann ist nicht aus der Frau, sondern die Frau aus dem Mann; und überdies ist der Mann nicht um der Frau willen erschaffen worden, sondern die Frau um des Mannes willen. Deshalb sollte die Frau, um der Engel willen, ein Zeichen der Befugnis auf ihrem Haupte haben.“
18. Woran dachte Paulus offenbar, als er sagte, die Frau sollte „um der Engel willen ... ein Zeichen der Befugnis auf ihrem Haupte“ haben?
18 Wieso „um der Engel willen“? Nicht etwa, weil die Frau auch Engeln untertan sein müßte. Die Worte des Apostels Paulus, die wir in 1. Korinther 11:3 lesen, besagen nicht, daß die Engel den Frauen auf der Erde gegenüber eine leitende Stellung innehätten. Engel sind nicht mit der Aufgabe betraut worden, die Christenversammlung zu leiten oder die gute Botschaft des Königreiches zu verkünden. Die Frau muß also nicht mit Rücksicht auf einen Engel, den sie vielleicht vertreten würde, den Kopf bedecken. Gottesfürchtige Männer und Frauen sind „der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen“. (1. Kor. 4:9, NW) Eine treue Frau kann unter Umständen Engeln ein vorzügliches Beispiel geben. Durch ihre treue Anpassung an die theokratische Ordnung, die von ihr verlangt, daß sie ihrem Mann als Haupt untertan ist, und auch durch ihre Achtung, die sie den männlichen Gliedern der Versammlung entgegenbringt, gibt sie den Engeln im Himmel, die Jehova und seinem regierenden König, Jesus Christus, in treuer Untertänigkeit dienen, ein gutes Beispiel.
19. Wie beschreibt Paulus das Verhältnis zwischen Mann und Frau nach 1. Korinther 11:11, 12, und was wird dem Mann und der Frau helfen, ihre Stellung in Jehovas Ordnung demütig anzuerkennen?
19 Um zu verhüten, daß der Mann seine Worte falsch verstehe und auf den Gedanken komme, er sei das wichtigste Geschöpf und die Frau habe keine Bedeutung, sagt Paulus weiter: „Außerdem ist in Verbindung mit dem Herrn weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne die Frau. Denn so wie die Frau aus dem Manne ist, so ist auch der Mann durch die Frau; aber alle Dinge sind aus Gott.“ (1. Kor. 11:11, 12, NW) Ja, das gilt es also zu beachten: die Anordnung, durch die alles einem Haupt unterworfen ist und die auch das Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie die Verfahrensweise und Ordnung in der Versammlung bestimmt, stammt nicht von einem Menschen, sondern von Gott. Wenn wir diesen Standpunkt einnehmen, werden wir ausgeglichen, demütig und für Jehovas Segnungen dankbar bleiben, ob wir nun ein Mann oder eine Frau sind.
20. Warum werden die mit der Kopfbedeckung der Frau in Verbindung stehenden Fragen heute erörtert?
20 Offenbar bestanden in der Korinther Versammlung wegen dieser Frage Meinungsverschiedenheiten, weshalb sich auch der Apostel Paulus die Zeit nahm, die Grundsätze darzulegen, damit alle Klarheit erhielten. Er schloß seine Ausführungen ab mit den Worten: „Wenn indes jemand zugunsten eines anderen Brauches streitsüchtig zu sein scheint: wir haben keinen anderen, und auch die Versammlungen Gottes nicht.“ (1. Kor. 11:16, NW) Obwohl unter Jehovas Zeugen heute deswegen kein Streit entstehen sollte, scheint es doch gut zu sein, dieses Thema noch etwas eingehender zu betrachten, um festzustellen, wie diese Grundsätze im einzelnen in der heutigen Christenversammlung anzuwenden sind. Wir werden deshalb in der nächsten Wachtturm-Ausgabe einige Beispiele betrachten, die in dieser Hinsicht zu Fragen Anlaß geben könnten, damit gottesfürchtige Frauen in der Neuen-Welt-Gesellschaft wissen, wie sie sich zu verhalten haben, wenn sie mit der Bibel in Einklang sein und ein gutes christliches Gewissen haben wollen.
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Die Gemeinde blieb wachDer Wachtturm 1964 | 1. Juni
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Die Gemeinde blieb wach
Eine zur Zeit in Missouri lebende Zeugin Jehovas berichtet aus der Zeit, da sie in einer Indianerreservation in Süddakota tätig war, folgendes Erlebnis: „Ich kam zu einem Laienprediger der katholischen Kirche. Jedes Dorf in der Reservation hat eine Kirche, aber nicht jedes Dorf hat einen Pfarrer. Die Priester besuchen in einer bestimmten Reihenfolge jede Woche ein anderes Dorf. Kommt der Pfarrer nicht, dann liest der Laienprediger, ein Indianer, eine gedruckte Predigt vor, die ihm der Pfarrer vorher zukommen läßt. Der Laienprediger nahm von mir die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! entgegen, und ich fragte ihn, ob ich ihn wiederbesuchen dürfe, um von ihm zu erfahren, wie sie ihm gefallen hätten. Etwa zwei Wochen später besuchte ich ihn wieder, und er war ganz begeistert. Er sagte: ‚Letzten Sonntag kam der Pfarrer nicht, und ich hatte auch keine Predigt von ihm erhalten. Kurz entschlossen las ich der Gemeinde aus dem Wachtturm vor, und alle freuten sich darüber. Sonst schläft alles in der Kirche, aber als ich aus dem Wachtturm vorlas, schlief niemand ein.‘ Bevor wir weitergingen, suchten wir noch verschiedene jener Dorfbewohner auf und konnten etwa 90 Zeitschriften abgeben und erlangten mehrere Abonnements. Viele interessierten sich dafür, weil sie dieser Vorlesung in der Kirche beigewohnt hatten.“
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