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    Der Wachtturm 1961 | 15. Juni
    • Geduld üben

      „Übt daher Geduld, Brüder, bis zur Gegenwart des Herrn. Siehe, der Landwirt wartet unablässig auf die köstliche Frucht der Erde und übt Geduld ihretwegen, bis er den Früh- und Spätregen erhält.“ — Jak. 5:7, NW.

      1. Wer ist der Gott der Geduld, und wie bekundet er sie?

      JEHOVA ist der große Gott der Geduld. Diese Geduld entsprießt seiner großen Liebe und Barmherzigkeit. Er hat den Menschen bei vielen Gelegenheiten unverdiente Güte und Nachsicht erwiesen. Diese bekundete er schon dadurch, daß er zur Zeit Noahs die Menschen, die die Erde mit Gewalttat erfüllten, warnen ließ, ferner, indem er Pharao durch Mose warnte und eine Reihe von Plagen über das Land kommen ließ, ehe er den Erstgeborenen Ägyptens tötete. Auch sandte er der Bevölkerung Sodoms und Gomorras Engel-Boten, dem Volke Israel Propheten, und schließlich sandte er seinen eigenen Sohn. Die Geduld Jehovas hat sich in der kurzen Geschichte des Menschen oftmals kundgetan. Immer wieder sind die Menschen von den Pfaden der Gerechtigkeit abgewichen, aber Jehova hat sie mit Geduld zurechtgewiesen und gewarnt und so die Jahrhunderte hindurch den Menschen unverdiente Güte, Liebe und Barmherzigkeit erwiesen. — 1. Pet. 3:20.

      2. Wie veranschaulichte Jesus Jehovas Geduld?

      2 Jesus hat dies in seinen folgenden Darlegungen treffend veranschaulicht: „Es war ein Hausherr, der einen Weinberg pflanzte und einen Zaun um denselben setzte und eine Kelter in ihm grub und einen Turm baute; und er verdingte ihn an Weingärtner und reiste außer Landes. Als aber die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Sklaven zu den Weingärtnern, um seine Früchte zu empfangen. Und die Weingärtner nahmen seine Sklaven, einen schlugen sie, einen anderen töteten sie, einen anderen steinigten sie. Wiederum sandte er andere Sklaven, mehr als die ersten; und sie taten ihnen ebenso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen, indem er sagte: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen! Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Dieser ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen! Und sie nahmen ihn, warfen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.“ — Matth. 21:33-39, Fußnote.

      3. Was schrieb Jeremia über die Geduld Gottes gegenüber dem Volke Israel?

      3 In gleicher Weise hat Jehova als der Eigentümer des Weinberges bei vielen Gelegenheiten Geduld geübt, aber, wie Jeremia vom Volke Israel sagte, „sie haben nicht gehört und ihr Ohr nicht geneigt, sondern haben gewandelt in den Ratschlägen, in dem Starrsinn ihres bösen Herzens; und sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht“. „Von dem Tage an, da eure Väter aus dem Lande Ägypten auszogen, bis auf diesen Tag habe ich alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, täglich früh mich aufmachend und sendend.“ Jehova fuhr fort, sie zu warnen, indem er sprach: „Und wenn du alle diese Worte zu ihnen redest, so werden sie nicht auf dich hören, und rufst du ihnen zu, so werden sie dir nicht antworten. So sprich denn zu ihnen: Dies ist das Volk, welches auf die Stimme Jehovas, seines Gottes, nicht hört und keine Zucht annimmt.“ Sogar dann noch bekundete Jehova Geduld mit ihnen, indem er seinen Sohn sandte, der getötet wurde, wie es im Gleichnis vorausgesagt worden war. — Jer. 7:24-28.

      DIE GEDULD MIT BÖSEN HAT IHRE GRENZEN

      4. Nimmt Gottes Geduld kein Ende? Wieso wissen wir das?

      4 Jehovas Geduld dauert aber nicht ewig. Das zeigte Jesus in Verbindung mit dem Bild, das er gebrauchte. Er stellte die Frage: „Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er jenen Weingärtnern tun?“ Die Juden antworteten ihm: „Er wird jene Übeltäter übel umbringen, und den Weinberg wird er an andere Weingärtner verdingen, die ihm die Früchte abgeben werden zu ihrer Zeit.“ (Matth. 21:40, 41) Obwohl Jehova mit der gegenwärtigen bösen Welt in gleicher Weise Nachsicht geübt hat, zeigt sein Wort doch, daß er binnen kurzem gerechte Vergeltung über sie bringen wird, weil sie ihn verlassen hat. Gott hielt sich bei einem früheren Anlaß nicht davon zurück, selbst die Engel zu strafen, die in den Tagen vor der Sintflut gesündigt hatten, und behielt sie für das Gericht und die Vernichtung auf. Er stand nicht davon ab, die ganze böse Welt der Tage Noahs durch eine weltweite Flut zu strafen. Er säuberte auch die gesetzlosen Städte Sodom und Gomorra durch ein verzehrendes Feuer. Er führte die Nation Israel in die Gefangenschaft nach Babylon und ließ später zu, daß Jerusalem durch römische Soldaten niedergerissen wurde, weil seine Geduld die Grenzen der von ihm bestimmten Zeit erreicht hatte.

      5. Verdient das gegenwärtige System die Geduld Jehovas?

      5 Es besteht guter Grund zu der Annahme, daß die Geduld Jehovas mit der gegenwärtigen Welt ihrem Ende entgegengeht, denn die Menschen sind — wie Paulus unter Inspiration voraussagte — „selbstliebend … geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ohne liebende Güte, ohne natürliche Zuneigung, unverträglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, eigensinnig, aufgeblasen durch Einbildung, das Vergnügen mehr liebend als Gott, eine Form der Gottergebenheit habend, doch hinsichtlich deren Kraft sich als falsch erweisend“. (2. Tim. 3:2-5, NW) Bestimmt hat Jehova allen Grund, mit Menschen wie diesen die Geduld zu verlieren und Schritte zu unternehmen gegen das System der gegenwärtigen Welt mit ihren sich zankenden Nationen und den entzweiten internationalen Mächteblöcken und den rassischen und religiösen Feindseligkeiten.

      6. Aus welchen Gründen hat Jehova die Bosheit so lange geduldet?

      6 Weil Jehova so Geduld an den Tag gelegt hat, glauben viele Menschen nicht mehr an sein Dasein. Doch hat Jehova einen Grund für seine Geduld, und er gab diesen durch seinen Vertreter Mose dem Pharao bekannt: damit alle seine höchste Macht erkennen und damit man seinen „Namen verkündige auf der ganzen Erde“. Er räumt nun Zeit ein, damit eine Warnung vor dem Ende des gegenwärtigen Systems erlassen werde und sein Name, Jehova, bekanntgemacht werden könne und damit man gläubige Menschen aus der Welt heraussammle und die gute Botschaft von seinem Königreich predige. — 2. Mose 9:16.

      7. Welches Werk wird Gott den Spöttern zum Trotz durchführen?

      7 Schon jetzt ist Jehova dabei, die Menschen voneinander zu scheiden, nämlich die mit Spreu verglichenen auszusieben, da sie nur zur Vernichtung taugen, jene aber, die Gerechtigkeit und Wahrheit lieben und sich an göttliche Grundsätze halten, zur Bewahrung zuzubereiten. (Matth. 3:12) Zu den Menschen, denen die Vernichtung bevorsteht, gehören jene, die fortwährend das Dasein Gottes überhaupt in Frage ziehen. Diese fragen, warum Gott angesichts der heutigen Zustände auf der Erde denn nicht einschreite, wenn es wirklich einen Gott gebe. Sie gleichen den Spöttern, von denen Petrus voraussagte, daß sie mit Spott kommen und sagen würden: „Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorfahren in den Todesschlaf gefallen sind, bestehen alle Dinge genau wie von Anfang der Schöpfung an.“ Das Ende dieses Systems wird indes für solche Spötter nur zu bald kommen. Gott hielt 120 Jahre lang seinen Zorn über die Bosheit in den Tagen vor der Flut zurück und ließ dann die Sintflut über jenes gottlose System hereinbrechen. Seine Geduld mit jener bösen Welt war zu Ende. In gleicher Weise — so sagt es Petrus — seien „die jetzigen Himmel und die Erde aufbewahrt“ für ein feuriges Ende, da sie „für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“ aufbehalten seien. — 2. Pet. 3:3-7, NW.

      GEDULD NOTWENDIG

      8. (a) Weshalb kann nicht gesagt werden, daß Jehova langsam sei? (b) Welche Haltung nahm Noah ein?

      8 Die Menschen, die nur eine so kurze Zeit, ungefähr siebzig Jahre, leben, werden bisweilen ungeduldig, weil Jehova sein Vorhaben nicht schneller durchführt. Sie möchten sogleich Taten sehen. Doch angesichts des zeitlosen Standpunktes Gottes, des Allmächtigen, ist seit der Erschaffung des Menschen nur eine kurze Zeitspanne von sechs Tausendjahrtagen, also weniger als eine Woche, verstrichen. Petrus erklärt es wie folgt: „Möge jedoch diese eine Tatsache eurer Kenntnis nicht entgehen, Geliebte, daß bei Jehova e i n Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre sind wie e i n Tag. Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht wünscht, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern wünscht, daß alle zur Reue gelangen.“ (2. Pet. 3:8, 9, NW) Noah verstand dies auch in den Tagen vor der Flut, als Gesetzlosigkeit auf Erden herrschte. Er mußte von den Spöttern seiner Tage, als er daranging, die Arche zu bauen, Widerstand von aller Art erdulden, doch vertraute er auf Jehova. Er sagte nicht: „Nun, Herr, wieder ist ein Jahr verflossen, und nichts ist geschehen; wenn [anno mundi] 1641 von dir das Ende der Welt nicht herbeigeführt worden ist, gebe ich es auf.“ Nein, er setzte seinen Lauf geduldig und im Glauben fort, bis mehr als zehn Jahre später die Sintflut hereinbrach.

      9, 10. Welchem weisen Wege sollten wir heute folgen?

      9 Der biblische Bericht zeigt, daß wir heute in der Zeit des Endes dieses Systems der Dinge leben, in der Jehovas wunderbares Vorhaben durch sein Königreich schließlich verwirklicht wird und paradiesische Zustände auf Erden für alle wiederhergestellt werden, die Glauben haben. So schrieb es der Psalmist David unter göttlicher Inspiration: „Entrüste dich nicht über die Übeltäter. Beneide nicht die, welche ungerecht handeln! Denn wie Gras werden sie schnell verwelken, und wie grüner, neuer Rasen werden sie dahinschwinden. Vertraue auf Jehova und tue Gutes; wohne auf der Erde und handle in Treue. Habe an Jehova deine höchste Wonne, und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren.“ — Ps. 37:1-4, NW.

      10 Wie sollten die Menschen angesichts dieser Worte handeln, um der Gunst und des Schutzes Jehovas würdig zu sein, die er seinerzeit Noah, Lot und den Überlebenden Jerusalems gewährte? (2. Pet. 2:5-9) Der Weise wird Jehova dadurch nachahmen, daß auch er Geduld übt, indem er besonders Zeit und Mühe darauf verwendet, in den Reichtum des Wortes Gottes einzudringen, denn das wird für ihn Leben bedeuten. Wenn du also von der Art bist, die leicht die Geduld und Fassung verliert, so halte inne und betrachte das wunderbare Beispiel der Geduld, das Gott, der Allmächtige, uns gegeben hat! Bist du geneigt, übereilig etwas zu sagen und zu tun, dann strebe danach, die Eigenschaft der Geduld zu pflegen. Sie ist eine Tugend, das heißt eine gottgefällige Eigenschaft, die ein Christ haben muß, besonders in dieser Zeit des Endes. Geradeso, wie Jehova gegen uns Geduld geübt hat, können wir sie im Alltagsleben zu Hause und gegenüber Freunden, bei der Arbeit und unter Fremden an den Tag legen. — Matth. 18:23-35.

      11. Warum ist Geduld ein Zeichen von Weisheit?

      11 Geduld wird von vielen als ein Zeichen von Schwäche angesehen. In dieser Zeit, in der es alle eilig haben, verlieren die Menschen leicht die Geduld mit anderen. Aber Gottes Wort rät uns: „Besser ist einer, der geduldig ist, als einer, der hochmütigen Geistes ist. Sei nicht vorschnell verärgert (in deinem Geiste), denn Ärger ruht im Busen der Narren.“ Ein Weiser wird schnell bereit sein, etwas von Jehova und über sein Vorhaben zu lernen und sich selbst und die Seinen auf den Weg zu weisen, der zu Gottes Gunst und Schutz führt, und nicht vorschnell verärgert sein. — Pred. 7:8, 9, NW.

      GEDULD IM DIENSTE

      12. (a) Welches große Werk muß getan werden? (b) Welche Vorbereitung ist notwendig?

      12 Jehovas Geduld darf nicht mit Langsamkeit verwechselt werden. Genauso, wie er in den Tagen Noahs Maßnahmen ergriff, um die Erde zu säubern, ist es heute sein Vorhaben, die zu verderben, welche die Erde verderben. Ehe aber das Ende dieses Systems der Dinge da ist, muß ein großes Werk durchgeführt werden. Gleichwie Noah in den Tagen vor der Flut als ein Prediger der Gerechtigkeit diente, so sollten Gottes Diener — wie Jesus es voraussagte — den Menschen die gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich Jehovas auf der ganzen bewohnten Erde vor dem Ende dieses Systems zur Warnung predigen. Durch die emsige vereinte Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas wird diese gute Botschaft nun den Menschen aller Nationen zur Kenntnis gebracht. Ihr Predigtdienst kann in einigen Beziehungen mit der Arbeit eines Landmanns verglichen werden, und dieses Bild hilft uns, die große Geduld hervorzuheben, die im Predigtdienste nötig ist, den zu tun Gott heute wahren Christen aufgetragen hat. Wer niemals Landwirtschaft betrieben hat, würde nicht im Traum daran denken, hinzugehen und Land zu kaufen und eine Farm zu betreiben, ohne sich vorher einige Kenntnisse über die Landwirtschaftsmethoden angeeignet und Unterricht darüber entgegengenommen zu haben. Gleicherweise muß eine Zeit des Studiums, der Unterweisung in der Versammlung und der Schulung vorausgehen, ehe eine Person den Predigtdienst aufnehmen kann. Jesus anerkannte die Notwendigkeit der Schulung und sandte seine Jünger zu zweit aus, damit sie aus der Verbindung miteinander und aus den hilfreichen Anregungen, die sie austauschen würden, Nutzen ziehen könnten.

      13, 14. Wieso kann der Predigtdienst mit der Arbeit eines Landmanns verglichen werden, und warum ist Geduld erforderlich?

      13 Ein Landmann geht nicht heute hin und sät Samen aus, um schon die nächste Woche zurückzukehren und ernten zu wollen. Statt dessen muß er den Boden bebauen, ihn durch Düngen fruchtbar machen, ihn pflügen und eggen, dann den Samen säen, diesen pflegen und den Boden von Unkraut säubern und die Vögel fernhalten. Dann hat er vielleicht noch Arbeit zufolge einer Insektenplage und muß ein Insektenpulver streuen. Außerdem hat er noch mit Dürre zu rechnen, ja die Ernte mag vernichtet werden. Wird der Landmann seine Arbeit aufgeben und in die Stadt gehen, um dort eine Stelle anzutreten oder eine andere Beschäftigung zu suchen? Nein, das tut er nicht, wenn er ein rechter Landwirt ist. Statt dessen wird er im folgenden Jahr nochmals das gleiche tun. Er wird vielleicht einen Windschutz anlegen, um den Staub fernzuhalten. Vielleicht gräbt er einen tiefen Brunnen, um das Land bewässern zu können, aber niemals gibt er die Arbeit auf, denn er hat Geduld und arbeitet weiter, bis er schließlich — dank dem Segen Jehovas — ernten kann.

      14 Ein wahrer Christ, der in Jesu Fußstapfen wandeln möchte, teilt die gelernten Wahrheiten auch anderen mit. Er findet, daß er in erster Linie den Boden kultivieren muß. Das kann er dadurch tun, daß er als Christ seinen Nachbarn ein gutes Beispiel gibt. Die Leute beachten, wie sich jemand benimmt und wie er spricht, und wenn seine Worte mit den biblischen Grundsätzen übereinstimmen, werden sie demzufolge eher bereit sein, auf die Botschaft, die er ihnen bringt, zu hören. Trotzdem mag nach vielen Besuchen und Gesprächen über die Heilige Schrift, die er mit ihnen geführt hat, keine große Reaktion festzustellen sein. Doch verliere er die Geduld nicht. Er denke daran, daß die Mauern Jerichos auch nicht gleich einstürzten, nachdem die Israeliten die Stadt einmal umzogen hatten. Sie mußten die Stadt sechs Tage lang umziehen, ja am siebenten Tage zogen sie siebenmal darum herum, und schließlich stürzte die Mauer ein. Wir dürfen nicht wähnen, die Schranken religiöser Lehren und Traditionen der Glaubensbekenntnisse, die im Laufe der Jahrhunderte gleich Mauern aufgebaut worden sind, würden schon das erste Mal einstürzen, wenn wir die Botschaft der Wahrheit laut verkündigen. Die Wichtigkeit der Botschaft, die wir den Menschen überbringen, erkennend, müssen wir aber höflich und geduldig und mit Liebe vorgehen. Bei uns geht es nicht — wie bei einem Landwirt — um Ernte-Erträgnisse, sondern um Menschenleben. Darum ist eine noch größere Geduld erforderlich.

      15, 16. (a) Weshalb sollte sich ein Christ in seinem Dienste nicht leicht entmutigen lassen? (b) Welchen guten Rat gab Jakobus?

      15 Nachdem ein Verkündiger Menschen guten Willens besucht, hier und dort den Samen der Wahrheit gepflanzt und ihn dann und wann durch gelegentliches Zeugnisgeben oder durch Nachbesuche bewässert hat, sucht er, wenn er schließlich ein wenig Interesse bemerkt (das sich so zeigt, wie wenn ein Pflänzchen sein Köpfchen aus dem Erdreich zu strecken beginnt), diesem Pflänzchen zum Wachstum zu verhelfen, damit es geistig stark werde, indem er das erwachende Interesse durch ein Bibelstudium stärkt. Wird er aber, wenn die Pflanze schwächer werden und das Interesse absterben sollte, sagen: „So, jetzt genügt es mir, ich bin einfach kein Lehrer“? Nein, das wird er nicht tun, wenn er sich Jehova Gott wirklich hingegeben hat und ihm mit seinem ganzen Herzen und Sinn mit ganzer Seele und Kraft dienen will. Die Welt ist das Ackerfeld, und die Ernte ist groß; somit gibt es eine Menge Gelegenheiten, es immer wieder zu versuchen und dabei Geduld zu üben.

      16 Jakobus hob diesen Punkt hervor, wenn er folgendes sagte: „Übt daher Geduld, Brüder, bis zur Gegenwart des Herrn. Siehe, der Landmann wartet unablässig auf die köstliche Frucht der Erde und übt Geduld ihretwegen, bis er den Früh- und Spätregen erhält. Übt auch ihr Geduld, befestigt eure Herzen, denn die Gegenwart des Herrn hat sich genaht.“ (Jak. 5:7, 8, NW) Jakobus erkannte an, daß nach dem Säen der Frühregen notwendig ist, damit der Same zum Keimen kommt, und später der Spätregen, um die Pflanze zur Reife zu bringen. Ebenso verhält es sich im Predigtdienst. Die Wasser der Wahrheit tragen dazu bei, daß im Herzen und Sinn einer Person die Wertschätzung für Gottes Wort zu keimen beginnt und lebendig wird, doch nur fortgesetzte Bewässerung und Pflege werden dem Betreffenden helfen, einer Pflanze der Gerechtigkeit gleich zu werden, die bereit ist, zum Preise und zum Ruhme des Schöpfers Frucht zu tragen.

      17. Was ist an der Zeit, in der wir leben, so hervorragend?

      17 Jakobus hieß die ersten Christen Geduld üben bis zur Gegenwart des Herrn. Gemäß Matthäus 24:3 (NW) fragten die Jünger Jesus nach dem Zeichen seiner Gegenwart oder der parousía, und er führte ihnen ein kollektives Zeichen, bestehend aus mindestens neununddreißig verschiedenen Besonderheiten, an. (Siehe „Vergewissert euch über alle Dinge“, S. 415) Ein Teil dieses Zeichens, das seit 1914 in der Erfüllung begriffen ist, besteht darin, daß die gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, gepredigt wird. Das hat sich in unseren Tagen buchstäblich dadurch erfüllt, daß Jehovas Zeugen, jung und alt, Männer und Frauen, emsig an dem Werk des Predigens und Lehrens teilgenommen haben, das in 179 Ländern und auf Inseln des Meeres in der ganzen Welt durchgeführt worden ist. Der Beweis dafür, daß sich Jehovas Vorhaben verwirklicht, ist aus der unablässigen Ausdehnung und aus dem Wachstum der Neuen-Welt-Gesellschaft zu ersehen. Im Jahre 1914, als die zweite Gegenwart Christi unsichtbar ihren Anfang nahm, gab es nur einige wenige tausend Verkündiger, die sich aktiv am Predigtdienste beteiligten. Im Jahre 1938 gab es schon 59 000, und heute gibt es über 916 000. Jehovas Segen hat auf dem Werk des Pflanzens und Bewässerns geruht, und er hat die Mehrung gegeben.

      GEDULD, VERBUNDEN MIT TÄTIGKEIT

      18. Wie können Christen heute Geduld üben?

      18 Obwohl wir seit dem Jahre 1914, in dem sich das Zeichen zu erfüllen begann, nicht mehr nach der Gegenwart des Herrn ausblicken, müssen wir doch immer noch Geduld üben, bis das Predigtwerk vollends durchgeführt worden ist und Jehova in Harmagedon sagt: „Es ist genug.“ Als Jakobus uns Geduld üben hieß, meinte er damit nicht, daß dies in einer Zeit der Untätigkeit und des Wartens zu geschehen habe, sondern, daß wir Glauben und Hoffnung üben sollten, indem wir die Wahrheiten, die wir kennengelernt hätten, anderen mitteilen und zugleich auf Jehovas Wort vertrauen sollten und auch darauf, daß er sein Vorhaben bald durchführen werde. Wie es der Psalmist voraussagte, ist Jehovas Volk am Tage seiner Macht voller Willigkeit. (Ps. 110:3) Es freut sich, an seinem Dienste teilhaben zu dürfen, und viele Familien haben selbst ihr Haus verkauft und ihre weltliche Arbeit aufgegeben und sind in neue Gebiete gezogen, was die Menschen guten Willens, denen sie jetzt dienen, sehr zu schätzen wissen.

      19. Welchem guten biblischen Rat sollten wir folgen, und warum?

      19 Diese aufrichtigen Christen erkennen die Weisheit des von Jesus gegebenen Rates: „Niemand, der seine Hand an einen Pflug gelegt hat und nach den Dingen blickt, die hinter ihm liegen, ist für das Königreich Gottes tauglich.“ (Luk. 9:62, NW) Statt also auf das System der alten Welt und die vorübergehenden Vorteile oder Beförderungen, die es bietet, zurückzublicken, schauen sie den Segnungen der neuen Welt entgegen, halten ihr Auge auf das Königreich gerichtet und machen alle Anstrengungen, die Königreichsinteressen durch ihre Predigttätigkeit zu fördern. Sie folgen dem Rate: „Durch euer Ausharren werdet ihr eure Seelen [oder: euer künftiges Leben, Fußnote] gewinnen.“ (Luk. 21:19, NW) Sie erkennen, daß die wunderbare Gabe des Lebens in der neuen Welt es wert ist, daß man geduldig dafür arbeitet, und daher lassen sie sich nicht entmutigen. Sie verstehen, daß, wenn auch viele Bibelstudien durchgeführt werden müssen, ehe jemand zur Erkenntnis der Wahrheit kommt, dies alles doch ein Teil des Werkes ist, durch das die Schafe von den Böcken geschieden werden, wie Jesus es voraussagte, und sie sind glücklich, einen Anteil daran haben zu dürfen. Sie blicken der Zeit entgegen, da dieses Werk getan sein wird und da alle Lebenden Jehova erkennen werden. — Jer. 31:34.

      20. Was ist erforderlich, um Jehovas Segen zu unserem Predigtwerk zu erhalten?

      20 Solange jemand das Werk des Predigens und Lehrens unablässig so tut, wie Jehova es durch seine Organisation anweist, werden seine Bemühungen mit Jehovas Segen gekrönt werden. Erwarte die Führung stets von ihm und erbitte im Gebet Beistand von ihm durch seinen Geist. Paulus erklärte das Verhältnis des Verkündigers zu Gott wie folgt: „Was ist denn Apollos? Ja, was ist Paulus? Diener, durch die ihr zum Glauben gekommen seid, so wie der Herr es einem jeden gewährt hat. Ich pflanzte, Apollos bewässerte, Gott aber fuhr fort, das Wachstum zu geben, so daß weder der etwas ist, der pflanzt, noch der, welcher bewässert, sondern Gott, der es wachsen läßt.“ In dem Schrifttext wird weiter erklärt, daß jeder, der im Dienste ernten möchte, nur das ernten kann, was er in den Dienst hineingelegt hat, wenn es heißt: „Aber jeder wird den ihm gehörenden Lohn empfangen gemäß seiner eigenen Mühe.“ Schätzt du das Vorrecht, das du hast, ein Mitarbeiter Gottes zu sein? Wenn ja, dann bemühe dich eifrig, deinen Dienst so zu verrichten, daß er in Gottes Augen gut ist. „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau.“ (1. Kor. 3:5-9, NW) Wächst du als ein Teil des Ackerfeldes Gottes, das bebaut wird, zur geistigen Reife heran? Sei nicht wie ein Schmarotzer an einem Weinstock, der immer nur Nahrung in sich aufnimmt, aber nie Früchte zeitigt, sondern studiere, besuche die Zusammenkünfte der Versammlung, bemühe dich ernstlich, ein guter Lehrer zu sein, und werde stark in der Wahrheit, sei bereit, als Mitarbeiter Gottes Frucht hervorzubringen. Dann werden dir die Worte des Paulus gelten: „Demzufolge, meine geliebten Brüder, werdet standhaft, unbeweglich, indem ihr allezeit im Werke des Herrn viel zu tun habt, wissend, daß eure Arbeit in Verbindung mit dem Herrn nicht vergeblich ist.“ — 1. Kor. 15:58, NW.

      21. Weshalb sollten wir nicht mehr der Führung der alten Welt folgen?

      21 Wir haben heute allen Grund, in unserem Predigtdienst geduldig und standhaft zu sein, da die Zeiten der Heiden vorüber sind und wir in der Zeit der zweiten Gegenwart Christi leben. Statt sich der Ausschweifung und einem losen Wandel hinzugeben und der Führung der Nationen des Systems der alten Welt zu folgen, hat ein Christ etwas Besseres, wofür er lebt. (1. Pet. 4:3) Er will für die Förderung der Königreichsinteressen wirken. Er hat die wunderbare Königreichshoffnung und erfreut sich all der Segnungen, die Jehova verheißen hat, und weiß, daß Gottes Wort nie leer zu ihm zurückkehrt. (Jes. 55:11) Möge jeder einzelne mit der Neuen-Welt-Gesellschaft, die eine gewaltige Zunahme erfährt, voranschreiten, indem er an geistiger Reife, an der Reife des Verständnisses des göttlichen Wortes, zunehme und sich am Dienste Gottes rückhaltlos beteilige.

      22. Welchen Rat gab Paulus den Kolossern?

      22 Jene aber, die sagen: „Warten wir mal ab!“, offenbaren einen Mangel an Glauben. Sie gehören zu der gleichen Klasse wie jene, die in den Tagen Noahs außerhalb der Arche warteten und sehen wollten, was nun geschehe. Sie vertrauten weder auf Gottes Wort, noch glaubten sie an Gottes Vorhaben und kamen deshalb in den Fluten um. Der wahre Glaube eines Christen verknüpft Erkenntnis mit Hoffnung. Er verlangt Geduld und Ausharren. An die Kolosser schreibend, hob der Apostel die Notwendigkeit der Geduld im Alltagsleben hervor. Er erwähnte, daß er nicht aufhöre zu beten. Er wünschte, daß die Kolosser mit genauer Erkenntnis erfüllt seien, und er wußte, daß dies Zeit und Mühe erfordern würde. Er ermunterte sie, weiterhin Frucht zu tragen, an genauer Erkenntnis zuzunehmen und geistig stark und kräftig zu werden, indem sie allen Widerstand ertragen und sich als langmütig erweisen sollten. Er sagte, daß sie, wenn sie diese Dinge täten, Jehovas würdig wandeln würden, indem sie ihm dadurch völlig gefallen würden, daß sie Frucht trügen in jedem guten Werk; und das ist bestimmt das Ziel aller wahren Christen. (Kol. 1:9-11) Wir haben allen Grund, dankbar dafür zu sein, daß Jehova in der Verwirklichung seines Vorhabens Geduld übt, denn es bedeutet eine Gelegenheit zum Dienst für uns heute und künftiges Leben in einer neuen Welt der Gerechtigkeit. — 2. Pet. 3:15.

  • Geduld und Ausharren
    Der Wachtturm 1961 | 15. Juni
    • Geduld und Ausharren

      1. Welcher Segnungen können sich diejenigen erfreuen, die zur Neuen-Welt-Gesellschaft gehören?

      DER wahre Quell der Kraft zur Geduld und zum Ausharren ist Jehova, der Gott der Ewigkeit. Jene, die ein Teil der christlichen Organisation Jehovas werden, müssen sich bemühen, ihren Platz darin zu bewahren. Es ist nicht bloß eine ehrenamtliche Stellung. Ausharren ist erforderlich, damit jemand wirklich in die neue Welt der Gerechtigkeit „hinübergetragen“ werde. Der neuen Welt entgegenblickend, kann man sich des geistigen Reichtums erfreuen, mit dem Jehova sein Volk überschüttet, während das Licht der Wahrheit heller und heller wird. Außerdem kann man einen Anteil an dem großen Einsammlungswerk haben, das Jesus in dieser Zeit zu tun geboten hat. Während man diesem Werke obliegt, wird Jehovas Geist einen stützen. (Sach. 4:6) Schon die Tatsache an sich, daß so viele Männer, Frauen und Kinder bereit sind, an diesem gewaltigen internationalen Predigtwerk einen Anteil zu nehmen, ist ein starker Beweis für Christi zweite Gegenwart und gibt uns allen Grund, im Dienste auszuharren.

      2. Wie offenbarten Jesus und seine Jünger ihr Ausharren?

      2 Zu Anfang dieser großen Predigttätigkeit übernahm Jesus die Führung. Er ließ sich nicht entmutigen, als die Volksmenge ihn verhöhnte und sagte: „Du hast einen Dämon“, oder als sich nach einer „harten Rede“ viele seiner Jünger wieder ihren früheren Wegen zuwandten und nicht mehr mit ihm wandelten. Auch seine Jünger bewahrten die richtige Geisteshaltung und ließen sich nicht bange machen. Als er ihnen die Frage stellte: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“, antwortete Petrus: „Meister, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ (Joh. 7:20; 6:66-68, NW) Gleicherweise gibt es für Personen, die am Predigtdienst, den Jesus begann, teilnehmen, keinen Grund, entmutigt zu werden, wenn sich einige, die eine Zeitlang mit ihnen gewandelt sind, von ihnen abwenden. (Hes. 33:32) Als vollkommener Mensch konnte Jesus wirkungsvoll zu großen Volksmengen sprechen und sie überzeugend lehren. Er benutzte dabei Bilder von Dingen, die sie kannten, von Schafen und Böcken, aus der Landwirtschaft und der Fischerei. Auch wir können in ähnlicher Weise auf Tagesereignisse Bezug nehmen und so ein ähnliches Werk verrichten, wenn auch gewöhnlich vor wenigeren Zuhörern. Wir können die Menschen in ihren Wohnungen besuchen, geduldig wieder bei ihnen vorsprechen, Bibelstudien mit interessierten Familien durchführen und allen gegenüber liebevolle Rücksichtnahme bekunden. Willst du diesem Beispiel folgen, das Jesus für den Felddienst gab, und somit nicht nur dem Namen nach, sondern auch in der Tat ein Christ sein?

      3. Welche Einladung ergeht, und wie wird darauf eingegangen?

      3 Jesus erzählte von einem Manne, dem Besitzer eines großen Weinberges, der abgeerntet werden sollte. Dieser Mann bat seine zwei Söhne, sich an der Arbeit zu beteiligen. Der erste Sohn war einverstanden, ging aber nicht hin, während der zweite dem Vater die Bitte abschlug, danach aber Reue empfand und dennoch hinging. Die Gegenwart ist die Zeit für die Ernte, die Jesus voraussagte, und Jehova bekundet Geduld, bis das Einsammlungswerk beendet ist. Viele Personen, die vorgeben, Söhne des himmlischen Vaters zu sein, sind nicht bereit, die Arbeit zu tun, mit der er sie beauftragt. In der Tat, Jesus redete mit den Oberpriestern und den älteren einflußreichen Männern, als er sprach: „In Wahrheit sage ich euch, daß die Steuereinnehmer und die Huren euch in das Königreich Gottes vorangehen.“ (Matth. 21:28-31, NW) So wie in den Tagen Jesu aufrichtige, demütige Menschen aus allen Lebensschichten die Botschaft annahmen und am Predigtdienste teilzunehmen begannen, so ist es auch heute. Diese bekunden eine reuige Haltung und die Bereitschaft, Gott zu dienen, selbst ehe die Klasse jener es tut, die vorgeben, in seinem Dienste zu stehen. — Matth. 23:2, 3.

      GEDULDIGES AUSHARREN ZEITIGT FRÜCHTE

      4. Wie veranschaulichte Jesus das Verhalten der Menschen der Botschaft gegenüber?

      4 Wenn jemand emsig am Dienst von Haus zu Haus teilnimmt, so findet er, daß das Gleichnis, das Jesus laut Lukas 8:9-15 (NW) sprach, wahr wird, daß es nämlich Menschen von jeder Art gibt, gleichwie es Boden von verschiedener Art gibt, felsigen, dornigen sowie Boden von rechter Art, der gut ist zur Bepflanzung. Jesus erklärte: „Der Same ist das Wort Gottes … Was jenes auf dem rechten Erdboden betrifft: es sind die, die das Wort, nachdem sie es mit einem rechten und guten Herzen gehört haben, behalten und mit Ausharren Frucht tragen.“ Geduldige persönliche Hilfe ist bei den meisten Menschen notwendig. Sie mögen nicht verstehen, wie wichtig die Botschaft ist, oder ihr Sinn mag mit Vorurteilen oder falschen Begriffen erfüllt sein, oder sie mögen aufrichtig davon überzeugt sein, daß der Glaube ihrer Eltern der richtige ist. Wenn nun ein Zeuge wieder bei ihnen vorspricht, um weiter mit ihnen über die biblischen Wahrheiten zu sprechen, mag der Wohnungsinhaber versuchen, ihm auszuweichen. Dennoch versichert uns Jesus, daß die Schafe auf die Stimme des Meisters hören. Wir können mithelfen, dies zu ermöglichen, indem wir auf dem Dienste beharren und „Ausharren in gutem Werke“ bekunden. — Röm. 2:7, NW.

      5. Wie bekundet man im Hervorbringen der Königreichsfrüchte Geduld?

      5 Im vergangenen Jahr wurden wöchentlich 646 000 Heimbibelstudien durchgeführt, und diesen zufolge wurden in der ganzen Welt 69 027 Personen getauft. So viele Anstrengungen sind erforderlich, um Früchte zu zeitigen. Wie Jesus es zeigte, fallen einige Samenkörner der Wahrheit neben den Weg. Dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von den Herzen solcher Menschen weg, damit sie nicht glauben und errettet werden. Andrer Same fällt auf Felsengrund. Das Wort Gottes wird freudig aufgenommen, aber die Botschaft faßt nicht tief Wurzeln, weil der Boden felsig ist; sie glauben wohl eine Zeitlang, wenn aber die Hitze des Widerstandes kommt, welken sie dahin und sterben ab. Weitere Samenkörner fallen unter die Dornen, wenn die Menschen die Botschaft hören, aber mit den Sorgen des Lebens, seinem Wohlstand und seinen Vergnügungen zu sehr beschäftigt sind; daher wird dieser Same erstickt und kommt nie zur Reife. Es erfordert viele Studien, um Boden von rechter Art zu finden, wobei man geduldig und in praktischer Weise das ausjätet, was keine Frucht bringt.

      6. Weshalb sollten wir uns nicht entmutigen lassen, wenn einige die Botschaft verwerfen?

      6 Ein französischer Zeuge predigte sieben Jahre lang seinen Arbeitskollegen — ohne Ergebnis. Schließlich aber konnte er mit einigen von ihnen ein Bibelstudium einrichten, und mehrere machten gute Fortschritte in der Wahrheit. Seine Geduld wurde belohnt! Verliere also die Geduld im Predigtdienste nicht, weil viele dich nicht wohlwollend aufnehmen. Nicht jedermann hörte Jesus gerne zu, und viele, die ihm neugierig zuhörten, glaubten seinen Lehren doch nicht. Das gleiche kann ebensogut heute erwartet werden. Wenn die Leute nicht auf Jesus hörten, als er ihnen die Wahrheiten seines himmlischen Vaters erklärte, warum sollten wir dann erwarten, daß sie heute auf seine Diener hören? Es gibt keinen Grund zu der Annahme, daß wir die Welt bekehren könnten und daß alle auf die Botschaft hören würden. Dennoch wird die Warnung vor dem Tag der Rache Jehovas erlassen, damit jene, die darauf eingehen, der Vernichtung entfliehen können. Das Werk der Scheidung der schafähnlichen Menschen von jenen, die eine bockartige Einstellung offenbaren, geht in allen Gegenden der Welt vor sich. Die Art, wie die Menschen auf die Botschaft reagieren und die Träger der Botschaft behandeln, ist das, was entscheidet, ob sie zur Rechten der Gunst oder zur Linken der Ungunst des Königs Christus Jesus stehen werden. Er sagte: „In Wahrheit sage ich euch: In dem Maße, wie ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es mir nicht getan.“ Wenn also jemand die Königreichsboten mit den Worten abweist: „Ich bin zu beschäftigt“, oder: „Das interessiert mich nicht“, so sagt er dem Sinne nach dies zu Christus, dem wir als Gesandte dienen. — Matth. 25:45, NW; 2. Kor. 5:20.

      7. Wie können wir die Wahrheit den Menschen von allen Arten empfehlen?

      7 Ein Vertreter Christi will seinen Dienst auf eine Weise verrichten, auf die später der Weg zu einem Zeugnis geöffnet werden mag. Der Apostel Paulus gab diesbezüglich eine gute Anweisung, wenn er sagte: „Ein Sklave des Herrn aber soll nicht streiten, sondern soll gegen alle taktvoll sein, lehrfähig, der sich unter üblen Verhältnissen zusammennimmt, der mit Milde die Widerstrebenden unterweist, da ihnen Gott vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, so daß sie wieder zur Besinnung kommen und herausgelangen aus der Schlinge des Teufels, erkennend, daß sie nach seinem Willen von ihm lebendig gefangen wurden.“ (2. Tim. 2:24-26, NW) Einige von denen, die der Botschaft zuerst energisch widerstehen, tun dies, weil sie aufrichtig an das glauben, was man sie früher lehrte, wie das bei Saulus von Tarsus der Fall war. Er brachte zufolge seines fehlgeleiteten Eifers große Verfolgung über die ersten Christen; als er sich aber zur christlichen Weltanschauung bekehrte, hielt er der Wucht des Widerstandes gegen das Christentum stand. Er schrieb: „In jeder Weise empfehlen wir uns als Gottes Diener, durch das Ausharren in vielen Dingen, durch Drangsale, in Nöten, durch Schwierigkeiten, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Unruhen, in Mühen, in schlaflosen Nächten, in Zeiten, da es an Nahrung mangelte …“ — 2. Kor. 6:4-10, NW.

      8. Auf welche Weise sollte unser Leben die Wahrheit widerstrahlen?

      8 Du magst persönlich infolge deines christlichen Verhaltens keinen solch heftigen Widerstand erduldet haben; doch jeder Gott hingegebene Christ kann sich als Gottes Diener auf die Art empfehlen, die Paulus erwähnte, wenn er weiterhin sagte: „… durch Reinheit, durch Erkenntnis, durch Langmut, durch Güte, durch heiligen Geist, durch Liebe, die frei von Heuchelei ist, durch wahrhaftige Rede, durch Gottes Macht, durch die Waffen der Gerechtigkeit für den Angriff und zur Abwehr, durch Ehre und Unehre, durch schlechte Berichte und gute Berichte … als Trauernde, aber allezeit sich Freuende, als Arme, doch viele reich machend, als solche, die nichts haben und doch alles besitzen.“ Paulus zeigte, daß er ausgeglichen war und eine hohe Wertschätzung für die Wahrheit besaß. Er ließ sich durch nichts entmutigen, sondern stellte den Dienst für Jehova voran. Er konnte trotz Schlägen, Gefangennahme und Widerstand geduldig sein, weil er wußte, daß Jehovas Segen auf seiner Handlungsweise ruhte.

      AUSDAUER BEI WIDERSTAND IN DER FAMILIE

      9. Wie handeln wir am besten angesichts des Widerstandes, der uns durch Familienangehörige entgegengebracht wird?

      9 Vielleicht ist der größte Widerstand, den jemand zu erdulden hat, jener, der von seiten der nächsten Angehörigen kommt. Wer die Langmut und Geduld schätzt, die Jehova der Menschheit erwiesen hat, sollte bestimmt dieselben Eigenschaften, nämlich Langmut, Freundlichkeit, Güte und Geduld, in seinem Umgang mit anderen und besonders mit den Seinen offenbaren, auch wenn sie der Wahrheit widerstehen mögen. Geduld und Liebe mögen den Widerstrebenden helfen, die Wahrheit im Laufe der Zeit anzunehmen. Wer mit einem solchen ungeduldig umgeht, macht die Kluft nur breiter. Wenn Familienglieder einem Christen, der Gott dienen will, indem er die Zusammenkünfte besucht und am Dienste teilnimmt, beharrlich widerstehen, so ist es möglich, diesen Widerstand dadurch zu überwinden, daß man nicht nachläßt, sondern den Königreichsinteressen mit Geduld weiterhin den ersten Platz einräumt. Jesus sagte: „Wer bis zum Ende ausgeharrt hat, der wird errettet werden.“ (Matth. 10:22, 34-39, NW) Ferner wird uns gesagt: „Wenn ihr Gutes tut und leidet und es erduldet, so ist dies bei Gott angenehm.“ (1. Pet. 2:20, NW) Nach einer gewissen Zeit werden die Gegner, wer immer sie sein mögen, erkennen, daß nichts dich entmutigen oder veranlassen kann, deine Geduld zu verlieren, und sie werden dich wegen deiner Stellungnahme achten.

      10, 11. (a) Welchen Rat gaben Petrus und Paulus hinsichtlich des Wandels eines Christen? (b) Wie mag die Standhaftigkeit des Christen belohnt werden?

      10 Vielleicht ist das Problem so groß, daß du mit anderen Familiengliedern überhaupt nicht über die Wahrheit sprechen kannst, da sie sich weigern zuzuhören. Selbst dann können sie ohne ein Wort durch deinen guten Wandel und den tiefen Respekt, den du bekundest, gewonnen werden. (1. Pet. 3:1, 2) Eine solche Handlungsweise wird bestimmt einen guten Eindruck machen. Ein Christ sollte anderen nicht gleichwie die alte Welt zurückzahlen, indem er sie beschimpft, verächtlich behandelt und ihren Gesichtspunkt nicht respektiert. Statt dessen sagte Paulus: „Strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren und Mildherzigkeit.“ (1. Tim. 6:11, NW) Wenn ein Ehemann sagt, seine christliche Ehefrau dürfe weder am Predigtdienst teilnehmen noch die Zusammenkünfte besuchen, so weiß die Frau, daß das für sie ein ernstes Problem ist, weil sie bei der Hingabe an Jehova gelobte, seinen Willen zu tun. Sie will sich ihrem Ehegatten nicht widersetzen, und doch will sie ihrem Schöpfer treu bleiben. Die Schrift gibt ihr folgenden Rat: „Kämpfe um den Sieg im rechten Kampf des Glaubens; fest ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen worden bist und das rechte Bekenntnis öffentlich abgelegt hast vor vielen Zeugen.“ Sie weiß, daß ihr Gatte ihr nicht Leben zu geben vermag, doch mag es sein, daß sie ihn, wenn sie selbst in der Wahrheit feststeht, zur Annahme des Wortes Gottes bewegen kann. Wird sie Gottergebenheit und Ausdauer bekunden und ein öffentliches Bekenntnis ablegen? Gerade das wünscht Gott. Sie darf ihren Glauben nicht aufgeben, wenn sie Leben erlangen möchte; somit zeigt sie ihre Liebe zu ihrem Ehemann dadurch, daß sie ihrem Hingabegelübde, das sie vor Jehova abgelegt hat, dennoch nachkommt. — 1. Tim. 6:12, NW.

      11 Ein Zeuge, der vor achtundzwanzig Jahren das erste Mal etwas von der Wahrheit hörte, stieß bei seiner Frau und den Verwandten beständig auf Widerstand. Man ließ Gebete für ihn hersagen und Kerzen brennen. Als er wegen seines Predigtdienstes eingesperrt wurde, sagten sie, es geschehe ihm recht. Seine Frau hielt die Kinder dazu an, nicht auf die Lehren des Vaters zu hören. Trotz alledem erwies er sich als ein liebreicher Vater und als ein ständiger Fürsorger, wie es ein christlicher Vater sein sollte, und er hielt an der Wahrheit fest. Nach all diesen Jahren machte schließlich ein Artikel in der Zeitschrift Erwachet! hinsichtlich der Religion im Familienleben einen so tiefen Eindruck auf die Frau, daß sie bat, ein Zeuge Jehovas möchte mit ihr ein Bibelstudium abhalten. Heute erkennt sie die Wahrheit mit ihrem Mann an, ist bereits getauft, und beide freuen sich, enger denn je durch Gottes Wort vereint zu sein.

      12. Wieso ist Hiob ein gutes Beispiel des Ausharrens?

      12 Es gibt viele biblische Beispiele, die ebenfalls zeigen, welcher Segen aus einem geduldigen Ausharren ersprießt. Hiob hatte ein ähnliches Problem. Er wurde krank und verlor seine Kinder und seine Besitztümer. Seine Freunde wandten sich gegen ihn und sagten ihm, er habe sicher unrecht getan und Gott strafe ihn nun. Seine Frau gab ihm den törichten Rat, er solle Gott fluchen und dann sterben. Er aber hielt entschlossen an seinem Glauben fest, so daß das geduldige Ausharren Hiobs nun sprichwörtlich geworden ist. In Jakobus 5:10, 11 (NW) wird uns folgendes gesagt: „Nehmt euch, Brüder, beim Erleiden von Ungemach und beim Üben von Geduld die Propheten zum Vorbild, die im Namen Jehovas redeten. Siehe, wir preisen die glücklich, die ausgeharrt haben. Ihr habt vom Ausharren Hiobs gehört und habt gesehen, welchen Ausgang Jehova schuf, daß Jehova voll zarten Mitgefühls und voller Erbarmen ist.“ Wenn du also Probleme hast, so denke an das, was Hiob durchmachte, und übe Geduld, damit du selbst und auch die Deinen, gleichwie er einst, einen Segen erhalten. Du kannst dessen gewiß sein, daß Jehova dich nicht über dein Vermögen prüfen läßt, sondern daß du den Sieg davontragen wirst, wenn du den Kampf nicht aufgibst. — 1. Kor. 10:13.

      GEDULDIG AUSHARREN BIS ZUM SCHLUSS

      13. Wieso können uns die ehemaligen Israeliten heute noch ein warnendes Beispiel sein?

      13 Wer die Wahrheit aus Gottes Wort annimmt und sich mit der Neuen-Welt-Gesellschaft zu verbinden beginnt, ist in einer ähnlichen Lage wie vor Tausenden von Jahren die Israeliten, nachdem sie Ägypten verlassen hatten und sich auf ihrem Weg nach dem Verheißenen Lande befanden. Ebenso lassen Menschen guten Willens heute das System der Dinge der alten Welt und dessen Lebensweise hinter sich und setzen sich die neue Welt der Gerechtigkeit zum Ziel. Es ist indes wichtig, daß man sich dadurch, daß der Weg lang und beschwerlich erscheint, nicht entmutigen läßt und ungeduldig wird. Bald nachdem die Israeliten Ägypten verlassen hatten, begannen sie zu klagen. Die ganze Versammlung begann gegen Mose und Aaron zu murren, indem sie sprach: „Ihr habt uns in diese Wüste herausgeführt, um diese ganze Versammlung Hungers sterben zu lassen.“ (2. Mose 16:2, 3) Sie vergaßen, daß Jehova es war, der sie bei Tag durch eine Wolke und bei Nacht durch eine Feuersäule führte. Jehova war es auch, der für sie sorgte, wie er das bald zeigte, indem er sie mit Manna und auch mit Wachteln speiste. Dann klagten sie, sie hätten nicht genügend Wasser, aber Mose tadelte sie mit den Worten: „Weshalb stellt ihr Jehova fortwährend auf die Probe?“ Jehova würde doch die Israeliten nicht vor Durst sterben lassen; er gab ihnen Wasser zu Meriba. Als sie nach allem diesem Männer aussandten, um das Land auszuspähen, das sie einnehmen sollten, fürchteten sie sich zufolge des Berichts der Kundschafter vor dessen Einwohnern. Sie klagten wie folgt: „Warum bringt uns Jehova in dieses Land, daß wir durchs Schwert fallen? … Laßt uns ein Haupt über uns setzen und nach Ägypten zurückkehren!“ Wegen dieser entscheidenden Kundgebung ihres Mangels an Glauben an Jehova und an seine Fähigkeit, sie zu führen und zu schützen, wurden sie dazu verurteilt, vierzig Jahre lang in der Wüste zu wandern, ehe ihre Kinder in das Verheißene Land einziehen konnten. — 2. Mose 17:2, 3; 4. Mose 14:3, 4, NW.

      14. Wie dient Christus als der größere Mose?

      14 Heute folgen wir der Führung Christi Jesu, des größeren Mose. Er versieht uns reichlich mit geistiger Speise und mit den Wassern der Wahrheit inmitten eines dürren Landes. Er beschützt uns vor all dem Widerstand, den Satan und seine Horden uns entgegenbringen. Wir wollen heute nicht den gleichen Mangel an Glauben und Wertschätzung offenbaren, den viele der Israeliten offenbarten, indem sie gegenüber Jehova und seinen Vorkehrungen oder seinem Programm der Durchführung seiner Vorsätze ungeduldig wurden. Wir tun gut, statt dessen die in Psalm 37:7, 9 (NW), aufgezeichnete Verheißung zu betrachten: „Bleibe still vor Jehova und harre auf ihn! … Denn Übeltäter werden abgeschnitten werden, aber die auf Jehova hoffen, sind es, die die Erde besitzen werden.“

      15. Worin bestand die Botschaft an die Versammlung in Ephesus, und wie erfüllt sie sich in dieser Zeit?

      15 Der Rat, die Tätigkeit voll Glauben und Eifer fortzusetzen, wurde auch der ersten Christenversammlung in Ephesus gegeben: „Ich kenne deine Taten und deine harte Arbeit und dein Ausharren und (weiß), daß du böse Menschen nicht ertragen kannst … Du bekundest auch Ausharren, und du hast um meines Namens willen (Lasten) getragen und bist nicht müde geworden. Dessenungeachtet halte ich dir entgegen, daß du die Liebe, die du zuerst hattest, verlassen hast.“ Das muß den Brüdern in Ephesus einen Schock versetzt haben. Sie hatten hart gearbeitet und Ausharren bekundet, dennoch aber fehlten ihnen der Eifer und die innige Liebe und der Enthusiasmus, die sie zuerst für die Wahrheit an den Tag gelegt hatten. Du wirst doch sicher heute, nachdem du viele Jahre lang im Dienste tätig gewesen bist, nicht im Eifer und in der Freude, die du zuerst hattest, erkalten wollen, doch mußt du darauf hin wirken, diese als antreibende Kraft in deinem Leben lebendig zu erhalten. (Off. 2:2-4, NW) Jesus kannte das Problem von heute im voraus, denn er sagte, daß die Liebe der meisten erkalten werde. Wenn wir aber stark sind im Glauben, wenn wir regelmäßig mit der Versammlung zusammenkommen und im Dienste Jehovas tätig sind, so wird uns dies nicht widerfahren. Statt dessen müssen wir fortfahren, unser Leben im Gleichgewicht zu halten, indem wir den Interessen Jehovas den ersten Platz einräumen und uns das Königreich unaufhörlich zum Ziele setzen.

      16. Warum kann ein Christ Widerstand erwarten, doch was muß er tun?

      16 Eine Eigenschaft, die eng mit Geduld verknüpft ist, ist das Ausharren, nämlich die entschiedene Stellungnahme für die Wahrheit, ohne unter Leiden oder Verfolgung nachzugeben. Jesus zeigte warnend an, daß man der Wahrheit starken Widerstand entgegenbringen werde, wenn er sagte: „Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so hätte die Welt das Ihrige lieb. Weil ihr aber kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt. Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch sagte: Ein Sklave ist nicht größer als sein Meister. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ (Joh. 15:19, 20, NW) Ein tätiger Christ muß damit rechnen, daß seinem Dienst Widerstand entgegengebracht wird, doch muß er trotzdem treu ausharren, denn jetzt auszuharren wird künftiges Leben in der neuen Welt bedeuten. Niemand kann auf der Rennbahn des Lebens nur die Hälfte der Strecke laufen und dabei erwarten, den Preis zu gewinnen; er muß die ganze Strecke laufen. Paulus hob dies in Hebräer 10:36 (NW) durch die Worte hervor: „Ihr bedürft des Ausharrens, damit euch, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Erfüllung der Verheißung zuteil werde.“ „Da wir nun eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns ebenfalls alles Beschwerende sowie die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und laßt uns in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren laufen.“ (Heb. 12:1, NW) Strauchelt niemals, weil es euch an Glauben gebricht, sondern schreitet unverdrossen bis zum Ende weiter, denn nur so ist der Christ imstande, diesen Wettlauf des Ausharrens mit Jehovas Hilfe zu vollenden.

      17. Welcher Verfolgung begegnen einige wegen der Wahrheit, doch was bewirkt sie?

      17 In vergangenen Jahren und bis heute haben viele Brüder trotz schwerer Verfolgung treulich durchgehalten. Zwei Brüder befinden sich heute sogar angeblich wegen „gegenrevolutionärer Tätigkeit“ in einem gewissen Lande im Gefängnis, einfach nur darum, weil sie ihren Predigtdienst fortsetzten und den Menschen guten Willens die Königreichshoffnung zur Kenntnis brachten. In einem anderen Lande hat ein Bruder, der in der christlichen Tätigkeit der Zeugen Jehovas viele Jahre die Führung innehatte, wegen der Wahrheit vieles ertragen. Er wurde unter dem einen Regime eingesperrt und erfreute sich dann eine Zeitlang der Freiheit und förderte während dieser Zeit den Dienst kraftvoll. Er ist nun von jemand, dem er vertraute, verraten und darauf von neuem eingesperrt worden. Doch selbst durch die Androhung der Todesstrafe lassen sich solch treue Christen nicht von ihrer Anbetung Jehovas abbringen. Folgende Worte des Apostels Paulus gereichen zur kraftvollen Ermunterung: „Wir frohlocken, während wir uns in Drangsalen befinden, da wir wissen, daß Drangsal Ausharren bewirkt, Ausharren dagegen einen Zustand der Anerkennung, der Zustand der Anerkennung dagegen Hoffnung, die Hoffnung aber führt nicht zur Enttäuschung, weil die Liebe Gottes durch den heiligen Geist, der uns gegeben wurde, in unsere Herzen ausgegossen worden ist.“ (Röm. 5:3-5; Jak. 1:2, 3, NW) Auf dem ganzen Erdenrund haben die Brüder vieles ertragen, sei es nun, daß sie Überfluß hatten, oder, daß sie Mangel litten, ob unter Verfolgung oder in Friedenszeiten. Ob sie nun in guten oder schweren Zeiten leben, wissen sie doch, daß ihnen ihre Freude, ihr Glück, aus der eifrigen Tätigkeit im Königreichsdienste erwächst. — Phil. 4:11-13.

      18. Wie sollten wir der Erkenntnis der Wahrheit gemäß, die wir besitzen, handeln?

      18 Sie möchten ihre Königreichstalente nicht dadurch begraben, daß sie sich weigern, der Erkenntnis der Wahrheit gemäß zu handeln, die ihnen zuteil geworden ist. Statt dessen arbeiten sie beständig mit der Wahrheit, indem sie dieselbe Hoffnung, deren sie sich erfreuen, in die Herzen anderer pflanzen und sie bewässern und hegen und pflegen. Jene, die der Herr in seinem Gleichnis erwähnte, kannten seinen Wunsch, daß sie mit ihren Talenten arbeiten sollten, um Mehrung zu erzielen, daß sie also das ihnen Anvertraute nicht durch Nichtgebrauch begraben durften. Ebenso verhält es sich heute: Wir wünschen, emsig in der Ernte weiterzuarbeiten, damit wir nicht unvorbereitet ertappt werden wie jene falschen Hirten, die sich in letzter Minute der Landwirtschaft zuwenden, um der Schande zu entgehen, in die sie geraten, weil sie viele Jahre für Lohn Unwahrheiten predigten. (Matth. 25:14-30; Sach. 13:4-6; Micha 3:11) Es ist Jehovas Dienern daran gelegen, zeigen zu können, daß sie im Weinberg tätig gewesen sind und sich auf Jehovas Weisung hin im Ackerfeld abgemüht und am Einsammlungswerk beteiligt haben. Heute, da die Ernte in vollem Gange ist, wollen sie ihre Arbeit nicht aufgeben, sondern wollen sie vielmehr geduldig fortsetzen, bis Jehova sagt, es sei genug. — Jes. 6:11; 2. Thess. 1:4, 5; 2. Pet. 1:6.

      19. Was wird uns davor bewahren, untätig oder unproduktiv zu werden, und weshalb sollten wir Geduld üben und ausharren?

      19 Auch du kannst an diesem Einsammlungswerk teilnehmen. Sofern du zu deinem Glauben Tugend, Erkenntnis und Ausharren hinzufügst, kann dich nichts an deiner produktiven Tätigkeit hindern, wenn du die erhaltene genaue Erkenntnis dabei gebrauchst. Wenn du viele Jahre lang geduldig die Neue-Welt-Interessen gefördert hast, so bewahre jetzt die Dienstvorrechte, die du hast, damit niemand dir die Krone des Lebens raube. (2. Pet. 1:5-8; Off. 3:10, 11) Wir können es uns leisten, geduldig zu sein, denn die Zeit arbeitet für uns. Für das System der alten Welt jedoch geht die Zeit nun zu Ende. Satan weiß, daß alles, was ihm noch übrigbleibt, ein Teil der Lebenszeit unserer Generation ist. So harre geduldig aus bis zum Ende, es gereicht dir zur Rettung. Setze deine Predigttätigkeit fort, bis Jehova sagt, daß die Ernte vollendet sei, und bis er das Ende der alten Welt in der Vernichtung von Harmagedon herbeiführt. Denke immer daran: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, dieser wird errettet werden.“ — Matth. 24:13; 2. Thess. 3:5.

  • Kennst du hundert Bibeltexte?
    Der Wachtturm 1961 | 15. Juni
    • Kennst du hundert Bibeltexte?

      ■ Hundert Bibeltexte zu kennen wäre für jeden christlichen Prediger der guten Botschaft ein Aktivvermögen. Ja für einige, wie zum Beispiel für die Eingeborenen von Neuguinea, ist es sozusagen dringend notwendig, einen solchen Schatz von Bibeltexten zur Verfügung zu haben. Wie erwerben sie sich ihn? In diesem Lande ist ein schöner Königreichssaal an ein Pionierheim angebaut worden, der in vorzüglicher Weise Raum bietet, um 100 bis 120 Eingeborene unterrichten zu können, die Abend für Abend ihre lärmigen Siedlungen verlassen, um hinzugehen und Bibelunterricht zu empfangen.

      ■ Es werden Schulklassen von zehn bis zwölf Studierenden organisiert, und ein reifer Zeuge übernimmt die Aufsicht. Die Unterweisung beginnt mit der Benutzung einfacher, illustrierter Predigten, die sauber auf Wandtafeln aufgezeichnet werden. Die Zeichnungen sind dabei eine große Hilfe, dem Sinn der Zuhörer den Gedanken zu vermitteln, da das gesprochene Wort oft falsch verstanden wird. Die Schrifttexte werden öfter wiederholt, und es ist erstaunlich, zu sehen, wie viele dieser einfachen Leute bis zu hundert Bibeltexte kennenlernen. Einige Stunden solch konzentrierten Studiums an jedem Abend haben bei einer Anzahl Eingeborener eine bemerkenswerte Reife bewirkt. Sieben wurden kürzlich getauft, und viele weitere fassen diesen Schritt ins Auge. Vier sind bereits in den Ferienpionierdienst eingetreten. — 1961 Yearbook of Jehovah’s Witnesses

  • Kommunisten vermögen Jehovas Zeugen nicht zu bekehren
    Der Wachtturm 1961 | 15. Juni
    • Kommunisten vermögen Jehovas Zeugen nicht zu bekehren

      ◆ „Jehovas Zeugen, eine Sekte, die in Osteuropa seit langem Anhänger gehabt hatte und in einigen Teilen mit angesiedelten Vertriebenen gut bekannt war, haben das volle Gewicht der kommunistischen Opposition zu spüren bekommen. Die Zeugen waren früher auch die Zielscheibe der nazistischen Feindseligkeiten und kamen zu Hunderten in Dachau und anderen Konzentrationslagern ums Leben. Im Laufe des Jahres 1950 verboten die Kommunisten die Sekte in Ostdeutschland mit der Begründung, sie sei ein Zweig des amerikanischen ‚Spionagenetzes‘, wiewohl man ihr in Polen eine besonders günstige Behandlung gewährt hatte. Man glaubt, daß um das Jahresende nahezu achthundert Zeugen im Gefängnis und in Arbeitslagern Strafen abbüßten und daß dreizehn ihrer hauptsächlichen Befürworter lebenslängliche Strafen erhalten haben.

      ◆ Jehovas Zeugen glauben auf Grund von Folgerungen aus der Heiligen Schrift, daß das Ende der Welt sich eilends nähere, und befassen sich daher mit Prophezeiungen bezüglich des Untergangs unserer Welt, der ihr wegen ihrer Sünde und Hinfälligkeit drohe. Auch der Kommunismus glaubt an Prophezeiungen … Jehovas Zeugen aber, die vertrauensvoll glauben, daß das Wort Gottes für sie am Dasein erhalten worden sei, sind unverbesserlich. Weder ‚Patrioten‘ noch ‚Demokraten‘ sind je aus ihren Reihen gemeldet worden.“ — Religion Behind the Iron Curtain (Religion hinter dem eisernen Vorhang), Shuster.

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