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  • Ein junger Mann geht in die Irre
    Der Wachtturm 1965 | 1. Oktober
    • Glieder dieser Klasse werden als die „Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln eingetragen worden sind“, bezeichnet. Folglich stellt der „ältere Sohn“, der Erstgeborene, im Gleichnis heute treffend jene dar, die vorgeben zu der eben erwähnten wahren Kirche oder Versammlung zu gehören. — Matth. 6:9; Luk. 12:32; Offb. 3:21; 14:1; Hebr. 12:23; siehe ferner Der Wachtturm 1965, Seite 154.

      14. Durch welche Worte zeigte Jesus, daß außer der „kleinen Herde“ noch andere seine Gunst erlangen würden?

      14 Welche Klasse wird aber durch den „jüngeren Sohn“ dargestellt? Außer der „kleinen Herde“, die die himmlische Hoffnung hat, erwähnte Jesus auch „andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind“. Diese sind identisch mit den Schafen, die im Gleichnis von den Schafen und Böcken zur Rechten Christi versammelt werden. Ja, sie sind durch Familienbande mit Gott verbunden, denn der König Christus Jesus sagt zu ihnen: „Kommt her, die ihr den Segen meines Vaters habt ...“ Gemäß dem Gleichnis geht ihre Einsammlung erst vor sich, nachdem „der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein“ und sich „auf seinen Thron der Herrlichkeit“ gesetzt haben wird, was im Jahre 1914 geschehen ist. Der König sagt zu diesen schafähnlichen Menschen: „Ererbt das Königreich, das ... für euch bereitet ist“, was nicht heißt, daß sie mit ihm auf dem himmlischen Thron sitzen werden, sondern sie werden als „Gerechte“ auf der Erde „in das ewige Leben“ eingehen. Dann wird sich die Verheißung erfüllen: „Die Gerechten werden das Land [die Erde, NW] besitzen und werden darin wohnen immerdar.“ — Joh. 10:16; Matth. 25:31-34, 46; Ps. 37:29.

      15. Warum stellt der jüngere Sohn nicht alle „anderen Schafe“ dar?

      15 Demnach gibt es also zwei Klassen, die ewiges Leben in Gottes Königreich erlangen und die auf Gott vertrauen und ihn als ihren himmlischen Vater anrufen. Allgemein gesagt, stellen die beiden Söhne im Gleichnis Jesu diese beiden Klassen dar. Es wäre jedoch nicht richtig zu sagen, alle in Johannes 10:16 erwähnten „anderen Schafe“ würden durch den „jüngeren Sohn“ dargestellt. Viele von ihnen hatten, wie die Männer von Athen, ursprünglich „keine Hoffnung“, waren „ohne Gott in der Welt“ und riefen ihn nicht als Vater an. (Eph. 2:12) Vielleicht „fühlten sie tastend“, um ihn zu finden, und nahmen, wie einige, die Paulus in Athen zugehört hatten, da sie aufrichtig und ehrlich gesinnt waren, die Botschaft der Wahrheit an und „wurden gläubig“. (Apg. 17:33, 34) Sie haben seither unerschütterlich diesen Lauf verfolgt und können daher nicht durch den „jüngeren Sohn“ dargestellt worden sein. Wen stellte er denn dar?

      DIE HANDLUNGSWEISE, DIE IN DIE IRRE FÜHRT

      16. Was tat der jüngere Sohn, und welche Einstellung offenbarte er dadurch?

      16 Wenn wir die Handlungsweise des jüngeren Sohnes verfolgen, stellen wir die charakteristischen Merkmale fest, die uns erkennen lassen, welche Klasse durch ihn dargestellt wurde. Zu Beginn der Geschichte erfahren wir, daß er zu seinem Vater sagte: „Gib mir den Anteil des Vermögens, der mir zukommt.“ Der Vater entsprach seiner Bitte und „teilte ... seine Mittel zum Lebensunterhalt unter sie“. Mit anderen Worten, der Jüngere wollte damals auf der Stelle alles haben, was ihm vom Besitz seines Vaters zustand. Er wollte es in bar oder in Waren haben, die er leicht hätte in Geld umsetzen können. Kurz danach nahm er alles, was er hatte, und reiste in ein fernes Land. Dort verschwendete er alles, indem er seinen sinnlichen Begierden frönte und ein ausschweifendes Leben führte. (Luk. 15:12, 13) Wir haben es hier also mit einem ungeduldigen jungen Mann zu tun, der alles haben wollte, was er an greifbaren Dingen erhalten konnte, um es in selbstsüchtiger Weise unverzüglich zu genießen. Es sagte ihm zu der Zeit nichts, im Elternhaus, unter der Aufsicht seines Vaters zu leben und ihm zu dienen. Er fühlte sich viel zu sehr eingeengt. Er wollte selbständig sein und so leben, wie es ihm paßte.

      17. Wann und wie wurde in unserer Zeit die irdische Hoffnung offenbart?

      17 Gibt es heute Menschen, die sich ähnlich verhalten und einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben? Jawohl. Die neuzeitliche Bewegung der Zeugen Jehovas begann etwa vierzig Jahre vor dem Jahre 1914 Formen anzunehmen. Das entsprach dem Dienst Johannes’ des Täufers. Schon damals begannen Jehovas Zeugen zu erkennen und zu lehren, daß die himmlische Hoffnung nicht — wie das in der Christenheit allgemein gelehrt wird — die einzige Aussicht auf Rettung ist. Die Hoffnung auf ewiges Leben, das die Menschheits­familie aufgrund des Loskaufsopfers Christi unter den gleichen Verhältnissen, die in Eden herrschten, auf Erden erlangen wird, war ein wesentlicher Bestandteil der Botschaft, die damals verkündet wurde. Sie wurde im Jahre 1881 erstmals deutlich erkannt und in der Broschüre Die Stiftshütte. Ein Schatten der wahren, „besseren Opfer“ dargelegt. Sie war auch eines der Hauptthemen des Buches Der göttliche Plan der Zeitalter, das 1886 herauskam. Dieses Buch wurde in den darauffolgenden vierzig Jahren weit verbreitet und studiert. Noch treffender erbrachten die Broschüre Millionen jetzt Lebender werden nie sterben und die öffentlichen Vorträge, die vom Vorfrühling 1918 an unter diesem Titel in der ganzen Welt gehalten wurden, den biblischen Beweis dafür, daß eine große Volksmenge Harmagedon überleben und für immer unter Gottes Königreich auf der Erde leben wird.

      18. Wie reagierten einige auf die Botschaft und verrieten dadurch, daß sie ähnlich eingestellt waren wie der jüngere Sohn?

      18 Viele hörten die Botschaft nicht nur, sondern kamen auch mit der Organisation des Volkes Gottes, das sie verkündete, in enge Berührung. Sie hatten Gottes Vorkehrung für die Wiederherstellung des vollkommenen Lebens auf der Erde erkannt und glaubten daran, wollten aber wie der jüngere Sohn nicht warten, das heißt wollten das Leben nicht erst auf der „neuen Erde“ und unter dem „neuen Himmel“ genießen, so, wie Gott es vorgesehen hatte. (Offb. 21:1) Mit anderen Worten, sie wollten, daß der himmlische Vater ihnen „den Anteil des Vermögens“, der ihnen zustand, sogleich gab, damit sie ihn unverzüglich genießen könnten. Ihre Bitte war verfrüht und entsprang einem unedlen Beweggrund.

      19. Wie bewies die durch den jüngeren Sohn dargestellte Klasse, daß sie den Anteil des Erstgeborenen nicht wünschte?

      19 Man beachte, daß der jüngere Sohn im Gleichnis Jesu nicht um den Anteil bat, der dem älteren Bruder, dem Erstgeborenen, zustand. Gemäß dem Gesetz Gottes hatte der „Erstgeborene“ Anrecht auf „zwei Teile“ des väterlichen Erbes, wogegen der jüngere Sohn nur einen Teil erhielt. (5. Mose 21:17) So war es auch in unserer Zeit. Die Glieder der durch den jüngeren Sohn dargestellten Klasse hegten nicht die himmlische Hoffnung. Sie wußten, daß sie in diesem Falle den schmalen Weg eines Lebens der Aufopferung und Hingabe hätten gehen müssen. Sie gaben sich Jehova nicht hin und traten nicht in seinen Dienst ein. Um ihre Lage zu verstehen, müssen wir daran denken, daß man bis etwa zum Jahre 1934 dachte, die Hingabe an Gott sei ein Schritt, den nur die tun müßten, die geistige Kinder Gottes würden und die die himmlische Hoffnung hegten. Erst in jenem Jahr zeigte Der Wachtturm deutlich, daß sich auch die „anderen Schafe“ Gott hingeben sollten, um seinen Willen zu tun, und daß sie diese Hingabe ebenfalls durch die Taufe symbolisieren sollten. — Der Wachtturm vom 15. September 1934, Seite 282.

      20. Inwiefern handeln auch heute einige wie der jüngere Sohn?

      20 Vor dem Jahre 1935 wurde nicht besonders betont, daß die „anderen Schafe“ vor Harmagedon eingesammelt werden müßten. Von da an enthielt Der Wachtturm jedoch schriftgemäße geistige Speise und hilfreiche Hinweise, durch die alle gestärkt wurden, die die irdische Hoffnung hatten. Dennoch haben weiterhin viele, die eine Erkenntnis über Jehova und sein Vorhaben erlangt haben und wissen, daß es sich dabei um die Wahrheit handelt, keine Fortschritte gemacht. Sie haben erkannt, was damit verbunden ist. Wie der jüngere Sohn, wollen auch sie jetzt schon etwas anderes haben.

      21. (a) Welche Fragen erheben sich oft, wenn Jugendliche einen solchen Lauf einschlagen? (b) Was sollten Eltern in dieser Hinsicht nicht vergessen? (c) Wie sollte der Schritt der Hingabe betrachtet werden?

      21 Die Tatsachen zeigen, daß es sich in vielen Fällen um junge Menschen oder vielleicht um Kinder von Gott hingegebenen Eltern handelt, die mit der Hoffnung auf Leben in einem wiederhergestellten Paradies gut vertraut sind. Oft sind es Jugendliche, die sich angeblich Gott hingegeben haben und sich taufen ließen. Dann sieht man sie auf einmal nicht mehr unter Jehovas Zeugen. Sie sind vergnügungssüchtig geworden, widmen sich nur noch weltlichen Dingen und führen oft ein Leben, das die Eltern in Schande bringt. In ihrem großen Kummer fragen sich manche Eltern dann, ob ihr halbwüchsiger Sohn oder ihre jugendliche Tochter die Bedeutung der Hingabe an Gott und die Bedeutung der Taufe überhaupt verstanden habe. Ist diese Frage zu der Zeit aber nicht fehl am Platz? Hätten sie sich dessen nicht damals vergewissern sollen? Junge Menschen können heute etwas mit großer Begeisterung aufnehmen und morgen für etwas anderes genauso begeistert sein. Sie haben eben erst einen Vorgeschmack dessen erhalten, was das Leben und die Welt mit ihren Lockungen, ihren Träumen und Eitelkeiten alles bieten. (Pred. 4:7) Sie sind leicht zu beeinflussen. Sie sehen, wie sich andere ihrer Altersgenossen taufen lassen. Warum sollten sie es also nicht auch tun? Sie glauben die Wahrheit gut genug zu kennen, um die beiden Fragen, die ihnen bei der Taufe gestellt werden, mit Ja zu beantworten. Kann aber gesagt werden, daß sie in diesem Stadium wirklich wissen, was der Schritt der Hingabe bedeutet, daß er ein ewigwährendes Gelübde ist, jederzeit Gottes Willen zu tun, ein Gelübde, das ihr ganzes Leben beeinflußt? Die Bibel sagt: „Besser, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst ... [und dich dann damit entschuldigst,] es sei ein Versehen gewesen.“ „Warum sollte Gott über deine Stimme zürnen und das Werk deiner Hände verderben?“ Genau das widerfuhr dem verlorenen Sohn. — Pred. 5:4-6.

      22. Wie sollte jeder einzelne in der Familie behandelt, doch was sollte vermieden werden?

      22 Natürlich sind die Menschen, auch Jugendliche, sehr verschieden. Manche nehmen gewisse Dinge schon in jungen Jahren erstaunlich ernst und halten unerschütterlich daran fest. Die Bibel erwähnt in diesem Zusammenhang verschiedene Beispiele, unter anderem auch Samuel. Wir können keine allgemeine Regel oder Altersgrenze festlegen. Jeder einzelne in der Familie sollte individuell behandelt werden. Wir sollten dabei aber auch alles tun, um zu vermeiden, daß jemand ein verlorener Sohn wird.

      23. Welche Fragen erheben sich in bezug auf jene, die in die Irre gegangen sind?

      23 Es erheben sich in bezug auf die, die in die Irre gegangen sind, viele Fragen. Diese Menschen sind keine willentlichen Feinde. Ist eine Umkehr für sie möglich, und wenn ja, wie? Wie hilft uns das Gleichnis vom verlorenen Sohn, diese Fragen zu beantworten? Welches Licht wirft es nicht nur auf die durch den verlorenen Sohn dargestellte Klasse, sondern auch auf die Einstellung und Handlungsweise, die alle an den Tag legen sollten, die mit der Organisation Gottes eng verbunden sind? Diese und andere Fragen werden in einer kommenden Wachtturm-Ausgabe behandelt werden.

  • Woran fehlt es?
    Der Wachtturm 1965 | 1. Oktober
    • Woran fehlt es?

      ● Den Kirchen der Christenheit fehlt es vor allem an mindestens zwei Dingen: am Interesse am geistigen Wohl der Menschen und an erfolgreichen Bemühungen, ihren Mitgliedern eine gute Bibelkenntnis zu vermitteln. Nach der Saturday Evening Post vom 18. November 1961 sagte Pfarrer G. Paul Musselman hierüber folgendes: „Viele Städter glauben ohne die Kirche auszukommen, weil sie sehen, daß diese mehr mit organisatorischen Angelegenheiten beschäftigt ist als damit, den Menschen zu helfen. Auch ist die Unkenntnis in biblischen Lehren, durch die sich Kirchgänger auszeichnen, alles andere als ein Ansporn für die, die nicht in die Kirche gehen. Eine Umfrage bei Kirchenbeamten ergab, daß viele Vorsteher zum Beispiel nicht sicher waren, ob die Bergpredigt im Alten oder im Neuen Testament steht.“

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