-
Von Priestern geführte Pöbelaktion auf Zypern vereiteltDer Wachtturm 1953 | 1. März
-
-
Von Priestern geführte Pöbelaktion auf Zypern vereitelt
ES ERSCHEINT überaus befremdend, daß eine religiöse Organisation, die christlich zu sein behauptet, wie die Griechisch-orthodoxe Kirche, religiöse Verfolgung von Christen betreibt. Und fast genauso befremdend ist es, daß so etwas in einer britischen Kolonie stattfindet, zumal Britannien sich doch an zwei Weltkriegen beteiligte und jetzt die Vereinten Nationen unterstützt, alles angeblich im Interesse der Grundfreiheiten der Menschen. Diese Gedanken werden als Einleitung zu dem Bericht erwähnt, der bei der Redaktion des Wachtturms von der Insel Zypern einging:
„Unsere christliche Versammlung in dem Lichtspieltheater in Famagusta, Zypern, die vom 23. Mai bis 25. Mai 1952 angesetzt war, nahm einen guten Anfang. Am Freitagabend hatten wir eine Zuhörerschaft von 200 und am Sonnabend von 250 Personen. Die Brüder waren in höchster Begeisterung bei der Freigabe von zwei Bibel-Traktaten in der griechischen Sprache und einem neuen Programm der Dienstamtschule für die Versammlungen, das für das Studium der Christlichen Griechischen Schriften Vorkehrung traf. Die Bekanntmachung des öffentlichen Vortrages in der Stadt war ausgezeichnet und die Leute behandelten die Zeugen zum größten Teil gut.
Die öffentliche Ansprache sollte um 11 Uhr am Sonntagmorgen beginnen. Weil wir schon früher in unseren öffentlichen Vorträgen gestört worden waren, trafen wir Vorsichtsmaßregeln; den Saalordnern wurde Anweisung gegeben, niemandem den Eintritt zu gewähren, der als Störenfried verdächtig erschien; einige davon waren uns bekannt. Ungefähr zehn Minuten, bevor unser Vortrag beginnen sollte, näherte sich eine Prozession, die von sechs Priestern der Orthodoxen Kirche angeführt wurde, dem Kino. Dutzende von Studenten der Volksschule, die unter der Leitung der Kirche steht, folgten den Priestern. Sie bogen ab, um in das Kino einzutreten, jedoch unsere wachsamen Ordner verwehrten ihnen mit Hilfe der Polizei den Eingang in das Gebäude. Den Priestern wurde gesagt, sich zu entfernen, da ihnen nicht erlaubt werde, einzutreten. Der führende Priester hatte im Jahre 1948 im selben Kino eine Störung verursacht.
Die Priester bestanden auf Eintritt und begannen die Ordner und die Polizei zu stoßen. Um ihr Eindringen zu verhindern, wurden die Türen zugemacht und verschlossen. Dies ließ die Priester derart in Wut geraten, daß sie erklärten, sie würden auf die Gefahr, getötet zu werden, eindringen. Die Polizei-Hauptstelle wurde benachrichtigt und um mehr Polizei-Offiziere gebeten, die auch kurz danach eintrafen. Die Priester und die Studenten wurden im Kampf die Stufen des Kinos hinunter- und auf die Straße geworfen. Zu dieser Zeit war die Straße zu einer siedenden Menschenmasse geworden, wobei Frauen schrien und kreischten. Einer der Zeugen wurde von den vier Priestern gefangengehalten; es gelang ihm jedoch, sich selbst frei zu machen, nachdem ihm ins Gesicht geschlagen wurde und seine Kleider zerrissen worden waren.
Die Polizei befahl der Menge, auseinander zu gehen, andernfalls würden ihre Namen notiert; aber die Priester weigerten sich, zu gehen. Einer der Priester begann, auf der gegenüberliegenden Seite der Straße einen Vortrag zu halten; seine Anhänger grinsten und klatschten. Eineinviertel Stunden lang äußerte sich dieser Priester sehr abfällig über uns. Der Pöbelhaufe, der ihm zuhörte, benahm sich, als ob er von den Dämonen besessen gewesen wäre. Jedoch bei verschlossenen Türen war der Redner innerhalb des Kinos in der Lage, seinen Vortrag fortzusetzen. Ihm hörten 330 Personen zu, aber es besteht kein Zweifel darüber, daß weitere Hunderte gegenwärtig gewesen wären, hätte draußen vor dem Kino Ordnung geherrscht.
Die Brüder wurden angewiesen, im Kino zu bleiben, weil man nicht herausbekommen konnte, was der Pöbelhaufe zu tun beabsichtigte. Um 12.15 Uhr begannen die Kirchenglocken zu läuten und die Priester führten die Prozession zu ihrer Kirche zurück. Nachdem die Polizei den Weg freigemacht hatte, wurde den Vortragsbesuchern gestattet, fortzugehen, und dann verließen auch die Brüder das Kino. Die Ordner jedoch hatten noch die Türen zu bewachen. Weitere Schutzleute wurden entsandt, um während des Nachmittagsprogramms Ordnung zu halten, da sich draußen noch einige gesetzlose Elemente aufhielten.“
Es mag für manchen eine Überraschung sein, festzustellen, daß Geistliche, die so heilig in ihren schwarzen Roben erscheinen, das Recht anderer, Gott gemäß der Vorschrift ihres Gewissens zu dienen, so heftig bestreiten. Aber gut unterrichtete Christen sind nicht überrascht. Sie wissen, daß Jesus erklärte: seine Nachfolger würden genauso behandelt werden wie er. Und Jesus wurde ohne Frage heftig verfolgt durch die Geistlichkeit seiner Tage, die Schriftgelehrten und Pharisäer des Judaismus. Seinen Worten gemäß sollten seine schafähnlichen Nachfolger dieselbe Behandlung von gewissen bockähnlichen Elementen erhalten, wann immer solche Elemente die genügende Macht dazu hätten.
-
-
Clevelands Verlust bedeutet Gewinn für New YorkDer Wachtturm 1953 | 1. März
-
-
Clevelands Verlust bedeutet Gewinn für New York
SEIT wann schlägt eine Stadt Geschäftsgelegenheiten ab? Seit wann verweigert eine Stadt die Benutzung ihrer Anlagen für eine friedliche Versammlung? Seit wann weist eine Stadt plötzlich den Gebrauch ihrer Einrichtungen mit der Begründung zurück, sie könne große Menschenmassen nicht bewältigen, wo hingegen sie groß genug ist, Massen zu beherbergen, die zur Baseball-Weltwoche, zum Fußball, zur Legion, zu Kirchentagungen, zum Welt-Baptisten-Konvent, zum Eucharistischen Kongreß oder zum Kongreß von Jehovas Zeugen zusammenkommen? Sicherlich kommt das nur seit der Erfindung von lendenlahmen Entschuldigungen und der Zulassung unduldsamer, voreingenommener Politiker vor.
Jehovas Zeugen hatten geplant, ihren internationalen Kongreß im Jahre 1953 im Städtischen Stadion von Cleveland, Ohio, abzuhalten. Beträchtliche Kosten wurden verursacht, Zeit wurde aufgewandt und Anstrengungen wurden gemacht, um eine günstige Entscheidung zu beschleunigen. Der Ballklub-Vorstand in Cleveland zeigte Entgegenkommen und Zustimmung und hatte gegen die Benutzung des Feldes nichts einzuwenden. (Jehovas Zeugen haben Kongresse im Städtischen Stadion von Cleveland im Jahre 1946, im Yankee-Stadion in New York, im Griffith-Stadion in Washington, D. C., und auf Wrigley Field in Los Angeles abgehalten und keine Klagen gehört.) Die Geschäftsleute der Stadt wollten sie gern wiederhaben. Während des Kongresses in Cleveland im Jahre 1946 erreichte die Geschäftswelt nie zuvor dagewesene Höhepunkte im Absatz, von denen die meisten auch seither nicht mehr erreicht wurden. Geschäftsleute waren mehr als begierig, als sie über die Aussicht einer weiteren Versammlung hörten. Sie führten sich vor Augen, daß die Kongreßdelegierten in Cleveland und Umgebung acht
-