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  • Wir beobachten die Welt
  • Erwachet! 1976
  • Zwischentitel
  • Massenmedien gefährden die Jugend
  • Gefährliche „Umweltverschmutzung“ durch laute Musik
  • Der Rosenkranz — von den Mohammedanern übernommen?
  • „Geisterbeamte“ in Kalkutta
  • Inflationsrate — 335 Prozent
Erwachet! 1976
g76 8. 4. S. 30-31

Wir beobachten die Welt

Massenmedien gefährden die Jugend

◆ Nach Forschungsergebnissen des Audiovisuellen Zentrums der Pädagogischen Hochschule Hildesheim werden heute Kinder und Jugendliche in ihrem Sprachverhalten und ihren Wertvorstellungen, ja überhaupt in allem, was sie wissen, denken, wünschen, empfinden und planen, bis zu 65 Prozent durch Fernsehen, Rundfunk, Presse, Literatur und Film geprägt. Der in Amerika lebende Verhaltensforscher Professor Hacker prägte den Satz: „Manieren werden nicht mehr am Familientisch, sondern am Fernsehschirm gelernt.“ Eine besondere Gefahr für die Jugend stellen die im Fernsehen gezeigten Gewalttaten dar, deren Zahl beängstigend ansteigt. Dies hat einen Hamburger Parlamentarier aktiv werden lassen, der sich der Meinung des Bundesverfassungsgerichtes anschloß, das zu der Feststellung kam: Die jetzigen Bestimmungen reichen bei weitem nicht aus.

Das beweisen auch die Erfahrungen, die die Hamburger Polizei mit Kindern und Jugendlichen macht. Zum Beispiel mußte sie kürzlich beim Jugendgericht Haftbefehl gegen einen 15jährigen Schüler beantragen, der der mutmaßliche Rädelsführer einer Bande von jungen Villeneinbrechern ist und der von der Polizei gestellt, aber bald wieder aus der Haft entlassen worden war. Sofort war er wieder auf Einbruchstour gegangen, so daß ihm die Polizei jetzt weitere sechs Villeneinbrüche nachgewiesen hat, bei denen er vermutlich von sechs jugendlichen Komplicen im Alter von 15 Jahren unterstützt wurde. Sechs Erwachsene wurden in dem Zusammenhang ebenfalls verhaftet, weil sie der Hehlerei verdächtigt werden.

Fast zur gleichen Zeit mußte sich die Hamburger Polizei mit zwei Straßenräubern im Alter von 12 und 15 Jahren beschäftigen, die zwei zehnjährige Schüler überfallen hatten und dabei zwei Mark erbeuteten. Einen der überfallenen Jungen schlugen sie brutal nieder. Die Funkstreife der Polizei nahm beide fest. Einer von ihnen hatte eine Gaspistole bei sich.

Wie ausgeprägt aber der Aggressionsdrang der Hamburger Jugend ist, wurde deutlich, als es kürzlich einem Unfallzeugen nicht möglich war, sofort Hilfe herbeizurufen, weil in der nächsten Telefonzelle der Hörer samt der Leitung aus dem Apparat herausgerissen war. In diesem Zusammenhang ist der Bericht des Fernmeldeamtes interessant. Er zeigt, daß jetzt in Hamburg rund 3 600 Telefonzellen stehen, von denen jede ungefähr 10 000 Mark gekostet hat. In 1 100 Fällen wurden allein im zurückliegenden Jahr Apparate oder Leitungen beschädigt, in 1 300 Fällen die Hörapparate gestohlen, in 1 200 Fällen wurde die Verglasung der Zellen zerstört, 50mal wurde versucht, die Kasse aufzubrechen, und 20 Zellen wurden total vernichtet, weil darin Sprengstoff explodierte oder „nur“ ein Auto dagegen prallte.

Welche Lehren werden Eltern und Erzieher daraus ziehen?

Gefährliche „Umweltverschmutzung“ durch laute Musik

◆ Professor Dr. Hermann Rauhe, Musiksoziologe in Hamburg, gab jetzt alarmierende Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt. Mit Nachdruck warnte er die Öffentlichkeit vor den Gefahren der „Umweltverschmutzung durch Musik“. Nach seiner Meinung muß nicht nur schädlicher Lärm, sondern auch laute Musik mit in den Bereich der Umweltverschmutzung einbezogen werden. In unserer akustischen Umwelt der großstädtischen „Schall-Landschaft“, in der wir leben — ist leider das Gleichgewicht gestört. Natur- und Zivilisationsgeräusche, Signale, Verkehrs- und Industrielärm häufen sich in bedrohlichen Maße. Dazu kommt der sich immer mehr ausbreitende „Musikzwang“ im Kaufhaus, im Kino, im Wartesaal, im Restaurant, auf dem Sportplatz, beim Friseur, im Bus oder im Flugzeug, denn das Ohr als Warnsinn des Organismus ist stets auf Empfang geschaltet. Es ist unverschließbar und somit permanent allen Reizeinwirkungen ausgesetzt. Untersuchungen ergaben, daß die akustische Dauerberieselung genau denselben Streßmechanismus auslöst wie konstanter Lärm. Auf die Frage, welche Umwelt-Musik denn nun besonders schädlich sei, nannte Professor Rauhe an erster Stelle die popularisierte Klassik, weiterhin die optimal vermarktete, auf modische Sounds getrimmte Unterhaltungsmusik zwischen Jazz und Folklore und die auf Primärreize beschränkte Schlagermusik. Darum müsse, wer sich zu oft und ausdauernd von überlauter moderner Musik berieseln lasse, damit rechnen, daß im Gehirn Teile des Wissens vorübergehend nicht mehr verfügbar seien oder auch ganz ausgelöscht werden könnten.

Der Rosenkranz — von den Mohammedanern übernommen?

◆ Unter der Überschrift „Der Rosenkranz — die ,Geißel Satans‘“ nimmt die katholische Kirchenzeitung des Erzbistums Köln zu der Frage, woher der Rosenkranz kam und welche Rolle er jetzt in der katholischen Kirche spielt, Stellung. Demnach sei „das andächtige Beten des Rosenkranzes ... von den Päpsten immer wieder mit besonderen Gnadenerweisen, den sogenannten Ablässen, versehen worden“. Eine Besonderheit der Ablaßbestimmungen bestehe darin, daß die Ablässe an den Rosenkranz, d. h. an die Gebetszählkette selbst, gebunden seien. Der Rosenkranz als Gebetsschnur bekomme somit eine durchaus eigenständige Bedeutung. Er sei niemals nur Zählschnur; seine einzelnen Perlen seien vielmehr, so heißt es, „bestimmt, gesagt zu werden, ohne daß man sich ihrer eigentlich bewußt wird. Das ist ihr Existenzgrund. Der Rhythmus des Betens läuft, wie die Perlen fallen.“ Die Gebetshäufung als eine Form der Frömmigkeitsübung und die Gebetszählkette zur Konzentration und Intensivierung der Andacht hätten eine lange Tradition. Vermutlich hätten die Gebetszählketten ihren Weg über den Buddhismus ins katholische Christentum genommen. Vor der Einführung des Rosenkranzgebetes seien bereits Gebetsschnüre in Form der „Paternoster“ bekannt gewesen, als deren Erfinder der Kreuzritter Petrus von Amiens benannt werde. „Dieser soll die Gebetszählschnur nach anderen Darstellungen freilich als Erbe des 1. Kreuzzuges (1095/96) von den Mohammedanern übernommen und nach Europa gebracht haben. Mittelalterliche Quellen lassen vermuten, daß die Gebetszählschnur bereits im 11. und 12. Jahrhundert weite Verbreitung im christlichen Abendland gefunden hatte.“

Für einen Erforscher der Heiligen Schrift erhebt sich nun die Frage, mit welchem Recht die Päpste den Rosenkranz eingeführt haben und heute noch in Verbindung damit Ablässe gewähren, wo doch Jesus, nach dessen Namen sie sich nennen, seinen Nachfolgern in Matthäus 6:7, 8 das Gebot gegeben hat: „Wenn ihr aber betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe wie die Leute von den Nationen, denn sie meinen, daß sie erhört werden, weil sie viele Worte machen. So macht euch ihnen nicht gleich, denn Gott, euer Vater, weiß, welche Dinge ihr benötigt, schon ehe ihr ihn überhaupt bittet.“

„Geisterbeamte“ in Kalkutta

◆ Wie jetzt der Minister für Gemeindefragen des indischen Bundesstaates Westbengalen, Subrata Mukherjee, mitteilte, beschäftigt die Stadtverwaltung von Kalkutta, der rund 8 Millionen Einwohner zählenden größten Stadt Indiens, seit Jahren einige tausend „Geisterbeamte“. Nach seinen Feststellungen besteht dieses „beamtete Geisterheer“ nur in den Gehaltslisten der Stadtverwaltung. Bei einer Stichprobe forderte der Minister schriftlich 400 Beamte auf, ihr Gehalt bei ihm selbst abzuholen. Doch es kamen nur 40, und von diesen waren nur 10 in der Lage anzugeben, wo und in welchem Verwaltungsbereich sie tätig waren. Bei seinen Untersuchungen fielen dem Minister Lohnlisten für ein städtisches Reinigungsamt in Nordkalkutta in die Hände, in denen 200 Namen von Personen standen die „Gehalt“ bezogen, obwohl dieses Amt schon vor Jahren aufgelöst worden war.

Inflationsrate — 335 Prozent

◆ In Argentinien sind die Lebenshaltungskosten im Jahre 1975 um genau 334,8 Prozent gestiegen. Damit wurde eine Rekord-Inflationsrate erreicht. Im Jahre 1974 betrug die Inflationsrate „nur“ 40 Prozent.

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