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  • Eine Selbstprüfung beim Kampf gegen den Materialismus unerläßlich
    Der Wachtturm 1959 | 1. Januar
    • Schlafe zu erwachen, denn jetzt ist unsere Rettung näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“ (Röm. 13:11, NW) Es wäre eine Schande, wenn sich Personen, die jahrelang treu gewesen sind, jetzt durch die raffinierte Versuchung von seiten des Materialismus schwächen ließen. Sagt lieber nicht: „Das wird mir nicht passieren“, sondern betet vielmehr, daß es euch nicht widerfahre. Die Notwendigkeit des Gebets kann nicht zu sehr betont werden. Man kann dadurch mit Gott in Verbindung treten. Wir sollten Jehova täglich bitten, uns materialistische Neigungen zu überwinden helfen. In Anbetracht unserer Unvollkommenheit ist beständige Wachsamkeit erforderlich, damit wir uns vor den Schlingen des Materialismus bewahren können und während wir fortfahren zu beten, sollten wir weiterhin an geistiger Reife zunehmen, denn das wird uns tatsächlich eine Hilfe sein, der Gefahr des Materialismus zu trotzen.

      11, 12. Welche Beispiele geben uns (a) unsere Brüder in Rußland? (b) unsere Schwestern in Korea?

      11 Wir sollten ebenso kämpfen wie unsere Brüder in Rußland und unsere Schwestern in Korea. Welch wunderbares Beispiel geben uns diese Brüder und Schwestern! Im englischen Jahrbuch 1957 wird ein polnischer Bruder erwähnt, der fünfzehn Jahre in Rußland und vierzehn Jahre in den Lagern zugebracht hat. Nach vielen Martern und vielen Verhören und Verfolgungen ist er lebend aus diesen Orten herausgekommen und singt Lieder zum Preise des Namens Jehovas. Durch seine Liebe zur Wahrheit blieb er am Leben. Ist unsere Liebe zur Wahrheit ebenso stark? Wie können wir uns vorsehen, um in der stürmischen Zeit, die vor uns liegt, Schutz zu finden? Bestimmt nicht dadurch, daß wir all unsere Mußezeit im Lehnstuhl vor dem Fernsehapparat verbringen oder Überstunden machen, um uns die besonderen Annehmlichkeiten dieses Lebens verschaffen zu können.

      12 Auch das Verhalten unserer Schwestern in Korea vermag uns zu begeistern. Viele bringen es fertig, drei Monate im Jahr Ferienpionierdienst zu leisten. Eine Schwester, deren Mann ein Gegner ist und die für drei kleine Kinder zu sorgen hat, hat dem Rufe Folge geleistet. Ein Kind trägt sie auf dem Rücken, ein anderes hält sie an der Hand, ein drittes trägt ihr die Büchertasche, und so geht sie zu den Menschen und gibt Zeugnis. Wohl hatte sie alle Hände voll zu tun, aber am Ende des Monats hatte sie ihre Stundenzahl erreicht und auch ihre bescheidene Wohnung in Ordnung gehalten. Sie verfügte über keine modernen Hilfsmittel und stand vor dem Morgengrauen auf, um Wasser zu holen und ihre Hausarbeiten zu verrichten. Sie war arm an den Dingen dieser Welt, aber reich an geistigen Dingen. Auch nach ihrem Ferienpionierdienst setzte sie ihre fünf Bibelstudien fort. Ähnlich handeln Missionare und andere Vollzeitdiener. Sie geben ein gutes Beispiel, indem sie das, was an die erste Stelle gehört, auch wirklich an die erste Stelle setzen, also geistige Güter über die materiellen. Wahres Glück und viele Segnungen harren jener, die zuerst nach dem Königreiche trachten und das bezeugen, indem sie in den Vollzeitdienst eintreten. Sofern du nicht Pionier sein kannst, kannst du wenigstens den Pioniergeist haben. Dieser kann dir helfen, materialistische Wünsche zu unterdrücken.

      13. Wozu sollten wir uns entschließen in Anbetracht der Segnungen, die durch Dienst in Gebieten erlangt werden, wo Hilfe dringend not tut? Welches Beispiel wird angeführt?

      13 Betrachtet einmal die Freuden und Segnungen des Dienstes an Orten, wo Hilfe dringend not tut. Königreichsverkündiger, die von materialistischen Begierden gefangen sind, können sich solcher nicht erfreuen. Zum Beispiel kam nach einer der Bezirksversammlungen, die im Jahre 1957 in den Vereinigten Staaten stattfanden, ein Bruder zu einem Vertreter der Gesellschaft und fragte, ob er ihm sogleich ein Gebiet angeben könne, in dem Hilfe dringend not tue. Dieser Bruder hatte fünf Kinder; er war ein Versammlungsdiener und hatte vor kurzem sein Haus verkauft. Nun war ihm daran gelegen, seine Königreichsdienstvorrechte zu mehren. Als er durch die Ansprache vernommen hatte, daß man dort dienen könne, wo Hilfe dringend not tut, beschloß er, gerade das zu tun. Nach der Versammlung sprach er auf dem Heimweg im Büro der Gesellschaft vor und holte sich weiteren Aufschluß über sein künftiges Arbeitsgebiet. Zu Hause angekommen, kaufte er sich einen Lastwagen, lud seine Möbel und Haushaltsgegenstände darauf — und fort ging’s mit den Seinen nach dem Süden! Die Gesellschaft hatte diesem Bruder und seinen Angehörigen als Arbeitsgebiet eine kleine Stadt zugewiesen. Würde er aber weltliche Arbeit dort erhalten? Dieser Bruder hatte die richtige geistige Einstellung, denn er sagte sich: „Wenn diese Stadt 5000 Leute erhalten kann, dann kann sie auch 5007 erhalten.“ Heute gereicht dieser treue Bruder samt seiner Familie den dortigen Brüdern zur Ermunterung und den Menschen guten Willens zum Segen. Viele weitere Erfahrungen, gleich dieser, könnten angeführt werden, die eure Brüder täglich machen, wenn sie geistigen Werten den ersten Platz einräumen. Diese treuen Brüder haben sich nicht im Materialismus verstricken lassen. Sie bekämpfen ihn und widerstehen ihm bei jeder Gelegenheit und lassen nicht zu, daß sie in seinem Strudel untergehen.

      14. Wie müssen wir unserem Führer folgen, um dem verräterischen Treibsand des Materialismus zu entgehen, und wie sollten wir auf den Ruf nach zusätzlichen Dienstvorrechten reagieren?

      14 Einige mögen aber dem Fortschritt der Neuen-Welt-Gesellschaft gegenüber eine negative Haltung einnehmen. Das könnte jemanden verleiten, es sich gemütlich zu machen, und das wäre nicht gut. Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen, sonst wird uns der Materialismus erfassen. Wir müssen also unser Leben richtig einschätzen. Christen leben sozusagen in einer Wildnis, in der Wüste dieser Welt. Wenn eine Schar Leute einem Führer in ein Gebiet hineinfolgt, wo es Treibsand gibt, sagt ihr der Führer, sie solle ihm dicht auf den Fersen bleiben, ja solle, wenn das überhaupt möglich ist, in seinen Fußspuren gehen. Der Führer, der uns durch die Wüste dieser Welt führt, ist Christus Jesus. Wenn wir seinen Fußstapfen genau folgen, werden wir nie im Treibsand des Materialismus versinken. Wir werden dann durch diese harmlos scheinende Kraft nicht in die Tiefe gezogen. Wir werden direkt unserer Bestimmung, der neuen Welt, entgegengeführt. So gehe denn auf keine Kompromisse in bezug auf deinen Glauben ein. Bewahre ihn lebendig und tatkräftig. Nütze jede Gelegenheit dazu, geistig zu wachsen. Sinne in freien Augenblicken über die Grundsätze des Wortes Jehovas nach. Es wird dir zuerst nicht leichtfallen. Dann zwinge dich dazu, denn es ist deiner geistigen Gesundheit zuträglich. Wenn dann der Ruf an dich ergeht, in der Versammlung zusätzliche Dienstvorrechte wahrzunehmen, zum Beispiel einem Diener beizustehen, eine Unterweisungsansprache oder einen einstündigen Vortrag zu halten, oder wenn man dich vielleicht dazu empfiehlt, als Versammlungsbuchstudienleiter zu dienen, so übernimm solche christlichen Verantwortlichkeiten und komme ihnen freudig nach. Suche nicht in der Menge einer großen Versammlung unterzutauchen und dich mit einem Minimum an Dienst zu begnügen. Sei fortschrittlich und halte dich auf dem laufenden, sei zuverlässig und enthusiastisch, sonst wird dein Glaube schwach, deine christliche Tatkraft erlahmt, und du wirst falsch zu denken beginnen.

      15. Wohin führt der Materialismus? Lohnt er sich?

      15 Personen, die denken, sie könnten sich zeitweilig vom Dienste frei machen und sich zu einer Zeit, in der die weltlichen Gelegenheiten günstig sind, etwas mehr von den Gütern dieser Welt beschaffen, sollten überlegen wohin der Materialismus sie führt. Lohnt er sich? Paulus sagte: „Die aber entschlossen sind, reich zu werden, geraten in Versuchung und in eine Schlinge und in viele sinnlose und schädliche Begierden, die die Menschen ins Verderben stürzen und sie zugrunde richten. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von jeder Art schädigender Dinge, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben hinweg in die Irre geführt worden und haben sich selbst überall mit vielen Schmerzen durchstochen.“ (1. Tim. 6:9, 10, NW) So sehen wir denn von neuem, daß weder Reichtum an sich noch das, was er mit sich bringt, unrecht ist, sondern die Entschlossenheit, sich materiellen Wohlstand und Besitz zu sichern. Wenn der Christ einen solchen Entschluß faßt, so schreibt er materiellen Dingen mehr Wert zu als geistigen, und darin liegt die Gefahr. Dann macht er, statt zu studieren und nachzusinnen und Felddienst zu leisten, mehr Überstunden in der weltlichen Beschäftigung. Wozu dient es, wenn sowohl der Mann wie die Frau weltliche Arbeit leisten? Ein Schriftsteller sagt: „Weltlicher Reichtum gleicht Nüssen. Manch einer zerreißt sich die Kleider, bis er welche hat, manch einer zerbricht sich die Zähne, um sie zu knacken, und nie wird ein Bauch davon satt.“ Aber das Schlimmste ist: wer einem solchen Laufe weit genug folgt, wird bald feststellen, daß er sich in Grenzgebieten bewegt, und wird schließlich außerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft stehen. Und draußen gibt es nur Unzufriedenheit, unglückliche Verhältnisse, Mißvergnügen und Verzweiflung.

      16. Wie weist Paulus darauf hin, daß es weise ist, nach Gottergebenheit zu streben?

      16 Da ihr wißt, daß der Materialismus in der Schlacht von Harmagedon mit dieser Welt untergehen wird, so sucht den Sieg durch innige Liebe zu Jehova Gott und seiner Organisation zu erringen. In 1. Timotheus 6:6-8 erklärte Paulus: „Sicherlich ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Genügsamkeit am Eigenen. Denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht und können auch nichts hinausnehmen. Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, so werden wir damit zufrieden sein.“ Man beachte hier das Argument des Apostels Paulus; ein Christ kann viel gewinnen, wenn er nach Gottergebenheit strebt. Diese Gottergebenheit ist mit der Furcht Jehovas verwandt. Wenn wir uns also davor fürchten, Jehova zu mißfallen, werden wir nicht zulassen, daß unsere Denkweise als Folge selbstsüchtiger, materialistischer Begierden verschroben wird. Nein, wir werden uns damit zufrieden geben, wenn wir die notwendigen materiellen Dinge besitzen, die, wie Paulus sagt, in Unterhalt und Bedeckung bestehen.

      17. Welcher Rat, den Jakobus gegeben hat, wird uns helfen, uns vor dem Ertrinken in den tiefen Wogen des Materialismus zu bewahren?

      17 Niemand sollte sich hier zu der Annahme verleiten lassen, hier sei mehr gemeint, als was gesagt wird. Wer versuchen wollte, darauf hinzuweisen, dies schließe die neuesten und besten materiellen Dinge und Vergnügungen ein, der verdreht die Schrift, um sie den eigenen unrechten Begierden anzupassen. Jehova gibt niemandem solche unrechten Wünsche ein. Der Jünger Jakobus sagt: „Wenn in der Prüfung, sage niemand: ‚Ich werde von Gott versucht.‘ Nein, denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst jemand. Sondern jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet worden ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, bringt den Tod hervor.“ (Jak. 1:13-15, NW) So wird sich denn ein wahrer Christ nicht in die tiefen Wogen des Materialismus hineinwagen, in denen er den Tod durch Ertrinken findet. Weil er leben möchte, beherrscht er seine Wünsche in der richtigen Weise.

      18. Was wird ein Christ heute tun, um sich eng an Jehova und seine Organisation zu halten und nicht den Begierden des Fleisches zu erliegen?

      18 Ein Christ wird nach Gottergebenheit streben und nicht den Materialismus pflegen. Nur indem er diese satanische Lebensauffassung als das, was sie ist, erkennt, kann er sie erfolgreich bekämpfen. Er muß davon überzeugt sein, daß es besser ist, in Jehovas Organisation als irgendwo anders zu sein. Er sollte nicht etwas tun wollen, daß seine Gelegenheiten, Leben in der neuen Welt zu erhalten, gefährden würde. Dann wird er alles haben, was er braucht. Er benötigt heute, um Jehova dienen zu können, nicht das Vorzüglichste von allem. Aber er benötigt Jehovas Organisation, und er sollte sich eng an sie halten. Durch diese Organisation hat Jehova ein mächtiges Bollwerk zur Verteidigung gegen eines der schlauesten Manöver Satans aufgerichtet, gegen den Materialismus. Mache dir alle Vorkehrungen zunutze, die Jehova getroffen hat, um der Gefahr entgegenzuwirken, die als der Materialismus bekannt ist. Halte Herz und Sinn auf die neue Welt und all ihre großartigen Dinge gerichtet. Halte Schritt mit der sich stets ausdehnenden Neuen-Welt-Gesellschaft und widme dich heute mit ganzer Kraft dem Dienste. Dadurch wirst du geistig stark bleiben und völlig in der Lage sein, den feinen Schlingen des Materialismus mit Erfolg zu entgehen. Ein wahrer Christ, der Jehova liebt, wird in Besonnenheit seine Lage richtig einzuschätzen wissen. Eine Selbstprüfung ist unbedingt notwendig. Dann erkennt er auch, daß es lebenswichtig ist, im Kampfe gegen den Materialismus mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt zu halten und geistig zu wachsen.

      19. Ist es im Interesse der Sicherheit, wenn wir uns über die Grenzen der Neuen-Welt-Gesellschaft hinausbegeben? Weshalb nicht?

      19 In bezug auf diese Frage, die Leben und Tod betrifft, wird er von der Organisation Ratschläge entgegennehmen und sie zu seinem ewigen Wohl anwenden. Er wird sich daran erinnern, daß er nach Gottergebenheit und nicht nach Materialismus streben muß. Ferner weiß er, daß es gefährlich ist, wenn er sich über die Grenzen der Neuen-Welt-Gesellschaft hinauswagt, selbst wenn er denken mag, er sei stark genug, draußen den Lockungen des Materialismus zu widerstehen. Vergiß nie, nicht einen Augenblick, daß andere ihm erlegen sind. Der Materialismus ist so verderbenbringend wie ein Sog oder Strudel. Er kann dich in die Tiefe ziehen und dein Leben auslöschen. Erkenne ihn als eine stets vorhandene Gefahr. Er macht vor keiner Person halt. Bekämpfe daher den Materialismus um deines Lebens willen in Gemeinschaft mit deinen treuen Brüdern in der ganzen Welt!

  • Ein Bischof schmeichelt den Ohren, aber meidet die Wahrheit
    Der Wachtturm 1959 | 1. Januar
    • Ein Bischof schmeichelt den Ohren, aber meidet die Wahrheit

      VOR kurzem wurde in Finnland dem bekannten Bischof Elis Gulin von Studenten einer höheren Handelsschule die Frage gestellt, ob der Mensch ein Produkt der Evolution oder eine Schöpfung Gottes sei. Da Bischof Gulin offenbar den Evolutionsvertretern nicht mißfallen, aber auch denen, die die Erschaffung durch Gott vertreten, mit seinen Ansichten nicht allzu modern erscheinen wollte, und da ihm bestimmt daran gelegen war, seine eigene Popularität nicht zu gefährden, kleidete er seine eigene Meinung in Worte, die den Ohren seiner Hörer schmeichelten, und verwarf dabei das, was Jehovas Wort, die Bibel, über die Sache sagt, vollständig. Hier folgt seine Antwort:

      „Die Schöpfungsgeschichte ist ein Teil des heiligen Wortes Gottes, und ich selbst respektiere sie als die Wahrheit. Wenn sich aber ein frommer Christ bemüht, den Bericht buchstäblich aufzufassen, so muß er die Entdeckung der wahren Wissenschaft verneinen und macht sich zu einem Gegenstand des Spottes, während die richtige Deutung im Einklang sein muß mit den Forschungen des Menschen und es darum verdient, von allen ehrlichen Menschen beachtet zu werden. Wenn nun die Bibel sagt, Gott habe Adam ‚aus dem Staube des Erdbodens‘ gebildet, so bedeutet dies nicht den buchstäblichen Erdboden, sondern bezieht sich auf den Urmenschen, der von Gott als Rohmaterial zur Bildung des homo sapiens gebraucht wurde. Erst als dieser Urmensch Gott verstehen und hören konnte und fähig war, ihm zu antworten, ‚wurde der Mensch eine lebendige Seele‘, in anderen Worten, ‚der Staub des Erdbodens‘ wurde der heutige Mensch. Die Wissenschaft unterstützt diese Erklärung völlig, denn sie räumt der von Gott überwalteten langsamen Entwicklung Millionen von Jahren ein. Eine ähnliche allegorische Bibelauslegung hinsichtlich der Erschaffung Evas (1. Mose 2:20-23) erklärt dem modernen Leser auch diese Stelle auf vernünftige Weise. Ich nehme an, daß niemand anwesend ist, der ehrlich glaubt, daß Gott tatsächlich von Adam eine Rippe genommen habe, um sie zu einem Weibe zu formen. Dies ist nicht so. Die symbolische Geschichte soll uns sagen, daß der Mensch, Adam, in seinen Rippen Schmerz empfindet, ehe er seine liebliche Gefährtin entdeckt. Erst wenn er Eva an seine Brust drückt, hat er das Empfinden, vollständig und völlig befriedigt zu sein.“

      Nun wieder zu denen gewandt, die mit seiner Auslegung des biblischen Schöpfungsberichtes nicht einverstanden sein könnten, fand der Bischof es für notwendig, einige Worte beizufügen. „Wir sollten es nicht bedauern“, sagte er, „wenn wir hinsichtlich dieses heiligen Berichts verschiedene Ansichten hegen. Die Bibel ist diesbezüglich äußerst tolerant und verkündet Geistesfreiheit.“

      Zu bedauern aber ist, wenn ein Bischof, der vorgibt, ein Vertreter Gottes zu sein, das verneint, was Gott in seinem Wort so deutlich über Adam und Eva sagt: „Mann und Weib schuf er sie.“ Als das Paar sündigte, kehrte es, wie die Bibel sagt, „zur Erde zurück“, also nicht zum Stand des „Urmenschen“, sondern zum Staube. „Denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren!“ Der Bischof ist offenbar auf „Ohrenkitzel“ bedacht. Der Apostel sagt, die Menschen würden „sich selbst Lehrer aufhäufen, um sich die Ohren kitzeln zu lassen“, und sie würden „ihre Ohren von der Wahrheit abwenden, während sie sich Fabeln zuwenden“, und das treulose „Volk liebt es so“. — 1. Mose 1:27; 3:19; 2. Tim. 4:3, 4; Jer. 5:31.

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