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Die Organisation öffentlicher Diener rein erhaltenDer Wachtturm 1965 | 15. Januar
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Sie hätten ihre geistige Keuschheit, ihre Jungfräulichkeit, die sie für Jesus Christus, ihren künftigen Ehemann, hätten bewahren sollen, aufgegeben. Der Apostel Paulus wollte diese von ihm gegründete Christenversammlung Christus „als eine keusche Jungfrau“ darstellen, aber diese „superfeinen Apostel“ suchten nun das Verlöbnis zwischen der Versammlung und Jesus Christus aufzulösen und sie mit einem Scheinchristus zu vermählen. Sie versuchten die bereits „verlobte“ Versammlung zu geistiger Unzucht, zu geistigem Ehebruch zu verführen, denn nach dem Gesetz Jehovas, das die Israeliten durch Moses erhalten hatten, galt eine verlobte Jungfrau bereits als Ehefrau des Mannes, dem sie zur Ehe versprochen war.
21. Mit was für einer Eifersucht wachte Paulus über die Korinther Versammlung, und wessen echter Freund war er?
21 Der Apostel Paulus verglich daher jene sogenannten „superfeinen Apostel“ mit der Schlange in Eden und suchte die Christenversammlung vor ihnen zu schützen. Die Eifersucht, mit der Paulus über die Versammlung wachte, war keine selbstsüchtige, leidenschaftliche, verwerfliche, sondern eine gottgefällige Eifersucht, die keine Rivalität duldete, sondern ausschließliche Ergebenheit gegenüber Jesus Christus, dem eigentlichen Bräutigam der Versammlung, verlangte. Paulus war wirklich ein „Freund des Bräutigams“, und er hoffte, sich zur bestimmten Zeit „über die Stimme des Bräutigams“ freuen zu können, wenn er diesen mit seiner jungfräulichen Braut im Himmel sprechen hören würde. — Joh. 3:29.
22. (a) Auf welche andere Art Reinheit der Versammlung war Paulus ebenfalls bedacht? (b) Was schrieb er über einen solchen Fall an die Korinther Versammlung?
22 Der Apostel Paulus, der als allgemeiner Aufseher „die Sorge um alle Versammlungen“ in den heidnischen Ländern des Westens hatte, war auch darauf bedacht, daß die Organisation öffentlicher Diener Gottes in sittlicher Hinsicht rein blieb. Er wußte, daß eine Versammlung, die zuließ, daß eines ihrer Glieder unsittlich handelte, kein Teil der Organisation bleiben konnte. Eine Versammlung muß sich in einem solchen Fall vor der Gemeinschaftsverantwortung schützen, die sie wegen der unsittlichen Tat eines ihrer Glieder treffen könnte. Hören wir, wie Paulus einen solchen Fall behandelte, der sich im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung in der Korinther Versammlung ereignete. Es handelte sich dabei um eine abscheuliche Tat, denn Paulus schrieb: „Tatsächlich wird von Hurerei aus eurer Mitte berichtet, und von einer solchen Hurerei, wie es sie selbst nicht unter den [heidnischen] Nationen gibt, daß ein gewisser Mann die Frau seines Vaters hat. Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr getrauert, damit der Mann, der diese Tat begangen hat, aus eurer Mitte hinweggeschafft werde?“
23. Welche Verantwortung wollte Paulus in dieser Beziehung nicht auf sich nehmen, und was tat er deshalb?
23 Der Apostel Paulus, der diese Versammlung gegründet hatte und sie beaufsichtigte, machte sich keinen Augenblick der Gemeinschaftsverantwortung schuldig für diese unsittliche Tat, die in Gottes Organisation öffentlicher Diener verübt worden war. Nach seiner Anklage, die er gegen die Versammlung erhoben hatte, setzte er daher seinen Brief fort mit den Worten: „Ich meinesteils habe, obwohl dem Leibe nach abwesend, im Geiste aber anwesend, den Mann sicherlich bereits gerichtet, als wäre ich anwesend, der auf eine solche Weise gehandelt hat, so daß ihr im Namen unseres Herrn Jesus, wenn ihr und mein Geist mit der Kraft unseres Herrn Jesus versammelt seid, einen solchen Menschen zur Vernichtung des Fleisches dem Satan übergebt, damit der Geist am Tage des Herrn gerettet werde ... Richtet ihr nicht die, welche drinnen sind, während Gott jene richtet, die draußen sind? ‚Entfernt den bösen Menschen aus eurer Mitte.‘“ — 1. Kor. 5:1-5, 12, 13.
24, 25. (a) Welche Frage erhob sich nun für Paulus im Hinblick auf die Korinther Versammlung? (b) Wie erwies sich die Versammlung in dieser Sache als sittlich rein?
24 Für Paulus erhob sich nun die Frage: Würde sich die Christenversammlung mit ihren sogenannten „superfeinen Aposteln“ von der Gemeinschaftsverantwortung befreien, die sie wegen dieses abscheulichen Falles von Blutschande auf sich geladen hatte? Würde sie darüber betrübt sein, daß sie dieses unsittliche Verhalten in ihrer Mitte längere Zeit geduldet hatte, ohne etwas dagegen zu unternehmen? Würde sie die richtige Einstellung bekunden und seiner Weisung, den Bösen aus der Versammlung zu entfernen, nachkommen? Paulus war beruhigt, als später sein Missionargefährte Titus aus Korinth zurückkam und ihm sagte, die Versammlung hätte seine Anweisung befolgt. Paulus bestätigte dies offiziell, indem er den Korinthern folgendes schrieb:
25 „... (ich sehe, daß jener Brief euch traurig gemacht hat, wenn auch nur für eine kleine Weile,) so freue ich mich nun, nicht weil ihr traurig gemacht wurdet, sondern weil ihr traurig gemacht wurdet zur Reue, denn ihr wurdet in einer gottgefälligen Weise traurig gemacht, damit ihr unsertwegen in nichts zu Schaden kämet. Denn gottgefällige Traurigkeit bewirkt eine Reue zur Rettung, die nicht zu bereuen ist; die Traurigkeit der Welt aber bewirkt den Tod. Denn seht, gerade dies, daß ihr in gottgefälliger Weise traurig gemacht worden seid, welch große Ernsthaftigkeit hat es in euch bewirkt, ja eure Entlastung, ja Unwillen, ja Furcht, ja Sehnsucht, ja Eifer, ja Berichtigung des Unrechts! In jeder Hinsicht habt ihr euch in dieser Sache als sittlich rein erwiesen.“ — 2. Kor. 7:8-11.
26, 27. (a) Erst wann konnte die Korinther Versammlung den Mann, der die Blutschande begangen hatte, mit gutem Gewissen wieder aufnehmen? (b) Worauf mußte die Versammlung jedoch weiterhin achten, und was schrieb Paulus ihr in diesem Zusammenhang?
26 Erst als die Versammlung bewiesen hatte, daß sie das unsittliche Verhalten, dessen sich eines ihrer Glieder schuldig gemacht hatte, nicht guthieß und sich „in dieser Sache als sittlich rein“ erwiesen hatte, hielt es der Apostel Paulus für gut, ihr mitzuteilen, daß sie den Bösen wieder aufnehmen könne. In der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Versammlung hatte der Mann, der die Blutschande begangen hatte, seine Handlungsweise aufrichtig bereut, und die Versammlung als Ganzes hatte die richtige Einstellung bewiesen und in dieser Angelegenheit die richtigen Schritte unternommen. (2. Kor. 2:6-11) Paulus wußte aber, daß die Christen in Korinth — ob sie dem reuigen Sünder nun vergeben und ihn wieder aufnehmen würden oder nicht — weiterhin darauf achten müßten, daß die Versammlung vor Unsittlichkeit bewahrt bliebe. Sie lebten in einer der Sinnlichkeit fröhnenden heidnischen Stadt, und viele von ihnen hatten früher an ihrem ausschweifenden Leben teilgenommen. Darum schrieb Paulus gegen Ende seines zweiten Briefes (2. Kor. 12:20, 21) folgendes:
27 „Ich befürchte, daß ich euch, wenn ich eintreffe, etwa so vorfinde, wie ich es nicht wünschen möchte, und daß ich mich euch gegenüber so erweise, wie ihr es nicht wünschen möchtet, sondern daß statt dessen etwa Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, üble Nachreden, Ohrenbläserei, Fälle von Aufgeblasenheit und Unordnung da seien. Vielleicht könnte mich Gott, wenn ich wiederkomme, in eurer Mitte demütigen, und ich könnte über viele von denen trauern, die früher sündigten, aber ihre Unreinheit und Hurerei und den zügellosen Wandel, den sie führten, nicht bereut haben.“
28, 29. (a) Wieso befindet sich die Neue-Welt-Gesellschaft heute in der gleichen Lage, besonders, da sich ihr immer mehr Menschen anschließen? (b) Warum können die Worte des Apostels Paulus nach 1. Korinther 6:9-11 heute ebensogut auf sie angewandt werden?
28 Die Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas befindet sich in der gleichen Lage. Sie lebt in einer sextollen Welt, einem richtigen neuzeitlichen Sodom. Nicht alle Glieder der Neuen-Welt-Gesellschaft sind als Kinder von christlichen Zeugen Jehovas geboren und erzogen worden. Die meisten von ihnen sind aus Babylon der Großen, das heißt aus dem Weltreich der falschen Religion und aus den Kreisen, die mit ihren unmoralischen politischen Liebhabern verbunden sind, gekommen. Jahr für Jahr schließen sich ihnen Zehntausende an, die aus dieser sittlich verderbten Welt herauskommen, und je mehr es sind, desto mehr wird diese Gesellschaft als Ganzes einem unmoralischen Einfluß ausgesetzt, weil viele der Herzukommenden noch eine gewisse Neigung zu unmoralischem Handeln haben. Deswegen können die folgenden Worte aus dem Brief des Apostels Paulus an die Christen in Korinth auch gut auf die Neue-Welt-Gesellschaft angewandt werden:
29 „Was? Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Königreich Gottes nicht ererben werden? Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die man für unnatürliche Zwecke hält, noch Männer, die bei Männern liegen, noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich ererben. Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden ... im Namen unseres Herrn Jesus Christus und mit dem Geist unseres Gottes.“ — 1. Kor. 6:9-11.
30. (a) Warum wird es je länger, je schwieriger, diese Gesellschaft rein zu erhalten? (b) Wovor warnte der Apostel Petrus alle Reingewaschenen?
30 Je mehr die Neue-Welt-Gesellschaft wächst, desto zahlreicher werden die Zeugen Jehovas in ihr, die „das“ einst waren. Es wird daher immer schwieriger, diese wachsende Gesellschaft sittlich rein zu erhalten. Ihre getauften Glieder wären jedoch nicht in ihre Reihen aufgenommen worden, wenn sie nicht im Namen des Herrn Jesus und mit dem Geist unseres Gottes zuerst reingewaschen worden wären. Der Apostel Petrus warnt uns, die wir zu diesen Reingewaschenen gehören, in seinem zweiten Brief (2:22) deshalb davor, zu der weltlichen Unreinheit zurückzukehren wie „die gebadete Sau zum Wälzen im Schlamm“.
31, 32. (a) Wovor müssen sich die Glieder der Neuen-Welt-Gesellschaft hüten, selbst wenn sie früher nicht zu dieser Sorte Menschen gehörten? (b) Was mußte Paulus zum Beispiel Timotheus über die Sittenreinheit innerhalb der Versammlung schreiben?
31 Viele von ihnen gehörten aber nicht zu dieser Sorte Menschen, bevor sie sich der Neuen-Welt-Gesellschaft anschlossen. Doch auch sie müssen sich davor hüten, solchen unreinen Gewohnheiten zum Opfer zu fallen. Denken wir zum Beispiel an Timotheus, den Missionar, der mit Paulus den zweiten Brief an die Korinther Versammlung schrieb. Er war Halbjude, denn sein Vater war Grieche. Seine jüdische Mutter, Eunike, und seine Großmutter Lois erzogen ihn jedoch auf eine gottgefällige Weise. (2. Tim. 1:5) Nachdem Timotheus bereits fünfzehn Jahre mit Paulus zusammengearbeitet hatte, hielt es der Apostel dennoch für gut, Timotheus über die Sittenreinheit innerhalb der Versammlung folgendes zu schreiben:
32 „An einem älteren Mann übe nicht strenge Kritik. Im Gegenteil, rede ihm bittend zu wie einem Vater, jüngeren Männern wie Brüdern, älteren Frauen wie Müttern, jüngeren Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit. Ehre Witwen, die wirklich Witwen sind.“ — 1. Tim. 5:1-3.
33. (a) Wem gelten die Worte, die Paulus über die Behandlung der Frauen in der Versammlung schrieb, besonders? (b) Wie würde somit jemand handeln, der sich an diesen Frauen sittlich verginge?
33 Obwohl kein Jüngling mehr, sollte Timotheus dennoch darauf achten, daß er im Umgang mit den jüngeren und älteren Frauen in der Versammlung die sittliche Reinheit bewahrte. Vergessen wir nicht, daß dieser Brief an Timotheus nicht an eine einzelne Versammlung, sondern an einen Aufseher über mehrere Versammlungen gerichtet war. Die Anweisung „jüngeren Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit“ zu begegnen, gilt heute daher besonders den christlichen Männern, die in der Neuen-Welt-Gesellschaft als Bezirks-, Kreis- und Versammlungsdiener amten. Befolgen sie diese Anweisung, so geben sie allen übrigen Gott hingegebenen getauften Männern in dieser Gesellschaft ein gutes Beispiel. Behandeln sie die jüngeren Frauen in der Neuen-Welt-Gesellschaft so, wie sie ihre leiblichen Schwestern behandeln, dann vergehen sie sich an ihnen ebensowenig, wie sie sich an ihren leiblichen Schwestern vergehen würden. Wer von ihnen mit einer der jüngeren Frauen der Versammlung Unzucht triebe, würde genauso abscheulich handeln wie jemand, der sich an seiner eigenen Schwester vergreift.
34, 35. (a) Wem mußte Paulus ebenfalls Weisungen über ihr sittliches Verhalten geben, und warum? (b) Was sollten in dieser Hinsicht die älteren Frauen im Interesse der jüngeren tun?
34 Aber auch den Frauen in der Christenversammlung mußten im Hinblick auf ihr sittliches Verhalten Weisungen gegeben werden. Seinem Missionargefährten Titus schrieb Paulus: „Ebenso seien die betagten Frauen von ehrerbietigem Benehmen, nicht verleumderisch und auch nicht vielem Wein versklavt, Lehrerinnen des Guten, damit sie die jungen Frauen zur Besonnenheit bringen, so daß sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, gesunden Sinnes seien, keusch, ... damit vom Worte Gottes nicht lästerlich geredet werde.“ — Tit. 2:3-5.
35 Was sollten die älteren Frauen tun, um die jüngeren zur Besonnenheit zu bringen und sie zu veranlassen, ihre eigenen Männer, nicht die Männer anderer Frauen, zu lieben und überhaupt ein sittenreines Leben zu führen? Die betagten Frauen sollten ihnen in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel geben. Durch die Bewahrung der sittlichen Reinheit kann eine Frau in der Neuen-Welt-Gesellschaft unter Umständen einer anderen Person helfen, die christliche Lebensweise anzunehmen.
36. Wie betonte der Apostel Petrus diese Tatsache gegenüber Christlichen Frauen, und welches Licht wirft eine solche Handlungsweise auf Gottes Wort?
36 Der betagte Apostel Petrus betonte diese Tatsache, indem er christlichen Frauen schrieb: „Ihr Ehefrauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden, weil sie Augenzeugen eures keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind.“ (1. Petr. 3:1, 2) Je verderbter die Menschen außerhalb der Versammlung und außerhalb des Hauses einer christlichen Ehefrau sind, desto mehr wird ihre Treue und die Bewahrung ihrer sittlichen Reinheit auffallen und ein gutes Licht auf Gottes Wort werfen.
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Die Organisation und sittliche ReinheitDer Wachtturm 1965 | 15. Januar
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Die Organisation und sittliche Reinheit
1, 2. (a) Wie sollte die Geschlechtlichkeit des Menschen betrachtet werden, und warum? (b) Wie erklären die Worte nach 1. Mose 1:27, 28 Ursprung und Zweck der Geschlechtlichkeit?
SITTLICHE Reinheit setzt voraus, daß es zweierlei Geschlechter gibt. Vom Standpunkt des Wortes Gottes aus ist die Fähigkeit, sich fortzupflanzen, etwas Heiliges. Sie ist nicht das Ergebnis einer vernunftlosen, amoralischen Kraft oder einer zufälligen Entwicklung und sollte nicht selbstsüchtigen Zwecken dienen. Gott hat den Menschen, die Tiere und Pflanzen geschlechtlich erschaffen. Sollte er deswegen als unmoralisch bezeichnet werden? Nein! Die sextolle Welt von heute, in der die schrecklichen Geschlechtskrankheiten immer mehr überhandnehmen, entspricht nicht dem Willen Gottes. Die Geschlechtlichkeit sollte einem wunderbaren Zweck dienen: der Fortpflanzung des Lebens in seinen verschiedenen Erscheinungsformen auf der Erde, auch der Fortpflanzung des menschlichen Lebens. Die Bibel erklärt uns in ihrem ersten Kapitel Ursprung und Zweck der Geschlechtlichkeit des Menschen. In 1. Mose (dem ersten Buch der Bibel), Kapitel 1, Verse 27 und 28, lesen wir:
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