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Auf das Ende alles Bösen geduldig wartenDer Wachtturm 1971 | 15. März
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Auch die Freude ist eine große Hilfe. „Die Freude an Jehova ist eure Stärke.“ Freude gibt Kraft. Jesus Christus gewann durch die Freude die Kraft, zu warten und auszuharren. Und wie die Hoffnung auf Glauben beruht, so beruht die Freude auf Dankbarkeit und Wertschätzung. Wenn du Gottes Güte, seine Segnungen, die Gemeinschaft mit deinen Mitchristen und das Vorrecht, mit anderen über Gottes Wort zu sprechen, so schätzt wie Jesus, dann wirst auch du freudig und geduldig warten können. — Neh. 8:10; Hebr. 12:2.
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Geduldig sein im Umgang mit anderenDer Wachtturm 1971 | 15. März
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Geduldig sein im Umgang mit anderen
AUCH auf anderen Gebieten sollte man warten können. Im täglichen Leben gibt es viele Situationen, in denen es gut ist, warten zu können. So mögen zum Beispiel zwei junge Menschen verlobt sein, und einer von beiden möchte möglichst schnell heiraten. Vernünftiger wäre es aber, nicht übereilt zu handeln. Die Verlobungszeit ermöglicht es beiden, sich besser kennenzulernen und sich gegenseitig anzupassen. Nicht umsonst heißt es „Heirat in Eile bereut man mit Weile“.
Oder angenommen, jemand arbeitet unermüdlich in der Hoffnung, in eine höhere Stelle aufzurücken. Wäre es aber nicht besser, er würde, statt ungeduldig zu werden, einfach jede Gelegenheit ausnutzen, um zu beweisen, was er kann, und um noch geschickter zu werden? Oftmals ist es so, daß plötzlich eine Änderung zum Besseren eintritt, wenn man sich mit dem Platz zufrieden gibt, den man hat, und sich nicht weiter Sorgen macht und grämt.
Auch im Familienleben ist es gut, Geduld üben und warten zu können. Geschäftliche Angelegenheiten, der Feierabendverkehr oder sonst irgendwelche unvermeidliche Umstände mögen den Mann daran gehindert haben pünktlich nach Hause zu kommen. Wieviel besser wäre es doch, seine Frau würde ihm dies zugute halten, statt ungeduldig zu werden und sich zu ärgern!
Umgekehrt mag die Frau etwas langsam sein, so daß der Mann warten und sich gedulden lernen muß. Sich aufzuregen hilft nichts. Er kann ihr aber vielleicht helfen, die Arbeit besser zu organisieren, um pünktlicher zu werden. Geht aber einmal nicht alles nach Programm, dann wäre es besser, der Mann würde, statt sich aufzuregen und ungeduldig zu werden, den Rat des Apostels Petrus befolgen und ‘mit seiner Frau gemäß Erkenntnis verfahren und ihr als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennen’. — 1. Petr. 3:7.
Oder angenommen, du mußt mit einem Mitchristen zusammen arbeiten, der eine Schwäche an sich hat, die dich ärgert, deren er sich aber gar nicht bewußt ist. Oder er mag dir immer wieder Unrecht tun, so daß du ihm ständig — gewissermaßen „siebenundsiebzigmal“ — vergeben mußt. Auch in einem solchen Fall ist es gut, warten und Geduld üben zu lernen. Der Betreffende mag nicht so schnell Fortschritte machen, wie du es gern sähest, doch im Laufe der Jahre mögen immerhin gewisse Fortschritte zu beobachten sein. Auch in dieser Hinsicht gibt uns Gottes Wort weisen Rat, denn es empfiehlt uns, ‘mit Langmut einander in Liebe zu ertragen’. — Matth. 18:21, 22; Eph. 4:2, 3.
Geduld üben und warten zu lernen ist bestimmt weise. Es wirkt sich für uns und unsere Mitmenschen vorteilhaft aus. Jehova Gott hat die Gesetze geschaffen, die das Universum beherrschen, und er hat für die Verwirklichung seines Vorhabens eine bestimmte Zeit festgesetzt. Wir können ihn nicht dazu bewegen, die Tage, die Jahreszeiten und die Jahre schneller ablaufen zu lassen; ebensowenig ändert er seinen Zeitplan nach unseren Wünschen ab. Glaube, Hoffnung, Freude und Wertschätzung werden uns helfen, warten und Geduld üben zu lernen.
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