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  • Frieden — eine schwindende Hoffnung?
    Der Wachtturm 1980 | 1. März
    • Frieden — eine schwindende Hoffnung?

      FRIEDEN — von jeher hat dieses Wort eine magische Wirkung auf die Menschen ausgeübt. Doch wie selten waren die Jahre, in denen weltweit Frieden herrschte!

      Bis heute ist es keiner Nation der Erde gelungen, ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden und ihre Speere zu Winzermessern’ (Jes. 2:4). Das Wettrüsten hat enorme Summen verschlungen, mit denen die Lage der Nationen auf wirtschaftlichem Gebiet hätte verbessert werden können. Nach Abschluß des Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten, den US-Präsident Carter vermitteln half, waren die umfangreichen Waffenlieferungen, die beiden friedenswilligen Seiten versprochen wurden, bevorzugtes Thema der Nachrichtenmedien und der Cartoons.

      Nach Ansicht einiger Experten liegt der Grund, warum der Frieden bisher ein Irrlicht gewesen ist, darin, daß man sich unter Frieden im allgemeinen nur die Abwesenheit eines buchstäblichen Konfliktes vorstellt. In einem Artikel im Sunday Magazine (15. 10. 78) konnte man unter der Überschrift „Wer sind diese Friedensleute?“ folgenden Kommentar lesen:

      „Einige fragen sich, wo die Friedensbewegung heute ist. Man beachte zum Beispiel die Meinung von Rev. Dr. Homer A. Jack, Vorsitzender der Abrüstungskommission nichtstaatlicher Organisationen bei den Vereinten Nationen. ...

      ,In Wirklichkeit hat es seit 1964 oder 1965 keine Abrüstungsbewegung gegeben, ja überhaupt sehr wenig Abrüstungsbemühungen‘, sagte er. ... ,Der Vietnamkrieg war daran schuld, daß alles auseinanderging. Die Abrüstungsbewegung brach zusammen oder verlief im Sande.‘“

      „Andere“, hieß es in dem Artikel, „behaupten, eine wahre Friedensbewegung existiere heute nicht.“

      Eine andere Autorität, James H. Laue, Leiter des Zentrums für Großstadtstudien an der University of Missouri-St. Louis (USA), der für eine nationale Friedensakademie eintritt, sprach von der Notwendigkeit gemeinsamer, organisierter Bemühungen um Weltfrieden: „Was man sich unter Frieden vorstellt, ist zwar schön, aber vage ... Frieden hat in all den langen Jahren immer nur etwas Negatives bedeutet: die Abwesenheit von Spannungen und Konflikten.“

      Laue gab an, daß seit 1935 140 Gesetzentwürfe im US-Kongreß eingebracht worden sind, die die Schaffung einer Friedenseinrichtung oder -akademie betreffen, daß aber der Begriff Frieden immer zu vage gewesen ist, um eine solche Institution ins Leben zu rufen.

      Bis in unsere Zeit ist Frieden also ein unerreichbares Ziel gewesen. Ist der Grund hierfür darin zu sehen, daß „Frieden“ mehr bedeutet als das, was die herkömmliche Definition besagt? Wir wollen sehen.

  • Der Frieden, von dem die Welteinheit abhängt
    Der Wachtturm 1980 | 1. März
    • Der Frieden, von dem die Welteinheit abhängt

      DER Wunsch, den Krieg gänzlich abzuschaffen, ist sehr zu loben. Wenn er verwirklicht werden könnte, bedeutete dies tatsächlich eine große Erleichterung. Doch für wie lange? Unlängst haben Israel und Ägypten durch einen Vertrag ihre Beziehungen zueinander verbessert. Ist aber dadurch der Haß zwischen Israelis und Arabern verschwunden? Sitzen sie nicht vielmehr auf einem Pulverfaß? Sind ferner die tiefgehenden rassischen, religiösen und nationalistischen Gefühle in anderen Ländern — wie Irland, Libanon und Simbabwe-Rhodesien — ausgemerzt worden?

      Wenn man Friedensbemühungen beurteilt, sollte man sich ebenfalls fragen: Worin besteht die moralische Grundlage für den Frieden? Bei zwischenstaatlichen Verträgen sind gewöhnlich die beteiligten Länder bestrebt, sich so viele Vorteile wie möglich zu verschaffen. Oft geht es in Verträgen oder Vereinbarungen lediglich um „friedliche Koexistenz“, die nur eine unliebsame gegenseitige Duldung, aber keine wirkliche Freundschaft bedeutet. Gleichzeitig erweitern jedoch beide Nationen ihr Waffenarsenal, um sich vor anderen Ländern oder voreinander zu schützen. Und schließlich nehmen andere Staaten Anstoß an einem solchen Vertrag, weil sie glauben, das Bündnis sei gegen sie gerichtet, und daher eine Verschwörung oder einen wirklichen Angriff befürchten.

      Was fehlt somit bei solchen Friedensbemühungen? Folgendes: So ehrlich sich die Nationen auch bemühen mögen, Frieden zu schaffen, doch ohne die Bibel zu befragen, können sie nicht wissen, was der Wille Gottes in dieser Hinsicht ist und was er als die Grundlage für Frieden festgelegt hat. Da sie versäumt haben, dies herauszufinden, gelingt es ihnen nicht, mit Gott Frieden zu schließen. Folglich ist keine rechte Grundlage für Frieden vorhanden. Wenn sie nicht in Harmonie mit dem Souverän des Universums sind, wie können sie dann erwarten, seinem Willen nicht zuwiderzuhandeln? Wie können die Nationen hoffen, friedliche Verhältnisse herbeizuführen, wenn sie keinen Frieden mit dem Höchsten haben?

      GOTTES APPELL AN DIE HERRSCHER

      Vielleicht denken einige, ein Mensch oder eine Nation könne unmöglich Gott wohlgefallen oder Frieden mit ihm haben. Aber das stimmt nicht. Gott heißt jeden willkommen, der ein friedliches Verhältnis zu ihm wünscht (Apg. 17:26, 27). Er ermöglicht es ihm, zu erfahren, wie ein solcher Frieden erreicht werden kann. Sollte man nicht vernünftigerweise den Willen des Einen herauszufinden suchen, von dem die Bibel sagt, er sei der Herrscher im Königreich der Menschheit? (Dan. 4:25).

      Gott appelliert sogar an die Herrscher der Nationen: „Und nun, o Könige, handelt nach Einsicht; laßt euch zurechtweisen, o Richter der Erde. Dient Jehova mit Furcht, und frohlockt mit Zittern. Küßt den Sohn, daß Er nicht in Zorn gerate und ihr nicht umkommt von dem Wege“ (Ps. 2:10-12).

      Aus diesem Psalm und aus vielen anderen Bibelstellen können wir ersehen, daß die Nationen zuerst mit Gott Frieden schließen müssen, wenn sie Weltfrieden herbeiführen wollen. Das wichtigste Erfordernis für Frieden ist innige Harmonie mit dem Schöpfer und Souverän. Er allein weiß, was nötig ist, damit seine Geschöpfe glücklich und zufrieden leben können. Besonders heute wird dies deutlich, wenn man sieht, wie die Bemühungen des Menschen auf dem Gebiet der Ökologie oft aus Dummheit oder aus Habgier fehlschlagen. Mit einem bequemen Leben auf der Erde scheint es vorbei zu sein.

      Der im 2. Psalm zu findende Appell an die Könige und Richter der Erde räumt den Herrschern der Nationen die Gelegenheit ein, mit Gott und seinem Sohn Frieden zu schließen. Wie die Geschichte beweist, hat dies aber keine Nation als Ganzes getan, und die Prophezeiungen lassen erkennen, daß es auch keine Nation je tun wird (Ps. 2:2, 3; Offb. 16:13-16). Deshalb werden die Nationen nie mit Gott oder untereinander Frieden haben. Da sie einen solchen Standpunkt einnehmen, ‘wird die Welt vergehen und ebenso ihre Begierde’ (1. Joh. 2:17).

      MIT GOTT FRIEDEN SCHLIESSEN

      Ungeachtet der Handlungsweise der Nationen vermag Gott seinen Willen durchzusetzen und Frieden herbeizuführen. Aber er hat keinen erzwungenen Frieden verheißen. Einige sind der Ansicht, ein solcher Frieden sei die einzig realistische Hoffnung. Sie glauben, die Nationen würden sich so viele Atomwaffen zulegen, daß jede Nation davor zurückschrecke, einen Krieg zu beginnen, da sie sich darüber im klaren sei, daß es keinen Sieger gäbe, sondern nur Weltvernichtung die Folge wäre. Andere vertreten die Auffassung, eine „Super“regierung, eine Weltregierung oder zumindest eine Vereinigung nationaler Regierungen könne das ersehnte Ziel verwirklichen.

      Doch der Weltfrieden, für den Gott sorgen wird, sieht ganz anders aus. Gott läßt uns wissen, daß nur friedlichgesinnte Menschen — Menschen, die wirklich wahren Frieden wünschen — diese Zeit erleben werden. „Die Sanftmütigen selbst werden die Erde besitzen“, erklärt der Psalmist, „und sie werden in der Tat ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens“ (Ps. 37:11). Diese Verheißung wiederholte Jesus Christus in der Bergpredigt (Matth. 5:5). Er lehrte seine Nachfolger zu beten: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matth. 6:9, 10).

      Was für eine Regierung wird über diese friedliche Welt herrschen? Es wird keine sein, deren Hauptstadt sich auf der Erde befindet. Die Verwaltung wird im Himmel sein. Jesus bezeichnete diese Regierung als „das Königreich der Himmel“ (Matth. 4:17). Das ist die Regierung des Sohnes Gottes, der von einem Propheten Gottes „Fürst des Friedens“ genannt wird. Von seiner Herrschaft sagt der Prophet: „Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben auf dem Throne Davids und über sein Königreich, um es fest aufzurichten und es zu stützen durch Recht und durch Gerechtigkeit von nun an und auf unabsehbare Zeit“ (Jes. 9:6, 7).

      So, wie die Prophezeiung Jesajas für die Zeit der himmlischen Regierung Jesu Christi Frieden voraussagt, vergleicht der Psalmist David die Herrschaft Christi mit der Friedensherrschaft König Salomos, als dieser über das ganze Verheißene Land regierte, dessen Grenzen Gott festgelegt hatte. Der Psalmist beschreibt die Art Frieden, die Gott wünscht: „Er richte die Niedergedrückten des Volkes, er rette die Söhne des Armen, und er zermalme den Übervorteiler. ... In seinen Tagen wird der Gerechte sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist [d. h. unbegrenzt, für immer]. Und er wird Untertanen haben von Meer zu Meer. ... Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben. ... Gesegnet sei Jehova Gott, Israels Gott, der allein wunderbare Werke tut. Und gesegnet sei sein herrlicher Name auf unabsehbare Zeit, und seine Herrlichkeit fülle die ganze Erde“ (Ps. 72:4-19).

      Welche Schritte müssen unternommen werden, um mit Gott und infolgedessen auch mit anderen Frieden zu schließen? Könnte dies sogar in weltweitem Ausmaß geschehen, so daß wahrer Weltfrieden die Folge wäre? Diese Fragen, die von lebenswichtiger Bedeutung für uns alle sind, werden im nächsten Artikel behandelt.

      [Bild auf Seite 5]

      Gemäß der Bibel ist die Grundlage für Weltfrieden der Frieden mit Gott.

  • Wie Weltfrieden möglich ist
    Der Wachtturm 1980 | 1. März
    • Wie Weltfrieden möglich ist

      ALLEIN durch Abrüstungsbemühungen und Friedensverträge kann Weltfrieden nicht herbeigeführt werden, selbst dann nicht, wenn allen kalten und heißen Kriegen ein Ende gemacht würde. Sogar Befürworter des Friedens erklären heute, daß für Frieden eine Grundlage im Gemeinwesen und auch in der Familie vorhanden sein müsse. James Laue, der für eine nationale Friedensakademie in den USA eintritt, sagt: „Unsere Beobachtungen, wie man innerhalb eines Gemeinwesens Frieden schaffen kann, erlauben uns, zu definieren, was Frieden ist. Die ständige Entwicklung von Methoden, um die alltäglichen zu Hause oder in der Schule entstehenden Konflikte zu lösen, kann dazu beitragen, Frieden zwischen den Nationen herbeizuführen.“

      Dies läßt sich aber nur sehr schwer verwirklichen. In der Zeitschrift To the Point International beschreibt George Mikes unter der Überschrift „Ja, Weltfrieden ist jedermanns Sache“ seine Beobachtungen:

      „Man hat uns gelehrt, den Nächsten zu lieben — eine äußerst schwierige und ermüdende Sache. Fast jeden kannst du lieben, nur deinen Nächsten nicht. Vor allem ist jedermanns Nächster ein widerwärtiger, unausstehlicher und aufdringlicher Zeitgenosse, während der Mann, der ein paar Türen weiter wohnt, ein liebenswürdiger, freundlicher und sympathischer Mensch ist. Wenn du in Chelsea wohnst, hast du keinen Streit mit den Bewohnern von Turnham Green und kommst mit den Leuten von Crouch End [entfernten Orten] glänzend aus. Ähnlich können die Briten die Australier und die Neuseeländer — am anderen Ende der Welt — gut leiden, haben aber nicht immer die Franzosen oder die Deutschen gemocht.“

      Es kann also keinen Weltfrieden geben, wenn wir nicht zuerst mit unserem Nächsten auskommen. Gibt es aber tatsächlich eine „Methode“, um dieses Ziel zu verwirklichen? Nein. Der Mensch ist zwar sehr intelligent und besonders begabt, Methoden zu entwickeln. Diese wendet er überall an, auch, um Frieden zu schaffen. So hat er im allgemeinen auf fast jedem Gebiet — Wissenschaft, Politik, Handel, Verkauf und Werbung — Erfolge zu verzeichnen. Nur Frieden zu schaffen, was die engsten menschlichen Beziehungen mit einbezieht, ist ihm nicht gelungen. Mit Methoden lassen sich hier keine Erfolge erzielen. Warum nicht? Weil Frieden, der in Wahrheit zu Hause beginnt, dem Herzen entspringen muß. Frieden heißt mehr als nur Toleranz oder ein Gleichgewicht der Kräfte. Nein, er bedeutet, einer anderen Person, Familie, Gemeinschaft oder Nation ungeachtet der Rasse, Religion oder sozialen Stellung echte Liebe und Verständnis entgegenzubringen.

      Läßt sich dies überhaupt verwirklichen? Nun, heute handeln nur wenige so. Diese wenigen jedoch können ungeachtet der Weltlage Frieden haben. Sie können in ihrem eigenen Wirkungsbereich den Frieden fördern. Doch wie?

      WIE JEMAND FRIEDEN ERLANGEN KANN

      Der erste Schritt, den jemand tun muß, um Frieden mit Gott zu schließen, ist, sich mit der Bibel zu befassen, um festzustellen, welche Vorkehrung Gott getroffen hat, damit man sich ihm nahen kann. Man erreicht dies nicht durch oberflächliches Studieren. Man muß forschen, ‘sich aller Dinge vergewissern’ und ‘an dem festhalten, was vortrefflich ist’ (1. Thess. 5:21).

      Wer dies tut, kommt vor allem zu der Erkenntnis, daß er ein Sünder ist und Hilfe braucht. Er muß anerkennen, daß er von sich aus nicht die Kraft hat, gottgefällige Werke zu tun, und nicht die Weisheit besitzt, wahren, dauerhaften Frieden mit irgend jemand zustande zu bringen. Die einzige Möglichkeit, Frieden mit Gott zu erlangen, ist, das Hindernis, das sich dem Frieden entgegenstellt, aus dem Weg zu räumen — die eigene Sünde. Das ist nicht schwer. Es erfordert keine große Weisheit oder Fähigkeit, sondern ganz einfach Glauben an Gott und an seine Verheißungen. Das wird sehr deutlich im 5. Kapitel des Bibelbuches Römer gezeigt, wo wir lesen:

      „Denn in der Tat, Christus ist, während wir noch schwach waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Denn kaum wird jemand für einen gerechten Menschen sterben; ja, für den guten Menschen zu sterben, wagt es vielleicht jemand noch. Gott aber empfiehlt seine eigene Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren. Desto mehr werden wir somit, da wir jetzt durch sein Blut gerechtgesprochen worden sind, durch ihn vor dem Zorn gerettet werden. Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt wurden, so werden wir vielmehr jetzt, da wir versöhnt worden sind, durch sein Leben gerettet werden“ (Röm. 5:6-10).

      Diese Versöhnung führt zum Frieden mit Gott. Der Apostel Paulus schreibt: „Darum laßt uns, da wir nun zufolge des Glaubens gerechtgesprochen worden sind, uns des Friedens mit Gott erfreuen durch unseren Herrn Jesus Christus“ (Röm. 5:1). Es handelt sich nicht bloß um einen Waffenstillstand oder einen vorübergehenden Frieden, noch werden nur die vergangenen Sünden übersehen. Nein, dieser Frieden, dessen wir uns mit Gott durch Christus erfreuen können, ist von Dauer. Dem einzelnen wird geholfen, fortan auf eine Weise zu leben, daß der Frieden erhalten bleibt. Gott wird zum besten Freund des Betreffenden. (Vergleiche Johannes 15:15.)

      Jesus beschrieb seinen Aposteln diesen Frieden, als er sagte: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Ich gebe ihn euch nicht so, wie die Welt ihn gibt“ (Joh. 14:27). Die Welt gibt ein gewisses Maß an Frieden, und zwar durch einige wenige Freunde, durch Vergnügen, Reichtum, Ruhm, berufliches Vorwärtskommen und durch eine gewisse Heiterkeit sowie durch ihre Philosophie und ihre falsche Religion. Aber der Frieden, den Christus demjenigen verleiht, der wirklich an sein Sühnopfer glaubt, ist etwas ganz anderes. Eine solche Person erlangt vor allem ein reines und ruhiges Gewissen, einen wahren inneren Frieden, einen Herzensfrieden, ja eine Friedfertigkeit, die ihn gut mit anderen auskommen läßt; auch sieht er einen tieferen Sinn im Leben und erhält eine konkrete Hoffnung für die Zukunft.

      Doch wie geht dies vor sich? Nun, wenn jemand an die „gute Botschaft“ glaubt, sich Gott hingibt und getauft wird, ist — wie der Apostel Petrus sagt — diese Taufe eine „an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen“ (1. Petr. 3:21). Aufgrund der ererbten Sündhaftigkeit hatte der Betreffende in der Vergangenheit ein schlechtes Gewissen, das ihn bedrückte. Jesus bezog sich darauf, als er sagte: „Glücklich sind die [über ihren geistigen Zustand] Trauernden, da sie getröstet werden“ (Matth. 5:4). An alle läßt er die Einladung ergehen: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken“ (Matth. 11:28).

      Wie erquickend ist es doch, sich am Verkündigen der Königreichsbotschaft zu beteiligen! Jesus führte dieses Predigtwerk ein, als er auf der Erde lebte, und schulte seine Jünger darin. Gemäß seinen Worten würde es am Abschluß des Systems der Dinge, also heute, seinen Höhepunkt erreichen (Matth. 4:17; 9:35; 10:7; 24:3, 14). Gottes Willen auf diese Weise zu tun ist geistig erbauend, es befriedigt und hilft einem, sich den Frieden mit Gott zu erhalten. Während Jehovas Zeugen diesen Dienst fortsetzen, ihre „Füße beschuht mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens“, können sie in jeder Situation seines Beistandes und Schutzes sicher sein (Eph. 6:14-16).

      Der Apostel Paulus spricht davon, daß das Herz wahrer Christen „durch Besprengung vom bösen Gewissen gereinigt“ ist. Dem ist so, weil Gott gesagt hat: „Ihrer Sünden und ihrer gesetzlosen Taten werde ich keinesfalls mehr gedenken“ (Hebr. 10:17, 22). Mit einem erleichterten Gewissen kann sich der Christ eines wahren inneren Friedens, eines Herzensfriedens, erfreuen. Er macht sich weniger Sorgen wegen der Weltverhältnisse. Selbst der Gedanke an Krankheit und Tod hat von seinem Schrecken verloren. Zu wissen, daß es eine Auferstehung gibt, läßt eine solche Furcht verblassen (1. Thess. 4:13, 14).

      MIT ANDEREN FRIEDEN SCHLIESSEN

      Der Gott hingegebene, getaufte Christ erfüllt die Voraussetzung, mit anderen Frieden zu schließen. Was immer er seinen Nächsten betreffend tut, muß in Liebe geschehen. Nie darf Selbstsucht, Habgier, Stolz, Eifersucht oder der Drang nach Rache sein Motiv sein. Die Menschen erkennen Aufrichtigkeit, Gastfreundschaft und echte Liebe an und reagieren darauf, indem sie ähnliche Eigenschaften bekunden. Jesus stellte einen Grundsatz auf, der zeigt, wie man den Frieden fördern kann. Er sagte: „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden“ (Luk. 6:38).

      Wenn dieses Geben in Liebe geschehen und wirklichen Frieden fördern soll, darf man dabei nicht einseitig, parteiisch oder voreingenommen sein. Wir müssen allen Menschen, unter denen wir uns befinden, ungeachtet ihrer Religion, Nationalität, Hautfarbe oder sozialen Stellung wahre Nächste sein. Der Apostel Paulus wies darauf hin, daß dies ein christliches Erfordernis ist. Er sagte: „Jaget dem Frieden nach mit allen“ und: „Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden“ (Hebr. 12:14; Röm. 12:18). Jesus äußerte einmal eindringliche Worte, die zeigen, wie wichtig es ist, jedem ein guter, liebevoller, hilfsbereiter Nächster zu sein und sich die Zeit zu nehmen, allen die „gute Botschaft“ mitzuteilen, sowie alles daranzusetzen, auch durch materielle Güter anderen in der Not zu helfen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Welch großen Wert er darauf legte, zeigte er besonders dadurch, daß er ausgerechnet einen Samariter als den guten Nächsten bezeichnete. Im allgemeinen herrschte nämlich zwischen Juden und Samaritern Feindschaft (Luk. 10:29-37).

      Was aber, wenn eine solche Nächstenliebe nicht erwidert wird? Der Christ kann dies nicht erzwingen, doch kann er selbst friedlich bleiben. Wenn jemand den Frieden stören oder einen Streit vom Zaun brechen will, sollte der Christ Gott um Hilfe bitten, damit er nicht die Beherrschung verliert oder auf Vergeltung sinnt. Die Bibel gibt den Rat: „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. ... Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum“ (Röm. 12:17-19). Sollte wirklich Gefahr drohen, vertraut der Christ darauf, daß Gott nicht zulassen wird, daß er dauernden Schaden davonträgt. Dieses Vertrauen kommt in den Worten des Apostels Paulus zum Ausdruck, als er sagte: „Ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, noch Engel, noch Regierungen, ... noch Mächte, ... noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm. 8:38, 39).

      WELTFRIEDEN

      Jemand mag nun fragen: „Wie kann es aber je zu einem WELTFRIEDEN kommen, wenn doch nur wenige so friedlich leben?“ Das friedliche Leben an sich, das wir als einzelne führen, wird diesen Frieden auch nicht herbeiführen können. Der Gott der Christen ist jedoch „der Gott, der Frieden gibt“, und Christus Jesus ist der „Fürst des Friedens“ (Röm. 16:20; 1. Kor. 14:33; Jes. 9:6). Die, die absolut keinen Frieden wollen, die ständig den Frieden stören, die keinen Frieden halten können, bis sie an die Macht kommen, müssen von der Erde entfernt werden. Gott sagt, er werde die „verderben, die die Erde verderben“, wie er es einst durch die weltweite Flut der Tage Noahs tat (Offb. 11:18; 1. Mose 6:12, 13). Frieden hat aber seinen Preis. In der Bibel wird gesagt, worin er besteht: „Der Böse ist ein Lösegeld für den Gerechten, und der treulos Handelnde nimmt den Platz der Rechtschaffenen ein“ (Spr. 21:18). Gott wird also alle Bösen vernichten.

      Der Fürst des Friedens, der von Gott eingesetzte König über die ganze Erde, wird allen nationalen Konflikten ein Ende machen. Genauso, wie Gott in alter Zeit sein Volk Israel beschützte, so wird er durch seinen eingesetzten König stets sein Volk überall beschützen. Im 46. Psalm wird beschrieben, wie Gott das von feindlichen Nationen umgebene Jerusalem schützte. Dies veranschaulicht, was er zugunsten aller Friedsamen tun wird. In dem Psalm heißt es: „Jehova der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist uns eine sichere Höhe. ... Kommt, seht die Taten Jehovas, wie er erstaunliche Ereignisse auf der Erde hat einsetzen lassen. Kriege läßt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde. Den Bogen zerbricht er, und den Speer zersplittert er; die Wagen [für den Krieg] verbrennt er im Feuer“ (Ps. 46:7-9).

      Wenn Frieden und Harmonie auf der Erde herrschen, können Werke, die für die Menschen von Nutzen sind, ohne Behinderung durchgeführt werden; öffentliche Gelder werden nicht mehr für Kriegszwecke verschwendet werden. Überhaupt wird man Nachdruck auf nützliche Projekte legen. Die reichen Bodenschätze werden nicht mehr vergeudet werden. Jeder einzelne kann seine Talente entfalten und seine Fähigkeiten entwickeln und viel zum Wohlergehen anderer beitragen. Nur durch einen mit Gott geschlossenen Frieden kann wahrer Weltfrieden herbeigeführt und auch erhalten werden. Ein solch harmonisches Verhältnis zwischen Gott und dem Menschen wird im 85. Psalm wie folgt beschrieben: „Was liebende Güte und Wahrhaftigkeit betrifft, sie sind einander begegnet; Gerechtigkeit und Friede — sie haben sich geküßt. Wahrhaftigkeit, sie wird aus der Erde selbst sprossen, und Gerechtigkeit, sie wird aus den Himmeln selbst herniederblicken. Auch wird Jehova seinerseits geben, was gut ist, und unser eigenes Land wird seinen Ertrag geben“ (Ps. 85:10-12).

      Wenn du den Frieden liebst, kannst du dich bereits heute des Friedens mit Gott und deinen Mitchristen sowie eines gewissen Friedens mit anderen erfreuen. Dies ist ein Vorgeschmack des vollkommenen Friedens, der in naher Zukunft in Gottes neuer Ordnung herrschen wird. Der Frieden mit Gott ist also die Grundvoraussetzung, um mit Glaubensbrüdern und mit anderen Menschen, soweit es von einem selbst abhängt, in Frieden zu leben. Gott versichert, daß er den vollkommenen, dauernden Frieden zu seiner Zeit herbeiführen wird. Dies wird bald geschehen, nachdem er die vernichtet haben wird, „die die Erde verderben“ (Offb. 11:18).

      [Bild auf Seite 8]

      Die Bibel zeigt den Weg zum Frieden mit Gott

      [Bild auf Seite 9]

      Wir können mit unseren Nachbarn über die „gute Botschaft des Friedens“ sprechen.

  • Ein Beispiel für Frieden
    Der Wachtturm 1980 | 1. März
    • Ein Beispiel für Frieden

      Jehovas Zeugen erfreuen sich wegen ihres guten Benehmens eines ausgezeichneten Rufes. In Bombay (Indien) wurde zum erstenmal in der Shanmukhananda-Halle ein christlicher Kongreß abgehalten. Die Verwalter dieser Halle waren von dem Frieden und der Ordnung, die unter den Zeugen herrschten, so beeindruckt, daß sie zu dem Kongreßaufseher sagten: „Wir sind sehr zufrieden mit Ihrem Kongreß. Wir haben noch nie so etwas gesehen. Wenn jeder so wäre, würden wir keine Regierung mehr brauchen. Sie können gern jedes Jahr hierherkommen.“

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