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Aufseher über den PredigtdienstDer Wachtturm 1957 | 1. Mai
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Munde‘, daß Jesus der Herr ist, öffentlich kundtust und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckte, wirst du errettet werden. Denn mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung zur Errettung ab.“ — Röm. 10:9, 10, NW.
11 Aus diesem Grunde haben Aufseher in Befolgung von Apostelgeschichte 20:28 die Pflicht, allen, die mit der Versammlung verbunden sind, zu helfen, aktive Lobpreiser Jehovas zu sein. Diesen Beistand leisten sie auf eine liebende, rücksichtsvolle Art, nicht kalt, mürrisch, unfreundlich oder so, daß sie jemanden in Verlegenheit bringen. Der Aufseher berücksichtigt die Schwierigkeiten eines Verkündigers, die oft mehr in der Vorstellung als in Wirklichkeit bestehen, und ist bemüht, jedem die ihn zurückhaltenden Schwierigkeiten überwinden zu helfen, indem er solchen Hilfsbedürftigen immer wieder Mut zuspricht und mit ihnen bestimmte Abmachungen trifft, damit sie regelmäßig am Predigtdienst teilnehmen. Alle, denen diese Hilfe zuteil wird, sollten diesen unermüdlichen Aufsehern sehr dankbar sein und erkennen, daß solche Bemühungen in ihrem Interesse geschehen und ihnen zum Wohle gereichen. Dankbare Verkündiger freuen sich, mit den Brüdern, die ihnen als Aufseher dienen, zusammenzuarbeiten.
12. (a) Weshalb muß die Versammlung rein erhalten werden, und wer hat die Pflicht, dafür zu sorgen? (b) Sollten Schwestern einen Fall behandeln, der einen Gemeinschaftsentzug oder die Auferlegung einer Bewährungsfrist zur Folge haben könnte?
12 Damit einer Versammlung Jehovas Segen und Gunst zuteil werde, muß sie reine, annehmbare Anbetung darbringen. (1. Kor. 5:6-13, NW) Wenn jemand in der Versammlung Jehovas Gebote, die einen reinen Lebenswandel fordern, verletzt, ist der Verkündiger, der von der Übertretung Kenntnis hat, verpflichtet, die Angelegenheit vor das Versammlungskomitee zu bringen, dem, gemäß der Schrift, die Verantwortung obliegt, die Organisation rein zu erhalten. Das Komitee wird die Sache eingehend untersuchen und dann die nötigen Schritte unternehmen, indem es dem Schuldigen entweder die Gemeinschaft entzieht oder ihm eine Bewährungsfrist einräumt und die Versammlung entsprechend unterrichtet. In Versammlungen, in denen Schwestern im Komitee dienen, sollten diese ein Problem nicht behandeln, das möglicherweise einen Gemeinschaftsentzug oder die Auferlegung einer Bewährungsfrist betrifft. Wo zwei Brüder jenem Komitee angehören, werden diese die Sache behandeln. Sollten sich die beiden Brüder über die zu treffende Entscheidung nicht einig sein, können sie einen reifen Bruder aus einer anderen Versammlung heranziehen; wenn aber der Besuch des Kreisdieners bald fällig ist, dann kann er das Komitee vervollständigen. Wenn keine Brüder zum Komitee gehören oder nur ein Bruder darin dient, sollte die Erledigung der Sache bis zum Kreisdienerbesuch aufgeschoben werden, oder man kann Brüder aus einer Nachbarversammlung heranziehen.
13. Wie sollten Aufseher über Versammlungsangelegenheiten denken?
13 Aufseher, die die richtige Ansicht über Versammlungspflichten haben, denken Tag und Nacht darüber nach. Was kann verbessert werden? Wie kann man den Verkündigern noch mehr Hilfe leisten? Können Vorkehrungen für das Zeugnisgeben während der Woche getroffen und kann diese Tätigkeit wie auch der Dienst am Wochenende noch verbessert werden? Welche Änderungen sind vorzunehmen, um das Schulungsprogramm dem Fortschritt anzupassen, so daß die Versammlung weitere Fortschritte machen und sich der Zunahme erfreuen kann? Wie können die Zusammenkünfte verbessert werden, so daß sie den Anwesenden noch mehr zum Nutzen gereichen? Während die Versammlung größer wird, werden Gehilfen der Diener ernannt, damit, wenn die Zeit gekommen ist, da eine weitere Versammlung gegründet werden muß, befähigte, geschulte Brüder die Aufsicht über das Königreichswerk übernehmen können. Gleichwie ein Geschäftsmann in der Welt all sein Handeln überlegen und vorbereiten muß, um im Geschäftsleben Erfolg zu haben, müssen auch die Aufseher — ja diese in noch vermehrterem Maße — unaufhörlich auf die Bedürfnisse und die Tätigkeit der Versammlung bedacht sein und ihnen ihre Aufmerksamkeit schenken.
14. Wie betrachten die Verkündiger die eingesetzten Diener mit Recht?
14 Einem gottergebenen Aufseher werden alle Verkündiger theokratische Liebe und Respekt entgegenbringen. Sie lieben ihn als einen Diener Jehovas und wünschen, mit ihm zusammenzuwirken. Sie wissen, daß sie mit ihren Problemen zu ihm gehen können und bei ihm Hilfe und liebevolle Wegleitung finden. Sie erkennen an, daß alle Diener-Ernennungen von Jehova durch seine theokratische Organisation kommen, und betrachten es als ein Vorrecht, mit den Aufsehern zusammenzuwirken, deren sich zu bedienen es Jehova gefällt. Sie wissen, daß Jehova zu seiner bestimmten Zeit und auf seine Art die erforderlichen Änderungen herbeiführt, wenn ein Aufseher seinen Pflichten gegenüber nachlässig wird. Sie warten auf ihn, bis er durch seine Organisation entsprechende Schritte unternimmt. So zeigen sie, daß sie das volle Vertrauen haben, daß Jehova seine theokratische Organisation leitet.
15, 16. Was bewirkt die richtige Ansicht über den Predigtdienst?
15 Wenn Versammlungsverkündiger, Pioniere und Aufseher die richtige Auffassung von ihrem Dienst haben, herrschen Einheit und Friede. Sie wirken eng zusammen und beten Jehova im Schmucke heiliger Ordnung an, indem sie seinen herrlichen Namen und sein Vorhaben überall in dem ihnen zugeteilten Gebiet verkündigen. Dadurch werden die anderen Schafe gefunden, geweidet und auf den Weg hingewiesen, der zum Leben in der neuen Welt führt. Binnen kurzem werden auch diese Neuen ihre Stellung vom Standpunkt Jehovas aus betrachten. Sie kommen zu der Erkenntnis, daß sie aus der Finsternis der Welt herausgerufen worden sind, um zu predigen. Und sie werden predigen — in günstiger Zeit und in unruhvoller Zeit —, und zwar Seite an Seite mit anderen fähigen Königreichsverkündigern, die die richtige Ansicht über den Predigtdienst haben.
16 Eines ist sicher: Die Steine werden in keinem Versammlungsgebiet „schreien“ müssen, um die Hoheit und Herrlichkeit Jehovas zu verkündigen! Nein, denn Verkündiger, die den Predigtdienst vom richtigen Standpunkt aus betrachten, predigen diese gute Botschaft vom Königreich jetzt und weiterhin, um die anderen Schafe in die Neue-Welt-Gesellschaft hereinzubringen, bis Jehova selbst sagt, daß das Predigtwerk getan ist.
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Ein jesuitisches GebetDer Wachtturm 1957 | 1. Mai
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Ein jesuitisches Gebet
● In der römisch-katholischen Jesuiten-Zeitschrift America war in einem Artikel der Ausgabe vom 31. März 1956, betitelt „Unsere Brüder, die Juden“, folgendes zu lesen: „Am Karfreitag heißt uns die Kirche beten, ‚… daß unser Herr und Gott den Schleier von ihren Herzen ziehe, damit auch sie Jesus Christus, unseren Herrn, erkennen mögen‘.“ Indes veröffentlichten die Jesuiten in ihrer Zeitschrift nur einen Teil des Karfreitaggebetes, nur einige Worte daraus. In seiner vollständigeren Version heißt dieses Gebet: „Laßt uns auch für die perfiden Juden beten. Möge der Herr, unser Gott, den Schleier von ihren Herzen ziehen, damit auch sie Jesus Christus, unseren Herrn, anerkennen. Allmächtiger, ewiger Gott, der du auch die perfiden Juden nicht aus deiner Barmherzigkeit ausschließt, höre auf unsere Gebete, die wir für dieses betörte Volk darbringen, damit es sehend werde und das Licht deiner Wahrheit, nämlich Christus, erkenne und durch eben diesen Jesus Christus, unseren Herrn, aus seiner Finsternis errettet werde.“
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1957 | 1. Mai
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Bekanntmachungen
DER GEBRAUCH THEOKRATISCHER KRIEGSLIST
In Kriegszeiten machen die verschiedenen Parteien große Anstrengungen, um ihre Bewegungen oder Pläne vor dem Feinde zu verheimlichen. Um den Feind im Ungewissen zu lassen oder ihn daran zu hindern, Kenntnis über ihre Absichten zu erlangen, wenden sie Kriegslist an. Soldaten Christi, die mit den Feinden Gottes zu tun haben, welche die Wahrheit hassen und andere daran hindern wollen, sie kennenzulernen, gebrauchen weislich theokratische Kriegslist. Dies tun sie, nicht um jemanden zu verletzen oder ihm Schaden zuzufügen, sondern um zu verhindern, daß die „Wölfe“ die Bemühungen vereiteln, durch die den schafähnlichen Menschen, die nach Erkenntnis der Wahrheit und Gerechtigkeit hungern, Hilfe gebracht werden soll. Wenn Christen solchen „Wölfen“ begegnen, wenden sie Kriegslist an, indem sie in Übereinstimmung mit
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