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Malawis Bürger stehen vor einer wichtigen EntscheidungDer Wachtturm 1973 | 1. August
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Malawis Bürger stehen vor einer wichtigen Entscheidung
Christen auf der ganzen Erde sind entsetzt über die heftige Verfolgung, die vor kurzem gegen Jehovas christliche Zeugen in dem südostafrikanischen Staat Malawi entbrannt ist.
Jeder Bürger dieses Landes, das ungefähr die Größe des Staates New York hat, wird irgendwie davon berührt. Denn mindestens eine von 194 Personen der 4 530 000 zählenden Bevölkerung gehört zu den Verfolgten.
Die Frage, mit der daher jeder Bürger konfrontiert wird, lautet: Werde ich für das eintreten, was recht ist, und gegen Unterdrückung Stellung beziehen? Werde ich zu denen gehören, von denen Christus sprach, als er sagte: „Wer irgendeinem dieser Kleinen [einem christlichen Jünger] nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch, er wird seines Lohnes keinesfalls verlustig gehen.“? — Matth. 10:42.
Jehovas Zeugen sind dafür bekannt, daß sie friedliebende Menschen sind und den Gesetzen des Landes, in dem sie leben, gehorchen. Trotzdem sind sie in Malawi geschlagen und gefoltert worden, und einige von ihnen wurden ermordet. Tausende sahen sich gezwungen, das Land zu verlassen, weil ihr Leben in Gefahr stand; sie ließen all ihren Besitz zurück. Über 20 000 flohen außer Landes, 19 000 davon nach Sambia, das westlich an Malawi grenzt, wo sie als unerwünschte Besucher in Lagern untergebracht wurden. Infolge der schwierigen Verhältnisse starben 350 Personen, viele davon waren Kinder.
Ihre Verfolger gaben sich aber damit nicht zufrieden. Indem man vorgab, sie in bessere Lager in Sambia zu bringen, ließ man sie Busse und Lastwagen besteigen und brachte sie nach Malawi zurück, wo sie von bewaffneten malawischen Soldaten in Empfang genommen und auf ihre Dörfer verteilt wurden. Einundzwanzig der vorsitzführenden Aufseher von Versammlungen wurden sofort eingesperrt, nachdem sie nach Malawi zurückgeschickt worden waren; drei weitere Zeugen Jehovas kamen später im Bezirk Rumphi ins Gefängnis.
Einigen wurden Nägel durch die Hände getrieben, andere wurden mit Nähnadeln gestochen. Eine Gruppe von vier Zeugen Jehovas wurde auf zwölf verschiedene Zweigbüros der Malawi Congress Party geschleppt, wobei man sie zwang, eine Strecke von vierundsechzig Kilometern zu Fuß zurückzulegen, und man ihnen vier Tage lang nichts zu essen gab. Viele Zeugen Jehovas sind nun gezwungen gewesen, erneut zu fliehen, die meisten nach Süden, nach Moçambique, wo jetzt mehr als 34 000 in zwölf Flüchtlingslagern leben.
Wie kommt es, daß Christen in einem Land, dessen Präsident auf Lebenszeit, Dr. H. Kamuzu Banda, ein religiös eingestellter Mann und ein Ältester in der presbyterianischen Kirche ist, so gehaßt und gewalttätig behandelt werden?
Als Vorwand für diese Verfolgung gebraucht man die Tatsache, daß sich die Zeugen Jehovas weigern, Parteikarten zu kaufen. Guy Wright weist in der in San Francisco erscheinenden Zeitung Examiner (Ausgabe vom 17. Oktober 1972) auf folgendes hin:
„Zwischen den Zeugen Jehovas und einem kleinen afrikanischen Land namens Malawi wird ein religiöser Krieg ausgefochten.
Es ist ein sehr einseitiger Krieg, höllische Gewalt gegen Glauben. ... Man kann sie [die Zeugen] als Musterbürger bezeichnen. Sie zahlen pünktlich ihre Steuern, pflegen die Kranken, bekämpfen das Analphabetentum.“
Als Beweis dafür, daß die Hauptursache, die hinter dieser Verfolgung steckt, religiöser Art ist, beachte man den Bericht über die Rede Bandas, des Präsidenten auf Lebenszeit, die er auf dem jährlichen Parteitag der Malawi Congress Party, der vom 10. bis 16. September 1972 stattfand, hielt — und zwar an welchem Ort? In der katholischen Höheren Schule in Zomba. Banda nannte Jehovas Zeugen die „Zeugen des Teufels“ und „fragte, warum sie nicht in die Kirche gehen und von Gott Hilfe erbitten würden, wenn sie sich in Schwierigkeiten befänden“ (Malawi News vom 19. September 1972).
Weshalb lehnen Jehovas Zeugen es ab, die Parteimitgliedskarten zu kaufen? Nicht weil sie eine andere politische Einstellung vertreten, denn sie sind allen politischen Bewegungen gegenüber völlig neutral. Für sie geht es dabei einzig und allein um eine Frage, die ihr Gewissen und das Gesetz Gottes betrifft. Weil sie ausschließlich Jehova Gott und seinem Königreich ergeben sind, unterlassen sie es, für Faktionen dieser Welt Stellung zu beziehen, so, wie Jesus von seinen Nachfolgern sagte: „Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin.“ — Joh. 17:16.
BRUTALE BEHANDLUNG NACH IHRER RÜCKKEHR
Die Greueltaten, die geschahen, wurden von Mitgliedern der Malawi Congress Party mit voller Gutheißung und Unterstützung von Beamten der Partei verübt.
Flüchtlinge, die interviewt worden sind, bezeugen, daß bei ihrer Rückkehr nach Malawi der alte Flugplatz in Lilongwe von Polizei und Soldaten der malawischen Truppen, die Gewehre in der Hand hatten, umstellt war. Die Minister zweier Regionen, Kumbweza Banda und M. Q. Y. Chiwambo, waren zugegen, um zur versammelten Menge zu sprechen. Außerdem waren Mr. Msonthi, Mr. Gadama und andere Mitglieder des Parlaments anwesend sowie auch Mitglieder des Jugendbundes, der Jungen Pioniere und des Frauenbundes. Mr. Banda und Mr. Chiwambo erklärten den Zeugen:
„Ihr seid freiwillig nach Sambia gegangen. Niemand hat euch vertrieben, und ihr seid freiwillig zurückgekommen. Niemand hat euch gerufen. Daher sollt ihr nach Hause gehen und mit den Häuptlingen, den Dorfvorstehern und dem Vorsitzenden der Malawi Congress Party zusammenarbeiten, indem ihr Mitgliedskarten der Malawi Congress Party kauft.“
Der Bericht von Bauleni Dzuwa, einem achtundachtzigjährigen Zeugen Jehovas aus dem Dorf Nachite im Gebiet von Lilongwe, ist bezeichnend für das, was diejenigen erlebten, die in ihre Häuser zurückkehrten:
„Am Morgen des 1. Januar 1973 erfuhr ich, daß eine Schar des Jugendbundes im Nachbardorf Nachiola auf der Jagd nach Zeugen Jehovas war. Ich beeilte mich, einem jungen Bruder zu sagen, er solle auf schnellstem Wege die Polizei davon unterrichten. Kurz darauf umringte mich die Schar von Angehörigen des Jugendbundes, und sie ergriffen mich. Es waren über dreißig an der Zahl. Angeführt wurden sie von dem Distriktsvorsitzenden Samu Chitonde, dem Vorsitzenden des Jugendbundes Gray Mtambo und dem Sekretär des Jugendbundes Lafaele Gunda. Sie zeigten mir die Parteimitgliedskarten und forderten mich auf, eine zu kaufen. Da ich das aus Gewissensgründen ablehnte, begannen mich diese drei Leute mit Knüppeln zu schlagen, während die anderen Angehörigen des Jugendbundes zusahen. Am schwersten wurde ich an den Händen und Knien verletzt. Sie schlugen mich so lange, bis ich zu schwach war, um noch stehen zu können, und ich fiel in Ohnmacht.
Als ich das Bewußtsein wiedererlangte, standen sie immer noch um mich herum und sagten: ,Er lebt noch.‘ Man zwang mich aufzustehen und befahl mir, zum Gericht nach Chiwamba zu gehen. Dort waren vier weitere Brüder, denen man die Ellbogen auf dem Rücken zusammengebunden hatte, und auch ihre Beine waren zusammengebunden. Mit mir geschah dasselbe, und man ließ uns wenigstens eineinhalb Stunden in dieser unbequemen Stellung.
Schließlich kam die Polizei, und man befahl den Angehörigen des Jugendbundes, unsere Stricke zu lösen. Ich und zwei weitere Brüder waren so schwer verletzt, daß uns die Polizei ins Krankenhaus schickte. Am darauffolgenden Morgen wurden wir zur Polizeiwache gebracht. Wir erklärten, was vorgefallen war, doch sagte man uns, daß die Polizei nichts für uns tun würde. Man forderte uns auf, wieder nach Hause zu gehen. So fuhren wir mit dem Bus von Lilongwe nach Mlangeni [in Moçambique]. Nun befinde ich mich hier im Lager Mlangeni und bin glücklich, daß ich mich in der Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern bewegen kann.“
Einer Zeugin Jehovas, Frau Velina Lenadi, aus dem Dorf Nachite hatte man vor ihrer Flucht nach Sambia das Haus niedergebrannt. Bei ihrer Rückkehr zog man Frau Lenadi, ihre achtzehnjährige Tochter Labahi und ihre drei anderen Kinder nackt aus und schlug sie bis zur Bewußtlosigkeit. In der Zwischenzeit wurde ihr Mann von der Polizei festgehalten. Diese Frauen wurden von folgenden Mitgliedern des Jugendbundes geschlagen: Kandito aus dem Dorf Nachite; Lenadi und Malenya aus dem Dorf Chimdidi, Kaliyekha aus dem Dorf Machiola und Mtambo aus dem Dorf Mpesa.
Michael Yadanga aus dem in der Nördlichen Region gelegenen Mzuzu wurde mit seiner Familie, nachdem man sie aus Sambia zurückgebracht hatte, mitten in einem Wildreservat ausgesetzt, wo überall wilde Tiere umherstreiften. Sie mußten mehrere Kilometer weit gehen, um einen Bus zu erreichen. Der Dorfvorsteher Ganji Mhango, der Zweigvorsitzende Alick Nyasulu und zwei frühere Zweigvorsitzende, Alick Mhango und Mhone, wurden von Mr. Nyirenda, einem Mitglied des Parlaments, geschickt, um Yadanga zu überreden, eine Parteimitgliedskarte zu kaufen. Yadanga sagte zu ihnen: „Ich habe meine Zähne verloren, weil ich keine Karte kaufte. Ich habe meine Arbeit verloren, weil ich keine Karte kaufte. Ich wurde schwer geschlagen, mein Besitztum wurde vernichtet, und ich war gezwungen, nach Sambia zu fliehen: alles nur, weil ich keine Karte kaufte. Und ich werde auch jetzt keine Karte kaufen.“ Nachdem Mr. Nyirenda über Yadangas Antwort berichtet worden war, stellten sie eine Schar von zwanzig Leuten zusammen, um ihn in seinem Haus zu ergreifen. Ein ihm freundlichgesinntes Glied des Jugendbundes warnte ihn mit den Worten: „Sie kommen, um dich umzubringen.“ Deshalb floh Yadanga mit seiner Familie nach Moçambique.
Natanda Madula aus dem Dorf Chiweta im Gebiet von Mchinji war nach einem ungefähr fünfzig Kilometer langen Fußmarsch vom Flugplatz Lilongwe kaum zu Hause angekommen, als Angehörige des Jugendbundes ihn und fünf weitere Zeugen Jehovas zwangen, zum Zweigbüro der Malawi Congress Party in Lemwe zu gehen, wo sie der Bezirksvorsitzende Jemusi fragte: „Seid wohl wieder zurückgekommen, was? Warum habt ihr denn dieses Land überhaupt erst verlassen?“ Madula antwortete, daß er sich als Zeuge Jehovas weigere, sich in die Politik einzumischen, und daß er nicht durch den Kauf einer Mitgliedskarte ein Mitglied einer politischen Partei werden wollte. Diese Antwort Madulas ärgerte den Vorsitzenden Jemusi derart, daß er vier Männern mit Namen Chimpase, Wailesi, Kaochi und Chagamba befahl, Madula zu schlagen. Jemusi selbst stieß und trat Madula mit den Stiefeln, dann zogen sie ihn nackt aus, schlugen weiter auf ihn ein und schleppten ihn schließlich aus dem Gebäude. Die andern fünf Zeugen Jehovas behandelten sie ebenso scheußlich, doch traten alle Zeugen Jehovas standhaft für ihre Überzeugung ein. Da man sie weiter bedrohte, flohen sie nach Moçambique.
Das sind nur einige Auszüge von Berichten aus allen Teilen Malawis. Im Bezirk Mzimba wurden sieben Häuser niedergebrannt, und die Zeugen wurden geschlagen und gefoltert. Im Dorf Mtundu starben vier Kinder und ebenso viele im Dorf Lusanga infolge Nahrungsmangels und weil man nicht erlaubte sie in Krankenhäuser aufzunehmen. In demselben Gebiet (Rumphi) in der Nördlichen Region wurden siebenundzwanzig Häuser in Mtundu niedergebrannt, neun in Mjuma und vierzehn in der Stadt Rumphi. Die Zeugen in diesem Gebiet waren gezwungen, in den dichten Dschungel und in die Berge zu fliehen.
Da die Bürger Malawis diese grausamen Dinge beobachten, stehen sie vor einer wichtigen Entscheidung. Werden sie nun, nachdem sie ihre nationale Unabhängigkeit erlangt haben, die sie viele Jahre lang herbeisehnten, dazu übergehen, die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu unterdrücken, oder ihrer Regierung gestatten, dies zu tun, ohne dagegen zu protestieren? Gibt es Bürger, die sich statt dessen wegen eines solchen Vorgehens schämen und die bereit sind, einen symbolischen „Becher kalten Wassers“ zu reichen, um verfolgte Christen zu trösten und ihnen beizustehen, wodurch sie zeigen würden, daß sie auf der Seite Christi Stellung nehmen? Ja, wie der folgende Artikel zeigt, gibt es diese.
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Christenverfolgung in Malawi — eine Erprobung der HerzenDer Wachtturm 1973 | 1. August
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Christenverfolgung in Malawi — eine Erprobung der Herzen
JEHOVAS ZEUGEN auf der ganzen Erde leisteten sofort Hilfe, nachdem sie Anfang Oktober von der Notlage gehört hatten, in die ihre christlichen Brüder in Malawi gebracht worden waren. Viele Spenden wurden an das Hauptbüro der Watch Tower Bible and Tract Society in Brooklyn (New York) und an Zweigbüros überall auf der Erde gesandt. Das Büro in Brooklyn schickte seinerseits genügend Unterstützungsgelder an Zweigbüros in den Nachbarländern Malawis, damit das Nötige eingekauft werden konnte. Auf diese Weise konnte den 19 000 Zeugen in dem Flüchtlingslager Sinda Misale in Sambia schnell Unterstützung zuteil werden.
Da die Lage sehr ernst war, hatten die Versammlungen in der Nähe von Sinda Misale bereits 4 530 Kilogramm Maismehl, 1 132 Kilogramm Zucker, 75 Bettdecken und 65 Wolldecken beschafft, um sie zusammen mit Werkzeug und Geräten in das Lager zu bringen.
Kurz darauf trafen große Mengen Vorräte aus den nächstgelegenen Zweigbüros ein. Freiwillige brachten mit einer kleinen Kolonne von Lastwagen 9 060 Kilogramm Maismehl, 2 344 Kilogramm getrockneten Fisch, 950 Planen, 150 Kisten Kleidung, einige hundert neue Wolldecken, eine große Menge Plastiktücher, 100 Schaufeln, 25 Handsägen, 28 Äxte und verschiedene Spitzhacken, Hämmer und andere Werkzeuge zum Roden des Waldlandes, damit Zelte aufgestellt werden konnten und um Brunnen zu graben usw. Und viele dieser Güter wurden 2 400 Kilometer weit an diesen Ort in Sambia befördert.
Im November und bis zur Auflösung des Lagers im Dezember — als alle Flüchtlinge nach Malawi zurückkehrten — gelang es, noch folgende Vorräte zu liefern:
35 787 Kilogramm Maismehl
987 Kilogramm Trockenmehl
226 Kilogramm getrocknete Bohnen
157 Beutel Salz
30 Tonnen Kleidung
5 400 Riegel Seife
1/2 Tonne Medikamente und Artikel für die Krankenstationen, die im Lager eröffnet worden waren
10 000 Wolldecken
Die Aufseher im Lager erhielten auch Geld, um notwendige Dinge zu kaufen.
Um sicherzustellen, daß jede Familie das für sie Notwendige erhielt, entwickelten die Aufseher ein Verteilungssystem. Die Kinder erhielten eine besondere ärztliche Behandlung, und man reservierte die Milch für sie. Die geistigen Bedürfnisse wurden nicht übersehen. Ein Fahrzeug brachte 21 Kartons Bibeln und Bibelstudienhilfsmittel, da die Verfolger die Flüchtlinge jeglichen Besitzes dieser Art beraubt hatten.
Das Land war gerodet worden, Zelte waren aufgestellt und Brunnen waren gegraben worden. Man behandelte die Kranken, und die Verhältnisse besserten sich allmählich. Dann kam die überraschende Rückkehr der Flüchtlinge nach Malawi. Erneut waren sie gezwungen zu fliehen; die meisten von ihnen suchten in Moçambique Zuflucht, wo sie freundlich aufgenommen wurden. Doch Gruppen von Angehörigen des Jugendbundes der Malawi Congress Party überschritten die Grenze, um selbst dort noch die Flüchtlinge zu belästigen; aber sie wurden von der Polizei in Moçambique gefaßt und bestraft.
TRENNUNGSWERK BERÜHRT ALLE BEWOHNER MALAWIS
Einige haben gefragt: „Weshalb läßt Gott es zu, daß gewissenhafte Christen so etwas zu erdulden haben? Erfüllt das irgendeinen Zweck?“ Jesus wies darauf hin, daß in den „letzten Tagen“, in denen wir heute leben, solche Dinge geschehen würden, als er zu seinen Jüngern sagte: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird ..., dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt.“ — Matth. 25:31, 32.
Jesus sagte auch, daß die „Schafe“ daran zu erkennen seien, daß sie seinen „Brüdern“ Freundlichkeit erwiesen. Er sagte, diese seine geistgezeugten, gesalbten Brüder würden ins Gefängnis kommen, krank sein, Durst leiden, hungern und der Kleidung ermangeln, was auch auf Jehovas Zeugen in Malawi zutrifft. Er sagte, die „Schafe“ würden Hilfe leisten. Was sie auf diese Weise tun, betrachtet Christus so, als ob sie es für ihn getan hätten.
In den vergangenen paar Jahren haben viele eine „schafähnliche“ Einstellung bekundet und die Verkündiger des Königreiches als Vertreter Christi anerkannt. Sie haben sie mit ihrer Zeit, mit ihren Mitteln und ihren Fähigkeiten unterstützt. Nun stehen sie an der Seite der „Brüder“ Christi und verkünden anderen die biblische Wahrheit, und diese „schafähnlichen“ Personen haben die Hoffnung, unter Gottes Königreich auf einer paradiesischen Erde zu leben. — Matth. 25:34-36.
Ein hervorstechender Beweis dafür, daß aufgrund der Verfolgung tatsächlich ein Trennungswerk vor sich geht, ist die Anzahl Menschen, die auf der Seite der malawischen Zeugen Stellung bezogen haben und mit ihnen geflohen sind. In den neuen Lagern in Moçambique haben sie ihr Bibelstudium fortsetzen können, und nun sind dort mehr als 200 Personen getauft worden.
Auch viele Bürger Moçambiques leisteten den Flüchtenden Hilfe und boten ihnen Schutz. In den Lagern, die in Moçambique errichtet wurden, freuen sich die Zeugen nun sehr darüber, daß sie frei sind und sich in großen Gruppen zu Bibelstudien-Zusammenkünften versammeln und Königreichslieder singen können — etwas, wozu sie vom Jahre 1967 an nicht mehr in der Lage gewesen sind. Sie leisten schwere Arbeit, indem sie das Land roden und bebauen. Die Watch Tower Society unternimmt alles, was möglich ist, um diese Flüchtlinge mit dem zu versorgen, was sie benötigen. Und die Zeugen in den Lagern bringen ihre von Herzen kommende Wertschätzung für die Liebe zum Ausdruck, die ihre christlichen Brüder auf der ganzen Erde durch ihr bereitwilliges Geben beweisen. Für sie ist dies ein Beweis dafür, daß Gott für sein Volk sorgt.
Andererseits nehmen diejenigen, die sich an der Verfolgung dieser Christen beteiligen, eine sehr gefährliche Stellung Gott gegenüber ein. Trotzdem werden sie von den Zeugen nicht als die „Ziegenböcke“ betrachtet, die Jesus in seinem Gleichnis erwähnte. Ein solches Urteil zu fällen steht Gott zu. Einige Verfolger mögen aufrichtig sein. Wenn das der Fall ist, mögen sie ebenso zur Besinnung kommen wie Saulus, der die Christen heftig verfolgte, obwohl er aufrichtig war, und später wurde er der Apostel Paulus. (1. Tim. 1:12-16) Solche Personen sollten aber nicht der Meinung sein, sie könnten — weil Gott nicht sogleich etwas gegen sie unternimmt — ihr Treiben ungestraft fortsetzen. Mit einer solchen Einstellung verfehlen sie den Zweck seiner Geduld, durch die er ihnen die Gelegenheit gibt, sich zu ändern. — 2. Petr. 3:9.
Auch Personen, die beobachten, was vor sich geht, und die denjenigen nicht zu Hilfe kommen, die wegen ihres Gehorsams gegenüber Christus verfolgt werden, müssen sich fragen: „Würde ich harmlose Christen verfolgen, oder würde ich untätig zusehen, wie Christen geschlagen werden, wie man ihnen die Arme bricht, ihre Häuser niederbrennt und würde ich schweigen? Würde ich zulassen, daß Furcht oder Selbstsucht mich davon zurückhielte, diesen Menschen Hilfe zu leisten? Wie würde ich dann vor Gott dastehen?“ Die Bürger Malawis wie auch die Bürger Moçambiques und Sambias sind somit gezwungen, ihre Herzen zu erforschen.
Die malawischen Zeugen Jehovas hegen, selbst während sie verfolgt werden, keinen Groll gegen ihre Verfolger. Sie sehen, daß Gott diese Verfolgung zugelassen hat, um ein Trennungswerk durchzuführen. Sie beten darum, daß ihre Verfolger erkennen mögen, in welcher Stellung sie sich wirklich vor Gott, dem Allmächtigen, befinden, und daß sie ihre Handlungsweise ändern und auf diese Weise als „Schafe“ „zur Rechten“ Christi gestellt werden, mit der Aussicht, als Belohnung ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde zu erhalten. — Matth. 5:44.
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