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Der Kommunismus — eine falsche ReligionDer Wachtturm 1960 | 1. Oktober
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Der Kommunismus — eine falsche Religion
In einer Ansprache über das Thema „Politisches Bekenntnis und Charakter“ erörterte Dr. Lindner den Grund, weshalb der Kommunismus bei so vielen Menschen Anklang findet. Er sagte: „Der Kommunismus besitzt alle Voraussetzungen, um als Religion — allerdings als eine verweltlichte Religion, aber immerhin als eine Religion — eingeführt zu werden. Er hat fast von seinen ersten Anfängen an den Stempel eines Glaubens- und Anbetungssystems getragen. Er erfüllt bis in die kleinsten Einzelheiten die erforderlichen Bedingungen für ein achtunggebietendes theologisches System und entspricht so mühelos den innersten Motiven der Menschen. Die Parallele zwischen der Biographie des Marxismus und derjenigen irgendeiner großen Religion ist unverkennbar. Schlimme Vorzeichen und unruhige Zeiten — Kriege, Blutvergießen, Leiden und Aufruhr — nährten den Boden, der das Saatbeet für einen neuen Glauben werden sollte. In Form einer Generation von Predigern erschien ein Vorbote und Prophet, der schließlich in der Person des deutschen Philosophen Hegel verkörpert zu sehen war. Nach ihm trat der Träger des Wortes, der Messias, Karl Marx, auf. Seine Vergötterung braucht nicht extra dokumentiert zu werden …
Doch das ist noch nicht alles, was zeigt, daß der Kommunismus seiner wahren Natur nach eine Religion ist. Wie alle anderen Theologien hat auch er eine Eschatologie, die ein Gericht und eine Vision der letzten Dinge umfaßt — die grünen Auen eines proletarischen Himmels, in dem der Staat schließlich entschwindet und es eine klassenlose Gesellschaft froher Gleichberechtigter geben wird, und wo es eine dunkle Hölle des sozialen Ausschlusses gibt, die sich bis auf die entferntesten Generationen der Unverbesserlichen erstreckt. Auch eine Hagiographie kann er zu seinen Merkmalen zählen, nämlich sozusagen einen Heiligenkalender und eine Liste kanonisierter Märtyrer, die wesentlich dazu beiträgt, ihm einen frommen Anstrich zu geben. Ein unverrückbares Lehrsystem, verankert in den geheiligten Texten, die das unaussprechliche Wort enthalten, eine Hierarchie von Priestern und Funktionären, die mit den zeremoniellen Riten und Protokollen betraut sind, eine Reihe von Mysterien und Einweihungsriten — all das und noch mehr vervollständigt das Bild unverkennbar und läßt das, was als ein soziales und politisches System getarnt wird, in Wirklichkeit als eine mit allen Einzelheiten ausgestattete Bona-fide-Religion erkennen. Wenn wir diesen wahren Charakter des Kommunismus kennenlernen und Punkt für Punkt seine Übereinstimmung mit irgendeinem der uns bekannten großen theologischen Systeme sehen, dann beginnt sich für uns allmählich das Geheimnis seiner Anziehungskraft gegenüber allen Menschen, besonders jenen, die keinen Glauben haben und die darunter leiden, daß ihre innersten Bedürfnisse nicht befriedigt werden, zu lüften … Wir sollten uns über den Erfolg, den der Kommunismus hat, nicht wundern; sehr viel davon ist eher dem Umstand zuzuschreiben, daß er eine Religion ist.“ — Must You Conform?
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1960 | 1. Oktober
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Fragen von Lesern
● In 1. Mose 3:16 heißt es in der Neuen-Welt-Übersetzung (engl.): „Zu dem Weibe sprach er: ‚Ich werde die Schmerzen deiner Schwangerschaft sehr mehren; in Geburtswehen wirst du Kinder hervorbringen.‘“ Wenn in der Schrift von Kindergebären gesprochen wird, scheint stets der Gedanke unterstützt zu werden, daß eine Niederkunft mit Schmerzen verbunden ist. Wären aber die Gedanken der Bibelschreiber hinsichtlich dieser Sache nicht anders gewesen, wenn diese in unserer Zeit gelebt hätten, in der viel getan wird, um die Furcht, mit der früher der Geburt eines Kindes entgegengeblickt wurde, zu beseitigen? — B. F., USA.
Moderne Übersetzungen (RS, AÜ, Mo, NW, engl., und deutsch auch AB, ZB und Rießler) gebrauchen in 1. Mose 3:16 das Wort „Schmerz“ in Verbindung mit einer Niederkunft. Das hebräische Wort ist ‘itsabón. Neuzeitliche hebräische Lexiken erklären dieses Wort mit „Mühsal, Schmerz, Betrübtheit, Weh“ und mit „Schmerz, Mühsal, Traurigkeit“. Jehova Gott benutzte dasselbe Wort in 1. Mose 3:17 vor Adam. Lamech benutzte dasselbe Wort in 1. Mose 5:29, und die Menge-Bibel gibt es mit ‚Mühsal unserer Hände‘ wieder. Bestimmt genießt eine Person, die sich mit ihren Händen abmühen muß, weder Behagen noch Wohlsein, noch eine Entspannung der Hände.
Außerdem erscheint in 1. Mose 3:16 das damit verwandte hebräische Wort ‘etseb, das die Neue-Welt-Übersetzung mit „Geburtswehen“ wiedergegeben hat. Dieses hebräische Wort kommt im hebräischen Text auch in Psalm 127:2; Sprüche 5:10; 10:22; 14:23; 15:1 vor. Die Neue-Welt-Übersetzung gibt dieses verwandte Wort im gleichen Sinne wie Schmerz wieder.
Weshalb das? Weil dieses Wort ‘etseb und das damit verwandte Wort ‘itsabón vom hebräischen Tätigkeitswort ‘atsáb herkommen. Dieses Tätigkeitswort kommt in 1. Mose 6:6; 34:7; 45:5 wie auch in vielen anderen Büchern der Hebräischen Schriften vor. In allen Fällen bedeutet es, eine unangenehme Erfahrung machen, das Empfinden von Verletzung und Schmerz. So heißt es in 1. Mose 6:6 (NW), daß es Jehova Gott ‚in seinem Herzen schmerzte‘. In 1. Mose 34:7 (NW) wird gesagt, daß die Söhne Jakobs ‚in ihren Gefühlen verletzt wurden‘, als sie feststellten, daß ihre Schwester Dina vergewaltigt worden war.
Die Worte, die Jehova Gott zu Eva sprach, haben sich durch das, was Frauen bei einer Entbindung erlebten, während der Jahrtausende, von ihrem Tage an bis heute, bestätigt. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, daß man den Schmerz nicht etwas abschwächen könne durch vorbereitende Naturmethoden. Ein Kind zu gebären ist dennoch körperlich ein schmerzliches Erlebnis, auch wenn dieses mit Stärke ertragen werden kann, weil die Mutter weiß, was zu erwarten ist und wie sie die Natur unterstützen kann, und auch wegen der Freude, einen Menschen in die Welt zu setzen. — Joh. 16:21.
Vor einigen Jahren wurde in Frankreich ein Film hergestellt, der den Wert der natürlichen Entbindung pries. Er war betitelt „Dr. Laurent“ [Le cas du docteur Laurent] und zeigte, wie die junge Mutter die Wehen ertrug und die Niederkunft erlebte. Wer den Film gesehen hat, für den blieb keine Frage mehr, ob das Kindergebären ein schmerzliches Erlebnis sei oder nicht. Es ist es, doch braucht es nicht mit solch qualvollem Weh verbunden zu sein, daß es Schrecken einflößt.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1960 | 1. Oktober
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Im Monat Oktober werden Jehovas Zeugen sich befleißigen, dem Gebot in Apostelgeschichte 20:25, 26 nachzukommen und sich von dem Blute aller Menschen rein zu erhalten. Was bedeutet dies? Erwächst jemandem, der sich Gott hingibt und ein Christ wird, denn eine neue Verbindlichkeit bezüglich des Blutes anderer Menschen? Jawohl, und dies, weil andere Menschen Gefahr laufen, durch Gottes Hand umzukommen, wie ihm selbst einst diese Gefahr drohte. Somit erwächst ihnen die Verantwortung, ihre Kenntnisse zugunsten ihrer Mitmenschen anzuwenden. Die Zeitschrift Erwachet! erhebt ihre Stimme zu diesem Warnruf vor Harmagedon. Jehovas Zeugen bieten ein Abonnement dieser Zeitschrift zusammen mit drei Broschüren in diesem Monat allen Gutgesinnten zu deren eigenem Nutzen an. Jahresbeitrag 5 DM (Schweiz 5 Fr.)
Tagestexte für November
Praktische Weisheit anwenden in einer zum Untergang verurteilten Welt. — Luk. 16:8, 9, NW.
1. Laßt uns nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und unserer Sinne mächtig bleiben. — 1. Thess. 5:6, NW. wX 15. 1. 59 3, 4b
2. Er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, klar wie Kristall, der vom Throne Gottes und des Lammes her … hinabfloß … Und die Blätter der Bäume dienten zur Heilung der Nationen. Und es wird keinerlei Fluch mehr geben. — Off. 22:1-3, NW. wX 1. 4. 59 37, 38a
3. Mein Sohn, mögen sie nicht von deinen Augen weichen. Behüte dein Denkvermögen und bewahre praktische Weisheit. — Spr. 3:21, NW. wX 1. 2. 60 4—6
4. Hier bin ich, sende mich. — Jes. 6:8. wX 15. 7. 59 6, 8a
5. Fahrt fort, zuerst nach dem Königreich … zu trachten. — Matth. 6:33, NW. wX 1. 9. 59 16a
6. Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und er wird größere Werke tun als diese. — Joh. 14:12, NW. wX 1. 3. 60 3, 4a
7. Von den Verständigen werden einige fallen, um sie zu läutern und zu reinigen und weiß zu machen bis zur Zeit des Endes. — Dan. 11:35. wX 1. 5. 59 19, 17, 18a
8. Ich werde das Recht zur Meßschnur machen und die Gerechtigkeit zur Setzwaage. Und der Hagel muß die Zuflucht der Lüge wegraffen, und die Wasser selbst werden den Bergungsort wegschwemmen. — Jes. 28:17, NW. wX 15. 5. 59 17, 18b
9. Die feste Speise ist für Gereifte, für jene, die ihr Wahrnehmungsvermögen durch Gebrauch geübt haben, um zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. — Heb. 5:14, NW. wX 1. 10. 59 3, 4a
10. Sein Meister lobte den Verwalter, weil er, obwohl ungerecht, praktische Weisheit angewandt hatte. — Luk. 16:8, NW. wX 1. 2. 60 5, 6a
11. Möge jeder beständig darüber wachen, wie er baut. — 1. Kor. 3:10, NW. wX 15. 9. 59 3, 5a
12. Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht … darin lesen, damit du darauf bedacht seist, gemäß allem zu handeln, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du auf deinem Weg Erfolg haben, und dann wirst du mit Weisheit handeln. — Jos. 1:8, NW. wX 1. 7. 59 26, 27a
13. Sprich zu Ebedmelech … du sollst deine Seele zur Beute haben, weil du auf mich vertraut hast. — Jer. 39:16, 18. wX 15. 3. 59 22, 23a
14. Er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen. — 1. Pet. 3:11, 12, NW. wX 15. 1. 60 1, 2
15. Wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. — Jes. 55:9. wX 15. 11. 59 4a
(Erklärung, wie Kommentare zu diesen Schrifttexten gefunden werden können: Die Zahlen, die dem Datum des Wachtturms folgen, beziehen sich auf die betreffenden Abschnitte im ersten Studienartikel. Folgt der Zahl ein „a“, so ist der Kommentar im zweiten Studienartikel, folgt ihr ein „b“, im dritten Studienartikel zu finden.)
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
23. Oktober: Die Einheit der christlichen Kirche, ¶ 1 bis 17. Seite 593.
30. Oktober: Die Einheit der christlichen Kirche, ¶ 18, 19, ferner: Das Merkmal des Geistes. Seite 598.
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