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Ich war ein MedizinmannErwachet! 1971 | 22. Oktober
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zwanzig starken Männern zu widerstehen; sie konnten mich von einer bestimmten Stelle weder hochheben noch wegtragen. Solche Leistungen waren meinem Ruf als Medizinmann ebenfalls zuträglich.
Wie ich die biblische Wahrheit kennenlernte
Als ich mich 1932 in Abeokuta, einem Dorf in Westnigeria, aufhielt, sah ich eines Abends eine Gruppe Leute an der Straße stehen, die sich einen biblischen Vortrag unter freiem Himmel anhörten. Ich gesellte mich zu ihnen Der Sprecher, ein Zeuge Jehovas, behandelte gerade das kommende göttliche Gericht, in dem alle Bösen vernichtet würden; er las den Bibeltext Offenbarung 16:14, 16 vor, in dem gesagt wird, daß die Dämonen die Nationen „zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, versammeln würden. Er fügte hinzu, daß die Kirchen dem Zorn Gottes nicht entrinnen würden, denn sie hätten Gott auf vielerlei Weise falsch dargestellt, z. B. durch Irrlehren, die sich auf heidnische Auffassungen stützten, und dadurch, daß sie unter ihren Mitgliedern den Götzendienst duldeten. Es war, als hätte der Redner zu mir persönlich gesprochen; seine Ausführungen gingen mir zu Herzen. Der Redner benutzte auch den Namen Gottes, Jehova. Was er sagte, war mir neu, doch es leuchtete mir ein.
An jenem Abend hatte ich Träume, in denen die Geister mich ernstlich davor warnten, nochmals solche Vorträge anzuhören. Sie erklärten mir, daß ich doch bereits Katechet sei und die Bibel kenne und daß ich von ihnen gesegnet worden sei in meiner Tätigkeit als Medizinmann, warum ich mir da noch „solches Zeug“ anhören wolle.
Dennoch blieb ich noch zweimal stehen und hörte mir die von Jehovas Zeugen veranstalteten biblischen Vorträge an. Aber diese biblischen Wahrheiten begannen mich erst nachhaltig zu beeinflussen, nachdem ich die dritte Frau geheiratet hatte. Sie hatte Angehörige, die Zeugen Jehovas waren. Doch sie begann sich erst nach unserer Heirat für Jehovas Zeugen zu interessieren. Nachdem sie eine Zeitlang die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas besucht hatte, hörte sie auf, gewisse Dinge zu tun, die bei unserem Stamm Sitte waren. Als ich sie fragte, warum sie plötzlich rebellisch werde, erklärte sie sanft, sie könne das nicht mehr tun, weil die Bibel Menschenverehrung mißbillige und weil ihr Gewissen es nicht mehr zulasse.
Ich wurde ärgerlich und beschloß, mit ihr in die Zusammenkunft der Zeugen Jehovas zu gehen. Ich wollte ihre Lehren angreifen, denn ich bildete mir nicht wenig auf meinen Einfluß als Katechet und Medizinmann ein. Ich verlangte, den leitenden Prediger der Gruppe zu sprechen und ihn über das Verhalten meiner Frau zu befragen. Obwohl ich mein Begehren laut und hochmütig kundgetan hatte, gab er mir zu meiner Überraschung freundlich Antwort auf meine Fragen; er stützte sich dabei auf die Bibel, und seine Ausführungen waren überzeugend. Das Gespräch endete damit, daß ich eines der von der Watch Tower Society in Joruba veröffentlichten Bücher entgegennahm und mit ihm vereinbarte, daß er mich jede Woche besuche, um noch weitere Fragen zu beantworten.
Unser biblisches Gespräch, das allwöchentlich stattfand, zeigte mir bald, wie sehr ich in die falsche Religion verstrickt war. Schon nach wenigen Wochen besuchten meine drei Frauen und ich die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas. Bald verspürte ich den Wunsch, mit anderen über die Wahrheiten zu sprechen, die ich kennenlernte.
Den Willen Gottes tun trotz Gegnerschaft
Jetzt begann ich auf Widerstand zu stoßen; den heftigsten Widerstand, der mir von seiten der Menschen entgegengesetzt wurde, leisteten meine eigenen Eltern. Nach ihrer Auffassung bereitete ich ihnen eine große Enttäuschung. Mein Vater hatte viel getan, damit ich als Medizinmann ebenso berühmt wurde wie er, und jetzt wollte ich ganz so leben, wie es gemäß der Bibel dem Willen Gottes entsprach. Die Mitglieder der Kirche, der ich angehörte, waren entrüstet. Die meisten von ihnen glaubten, ich hätte den Verstand verloren. Andere waren dafür, daß man mir ein höheres Amt als das eines Katecheten anbiete, um mich zu verlocken, in der Kirche zu bleiben.
Auch die Dämonen rieten mir ab. Und die ganze Gruppe der Zauberinnen war überzeugt, daß bei mir etwas nicht stimme. Aber ich schöpfte Trost aus der Heiligen Schrift, aus Texten wie Jesaja 41:9-12, die zeigten, daß Gott seine Diener stärkt und ihnen hilft. Obschon Dämonen und Menschen mir Widerstand boten, war ich entschlossen, den Willen Gottes zu tun.
Bald merkte ich, daß ich kein wahrer Christ und gleichzeitig Medizinmann sein konnte. Aus der Bibel geht klar hervor, woher die okkulten Kräfte stammen. Sie warnt uns auch eindringlich davor, uns mit irgendeiner Form des Spiritismus zu befassen, und zeigt, daß er vom Teufel und von seinen Dämonen stammt. (Apg. 16:16-18; Eph. 6:10-13; 5. Mose 18:10-14) Ich wünschte sehnlich, als wahrer Christ getauft zu werden. Um zu beweisen, daß ich jetzt einen reinen Gottesdienst pflegte, suchte ich alles zusammen, was mir bei meiner Tätigkeit als Medizinmann gedient hatte — meine weiße Fahne, den Talisman unter meinem Kopfkissen, meine weiße Kleidung und meine Bilder. Alles warf ich in einen Fluß. Andere Gegenstände vergrub ich in der Erde.
Ich war entschlossen, den Willen Gottes zu tun, wie ihn die Bibel offenbart; inzwischen hatte ich auch gelernt, daß ein Christ, wenn er verheiratet ist, Mann nur einer Frau sein darf. (1. Tim. 3:2, 12) Ich trennte mich daher von den beiden Frauen, die ich später geheiratet hatte, und behielt nur meine erste Frau.
Freuden und Segnungen der wahren Anbetung
Seitdem ich dem wahren Gott diene, habe ich viel Freude erlebt und bin reich gesegnet worden. Wenn ich zum Beispiel einen Kongreß der Zeugen Jehovas besuche, begeistert es mich immer wieder, zu hören, wie Personen von den Fesseln des Spiritismus frei geworden sind. Vor kurzem lernte ich die Erfahrung eines Medizinmannes kennen, der jahrelang körperliche Leiden erduldet hatte; vielleicht war er das Opfer der Dämonen geworden, die er verehrt hatte, was so oft vorkommt. Eines Tages kam er mit einer Zeugin Jehovas, einer Vollzeitpredigerin, ins Gespräch. Als er von ihr die gute Botschaft vernahm, gestand er ihr, samt seinen Angehörigen in großer Not zu sein, denn sein Fetisch töte sein Volk, obschon den Geistern viel geopfert worden sei, um sie zu versöhnen. Nachdem er völlig verarmt war, hatte er sich an den Priester der „Berg-Zion“-Sekte, der er angehörte, gewandt und ihm nahegelegt, den Fetisch zu verbrennen. Wie überrascht war er, als der Priester entgegnete: „Ich nicht! Ich will nicht, daß dieses Ding auch mich und meine Angehörigen tötet!“
Da der Priester sich davor fürchtete, etwas gegen die Dämonen zu unternehmen und den Fetisch zu verbrennen, bat der Medizinmann die Zeugin Jehovas um Hilfe. Sie sprach mit dem leitenden Aufseher ihrer Versammlung, und er sorgte sofort dafür, daß der Fetisch verbrannt wurde. Die Nachbarn erwarteten natürlich, daß die Zeugen, die den Fetisch vernichteten, nun sterben würden. Aber als nichts geschah, wollten sie mehr über den wahren Gott, Jehova, erfahren, der mächtiger ist als alle anderen Götter. Der Medizinmann und seine Frau wurden von dem dämonischen Zauber frei. Sie begannen die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen, und nach sechs Monaten wurden sie getauft. Der ehemalige Medizinmann ist jetzt selbst ein Pionier oder Vollzeitprediger und hilft anderen, die Ketten des Spiritismus abzuwerfen.
Da ich nicht mehr als Medizinmann tätig bin, habe ich auch nicht mehr das Einkommen wie früher, doch ich finde Erquickung für meine Seele, indem ich als Christi Jünger Gottes Willen tue. (Matth. 11:28-30) Und wie glücklich macht es mich, anderen zu helfen, ebenfalls in dieser Weise erquickt zu werden! Jetzt kann ich meinen Mitmenschen sagen, daß alle gehorsamen Menschen für immer geheilt werden, aber nicht durch Zauberei, sondern durch Gottes Sohn, Jesus Christus, den König, denn er wird die Menschen zur Vollkommenheit führen. (Offb. 21:3, 4) Und wie dankbar bin ich, daß Jehova in naher Zukunft mit allem, was mit falscher Religion zu tun hat, aufräumen wird, auch mit der Zauberei. — Offb. 22:15.
Meine Freude wird immer größer. Von meinen neun Kindern haben vier die Hoffnung, ewig in Gottes neuem System der Dinge zu leben. Mein jüngerer Bruder, der sich damals, als ich Zeuge Jehovas wurde, auf die Seite meiner Eltern gestellt und mir ebenfalls heftigen Widerstand entgegengesetzt hatte, änderte später seine Herzenseinstellung und dient jetzt ebenfalls den Interessen des Königreiches Gottes. Und im Alter von vierundsiebzig Jahren durfte ich einen Kurs für Versammlungsaufseher besuchen, den die Watch Tower Society in Lagos (Nigeria) durchführte. Seitdem ich vom Spiritismus frei geworden bin und mich dem wahren Gott hingegeben habe, bin ich sehr glücklich und werde reichlich gesegnet!
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Marken sammeln als HobbyErwachet! 1971 | 22. Oktober
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Marken sammeln als Hobby
DAS Briefmarkensammeln ist in den Augen mancher Menschen das schönste Hobby der Welt. Andere dagegen finden kein Gefallen daran. Doch dieses Hobby fesselt Alte und Junge, sowohl Neunzigjährige als auch Neunjährige.
Wahrscheinlich der älteste Hinweis auf das Markensammeln ist eine Anzeige, die 1841, also ein Jahr nach der Herausgabe der ersten Briefmarken in England, in der Londoner Times erschien und wie folgt lautete:
„Eine junge Dame, die ihr Ankleidezimmer mit entwerteten Briefmarken schmücken möchte, ist von ihren Bekannten in diesem Vorhaben so weit unterstützt worden, daß sie bereits 16 000 Briefmarken gesammelt hat. Diese Zahl reicht indessen nicht aus, daher würde sie sich sehr freuen, wenn Personen, die solche (sonst wertlosen) kleinen Papierchen zur Verfügung haben, ihr bei ihrem seltsamen Vorhaben beiständen!“
Seither haben viele Briefmarkensammler an diesem Hobby nicht nur Freude gefunden, sondern das Sammeln ist ihnen auch ein Ausgleich gegenüber der beruflichen Anspannung geworden. Andere schätzen dieses Hobby wegen seines pädagogischen Wertes. Auch das Künstlerische an den Briefmarken veranlaßt manche, sie zu sammeln, während wieder andere darin eine Möglichkeit sehen, Geld zu verdienen.
Wie wurde das Briefmarkensammeln ermöglicht?
Bevor ein Postdienst eingerichtet war, gab man Nachrichten und Briefe vertrauenswürdigen Reisenden mit. Im sechzehnten Jahrhundert entstand ein internationaler Postdienst zwischen einer Reihe europäischer Länder. Aber die Postbeförderung war ziemlich teuer, und die Zustellung dauerte oft sehr lange. Im Jahre 1680 führte ein Mann namens Dockwra in London einen Stadtpostdienst ein. In der Stadt London wurden Hunderte von Postkästen aufgestellt, die stündlich geleert
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