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Den Frieden gepriesen, aber den Krieg verherrlichtErwachet! 1985 | 22. Dezember
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Den Frieden gepriesen, aber den Krieg verherrlicht
Was sind die Folgen?
ES WAR im Dezember des Jahres 1914. In Europa wütete der Erste Weltkrieg. Nur vom Niemandsland getrennt, lagen sich die Truppen in den Schützengräben gegenüber. Doch dann, am 25. Dezember, dem ersten Weihnachtstag, geschah etwas Merkwürdiges.
Das Buch The War in the Trenches (Der Stellungskrieg) enthält eine Fotografie, auf der feindliche Soldaten freundschaftlich beisammen sind. Unter dem Bild ist zu lesen: „Britische und deutsche Truppen verbrüdern sich zu Weihnachten des Jahres 1914“. Der Autor, Alan Lloyd, bemerkte, daß die Truppen „sich tatsächlich im Niemandsland trafen, um Andenken auszutauschen.
‚Es glich einer Pause zwischen den Runden eines Boxkampfes‘, berichtete jemand, der dabei war. ... ‚Alle redeten, lachten und versuchten, ein Andenken zu bekommen.‘“
Warum hatte man diese Kampfpause eingelegt? Weil den britischen und den deutschen Soldaten von klein auf beigebracht worden war, daß Christus, der Fürst des Friedens, am 25. Dezember geboren worden sei. Und hatten nicht auch Engel bei seiner Geburt gesungen: „Frieden auf Erden unter Menschen guten Willens.“ (Lukas 2:14)? Gewiß hielten es die angeblichen Nachfolger Christi damals für unpassend, sich zu einer Zeit wie dieser gegenseitig umzubringen.
Allerdings war dieser weihnachtliche Frieden nicht allen recht. „Als an der Westfront ein zweites Weihnachtsfest gefeiert wurde“, erklärte A. Lloyd, „kam es zu weiteren Verbrüderungen im Niemandsland, obwohl ein solches Verhalten laut Befehl verboten war. Wenigstens zwei Offiziere, die sich daran beteiligten, kamen vor das Kriegsgericht.“
Der Standpunkt der Kirchen
Wie dachten die Kirchen darüber, daß ihre Mitglieder gegen Glaubensbrüder in anderen Ländern kämpften? Nun, zur Weihnachtszeit echoten die Geistlichen die Friedensbotschaft, die die Engel bei der Geburt Jesu verkündet hatten, und priesen Christus als den Fürsten des Friedens (Jesaja 9:6). Allerdings erhoben sie keinen Einspruch, als Mitglieder ihrer Kirche Gläubige der gleichen Kirche auf der anderen Seite der Front töteten — weder zu Weihnachten noch an irgendeinem anderen Tag des Jahres.
Der Kirchenhistoriker Roland H. Bainton berichtet über die Situation, die bestand, als die Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg eintraten: „Zu keiner anderen Zeit waren die amerikanischen Geistlichen aller Bekenntnisse sich so einig und stimmten alle so mit den Absichten der Regierung überein. Es handelte sich dabei um einen heiligen Krieg. Jesus trug die Uniform und wurde mit dem Gewehr im Anschlag dargestellt. Die Deutschen waren Hunnen. Sie zu töten bedeutete, die Erde von Ungeheuern zu befreien“ (Christian Attitudes Toward War and Peace, Seite 209, 210).
Ja, die Kirchen legten Lippenbekenntnisse zum Frieden ab. Doch gleichzeitig verwandelten sich die Kanzeln in nationale Rekrutierungsstellen. Der britische Brigadegeneral Frank P. Crozier kommentierte die Lage im Ersten Weltkrieg wie folgt: „Die christlichen Kirchen verstehen es ausgezeichnet, die Mordlust zu wecken, und wir haben sie fleißig dazu benutzt.“
Der protestantische Geistliche Harry Emerson Fosdick bekannte, daß die Kirchen sich in der Tat heuchlerisch verhielten. Er gab zu: „Die Geschichte der Westmächte weiß über viele Kriege zu berichten. Wir haben Männer für den Krieg erzogen und für den Krieg ausgebildet; wir haben den Krieg verherrlicht; wir haben Krieger als Helden verehrt und selbst unsere Kirchen mit Feldzeichen geschmückt ... Mit dem einen Mundwinkel haben wir den Fürsten des Friedens gepriesen, und mit dem anderen haben wir den Krieg verherrlicht.“
Im Zweiten Weltkrieg war es nicht anders. Lies bitte den auf dieser Seite abgedruckten Artikel aus der New York Times, der im ersten Monat nach Ausbruch des Krieges erschien. Darin wird bekräftigt, was Friedrich Heer, katholischer Professor für Geschichte an der Universität Wien, später in seinem Buch Gottes erste Liebe anerkannte:
„In der harten Realität deutscher Wirklichkeit rückten Kreuz und Hakenkreuz immer enger zusammen, bis das Hakenkreuz von den Türmen der deutschen Dome seine Siegesbotschaft verkündete, Hakenkreuzfahnen sich eng um die Altäre scharten, katholische und evangelische Theologen, Pfarrer, Kirchenmänner, Staatsmänner den Bund mit Hitler begrüßten“ (Seite 332, 333).
Die Folgen
Da die Kirchen die jeweiligen Staaten in ihren Kriegen ganzherzig unterstützt haben, wird das Christentum in vielen nichtchristlichen Ländern von Millionen als kriegshetzerisch betrachtet, und sie wollen nichts damit zu tun haben. Ihre Ansicht liegt nicht nur in der kirchlichen Unterstützung von Kriegen in der Vergangenheit begründet, sondern auch in der gegenwärtigen Einstellung der Kirchen zum Krieg. Die Zeitschrift The Christian Century berichtete:
„Durch eine Umfrage, bei der man über einen Zeitraum von 20 Jahren die Einstellung zum Krieg erforschte, trat zutage, daß in den USA, in Kanada und in der Bundesrepublik Deutschland Christen den Krieg positiver beurteilen als Nichtchristen. ... Der Untersuchung zufolge neigen in den christlichen Kirchen dieser Länder diejenigen, die sich für strenggläubig halten, eher dazu, den Krieg zu billigen, als solche, die eine liberalere Haltung einnehmen“ (31. Dezember 1980, Seite 1289).
Wie hat sich der Standpunkt der Kirchen gegenüber dem Krieg nach deiner Meinung auf viele Bürger der sogenannt christlichen Staaten ausgewirkt? Reo M. Christenson, Professor für Politikwissenschaft, schrieb in der Zeitschrift The Christian Century: „Daß Christen auf der einen Seite den Glauben des barmherzigen Erlösers vertreten, auf der anderen Seite hingegen eifrig religiöse oder nationalistische Kriege unterstützen, ist großenteils daran schuld, daß der Glaube untergraben und der Zynismus gegenüber der Religion gefördert wurde, der seit Jahrhunderten unter denkenden Menschen herrscht“ (25. Mai 1983).
Dieser Zynismus gegenüber der Religion trifft gelegentlich bis ins Mark. Als sich zum Beispiel im letzten Jahr ein Marinesoldat weigerte, in den Libanon zu gehen, weil er Muslim war und nicht andere Muslime töten wollte, machte der Kolumnist Mike Royko einige vielsagende Bemerkungen. Er erklärte, daß der Marinesoldat „den Versuch unternahm, die alten Spielregeln und Traditionen der Kriegführung zunichte zu machen“, denn die Christen sind „nie zimperlich gewesen, wenn es darum ging, gegen andere Christen Krieg zu führen“. Er fügte hinzu: „Andernfalls wäre es zu den meisten der hitzigsten Schlachten in Europa niemals gekommen.“
Unter Hinweis auf geschichtliche Tatsachen fuhr M. Royko fort: „Deutschland ist dicht bevölkert mit Christen aller Glaubensrichtungen. Doch des öfteren haben sie das Bedürfnis, sich den Weg nach Frankreich, Polen und in andere christliche Länder freizuschießen. Frankreich schreckte zur napoleonischen Blütezeit nicht davor zurück, sich alle anderen Christen Europas zu unterwerfen.
Wenn sie durch etwas aufgehetzt wurden, dann war es ihr Glaube, wenn es auch zweifelhaft ist, ob Christus seine Botschaft so angewandt wissen wollte. ... Der Erste und der Zweite Weltkrieg, in denen Christen den Rekord aller Zeiten im gegenseitigen Töten aufstellten, wären nie geführt worden, wenn jeder so gedacht hätte wie jener Marinekorporal.“
„Eigentlich“, fügte M. Royko spöttisch hinzu, „hat es Vorteile, gegen Menschen Krieg zu führen, die den gleichen Glauben haben. Gerät man zum Beispiel in Gefangenschaft und stirbt dort, kann man sehr wohl damit rechnen, ein christliches Begräbnis zu erhalten, was immerhin ansehnlicher ist, als auf den Abfallhaufen geworfen zu werden. Und an den kirchlichen Festtagen sind die Wärter vielleicht in Feiertagsstimmung und geben einem einen Fußtritt weniger.“
Über den Sarkasmus dieses Kommentars besteht kein Zweifel. Läßt sich aber die ihm zugrunde liegende Wahrheit leugnen? Und findest du nicht auch, daß die Kirchen angesichts ihres heuchlerischen Anspruchs, Jesus Christus, den Fürsten des Friedens, zu vertreten, einen derartigen Spott verdienen?
„Nach den Lehren Christi läßt es sich in der Welt von heute nicht leben“, mögen Geistliche unter Protest erwidern. In dem zuvor erwähnten Artikel geht Professor Christenson jedoch auf einen Einwand wie diesen ein und schreibt: „Ich halte es nicht für verfehlt, das anzuwenden, was wir über Jesu Lehren und sein Beispiel in bezug auf Krieg wissen — insbesondere was den modernen Krieg betrifft.
Kann sich irgend jemand ernsthaft vorstellen, daß Jesus seinen Feinden Handgranaten entgegenschleudert, ein Maschinengewehr benutzt, einen Flammenwerfer bedient, Atombomben abwirft oder eine Interkontinentalrakete einsetzt, die Tausende von Müttern und Kindern töten oder zu Krüppeln machen würde? Die Frage ist so absurd, daß sich eine Antwort erübrigt. Wenn Jesus dies nicht tun und gleichzeitig seinem Wesen treu sein könnte, wie können wir es dann tun und uns ihm gegenüber als treu erweisen?“
Wer sich solchen Fragen aufrichtig stellt, versteht, warum der Redakteur des Fachgebiets Religion in der Zeitung Toronto Star über einen der letzten Weihnachtsabende schrieb: „Es ist eine Verhöhnung des Weihnachtsfestes, die Augen davor zu verschließen, daß das gegenwärtige völlig unsinnige nukleare Aufrüsten der USA und der Sowjetunion eine Blasphemie abscheulichster Art gegen Christus und die Menschlichkeit ist.“
Zur selben Zeit steht die Welt von heute zugegebenermaßen vor schier unlösbaren Problemen. Heißt das, daß wahrer Frieden auf der Erde niemals Wirklichkeit wird? Ist die Erfüllung der Ankündigung der Engel von „Frieden auf Erden“ wirklich nur ein Traum? Oder gibt es eine sichere Grundlage, zu glauben, daß Menschen aller Rassen und Nationalitäten in Frieden zusammen leben können, ohne jemals wieder die Schrecken des Krieges erleben zu müssen?
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Frieden auf Erden — Nur ein Traum?Erwachet! 1985 | 22. Dezember
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Frieden auf Erden — Nur ein Traum?
NACHDEM die Menschheit die Schrecken des Zweiten Weltkrieges überstanden hatte, sehnte man sich überall nach Frieden. „Das war unsere letzte Chance“, erklärte General Douglas MacArthur. „Wenn wir jetzt nicht irgendein größeres und gerechteres System ersinnen, steht Harmagedon vor der Tür.“
Im selben Jahr wurde die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet. „WIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN“, beteuert man in der Charta der Vereinten Nationen, sind „FEST ENTSCHLOSSEN, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren ... und ... unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren“.
Seither wurden die Vereinten Nationen von politischen wie auch von religiösen Führern gepriesen. Im Jahre 1961 sagte der ehemalige Präsident der USA, John F. Kennedy, daß sie „unsere letzte und beste Hoffnung in einem Zeitalter sind, in dem die Instrumente des Krieges weit mehr gediehen sind als die Instrumente des Friedens“ (Kursivschrift von uns). Und 1965 erklärte Papst Paul VI.: „Die Völker wenden sich zu den Vereinten Nationen als zu ihrer letzten Hoffnung auf Eintracht und Frieden.“
Doch es hat keinen Frieden gegeben. Statt dessen haben seitdem weltweit Millionen Menschen in militärischen Konflikten ihr Leben verloren, und man ist zunehmend von den Vereinten Nationen enttäuscht. Wohl haben die Vereinten Nationen das Jahr 1986 unlängst zum Internationalen Friedensjahr erklärt, doch überall zweifelt man daran, daß wahrer Frieden je Wirklichkeit werden kann.
Eine andere Hoffnung
Wie steht es aber um den „Frieden auf Erden“, den die Engel bei der Geburt Jesu ankündigten? (Lukas 2:14). „Der Frieden, von dem die Engel sangen“, schrieb Tom Harpur, Redakteur für Religion, „ist nicht lediglich eine innere Gemütsruhe, bei der man sich in den Armen Jesu in Sicherheit wiegt. ... Gemeint war der Frieden, der sich einstellt, wenn Gerechtigkeit herrscht, die Angst ausgemerzt worden ist und Krieg unmöglich ist.“
Vom menschlichen Standpunkt aus betrachtet, scheint solch ein wahrer Frieden unerreichbar zu sein. Doch in bezug auf denjenigen, bei dessen Geburt die Engel sangen, verheißt die Bibel: „In seinen Tagen wird der Gerechte sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist. Und er wird Untertanen haben von Meer zu Meer und von dem STROM bis zu den Enden der Erde“ (Psalm 72:7, 8).
Hier wird nichts anderes als eine weltweite Herrschaft unter dem Sohn Gottes, Jesus Christus, vorhergesagt. Daß sie zustande kommt, steht fest, denn der Engel gab Maria hinsichtlich ihres Kindes, Jesus, die Zusicherung: „Er wird für immer als König ... regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Lukas 1:32, 33).
Man fragt sich vielleicht, wie das in Erfüllung gehen soll, da doch Christen nicht davor zurückschrecken, in den Krieg zu ziehen und sich gegenseitig zu töten. Auf welcher Grundlage können wir glauben, daß solch ein wahrer Frieden wirklich möglich ist?
„Christen“, die keine Christen sind
Zunächst ist es wichtig, zu klären, was unter dem Christentum zu verstehen ist und was nicht. Jesus selbst erklärte, daß jemand nicht schon deshalb ein Christ ist, weil er das von sich behauptet. Er sprach sogar die Warnung aus: „Nehmt euch vor den falschen Propheten in acht, die in Schafskleidern zu euch kommen.“ Auch versicherte er: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht ... in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 7:15, 21-23).
Jesus stellte die Regel auf: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7:16). Das ist in der Tat eine einfache Regel oder Wahrheit. Steve Whysall, Redaktionsmitglied der Vancouver Sun, machte darauf aufmerksam, indem er erklärte: „Oft hört man die Leute über dieses oder jenes reden, was im Namen des Christentums geschehen sei, und darüber, wie schrecklich es sei, so etwas zu tun. Nun gut, es war schrecklich. ... Aber wer hat denn je gesagt, diejenigen, die so etwas Schreckliches getan hätten, seien Christen?
Oh, Sie meinen, die etablierten Kirchen würden das sagen. Nun, wer hat denn je gesagt, die etablierten Kirchen seien christlich?
Der Papst hat Mussolini gesegnet, und es gibt Beweise dafür, daß andere Päpste in der Vergangenheit hinterhältig gehandelt haben. Wer behauptet also, sie seien Christen gewesen?
Sie meinen, weil jemand Papst ist, müsse er auch ein Christ sein? Nur weil jemand sagt: ‚Ich bin ein Christ‘, muß das nicht heißen, daß er auch einer ist — ebenso wie ein Mann, der behauptet, ein Mechaniker zu sein, nicht unbedingt ein Mechaniker sein muß. ...
Es ist erstaunlich, wie viele Menschen denken, die Kämpfe in Nordirland seien gewissermaßen ein heiliger Krieg. Das ist eine Lüge.
Kein Christ kann gegen einen anderen Christen Krieg führen. Das wäre so, als kämpfte ein Mensch gegen sich selbst. Wahre Christen sind Brüder und Schwestern in Jesus Christus. ... Sie würden einander niemals, ja niemals absichtlich Schaden zufügen.“
Die Bibel drückt sich in dieser Sache sehr klar aus und sagt: „Hieran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, stammt nicht von Gott noch der, der seinen Bruder nicht liebt. Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollten, nicht wie Kain, der aus dem stammte, der böse ist, und seinen Bruder hinschlachtete“ (1. Johannes 3:10-12).
Verständlicherweise bieten die Kirchen keine Grundlage, zu glauben, sie könnten weltweit Frieden herbeiführen. Was offenbart ihr Leumundszeugnis? Es offenbart, daß ihre Mitglieder in den zwei größten Kriegen der Welt die hauptsächlichen Kämpfer waren; sie schlachteten sich nicht nur gegenseitig hin, sondern töteten auch unschuldige Frauen und Kinder.
Nun, gibt es denn irgendeine Grundlage für die Hoffnung, daß ein dauerhafter Frieden Wirklichkeit werden kann?
Den Krieg unmöglich machen
Jesus erklärte, woran seine wahren Nachfolger zu erkennen seien. Sie seien die „Friedsamen“, sagte er (Matthäus 5:9). Er nannte auch folgendes kennzeichnende Merkmal: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ Darüber hinaus kennzeichnete Jesus seine Jünger wie folgt: „Sie sind kein Teil der Welt, so wie ich kein Teil der Welt bin“ (Johannes 13:35; 17:16).
Ist es angesichts dieser Lehren denkbar, daß sich die ersten Nachfolger Jesu an den Kriegen zwischen den Völkern beteiligt hätten? Diese Frage behandelte Professor Reo M. Christenson in der Zeitschrift The Christian Century und erklärte: „Die ersten Christen dienten nicht im Heer. Roland Bainton schrieb, daß ‚vom Ende der neutestamentlichen Zeit an bis in die Dekade von 170—180 n. Chr. überhaupt nichts darauf schließen läßt, daß Christen im Heer dienten‘. ... Nur allmählich gaben Christen ihren Widerstand gegen den Militärdienst auf.“
Somit kam es damals nicht vor, daß ein Christ gegen einen Mitchristen in den Krieg zog. Ganz gleich, was der Herrscher eines Reiches befahl, Christi Nachfolger machten sich nicht zu Kindern des Teufels, indem sie ihre geistigen Brüder hinschlachteten. Sie gehorchten Gott mehr als Menschen (Apostelgeschichte 5:29). Würden also auf der ganzen Erde nur wahre Christen leben, wäre Krieg unmöglich.
Erfreulicherweise wird in der Bibel eine solche Situation tatsächlich vorhergesagt. Es heißt dort: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen“ (Jesaja 2:4, Elberfelder Bibel). Diese Worte sind in eine Steinwand gegenüber dem Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York eingemeißelt worden. Aber die Mitglieder der UNO haben sie offensichtlich nicht in die Tat umgesetzt. Doch die ersten Christen hatten es getan.
Der bekannte Kirchenhistoriker C. J. Cadoux erklärte: „Die ersten Christen nahmen Jesus beim Wort ... Sie brachten ihre Religion in enge Beziehung zum Frieden; sie verurteilten nachdrücklich den Krieg wegen des Blutvergießens, das er mit sich bringt; sie wandten die Prophezeiung aus dem Alten Testament auf sich an, die besagt, daß die Kriegswaffen in Ackerbaugeräte umgewandelt würden“ (Jesaja 2:4).
Frieden auf Erden bleibt daher kein Wunschtraum. Das Festhalten an den Lehren Christi machte Krieg unter seinen ersten Nachfolgern unmöglich. Somit war die Grundlage für den Glauben gelegt, daß weltweiter Frieden schließlich herbeigeführt werden kann. Gibt es heute eine vergleichbare Grundlage für den Glauben, daß Frieden auf Erden möglich ist?
Die Grundlage für eine Hoffnung in unserer Zeit
In der Encyclopedia Canadiana wird bemerkt: „Das Werk der Zeugen Jehovas ist eine Neubelebung und Wiederherstellung des von Jesus und seinen Nachfolgern im ersten und zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung praktizierten Glaubens. ... Alle sind Brüder.“
Ist das wirklich wahr? Hielten sich Jehovas Zeugen an die Lehren Christi, ‘einander zu lieben’ und ‘friedsam’ zu sein, als die Nationen in den Zweiten Weltkrieg hineingezogen wurden? (Johannes 13:34; Matthäus 5:9).
Ja, sie verhielten sich so. In dem Buch The Nazi Persecution of the Churches 1933-45 (Die Verfolgung der Kirchen zur Nazizeit, 1933 bis 1945) von J. S. Conway wird erklärt: „[Jehovas Zeugen] beriefen sich auf biblische Gebote und weigerten sich deshalb, eine Waffe in die Hand zu nehmen.“ In einer Gegenüberstellung ihres Festhaltens an den Anweisungen Christi mit der Handlungsweise anderer wurde in der katholischen Zeitschrift St. Anthony Messenger bemerkt: „Jehovas Zeugen stehen außerhalb des ‚Establishments‘ und fühlen sich nicht verpflichtet, die Unternehmungen der weltlichen Regierung zu segnen. Tausende rechtschaffene Personen finden, daß diese Zurückhaltung gegenüber politischen und wirtschaftlichen Interessen dem Geist des Neuen Testaments näherkommt als die gegenwärtigen manchmal recht bequemen Vereinbarungen zwischen Kirche und Staat.“
Wo Jehovas Zeugen auch leben, sie setzen ihre Hoffnung im Hinblick auf Frieden nicht auf die Vereinten Nationen oder auf irgendwelche menschliche Friedensbestrebungen, sondern auf die Herrschaft Jesu Christi, des Friedefürsten. Was wäre, wenn jeder das tun würde? Man stelle sich nur vor, was geschähe, wenn sich jeder an die Lehren Christi hielte, ‘einander zu lieben’ und ‘friedsam’ zu sein!
Bald wahrer Frieden auf Erden!
Zur Weihnachtszeit sind oft die Worte „Frieden auf Erden“ zu hören, und man verbindet häufig damit die Vorstellung von einem Kind in einer Krippe. Ist das jedoch ein wahrheitsgetreues Bild von der Stellung Christi? Ganz und gar nicht! Christus ist heute mehr als ein Fürst im Säuglingsalter — ihm ist in Erfüllung einer alten biblischen Prophezeiung Herrschaft und Gewalt übertragen worden: „Die fürstliche Herrschaft wird auf seiner Schulter sein. Und sein Name wird genannt werden: ... Fürst des Friedens“ (Jesaja 9:6).
Als der von Gott ernannte Weltherrscher wird Christus der Erde Frieden bringen. Das wird allerdings nicht so geschehen, wie viele es vielleicht erwarten. Schlage bitte deine Bibel auf, Offenbarung, Kapitel 19, und lies die Verse 11 bis 16. Es ist wichtig, das Bild von der dort beschriebenen Stellung Christi zu erfassen — das Bild eines mächtigen Herrschers als Anführer der Engelheere Gottes. Beachte, daß es in der Bibel heißt, daß Christus, der „Das Wort Gottes“ ist, ‘die Nationen mit eisernem Stab hüten’ und sie beseitigen wird, um den Weg für Gottes Friedensregierung zu ebnen.
So und nicht anders wird auf der Erde der Frieden Wirklichkeit werden. Er wird nicht durch die Vereinten Nationen oder durch irgendein anderes menschliches Friedensinstrument herbeigeführt werden. Er wird vielmehr durch Gottes Königreichsregierung geschaffen. Wir leben heute in der Zeit, in der sich folgende biblische Prophezeiung erfüllen wird: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst ... wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:44).
Angesichts der vorhergesagten göttlichen Vernichtung aller gegenwärtigen Regierungen und auch der sie unterstützenden Religionen ist es wichtig, die eigene Situation zu überprüfen. Wenn auch du den Krieg für sinnlos hältst und du gern auf der Erde leben möchtest, wenn universeller Frieden herrscht, dann setze dich mit Jehovas Zeugen in Verbindung. Sie werden sich freuen, dir zu helfen, mehr darüber zu erfahren, wie unter der Herrschaft des Königreiches Gottes bald der Frieden auf der Erde Wirklichkeit werden wird.
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