-
Die dynamische Persönlichkeit des Verfassers der BibelDer Wachtturm 1963 | 15. Juni
-
-
Jehova und sein Wort wirklich schätzen lernen sollten. In diesen Kapiteln werden wir eingehend darüber belehrt, wie wir unsere Persönlichkeit den Anforderungen des Wortes Gottes und seines Verfassers anpassen können. Sie verhelfen uns zu einem besseren Verständnis und spornen uns an, Gerechtigkeit zu lieben und Gesetzlosigkeit zu hassen. Jesus sah voraus, welche Zustände in der Zeit des Endes auf der Erde herrschen und welche Versuchungen und Prüfungen über seine Nachfolger kommen würden. Er ließ deshalb Johannes sieben Botschaften zukommen, die an sieben Versammlungen gerichtet waren. Obgleich diese Botschaften damals für sieben buchstäbliche Versammlungen bestimmt waren, gelten sie in Wirklichkeit allen Versammlungen der heute, am „Tage des Herrn“, lebenden wahren Christen. (Offb. 1:10, Me) Und obgleich sie in erster Linie an die gerichtet sind, die eine himmlische Hoffnung haben (denn alle Verheißungen darin beziehen sich auf den Himmel), gelten die Bedingungen, die darin beschrieben werden, und die verschiedenen Warnungen und Ratschläge auch Gottes ergebenen Dienern, die einst unter seinem Königreich auf der Erde zu leben hoffen.
12. (a) Welche besonderen Erfordernisse werden in den Botschaften an die sieben Versammlungen besonders hervorgehoben? (b) Was gehört alles zu einer neuen Persönlichkeit?
12 Beachtenswert ist, daß jede dieser Botschaften eine andere Verheißung enthält, dagegen aber alle die Aufforderung in sich schließen: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist ... sagt!“ Man beachte ferner die Bedingung, die an jeden einzelnen, nicht nur an die Gesamtheit, gestellt wird, wenn am Ende jeder Botschaft gesagt wird: „Dem, der überwindet ...“ Damit in Verbindung erscheinen in diesen Botschaften auch mehrmals die Ausdrücke „ausharren“, „sei getreu bis zum Tode“ und „festhalten“. Festzuhalten, auszuharren und zu überwinden erfordert eine starke Persönlichkeit. Es ist nicht eine Sache des äußeren Scheins, sondern der festen Entschlossenheit, die von einer großen Dankbarkeit und einer innigen Liebe zu Jehova sowie dem Herzenswunsch, für ihn zu leben und seinen Willen zu tun, hervorgerufen wird. Christus Jesus, dem es stets eine Lust war, den Willen seines Vaters zu tun, gab uns hierin das vollkommene Beispiel, und es ist Gottes Wille, daß wir „dem Bilde seines Sohnes gleichförmig“ werden. Das heißt auch, dem Bilde Gottes gleichförmig zu werden. Paulus sagt: „Kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit, die durch eine genaue Erkenntnis erneuert wird nach dem Bilde dessen, der sie schuf.“ Was heißt das im einzelnen? Höre! „Kleidet euch mit der zarten Zuneigung des Mitleids, mit Freundlichkeit, Demut des Sinns, Milde und Langmut ... Aber außer allen diesen Dingen kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit.“ Wir müssen einen starken Willen haben, dürfen aber niemals anmaßend sein. Wir müssen alles aus dem richtigen Beweggrund tun. — Offb. 2:7, 10, 13, 19; 3:11; Röm. 8:29; Kol. 3:10-14, NW.
13. (a) Wie können wir eine gottgefällige Persönlichkeit erwerben? (b) Wieso ist uns Paulus in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel?
13 Nur eine genaue Erkenntnis der Bibel wird uns helfen, die verschiedenen gegensätzlichen Eigenschaften und besonderen Merkmale, die zu einer gottgefälligen Persönlichkeit gehören, in einem ausgeglichenen Maße zu erwerben. Der Apostel Paulus dient uns selbst als anschauliches Beispiel; denn er war bestimmt schon, bevor er ein Christ wurde, ein Mann voller Tatkraft, doch da er blind war gegen die Wahrheit, fehlte ihm die nötige Ausgeglichenheit. Er sagt selbst, er sei „ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter“ gewesen. Er war aber, nachdem ihm die Augen geöffnet worden waren, noch genauso tatkräftig, nur ließ er sich nun von anderen Beweggründen leiten und war auch ausgeglichen. Das geht aus seinen Worten an die Thessalonicher klar hervor: „Wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine nährende Frau ihre eigenen Kinder pflegt. Also, da wir ein sehnliches Verlangen nach euch haben, gefiel es uns wohl, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden waret.“ Das war also der Unterschied! Nun wurde er von Selbstlosigkeit, Liebe und Hingabe getrieben. — 1. Tim. 1:13; 1. Thess. 2:7, 8.
14. Wie kann unsere Persönlichkeit umgewandelt und gleichsam im Bilde Gottes geschaffen werden?
14 Du magst von Natur noch so ungünstig veranlagt sein, so brauchst du doch nicht entmutigt zu sein. Der väterliche Schöpfer, der zu seinem Sohne sprach: „Lasset uns Menschen machen in unserem Bilde“, kann auch in dir eine „neue Persönlichkeit“ in seinem Bilde und im Bilde seines Sohnes schaffen. Wie denn? Durch den Einfluß seines Geistes oder seiner „Kraft“, die deinen Sinn „antreibt“ und in dir eine Umwandlung bewirkt, und durch den Einfluß seines geschriebenen Wortes. Je besser du erkennst und je mehr du davon überzeugt bist, daß die ganze Bibel göttlichen Ursprungs ist, desto mehr lernst du die erhabene Persönlichkeit Jehovas, des Verfassers der Bibel, kennen. Das wird dir helfen, „die neue Persönlichkeit“ anzuziehen, die „gemäß Gottes Willen in wahrhafter Gerechtigkeit und Treue geschaffen wurde“. — 1. Mose 1:26; Eph. 4:23, 24, NW.
-
-
Auf welcher Grundlage ist die wahre Kirche aufgebaut?Der Wachtturm 1963 | 15. Juni
-
-
Auf welcher Grundlage ist die wahre Kirche aufgebaut?
Die Antwort der Heiligen Schrift mag viele überraschen! Sie ist jedoch sehr wichtig.
PRIESTER der römisch-katholischen Kirche weisen gern auf Matthäus 16:18 hin, wenn die Frage, welche die wahre Kirche sei, besprochen wird. Dieser Text lautet nach den katholischen Übersetzungen von Rösch und Storr: „Du bist Petrus; auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Aus diesen wenigen Worten Jesu schließt die römisch-katholische Kirche, daß Jesus Petrus damit zu dem Felsen bestimmte, auf dem die Kirche Gottes und Christi aufgebaut ist, daß Petrus der erste Papst und Nachfolger unseres Herrn Jesus Christus wurde und daß die römisch-katholische Kirche in jenem Augenblick als die erste und einzig wahre Kirche ins Leben gerufen wurde.
Kardinal Gibbons sagt in seinem Buch The Faith of Our Fathers (Der Glaube unserer Väter) auf Seite 100: „Jesus, unser Herr, gründete nur e i n e Kirche; es gefiel ihm, sie auf Petrus aufzubauen. Darum ist jede Kirche, die Petrus nicht als ihren Grundstein anerkennt, nicht die Kirche Christi und kann nicht bestehen, weil sie nicht Gottes Werk ist. Dies ist deutlich erkennbar.“ Das Werk A Catholic Commentary on Holy Scripture (Ein katholischer Kommentar über die Heilige Schrift), herausgegeben 1953 von Thomas Nelson & Sons sagt: „Durch diese Offenbarung erwählt der Vater Petrus als die natürliche Grundlage für die Gesellschaft seines Sohnes.“
Ist das jedoch, was Jesus mit den Worten „auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“ gemeint hat? Hat er sich mit diesen Worten auf Petrus bezogen? Sollte Petrus das Oberhaupt der Versammlung Gottes sein?
Zunächst muß betont werden, daß sich das
-