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Warum hat Gott die Gerechten leiden lassen?Der Wachtturm 1971 | 15. November
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Nationen haben vor nicht allzu langer Zeit versucht, sie zu veranlassen, Mitgliedskarten einer politischen Partei bei sich zu tragen, und dies in Verletzung ihrer christlichen Neutralität und ihres Gewissens, was zu tun sie standhaft zurückwiesen. Deswegen haben sie unter schwerster Verfolgung gelitten, sind aber als Volk von ihrer Lauterkeit gegenüber Gott nicht abgewichen.
18, 19. (a) Welchen Standpunkt nehmen sie in kommunistischen Ländern ein? (b) Wie ist es ihnen in einigen der emporkommenden Nationen Afrikas ergangen? Was ist das Ergebnis gewesen?
18 Heute kommen Jehovas Zeugen wegen ihrer Neutralität und weil sie kompromißlos für christliche Grundsätze einstehen, in kommunistischen und nichtkommunistischen Ländern oft ins Gefängnis. Im kommunistischen Polen zum Beispiel erklärte der Staatsanwalt bei der Verhandlung eines der Zeugen: „Die Zeugen Jehovas untergraben die bestehende Gesellschaftsordnung. Sie wählen nicht, sie grüßen die Fahne nicht und leisten keinen Militärdienst. Jehovas Zeugen stören die bestehende Ordnung geradeso, wie die ersten Christen die damalige Ordnung störten. Der römische Kaiser duldete sie nicht, auch wir können Jehovas Zeugen heute nicht dulden.“ Im wesentlichen bestand seine Klage darin, daß diese Leute unerträglich seien, weil sie das Gesetz Gottes halten.
19 In Ländern, die angeblich das Recht auf freie Gottesanbetung gewähren, sind Jehovas Zeugen eben dieser Rechte beraubt worden. Sie sind in Rotchina verboten. Sie sind in Rußland und in allen kommunistisch beherrschten Ländern verboten. Einige der emporkommenden Nationen Afrikas haben Jehovas Zeugen wegen ihrer christlichen Neutralität schamlos verfolgt. Aber selbst in diesen Ländern gedeiht die Gottesanbetung trotz Verfolgung.
DIE LEIDEN SOLLEN BALD ENDEN
20. Wozu sind Jehovas Zeugen entschlossen, wovon überzeugt?
20 Trotz der Verfolgung, der Jehovas Zeugen ausgesetzt sind, sind sie entschlossen, ungeachtet, wo sie in der Welt leben, Menschen des Friedens zu sein. Bei ihnen hat sich Jesajas Prophezeiung bereits erfüllt. Sie haben ihre ‘Schwerter zu Pflugmessern geschmiedet und ihre Speere zu Winzermessern, ... und sie werden den Krieg nicht mehr lernen’. (Jes. 2:4) Sie vertrauen darauf, daß Jehova Gott in seinem Krieg von Harmagedon bald aller Bosheit ein schnelles Ende bereiten wird. (Offb. 16:13-16) Sie sind der Zuversicht, daß Gottes Liebe gerechtfertigt dastehen wird. Sie sind überzeugt, daß die Streitfrage der universellen Souveränität und der Wahrhaftigkeit des Wortes Gottes für alle Zeiten zur Befriedigung aller im Universum Lebenden erledigt werden wird. Darum sind Jehovas Zeugen von der Überzeugung durchdrungen, daß die Zulassung des Bösen und der Verfolgung einem edlen Zweck gedient hat und zur Rechtfertigung des Wortes und Namens Gottes dient.
21. Was ist durch die Zulassung des Bösen festgestellt worden?
21 Die Zeit, in der Gott dem Bösen seinen Lauf gelassen hat, ist lang genug gewesen, daß die Bösen ihre üblen Absichten offenbaren konnten, um ‘das Maß ihrer Sünden vollzumachen’. (1. Thess. 2:16) Das Wort Gottes, das besagt, daß die bestehenden Systeme in der Welt grausam und herzlos und des Daseins nicht wert sind, ist dadurch als wahrhaftig unterstrichen worden. Schon ihre Verderbtheit und ihr Unvermögen verlangen, daß Gott sie gerechterweise richtet und sie vernichtet. Und all die Gerechtigkeitsliebenden werden sich über dieses Gericht freuen! — 1. Petr. 4:15-19.
22. Welchem Zweck hat die Verfolgung gedient, und welche Frage bleibt zur Beantwortung noch offen?
22 Die Verfolgung hat auch allen Menschen eine Gelegenheit geboten, zu zeigen, was sie in Wahrheit sind, ob sie an Gott und an sein Wort, die Bibel, glauben. Denn durch die Art und Weise, wie Menschen und Nationen geherrscht und das Volk Gottes behandelt haben, haben sie sich unauslöschlich zu solchen gestempelt, die für oder gegen Gott sind. (Matth. 25:40, 45) Durch die Verfolgung ist außer jedem Zweifel bestätigt worden, daß Gott Liebe ist und daß er Geduld hat mit der Menschheit und nicht wünscht, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß „alle Arten von Menschen gerettet werden und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“. (1. Tim. 2:3, 4) Die Verfolgung beweist ferner, daß Christen die Menschen lieben, indem sie ihnen diese Botschaft der Rettung überbringen, obwohl sie dadurch Übles zu erleiden haben. Die einzige Frage, die noch offenbleibt, ist diese: Auf welcher Seite der Streitfrage wirst du sein, wenn Gott schließlich den Kampf in der jetzt nahenden Schlacht von Harmagedon zu einem dramatischen Abschluß bringt? Wirst du als jemand erfunden werden, der seine Lauterkeit bewahrt haben wird? Befasse dich nun mit dieser Frage, denn dein ewiges Geschick hängt davon ab.
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Glücklich seid ihr, wenn man euch verfolgtDer Wachtturm 1971 | 15. November
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Glücklich seid ihr, wenn man euch verfolgt
„Glücklich sind jene, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt worden sind, da das Königreich der Himmel ihnen gehört.“ — Matth. 5:10.
1, 2. Welche Warnung erließ Christus an seine Nachfolger, und wie haben sich seine Worte im Leben der Zeugen Jehovas erfüllt?
ÜBER keines Menschen Lippen ist je an seine Nachfolger die Forderung eines solchen Dienstes ergangen wie über die Lippen Jesu Christi. Premierminister Winston Churchill von England sprach früh im Zweiten Weltkrieg vor seinem Volk die Warnung aus, daß es „Blut, Arbeit, Tränen und Schweiß“ zu erwarten habe. Christus aber erließ eine noch düsterere Warnung. Seine Nachfolger könnten erwarten, verfolgt, Synagogengerichten überliefert, vor Könige und Herrscher geschleppt zu werden, ja einige würden zu Tode gebracht werden. „Ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Menschen sein“, sagte Jesus. „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig. Denn wer seine Seele retten will, wird sie verlieren; wer aber seine Seele um meinetwillen verliert, wird sie finden.“ — Luk. 21:12-17; Matth. 16:24, 25.
2 Diese Worte charakterisieren treffend das Leben der Christen vom ersten Jahrhundert an. Heute sind wir Zeugen ihrer Erfüllung im Leben der Zeugen Jehovas auf dem ganzen Erdenrund. Diese sind in vielen Nationen verboten worden. Sie haben boshafte Verfolgungen erlitten. Tausende ihrer Heimstätten sind niedergebrannt und Hunderte ihrer Königreichssäle zerstört worden. Ihre Frauen hat man brutal geschlagen, und ihre Männer sind als Folge von Schlägen umgekommen oder sind direkt getötet worden. Ihre Kinder sind ihnen ungerechterweise weggenommen worden, und dies, weil sie darauf bestanden, Gott auf eine Weise anzubeten, wie Jesus und seine Apostel es taten, das heißt, indem sie sich den politischen Angelegenheiten dieser Welt gegenüber neutral verhielten. — Joh. 17:16; Jak. 1:27.
3. (a) Welches Verhalten der Zeugen Jehovas gegenüber der Verfolgung hat Menschen, die es beobachtet haben, höchst überrascht? (b) Welche Fragen über Verfolgung sind es wert, gestellt zu werden, und warum?
3 Dennoch ließen sie sich durch solche Verfolgungen nicht gegen Gott oder ihre Verfolger verbittern. Sie sind gegen ihre Verfolger nicht rebellisch aufgetreten, auch haben sie ihnen nicht Böses für Böses zurückbezahlt, noch werden sie das tun. Die Verfolgung hat Jehovas Zeugen auch nicht veranlaßt, den Dienst für Gott aufzugeben, noch wird sie das bewirken. Menschen, die das beobachtet haben, sind
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