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  • Ausdehnung der reinen Anbetung in Nigeria
  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1953
Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1953
w53 15. 4. S. 237-239

Ausdehnung der reinen Anbetung in Nigeria

DAS Werk der Zeugen Jehovas ist in dem Gebiet der Goldküste und in Nigeria sehr fruchtbar. Die Führer vieler Missionsorganisationen fühlen sich in jenen Kolonien in bedrängter Lage, weil Tausende sie verlassen und Zeugen Jehovas werden. Das ist ohne Zweifel auch der Grund, weshalb die Watch Tower Society aus Washington erfuhr, „es scheine“ die Politik zu sein, keinen Vertreter der Watch Tower in jene Gebiete einreisen zu lassen. In welchem Ausmaß das Werk in einem dieser Länder, in Nigeria, Früchte trägt, erfährt man beim Lesen folgender Erfahrungen, die während der Versammlung von Jehovas Zeugen in Freetown, Sierra Leone, von zwei Gileadabsolventen, die in Nigeria arbeiteten, berichtet wurden. M. G. Henschel, der Sekretär des Präsidenten der Gesellschaft, gibt sie in seinem Bericht wieder:

„Jehovas Zeugen in Nigeria zeigen Fleiß und Entschlossenheit. Die Mehrheit von ihnen ist arm und besitzt kaum materielle Güter. Sie leben in Lehmhütten. Ihre Kost ist einfach — Kassawastrauch und Yamswurzel mit gelegentlichen Fisch- oder Fleischbissen. Aber sie kennen die Wahrheit und lieben sie. Sie wissen, daß sie sie predigen müssen, und sie tun das gern. Sie predigen getreulich und lassen ihr Licht leuchten. Das Ergebnis ist: Die Wahrheit ist in über 400 Orte und Dörfer eingedrungen, in denen Versammlungen gegründet wurden, wie auch in Dutzende abgelegener Orte. Es gibt dort jetzt über 12 600 Evangeliumsdiener. Jehovas Zeugen werden in jedem Teil Nigerias und auch in Britisch-Kamerun beobachtet.

Etwas, was den Brüdern als Gottes Dienern geholfen hat, zur Reife voranzuschreiten, war das Abhalten von Versammlungen. Das verlangt viel Arbeit, weil alles von den Brüdern erbaut werden muß und es dort keine Säle gibt. Wenn die Zeit für die Versammlung kommt, sind alle Brüder in Bewegung. Sie kommen auf dem Lastauto (Bus), auf dem Fahrrad und zu Fuß. Einige gehen zwei Tage lang, andere rudern im Kanu drei Tage auf einem Fluß, um nach dort zu kommen.

Am Sonntagmorgen, wenn noch alles schläft, kreisen sie nach Gideons Methode das Dorf von allen Seiten ein und kündigen dabei die öffentliche Ansprache an. Sehr wenige Leute haben Uhren; so muß nach der Ankündigung am frühen Morgen eine abschließende Ankündigung gerade vor dem Vortrag folgen. Eine Schar Brüder singt Lieder und geht in die eine oder andere Richtung und erklärt den Leuten, daß jetzt der Vortrag beginnen werde. Wie erfolgreich diese Methode ist, kann man daraus ersehen, was sich in Abiriba ereignete. Dort war die Schlußbekanntmachung so aufrüttelnd, daß, obgleich nur dreihundert Brüder anwesend waren, die gesamte Bevölkerung von 1 734 Personen zum Versammlungsplatz strömte!

Um die Wirkung zu veranschaulichen, die eine Versammlung auf ein Dorf hat, wenden wir uns Akwete zu, einer Stadt, in der es keine Zeugen Jehovas gibt. Die Zeugen kamen aus einem Umkreis von zwanzig Meilen, um Vorbereitungen zu treffen. Die Leute waren unfreundlich und überhaupt nicht hilfreich. Die Brüder hatten viele Schwierigkeiten, um ein Stück Land für ihre Versammlung zu mieten. Dann mußten sie noch andere bezahlen, die die Versammlungshütte bauten, statt daß ihnen selbst die Erlaubnis gegeben wurde. Dazu wurde der Preis durch die Dorfbewohner festgesetzt. Der Sondervertreter der Gesellschaft kam an und verbrachte zwei Tage damit, die Häuptlinge zu besuchen, den guten Willen zu fördern und Scheu zu beseitigen. Am Freitag morgen begannen die Zeugen in die Stadt zu strömen, nahezu 400 an der Zahl. Ihre glücklichen Gesichter erfüllten das Dorf schnell mit Freude und gestalteten die Umgebung sofort anders. Die Einwohner nahmen eine freundliche Haltung ein. Vorher hatten sie es abgelehnt, irgend etwas mit Jehovas Zeugen zu tun zu haben, nun aber boten sie Schlafgelegenheiten kostenlos an, und der Preis für die Hütte wurde gesenkt. Die Häuptlinge selbst beeilten sich, Sitze zu besorgen. Akwete war mit theokratischer Tätigkeit erfüllt. Das Ergebnis war, daß Hunderte des Dorfes der Versammlung beiwohnten und zwei von ihnen getauft wurden und am Predigtwerk Anteil hatten. Acht Monate später wurde eine Versammlung von 22 Evangeliumsdienern in Akwete gegründet. Zahlreiche ähnliche Erfahrungen könnten erzählt werden.

In Adagbrasa organisierte der europäische katholische Priester seine Herde, um Lärm zu schlagen. Sie verursachten ein solches Getöse, daß der Programmteil des Freitags praktisch übertönt wurde. Das brachte die Häuptlinge und die Mehrzahl der Dorfbevölkerung so sehr in Wut, daß die Ältesten früh am Sonnabend morgen eine Bekanntmachung erließen, die durch das ganze Dorf ging: Jeder, der Jehovas Zeugen störe, würde ernstlich bestraft und zu einer Strafe von fünf Schilling und einer Flasche Gin verurteilt werden. Vor der Versammlung gab es keine Zeugen im Dorf. Kurz darauf wurde ein Bibelstudium mit sechzehn Teilnehmern eingerichtet. Bald darauf verdoppelte sich die Zahl.

Oft sagen die Geistlichen den sich beschwerenden Leuten: ‚Nun, wenn ihr nicht zufrieden seid, könnt ihr ja wegbleiben und zu den Zeugen Jehovas gehen‘. Und das ist es gerade, was viele Menschen heute tun, ob nun die Geistlichkeit ihnen anrät zu gehen oder nicht. Die Geistlichen sind dagegen hilflos. Ehrliche Wahrheitssucher freuen sich, sich mit Jehovas Dienern in wahrer Anbetung zu vereinen.

Folgendes ereignete sich während der Versammlung in Ode Irele. In guter Zusammenarbeit errichteten die Brüder eine Hütte. Diese Tätigkeit setzte den Ort in Erstaunen. Niemand hatte jemals eine solche Hütte gesehen, auch nicht eine solche Willigkeit und Arbeitsbegeisterung, wie sie die Brüder hatten, die die Hütte aufbauten. Die Methodisten des Ortes kamen zu einer besonderen Versammlung zusammen, um zu besprechen, was getan werden sollte. Nein, keinen Widerstand leisten, sie wollten sich lieber Jehovas Zeugen anschließen. Es wurde entschieden, daß jeder, um Mitglied zu werden, fünf Schilling gibt und daß das Geld dann Jehovas Zeugen als Mitgliedsbeitrag übergeben werden sollte. Jedoch wurde ihnen erzählt, was wirklich gefordert wird: die Wahrheit kennenzulernen und mit Hingabe ein Verkündiger des Königreiches Jehovas zu werden. Geld kann das doch nicht tun! Am Eröffnungstag waren 811 Besucher anwesend, davon nur 400 Brüder. Am zweiten Tag drängten sich 937 zur Abendversammlung in die Hütte und auch rund um sie herum. Die Dorfbewohner zeigten den gleichen Enthusiasmus wie die Brüder. Am Sonntag symbolisierten 75 ihre Hingabe durch die Wassertaufe; vier davon waren aus dem Dorf.

Ein Bruder ohne Schulbildung zog vor zwei Jahren nach Emu, wo es keinen Zeugen Jehovas gab. Sein katholischer Arbeitgeber hörte der Botschaft zu, bis er eines Tages sagte: ‚Dies muß die Wahrheit sein.‘ Schnell fanden sich fünf Personen zu einem Bibelstudium zusammen. Bald sprachen sie auch mit anderen darüber. Als sich die Wahrheit in diesem katholischen Juju-Gebiet ausbreitete, trat Verfolgung ein. Dann aber nahm einer der Widerstand leistenden Häuptlinge die Wahrheit an. Ein Vollzeitdiener wurde in das Gebiet entsandt und eine Versammlung wurde gegründet. Das Werk dehnte sich weiter aus. Kürzlich besuchte ein besonderer Vertreter der Gesellschaft die Versammlung von über fünfzig Evangeliumsdienern und traf 130 Personen im Wachtturm-Studium an. Von der Katholischen Kirche blieb nur einer übrig, und dieser studiert nun mit Jehovas Zeugen. Jetzt gibt es nur noch Widerstand von seiten der Juju-Gesellschaft; und sie sieht ebenfalls schon die Handschrift an der Wand.

Ntan Udom gibt uns ein anderes gutes Beispiel. Schon seit undenklichen Zeiten frönt die Ekpo-Gesellschaft, eine Juju-Organisation, ihren traditionellen Trinkfesten während der drei- bis viermonatigen Trockenheit. Die Mitglieder maskieren sich, betrinken sich und marschieren dann durch das Dorf mit soviel Freiheit, wie es ihnen beliebt. Das Gesetz besagt, daß Nichtmitglieder dieser Organisation nicht in der Öffentlichkeit oder vor ihren Hütten erscheinen dürfen, wenn sie durch das Dorf tanzen und ihre Maskerade abhalten. Diesem Gesetz gehorcht man mit Furcht. Nun aber kommen Jehovas Zeugen, die nur solche Gesetze anerkennen, die in Harmonie mit Gottes Gesetz stehen. Sie haben ein Gebot: Predigen während der Regenzeit und der Trockenzeit. Was könnte geschehen?

Die Brüder gehorchten Gottes Geboten und das Ergebnis war, daß einer mit einer „Machete“ gegeißelt wurde. Ein Dutzend wurde verhaftet und zu einer Strafe von 120 £ verurteilt. Über 500 Menschen kamen, um der Gerichtsverhandlung beizuwohnen und zu sehen, wie die Ekpo-Gesellschaft die Gesellschaft von Jehovas Zeugen entwurzeln und zerstören würde. Der Diener, der der Versammlung von Jehovas Zeugen vorstand, erklärte, daß er bereit sei, zu sterben, aber vor seinem Tode hätte er den einen Wunsch, nämlich ein mächtiges Zeugnis zu geben.

Am vierten Tage des Prozesses erhielt er Gelegenheit zu sprechen. Sein Zeugnis über die Oberhoheit Jehovas und dessen Vorsätze war so kraftvoll, daß es den Gerichtshof erschütterte. Die Häuptlinge (Richter) begannen zu zittern. Der Fall wurde verabschiedet. Ein Häuptling bat diesen Bruder, seinen Hof zu besuchen und mit ihm die Bibel zu studieren. Die weitere Tätigkeit der Zeugen Jehovas brach die Macht der Ekpo-Gesellschaft. Während der letzten Jahre führten sie ihre Maskerade nicht mehr durch. Weltliche Leute drückten ihre Dankbarkeit für die Freiheit aus, deren sie sich nun zufolge des Sieges der Zeugen Jehovas erfreuen.

Die Kirche Schottlands, die ebenfalls eine große Macht über das Volk hat, fängt an zu zerbröckeln. Gegenüber dem schönen Königreichssaal von Jehovas Zeugen steht ihr altersschwaches Gebäude, dessen eine Mauerfront jeden Tag zusammenbrechen kann. ‚Die Kirche des Herrn‘, zu der sie sich in jenem Gebiet vor sieben Jahren selbst machte, feierte regelmäßig Weihnachten, hat aber vor zwei Jahren damit aufgehört. Zu jener Zeit bemerkte der Pastor: ‚Es wird in diesem Jahr keine Weihnachtsfeier stattfinden. Warum nicht? Weil Jehovas Zeugen sie nicht feiern. Was sie tun, ist richtig.‘

Die Brüder in Nigeria geben ein gutes Zeugnis, wo sie sich auch befinden mögen. Sie sind anderen ein Beispiel, die um sie herum wohnen. In einigen Gebieten kann man bei einer Versammlung sofort sagen, wer zu Jehovas Zeugen und wer zur Öffentlichkeit gehört. Die Brüder sind sauber und bekleidet, wohingegen die Öffentlichkeit praktisch nackt geht und struppig aussieht. Jehovas Zeugen verdienen nicht mehr als die anderen, aber sie leben gemäß den hohen Anforderungen des Wortes Jehovas und verschwenden ihren Verdienst nicht durch Alkohol oder mit Frauen. Sie gebrauchen das, was sie besitzen, zur Ehre des Namens Jehovas. Trotz Ungelehrtheit und anderen Hindernissen haben die Brüder die Wahrheit und schreiten zur Reife voran. Sogar weltliche Leute erkennen die Reife der Zeugen Jehovas und sehen in ihnen das Volk, das wahrhaft die Interessen des höchsten Gottes vertritt.“

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