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Der Tabakgenuß — vereinbar mit dem Christentum?Der Wachtturm 1954 | 1. Juni
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entledigen, wenn sie davon beherrscht sind. Wenn man es wirklich will, kann man mit Rauchen aufhören. Der Punkt liegt darin, völlig davon überzeugt zu sein, daß das Tabakrauchen Jehova Gott mißfällt, daß es einen Mangel an Nächstenliebe anzeigt und daß es für den Raucher selbst nicht gut ist, sei es nun körperlich, geistig oder moralisch. Nebenbei bemerkt — bis jemand die Gewohnheit überwunden hat, bekunde er doch Nächstenliebe, indem er sein Laster für sich behalte und seine Torheit nicht zur Schau stelle. (Spr. 13:16) Der Apostel Paulus hat treffend gesagt: „Für alles habe ich die Kraft durch ihn, der mich mächtig macht.“ Dies schließt auch die Kraft ein, die Gewohnheit des Tabakgenusses zu überwinden. — Phil. 4:13, NW.
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Die Neue-Welt-Gesellschaft macht Fortschritte in PeruDer Wachtturm 1954 | 1. Juni
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Die Neue-Welt-Gesellschaft macht Fortschritte in Peru
AM 14. November 1953 verließen N. H. Knorr, der Präsident der WatchTower Society, und M. G. Henschel, sein Sekretär und Mitglied des Direktorenausschusses der Gesellschaft, die Stadt New York, um sich im Interesse der Neuen-Welt-Gesellschaft auf eine Reise nach Südamerika zu begeben. In einer früheren Ausgabe dieser Zeitschrift begleiteten wir diese zwei Reisenden zu ihrem Besuche nach Venezuela, Kolumbien und Ekuador und nahmen in besonderer Weise an ihren Erfahrungen während der in jenen Ländern tagenden verschiedenen Kongresse teil.
In sanftem Nachtflug über den Wolken gelangten die Brüder Knorr und Henschel von Ekuador südwärts nach Lima, Peru. Über Lima waren die Wolken so dicht und hingen so tief herab, daß der Pilot eine Blindlandung vornehmen mußte. Eine stattliche Menge peruanischer Zeugen Jehovas mit einigen Missionaren wartete am Flughafen, um unsere Reisenden willkommen zu heißen. Sie trafen am 1. Dezember kurz vor Mitternacht dort ein. Alle waren in Erregung wegen des viertägigen Kongresses der Neuen-Welt-Gesellschaft, der in Lima beginnen sollte. Beiläufig bemerkt, war es das dritte Mal, daß der Präsident der Gesellschaft Peru besuchte.
Der erste Tag wurde im Zweigbüro mit der Erledigung lokaler Probleme, das Königreichszeugnis betreffend, verbracht. An jenem Abend versammelten sich alle Missionare, 39 an der Zahl, und empfingen guten Rat hinsichtlich der Probleme im Missionarwerk. Der größere Teil der zwei Stunden wurde der Frage gewidmet, wie man mit den Personen verfahren soll, deren Wandel nicht in Ordnung ist. Es wurde darauf hingewiesen, daß nur jene, die sich Jehovas Grundsätzen in bezug auf einen rechten Lebenswandel anpassen, für die Taufe angenommen werden dürfen, für das Symbol, wodurch sie zeigen, daß sie ihr Leben hingeben, um Jehova Gott zu dienen. Mit jemandem, der nicht den Grundsätzen der Bibel zu folgen und sich nicht zu reinigen sucht, nachdem er mit den Missionaren während einer angemessenen Zeit die Bibel studiert hat, sollte keine weitere Zeit verschwendet werden. Am Kongreß selbst wurde darauf hingewiesen, daß wir zu unserem Glauben die Tugend hinzufügen müssen, und Tugend bedeutet die Übereinstimmung des Handelns und Wandelns mit den Gesetzen der Moral. — 2. Pet. 1:5.
Das katholische Volk hier in Südamerika und sonstwo hört die Geistlichen wohl ein wenig über gute Moral reden, aber es scheint, daß von Zeit zu Zeit in ihren Kirchen großartige Reden über die Moral gehalten werden und man versucht, die Welt durch solche Propaganda zum Narren zu halten, damit man als „so heilig“ erscheine. Zum Beispiel warnte der Papst kürzlich das italienische Volk vor den Gefahren des Fernsehens. Die Zeitungen berichteten, daß die Priester in Italien davor gewarnt wurden, die „böse und verheerende Macht der Filmbilder“ durch Fernsehen in die Wohnungen eindringen zu lassen. Man fragt sich, warum der Papst kein Interesse an den Millionen Menschen, die in Zentral- und Südamerika wohnen, zu haben scheint und seine Priester dort nicht veranlaßt, den Wandel derer in Ordnung zu bringen, die einem unmoralischen Leben frönen, denn in Lateinamerika ist der höchste Grad dessen zu finden, was an Ehebruch, Hurerei und dazu an Lügen und Stehlen geschehen mag. Die Zeitungen machen diese Dinge in Südamerika nicht bekannt, denn alles wird als gewohnter Brauch hingenommen, und die Mehrheit des Volkes scheint es nicht als unrecht zu betrachten. Ganz offenbar hat es nicht die rechte Erziehung erhalten in bezug auf die Grundsätze des Lebens, wie sie der Schöpfer des Menschen niedergelegt hat, der am besten weiß, was für Leib und Sinn gut oder schlecht ist. Dies erhöht noch die Wichtigkeit des Werkes der Missionare der Zeugen Jehovas unter dem Volke, macht es aber auch schwieriger.
BEGINN DES LANDESKONGRESSES IN PERU
Am Donnerstag morgen begann der Kongreß im schönen Salón Majestic, der sich für Kongreßzwecke gut eignete. Vorn war der Jahrestext für 1954 aufgemacht: „Jeden Tag will ich dich preisen und deinen Namen loben immer und ewiglich.“ (Ps. 145:2) Als Hintergrund sah man eine Zeichnung, wie die verschiedenen Volkstypen, die in Peru zu sehen sind, zum Hochwege kommen, der zur neuen Welt führt, was gerade jetzt der Fall ist.
Die christlichen Zeugen Jehovas kamen aus allen Teilen Perus zum Kongreß herbei. Fünf trafen aus Arequipa ein, das weit im Süden liegt, ein Sonder-Vollzeitdiener kam von Iquitos am Amazonenstrom im Osten, und 28 kamen von Trujillo im Norden.
Viele interessante Erfahrungen wurden anläßlich des Kongresses erzählt. Ein Prediger berichtete, wie ihm geraten worden sei, nicht in ein gewisses Haus zu gehen, weil niemand dort wohne, doch habe er nach Überlegung gedacht, es sei besser, sich selbst darüber zu vergewissern, und sei dennoch hingegangen. Er fand einen über achtzigjährigen Mann, der gerade in der Bibel las. Obwohl dieser physisch taub ist, bekundete er ein gutes geistiges Verständnis und hatte hörende Ohren. Ein anderer erzählte, er habe zufällig einem japanischen Ladeninhaber ein Zeugnis gegeben. Dies habe dazu geführt, daß er nicht nur Schriften, die er bei sich trug, abgeben, sondern auch ein Bibelstudium im Laden beginnen konnte, zu welchem Zweck der Betreffende das erste Mal in seinem Leben den Laden während der Geschäftsstunden schloß. Er gehörte der reformierten Adventistenkirche an, kommt jetzt aber regelmäßig in den Königreichssaal.
In Trujillo waren 3 Missionare so erfolgreich, daß nun 35 Zeugen dort tätig sind, darunter vier Pioniere des Ortes, d. h. Prediger, die 100 Stunden im Monat dem Dienste widmen. Der zuletzt eingetretene Vollzeitdiener in Trujillo hatte die Freude, sechs der Leute, mit denen er studiert, in kurzer Zeit Prediger werden zu sehen; fünf davon wurden im vergangenen Oktober getauft, waren beim Kongreß anwesend und halfen dabei mit, soviel sie konnten, und beteiligten sich auch am Felddienste.
Als im Verlaufe des Programms eine Anzahl dieser Pioniere über ihren Dienst befragt wurden, erging auch die Frage an einen davon, ob er verheiratet sei und Kinder habe. Er erwiderte „Cómo no!“ („Natürlich!“). Und warum sollte ein verheirateter Mann mit Familie nicht monatlich 100 Stunden im Pionierdienste stehen? Es gibt verheiratete Männer mit Familien, die es in anderen Ländern tun, warum also nicht in Peru?
Viele der Ansprachen, die anläßlich des Kongresses im Sommer 1953 im Yankee-Stadion gehalten worden waren, wurden bei Anlaß dieses Kongresses wiederholt und bereiteten den peruanischen Zuhörern viel Zufriedenheit und Freude. Die Brüder Knorr und Henschel hielten eine Anzahl Vorträge, welche sehr geschätzt wurden wegen der kräftigen Gedanken, die darin über das praktische Leben in Verbindung mit dem Dienste Gottes enthalten waren. Eine Überraschung im Kongreßprogramm bildete die Tonbandwiedergabe der Ansprache in Spanisch von
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