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  • Wie man feststehen kann in dieser Zeit des Endes
    Der Wachtturm 1972 | 1. Juni
    • Wie man feststehen kann in dieser Zeit des Endes

      „Betragt euch auf eine Weise, die der guten Botschaft über den Christus würdig ist ..., daß ihr feststeht ... für den Glauben der guten Botschaft ... und euch in keiner Hinsicht von euren Gegnern erschrecken laßt.“ — Phil. 1:27, 28.

      1. (a) Welche Lage besteht, seitdem das erste Menschenpaar sündigte, und wer sind die Leidtragenden? (b) Wie lenkt Jehova den Lauf der Dinge, und was wird das Endergebnis sein?

      SEIT der Zeit, da Adam und Eva in die verbotene Frucht bissen, wird die Menschheit von Satan, dem Teufel, bedrängt, denn seit jenem Tag herrscht zwischen Jehova Gott und diesem ruchlosen Widersacher erbitterte Feindschaft. (1. Mose 3:15) Es ist ein Kampf im Gange, der im Laufe der Jahrhunderte immer heftiger geworden ist und nun sehr bald zu seinem Höhepunkt kommt. Jeder Mensch ist in diesen Kampf verwickelt, besonders die Diener Jehovas, denn sie sind das Angriffsziel des Teufels und seiner Dämonen. Wenn du ein Diener Gottes bist, dann weißt du, wie wahr dies ist. Du solltest dann auch wissen, daß diese Bösen nun sehr bald einen gewaltigen Angriff auf Jehovas Volk unternehmen werden. Hesekiel sagte dies mit folgenden Worten voraus: „Und du [Satan] wirst ganz bestimmt wider mein Volk Israel [Jehovas Zeugen] heraufziehen wie Wolken, um das Land zu bedecken. Im Schlußteil der Tage wird es geschehen, und ich werde dich gewißlich wider mein Land herbeiführen, damit die Nationen mich erkennen, wenn ich mich vor ihren Augen an dir, o Gog, heilige.“ — Hes. 38:16.

      2. Was sollten Christen zu ihrem Schutz jetzt tun?

      2 Es ist daher notwendig, ja sogar dringend notwendig, daß wir uns jetzt Jehova Gott nahen und immer besser erkennen, daß wir in allen Situationen des täglichen Lebens auf seinen Schutz angewiesen sind. Wir sollten bei ihm Schutz suchen, wie ein Jungtier bei seiner Mutter Schutz sucht und nicht von ihrer Seite weicht, wenn ein Feind in der Nähe auf der Lauer liegt. Der Feind, der uns Christen auflauert, ist ‘ein brüllender Löwe, der uns zu verschlingen sucht’, indem er darauf ausgeht, unsere geistige Gesinnung zu untergraben und uns zu veranlassen, unsere Lauterkeit gegenüber Gott aufzugeben. (1. Petr. 5:8) Wir müssen uns daher der Notwendigkeit, uns Jehova, unserem himmlischen Beschützer, zu nahen, bewußt sein.

      3. Welche Einrichtung hat Jehova geschaffen, um Christen zu helfen, geistig stark zu bleiben, und wozu ermahnt uns Paulus in seinem Brief an die Hebräer?

      3 Jehova Gott sorgt durch die Organisation seines „treuen und verständigen Sklaven“ für eine sehr gesunde und ausgeglichene Kost, die uns geistig stärkt. (Matth. 24:45-47) Überlegen wir einmal: Für jede Woche sind in den mehr als 27 100 Versammlungen in der ganzen Welt fünf geistige „Mahlzeiten“ vorgesehen. Es ist nicht nur wichtig, sondern zwingend notwendig, daß wir uns durch nichts vom Besuch dieser Zusammenkünfte abhalten lassen. Nach den ermahnenden Worten des Apostels Paulus an die Hebräer sollten wir „an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten“ und „aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern“. Beachten wir, daß der Apostel die Christen schon vor neunzehnhundert Jahren eindringlich ermahnte, die Gemeinschaft mit der Versammlung nicht zu vernachlässigen; wieviel mehr trifft dies auf uns zu, die wir ‘den Tag herannahen sehen’. Das Zusammenkommen, um geistige Nahrung aufzunehmen, ist für unser Dasein weit wichtiger als die drei Mahlzeiten, die wir täglich zu uns nehmen, um körperlich gesund zu bleiben. — Hebr. 10:23-25.

      4. Was sollten wir, abgesehen davon, daß wir die Zusammenkünfte besuchen, zu unserem Nutzen noch tun? Warum?

      4 Es ist für uns aber nicht nur von Vorteil, alle diese dem Bibelstudium gewidmeten Zusammenkünfte zu besuchen, sondern noch wichtiger ist, daß wir uns daran beteiligen. Das setzt natürlich voraus, daß wir uns vorbereiten. Ist es dir in diesem Zusammenhang schon aufgefallen, an welchen Abschnitt eines Wachtturm-Studienartikels du dich am besten erinnern kannst? Nicht an den (oder die) zu dem du selbst einen Kommentar gegeben hast? Dem ist so, weil du diesem Abschnitt besondere Aufmerksamkeit geschenkt hast. Du hast ihn studiert und hast darüber nachgedacht, und das hat es dir ermöglicht, einen guten Kommentar zu geben. Du hast dich also auch darüber geäußert. Du hast dich mit den Gedanken in dem betreffenden Abschnitt viel eingehender beschäftigt als mit den anderen. Das gleiche gilt auch für die im Abschnitt angegebenen Bibeltexte. Du kannst dich viel besser an den Stoff erinnern, wenn du sie aufschlägst und dir die Zeit nimmst, sie nachzulesen, um festzustellen, welche Verbindung zwischen diesen Texten und dem behandelten Thema besteht. Das wird dir nicht nur helfen, die Gedanken im Gedächtnis zu behalten und sie dir zu eigen zu machen, sondern du wirst dadurch auch das Thema besser verstehen.

      5. Wie wichtig ist das persönliche Studium?

      5 Das persönliche regelmäßige Bibelstudium ist unbedingt notwendig; wir sollten die Bibel ebenso fleißig studieren, wie wir die Zusammenkünfte besuchen. Wir sollten uns zum Beispiel, wenn wir eine bestimmte Zeit für das Studium reserviert haben — sagen wir fünfzehn bis zwanzig Minuten —, durch nichts daran hindern lassen, unser Programm durchzuführen. Die geistige Speise, die wir dadurch zu uns nehmen, gibt uns die Kraft, mit den täglichen Problemen, denen wir bei der Arbeit, in der Familie und im Predigtdienst begegnen, fertig zu werden. Die Anwendung biblischer Grundsätze und Gesetze, mit denen wir durch das Lesen der Bibel bekannt werden, hilft uns auch, viele Probleme zu vermeiden. Wir lernen, von der aus dem Worte Gottes gewonnenen Weisheit Gebrauch zu machen. (Spr. 2:10, 11) Denken wir stets daran, daß es nur einen Quell gibt, aus dem wir geistige Kraft schöpfen können, und dieser Quell ist Jehova. Ohne seinen Geist können wir nichts tun.

      ZU JEHOVA BETEN

      6. Dürfen wir um Erhörung unserer Gebete bitten und erwarten, daß sie erhört werden? Unter welchen Voraussetzungen werden Gebete erhört?

      6 Hast du dich je darüber gewundert oder dir überlegt, wie sehr sich Jehova dadurch herabläßt, daß er uns gestattet, mit ihm zu reden? Ja er berücksichtigt uns sogar so weit, daß er unsere Bitten um Führung und Leitung erhört. Diese Tatsache wird uns in Lukas 11:10-13 mit den Worten vor Augen geführt: „Denn ... jedem, der anklopft, wird geöffnet werden. ... Wenn nun ihr, obwohl ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ Welch ein Trost zu wissen, daß wir uns Jehova jederzeit nahen können und daß er uns durch seinen heiligen Geist und sein geschriebenes Wort leitet! Durch eine weitere Erklärung, die Johannes unter Inspiration niederschrieb, läßt uns Gott wissen, daß er unsere Worte hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten. „Und dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben, daß er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten. ... wenn wir wissen, daß er uns in dem, worum irgend wir bitten, hört, wissen wir, daß wir die erbetenen Dinge haben werden, da wir sie von ihm erbeten haben.“ (1. Joh. 5:14, 15) Es ist wohltuend zu wissen, daß wir mit der Erhörung unserer Bitten rechnen können, sofern sie Gottes Willen entsprechen.

      7. Dürfen wir erwarten, daß Jehova uns unsere Fehler und Sünden vergibt?

      7 Schließt das nicht ein, daß wir, wenn wir gefehlt haben — und wir machen alle Fehler —, Jehova auch um Vergebung bitten können? Sollten wir dann nicht anerkennen, daß er uns unsere Sünden vergibt? Wenn nicht, warum dann überhaupt beten? Wie tröstlich ist es doch zu wissen, daß er unsere Gebete erhört und uns unsere Übertretungen vergibt.

      8. (a) Wen dürfen wir um Hilfe bitten, wenn wir gewisse Aufgaben zu erfüllen haben? (b) Welches vortreffliche Muster eines Gebets gab Jesus seinen Jüngern? (c) Ist es richtig, in Prüfungen Jehova um Hilfe und Leitung zu bitten?

      8 Sollten wir, wenn Jehova uns durch seine Organisation vor eine uns schwierig oder gar unlösbar erscheinende Aufgabe stellt, ihn nicht um Hilfe bitten, bevor wir ein solches Vorrecht ablehnen? Ganz bestimmt! Er hört unsere Gebete und unsere Bitten — „das Gebet der Gerechten hört er“. (Spr. 15:29) Er lädt uns ein, mit unseren Bitten zu ihm zu kommen — „laßt ... eure Bitten bei Gott bekanntwerden“. (Phil. 4:6) Warum nicht täglich beten? Jesus empfiehlt uns das tägliche Gebet, indem er uns auffordert, Gott die Bitte: „Gib uns heute unser Brot für diesen Tag“ und andere Bitten vorzutragen. (Matth. 6:9-13) Darin haben wir ein vortreffliches Muster für das Gebet. Das Gebet ist ein Mittel, durch das wir mit dem großen Schöpfer, Jehova, reden können. Wir sollten das volle Vertrauen haben, daß er uns unter allen Umständen und in jeder Situation hilft und uns stärkt. Wir sollten uns glücklich schätzen, um seines Namens willen und wegen der Durchführung unseres Predigtauftrages Prüfungen zu erdulden. Jakobus schreibt: „Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn beständig lieben.“ Wenn wir in eine kritische Situation geraten, so sollten wir daran denken, daß wir nicht von Jehova versucht werden, denn wir lesen: „Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgend jemand.“ — Jak. 1:12, 13.

      UNSER DENKMUSTER

      9. Welche Rolle spielt unser Denkmuster, und worauf sollten unsere Gedanken vor allem gerichtet sein?

      9 Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Wie ein Mensch denkt, so ist er.“ Folglich müssen wir unseren Geist mit guten Gedanken anfüllen, mit Gedanken, die uns helfen, ewiges Leben zu erlangen. Sollten wir also unsere Aufmerksamkeit nicht auf das Königreich richten, das Jehova uns in Aussicht stellt? Das würde bedeuten, daß wir sorgfältig auf die Wahrung der Königreichsinteressen bedacht sind und unsere persönlichen Wünsche diesen unterordnen. Das stimmt auch mit den Worten Jesu überein: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und Seine Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ (Matth. 6:33) Das spielte im Leben Jesu die wichtigste Rolle. Er ermahnte seine Nachfolger vor neunzehnhundert Jahren, ähnlich zu denken, und das gilt auch für uns heute.

      10. (a) Was müssen wir tun, wenn wir in Verbindung mit unserer Predigttätigkeit feststehen möchten? Womit mögen wir mitunter rechnen müssen? (b) Sollten wir nur unter günstigen Verhältnissen predigen?

      10 Wenn das Königreich den Mittelpunkt unserer Interessen bildet, dann denken wir an das Königreich und an unsere Zukunftshoffnung, und das stärkt uns. Wir werden dadurch von uns selbst abgelenkt, wenn wir eingesperrt sind oder verfolgt und bedrängt werden oder Schmerzen erleiden. Das ist unbedingt erforderlich, wenn wir feststehen und unsere Lauterkeit gegenüber Jehova bewahren möchten. Wir sind verpflichtet, festzustehen und für die wahre Anbetung einzutreten, wenn man die Rechtmäßigkeit unserer christlichen Predigttätigkeit anzweifelt oder uns das Recht zu predigen absprechen will. (Pred. 12:13) Wir müssen damit rechnen, daß Regierungen die Verkündigung der guten Botschaft von Gottes Königreich verbieten oder versuchen, uns einzuschüchtern, wie das in einigen Ländern bereits geschehen ist. Sollte uns das veranlassen, die Predigttätigkeit aufzugeben? Wir sollten zu demselben Schluß kommen wie die Apostel Petrus und Johannes, als ihnen geboten wurde, ihre Predigttätigkeit in Jerusalem einzustellen. Es wurde ihnen gesagt, sie dürften nicht mehr im Namen Jesu predigen. Sie wurden sogar geschlagen, bevor man sie freiließ. Sie wurden deswegen nicht untreu und gaben ihre Tätigkeit nicht auf. Im Gegenteil, sie waren „voll Freude, weil sie würdig geachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen. Und jeden Tag fuhren sie im Tempel und von Haus zu Haus ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkünden.“ (Apg. 5:40-42) Auch der Apostel Paulus lenkt in seinem Brief an Timotheus unsere Aufmerksamkeit auf den Standpunkt, den ein Christ gegenüber der reinen Anbetung einnehmen sollte: „Predige das Wort, halte dringend darauf in günstiger Zeit, in unruhvoller Zeit ..., verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers.“ (2. Tim. 4:2, 5) Das zeigt uns ebenfalls, daß der Christ feststehen sollte, ungeachtet dessen, ob die Predigttätigkeit verboten ist oder nicht. Jehovas Zeugen predigen sowohl unter „unruhvollen“ Verhältnissen als auch unter günstigen.

      11. Welchen besonderen Rat gab Jesus für gefährliche Zeiten?

      11 In gefährlichen Zeiten gilt es jedoch, vorsichtig zu sein und die Predigttätigkeit auf die bestmögliche Weise durchzuführen. Daß in einem solchen Fall Umsicht am Platze ist, zeigen auch folgende Worte Jesu: „Ich sende euch aus wie Schafe inmitten von Wölfen; darum erweist euch vorsichtig wie Schlangen und doch unschuldig wie Tauben.“ (Matth. 10:16) Ja, wir müssen insofern unschuldig sein, als wir kein Unrecht begehen und in bezug auf unsere christliche Stellung vor Jehova keine Kompromisse schließen dürfen, aber in gewissen Fällen müssen wir auch klug sein.

      12. (a) Geben Christen das „Zusammenkommen“ auf, wenn das Werk verboten ist? (b) Welche Vorsichtsmaßnahmen können getroffen werden?

      12 In Zeiten der Verfolgung oder wenn das Werk sogar verboten ist, spielt die geistige Speise für die geistige Gesundheit eine wichtige Rolle. Der Rat des Apostels Paulus, ‘das Zusammenkommen nicht aufzugeben’, sollte dann erst recht befolgt werden. Wahrscheinlich wird es unter diesen Umständen nicht gestattet sein, als große Versammlung zusammenzukommen, wie das in Zeiten der Freiheit möglich ist. In diesem Fall sollten uns die Worte Jesu trösten: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ (Matth. 18:20) Das zeigt, daß es wichtig ist, selbst in kleinen Gruppen, vielleicht in einer Privatwohnung, zusammenzukommen. Gut wäre aber, man würde, wenn man solche Zusammenkünfte besucht, einzeln oder nur zu zweit bei der Versammlungsstätte eintreffen, um keinen Verdacht zu erwecken. Es hat sich gezeigt, daß das Zusammenkommen sowohl unter schwierigen als auch unter günstigen Verhältnissen wichtig, ja unerläßlich ist. Es mag in einem solchen Fall auch gut sein, auf das Singen zu verzichten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

      13, 14. (a) Wie können Christen geistig gesund bleiben, selbst wenn sie keine neuen biblischen Schriften haben? (b) Was sollte man tun, wenn man von jeder Verbindung abgeschnitten oder eingesperrt ist?

      13 Was aber studieren? Angenommen, es stehen keine neuen biblischen Schriften zur Verfügung? Wäre es dann nicht angebracht und richtig, irgend etwas, was vorhanden ist, zu studieren? Wenn keine Hilfsmittel zum Bibelstudium vorhanden sind, sollte man froh sein, wenigstens die Bibel zu haben. Fehlt auch die Bibel, dann kommen Christen trotzdem zusammen und sprechen miteinander über die biblischen Wahrheiten, an die sie sich noch erinnern, um sich gegenseitig geistig zu erfrischen und anzuregen. Der Apostel Petrus schrieb: „[Ich wecke] durch Erinnerung euer klares Denkvermögen auf ..., damit ihr der zuvor von den heiligen Propheten geredeten Worte und des durch eure Apostel mitgeteilten Gebotes des Herrn und Retters gedenkt.“ (2. Petr. 3:1, 2) Er bemühte sich, seine christlichen Brüder zu stärken, um sie auf bevorstehende schwierige Zeiten vorzubereiten. Diese Notwendigkeit besteht in manchen Gebieten auch heute.

      14 Was würdest du tun, wenn du im Gefängnis oder sonst irgendwie von jeder Verbindung mit anderen Dienern Gottes abgeschnitten wärst? In einem solchen Fall wäre es gut, man würde sich alle Bibeltexte, an die man sich erinnern kann, aufschreiben und dann immer neue, die einem in den Sinn kommen mögen, hinzufügen. Man könnte dann diese Worte Gottes, des Allmächtigen, wiederholen, um so geistig rege zu bleiben und die göttlichen Forderungen, ungeachtet der Verhältnisse, nie zu vergessen.

      15. Wie kann gepredigt werden, wenn es nicht öffentlich getan werden darf?

      15 Wenn nicht öffentlich gepredigt werden darf, könnte man, um keinen Verdacht zu erwecken, in einem Gebiet in einem Haus vorsprechen und dann in ein anderes Gebiet gehen und dort in einem Haus vorsprechen usw. Aber selbst dann wäre es gut, Notizen darüber zu machen, wo man Menschen gefunden hat, die Interesse zeigten und die man wieder besuchen möchte, wie wir es auch heute tun, wenn wir in spärlich besiedelten Gebieten tätig sind. Wichtig ist, daß allen, die empfänglich sind, Speise vermittelt und geholfen wird. An einigen Orten, wo es die Verhältnisse erforderten, haben Christen auch schon von verschiedenen Möglichkeiten, sich zu verkleiden, Gebrauch gemacht. Man könnte zum Beispiel einen Wendemantel tragen, bei dem man in einer kritischen Situation die Innenseite nach außen kehren könnte und so nicht mehr zu erkennen wäre. Das wäre kein Zeichen von Furcht, sondern man würde dadurch Kriegslist anwenden, um zu vermeiden, daß man erkannt wird.

      16. Was sollten Christen tun, wenn es nicht mehr möglich ist, von Tür zu Tür zu predigen?

      16 Wenn es nicht mehr möglich ist, von Tür zu Tür zu predigen, kann man sich immer noch dem gelegentlichen Zeugnisgeben widmen. Diese Methode wird heute in vielen Ländern in der ganzen Welt angewandt. An manchen Orten knüpfen wahre Diener Jehovas Gespräche an, während sie auf den Bus warten, wenn sie mit dem Bus oder Zug unterwegs sind oder wenn sie in einem Park sitzen. Man könnte zuerst etwas über die Weltlage sagen oder irgendeine freundliche Bemerkung machen, um jemand ins Gespräch zu ziehen. Wenn man erfährt, wie er denkt, kann man feststellen, auf was für ein Thema man das Gespräch bringen könnte. Auch in einem solchen Fall ist es wichtig, mit Personen, die an der Bibel oder an Gottes gerechtem Königreich aufrichtig interessiert sind, in Verbindung zu bleiben und ihnen zu helfen. Man sollte aber vorsichtig sein, um nicht in eine Falle zu geraten.

      17. Wie können Bibelstudien — bekanntlich die beste Möglichkeit, Interessierten zu helfen — unter solchen Umständen durchgeführt werden?

      17 Aus Erfahrung wissen wir, daß man Interessierten am besten helfen kann, wenn man mit ihnen die Bibel studiert. Es ist daher unser Wunsch, uns, wenn irgend möglich, weiterhin diesem wichtigen Zweig unserer Predigttätigkeit zu widmen. Unter schwierigen Verhältnissen mag man die Besuche zu verschiedenen Tageszeiten durchführen müssen, damit man nicht durch eine bestimmte Regelmäßigkeit Verdacht erweckt. Ohne Zweifel werden diese Personen, sobald sie die Wichtigkeit des Predigtdienstes erkennen, mit an deren über Gottes wunderbare Vorkehrungen für gottesfürchtige Menschen sprechen. Auf diese Weise mag man mit anderen Interessierten in Berührung kommen, die man dann ebenfalls besuchen kann, und so mag man seinen Predigtdienst ständig ausdehnen. Das entspricht auch den ermahnenden Worten des Paulus an Timotheus, die er kurz vor dem Ende seines irdischen Dienstes äußerte: „Doch der Herr stand mir bei und flößte mir Kraft ein, damit durch mich die Verkündigung völlig durchgeführt werde und alle Nationen sie zu hören bekämen; und ich wurde aus dem Rachen des Löwen befreit.“ — 2. Tim. 4:17.

      FESTSTEHEN

      18. Was möchte Satan heutzutage erreichen? Was sagte Petrus zu unserer Stärkung?

      18 Denken wir daran, daß Satan, der Urteufel, heute versucht, Christen zu verführen, wie er das erste Menschenpaar verführte. Er wendet dabei raffinierte Mittel und auch Einschüchterungsmethoden an. Bekanntlich brüllt der Löwe laut, wenn er einen Beutezug unternimmt. So ähnlich „brüllt“ heute Satan durch den Nationalismus oder durch Babylon die Große, um Christen einzuschüchtern und zu Kompromissen zu veranlassen. Doch gerade unter diesen Umständen gilt es, die ernste Ermahnung des Apostels Petrus zu beachten, „festzustehen“ und nicht zu erschrecken und aus Furcht vor Verfolgung, Schlägen oder Einkerkerung den Glauben zu verlieren. — 1. Petr. 5:8-11.

      19. (a) Sollten wir uns vor grausamen Verfolgungen fürchten? (b) Welchen Entschluß müssen wir fassen, wenn wir möchten, daß Jehova uns segnet und unsere Gebete erhört

      19 Einige mögen denken: „Ich könnte so etwas wie die grausame Verfolgung, die Jehovas Zeugen in Deutschland erlebten, oder die Vergewaltigungen, die an christlichen Frauen in Malawi verübt wurden, niemals ertragen.“ Es tröstet uns zu wissen, daß Jehova nicht zuläßt, daß wir mehr ertragen müssen, als was wir ertragen können. Das bestätigen die Worte in 1. Korinther 10:13: „Er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt.“ Wir müssen allerdings etwas sehr Wichtiges tun: Wir müssen den Entschluß fassen festzustehen. Solange dieser Entschluß nicht gefaßt ist, mag Jehova nichts tun und seinen Segen zurückhalten. Er kann in diesem Stadium nichts segnen. Sobald wir aber diesen Entschluß gefaßt haben, stärkt uns Jehova, damit wir unsere Lauterkeit bewahren können. Natürlich ist es angebracht, Jehova darum zu bitten, daß er uns lenken und uns helfen möge, den richtigen Entschluß zu fassen. Treue Diener Gottes, des Allmächtigen, sind immer die Zielscheibe der boshaften Angriffe Satans gewesen. Alle, die unter schwierigen Verhältnissen ihre Treue bewahrt haben — von Abel bis zu Johannes dem Täufer und auch viele Christen seither —, werden uns als nachahmenswerte Beispiele hingestellt.

      WAS HILFT CHRISTEN FESTZUSTEHEN?

      20, 21. (a) Wer sind unsere Hauptfeinde? (b) Was empfahl Paulus den Ephesern zu ihrem Schutz? (c) Auf wen müssen wir ausschließlich vertrauen, selbst wenn wir in Todesgefahr sein mögen?

      20 Um festzustehen, benötigen wir als erstes die Kraft, die nur Jehova verleihen kann. Als zweites müssen wir unbedingt unsere Hauptfeinde, Satan, den Teufel, und die unter seiner Gewalt stehenden Dämonenhorden, erkennen. Eine Betrachtung des vortrefflichen Rates, den Paulus unter der Leitung des heiligen Geistes der Christenversammlung in der verderbten Stadt Ephesus gab, mag uns erkennen helfen, was uns die Kraft verleiht, die wir benötigen, um dem Erzfeind standzuhalten. Besonders im letzten Kapitel finden wir sehr treffende Ermahnungen. Paulus lenkt darin die Aufmerksamkeit auf den Angriff der unsichtbaren Feinde und weist gleichzeitig auf den Schutz hin. Gemäß dem elften Vers spornt er Christen an, ‘die vollständige Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit sie gegen die Machenschaften des Teufels standzuhalten vermögen’. Wer der Feind ist oder wie er angreift, darüber besteht kein Zweifel. Wir sehen, wie weltliche Obrigkeiten, Regierungen und andere Einrichtungen dem Willen Satans gehorchen, der dem gegenwärtigen System der Dinge vorsteht. (2. Kor. 4:4) Im Hinblick auf unsere kritischen Zeiten schrieb Paulus, daß nur eine vollständige, von Gott kommende Waffenrüstung Schutz bieten würde. Christen sollten ‘angetan sein mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit’ und ‘die Füße beschuht haben mit der guten Botschaft des Friedens’. Sie sollten ‘den großen Schild des Glaubens nehmen, mit dem sie alle brennenden Geschosse dessen, der böse ist, auslöschen könnten’. Sie sollten ferner ‘den Helm der Rettung entgegennehmen und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort, und mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geiste beten’. — Eph. 6:11-18.

      21 Daraus ersehen wir, welch große Bedeutung Paulus den Mitteln beimaß, die Jehova uns zum Schutz gegeben hat, und für wie wichtig er das Flehen durch Gebete bei jeder Gelegenheit hielt. Christen müssen wachsam bleiben, damit ihr Feind sie nicht durch Verfolgungen oder Versuchungen überlistet. Unser unbegrenztes Vertrauen auf den Schutz Jehovas sollte nie, auch nicht, wenn wir in Todesgefahr sind, erschüttert werden, sondern wir sollten stets daran denken, daß der Mensch nur den Leib töten kann, dann können wir auch die Gewißheit haben, daß Gott uns auferwecken wird. Paulus hatte dieses unerschütterliche Vertrauen, und deshalb konnte er, selbst als er in Rom in Ketten lag, die Christen in Ephesus anspornen, im Glauben festzustehen.

      22. Welche vortrefflichen und tröstlichen Worte schrieb Paulus an die Christen in Philippi? Gelten diese Worte auch für uns heute?

      22 Auch die Christen in Philippi wies Paulus als Gefangener in Rom mit herzlichen, aber bestimmten Worten darauf hin, daß sie mit Glaubensprüfungen rechnen müßten. Er schrieb ihnen daher folgendes: „Betragt euch auf eine Weise, die der guten Botschaft über den Christus würdig ist ..., daß ihr feststeht ... für den Glauben der guten Botschaft ... und euch in keiner Hinsicht von euren Gegnern erschrecken laßt.“ (Phil. 1:27, 28) Diese wertvollen Worte sind für uns, die wir in dieser „Zeit des Endes“ leben, genauso wichtig.

  • Bewahre deine Lauterkeit in Glaubensprüfungen
    Der Wachtturm 1972 | 1. Juni
    • Bewahre deine Lauterkeit in Glaubensprüfungen

      „Erachtet es für lauter Freude ..., wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, da ihr ja wißt, daß die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt.“ — Jak. 1:2, 3.

      1. Welches Ziel verfolgt Satan hauptsächlich, da er gegen Gottes Macht nicht ankommt?

      SATAN ist schon immer bestrebt gewesen, die Menschen zu überlisten und sie so weit zu bringen, daß sie sich gegen Gott wenden. Dieses Ziel verfolgte er bereits, als er veranlaßte, daß der erste Mensch, der Gott treu war, von dessen Bruder Kain getötet wurde. Dieses Ziel verfolgt er auch heute noch. In der Vergangenheit war Gottes begünstigtes Volk Israel sein besonderes Angriffsziel.

      2. (a) Welchen Auftrag gab Jehova Jeremia? Wie wurde dessen Botschaft aufgenommen? (b) Was erlebte Jeremia, und wer kam ihm zu Hilfe?

      2 Unter der Leitung Gottes, des Allmächtigen, mußte Jeremia jahrelang verkündigen, daß Jerusalem wegen der Vergehungen des Volkes, das dem Einfluß Satans erlegen war, vernichtet werde. Diese Botschaft wurde von den israelitischen Priestern und vom Volk damals nicht günstig aufgenommen. Man befahl Jeremia, aufzuhören zu predigen. Jeremia gab aber diesem Druck nicht nach. Man ergriff noch drastischere Maßnahmen gegen ihn. Selbst nachdem er in Gewahrsam gesetzt worden war, forderte er das Volk weiter auf, sich den Chaldäern zu ergeben, um am Leben zu bleiben. Ohne Zweifel unter der Leitung Satans nahmen damals die Juden Jeremia „und warfen ihn in die Zisterne Malkijas, des Sohnes des Königs, die im ,Wachthof‘ war. So ließen sie Jeremia an Stricken hinab. Nun war in der Zisterne kein Wasser, sondern Schlamm; und Jeremia begann in den Schlamm einzusinken.“ Jeremia befand sich damals in einer anscheinend hoffnungslosen Lage, aber er gab seinen Glauben nicht auf. Ein äthiopischer Eunuch namens Ebed-Melech, ein Diener im Hause des Königs, kam ihm zu Hilfe, indem er sich zu König Zedekia begab und ihm berichtete, was mit Jeremia geschehen war. Mit der Einwilligung des Königs holte Ebed-Melech Jeremia aus der Zisterne herauf, wobei er äußerst sorgfältig vorging, um ihn nicht zu verletzen. (Jer. 38:6-16) Das mag zeigen, wie Jehova seinen Dienern, die ihre Lauterkeit in schweren Prüfungen, ja sogar in Todesgefahr bewahren, beisteht. Schließlich wurde Jerusalem erobert und vernichtet, wie Jeremia es vorhergesagt hatte. Der treue Jeremia und sein Freund und Gefährte blieben jedoch am Leben.

      DIE MACHT DES NATIONALISMUS IN DER VORCHRISTLICHEN ZEIT

      3. Was verlangen Regierungen von Christen häufig, und wozu führt dies oft?

      3 Autoritäre und andere Regierungen setzen sich durch Verordnungen, die von den Bürgern Loyalität gegenüber dem Staat verlangen, häufig über das Recht des einzelnen auf Glaubens- und Gewissensfreiheit hinweg. Das führt dann dazu, daß Christen grausam verfolgt, eingesperrt oder gar getötet werden. Solche Methoden werden aber nicht erst heute, im 20. Jahrhundert, angewandt, sondern waren auch schon früher üblich.

      4. (a) Welche autoritäre Verordnung setzte Nebukadnezar in Kraft? (b) Wie handelten die drei treuen Hebräer? (c) Wer kam ihnen zu Hilfe, und wie?

      4 Ein Beispiel hierfür ist das, was in den Tagen des Königs Nebukadnezar geschah. Es wird berichtet, daß er in der Ebene Dura ein etwa siebenundzwanzig Meter hohes goldenes Bild errichtete. Dieses Bild sollte verehrt und angebetet werden, und so wurde eine Verordnung erlassen, daß beim Ertönen von Musik jedermann niederfallen und dieses Bild anbeten sollte. Das stand in direktem Widerspruch mit Gottes Gebot, sich nicht vor einem Bild oder Gleichnis von etwas, ‘was in den Himmeln, auf der Erde oder in den Wassern unter der Erde ist’, „niederzubeugen“. Bei einer Übertretung dieses Gebots würde Jehova nicht nur die bestrafen, die dies tun würden, sondern auch ihre Nachkommen bis zur dritten und vierten Generation. (2. Mose 20:4-6) Als die Musik ertönte, warfen sich alle Anwesenden nieder außer den drei Juden, Schadrach, Meschach und Abednego, die auffallend gottesfürchtig waren. Als der König darauf aufmerksam gemacht wurde, geriet er in Zorn. Er gab ihnen eine weitere Gelegenheit, sich niederzubeugen oder einen Kompromiß einzugehen. Die Musik sollte nochmals ertönen, und alle sollten sich nochmals niederbeugen. Dieser Versuch war genauso erfolglos wie der erste, weil sich diese Männer trotz der Drohung, in den Feuerofen geworfen zu werden, nicht von ihrer Lauterkeit gegenüber Jehova und von ihrem Entschluß, ihn allein anzubeten, abbringen ließen. (Dan. 3:1, 5, 6, 16-19) Obwohl sie wußten, daß es um ihr Leben ginge, wenn sie in den Feuerofen geworfen würden, sagten sie furchtlos zu Nebukadnezar, sie würden sich vor dem goldenen Bild nicht niederbeugen; sie erklärten, daß ihr Gott sie befreien könne, daß sie aber, selbst wenn er es nicht tue, diesem Bild nicht huldigen würden. Der Bericht zeigt, daß die Männer, die die drei Hebräer in den Feuerofen warfen, von den Feuerflammen getötet wurden, daß aber die Hebräer, die ihre Lauterkeit bewahrten, nicht einmal den Geruch des Feuers an sich hatten. — Dan. 3:27.

      5. Wie wurde Daniel auf seine Loyalität geprüft? Wie ging diese Prüfung aus?

      5 Der Prophet Daniel geriet in eine ähnliche Prüfung, weil er die Gewohnheit hatte, dreimal täglich an seinem Fenster nach Jerusalem hin zu beten. Einige Beamte und Satrapen unter Darius schmiedeten Unheil, indem sie eine Verordnung erwirkten, nach der dreißig Tage lang niemand eine Bitte oder ein Gebet an irgendeinen Gott außer an den König richten durfte. Dieser Erlaß wurde mit dem Ring des Königs versiegelt. Unverzüglich zeigte man mit dem Finger auf Daniel und klagte ihn an, weil er nach wie vor zu Jehova, dem wahren Gott, betete. Wer diese Verordnung übertrat und dabei ertappt wurde, daß er auf diese Weise betete, wurde zur Strafe in die Löwengrube geworfen. Daniel bewahrte seine Loyalität, und sein treuer Gott, Jehova, rettete ihn, indem er das Maul der Löwen verschloß. Auch in diesem Fall wurde Vergeltung geübt, denn die Männer, die Daniel angeklagt und veranlaßt hatten, daß er den Löwen vorgeworfen wurde, wurden schließlich selbst von den Löwen getötet. — Dan. 6:4-11, 20-28.

      6. Welche weiteren Gelegenheiten, Kompromisse zu schließen, boten sich Daniel und seinen drei Gefährten? Doch wie reagierten sie?

      6 Das war aber nicht die erste Prüfung, die diese treuen Diener Gottes überstanden, denn schon früher war ihnen die Gelegenheit geboten worden, ein verschwenderisches Leben zu führen, Wein zu trinken und die besondere Kost zu genießen, von der man sich in dem Palast, in dem sie untergebracht waren, nährte. Sie blieben indes standhaft, denn in Daniel 1:8 wird berichtet: „Daniel beschloß in seinem Herzen, sich mit den Delikatessen des Königs [die nach dem israelitischen Gesetz verboten waren] und mit seinem Trinkwein nicht zu verunreinigen. Und er erbat sich vom obersten Hofbeamten wiederholt, daß er sich nicht verunreinigen müsse.“ Er sagte: „Man möge uns etwas Gemüse geben, damit wir essen, und Wasser, damit wir trinken.“ — Dan. 1:12.

      7. Wie wurden viele treue Diener Gottes der vorchristliche Zeit behandelt, weil sie ihre Lauterkeit bewahrten?

      7 Viele weitere Diener Gottes, des Allmächtigen, die in der vorchristlichen Zeit lebten, wurden ähnlich geprüft. Einige von ihnen wurden getötet, andere wurden grausam mißhandelt, und viele „wurden gefoltert, weil sie keine Erlösung durch ein Lösegeld annahmen ..., andere erhielten ihre Erprobung durch Verspottungen und Geißelungen, in der Tat, mehr als das, durch Fesseln und Gefängnisse. Sie wurden gesteinigt, ... auf die Probe gestellt, ... zersägt, sie starben durch Hinschlachtung mit dem Schwert, ... [erlitten] Drangsal, Mißhandlung ...; und die Welt war ihrer nicht würdig.“ — Hebr. 11:35-38.

      DER GLAUBE DER ERSTEN CHRISTEN AUF DIE PROBE GESTELLT

      8. Welches war für Christus Jesus die schwerste Prüfung? Wer kam ihm zu Hilfe?

      8 Ein vortreffliches Beispiel für die Bewahrung der Lauterkeit gab uns Jehovas Sohn Christus Jesus. Die damaligen geistlichen Führer der Juden klagten ihn verschiedener Sünden an, die er nicht begangen hatte, und ließen ihn aufgrund dieser falschen Anschuldigungen töten. Einer Tat beschuldigt zu werden, die man nicht begangen hat, kann einem zur schwersten Prüfung werden. Jesus wurde einer solchen Prüfung unterzogen und daraufhin an einem Pfahl hingerichtet. Er wurde aber von Jehova nicht im Stich gelassen; denn am dritten Tag wurde er auferweckt, um schließlich die Stellung eines Königs im Himmel einzunehmen. — Apg. 10:40; 1. Kor. 15:4.

      9. Was sollte gemäß den Worten Jesu seinen treuen Nachfolgern widerfahren, und welche Tatsachen bestätigen seine Vorhersagen?

      9 Wir lesen, daß der Jünger nicht über seinem Lehrer steht noch ein Sklave über seinem Herrn. (Matth. 10:24) Ferner sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. ... Ja die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen.“ (Joh. 15:20; 16:2) Aufgrund dieses mahnenden Hinweises und aufgrund anderer Äußerungen Jesu wußten die Jünger, daß ihr Glaube wegen der fortgesetzten Verkündigung der Botschaft von Gottes Königreich ähnlich geprüft würde. Sie sollten nicht nur von ihrer eigenen Nation, von den Juden, mißhandelt werden, sondern auch von nichtjüdischen Herrschern. Jakobus war der erste Apostel, der getötet wurde, und zwar von dem nichtjüdischen König Herodes. „Er [Herodes] brachte Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert um.“ Er mißhandelte auch andere. „Der König Herodes [legte] Hand an einige von denen, die zur Versammlung gehörten, um sie zu mißhandeln.“ Das gefiel den Juden aber, denn wir lesen: „Als er sah, daß es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. ... er [setzte] ihn ins Gefängnis.“ — Apg. 12:1-4.

      10. Wer wurde außer den Aposteln noch verfolgt?

      10 Nicht nur die Apostel wurden verfolgt, sondern auch viele Jünger. Einer davon war Stephanus. Mit großem Freimut gab er einen wahrheitsgetreuen Bericht darüber, wie die Israeliten nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch zur damaligen Zeit die falsche Anbetung ausübten. Er sagte zu seinen Zuhörern: „Eure Vorväter ... töteten die, die über das Kommen des Gerechten im voraus Ankündigung machten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid ... Als sie nun diese Dinge hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie begannen mit den Zähnen gegen ihn zu knirschen. Darauf schrien sie mit lauter Stimme und hielten sich mit den Händen die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los. Und ... sie [begannen] ihn mit Steinen zu bewerfen. ... [und er] entschlief ... im Tode.“ — Apg. 7:52, 54, 57-60.

      11. Hörte Paulus auf zu predigen, als er im Gefängnis war?

      11 Der Apostel Paulus war im Gefängnis, weil er an seiner Lauterkeit gegenüber Gott festhielt, aber er hörte deswegen nicht auf zu predigen. Während seiner ersten Gefangenschaft in Rom „nahm [er] alle freundlich auf, die zu ihm hereinkamen, predigte ihnen das Königreich Gottes und lehrte sie ungehindert und mit dem größten Freimut der Rede die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen“. (Apg. 28:30, 31) In seinem letzten Brief, den er während seiner zweiten Gefangenschaft in Rom kurz vor seiner Hinrichtung schrieb, ermahnte er zur Treue.

      CHRISTEN IM ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERT

      12, 13. (a) Was sollte nach den prophetischen Worten Jesu im zwanzigsten Jahrhundert geschehen? (b) Wie erging es Christen, die ihre Lauterkeit bewahrten?

      12 Jesus sagte die Verkündigung der guten Botschaft vom Abschluß des gegenwärtigen „Systems der Dinge“ im zwanzigsten Jahrhundert voraus. Aufgrund der Hinweise, die er seinen Nachfolgern für diese „letzten Tage“ gab, wissen sie, was sie zu erwarten haben: „Ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein.“ „Wer aber bis ans Ende ausgeharrt haben wird, der wird gerettet werden. Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ — Matth. 24:9, 13, 14.

      13 Daß Christen an ihrer Lauterkeit festhalten und sich weigern, ihre Loyalität gegenüber Jehova aufzugeben, ärgert Angehörige dieses Systems der Dinge, die sich den nationalistischen Forderungen beugen, und so versuchen sie, sie zu veranlassen, ihren Bund mit Gott, dem Allmächtigen, zu verletzen. Die Christenheit unterstützt die Nationen in diesem Bemühen. Während des Ersten Weltkrieges kamen viele Zeugen Jehovas (Bibelforscher) ins Gefängnis, weil sie sich weigerten, Kriegsdienst zu leisten. In den letzten fünfzig Jahren sind Jehovas Zeugen fast ständig irgendwo auf der Erde verfolgt worden. Während des Zweiten Weltkrieges wurden sie besonders heftig verfolgt. Tausende von jungen Männern wurden eingesperrt, weil sie als Diener Gottes dem Gesetz Gottes gehorchten und sich standhaft weigerten, andere zu töten.

      14. (a) Was sagte Hitler über Jehovas Zeugen? (b) Was erlebte ein christlicher Diener Gottes, der der grausamen Behandlung der Gestapo standhielt?

      14 Unter der nationalsozialistischen Regierung wurden Jehovas Zeugen von Hitler und den Angehörigen seiner SA grausam verfolgt. Hitler erklärte sogar, Jehovas Zeugen müßten ausgerottet werden. Die Verfolgung nahm daher die furchtbarsten Formen an, und christliche Diener Gottes mußten einen unerschütterlichen Glauben beweisen. Einer von ihnen, Robert A. Winkler, war verhaftet und ins Konzentrationslager eingeliefert worden. Danach war er eine kurze Zeit frei, war aber ein Gezeichneter, denn jede Gestapostelle hatte ein Foto von ihm. Später wurde er wieder festgenommen. Die Beamten gaben ihm die Gelegenheit, mit ihnen zusammenzuarbeiten; er sollte ihnen sagen, wo sich seine Frau und die Leiter der Versammlungen aufhielten. Die Antwort war NEIN. Dann wurde er unbarmherzig geschlagen, bis er bewußtlos war. Das wiederholte sich mehrere Male. Da sie ihn nicht von seiner Lauterkeit abbringen konnten, obwohl sie ihm einige Zähne ausschlugen und ihn so zurichteten, daß er nicht mehr zu erkennen war, wurde er in die Dunkelzelle gebracht. Ein Geheimpolizist, der ihn zur Gestapo gebracht hatte, kam vorbei und fragte: „Sind Sie Winkler?“ Er antwortete: „Ja.“ Dieser Gestapobeamte war entsetzt über die brutale Behandlung. Zu dieser Zeit fragte ihn ein freundlicher Wärter, ob er etwas für ihn tun könne. „Könnten Sie mir bitte eine Bibel besorgen?“ war die Antwort. Etwas später wurde eine Bibel in seine Zelle geworfen und die Tür sofort wieder verschlossen. Nun hatte er, was er benötigte: das Wort Gottes. Das Gebet zu Jehova gab ihm Kraft, und so konnte er seinem Gott treu bleiben, ungeachtet dessen, was mit ihm geschah. Heute ist dieser Mann immer noch ein treuer, loyaler Diener Jehovas, und er ist glücklich, daß er damals dieser schweren Prüfung seines Glaubens standhalten konnte.

      15. Wie ermunterte ein christlicher Diener Gottes nach seiner Verurteilung andere, als er den Gerichtssaal verließ?

      15 In einem anderen Fall wurde ein Zeuge Jehovas wegen seiner Treue zu Gott zum Tode verurteilt. Als die Beamten ihn aus dem Gerichtssaal führten, sagte er zu anderen Zeugen Jehovas, sie sollten guten Mutes sein. Welch ein Ansporn für sie!

      16. Wie erging es einem christlichen Diener Gottes in Quebeck weil er unentwegt weiter predigte?

      16 Auch in Quebeck (Kanada) wurden Jehovas Zeugen heftig verfolgt. Einer von ihnen wurde 103mal verhaftet, verbüßte mehrere Gefängnisstrafen und wurde auch geschlagen, nur weil er nicht aufhörte, von Haus zu Haus zu predigen. Viele andere machten ähnliches durch. Da sie aber ihre Lauterkeit bewahrten, wurde mit der Zeit vor dem kanadischen Bundesgericht ein Sieg errungen. Heute gibt es da, wo es vor fünfundzwanzig bis dreißig Jahren höchstens eine Handvoll Zeugen Jehovas gab, Tausende.

      17. Welche grausamen Leiden haben Jehovas Zeugen, die ihre Lauterkeit bewahrt haben, hinter dem Eisernen Vorhang erduldet?

      17 Ähnlich wie unter der nationalsozialistischen Regierung ergeht es Jehovas Zeugen heute hinter dem Eisernen Vorhang, wo die Kommunisten sie heftig verfolgen, um sie zu veranlassen, ihre Lauterkeit aufzugeben. In vielen Fällen wurden Christen, die sich bemühten, treu zu bleiben, vor Gesellschaftliche Gerichte (von Betriebsangehörigen gebildet) gestellt und damit bedroht, daß sie ihren Arbeitsplatz, ihre Zuteilungen, ihre Wohnung, die Rente usw. verlieren würden, wenn sie sich nicht öffentlich von ihrer Religion lossagten. Sie haben ihren Standpunkt verteidigt, und einige sind deswegen in Zwangsarbeitslager verschickt worden. In vielen dieser Lager sind ganze Gruppen von Zeugen Jehovas, und oft werden sie schlimmer behandelt als Tiere. Einige von ihnen haben bereits langjährige Strafen in Hitlers Konzentrationslagern verbüßt und werden nun schon wieder seit Jahren von den Kommunisten gefangengehalten. Sie haben aber einen unerschütterlichen Glauben und sind nicht bereit, ihre Lauterkeit gegenüber Gott aufzugeben.

      18. Wie ist es christlichen Dienern Gottes in Afrika ergangen?

      18 Vor einigen Jahren führte der Nationalismus in Afrika zu einer heftigen Verfolgung der Zeugen Jehovas, und viele wurden grausam geschlagen. Erst kürzlich wurden Jehovas Zeugen in einigen afrikanischen Ländern verboten. Sie wurden verboten, weil sie sich weigerten, einer bestimmten politischen Partei beizutreten und sich durch eine Parteimitgliedskarte auszuweisen; viele von ihnen wurden von Pöbelhaufen angegriffen und geschlagen, und viele Frauen wurden überfallen und vergewaltigt. Aber auch in diesen Fällen gelang es den Anführern nicht, diese wahren Christen zu veranlassen, ihre Lauterkeit aufzugeben.

      ANDERE ANGRIFFE AUF DIE LAUTERKEIT

      19. Wie sind andere auf ihren Glauben geprüft worden?

      19 Manchmal rufen Spott und Hohn feindlichgesinnter Familienangehöriger, die darauf aus sind, einen so weit zu bringen, daß man aufhört, ein Zeuge Jehovas zu sein, die schlimmsten Prüfungen hervor.

      20. Was geschah in Deutschland mit einigen der verfolgten Christen nach ihrer Befreiung aus dem Konzentrationslager?

      20 Es ist auch eine bekannte Tatsache, daß viele Zeugen Jehovas, die unter dem Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern viele Prüfungen durchmachten, nach ihrer Befreiung, wenn sie in ihre Heimatstadt zurückkehrten oder woanders eine Arbeit aufnahmen, schließlich den Lockungen des Materialismus erlagen. Während es dem Teufel unter Umständen also nicht gelingen mag, Christen durch Verfolgung zu seinen Sklaven zu machen, mag es ihm durch irgendwelche heimtückischen Mittel gelingen, sie zu veranlassen, ihre Lauterkeit aufzugeben. Einige vermochten vielleicht den durch Spott verursachten Prüfungen standzuhalten, fielen dann aber ihren Leidenschaften zum Opfer und begingen Hurerei oder Ehebruch und mußten deswegen aus Jehovas Organisation entfernt werden.

      21. Was trug sich in der Urkirche zu? Warum sollte unser Glaube nicht erschüttert werden, wenn heute ähnliche Situationen entstehen?

      21 In der Tat, es sind viele aus den verschiedensten Gründen abgefallen, aber so war es schon in den Tagen der Urkirche. Auf diese Tatsache lenkt Paulus unsere Aufmerksamkeit in seinem zweiten Brief an Timotheus, wo wir lesen: „Denn Demas hat mich verlassen, weil er das gegenwärtige System der Dinge geliebt hat.“ Er warnte ferner vor einem Schadenstifter: „Alexander, der Kupferschmied, hat mir viel Schaden zugefügt — Jehova wird ihm gemäß seinen Taten vergelten —, und auch du, hüte dich vor ihm, denn er hat unseren Worten in außerordentlichem Maße widerstanden.“ (2. Tim. 4:10, 14, 15) Demnach sind vor neunzehnhundert Jahren einige Christen untreu geworden, und es ist zu erwarten, daß auch heute einige ähnlich handeln werden, denn es ist prophezeit worden. Sollten wir zulassen, daß deswegen unser Glaube erschüttert wird? Nein, denn wir wissen, daß Jehova alle, die Schaden stiften, beseitigen wird.

      22. (a) Was kann, wie wir gesehen haben, schnell geschehen, weshalb wir uns dessen bewußt sein sollten, das uns noch schwere Prüfungen bevorstehen mögen? (b) In welcher Hinsicht können wir uns an Paulus ein Beispiel nehmen, und inwiefern sollte uns seine Handlungsweise eine Hilfe sein?

      22 Wir sollten daher nicht denken, wir würden in den bevorstehenden Prüfungen vielleicht ungeschoren bleiben. Viele mögen eine ungerechte Behandlung ertragen und Schwierigkeiten auf sich nehmen müssen, wie das bei einigen in der Vergangenheit der Fall war. Wie wir festgestellt haben, hat die Ausbreitung des Nationalismus in vielen Fällen fast über Nacht unerwartet die schlimmste Verfolgung heraufbeschworen. Wenn wir den Brustpanzer der geistigen Waffenrüstung anlegen, können wir den Pfeilen des Feindes standhalten. Gemäß den Worten Christi Jesu müssen wir uns auf alle möglichen Schmähungen gefaßt machen. „‚Die Schmähungen derer, die dich schmähten, sind auf mich gefallen.‘ ... durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften [können wir] Hoffnung haben ... Möge nun der Gott, der Ausharren und Trost verleiht, euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte.“ (Röm. 15:3-5) Wir erinnern uns auch daran, daß Paulus in seinem zweiten Brief an die Korinther über das Ausharren folgendes schrieb: „In jeder Weise empfehlen wir uns als Gottes Diener: durch das Ausharren in vielem, in Drangsalen, in Notlagen, in Schwierigkeiten, bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Unruhen, bei mühevollen Arbeiten, in schlaflosen Nächten, bei Mangel an Nahrung.“ (2. Kor. 6:4, 5) Damit wir die Kraft haben, an unserem Entschluß auszuharren festzuhalten, benötigen wir sehr viel Ermunterung.

      DIE LAUTERKEIT BEWAHREN

      23. Wie sollten wir zu unserem Hingabegelübde, das wir Jehova abgelegt haben, eingestellt sein?

      23 Einige haben das Hingabegelübde, das sie Jehova abgelegt haben, nicht gehalten. Nachdem wir uns einmal entschlossen haben, uns Jehova hinzugeben, um seinen Willen zu tun, gibt es kein Zurück mehr. Jehova erwartet von uns mit Recht, daß wir ‘unser Gelübde bezahlen’. (Pred. 5:4-6) Wer seinen Verpflichtungen gegenüber Jehova willentlich und wissentlich nicht nachkommt, verdient den Tod.

      24, 25. (a) Von welcher Seite aus angegriffen zu werden, können wir erwarten? Warum? (b) Wie sollten wir in einer Prüfung bei der selbst unser Leben auf dem Spiel steht, handeln?

      24 Wir müssen immer wieder daran denken, daß Satan der große Feind der wahren Christen ist und daß er eine mächtige Organisation hat, die darauf bedacht ist, den Glauben an Jehova völlig zu zerstören. Wir sollten uns auch dessen bewußt sein, daß die ganze Welt in der Gewalt des Teufels liegt und daß er der Gott dieses Systems der Dinge ist, der den Sinn der Ungläubigen verblendet hat. — 2. Kor. 4:4.

      25 Da ihm die ganze Welt unterworfen ist, bietet er durch seine irdischen Streitkräfte seine ganze Bosheit und Kraft auf. Er tut dies wie ein brüllender Löwe, der auf Beute ausgeht. Petrus schrieb: „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen.“ Dieser Jemand könntest du als aufrichtiger, Jehova hingegebener Christ sein. Petrus ermahnt uns mit den Worten: „Doch widersteht ihm, fest im Glauben, wissend, daß die gleichen Dinge in bezug auf Leiden sich an eurer ganzen Bruderschaft in der Welt vollziehen.“ (1. Petr. 5:8, 9) Laß dich dadurch nicht erschrecken, und gib deswegen auch nicht auf. Das wäre feige, ja es wäre Selbstmord und würde bedeuten, daß du in Gottes Königreich nicht leben könntest. (Offb. 21:8) Im Gegenteil, sei so eingestellt, wie Jesus es in Offenbarung 2:10 mit den Worten empfiehlt: „Fürchte dich nicht vor den Dingen, die zu leiden du im Begriff bist. Siehe! Der Teufel wird fortfahren, einige von euch ins Gefängnis zu werfen, damit ihr völlig auf die Probe gestellt werdet ... Erweise dich treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben.“

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