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  • Was geschieht mit Christen in Malawi?
    Erwachet! 1973 | 8. Mai
    • Was geschieht mit Christen in Malawi?

      IN DEN vergangenen Monaten ist in der Weltpresse wiederholt die Aufmerksamkeit auf die Verfolgung von Christen in Malawi gelenkt worden. Diese Christen, Jehovas Zeugen, sind, wie es die Londoner Zeitung Sunday Telegram vom 14. Januar 1973 nannte, die Opfer „einer der schlimmsten religiösen Verfolgungen in Afrikas turbulenter Geschichte“ geworden.

      Regelmäßige Leser der Zeitschrift Erwachet! sind mit vielen Einzelheiten dieser Verfolgung, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1972 ausbrach, vertraut. Erwachet! enthielt darüber in seiner Ausgabe vom 22. Februar einen ausführlichen Bericht unter dem Thema „Christen fliehen vor grausamer Verfolgung in Malawi“.

      Dieser Bericht behandelte die Ereignisse, die sich vor wenigen Monaten abgespielt hatten. Doch was ist seitdem geschehen? In welcher Lage befinden sich diese Christen aus Malawi jetzt?

      Bevor wir über den neusten Stand der Ereignisse berichten, wollen wir für die Leser die mit der Situation nicht vertraut sind, kurz zusammenfassen, was sich in Malawi abgespielt hat.

      Wellen heftiger Verfolgung

      Eine heftige Verfolgung der Zeugen Jehovas in ganz Malawi begann im Jahre 1967. Damals wurden viele Zeugen grausam geschlagen, und einige wurden ermordet. Hunderte ihrer Frauen wurden vergewaltigt, einige sogar wiederholt. Tausende ihrer Wohnungen, Geschäfte und Anbetungsstätten wurden ausgeplündert und zerstört. Ihre christliche Tätigkeit und ihre friedlichen Zusammenkünfte zum Bibelstudium sowie ihre gesamte Literatur wurden verboten.

      Im vergangenen Jahr, im Jahre 1972, brach eine weitere Verfolgungswelle aus. Diesmal war sie sogar noch heftiger als im Jahre 1967. Das Ausmaß, in dem Zeugen Jehovas geschlagen, vergewaltigt und ermordet wurden und ihr Eigentum verbrannt oder geplündert wurde, war viel größer als damals. Die Zeugen wurden der lebensnotwendigen Dinge beraubt und aus ihren Stellungen entlassen. Ja im ganzen Land wurden Anstrengungen unternommen, die ungefähr 23 000 Zeugen Jehovas in Malawi zu vernichten. Daher waren sie gezwungen zu fliehen, um ihr Leben zu retten.

      All dies waren direkte Auswirkungen offizieller Maßnahmen, die Malawis Einparteienregierung unternommen hatte. Matthew White, ein Korrespondent der Londoner Zeitschrift Financial Times, hielt sich damals gerade in Malawi auf. Aus Blantyre schrieb er folgenden Bericht, der in der Financial Times vom 31. Oktober veröffentlicht wurde:

      „Die Säuberungsaktion gegen Jehovas Zeugen ... hat das Land in größere Unruhe gebracht als irgendein anderes Ereignis nach dem Erlangen der Unabhängigkeit. Die Maßnahmen gegen die christlichen Sektierer ... erfolgten nach einer Resolution, die anläßlich der Jahresversammlung der Malawi Congress Party angenommen wurde und die den Beschluß enthielt, die Zeugen sollten der lebensnotwendigen Dinge beraubt und aus ihren Dörfern ,verjagt werden‘, falls sie nicht der Partei beitreten würden.“

      Diese Resolutionen wurden am 17. September vom Präsidenten von Malawi, Dr. H. Kamuzu Banda, anläßlich einer Kundgebung in Zomba unterstützt. Mit welchem Ergebnis? Korrespondent White berichtete:

      „Für die Mitglieder des ,Bundes der Jugend Malawis‘ und der ,Jungen Pioniere‘ war diese Rede der Anstoß zu weiteren Unternehmungen, und sie fingen an, Hausdurchsuchungen zu machen, und vertrieben und schlugen sogar manchmal Afrikaner, die keine Parteimitgliedskarte vorweisen konnten oder die es ablehnten, eine zu kaufen. Es ist schwierig, vielleicht sogar unmöglich, das volle Ausmaß dieser Gewalttaten abzuschätzen ...

      Was viele Leute hier befremdet — unter anderem auch einige Mitglieder der M[alawi] C[ongress] P[arty] —, ist die Tatsache, daß Präsident Banda die Feindseligkeiten so völlig außer Kontrolle geraten läßt.“

      Die Grausamkeit der Angriffe hat bei vielen Menschen auf der ganzen Erde Abscheu hervorgerufen. Die Presse in vielen Ländern reagierte ähnlich. Typisch für zahlreiche Presseberichte war dieser Kommentar der in London erscheinenden Zeitschrift Times vom 15. Dezember 1972:

      „Hitler steckte sie in Konzentrationslager, sie sind hinter dem Eisernen Vorhang verfolgt worden und sie sind in afrikanischen Einparteienstaaten verfolgt worden. Dr. Banda von Malawi hat die Sekte 1967 verboten, und in diesem Jahr sind durch heftige Angriffe seiner Jungen Pioniere — der Wachhunde der Partei Kamusus — Tausende von ihnen in Nachbarländer vertrieben worden.“

      Die Regierung wurde wiederholt gebeten, die Verfolgung einzustellen, doch ohne Erfolg. Daher waren Jehovas Zeugen, wie die Times berichtete, gezwungen, aus Malawi zu fliehen, um ihr Leben zu retten.

      Die Streitfrage

      Im San Francisco Examiner vom 17. Oktober hieß es in einem Leitartikel über Jehovas Zeugen: „Man kann sie als Musterbürger ansehen. Sie zahlen gewissenhaft ihre Steuern, pflegen die Kranken, bekämpfen das Analphabetentum. Aber sie weigern sich aus religiösen Gründen, Mitgliedskarten der einzigen politischen Partei in Malawi zu kaufen.“

      Die unmittelbare Ursache dieser Verfolgung ist also die Weigerung dieser Christen, der politischen Partei beizutreten, die Malawi beherrscht, der „Malawi Congress Party“. Sie wollen nicht die Parteikarten kaufen, wie es von ihnen verlangt wird, denn sie verhalten sich gemäß dem Gebot der Bibel in politischen Angelegenheiten neutral.

      In dieser Hinsicht handeln sie genauso wie Jesus Christus und die Christen des ersten Jahrhunderts. Frage dich einmal: Welcher römischen oder jüdischen politischen Partei schloß sich Jesus an? Welcher politischen Partei schlossen sich die Apostel an? Die Bibel läßt darüber keinen Zweifel. Sie schlossen sich keiner Partei an. Sie blieben neutral und setzten ihre christliche Tätigkeit als anständige, gesetzestreue Bürger friedlich fort.

      Jehovas Zeugen haben keine Mühe gescheut, den Behörden diese Dinge zu erklären. Sie haben es mit Telegrammen, Briefen, Telefonanrufen und Interviews versucht. Die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas in Brooklyn (New York) bat Dr. Banda telegrafisch, eine Zusammenkunft mit Vertretern der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas zu vereinbaren. Aber die Regierung von Malawi gab lediglich zur Antwort, irgendwelche Informationen sollten über den Delegierten Malawis bei den Vereinten Nationen gesandt werden.

      Das wurde getan. Ein dreizehnseitiges Memorandum wurde an den Vertreter Malawis bei den UN gesandt. Darin wurde der Standpunkt der Zeugen Jehovas erklärt und dargelegt, warum keine Regierung sie zu fürchten brauche. In einem Abschnitt dieses Briefes wurde unter der Überschrift „Warum sich Jehovas Zeugen weigern, Parteikarten zu kaufen“ folgendes erklärt:

      „Der Standpunkt der Zeugen Jehovas in dieser Angelegenheit beruht auf den Lehren der Bibel und auf ihrem Gewissen. Jehovas Zeugen verhalten sich in allen Ländern der Welt neutral und unterstützen keine politischen Bewegungen, um so besser in der Lage zu sein, unparteiisch als Prediger der guten Botschaft zu dienen und das himmlische Königreich Jehovas Gottes zu vertreten.“

      Bezüglich der Verwicklung in die Politik, die der Kauf von Parteikarten mit sich bringen würde, hieß es in dem Abschnitt auch:

      „Jehovas Zeugen achten und halten die Gesetze jedes Landes, in dem sie leben, solange diese Gesetze nicht dem göttlichen Gesetz widersprechen. Was jedoch die Verwicklung in die Politik betrifft, wozu auch der Kauf von Mitgliedskarten einer politischen Partei gehört, so sagt ihnen ihr Gewissen, daß dies im Gegensatz zu den Worten unseres Herrn Jesus stehen würde, der über seine treuen Nachfolger sagte: ,Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin.‘ (Joh. 17:16) Auch sagte Christus, wie es in Johannes 18:36 aufgezeichnet wurde: ,Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt. Wäre mein Königreich ein Teil dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft.‘“

      Weiter hieß es in dem Brief der leitenden Körperschaft an den Vertreter Malawis bei den Vereinten Nationen:

      „Jehovas Zeugen nehmen die gleiche Haltung ein wie die ersten Christen. In dem Buch ,Christianity and the Roman Government‘ [Das Christentum und die römische Herrschaft] heißt es: ,Die Christen waren Fremdlinge und Pilgrime in der Welt, in der sie lebten; ihr Bürgertum war im Himmel; das Königreich, auf das sie hofften, war nicht von dieser Welt. Die Passivität gegenüber den Angelegenheiten des Staates war daher von Anfang an ein auffallendes Merkmal des Christentums.‘

      Gestatten Sie uns jedoch, zu sagen, daß Jehovas Zeugen nicht die Absicht oder den Wunsch haben, andere daran zu hindern, sich an Politik zu beteiligen. Sie arbeiten nicht gegen die Regierung oder gegen die politische Partei Malawis. Sie selbst lehnen es ab, sich an politischen Angelegenheiten zu beteiligen oder Mitgliedskarten einer politischen Partei zu kaufen, obwohl sie deshalb schon sehr viel leiden mußten, denn für Jehovas Zeugen ist dies eine Angelegenheit ihres auf die Bibel gestützten Glaubens und Gewissens.“

      Bis jetzt ist jedoch noch keine Antwort von der Regierung Malawis gekommen. Keine Abordnung hat die Erlaubnis erhalten, Jehovas Zeugen vor dem Präsidenten oder anderen Regierungsbeamten des Landes zu vertreten.

      Mehr als 20 000 Zeugen Jehovas waren gezwungen, aus Malawi zu fliehen. Die meisten von ihnen flohen in das benachbarte Sambia. Einige tausend flohen nach Moca̧mbique.

  • Das Flüchtlingslager in Sinda Misale
    Erwachet! 1973 | 8. Mai
    • Das Flüchtlingslager in Sinda Misale

      DIEJENIGEN Zeugen Jehovas, die von Malawi nach Sambia flohen, wurden in einem Flüchtlingslager in der Nähe der Grenze beider Länder zusammengebracht. Dieses Lager wurde Sinda Misale genannt. Verschiedene Berichte, unter anderem ein Bericht des sambischen Ministers für landwirtschaftliche Entwicklung, Mr. Reuben Kamangas, zeigten, daß ungefähr 19 000 Zeugen Jehovas dort als Flüchtlinge waren.

      Da Sambia die Zeugen nicht in sein Land gebeten hatte, wurden sie als unerwünschte Besucher behandelt. Das Lager wurde von Sicherheitstruppen isoliert, so daß es dorthin keinen freien Zugang gab.

      Einige Lebensmittelvorräte wurden von den Behörden zur Verfügung gestellt. Außerdem gingen große Mengen an Geld, Lebensmitteln und Kleidern, die Jehovas Zeugen in der ganzen Welt gespendet hatten, in ihren Zweigbüros ein. Zum Beispiel wurden allein in Südafrika fast 1 000 Zeltplanen, 157 große Kisten mit Kleidern sowie Wolldecken und andere Hilfsmittel eingesandt. Diese Sendung hat die Flüchtlinge erreicht.

      Die Zeugen Jehovas in Südafrika bereiteten dann eine weitere große Sendung vor. Sie enthielt Geld für 10 000 neue Wolldecken, außerdem Medizin und andere notwendige Dinge. Auch Ärzte stellten sich freiwillig zur Verfügung und warteten auf Abruf. Ja, solche Angebote und Spenden von Zeugen Jehovas in anderen Ländern gab es mehr als genug, um die Flüchtlinge in Sambia mit allem, was sie benötigten, zu versorgen.

      Doch nach den ersten Sendungen wurden Jehovas Zeugen unterrichtet, daß nichts mehr in das Lager geschickt werden dürfe. Es wurden dann Anstrengungen unternommen, die Vorräte durch das Rote Kreuz schicken zu lassen, doch ohne Erfolg.

      Die Vereinten Nationen sandten ihre Beauftragten nach Sambia, um die Situation zu untersuchen. Als Jehovas Zeugen am 19. Dezember erfuhren, daß sich einer dieser Beamten, Mr. Emmanuel Dazie, in Sambia aufhielt, bemühten sie sich auf jede erdenkliche Weise, mit ihm zusammenzukommen. Sie wollten erfahren, wie es ihren christlichen Brüdern in dem Lager erging, und Vorkehrungen treffen, um ihnen weitere Hilfe zukommen zu lassen. Doch ohne Erfolg. Mr. Dazie wies die Zeugen ab und sagte, er habe zu viele Termine und könne es nicht einrichten, Zeit für eine Unterredung einzuräumen.

      In der Zwischenzeit starben gemäß verfügbaren Berichten über 350 Zeugen in dem Lager Sinda Misale. Die Ursachen waren schlechtes Wasser, Unterernährung und Mangel an Medikamenten. Die größere Zahl derer, die starben, waren Kinder.

      Schließlich beschlossen Regierungsbeamte von Malawi und Sambia, die Zeugen Jehovas, die in Sinda Misale waren, nach Malawi zurückzuschicken. Es wurden Vorbereitungen dafür getroffen, ohne daß die Zeugen im Lager etwas davon wußten.

      Die Überführung — eine Täuschung

      Im Dezember erfuhren die Zeugen Jehovas im Lager von Regierungsbeamten, daß sie woandershin kommen sollten, und zwar an einen anderen Ort in Sambia. Gegen einen solchen Umzug hatten sie nichts einzuwenden. Aber man sagte ihnen nicht die Wahrheit. In Wirklichkeit sollten sie nach Malawi gebracht werden.

      Daß die Zeugen hinsichtlich des Bestimmungsortes getäuscht wurden, ist gut dokumentiert. Über einhundert Interviews mit Zeugen Jehovas, die davon betroffen wurden, haben dies eindeutig bewiesen Gemäß der in London erscheinenden Zeitung Sunday Telegraph hat man ihnen gesagt, ihr Ziel sei ein anderes Lager in Sambia:

      „Am 20., 21. und 22. Dezember trafen 52 Lastwagen und 13 Busse, die von Sambiern gefahren wurden, in Sinda Misale ein. Nach den Worten eines afrikanischen Journalisten, der das Lager besuchte, ... wurde Jehovas Zeugen gesagt, sie sollten in die Fahrzeuge einsteigen, um in ein anderes Lager in Sambia transportiert zu werden.“

      Die Beauftragten der Vereinten Nationen unternahmen nichts gegen diese Täuschung. Ja sie beteiligten sich sogar daran. Die Times of Zambia berichtete am 23. Dezember:

      „Die 19 000 Wachtturm-Flüchtlinge, die gerade nach Malawi repatriiert worden sind, ,waren glücklich, in ihr Land zurückkehren zu können‘. Dies erklärte gestern der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Dr. Hugo Idoyaga. ...

      Dr. Idoyaga sagte, er und ein Direktor des UNHCR aus Genf, Mr. Skodjoe Dazie, hätten dabei geholfen, die freiwillige Repatriierung zu überwachen.“

      Etwa zwei Wochen später hieß es in der Times of Zambia vom 6. Januar: „Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge in Sambia, Dr. Hugo Idoyaga, sagte, die Flüchtlinge seien glücklich gewesen, zurückkehren zu können.“

      Aber das war nicht die Wahrheit. Die Zeugen wollten unter den Verhältnissen, die damals in Malawi herrschten, nicht zurückkehren. Denn wenn sie nicht gezwungen gewesen wären zu fliehen, wären sie ja gar nicht erst nach Sambia gekommen. Deshalb hatte auch die Times of Zambia früher, am 18. Dezember, korrekt berichtet, daß es Jehovas Zeugen „vorziehen in Sambia zu bleiben“. Auch der Sunday Telegraph in London schrieb: „Trotz der Versicherungen von offizieller Seite gingen Jehovas Zeugen nicht freiwillig zurück.“

      Viele Interviews mit den Zeugen, die von der Überführung betroffen wurden, bestätigen dies. Diese Zeugen faßten die Situation folgendermaßen zusammen:

      „Als erstes erklärten diese Brüder [das heißt Jehovas Zeugen], es sei nicht wahr, daß die Brüder, die in Sinda Misale waren, freudig dem Vorschlag zugestimmt hätten, nach Malawi zurückzukehren. Die Polizei und andere Regierungsbeamte, die den Aufbruch überwachten, betrogen die Brüder, indem sie ihnen erzählten, sie würden in die Gegend von Petauke gebracht werden.

      Die Beamten warteten, bis alle leitenden Brüder und andere in die Busse gestiegen waren, die von der Polizei bewacht wurden, und dann erzählten sie den Brüdern, sie würden nach Malawi gebracht werden.“

      Die Zeugen aus Sinda Misale sollten in ein Lager bei Lilongwe in Malawi gebracht werden. Dort, auf einem alten Flughafen, warteten malawische Regierungsbeamte und Hunderte von Soldaten der malawischen Sicherheitstruppen auf sie.

      Wie viele Zeugen Jehovas trafen dort tatsächlich ein? Das kann gegenwärtig nicht genau festgestellt werden. Die Augenzeugenberichte sind unvollständig.

      Ein Bericht in der Londoner Zeitung Sunday Telegraph besagt folgendes: „Während der 100 Kilometer weiten Fahrt von Sinda Misale nach Lilongwe ... verließen Tausende die Busse und Lastwagen und flohen in den Busch zurück.“ Die Zeitung berichtet auch, daß ein „afrikanischer Journalist mit dem letzten Konvoi, der mit 3 000 Flüchtlingen von Sinda Misale aufgebrochen war, den ganzen Weg bis Lilongwe reiste. Acht Busse kamen an, und nur 29 Zeugen stiegen aus.“ Jedoch sind diese Berichte bisher noch nicht bestätigt worden.

      Doch was bestätigt werden kann, ist das, was mit denen geschah, die tatsächlich zurückkehrten.

      [Karte auf Seite 20]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      0 100 200 Kilometer

      Sambia

      Sinda Misale

      Malawi

      Lilongwe

      Moçambique

      Fort Mlangeni

  • Die grausame Verfolgung flammt wieder auf
    Erwachet! 1973 | 8. Mai
    • Die grausame Verfolgung flammt wieder auf

      JEHOVAS ZEUGEN hatten guten Grund, nur ungern nach Malawi zurückzukehren. Das stellte sich heraus, als wir erfuhren, was mit denen geschah, die zurückgebracht worden waren.

      Was sie erwartete, war wiederum eine Schreckensherrschaft. Nichts hatte sich geändert. Es herrschte immer noch eine bösartige Einstellung gegen sie vor. Malawis Regierung hatte keine Schritte unternommen, um die Situation zu erleichtern.

      Rückkehr nach Malawi

      Als die Zeugen auf dem Flughafen in Lilongwe (Malawi) eintrafen, wurden diejenigen, die als leitende Aufseher bekannt waren, verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Zu ihnen gehörten John Chiwele, der Aufseher des Lagers Sinda Misale, und Lazarus Chirwa, sein Gehilfe.

      Auf dem Flughafen hielten Regierungsbeamte von Malawi vor den Zeugen Ansprachen. Einer von ihnen war Mr. Kumbweza Banda, Minister der Mittleren Region. Ein anderer Redner war Mr. Qaniso Chibambo, Minister der Nördlichen Region. Man sagte den Zeugen, sie hatten Malawi aus freiem Willen verlassen, was nicht stimmte; und sie seien aus freiem Willen nach Malawi zurückgekehrt, was ebenfalls nicht stimmte.

      Als nächstes sagten die Beamten, die Zeugen müßten in ihre Dörfer zurückkehren und Parteikarten kaufen. Wenn einer der Zeugen versuchte, den Beamten auch nur ein Wort zu sagen, wurde er aufgefordert, den Mund zu halten. Polizisten und Angehörige der Jungen Pioniere, der militanten Jugendgruppe der „Malawi Congress Party“, wurden dann angewiesen, alle Zeugen zu durchsuchen. Sie beschlagnahmten Bibeln, biblische Literatur, Pässe und alle anderen Dokumente. Dann wurden die Zeugen aufgefordert, in ihre Dörfer zurückzukehren. Diejenigen, die sehr weit weg wohnten, wurden mit Lastwagen in die Nähe ihres Heimatgebietes gebracht und dann aufgefordert, den Rest des Weges zu Fuß zu gehen.

      Als die Zeugen in ihren Dörfern eintrafen, konnten einige, die dort Verwandte hatten, Schlafgelegenheiten erhalten. Aber die meisten blieben im Freien und schliefen dort mit ihren Kindern, einige unter Bäumen. Ihnen stand jedoch noch Schlimmeres bevor, wie es sich sehr schnell herausstellte. Ein Beispiel wird in der Londoner Zeitung Sunday Telegraph vom 14. Januar erwähnt, die über eine Rede berichtete, die Präsident Banda zu Beginn des neuen Jahres über Radio gehalten hatte. In dem Bericht heißt es:

      „Banda sagte, die Zeugen Jehovas ... seien von ihren eigenen Leuten zu dem Glauben verleitet worden, daß ... ,jemand namens Harmagedon Malawi am 15. November vernichten und ihnen eine neue Stadt in Lilongwe errichten würde‘.

      Während er noch sprach, wurden zwei Mitglieder der Sekte, Herr Gorson Kamanga und seine Frau, ein Ehepaar mittleren Alters, die in ihren Heimatort Nkhata Bay am [Njassa]see zurückgebracht worden waren, ausgezogen und nackt durch die Straßen geführt, da sie sich erneut geweigert hatten, Parteikarten zu kaufen.

      Und in einem Dorf in der Nähe von Lilongwe erlitten fünf weitere, ,repatriierte‘ Zeugen Arm- und Beinbrüche, während sie von Jungen Pionieren brutal geschlagen wurden. Einem Mann wurden Nägel durch die Hände getrieben. Im Krankenhaus in Lilongwe weigerte man sich, sie zu behandeln, weil sie keine Parteikarten besaßen.“

      Jeder, der mit den Lehren der Zeugen Jehovas vertraut ist, weiß natürlich, daß sie noch nie geglaubt oder gelehrt haben, Harmagedon sei eine Person. Auch haben sie niemals gelehrt, Malawi würde am 15. November vernichtet oder es würde eine neue Stadt für sie dort errichtet werden.

      Aber diese feindselige Einstellung gegen sie hat die Verfolgung wieder aufflammen lassen. Und Jehovas Zeugen wurden erneut mit der Streitfrage der Parteikarten konfrontiert. Als sie sich aufgrund ihrer neutralen Stellung in politischen Angelegenheiten weigerten, Parteikarten zu kaufen, setzten gemeine Angriffe gegen die Zeugen ein, die „repatriiert“ worden waren.

      Augenzeugenberichte

      Den Beweis dafür liefern nicht nur ausländische Zeitungen. Er wird von den Zeugen Jehovas selbst erbracht, die die Opfer waren. Viele dieser „Repatriierten“, die wieder eine Welle des Terrors erlebten, wurden interviewt.

      Aus diesen Augenzeugenberichten geht hervor, daß die Flüchtlinge, nachdem sie in ihre jeweiligen Dörfer zurückgekehrt waren, von den Häuptlingen, Dorfvorstehern, Parteibeamten und Regierungsbeamten aufgefordert wurden, Parteikarten zu kaufen. Typisch dafür sind die folgenden Beispiele:

      Ein Zeuge Jehovas, Gilbert July, aus dem Dorf Chimongo berichtete: „Am 3. Januar 1973 wurde eine Zusammenkunft aller Dorfhäuptlinge des Bezirkes Mchinji einberufen, denen Mr. Cheuche, der Abgeordnete dieser Region, vorstand. Bei dieser Zusammenkunft wurde beschlossen, mit den Zeugen Jehovas aus Sinda Misale rücksichtslos zu verfahren, falls sie sich weiterhin weigern sollten, Parteikarten zu kaufen. Nach dieser Zusammenkunft wurden alle Brüder und Schwestern der Versammlung Kandama, die ihren Sitz in dem Dorf Chimongo (in dem Duwa Häuptling ist) hat, aus ihrem Dorf gejagt, weil sie sich weigerten, Parteikarten zu kaufen. Die Brüder und Schwestern flohen in den Busch.“

      Der Zeuge Rightwell Moses stammt aus dem Dorf Kachijere, dessen Häuptling Mbelwa heißt. Moses berichtete, daß die Zeugen, sobald sie in das Dorf zurückgekehrt waren, von den Jugendlichen heftig geschlagen wurden, weil sie sich weigerten, Parteikarten zu kaufen. Hastings Mzamo, der vorsitzführende Aufseher der Ortsversammlung dort, wurde so schlimm geschlagen, daß er nicht mehr richtig hören kann.

      Rightwell fügt seinem Bericht noch folgende Einzelheiten hinzu: „Zwei Tage nachdem wir zu Hause angekommen waren, kam der Abgeordnete Mr. Mahara Banda in das Dorf und warnte die Leute davor, irgend jemandem, der keine Parteikarte besitze, zu erlauben, im Dorf zu bleiben. Am 1. Januar 1973 brachte dann Mr. Mahara Banda zwei Jugendliche in seinem Auto mit. Mit Nachnamen heißen sie Jere und Tembo. Er stellte seinen Wagen vor dem Dorf ab und wartete dort, während die Jugendlichen in das Dorf hineingingen. Im Dorf angekommen, gingen sie zu meiner Tochter Joicy und auch zu Schwester Oliva und verlangten, daß sie ihre Parteikarten zeigten. Die Schwestern konnten natürlich keine vorweisen, und so begannen die Jugendlichen, sie mit den Fäusten zu schlagen. Den jungen Schwestern wurden gewaltsam die Kleider heruntergerissen, und dann fingen die Jugendlichen an, sie mit Stöcken zu schlagen. Sie bekamen auch die Brüder zu fassen und begannen sie ebenfalls zu verprügeln. Als sie müde wurden, gingen sie zu ihrem Auto zurück, und während sie weggingen, schrien sie, sie würden wiederkehren, um die Brüder und Schwestern noch einmal zu verprügeln. Sobald sie fort waren, flohen die Brüder und Schwestern aus dem Dorf in den Busch und verließen dann Malawi.“

      Eine andere Zeugin Jehovas, Likeness Kamanga, wurde in das Dorf Vithando, dessen Häuptling Chindi heißt, zurückgeschickt. Sie berichtet folgendes: „Als wir in unserem Dorf ankamen, lud man uns zu einer Zusammenkunft in Bulale ein. Der Zusammenkunft stand Adamson Dindi, der Bezirksvorsitzende der ,Malawi Congress Party‘, vor. Das war am 4. Januar 1973. Zwölf Zeugen, darunter auch ich, waren bei dieser Zusammenkunft anwesend. Uns allen wurde befohlen, Parteikarten zu kaufen. Aber wir erklärten, daß wir keine Parteikarte kaufen würden. Mr. Dindi und die anderen regten sich so auf, daß sie uns befahlen, Malawi auf der Stelle zu verlassen. Wir durften nichts mitnehmen. Wir alle flohen in kleinen Gruppen in den Busch. Am nächsten Tag, als ich auf der Flucht war, erzählten mir meine Verwandten, daß einer der Zeugen, die mit uns am vorigen Tag bei der Zusammenkunft gewesen waren, getötet worden war.“

      Geleson Esaya, ein Zeuge Jehovas aus dem Dorf Mwelekela, berichtet: „Am 2. Januar 1973 wurden wir zu einer Zusammenkunft eingeladen, die in Mwelekela abgehalten werden sollte. Der Dorfvorsteher Lombwa sollte den Vorsitz führen. Wir waren insgesamt zwanzig Zeugen. Während dieser Zusammenkunft wurden wir aufgefordert, Mitgliedskarten der ,Malawi Congress Party‘ zu kaufen, sonst hätten wir den Tod zu erwarten. Wir erklärten, daß wir keine Karte kaufen würden Dann befahl uns der Dorfvorsteher das Dorf sofort zu verlassen. Wir erklärten freundlich, aber bestimmt, daß wir einen Brief von ihm wünschten, in dem er erklärte, weshalb er uns aus dem Dorf wies. Das lehnte er ab. Wir entschlossen uns dann, zur Polizeiwache in Mchinji zu gehen. Doch statt uns zuzuhören, befahl uns der verantwortliche Beamte, in das Dorf zurückzukehren. Wir hatten daher keine andere Möglichkeit, als Malawi zu verlassen.“

      Viele weitere Augenzeugenberichte zeugen von der gleichen unmenschlichen Behandlung. Jeder einzelne der über einhundert Zeugen; die interviewt wurden, bestätigte, daß die Regierung absolut nichts unternommen hatte, um der Verfolgung Einhalt zu gebieten. Sie alle befürchteten, daß sich die Lage noch verschlimmern würde. Infolgedessen sind viele von ihnen in den Busch geflohen und haben Malawi noch einmal verlassen.

      Die Flüchtlinge in Moçambique

      Tausende von Zeugen Jehovas waren schon in das benachbarte Moçambique geflohen, als im Jahre 1972 die Verfolgung ausbrach. Jetzt sind einige von denen, die vor kurzem „repatriiert“ und dann gezwungen wurden, wieder aus Malawi zu fliehen, dorthin gegangen.

      Wie verhält es sich gegenwärtig mit den Zeugen Jehovas, die nach Moçambique geflohen sind? Auch sie haben es nicht leicht, aber es scheint dort keine offene Verfolgung zu geben. Das Leben dort ist zwar schwer und der Arbeitstag sehr lang und anstrengend, doch die Regierung dieses Landes hat die Zeugen nicht mißhandelt.

      Die Zeugen halten sich in gewissen Gebieten in der Nähe der Grenze auf, die sie nicht verlassen dürfen, und dort hat man ihnen etwas Land gegeben. Sie sind aufgefordert worden, sich das Land urbar zu machen und Feldfrüchte anzubauen. Auf diese Weise werden sie in der Lage sein, selbst für Nahrung zu sorgen. Jehovas Zeugen in anderen Gegenden haben sich bemüht, in diese Gebiete Lebensmittel zu schicken, aber die Behörden haben das Angebot abgelehnt und erklärt, sie würden mit der Situation selbst fertig werden.

      Die portugiesischen Behörden waren so freundlich, den Flüchtlingen über 100 Hektar zusätzliches Land zu geben, damit sie in der Nähe von Fort Mlangeni ein Lager aufrichten konnten. Die Behörden waren sehr davon beeindruckt, daß die Zeugen gleich an die Arbeit gingen und das Lager gut organisierten. Sie bauten Waschräume für Männer, für Frauen und für Kinder. Sie bauten ihr eigenes Krankenhaus, in dem Hebammen bei Geburten Hilfe leisteten — und bis zum 15. Dezember waren 78 Babys zur Welt gekommen! Es wurde berichtet, daß es zu dieser Zeit dort 7 670 Zeugen Jehovas gab.

      In der zweiten Dezemberhälfte hatte ein Bezirksaufseher der Zeugen Jehovas die Gelegenheit, einige dieser Gebiete zu besuchen. Er berichtete über die harte Arbeit, die sie dort leisteten, aber auch, daß sie nicht verfolgt wurden. Er stellte fest, daß man es den Zeugen erlaubte, christliche Zusammenkünfte abzuhalten und die Bibel zu studieren.

      Ja, Jehovas Zeugen tauften im Dezember 217 Personen in den Flüchtlingslagern in Moçambique. Das zeigt, daß einige der Flüchtlinge ungetaufte, interessierte Personen waren.

      Anständige Menschen sind entsetzt

      Anständige Menschen in der ganzen Welt sind über die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Malawi bestürzt und entsetzt. Und Malawi ist dabei in einen sehr schlechten Ruf gekommen.

      Viele Personen, die keine Zeugen Jehovas sind, haben ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Sie sagen, daß sie Jehovas Zeugen als anständige, gesetzestreue Menschen kennen, die wirklich Gott lieben. Ein solcher Kommentar von einer Person, die auf den Bahamainseln lebt, wurde im Guardian, einer führenden britischen Zeitung, veröffentlicht. Dieser Brief an den Herausgeber war eine Reaktion auf einen früheren Artikel im Guardian, in dem die grausame Verfolgung der Zeugen Jehovas beschrieben worden war. In diesem Brief hieß es:

      „Als ich den Artikel ,Zeugen ermordet‘ gelesen hatte, kamen mir die Tränen. Ich kenne diese Leute, und jeder andere, der sie kennt, weiß, daß kein Zeuge in irgendeinem Teil der Welt eine solche Behandlung verdient. ...

      Würden Sie nicht auch sagen, daß sie Gott mehr lieben als irgend etwas anderes auf der Erde? Wenn ein Mann grausam zu Tode geprügelt wird, weil er sich weigert, sich einer Bande anzuschließen, die andere Menschen tötet, was ganz im Gegensatz zu Gottes Wort steht, sollte uns dann nicht gleich etwas an ihm auffallen?

      Dieser Mann glaubt an seinen Gott, liebt ihn und vertraut auf ihn. Natürlich wäre es leichter gewesen, der Partei beizutreten und am Leben zu bleiben, aber dann wäre das, was er gelehrt hatte, nur leeres Gerede und daher im Widerspruch zu dem Glauben eines wahren Christen gewesen. ...

      Mit anderen Worten, es war für sie eine Ehre, für den Gott zu sterben, den sie so sehr liebten. ...

      Sie achten sehr darauf, nicht die Gesetze des Landes zu brechen, in dem sie leben, aber sie werden auch niemals die Gesetze ihres Gottes brechen.

      Ich bin kein Zeuge Jehovas, aber ich habe sie sehr genau beobachtet, und ich finde, daß sie mit die nettesten Menschen sind, denen ich je begegnet bin. Man kann in ihre Augen sehen und weiß, daß sie den Gott lieben und an den Gott glauben, von dem sie anderen so geduldig und eifrig zu predigen suchen.“

      Und die amerikanische Zeitschrift The Christian Century hatte folgendes zu sagen:

      „Vielen Christen erscheinen die Zeugen aufdringlich, aber ihre hartnäckige Weigerung, angesichts von Verfolgung und Gewalttat hinsichtlich ihres Glaubens Kompromisse zu schließen, sollte in uns allen zumindest etwas Bewunderung hervorrufen. In diesen Tagen, in denen der Nationalismus um sich greift, sind Jehovas Zeugen eine der wenigen Gruppen, die immer noch offen die christliche Ansicht vertreten, daß man Gott mehr gehorchen muß als Menschen. Und in den Vereinigten Staaten, wo man eine verworrene Vorstellung über einen religiösen Staat hat, ist es wohltuend, daß uns Jehovas Zeugen daran erinnern, wem wir in erster Linie untertan sein sollten.“

  • Eine wichtige Hilfe in einer Zeit der Not
    Erwachet! 1973 | 8. Mai
    • Eine wichtige Hilfe in einer Zeit der Not

      IN DER ganzen Welt, in über 200 Ländern, haben sich Jehovas Zeugen große Sorgen um ihre christlichen Bruder aus Malawi gemacht. Es sind alle möglichen Anstrengungen gemacht worden, um ihnen zu helfen. Darüber hinaus haben Jehovas Zeugen etwas Weiteres getan, was von großer Wichtigkeit ist.

      Und was ist das? Jeden Tag steigen in der ganzen Welt die Gebete von Hunderttausenden dieser Christen zugunsten ihrer Brüder in Malawi zu Gott empor. Diese Gebete werden von Einzelpersonen, in kleinen Gruppen, bei Versammlungszusammenkünften und bei größeren Kongressen gesprochen.

      Was haben sie bewirkt?

      Was haben all diese Millionen Gebete, die zu Gott aufgestiegen sind, bewirkt? Sind sie erhört worden? Woher wissen wir es?

      Zweifellos haben diese Gebete ihren beabsichtigten Zweck erfüllt!

      Wer jedoch mit der Bibel nicht vertraut ist, mag dies bezweifeln. Er mag fragen: „Wie könnt ihr sagen, daß eure Gebete erhört worden sind, wenn doch die Verfolgung weitergeht?“

      Die Antwort darauf kann man erhalten, wenn man feststellt, was der Inhalt dieser Gebete ist. Jehovas Zeugen haben Gott nicht gebeten, jegliche Verfolgung zu verhindern. Gott sagt selbst in seinem Wort voraus: „In der Tat werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden.“ (2. Tim. 3:12) Jesus selbst sagte: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ — Joh. 15:20.

      Auch sagte Jesus über die Zeit der Menschheitsgeschichte, in der sich das gegenwärtige böse System der Dinge seinem Ende nähern würde: „Dann wird man euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein.“ (Matth. 24:9) Daher wissen Jehovas christliche Zeugen, daß über Gottes Volk Verfolgung kommen wird.

      Worum beten denn dann diese Christen unter solchen Umständen? Sie beten darum, daß ihre christlichen Brüder, die unter Verfolgung zu leiden haben, die geistige Kraft erhalten mögen, im Glauben festzustehen. — Kol. 4:12.

      Als Christus Jesus verfolgt wurde, bat er Gott nicht, ihn von jeglicher Verfolgung zu befreien. Er blieb auch unter Mißhandlungen fest im Glauben. Er schloß keine Kompromisse, um der Verfolgung zu entgehen. In gleicher Weise haben Jehovas Zeugen im ganzen Land Malawi trotz Verfolgung ihren Glauben an Gott bewahrt.

      Somit ist es sicher, daß die Gebete von Christen in dieser Angelegenheit zu Gott gelangt und auch erhört worden sind. Es ist

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