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„Reine Anbetung“ Hauptversammlung in FrankfurtDer Wachtturm 1952 | 15. März
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war für ein vorzügliches Rednerquartett vorgesehen, deren zweiter, Zweigdiener Frost, als Kongressvorsitzender die Willkommansprache hielt. Während des Morgens wurde Bruder Knorr von elf Zeitungsreportern und Vertretern der Zeitschriften Life und Times interviewt; Radioleute kamen, und man machte eine Stahlbandaufnahme über die Beantwortung ihrer Fragen für einen Sechs-Minuten-Rundfunk, wobei die Antworten ins Deutsche übersetzt wurden. Selbst ein Berichterstatter der Stars and Stripes (Europäische Ausgabe für die bewaffneten Streitkräfte der USA.) stellte sich zu einem Interview ein, und am 28. August veröffentlichte diese Zeitung einen Bericht von 4 Abschnitten mit einem Bild von der Taufe.
Der Höhepunkt des Tages war die Nachmittagsansprache des Präsidenten über das Thema: „Den Sinn neu gestalten zum Leben in der Neuen Welt“, die ins Deutsche verdolmetscht wurde. Durch diese Ansprache vermittelte er zusammen mit acht andern Rednern, welche anlässlich der Londoner Versammlung zu Beginn des Monats am Wort gedient hatten, die Hauptansprachen jener internationalen Versammlung auch dem Frankfurter Kongress. Dass die Vertreter der Gesellschaft in den vielen Ländern dieselben Ansprachen hielten, gereichte zur Einigung der Brüder in all diesen Ländern, zu ihrem Einswerden im Sinn. Jene, die sowohl Englisch wie Deutsch verstanden, erhielten kraft der beiden Sprachen die doppelte Ladung. 34 547 hörten Bruder Knorr zu, 1000 davon drüben in der Radrennbahn und 5000 in der Cafeteria. Als er vom Felde wegging, wartete ein Schwarm von Kameraamateuren und Filmphotographen am Ausgang, um ihn für einige Bildaufnahmen festzuhalten.
Ausser der Dienstversammlungs-Demonstration auf der Bühne am Abend war eine der Ansprachen ein Bericht über Erfahrungen und Tätigkeit im kommunistischen Ostdeutschland vom Vertreter der Gesellschaft, der in Berlin, in der amerikanischen Zone, stationiert ist. Diese begeisterte die Zuhörer sehr. Am nächsten Tag berichtete die Abendpost auf ihrer Vorderseite, erste Spalte, über die Verhaftung von sechs Zeugen Jehovas bei Treffurt, als sie die Grenze von der Ostzone her zu überschreiten gesucht hatten, um diesem Kongress beizuwohnen.
Am Samstagmorgen, 25. August, hielt der Assistent des Vorsitzenden, E. Schwafert, der auch Druckereidiener in der Zweigstelle Wiesbaden ist, die Taufansprache von der Bühne der Radrennbahn aus. Tausende waren anwesend, während andere sich im Stadion befanden. Als er die Fragen über ihren Glauben und ob sie Gott geweiht seien, stellte, standen die Täuflinge an ihren Plätzen auf der Nordseite (gegen die grossen Schwimmbecken hinter ihnen) und antworteten mit einem festen, einstimmigen Ja! Ihr Ja! war überall im Stadion zu hören. Es gab viele Zeugen für die Massentaufe, und unter ihnen manche Photographen und berufsmässige Wochenschau-Reporter. In weniger als zwei Stunden tauften 50 Täufer die insgesamt 2373 Personen, davon 1545 Frauen und 828 Männer, der älteste 87 Jahre und der jüngste 8 Jahre.
Jene, die nicht durch die Taufe zurückgehalten waren, widmeten die Morgenstunden dem Felddienste, dem Predigen der guten Botschaft des Reiches Gottes mündlich und durch Druckschrift sowie dem Bekanntmachen der öffentlichen Ansprache über das spannende Thema „Ist die Religion der Weltkrise gewachsen?“ Kleine Abzeichen, die auf Mantelaufschlägen und Hemden getragen wurden, erregten grosses Interesse und führten zu vielen Fragen. Die Verkündiger zogen mit Autobussen und Sonderzügen usw. nach Frankfurt und nach Orten darüber hinaus, wie Wiesbaden, Mainz und Darmstadt. Am selben Morgen hielt Bruder Knorr eine Pionierversammlung in der Cafeteria ab, und dieser wohnten tausend Kongressbesucher bei. Hier füllten etwa hundert Vollzeitverkündiger Anmeldungen zum Besuch der Gileadschule aus.
Am Nachmittag bewölkte sich der Himmel. Nach zwei vorausgehenden Ansprachen machte sich die Versammlung bereit, Bruder Knorrs Vortrag über den „Triumph der reinen, unbefleckten Anbetung“ zu hören. Gegen Ende desselben fielen einige Regentropfen. Einige wenige Brüder begaben sich unter Obdach, und einige Schirme wurden aufgespannt, gingen aber, als die Regentropfen zu fallen aufhörten, bald wieder zu. Wir müssen gerade am Rande eines Niederschlages gewesen sein, denn in Frankfurt, etwa zwei Kilometer entfernt, regnete es an jenem Nachmittag stark. Und nun kam Bruder Knorr zum Höhepunkt seines Vortrages, als er das neue deutsche Buch „Ausgerüstet für jedes gute Werk“ eine Übersetzung aus dem Englischen, freigab. Es wurde mit lautem Klatschen und Beifall begrüsst, dazu auch die Ankündigung, dass Exemplare davon bereits in Menge zur Verteilung bereitlägen. Darauf gab es einen Massenauszug aus dem Stadion; alle schwärmten zu den Verteilungsstellen, und 18 000 dieser Bücher wurden an jenem Nachmittag abgegeben. Unsere Zuhörerschaft war nun auf 38 226 angestiegen, übertraf also an Zahl die am grossen öffentlichen Vortrag in London Anwesenden. Nun kamen die Berichte über Erfahrungen der Pioniere, Gileadabsolventen und Kreisdiener, gefolgt von einer Ansprache in Deutsch vom Schulsekretär und Unterweiser der Gileadschule, A. D. Schroeder, sowie einer Ansprache des kanadischen Zweigdieners, P. Chapman.
Die Anwesenden blickten darauf dem Schlusstag der Hauptversammlung entgegen, und unsere Leser können sich nun auf einen Bericht darüber, der in unserer nächsten Ausgabe folgen wird, freuen.
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„Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“Der Wachtturm 1952 | 15. März
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„Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“
Die römisch-katholische Religionsorganisation behauptet, dass sich etwa vierhundert Millionen Menschen zu ihrem Glauben bekennen. Hervorragend unter den Lehren, welche sie diese Millionen lehrt, ist jene, Petrus sei der erste Papst gewesen. Wenn irgend jemand von ihnen gedrängt wird, schriftgemässe Beweise hierfür zu erbringen, weisen sie sogleich auf die Worte Jesu an Petrus hin: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Matth. 16:18, Al) Wir fragen aber: Meinte Jesus mit diesen Worten wirklich, dass Petrus der Fels sei, auf dem seine Kirche gebaut werde? War Petrus der erste Papst? Ist es sicher, dass Petrus jemals in Rom war? Welches sind die Tatsachen?
Lasst uns vor allem feststellen, dass die Kirche Christi nicht ein buchstäbliches Gebäude aus Stein ist, wie Paulus den Athenern sagte: ‚Gott wohnt nicht in Tempeln mit Händen gemacht.‘ (Apg. 17:24, NW) Das griechische Originalwort, das in Matthäus 16:18 mit „Kirche“ übersetzt wurde, ist ecclesia und bezieht sich nicht auf ein Gebäude aus Stein oder Holz, sondern auf eine Gemeinde oder Versammlung von Menschen. Gott hatte eine Kirche, Gemeinde oder Versammlung lange vor der Zeit Christi, denn Stephanus nannte die Nation Israel in der Wüste eine ecclesia, Kirche oder Versammlung. (Apg. 7:38) Auch wird dieses Wort nicht nur auf religiöse Versammlungen angewandt. Lukas, der von einer Pöbelrotte spricht, die sich aus Protest gegen die Predigttätigkeit des Paulus in Ephesus gebildet hatte, verweist darauf als auf eine ecclesia, eine Versammlung. — Apg. 19:29-41.
Man beachte, dass diese Kirche oder Christengemeinde von Jesus als „meine Kirche“ bezeichnet wird. Es ist nicht die Kirche oder Versammlung des Paulus, Apollos oder Petrus, denn, wie Paulus treffend sagt, starb keiner von diesen für die Christen. (1. Kor. 1:12, 13) Es ist der Leib Christi, seine Braut, und besteht aus 144 000 Gliedern. Da diese treu bis in den Tod in seinen Fussstapfen nachfolgen, werden sie an seiner Auferstehung und Herrlichkeit teilhaben. — 1. Kor. 12:12-28; Eph. 1:22, 23; Kol. 1:17, 18, 24; 2. Tim. 2:11, 12; Off. 14:1, 3.
In einem weiteren Sinne jedoch ist Christus Jesus ebenfalls ein Glied der christlichen Versammlung oder Kirche, und sie ist Gottes Kirche oder Versammlung. (1. Kor. 1:1, 2; Gal. 1:13; 1. Thess. 2:14) Gott ist es, der die Kirche baut und deren verschiedene Glieder in ihre bezüglichen Stellungen setzt. (Matth. 20:23; 1. Kor. 3:9; 12:18; Eph. 2:10) Da Christus Jesus mit seinem himmlischen Vater in allen Dingen zusammenwirkt, konnte er richtigerweise sagen: „Ich will meine Kirche bauen“, gleichwie wir lesen, dass Gott nicht nur ‚die Himmel und die Erde schuf‘, sondern dass ferner ‚ohne dasselbe [das Wort oder der Logos] auch nicht eines ward, das geworden ist‘. — 1. Mose 1:1; Joh. 1:3; 5:17.
Somit ist die Kirche die Christengemeinde, d. h. die christliche Versammlung, die Gott und auch Christus Jesus angehört, welche im Bauen derselben zusammenarbeiten. Und wer oder was ist der Fels oder die Grundlage, worauf sie gebaut wird? Gemäss der Deutung, den römisch-katholische Theologen dem Text in Matthäus 16:18 geben, ist dieser Fels oder diese Grundlage der Apostel Petrus. In diesem Zusammenhang beachte man, dass Jehova Gott als „der Fels“ erwähnt wird. (5. Mose 32:4) Auf sein Königreich wird ebenfalls als auf einen Stein oder Felsen Bezug genommen. (Dan. 2:44, 45) Christus Jesus gab sich als der Fels oder Eckstein zu erkennen, den die Bauleute verworfen hatten, und der Apostel Paulus legte ein ähnliches Zeugnis ab. (Matth. 21:42-46; Röm. 9:32, 33; 1. Kor. 10:4) Ferner zeigt der Apostel Petrus, dass Christen lebendige Steine sind, die nicht auf ihn, sondern auf Christus Jesus aufgebaut sind. „Zu [Christus] kommend als zu einem lebendigen Steine, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus … Denn es ist in der Schrift enthalten: ‚Siehe! Ich lege in Zion einen Stein, auserwählt, einen Grund-Eckstein, kostbar.‘“ (1. Pet. 2:4-6, NW) Zweifellos erklären Schrifttexte wie die obigen, warum so viele die „Kirche“ mit einem buchstäblichen Gebäude aus Holz oder Stein verwechseln.
Aus dem Begleittext der Schriftstelle von Matthäus 16:18, die wir betrachten, erfahren wir, dass Petrus soeben Zeugnis gegeben hatte, Jesus sei der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, und Jesus sagte ihm, Gott habe ihm, Petrus, dies geoffenbart. Fortfahrend, sprach er darauf: „Und ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ (Al) Wenn wir (mittels der englischen Bibelkonkordanz von Strong) die griechischen Originalwörter näher betrachten, finden wir, dass Jesus hier zwei verwandte Wörter gebrauchte, die sich im Sinn deutlich voneinander unterscheiden. „Petrus“ (griechisch: Petros — ein Eigenname männlichen Geschlechts) bedeutet ein „Fels“-(Stück). Als aber Jesus von dem „Felsen“ sprach, auf den er seine Kirche oder Versammlung bauen werde, benutzte er ein anderes griechisches Wort: petra (ein Gattungsname weiblichen Geschlechts), was „eine Fels“(-Masse) bedeutet. Somit gibt die Neue-Welt-Übersetzung diesen Text richtigerweise wie folgt wieder: „Auch ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diese Felsmasse will ich meine Versammlung bauen.“ Hinsichtlich weiterer Fälle, da dasselbe Wort benutzt wird, siehe Matthäus 7:24, 25; 27:51; Markus 15:46; 1. Korinther 10:4, engl. Neue-Welt-Übersetzung. Jesus sagte also hier deutlich, dass e r selbst, der von Petrus als der Messias Bezeichnete, der Sohn Gottes, die Felsmasse oder Grundlage sei, auf die er seine Kirche oder Versammlung baue.
PETRUS NICHT DER ÜBERRAGENDE
Wenn die Deutung dieses Textes durch katholische Theologen korrekt wäre, sollten wir finden, dass die Apostel und die frühe Christenversammlung entsprechend gehandelt und Petrus einen Platz von überragender Bedeutung gegeben hätten, um kundzutun, dass er in besonderem Sinne die Grundlage der Urkirche sei und den Platz Christi Jesu als sein Stellvertreter einnehme. Aber aus allen vorhandenen offenkundigen Beweisen geht folgendes deutlich hervor: der blosse Umstand, dass Jesus Petrus dazu ausersah, die Schlüssel der Erkenntnis hinsichtlich des Königreiches zu empfangen, erhöhte Petrus nicht über seine Mitapostel. Er war gleichwohl nur einer der zwölf Apostel des Lammes, nur einer von zwölf Grundsteinen, nicht ein Haupteckstein: ‚Nur einer ist euer Meister, und alle übrigen von euch [Petrus eingeschlossen] sind Brüder.‘ — Matth. 23:8; Luk. 11:52; Off. 21:14.
Wäre es möglich, dass Petrus der erste Papst war und es selbst nicht wusste? Er erwähnt es jedenfalls nicht! Wenn die christliche Versammlung auf Petrus gebaut wurde, und wenn Petrus der Stellvertreter Christi war, hätte Paulus bestimmt Petrus stützen müssen. Paulus verfocht seinen Stand als Apostel, und wir können sicher sein, dass, wenn nach Jesu Absicht Petrus das Haupt hätte sein sollen, Petrus Gelegenheit gehabt hätte, die andern an diese Tatsache zu erinnern. Im Gegenteil war es nötig, dass Paulus Petrus rügte und ihn (den angeblichen Papst, den Stellvertreter Christi, den unfehlbaren!) in der Lehre zurechtwies, weil er in seinem Handeln mit Bekehrten aus den Heiden aus Furcht einen Kompromiss geschlossen hatte. — 1. Kor. 9:1, 2; Gal. 2:11-14.
Ferner finden wir, dass zur Zeit, da sich die Ältesten und Apostel in Jerusalem versammelten, um die Frage der Beschneidung zu erörtern, nicht Petrus, sondern der Jünger Jakobus es war, der die Sache zusammenfasste. Wäre Petrus das Haupt an Christi Statt gewesen, so hätte bestimmt er es getan. Könnten wir uns vorstellen, dass Jesus, wenn er anwesend gewesen wäre, Jakobus die Zusammenfassung der Sache überlassen hätte? — Apg. 15:13-21.
FRÜHE „KIRCHENVÄTER“ BETRACHTETEN PETRUS NICHT ALS DEN FELSEN
Weder die frühe Christengemeinde noch die frühen „Kirchenväter“ vertraten die Ansicht, dass Petrus der Fels sei, auf den die Kirche gebaut wurde. Dies ist deutlich ersichtlich aus den Tatsachen, auf die wir durch einen gewissen Bischof Strossmayer von Bosnien aufmerksam gemacht werden, und dies in seiner Rede vor dem Kardinalskollegium im Jahre 1870, zur Zeit, da das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes erörtert wurde, als er unter anderem dieser erlauchten Versammlung folgendes sagte:
„Ich komme nun auf das grosse Argument zu sprechen — das vorhin erwähnt wurde —, um den Vorrang des Bischofs von Rom durch den Felsen (petra) festzustellen. Wenn dies zuträfe, wäre der Disput zu Ende; aber unsere Vorfahren — und sie wussten bestimmt etwas — dachten darüber nicht wie wir. St. Cyrill sagt in seinem vierten Buche über die Dreieinigkeit: ‚Ich glaube, dass man unter dem Felsen den unerschütterlichen Glauben der Apostel verstehen muss.‘ St. Hilarius, Bischof von Poitiers, sagt in seinem zweiten Buch über die Dreieinigkeit: ‚Der Fels (petra) ist der gesegnete und einzige Fels des Glaubens, zum dem sich St. Petrus mündlich bekannte‘; und im sechsten Buch über die Dreieinigkeit sagt er: ‚Auf diesen Felsen des Bekenntnisses des Glaubens wird die Kirche gebaut.‘ ‚Gott‘, so sagt St. Hieronymus im sechsten Buch über St. Matthäus, ‚hat Seine Kirche auf diesen Felsen gegründet, und nach diesem Felsen ist der Apostel Petrus genannt worden.‘ Nach ihm sagt St. Chrysostomus in seiner dreiundfünfzigsten Homilie über St. Matthäus: ‚Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen — nämlich auf den Glauben des Bekenntnisses.‘ Was aber war das Bekenntnis des Apostels? Hier ist es: ‚Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.‘ Ambrosius, der heilige Erzbischof von Mailand (in seinen Äusserungen über das zweite Kapitel von Epheser), St. Basilius von Seleucia und die Väter des Konzils von Chalcedon lehren genau dasselbe. Von allen Lehrern des christlichen Altertums nimmt St. Augustinus einen der ersten Plätze in bezug auf Erkenntnis und Heiligkeit ein. Man höre also, was er in seiner zweiten Abhandlung über die erste Epistel des St. Johannes schreibt: ‚Was bedeuten die Worte: Ich will meine Kirche auf diesen Felsen bauen? Auf diesen Glauben, auf das, was besagte: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.‘ In seiner Abhandlung über St. Johannes finden wir folgenden überaus bezeichnenden Satz: ‚Auf diesen Felsen, zu dem du dich bekannt hast, will ich meine Kirche bauen, da Christus der Fels war.‘ Der grosse Bischof glaubte so wenig, dass die Kirche auf St. Petrus gebaut war, dass er in seiner dreizehnten Predigt zum Volke sagte: ‚Du bist Petrus, und auf diesen Felsen (petra), zu dem du dich bekannt hast, auf diesen Felsen, den du erkannt hast, sagend: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, will ich meine Kirche bauen — auf Mich selbst, der ich der Sohn des lebendigen Gottes bin: Ich will sie auf Mich bauen, und nicht Mich auf dich.‘ Was St. Augustinus über diese berühmte Stelle dachte, war die Ansicht der ganzen Christenheit zu seiner Zeit.“ (Augustinus starb im Jahre 430 n. Chr., d. h. etwa 400 Jahre nachdem Jesus diese Worte zu Petrus gesagt hatte.)
KEIN BISCHOF VON ROM
Petrus war auch nicht der erste Bischof von Rom, ebensowenig als er der „Fels“ oder der erste Papst war. Manche Schrifttexte zeigen, dass Paulus in Rom war. Warum sollte Paulus es als notwendig erachten, den Christen in Rom soviel Rat zu erteilen, wenn sich doch Petrus dort befand und über Paulus stand? Paulus erwähnt in seinem Briefe an die Römer 35 Christen mit Namen und sendet 26 von ihnen Grüsse, erwähnt aber Petrus nirgends, noch fügt er Grüsse für ihn bei. Können wir uns vorstellen, dass Paulus, wenn Petrus in Rom gewesen wäre und dort als Papst oder Bischof geamtet hätte, Petrus so vollständig ausser acht gelassen hätte? Ferner schrieb Paulus eine Anzahl seiner Briefe von Rom aus, und in diesen nahm er Bezug auf andere Christen zu Rom, die bei ihm waren oder ebenfalls Grüsse sandten, schrieb aber nie ein Wort über Petrus. Warum das grosse Schweigen, wenn Petrus tatsächlich zu jener Zeit dort weilte? Und wenn sich Petrus als Bischof von Rom niederliess, hätte er dennoch der Apostel der Beschneidung genannt werden können? Zu behaupten, der Hinweis des Petrus auf Babylon in seiner ersten Epistel (5:13) beziehe sich auf Rom, zeigt nur, auf welch schwachen Füssen das Argument steht, Petrus sei in Rom gewesen.
Gemäss Bischof Strossmayer habe ein gewisser Scaliger (von der Encyclopedia Americana als „der Gründer der Wissenschaft der Chronologie“ und somit als keine mindere Autorität bezeichnet) nicht gezögert zu sagen, dass „das Episkopat und die Residenz des St. Petrus in Rom unter lächerliche Legenden eingereiht werden sollten“.
Somit sehen wir, dass die Heilige Schrift und geschichtliche Tatsachen vereint bezeugen, dass die Christengemeinde auf Christus Jesus und nicht auf den Apostel Petrus gegründet ist, dass Petrus nicht der erste Papst war, und dass es keinen Beweis gibt, dass er je in Rom weilte. Wahrlich „die Wahrheit wird euch frei machen“. — Joh. 8:32, NW.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1952 | 15. März
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Bekanntmachungen
„JUBELJAHRPOSAUNE“-ZEUGNISZEIT — 3. Mose 25:9, 10
Die Zeit, Freiheit auszurufen unter allen Bewohnern der Erde, allen Rassen und Nationen, ist herbeigekommen. Freiheit für alle! Dies ist für jedermann, der Gerechtigkeit und Wahrheit liebt und sich selbstlos nach wahrer Freiheit für das ganze Menschengeschlecht sehnt, eine willkommene Botschaft. Warum sollten die Menschen, während die Verhältnisse immer schlimmer und unerträglicher werden, nicht den Wunsch haben, von solchem befreit zu werden? Der große Befreier hat verordnet, daß das Böse nicht immer das Zepter schwingen soll. Nein, sein Wort der Verheißung bietet sogar jetzt schon Freiheit an. Diese gute Botschaft von der Befreiung muß wie durch Posaunenstöße ausgerufen werden. Dies geschieht weltweit durch Gottes treue Diener, und zwar durch die Verbreitung des Wachtturms. Die „Jubeljahrposaune“-Zeugniszeit im April bietet vielen eine Gelegenheit, in diesem vierten und letzten Monat am Wachtturm-Feldzug teilzunehmen. Das Jahresabonnement (neu) auf die Zeitschrift Der Wachtturm, zusammen mit drei Broschüren, wird gegen einen Beitrag von DM 5.— angeboten. Man beschaffe sich eine Anzahl Zeitschriften und benutze sie, um andere mit ihrem wertvollen Inhalt vertraut zu machen. Einzelnummern können bei solchen zurückgelassen werden, die kein Abonnement aufgeben. Durch die regelmäßige Verbreitung der Zeitschrift von Haus zu Haus wird vielen geholfen, wahre Freiheit kennenzulernen. Macht also den April zu einem Zeitschriften-Monat!
ANKÜNDIGUNG DER GEDÄCHTNISFEIER 1952
Am Donnerstag, 10. April 1952, bei Sonnenuntergang oder um 6 Uhr abends, örtliche Normalzeit, beginnt der 14. Nisan. Dieser Abend ist die Zeit zur Beobachtung der Gedächtnisfeier des Abendmahles des Herrn. Alle Gruppen, Teilgruppen und andere Grüppchen von Menschen, die dem Dienste Jehovas geweiht sind, sollten sich zusammen mit den Menschen guten Willens versammeln und den Anlass feiern. Die Feier des Abendmahles des Herrn zu halten, ist das Vorrecht aller wahren Nachfolger des Herrn Jesus. (1. Kor. 11:20-26, NW) In freudiger und dankbarer Erinnerung werden sich diese wahren Anbeter zur geeigneten Zeit zusammenfinden und ihre Versammlung mit Gesang und Gebet eröffnen. Ein geweihter und getaufter Diener Gottes Jehovas, vorzugsweise einer von Jehovas Gesalbten, wird eine Ansprache über den Sinn der Gedächtnisfeier halten. Die vorhandenen Symbole, ungesäuertes Brot und roter Wein, werden dargereicht, nachdem der Vortrag gehalten worden ist, und die Gesalbten werden daran teilnehmen. Nach der Gedächtnisfeier können passende Dienst-Bekanntmachungen erfolgen, ein Lied kann gesungen und die Versammlung mit Gebet beendet werden. Alle Menschen guten Willens werden herzlich willkommen geheissen, diesem wichtigen und glücklichen Anlass in Gemeinschaft mit den Zeugen Jehovas in ihrer Umgebung beizuwohnen. So seid denn unter den Hunderttausenden, welche dieser Einladung Folge leisten! Ein Bericht über die Zahl der bei jeder Versammlung Anwesenden und die Zahl der an den Symbolen Teilnehmenden sollte darauf an die Gesellschaft gesandt werden.
Tagestexte für April
16. Prüfe mich, Jehova, und erprobe mich. — Ps. 26:2. wX 15. 8. 51 2a
17. Freilassung zu predigen den Gefangenen … die Zerschlagenen unter Freilassung wegzusenden. — Luk. 4:18, NW. wX 1. 10. 51 45
18. Wenn er als Christ leidet, so schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott weiterhin in diesem Namen. — 1. Pet. 4:16, NW. wX 1. 1. 52 10
19. Vater, dein Name werde geheiligt. — Luk. 11:2, NW. wX 15. 10. 51 6, 12-14
20. So spricht Jehova der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus allerlei Sprachen der Nationen ergreifen … den Rockzipfel eines jüdischen Mannes und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist. — Sach. 8:23. wX 15. 2. 51 9, 16b
21. Im Hades … als er in Qualen war, und er sah Abraham von ferne … So rief er und sprach: „Vater Abraham, erbarme dich meiner.“ — Luk. 16:23, 24, NW. wX 1. 5. 51 3, 6a
22. Darum werden wir uns nicht fürchten … wenn seine Wasser tobten und schäumten, die Berge erbebten durch sein Ungestüm. — Ps. 46:2, 3. wX 15. 5. 51 15, 17
23. Und einer der Seraphim flog zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte. Und er berührte meinen Mund damit. — Jes. 6:6, 7. wX 1. 6. 51 25
24. Während sie ihnen Freiheit verheissen, führen sie selbst ein Dasein als Sklaven der Verderbtheit. Denn wer irgend von einem andern überwältigt wird, ist von diesem versklavt. — 2. Pet. 2:19. NW. wX 15. 6. 51 18-20
25. Herr des Sabbats, das ist der Sohn des Menschen. — Matth. 12:8, NW. wX 15. 7. 51 5, 6b
26. Ich werde meine Hand ausstrecken wider … die Anbetenden, welche dem Jehova schwören und bei Milkom schwören. — Zeph. 1:4, 5, Fussn. wX 1. 1. 52 20, 21
27. Rufet Freiheit aus durchs ganze Land für alle seine Bewohner. — 3. Mose 25:10, AÜ. wX 1. 10. 51 42, 43
28. Sie sind kein Teil von der Welt, gleichwie ich kein Teil von der Welt bin. — Joh. 17:16, NW. wX 15. 3. 51 13a
29. Möge der Gott, der Hoffnung gibt, euch mit aller Freude erfüllen durch euern Glauben, damit ihr überströmt an Hoffnung. — Röm. 15:13, NW. wX 15. 11. 51 1, 2, 3
30. Ich kenne ja ihr Trachten, mit dem sie jetzt schon umgehen. — 5. Mose 31:21, ZB. wX 15. 12. 51 11, 12
Erklärung zum Auffinden weiterer Kommentare über diese Texte: Die Zahlen, die dem Datum des „Wachtturms“ folgen, beziehen sich auf Abschnitte im ersten Studiumartikel. Wenn nach der Abschnittsziffer ein „a“ folgt, ist der Kommentar im zweiten Studiumartikel zu finden; wenn ein „b“ folgt, betrifft es den dritten Studiumartikel.
„WACHTTURM“-STUDIEN
Woche vom 30. März: Das Gedächtnismahl — Bist du zur Teilnahme berechtigt? Abschn. 1-22.
Woche vom 6. April: Das Gedächtnismahl — Bist du zur Teilnahme berechtigt? Abschn. 23-37; ferner: Und jene, die nicht teilnehmen?
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