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Gott bringt das Denken seines Volkes zurechtDer Wachtturm 1972 | 15. November
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Elimelechs Erbteil zu kaufen. Aber durch sein Gesetz wies er auf den Weg hin, den Ruth, Noomi und Boas einschlagen sollten, und aus Liebe zu Gott handelten sie gemäß seinem Gesetz. Daher konnte er einen Bericht über diese Folge der Ereignisse aufzeichnen lassen, die ein Bild späterer Dinge sein sollten, wie es in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Mai 1972 erklärt wird. — Ruth, Kap. 1, 4.
Es verhilft uns zu einem völligeren Verständnis, wenn wir daran denken, daß es die Menschen in alter Zeit wirklich gegeben hat, daß sie ihr tägliches Leben mit ihrer Familie und mit ihren Mitmenschen lebten, Hoffnungen und Wünsche hatten, wie wir sie heute haben, dieselben allgemeinen Probleme hinsichtlich der Sünde, die in ihren Gliedern wirkte, kannten und daß viele von ihnen in Treue einen vortrefflichen Kampf führten, um Gott zu dienen. Gott sprach zu ihnen durch seine Propheten und durch seine Gesetze und unternahm ihnen gegenüber Schritte, um Gerechtigkeit zu belohnen und Böses zu bestrafen.
Ebenso geschehen heute ähnliche Dinge in Verbindung mit denen, die Gott dienen. Jehova ändert sich nicht von Zeit zu Zeit, so daß seine Grundsätze und Gerichte unterschiedlich wären. (Mal. 3:6) Wir können daher das, was mit dem alten Israel und den umliegenden Nationen geschah, lesen und wissen, daß diese Dinge ebenso wirklich waren wie unsere heutige Situation und daß Gott uns gegenüber gemäß denselben Grundsätzen handeln wird, und zwar ebenso gewiß, wie er es damals tat. Wenn wir aus dem Bericht darüber, wie Gott mit seinem Volk in der Vergangenheit verfuhr, Nutzen ziehen, wird unsere Ansicht zurechtgebracht. Aber manchmal mag es natürlich Punkte geben, die wir schwer verstehen können.
GLAUBE UND GEDULD ERFORDERLICH
Wenn Fragen auftauchen, ist es gut, mit den Verantwortlichen in der Versammlung zu sprechen, die in geistiger Hinsicht „ältere Männer“ sind und die ein Verständnis haben. (Apg. 20:28; 1. Petr. 5:1-4) Sind wir, wenn wir auch dann nicht alles völlig verstehen, bereit, mit Gottes Versammlung weiterzugehen und uns der Führung Jehovas zu unterstellen, wobei wir die Gewißheit haben, daß er uns zu seiner Zeit die Erleuchtung schenken wird?
Würden wir einen Freund verlassen, wenn er etwas sagt oder tut, was wir nicht völlig verstehen? Wieviel mehr sollten wir Vertrauen zu Gott und zu seiner Versammlung ausüben! „Wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“, heißt es in der Heiligen Schrift. (Hebr. 11:6) Wir, die wir zu einer Erkenntnis der Wahrheit gekommen sind, wissen, daß das Königreich Jesu Christi und sein Sühnopfer für die Sünden als einzige Hoffnung für die Menschheit gepredigt werden müssen. Wer verrichtet dieses Predigtwerk? Wen segnet Gott auf der ganzen Erde mit Frieden und geistiger Wohlfahrt? Was geschieht mit Personen, die das Werk und die Organisation des Volkes Gottes heute bekämpfen? Sie versuchen niederzureißen, aber wen stärken sie? Wohin werden wir uns wenden, um Leben zu erlangen, wenn wir zulassen, daß wir durch eine Ursache des Strauchelns für immer zu Fall kommen und uns von Gott und seinem Volk abwenden?
Als gewisse Personen Einwendungen gegen einige Aussprüche Jesu machten, die sie nicht verstehen konnten, stellte Jesus seinen eng mit ihm verbundenen Jüngern die Frage: „Veranlaßt euch dies zum Straucheln?“ Dann sagte er zu seinen Aposteln: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“, und Simon Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist.“ — Joh. 6:61, 67-69.
Die Bibel gibt den Rat, Geduld zu üben. (Jak. 5:9-11) Sind wir es nicht vor allem unseren größten Freunden, Jehova Gott und Jesus Christus, schuldig, Geduld zu üben, bis sie die Gründe für ihre Handlungen offenbaren? Wie töricht wären wir doch, wenn wir unser Wissen und unser Urteilsvermögen mit ihnen vergleichen wollten! Jehovas Prophet sagte: „Wer hat den Geist Jehovas ermessen und wer kann ihn als sein Mann des Rates irgend etwas erkennen lassen?“ — Jes. 40:13.
Und können wir, was die Christenversammlung betrifft, die ja aus unvollkommenen Menschen besteht, nicht ebenfalls geduldig sein, da sie der Führung Gottes folgt? Bestimmt sind wir glücklich und dankbar, wenn man mit uns geduldig ist. Wir tun gut daran, Gottes Geduld nachzuahmen, denn durch Christus wird er die Versammlung flecken- und makellos bewahren. — 2. Petr. 3:15; Eph. 5:25-27; Offb. 19:7, 8.
Tatsächlich findet man nur dann Glück und Leben, wenn man der Führung Jehovas folgt Mögen wir jetzt, an der Schwelle seiner gerechten neuen Ordnung, zeigen, daß wir bereit sind, unser Denken von Jehova zurechtbringen zu lassen. Wenn wir das tun, werden wir einander stärken, um dem Teufel zu widerstehen, „damit wir nicht vom Satan überlistet werden, denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt“. — 2. Kor. 2:11; Eph. 6:11.
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Wirst du leicht zum Straucheln gebracht?Der Wachtturm 1972 | 15. November
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Wirst du leicht zum Straucheln gebracht?
JESUS CHRISTUS sagte: „Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh. 8:31, 32) Ehe jemand ein wahrer Jünger Jesu Christi wird, indem er Glauben an das Loskaufsopfer ausübt und Christi Nachfolger wird, ist er ein Sklave der Sünde und des Todes. Er muß eine Änderung vornehmen. — Joh. 8:34.
Der Apostel Paulus ermahnte die Christen in Ephesus (Kleinasien): „Ihr [sollt] die alte Persönlichkeit ablegen ..., die eurem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden verdorben wird.“ (Eph 4:22) Ja, die alte Persönlichkeit wies verkehrte Wünsche auf, die entfernt werden mußten.
Dementsprechend muß jemand, der sich an Gott um Hilfe wendet, bereit sein, hart zu arbeiten, um seinen Sinn neuzugestalten. (Röm. 12:2) Er kommt zu der Erkenntnis: „‚Was das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört hat noch im Herzen eines Menschen aufgekommen ist, die Dinge, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.‘ Denn uns hat Gott sie durch seinen Geist geoffenbart.“ Wir sollten unser Denken diesen uns neuen Offenbarungen anpassen. — 1. Kor. 2:9, 10.
Wenn du leicht strauchelst, weil du eine Erklärung der Heiligen Schrift oder eine organisatorische Angelegenheit oder Verfahrensweise, die durch die Klasse des ‘treuen und verständigen Sklaven’ mitgeteilt wird, nicht richtig verstehst, so denke an deine Stellung vor Gott. Denke wie folgt: „Habe ich mich selbst richtig orientiert? Habe ich meinen Sinn nach und nach umgestaltet? Werde ich jetzt damit aufhören?“ — Matth. 24:45-47.
Prüfe auch dein Herz. Frage dich: „Gibt es irgendeinen Wunsch, eine Neigung, irgendeine Art der Selbstsucht, die mich daran hindert, den Gedanken zu erkennen oder zu akzeptieren? Suche ich in allem die Wahrheit, oder möchte ich, daß die Dinge in gewissen Beziehungen meiner Denkweise entsprechen?“
DEMUT UND ÜBERLEGUNG
Demut ist für den Christen unbedingt nötig, damit er bis zum Ende ausharren kann. Erprobungen, die durch Verfolgungen kommen, sind oft nicht so schwer wie der Kampf
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