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  • Jünger heranbilden, die ausharren können
    Der Wachtturm 1970 | 1. Juli
    • dir die Krone des Lebens geben.“ (Offb. 2:10) Die Krone des Lebens ist für die bestimmt, die treu ausharren.

      4. Was veranlaßt den Christen ferner, die Fähigkeit auszuharren zu erwerben, und was wird dadurch bewirkt?

      4 Der Diener Gottes betrachtet das Erwerben der Fähigkeit auszuharren aber noch von einem anderen Gesichtspunkt aus. Er hat den Wunsch, Christus ähnlich zu sein, das heißt, er möchte von Gott als bewährt befunden werden oder sein Wohlgefallen erlangen. Zu Christus sagte Jehova: „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“ (Luk. 3:22) Auch der Jünger möchte von Gott als bewährt befunden werden. Der Apostel Paulus wies darauf hin, daß „Drangsal Ausharren bewirkt, Ausharren aber einen bewährten Zustand“. (Röm. 5:3, 4) Und der Jünger Jakobus schrieb: „Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn beständig lieben.“ (Jak. 1:12) Demnach ist das Ausharren ein Beweis der Liebe des Jüngers zu Gott, und diese Liebe bewirkt, daß er Gottes Wohlgefallen und ewiges Leben erlangt. — Röm. 5:5.

      DIE KUNST DES LEHRENS ERFORDERLICH

      5. (a) Woran muß man beim Jüngermachen unter anderem denken? (b) Welche Fragen könnten wir uns stellen, und warum?

      5 Um die Lernenden zu Gott hingegebenen, getauften Jüngern Christi heranzubilden und in ihnen die Fähigkeit auszuharren zu entwickeln, müssen wir sowohl das richtige „Baumaterial“ zur Verfügung haben als auch die „Kunst des Lehrens“ beherrschen. (2. Tim. 4:2) Da die Glieder der Christenversammlung „Gottes Mitarbeiter“ sind und da die Personen, mit denen sie die Bibel studieren, bald „Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau“, werden mögen, müssen sie weise „bauen“, sie müssen darauf achten, daß sie Christen heranbilden oder „bauen“, die ausharren können. Sie sollten sich deshalb von Zeit zu Zeit prüfende Fragen stellen, wie: „Was für Jünger mache ich? Sind es wirkliche christliche Persönlichkeiten, die ausharren werden? Welche Fortschritte erziele ich? Wende ich die Kunst des Lehrens an? Übermittle ich den Menschen die christlichen Wahrheiten? Nehmen sie das Gelernte an, und glauben sie daran? Beweisen sie ihren Glauben? Geht ihnen das, was ich sage, zu Herzen? Erwecke ich in ihnen nicht nur die Wertschätzung für die Lehren und Grundsätze der Bibel, sondern auch das Verlangen, ihnen treu zu sein? Entwickle ich in ihnen nicht nur das Empfinden für die Bedeutung der Lauterkeit, sondern auch den innigen Wunsch, die Lauterkeit zu bewahren? Flöße ich ihnen Liebe zu Gott und zu seinem Vorhaben ein, und helfe ich ihnen erkennen, was es bedeutet, ein Diener Gottes zu sein?“ Der Jünger muß über die einzelnen christlichen Eigenschaften und Fähigkeiten so belehrt werden, daß er erkennt, warum und wie sie im täglichen Leben angewandt werden müssen. Bildest du auf diese Weise Jünger heran? — 1. Kor. 3:9.

      DIE GOTTGEFÄLLIGEN EIGENSCHAFTEN DER HIMMLISCHEN WEISHEIT

      6. Welche Eigenschaften sind für einen Jünger Christi unerläßlich, und wie können wir dem Lernenden erkennen helfen, was darunter zu verstehen ist? Führe ein Beispiel an.

      6 Der Jünger muß sich verschiedene Eigenschaften aneignen, vor allem die gottgefälligen Eigenschaften der himmlischen Weisheit. Bevor jemand richtig verstehen kann, was es bedeutet, ein Jünger Christi zu sein, muß er acht wesentliche Merkmale aufweisen. In Jakobus 3:17 werden sie alle angeführt: „Die Weisheit von oben aber ist vor allem keusch, dann friedsam, vernünftig, zum Gehorchen bereit, voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch.“ Hilf dem Lernenden erkennen, was unter diesen gottgefälligen Eigenschaften zu verstehen ist, und zeige ihm, wie sie sich in seinem Leben zeigen sollten. Du könntest ihn zum Beispiel fragen, ob er wisse, was die Bibel unter dem Wort „keusch“ versteht. Keuschheit ist gleichbedeutend mit sittlicher und geistiger Reinheit. Erkläre ihm diese Begriffe. Wenn wir unsere sittliche und unsere geistige Reinheit bewahren, weil wir wissen, daß Gott dies von uns verlangt, dann kann gesagt werden, daß wir uns von der Weisheit Gottes, von seinem heiligen Geist, beherrschen lassen.

      7. Wie kann der Lernende andere Eigenschaften der himmlischen Weisheit erwerben zum Beispiel (a) Friedsamkeit (b) Vernünftigkeit und (c) die Bereitschaft zu gehorchen?

      7 Der Jünger Jakobus sprach auch davon, daß die himmlische Weisheit friedsam, vernünftig und zum Gehorchen bereit sei. Suche durch Fragen herauszufinden, ob der Lernende versteht, was es bedeutet, „friedsam“ zu sein. Ein friedsamer Mensch ist nicht zänkisch, nicht streitsüchtig oder tadelsüchtig, nicht nörglerisch und auch nicht schwatzhaft. Er liebt den Frieden. Hilf dem Wohnungsinhaber erkennen, daß sich dies in der Familie zeigen muß, in dem Verhältnis zwischen Söhnen und Töchtern und zwischen Ehemann und Ehefrau. Hilf ihm, die Macht des Wortes Gottes zu erkennen. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus.“ (Hebr. 4:12) Du solltest das Studium so durchführen, daß du feststellen kannst, ob der Lernende vernünftig ist, das heißt, ob er mäßig ist in seinen Gewohnheiten, angenehm im Umgang, einsichtig, nicht anspruchsvoll, eben so, wie eine vernünftige Person sein sollte. Ist er bereit, den Geboten Gottes zu gehorchen? Das betrifft das Verhalten innerhalb und außerhalb der Versammlung und gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

      8. Über welche weiteren Merkmale der himmlischen Weisheit sollte der Studierende belehrt werden, und wie können wir ihm helfen, diese Merkmale zu erwerben?

      8 Es wird uns ferner gesagt, die himmlische Weisheit sei „voller Barmherzigkeit und guter Früchte, nicht parteiische Unterschiede machend, nicht heuchlerisch“. Verweile bei Gedanken, die das Herz ansprechen, etwas länger. Gib dem Lernenden Zeit, sich zu prüfen, damit er feststellen kann, ob er voller Barmherzigkeit ist und ob er bis dahin in seinem Leben gute Früchte hervorgebracht hat. Parteiische Unterschiede entzweien, und Heuchelei wirkt abstoßend. Laß die Macht des Wortes Gottes prüfend und wenn nötig einschneidend auf das Herz des Lernenden einwirken. Dadurch erhält er die Möglichkeit, sich so zu sehen, wie Gott ihn sieht. Besprich aber immer nur eine Eigenschaft auf einmal, und nimm dir Zeit, um herauszufinden, ob der Betreffende versteht, was die Bibel sagt. Auf diese Weise entwickeln wir in einem Jünger Wertschätzung für die gottgefälligen Eigenschaften der himmlischen Weisheit. — Röm. 2:6, 11.

      IN IHNEN DIE FÄHIGKEIT AUSZUHARREN ENTWICKELN

      9. (a) Warum ist es im allgemeinen schwierig, einem Menschen geistiges Unterscheidungsvermögen beizubringen? (b) Welche Eigenschaften helfen uns ausharren, und wie kann man dies Interessierten vor Augen führen?

      9 Jemandem geistiges Unterscheidungsvermögen beizubringen, das heißt zu erreichen, daß er das Gelernte versteht und daß er selbst zu denken beginnt, ist keineswegs eine leichte Aufgabe. Im allgemeinen haben die Menschen heute kein geistiges Unterscheidungsvermögen. Sie beurteilen die Dinge nicht aus einem geistigen Gesichtspunkt. Um aber ausharren zu können, sind geistiges Unterscheidungsvermögen, Verständnis und Denkvermögen unerläßlich. Man sollte deshalb auch in dieser Hinsicht das Herz des Jüngers ansprechen, indem man betont, daß wir den Wert dieser Eigenschaften erkennen und stets schätzen sollten. Jesus tat dies. Um seine Wertschätzung für diese Eigenschaften zu fördern und sie sich zu erhalten, stärkte er sich regelmäßig am Worte Gottes. Das half ihm, Jehovas Grundsätze und wie sie ihn berührten, völlig zu verstehen. Er konnte klar erkennen, welchen Weg er zur Ehre Jehovas und zum ewigen Nutzen der Menschheit gehen mußte.

      10. (a) Was mögen wir bei unserer Lehrtätigkeit noch tun müssen? Führe ein Beispiel an, das zeigt, wie dies getan werden kann. (b) Was wird durch eine solche Belehrung erreicht?

      10 Es mag nötig sein, daß wir die Personen, mit denen wir die Bibel studieren, lehren, Bibeltexte zu analysieren. Man könnte zum Beispiel Markus 12:29 lesen: „Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova.“ Dann könnte man den Lernenden fragen: „Wie viele Jehovas gibt es?“ und ihn dann antworten lassen. Die Antwort liegt auf der Hand: Es gibt nur einen Jehova. Hat der Studierende das begriffen, dann hast du erreicht, daß er sich eine wichtige Tatsache gemerkt hat, die ihm sonst vielleicht entgangen wäre. Hilf ihm auch erkennen, was dies für ihn bedeutet. Argumentiere mit ihm etwa folgendermaßen: „Wenn er e i n Jehova ist, könnte er dann drei Götter sein: Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist, wie dies von den Dreieinigkeitsverfechtern gelehrt wird?“ Laß ihn wiederum antworten. Er wird wahrscheinlich sagen: „Nein, Jehova könnte nicht drei Götter sein, denn die Bibel sagt deutlich, er sei e i n Gott.“ Du hast also den Studierenden veranlaßt, über eine grundlegende biblische Wahrheit nachzudenken, und hast bewirkt, daß er nun versteht, daß Jehova nur e i n Gott ist. Du hast eine bedeutende Irrlehre — die Lehre von der Dreieinigkeit — bloßgestellt. Es ist gut, bei fast allem, worüber wir jemand belehren, nach diesem Muster vorzugehen. Auf diese Weise können wir feststellen, ob der Studierende etwas lernt, ob er die Wahrheit des Wortes Gottes erkennt, ob er die erwähnten Gedanken verstanden hat und ob er die Dinge aus einem geistigen Gesichtspunkt betrachtet. Wenn wir auf diese Weise lehren, wird der Lernende erkennen, daß geistiges Unterscheidungsvermögen, Verständnis und Denkvermögen weit wertvoller sind als alles, was es an irdischen Schätzen gibt, weil sie uns auf liebliche Wege und zum Leben führen. — Spr. 2:4, 5, 9-11; 3:16-18.

      DIE GEPRÜFTE ECHTHEIT DES GLAUBENS

      11. (a) Warum ist Glaube unerläßlich? (b) Was muß der Lernende im Hinblick auf den Glauben noch erkennen? (c) Wie muß ein Glaube sein, damit er kostbarer ist als Gold und Silber?

      11 Achte beim Durchführen deiner Bibelstudien stets auf den Glauben des Lernenden, denn „ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen“. (Hebr. 11:6) Auch ‘lebt ein Christ aufgrund seines Glaubens’. (Röm. 1:17) Doch Glaube an sich genügt nicht. Der Lernende muß auch erkennen, daß sein Glaube von geprüfter Echtheit, das heißt so geprüft oder geläutert sein muß, wie Silber und Gold geläutert werden. Jede Unreinheit muß daraus entfernt werden, und das geschieht dadurch, daß er geprüft wird. Der Apostel Petrus beschreibt diesen Läuterungsprozeß treffend mit den Worten: „Ihr [seid] jetzt für eine kleine Weile ... durch mancherlei Prüfungen betrübt ..., damit die geprüfte Echtheit eures Glaubens, der viel wertvoller ist als Gold, das vergeht, obwohl es durch Feuer erprobt wird, bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden werde.“ (1. Petr. 1:6, 7) Der Glaube, der zählt, ist somit ein Glaube, der durch Prüfungen erprobt worden ist und sich bewährt hat. Ein solcher Glaube von geprüfter Echtheit ist kostbarer als Gold und Silber, und einen solchen Glauben zu haben bedeutet mehr, als nur zu glauben.

      12. Warum ist es gut, die Lernenden darauf hinzuweisen, daß Glaubensprüfungen über sie kommen werden, und wessen Beispiel sollten wir in dieser Hinsicht folgen?

      12 Wenn der Studierende im voraus weiß, daß ihm auf dem Weg, den er eingeschlagen hat, Prüfungen bevorstehen, dann sind diese Prüfungen und Erprobungen, die wegen des Glaubens über ihn kommen, für ihn keine Überraschung, sondern das, was er erwartet hat. Jesus warnte seine Jünger. Warum sollten wir es nicht auch tun? Jesu Worte in Matthäus 10:22, 36-38 lassen erkennen, daß Christen mancherlei Prüfungen unterworfen werden und ‘um seines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Leute sein’ würden; daß sie von ihren Angehörigen angefeindet würden, ja er sagte: „In der Tat, eines Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“ Bereite also den Studierenden auf diese unvermeidlichen Folgen vor. — Joh. 15:20; 16:33; Mark. 13:9; Offb. 2:10; Luk. 6:22, 23; 2. Kor. 11:21-28.

      WARUM DIE LAUTERKEIT BEWAHREN

      13. (a) Was muß dem Lernenden, abgesehen von der Bedeutung der Lauterkeit, noch beigebracht werden, und warum ist dies wichtig? (b) Zu welcher Überzeugung und zu welchem Entschluß muß er gebracht werden?

      13 Es genügt indes nicht, dem Lernenden nur zu sagen, daß er von der Welt gehaßt und daß er viel zu leiden haben werde, weil er ein Christ sei. Er muß erkennen, verstehen und einsehen, warum er leiden und standhaft bleiben muß. Es genügt demnach nicht, ihm nur zu sagen, daß er seine Lauterkeit bewahren sollte, sondern wir müssen ihm auch sagen, warum er sie bewahren sollte. Wir müssen ihm nicht nur erklären, was Lauterkeit ist, sondern sollten ihm auch erkennen helfen, daß es ein Vorrecht ist, sie zu bewahren. Wir müssen den Personen, mit denen wir die Bibel studieren, erkennen helfen, daß der wahre Grund für die Bewahrung der Lauterkeit nicht darin liegt, anderen ein gutes Beispiel zu geben oder von anderen gelobt zu werden, sondern in erster Linie darin, durch unseren Wandel und durch unser Handeln den Namen Gottes zu rechtfertigen. Wir sollten ihnen daher erkennen helfen, daß es ein wunderbares Vorrecht ist, an der Rechtfertigung des Namens Jehovas teilzuhaben, indem man für Gerechtigkeit und göttliche Grundsätze eintritt und sich nie von Menschenfurcht übermannen läßt. (Matth. 10:28; Apg. 2:31, 32) Wir müssen wie der alte Patriarch Hiob eher bereit sein, den Tod zu erleiden, als unsere Lauterkeit Gott gegenüber aufzugeben. Hiob sagte: „Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht aufgeben!“ (Hiob 27:5, NW) Zu diesem Entschluß sollte der Studierende gebracht werden. — Jak. 5:11.

      TREUE ZU BIBLISCHEN GRUNDSÄTZEN

      14. Führe ein Beispiel an, das zeigt, warum Treue zu den biblischen Grundsätzen gelehrt werden sollte.

      14 Die Studierenden müssen die Grundsätze der Bibel kennenlernen; doch das allein genügt nicht. Wir müssen sie auch Treue zu den biblischen Grundsätzen lehren. Die Treue zu biblischen Grundsätzen bewahrt einen Menschen davor, eigennützige Interessen zu verfolgen. Das wurde durch Joseph, den Sohn Jakobs, trefflich veranschaulicht. Als Potiphars Frau ihn verführen wollte, gab er der Versuchung nicht nach und wich von seinen guten Grundsätzen nicht ab. Er erwiderte ihr: „Du [bist] sein Weib ...; und wie sollte ich dieses große Übel tun und wider Gott sündigen?“ (1. Mose 39:9) Er wußte, daß der Geschlechtsverkehr mit der Frau eines anderen Mannes ein Unrecht gewesen wäre, ja daß dies für ihn bedeutet hätte, „wider Gott [zu] sündigen“! Dieses Sittlichkeitsempfinden muß dem Lernenden beim Bibelstudium eingepflanzt werden. Joseph mußte zwar wegen seiner Treue zu den göttlichen Grundsätzen zunächst leiden, doch um so größer waren dann die Segnungen, mit denen ihn Jehova für seine unerschütterliche Treue zu dem, was recht war, belohnte.

      GESETZE UND GEBOTE RESPEKTIEREN

      15. Wie zeigt der Psalmist die richtige Einstellung, die zu Gottes Gesetzen und Geboten entwickelt werden sollte?

      15 Wir können nicht erwarten, daß wir mit Jehovas Willen und Vorhaben übereinstimmen, wenn wir seinen Gesetzen und Geboten, von deren Beachtung unser Leben abhängt, nicht gehorchen. Es genügt jedoch nicht, lediglich die Gesetze und Gebote Gottes zu lehren; auch der Respekt davor muß gelehrt werden. Dieser Respekt sollte den Christen veranlassen, in den Wegen der Gerechtigkeit zu wandeln. Der richtige Respekt kommt in den Worten des Psalmisten zum Ausdruck: „Gute Einsicht und Erkenntnis lehre mich! denn ich habe deinen Geboten geglaubt. Wie liebe ich dein Gesetz! es ist mein Sinnen den ganzen Tag.“ (Ps. 119:66, 97) Ein rechtschaffener Wandel setzt voraus, daß wir über Gottes Gesetze nachsinnen. Wir müssen das, was sie für uns bedeuten, respektieren. Dieses Verständnis müssen wir dem Studierenden beibringen, damit er ausharren kann.

      ÜBERZEUGT SEIN, DASS DIE BIBEL GOTTES WORT IST

      16. Zu welcher Einstellung gegenüber der Bibel sollte der Lernende gelangen, und wie bewiesen die Thessalonicher, daß sie diese Einstellung hatten?

      16 Der Studierende muß auch gelehrt werden, an Gottes geschriebenes Wort zu glauben und sich darauf zu verlassen. Er muß lernen, Gottes Wort als sicheren Führer im Leben zu gebrauchen. Er muß zu dem gleichen Schluß kommen wie der Psalmist, der sagte: „Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad. Die Summe deines Wortes ist Wahrheit.“ (Ps. 119:105, 160) Ist es möglich, zu dieser Überzeugung zu gelangen? Jawohl. Der Apostel Paulus schrieb über die Thessalonicher, sie seien Gott zu einer Quelle des Lobpreises geworden, weil sie Gottes Wort, das Paulus ihnen predigte, „nicht als Menschenwort“ angenommen hätten, sondern „als das, was es wahrhaftig ist, als das Wort Gottes“. (1. Thess. 2:13) Zu dieser Überzeugung muß der Studierende durch sein Studium der Bibel gelangen, damit er ausharren kann.

      LOYALITÄT GEGENÜBER DER SICHTBAREN ORGANISATION GOTTES

      17. Welche Rolle spielt die Loyalität gegenüber Jehovas Organisation im Leben des Lernenden, und wie bewies dies der Apostel Petrus?

      17 Der Lernende muß auch die theokratische Organisation des Volkes Jehovas schätzenlernen. Die Loyalität gegenüber der theokratischen Organisation bewahrt ihn davor, sich an einer Erklärung des Wortes Gottes, die schwer verständlich sein mag, zu stoßen. Im ersten Jahrhundert versäumten viele die wunderbare Gelegenheit, Glieder der Versammlung Gottes zu werden, weil sie sich von Jesus abwandten, als er sie auf eine schwierige grundlegende Wahrheit aufmerksam machte. Doch wie reagierten die gutgeschulten Apostel, als Jesus sie fragte: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“? Der Apostel Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ (Joh. 6:67, 68) Diese echte, loyale Ergebenheit, die Petrus bewies, sollten wir in den Personen, mit denen wir Gottes Wort studieren, hervorrufen, damit sie sich zu allen Zeiten eng an Gottes Organisation halten, denn das wird ihnen zum Segen sein.

      INNIGE LIEBE ZU DEN BRÜDERN

      18. Welche Liebe zu den Brüdern muß der Jünger in seinem Herzen entwickeln und wie bewies Jesus dies selbst?

      18 Im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes betont der Apostel Paulus, daß ein Christ trotz all der Werke, die er vollbringen mag, nichts ist, wenn er keine Liebe hat. „Die Liebe versagt nie.“ (1. Kor. 13:8) Der Studierende muß seine Brüder aber nicht nur liebenlernen; er muß sie innig und von Herzen liebenlernen. Der Apostel Paulus schrieb: „Habt in brüderlicher Liebe innige Zuneigung zueinander.“ (Röm. 12:10) Der Apostel Petrus schrieb: „Liebt einander inbrünstig von Herzen.“ (1. Petr. 1:22) Diese gegenseitige inbrünstige Liebe wird dem Studierenden zu einer Quelle der Freude, die ihm helfen wird, in Prüfungen auszuharren. Sie wird ihn der Organisation Jehovas näherbringen, denn die Liebe „ist ein vollkommenes Band der Einigkeit“. (Kol. 3:12-14) Jesus hat uns durch seine von Herzen kommende, zärtliche und innige Liebe ein vollkommenes Beispiel gegeben. Ahmen wir daher sein Beispiel nach! (Joh. 10:11-15; 1. Joh. 3:18) Diese Liebe muß der Lernende entwickeln, damit er ausharren kann und schließlich gerettet wird.

      DAS KÖNIGREICH GOTTES PREDIGEN UND DAFÜR EINTRETEN

      19. Welche wichtigen Einzelheiten über Gottes Königreich muß der Lernende erfahren, und inwiefern ist ihm dies eine Hilfe?

      19 Wir sollten dem Studierenden auch erkennen helfen, daß wir bereits Untertanen des aufgerichteten Königreiches Gottes sind und daß wir deshalb ein Gefühl der unverbrüchlichen Verbundenheit mit diesem Reich und die Bereitschaft entwickeln sollten, furchtlos davon Zeugnis abzulegen. (Matth. 24:14) Als Gesandte und Bevollmächtigte des Königreiches Gottes sind wir kein Teil der politischen Regierungen des gegenwärtigen Systems der Dinge. (2. Kor. 5:20) Wir treten ausschließlich für die Interessen der bereits im Himmel herrschenden Königreichsregierung ein. Wir müssen die Aufrichtung des Königreiches unentwegt und furchtlos verkündigen. Auf diese Weise ahmen wir die Furchtlosigkeit Jesu und seiner Apostel nach. (Joh. 18:36; Apg. 4:20) Wir können unser Treueverhältnis nicht zugunsten einer anderen Regierung aufgeben. Wenn wir dem Studierenden dieses Verständnis beibringen, wird er als Königreichsverkündiger standhaft bleiben. Er wird sich als Vertreter des Königreiches Gottes seiner Verantwortung, diese gute Botschaft vom Königreich zu verkündigen, nicht entziehen oder davor zurückschrecken.

      20. (a) Was sollten wir gemäß den Worten des Paulus also im Sinn behalten? (b) Wie sollten wir beim Heranbilden von Jüngern deshalb vorgehen, und wozu führt dies?

      20 Wir sollten daher beim Jüngermachen immer an die Worte des Apostels Paulus denken: „Wir sind Gottes Mitarbeiter. Ihr seid Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau. Gemäß der unverdienten Güte Gottes, die mir verliehen worden ist, habe ich als weiser Arbeitsleiter einen Grund gelegt, aber jemand anders baut darauf. Doch jeder wache beständig darüber, wie er darauf baut. Denn kein Mensch kann einen anderen Grund legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn nun jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine [die erwähnten vortrefflichen feuerbeständigen Eigenschaften und Fähigkeiten], Hölzer, Heu, Stoppeln baut, so wird das Werk eines jeden kundwerden, denn der Tag wird es zeigen, weil er durch Feuer geoffenbart werden wird; und das Feuer selbst wird erproben, von welcher Art das Werk eines jeden ist.“ (1. Kor. 3:9-13) Gehe deshalb beim Heranbilden von Jüngern weise vor. Hilf ihnen, die gottgefälligen Eigenschaften der himmlischen Weisheit zu erkennen und zu verstehen. Hilf ihnen, geistiges Unterscheidungsvermögen, Verständnis und Denkvermögen zu erlangen. Hilf ihnen verstehen, was es bedeutet, einen Glauben von geprüfter Echtheit zu haben, und warum wir unsere Lauterkeit bewahren, den biblischen Grundsätzen treu bleiben und Gottes Gesetze und Gebote gebührend respektieren sollten. Achte darauf, daß sie die Bibel als Gottes Wort anerkennen und daß sie die Notwendigkeit erkennen, sich eng an die Organisation Jehovas zu halten und eine innige Liebe zu den Brüdern zu entwickeln. Hilf ihnen verstehen, daß das Königreich die einzige Hoffnung der Menschheit ist, und fördere in ihnen den Wunsch, unerschütterlich damit verbunden zu bleiben, und die Bereitschaft, dafür Zeugnis abzulegen. Wenn du dies tust, so hast du allen Grund anzunehmen, daß dein Werk zum Lobpreis und zur Ehre Gottes Bestand haben wird, wie er es verheißen hat.

  • Beim Heranbilden von Jüngern das Herz ansprechen
    Der Wachtturm 1970 | 1. Juli
    • Beim Heranbilden von Jüngern das Herz ansprechen

      „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.“ — Matth. 12:34.

      1. Was schließt der Auftrag eines Christen alles ein, und was muß geschehen, damit er richtig erfüllt werden kann?

      DER Auftrag des Christen besteht nicht nur darin, den Jünger in der biblischen Lehre zu unterweisen, sondern er sollte ihm auch Liebe, Wertschätzung, Demut, Glauben, ja alle Früchte des Geistes Gottes, die in Galater 5:22, 23 erwähnt werden, einpflanzen. Der Christ hat die Aufgabe, anderen zu helfen, ‘die alte Persönlichkeit abzulegen, die ihrem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden verdorben wird, und erneuert zu werden in der Kraft, die ihren Sinn antreibt, und die neue Persönlichkeit anzuziehen, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist’. (Eph. 4:20-24) Das erfordert mehr als nur ein Kopfwissen. Das Herz des Lernenden muß so angesprochen werden, daß es ihn veranlaßt, den Weg der Gerechtigkeit einzuschlagen.

      2. Als was konnte das Herz bezeichnet werden, und warum müssen wir darauf achten was wir darin speichern?

      2 Das Herz ist in Wirklichkeit so etwas wie ein Vorratshaus, in dem viele Dinge gespeichert werden können. Der Mensch kann in seinem Herzen gute und schlechte Dinge speichern. Beim Studium des Wortes Gottes, der Bibel, schöpft er aus der unermeßlichen Fülle des Vorratshauses Jehovas und füllt auf diese Weise seinen Vorrat mit guten Dingen auf, denn ‘Gott ist gut’. (Mark. 10:18) Durch Fernsehen, Kino, Theater, Zeitungen und Zeitschriften, die uns Verbrechen und unsittliche Handlungen vor Augen führen, können wir uns dagegen sehr leicht schlechte Gedanken und Ansichten zu eigen machen. Der eine oder andere mag dies zwar bestreiten, doch die Bibel mahnt uns zur Vorsicht mit den Worten: „Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen Augen, aber Jehova wägt die Herzen.“ (Spr. 21:2) Jehova läßt sich nicht täuschen, wenn er unser Herz prüft, um festzustellen, was wir für Vorräte darin gespeichert haben. Was können wir darin speichern?

      3. (a) Was sagte Jesus über das Herz? (b) Wie kann ein böses Herz verbessert werden?

      3 Jesus Christus zeigte, daß ein Mensch in seinem Herzen viele böse Dinge speichern kann. Nachdem er zu den religiösen Schriftgelehrten und Pharisäern gesagt hatte, ihre Anbetung sei vergeblich, weil sie an ihren Überlieferungen festhielten, legte er ein Gleichnis dar, das im Bibelbericht wie folgt wiedergegeben wird: „Darauf rief er die Volksmenge herbei und sagte zu ihnen: ‚Hört zu und erfaßt den Sinn davon: Nicht was in seinen Mund hineingeht, verunreinigt einen Menschen; sondern was aus seinem Mund herauskommt, das verunreinigt einen Menschen.‘ Dann traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: ‚Weißt du, daß die Pharisäer Anstoß nahmen, als sie hörten, was du sagtest?‘ Als Antwort sagte er: ‚Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird entwurzelt werden. Laßt sie. Blinde Leiter sind sie. Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen.‘ Darauf antwortete Petrus und sagte zu ihm: ‚Erkläre uns das Gleichnis.‘ Er sprach darauf: ‚Seid auch ihr noch ohne Verständnis? Merkt ihr nicht, daß alles, was in den Mund hineingeht, in die Eingeweide wandert und in den Abort ausgeschieden wird? Was dagegen aus dem Munde herauskommt, kommt aus dem Herzen, und dieses verunreinigt einen Menschen. Zum Beispiel kommen aus dem Herzen böse Überlegungen, Mordtaten, Ehebrüche, Hurereien, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das sind die Dinge, die einen Menschen verunreinigen; aber ein Mahl mit ungewaschenen Händen einzunehmen, verunreinigt einen Menschen nicht.‘“ (Matth. 15:9-20) Nur die Macht des Wortes Gottes, die unmittelbar auf das Herz einwirkt, vermag die schlechten, wertlosen Dinge, die darin gespeichert sein mögen, zu verdrängen und durch die Frucht des Geistes Gottes, durch den wir ewiges Leben erlangen können, zu ersetzen.

      UNSER SINN, EIN WEG ZUM HERZEN

      4. Welchen Verbindungsweg zum Herzen gibt es unter anderem, und was sagte der Apostel Paulus darüber?

      4 Wie kann in das Herz eines Menschen eine von christlichen Eigenschaften beherrschte Einstellung eingepflanzt werden? Mit den Worten: „Aus dem Herzen [kommen] böse Überlegungen“ zeigte Jesus, daß unser Sinn der direkteste Verbindungsweg zu unserem Herzen ist und daß der Mund gewissermaßen das Sprachrohr des Herzens ist. Aus unserem Sinn gehen Schlußfolgerungen hervor, und in unserem Sinn wird eine böse Handlung erdacht und geplant, bevor sie ausgeführt wird. Folglich muß zuerst auf den Verstand, auf den Sinn des Menschen eingewirkt werden, bevor das Herz gereinigt, geändert und auch behütet werden kann. Wollte der Apostel nicht gerade diesen Gedanken äußern mit den Worten: „Formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr euch selbst vergewissern könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“? (Röm. 12:2) Der Sinn muß gestärkt werden durch Gedanken, die von Gott inspiriert sind.

      5. (a) Welches ist die wichtigste Verbindung zu unserem Sinn? (b) Warum ist es vernünftig, das Herz mit guten Dingen zu füllen?

      5 Der wichtigste Verbindungsweg zu unserem Sinn sind die Sinnesorgane. Was wir sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen, beeinflußt unweigerlich unseren Sinn. Wir sollten daher Gottes Wort sehen, indem wir die Bibel studieren, und es hören, indem wir Zusammenkünften beiwohnen, in denen es besprochen wird. Je mehr wir dieses tun und je mehr wir das Gelernte in die Tat umsetzen, desto größeren Nutzen ziehen wir daraus. Wenn wir das, was wir aus Gottes Wort lernen, anwenden, sind alle unsere Sinnesorgane beschäftigt. Das Herz wird angesprochen, und der Mund reagiert entsprechend, „denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund“. (Matth. 12:34) Ein Herz, das mit Gedanken aus dem Worte Gottes angefüllt ist, veranlaßt den Menschen, Gutes zu reden und Gutes zu tun. Aus dem Herzen gehen nicht nur die Kraft zur Bewahrung der Lauterkeit, die Treue zu göttlichen Grundsätzen und die Liebe zur Gerechtigkeit, sondern auch Freude, Liebe, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glauben, Milde und Selbstbeherrschung hervor. Auf diese Dinge muß das Herz derer gerichtet werden, die wir zu Jüngern heranbilden möchten, die die gleichen Eigenschaften aufweisen werden wie Christus. — Phil. 4:6-9.

      DAS HERZ ANSPRECHEN DURCH EIN GUTES VORBILD

      6. Welchen weiteren Verbindungsweg zum Herzen gibt es, und was sagt Paulus darüber?

      6 Bevor wir andere heranbilden können, müssen wir an uns selbst arbeiten. Christus Jesus, der große Lehrer, hat uns ein vollkommenes Vorbild hinterlassen, dem wir nachfolgen sollten. (1. Petr. 2:21, 23) Selbstverständlich sollten die Menschen, in die wir christliche Eigenschaften einpflanzen möchten, diese Eigenschaften bei uns sehen. Der Apostel Paulus schrieb an Titus: „Ermahne fortgesetzt die jüngeren Männer, gesunden Sinnes zu sein, indem du dich selbst in allen Dingen als ein Vorbild vortrefflicher Werke erweisest.“ (Tit. 2:6, 7) Es gibt kaum etwas, was den Sinn eines Menschen mehr beeinflußt als ein gutes Vorbild. Wir sollten daher ein nachahmenswertes Vorbild sein. Paulus fürchtete sich nicht zu sagen: „Die Dinge, die ihr gelernt und auch angenommen und gehört und in Verbindung mit mir gesehen habt, diese setzt in die Tat um, und der Gott des Friedens wird mit euch sein.“ (Phil. 4:9) Und an die Korinther schrieb er: „Werdet meine Nachahmer, so wie ich Christi Nachahmer bin.“ (1. Kor. 11:1) Wenn wir auf das Herz anderer einwirken und es beeinflussen möchten, müssen wir ein nachahmenswertes Vorbild sein. Sind wir das wirklich?

      7. Warum hat das gute Vorbild eine bedeutende Wirkung auf das Herz?

      7 Damit das Herz eines Menschen angesprochen wird, muß das, was wir lehren, mit dem übereinstimmen, was wir tun. Paulus schrieb: „Du aber, der du einen anderen lehrst, lehrst dich selbst nicht? Du, der du predigst: ‚Stiehl nicht‘, stiehlst du? Du, der du sagst: ‚Begehe nicht Ehebruch‘, begehst du Ehebruch? Du, der du Abscheu vor den Götzen zum Ausdruck bringst, beraubst du Tempel?“ (Röm. 2:21-24) Wir könnten diesen Gedankengang noch etwas fortsetzen und sagen: „Du, der du sagst: ‚Du solltest regelmäßig die Bibel lesen‘, liest du die Bibel regelmäßig? Du, der du sagst: ‚Du solltest nicht materialistisch werden‘ führst du ein üppiges Leben und schwelgst im Überfluß der materialistischen Welt?“ Wir sollten hieraus lernen, daß das, was gelehrt, was getan und was gesehen wird, miteinander übereinstimmen sollte. Das gute Vorbild muß vorhanden sein; nur dann werden die erforderlichen gottgefälligen Eigenschaften in das Herz eines Menschen eindringen.

      DAS HERZ KORRIGIEREN DURCH ZUCHT

      8. (a) Wieso hilft die Zucht, das Herz zu korrigieren? (b) Wie kann das Herz in Zucht genommen werden?

      8 Es gibt noch einen anderen Verbindungsweg zum Herzen oder eine andere Möglichkeit, es anzusprechen. Jehova, der das Herz geschaffen hat, sagte: „Arglistig ist das Herz, mehr als alles, und verderbt ist es; wer mag es kennen? Ich, Jehova, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Handlungen.“ (Jer. 17:9, 10) Da das Herz so ist, muß der Lehrer auf Schwächen oder unchristliche Neigungen des Studierenden achten und sie ihm taktvoll vor Augen führen, damit sie durch Zucht korrigiert werden können. Ist der Lernende hochmütig und stolz? Ist er überkritisch und undankbar? Wie ist seine Herzenseinstellung? Der Lehrer prüft auch sein eigenes Herz auf diese Weise immer wieder, um wenn möglich festzustellen, ob irgendwelche Schlechtigkeit Wurzel zu schlagen beginnt. Achte dann, während das Bibelstudium fortschreitet, auf diese Schwächen und arbeite daran. Sei in dieser Hinsicht weder dir selbst noch dem Lernenden gegenüber nachsichtig, denn dies wäre keine Hilfe. Man ist leicht geneigt zu sagen: „Wir sind alle unvollkommen. Jeder von uns macht Fehler.“ Das stimmt; aber Fehler können korrigiert werden, wenn man sich entsprechend bemüht. Es mag sein, daß wir andere darum bitten müssen, uns dabei zu helfen. Charakterschwächen können jedoch überwunden werden, sonst würde Gott uns nicht auffordern, unsere Persönlichkeit nach dem Bilde seines Sohnes Jesus Christus zu gestalten. Wir sollten uns durch die Arglist des Herzens nicht zu dem Gedanken verleiten lassen, wir hätten es nicht nötig, uns zu ändern oder zu korrigieren. Das Herz des Lernenden wird durch die Belehrung in der Gerechtigkeit in Zucht genommen und indem man beharrlich darauf hinwirkt, daß es auf das, was recht ist, reagiert.

      9. Welche Beispiele zeigen, daß es richtig ist, andere auf ihre Schwächen hinzuweisen, und wozu führt die Befolgung der Ratschläge, die damit in Verbindung gegeben werden?

      9 Achte deshalb auf die schwachen Stellen im Glauben des Lernenden. Gott warnte Kain und sagte ihm, was er tun sollte. „Wird es nicht Erhebung geben, wenn du darangehst, gut zu handeln? Wenn du aber nicht darangehst, gut zu handeln, so kauert die Sünde am Eingang, und nach dir steht ihr tiefes Verlangen; und wirst du, ja du, die Herrschaft über sie erlangen?“ (1. Mose 4:7, NW) Jesus Christus hatte die Schwäche des reichen jungen Vorstehers erkannt und sagte deshalb zu ihm: „Geh, verkaufe deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben.“ (Matth. 19:21) Doch weder Kain noch der junge Reiche befolgten den guten Rat, der ihnen gegeben wurde. Unzählige andere dagegen hörten auf guten Rat und wurden Diener Gottes.

      WIE MAN DAS HERZ BEHÜTET

      10, 11. (a) Wie behüten wir das Herz? (b) Welche Rolle spielt unsere Einstellung beim Behüten des Herzens?

      10 Das Herz ändert sich, wenn man sich systematisch und entschieden bemüht, Fehler dem Worte Gottes entsprechend zu korrigieren. Auf diese Weise behüten wir auch das Herz. Wir müssen Gottes Wort regelmäßig studieren. Dadurch fließt unserem Sinn und unserem Herzen ununterbrochen die Wahrheit zu. Auch das Gebet ist notwendig, denn dadurch nahen wir uns Gott, und Gott naht sich uns. Darüber hinaus müssen wir lernen, über Gottes Wort, das heißt über Gottes Aussprüche und Verheißungen, nachzusinnen, denn dadurch beschäftigen wir uns mit guten Gedanken. Die Predigttätigkeit gibt uns schließlich Gelegenheit, unsere Freude und andere Empfindungen auszudrücken. Bemühe dich deshalb ernstlich, nach christlichen Grundsätzen zu handeln, um die Frucht des Geistes hervorzubringen.

      11 Wir tun auch gut, auf unsere Einstellung anderen Personen, gewissen Orten oder Dingen gegenüber zu achten. Wir sollten auf andere auferbauend wirken und stets positiv denken. Das hilft uns, die guten Seiten unserer Brüder — nicht nur ihre Schwächen — zu sehen. Dann werden wir auch die Liebe zum Ausdruck bringen, die auferbaut, die Liebe, die von Gottes Wort, von seiner Organisation und von den Brüdern im allgemeinen jederzeit lobend spricht. Wir sind dann eine Empfehlung für die Predigttätigkeit und die Zusammenkünfte des Volkes Gottes und zeigen unsere Freude, in diesen „letzten Tagen“ seine Diener zu sein.

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