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Die richtige Wahl treffenWähle den besten Lebensweg
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sie sich wünschen, und finden möglicherweise eine gewisse Befriedigung darin, Bedürftigen zu helfen, sich kulturell zu betätigen und sich auf vernünftige Weise zu vergnügen. Dennoch müssen sie zugeben, daß nichts in der Welt wirklich von Bestand ist. Niemand ist gegen Unfälle, Krankheit oder Tod gefeit. Besitztümer werden uns weder davor schützen, noch können wir sie mitnehmen, wenn wir sterben (Psalm 49:6-20; Prediger 5:13-15; 8:8). Gutgemeinte Bemühungen, Mitmenschen zu helfen, scheitern oft an ungünstigen Umständen. Wir könnten daher zu Recht fragen: Wie sinnvoll kann ein Leben sein, wenn es lediglich im Grab endet? Kann man es als gut bezeichnen, wenn es in Wirklichkeit einer ewigen Zukunft entgegenwirkt? (Vergleiche Prediger 1:11, 15, 18; 2:10, 11; 9:11, 12.)
EINE ZEIT DER ENTSCHEIDUNG
18. (a) Weshalb sollten wir nicht zögern, die richtige Entscheidung in bezug auf unser Leben zu treffen? (b) Wieso befinden wir uns in der gleichen Lage wie der Patriarch Noah vor der Sintflut?
18 Besonders da ein Tag der Abrechnung bevorsteht, müssen sich die Menschen überall entscheiden, welchen Lebensweg sie gehen wollen — einen, der Lohn, oder einen, der Verurteilung mit sich bringt. Diese Entscheidung ist dringend. Wir wissen nicht, was morgen sein wird. Außerdem rückt das Kommen Jesu Christi immer näher, der seine königliche Herrschaft über die ganze Erde ausdehnen wird. Die Menschheit befindet sich heute in der gleichen Lage wie der Patriarch Noah in den Tagen vor der Sintflut. Er hatte zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen: 1. die gesetzlose Lebensweise seiner Zeitgenossen anzunehmen oder 2. sich dem Willen Gottes zu unterwerfen. Glücklicherweise traf Noah die richtige Entscheidung. Er baute eine Arche und ging auf Gottes Geheiß mit sieben Angehörigen hinein. Diese acht Glieder der Menschheitsfamilie überlebten die Sintflut, und deshalb sind wir heute am Leben (1. Petrus 3:20).
19. Was erfahren wir aus 1. Petrus 3:21, 22 über die Rettung?
19 In ähnlicher Weise besteht eine der Voraussetzungen für das Erlangen des ewigen Lebens darin, daß wir uns verpflichten, Jehova Gott als Jünger Jesu Christi zu dienen. Genauso, wie es außerhalb der Arche keine Rettung gab, gibt es für uns keine Rettung außerhalb der Vorkehrung Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus. Der christliche Apostel Petrus bezog sich auf die Rettung der acht Menschen in der Arche und schrieb dann:
„Das, was diesem entspricht, rettet jetzt auch euch, nämlich die Taufe (nicht das Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches, sondern die an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen), durch die Auferstehung Jesu Christi. Er ist zur Rechten Gottes, denn er ging hin in den Himmel; und Engel und Gewalten und Mächte wurden ihm unterworfen“ (1. Petrus 3:21, 22).
20. Was zeigt, daß die Wassertaufe allein nicht genügt, wenn jemand ewiges Leben erlangen will?
20 Es ist nicht die Wassertaufe allein, die zur Rettung führt. Wasser kann zwar Unsauberkeit oder Schmutz abwaschen, doch was zur Rettung führt, ist nicht „das Ablegen der Unsauberkeit des Fleisches“ durch eine feierliche äußere Waschung. Beachte, daß Petrus sagte, die Rettung komme „durch die Auferstehung Jesu Christi“. Der getaufte Christ muß daher anerkennen, daß das ewige Leben nur dadurch möglich ist, daß der Sohn Gottes einen Opfertod starb, am dritten Tag auferweckt und schließlich zur Rechten Gottes erhöht wurde (Römer 10:9, 10).
21. Wie erlangt man ein „gutes Gewissen“?
21 Außerdem legte der Apostel Petrus auf eine „an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen“ Wert. Um ein solch gutes Gewissen zu erlangen, müssen alle, die sich taufen lassen möchten, zunächst ihre frühere verkehrte Handlungsweise bereuen, an die Vorkehrung Gottes zur Erlangung des ewigen Lebens glauben, sich von einem schlechten Wandel abwenden und sich Gott völlig hingeben, das heißt sich verpflichten, seinen Willen zu tun. Die Taufe ist ein öffentliches Symbol dieses inneren Entschlusses. Wenn sich der getaufte Jünger an das hält, was Jehova Gott jetzt von ihm verlangt, bekommt er ein gutes Gewissen Solange er dieses gute Gewissen bewahrt, befindet er sich in einem Zustand der Rettung. Gott wird ihn nicht verurteilen. (Vergleiche Apostelgeschichte 2:38-40; 3:19; 10:34-48.)
22. Wie können wir aus den beiden inspirierten Briefen des Apostels Petrus Nutzen ziehen?
22 Je früher jemand diesen besten Lebensweg wählt, desto eher wird er daraus Nutzen ziehen. Wenn wir uns daher einmal entschieden haben, nach dem Willen Gottes zu leben und uns als Zeichen unserer Verpflichtung oder Hingabe im Wasser taufen zu lassen, haben wir bestimmt den Wunsch, uns treu an diese Entscheidung zu halten. Doch was wird uns helfen, uns stets dafür zu entscheiden, auf diesem Lebensweg zu bleiben? Wie können wir Einflüssen widerstehen, die dazu führen könnten, der gegenwärtigen und der künftigen Segnungen verlustig zu gehen, die damit verbunden sind, ein echter Jünger des Sohnes Gottes zu sein? Vor langer Zeit gab der inspirierte Apostel Petrus ausgezeichnete Antworten auf diese Fragen. Seine beiden Briefe bilden die Grundlage für die Darlegungen in dieser Publikation. Es ist zu hoffen, daß wir durch eine Untersuchung dieser Briefe ermuntert werden, den besten Lebensweg als Diener Gottes einzuschlagen und mit noch größerer Freude darauf zu bleiben.
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Eine Ermunterung, an unserem Entschluß festzuhaltenWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 2
Eine Ermunterung, an unserem Entschluß festzuhalten
1, 2. (a) Womit verglich Jesus die Notwendigkeit, an unserem Entschluß, Gott zu dienen, festzuhalten? (b) Weshalb ist es unweise, den Rat Jesu zu ignorieren?
„NIEMAND, der seine Hand an einen Pflug gelegt hat und nach den Dingen blickt, die dahinten sind, ist für das Königreich Gottes tauglich“ (Lukas 9:62). Um gut pflügen und gerade Furchen ziehen zu können, muß der Pflügende seine Augen auf einen festen Punkt am anderen Ende des Feldes gerichtet halten. Wieviel wichtiger ist es doch, daß wir unseren Blick auf unser Lebensziel gerichtet halten! Dann werden die kostbaren Tage und Jahre unseres Lebens ein Muster bilden, das mit unserem Ziel übereinstimmt.
2 Aus den oben zitierten Worten des Sohnes Gottes geht hervor, daß wir, wenn wir uns einmal verpflichtet haben, unserem Schöpfer zu dienen, entschlossen sein sollten, an dieser Entscheidung festzuhalten, komme, was da wolle. Die Welt mag uns etwas bieten, was verlockender erscheint — Vergnügungen, Ansehen oder materielle Besitztümer. Doch würden wir sehnsüchtig auf eines dieser Dinge zurückblicken — oder, schlimmer noch, sie zum Mittelpunkt unseres Lebens werden lassen —, so könnte das den Verlust des Preises bedeuten, nach dem wir streben. Es könnte dazu führen, daß wir unser Leben verschwenden.
3. Was ist ein grundlegendes Ziel unseres Glaubens?
3 „Besser ist das nachherige Ende einer Sache als ihr Anfang“, heißt es in Prediger 7:8. Somit ist es zwar wichtig, daß wir den von uns gewählten Weg einschlagen, doch nur der Ausgang zählt wirklich. Deshalb wird in Gottes Wort so viel Wert darauf gelegt, daß wir uns bis zum Ende als treu erweisen (Matthäus 24:13). Unser Glaube hat ein grundlegendes Endziel, einen Zweck: die Rettung oder das ewige Leben (1. Petrus 1:9).
4. (a) Wie müssen wir zu unserer Rettung eingestellt sein, wenn wir treu bleiben wollen? (b) Was erfahren wir aus 1. Petrus 1:10-12 über das Interesse, das die Propheten an Gottes Rettungsvorkehrung hatten?
4 Was kann uns helfen, als loyale Jünger des Sohnes Gottes auszuharren? Wir müssen den kostbaren Wert der Rettung, nach der wir trachten, erkennen und tiefe Wertschätzung dafür empfinden. Die inspirierten Worte des Apostels Petrus, eines engen Gefährten Jesu Christi, können uns in dieser Hinsicht eine große Hilfe sein. Seine Ermahnung kann uns erkennen helfen, daß wir für unsere endgültige Rettung gern allen Widerstand auf uns nehmen sollten, ganz gleich, wie groß er sein mag. Wir sollten bereit sein, für diese Rettung zu arbeiten, Opfer zu bringen, ja, falls nötig, auch zu sterben (Lukas 14:26-33). In 1. Petrus 1:10-12 schreibt der Apostel:
„Gerade was diese Rettung betrifft, wurde von den Propheten, die von der euch zugedachten unverdienten Güte prophezeiten, fleißig Nachfrage gehalten und sorgfältig nachgeforscht. Sie untersuchten beständig, welchen besonderen Zeitabschnitt oder welche Art eines Zeitabschnitts der Geist in ihnen in bezug auf Christus anzeigte, als er im voraus über die für Christus bestimmten Leiden und über die nach diesen folgenden Herrlichkeiten Zeugnis gab. Ihnen wurde es geoffenbart, daß sie nicht sich selbst, sondern euch mit den Dingen dienten, die euch nun durch diejenigen angekündigt worden sind, die euch die gute Botschaft mit dem vom Himmel her gesandten heiligen Geist verkündet haben.“
ETWAS VON GRÖSSTEM INTERESSE FÜR DIE PROPHETEN
5. Was sagten die Propheten über die Leiden des Messias voraus?
5 Jahrhunderte bevor Jesus auf der Erde lebte, wurden die hebräischen Propheten inspiriert, die Leiden des verheißenen Messias oder Christus vorauszusagen. Daniels Prophezeiung wies auf die genaue Zeit der Ankunft des Christus hin und ließ erkennen, daß er nach einem Dienst von dreieinhalb Jahren abgeschnitten, das heißt sterben würde (Daniel 9:24-27). Aus Jesajas Prophezeiung erfahren wir, daß der Messias verworfen würde und ein Stein des Anstoßes wäre (Jesaja 8:14, 15; 28:16; 53:3). Diese Prophezeiung zeigt auch, daß er die Krankheiten der Menschen tragen, verhört und verurteilt, aber vor seinen Anklägern stumm bleiben würde, daß man ihn anspeien würde, daß er den Sündern zugezählt, durchstochen, einen Opfertod sterben und Sünden wegtragen würde, um vielen den Weg zu ebnen, vor Gott gerecht dazustehen (Jesaja 50:6; 53:4-12). Die Prophezeiung Sacharjas wies darauf hin, daß der Messias für 30 Silberstücke verraten würde (Sacharja 11:12). Und der Prophet Micha sagte voraus, daß man den Christus, den „Richter Israels“, auf die Wange schlagen würde (Micha 5:1).
6. Welche Einzelheiten über die Leiden des Messias sind in den Psalmen zu finden?
6 Einige der Äußerungen in den Psalmen, die auf Jesus Christus Anwendung finden, sind die folgenden: Er würde von einem engen Gefährten verraten werden (Psalm 41:9). Herrscher, unterstützt von ihren Untertanen, würden sich gegen ihn auflehnen (Psalm 2:1, 2). Die jüdischen geistlichen Bauleute würden ihn verwerfen (Psalm 118:22). Falsche Zeugen würden gegen den Messias aussagen (Psalm 27:12). Bei seiner Ankunft an der Hinrichtungsstätte würde ihm ein betäubendes Getränk angeboten werden (Psalm 69:21a). Diejenigen, die ihn an den Pfahl schlagen würden, sollten wie wilde Tiere ‘an seinen Händen und seinen Füßen’ sein (Psalm 22:16). Über seine Gewänder würden Lose geworfen werden (Psalm 22:18). Seine Feinde würden ihn mit den Worten verspotten: „Er hat sich Jehova anbefohlen. Möge Er für sein Entrinnen sorgen! Er befreie ihn, da er Gefallen an ihm gefunden hat!“ (Psalm 22:8). Da er großen Durst leiden würde, würde er um etwas zu trinken bitten und sauren Wein bekommen (Psalm 22:15; 69:21b). Vor Eintritt des Todes sollte er ausrufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Psalm 22:1).
7. Was offenbaren die Prophezeiungen über die Herrlichkeiten, die den Leiden des Christus folgen sollten?
7 Wie Petrus erklärt, wurden die Propheten auch inspiriert, von den Herrlichkeiten zu sprechen, die den Leiden des Messias folgen sollten. Durch Gottes majestätische Macht sollte dieser treue Sohn von den Toten auferweckt werden (Psalm 16:8-10). Nach seiner Himmelfahrt sollte er zur Rechten Gottes sitzen und dort warten, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt würden (Psalm 110:1). Er sollte nach der Weise Melchisedeks die Stellung eines ewigen Priesters einnehmen (Psalm 110:4). Sein Vater, der „Alte an Tagen“, wollte ihm königliche Gewalt verleihen (Daniel 7:13, 14). Schließlich sollte die Zeit kommen, in der Gottes Gesalbter alle Nationen, die sich seiner Herrschaft widersetzen würden, zerschmettern würde (Psalm 2:9). Darauf sollte er seine Herrschaft über die ganze Erde ausüben (Psalm 72:7, 8; Sacharja 9:9, 10).
8. Wie bekundeten die Propheten großes Interesse an dem, was sie schrieben, und weshalb taten sie dies?
8 Ja, die Prophezeiungen vermittelten eine ausgezeichnete Vorschau auf die Rolle des Messias in Verbindung mit Gottes Vorkehrung zur Rettung oder Befreiung von Sünde und Tod. Seine Treue trotz Leiden, sein Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt als eine herrliche Geistperson — all das war nötig, damit Menschen die vorhergesagte „unverdiente Güte“ empfangen konnten, das heißt die Vergebung ihrer Sünden und ihre völlige Versöhnung mit Jehova Gott als seine Söhne. Die Propheten selbst konnten nicht genau verstehen, wie die Rettung durch den Messias kommen würde. Dennoch waren sie, wie der Apostel Petrus schreibt, an den Dingen, die sie niedergeschrieben hatten, sehr interessiert. Sie untersuchten sorgfältig die prophetischen Worte und studierten wiederholt ihre eigenen Prophezeiungen, um die Bedeutung dessen zu ermitteln, was zu schreiben sie inspiriert worden waren. Da die Propheten erkannten, daß in den Offenbarungen, die sie empfangen hatten, wunderbare Wahrheiten enthalten waren, machten sie von ihren Geisteskräften vollen Gebrauch, um aus den göttlichen Vorhersagen den größten Nutzen zu ziehen. Das taten sie, obwohl es bis zum Kommen des Messias nicht möglich war, Empfänger der vorhergesagten unverdienten Güte zu werden. Dennoch war das, was die Propheten verstanden, genug, um sie zu stärken und in ihnen den Wunsch zu wecken, noch mehr zu erfahren. Besonders interessierte es sie, zu erfahren, welche Verhältnisse beim Kommen Christi herrschen würden, ja in ‘welcher Art eines Zeitabschnitts’ er die vorhergesagten Leiden und dann die Erhöhung erleben würde.
9. Zu wessen Nutzen wurden die Prophezeiungen über den Messias in erster Linie aufgezeichnet?
9 Wie Petrus erklärte, verstanden die hebräischen Propheten, daß die messianischen Prophezeiungen nicht in erster Linie zu ihrem Nutzen aufgezeichnet wurden, sondern zum Nutzen derer, die in der Zeit leben würden, in der der Messias käme (1. Petrus 1:12). Daniel gab hinsichtlich der Offenbarungen, die er empfing, zu: „Ich hörte, aber ich konnte es nicht verstehen“ (Daniel 12:8). Diejenigen aber, die die im ersten Jahrhundert verkündigte „gute Botschaft“ annahmen, zogen den vollen Nutzen aus den inspirierten Worten über das erste Kommen des Messias. Ihnen dienten die Propheten in Wirklichkeit (Matthäus 13:16, 17).
10. Wie sollte das Interesse der hebräischen Propheten an der Rettung uns berühren, und warum?
10 Wie sollte das große Interesse der Propheten nun uns berühren? Es sollte uns veranlassen, uns zu überprüfen, ob wir an der Rettung genauso interessiert sind wie sie. Ist es das Hauptziel unseres Lebens, anerkannte Diener Jehovas Gottes und Jesu Christi zu bleiben? Ist uns wirklich daran gelegen? Wir haben bestimmt allen Grund, völlig darin aufzugehen, uns als loyale Jünger des Sohnes Gottes zu erweisen. Der Messias kam vor vielen Jahrhunderten. Sein Opfertod schuf die Grundlage für die Rettung und machte die Erfüllung jeder einzelnen Verheißung Gottes zur Gewißheit (2. Korinther 1:20). Die Zeit, die inzwischen verstrichen ist, tut der Gewißheit, mit der sich die göttlichen Prophezeiungen erfüllen werden, in keiner Weise Abbruch. Statt dessen ist sie eine Bestätigung dafür, daß Gott den Wunsch hat, so viele wie möglich zu retten (1. Timotheus 2:3, 4; 2. Petrus 3:9). Wir können daher zuversichtlich erwarten, die Segnungen zu ererben, die der Höchste für seine Treuen bereithält.
WESHALB ENGEL DARAN INTERESSIERT SIND
11. Wie groß ist das Interesse, das die Engel gemäß 1. Petrus 1:12 an der Rettungsvorkehrung Gottes haben?
11 Das Beispiel der Engel sollte uns ebenfalls ermuntern, unser Äußerstes zu tun, um in Gottes Gunst zu bleiben. Obwohl die treuen Engel die göttliche Rettungsvorkehrung nicht selbst nötig haben, sind sie doch sehr an der Verwirklichung des großartigen Vorhabens Gottes mit der Menschheit interessiert. Der Apostel Petrus schrieb „Gerade in diese Dinge [die die Aufmerksamkeit der hebräischen Propheten fesselten] begehren Engel hineinzuschauen“ (1. Petrus 1:12). Ja, bevor Jesus Christus auf die Erde kam, waren die Engel begierig, über die Leiden des Christus, die „nach diesen folgenden Herrlichkeiten“ und die Auswirkungen der „guten Botschaft“ auf die Menschheit mehr zu erfahren. Der Apostel Petrus konnte von ihnen sagen, daß sie in diese Dinge „hineinzuschauen“ begehrten. Der griechische Ausdruck für „hineinschauen“ vermittelt die Vorstellung einer Person, die sich vornüber beugt, um einen Gegenstand aus der Nähe genau zu betrachten. Doch weshalb war den Engeln so sehr daran gelegen, die Offenbarung Jehovas hinsichtlich der Rettung sorgfältig zu untersuchen? Weshalb waren sie als vollkommene Geistpersonen so sehr an den Vorkehrungen für sündige Erdenmenschen interessiert?
12, 13. Wie könnten wir das große Interesse erklären, das die Engel an der Rettung der Menschheit haben?
12 Da die Engel nicht allwissend sind, vermehren sie ihr Wissen zweifellos dadurch, daß sie Gottes Handlungsweise und seine Offenbarungen studieren. Die Vorkehrung zur Erlösung des Menschengeschlechts war wirklich ein wunderbares Beispiel für Jehovas Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Weisheit. Wenn sich die Engel damit beschäftigen, ein besseres Verständnis über Jehovas Vorkehrung zur Rettung der sündigen Menschheit zu erlangen, lernen sie ihren himmlischen Vater noch besser kennen. Sie erfahren Einzelheiten über seine Persönlichkeit und seine Wege, die sie durch ein Studium oder eine Untersuchung anderer Entwicklungen im Universum nicht lernen würden. (Vergleiche Epheser 3:8-10.)
13 Außerdem haben die Engel eine gewisse Vorliebe für das Menschengeschlecht. (Vergleiche Sprüche 8:22-31.) Sie möchten, daß die Menschheit mit dem himmlischen Vater, Jehova, versöhnt wird. Deshalb konnte Jesus Christus sagen: „Bei den Engeln Gottes [gibt es] Freude über einen einzigen Sünder, der bereut“ (Lukas 15:10).
14. (a) Wozu sollte uns die Einstellung der Engel zu unserer Rettung anspornen? (b) Welchen Rat des Apostels Petrus sollten wir im Sinn behalten, um treue Diener Gottes zu bleiben?
14 Ja, Millionen von Engeln freuten sich, als wir zur Reue kamen. Sie sind sehr daran interessiert, daß wir bis zum Ende treu bleiben. Sie „feuern“ uns gewissermaßen an. Möge unsere Vision von den himmlischen Heerscharen, die uns mit großer Anteilnahme und Zuneigung beobachten, nie verblassen! Bestimmt möchten wir, daß sie sich weiter über uns freuen. Das erfordert, daß wir der Ermahnung des Petrus nachkommen: „Darum gürtet euren Sinn zur Tätigkeit, bleibt vollständig besonnen; setzt eure Hoffnung auf die unverdiente Güte, die euch bei der Offenbarung Jesu Christi gebracht wird“ (1. Petrus 1:13).
UNSEREN SINN ZUR TÄTIGKEIT GÜRTEN
15. Wie sollen wir die Ermahnung des Petrus verstehen, ‘unseren Sinn zur Tätigkeit zu gürten’?
15 Was bedeutet es, den ‘Sinn zur Tätigkeit zu gürten’? Wörtlich übersetzt, lauten die Worte des Apostels Petrus: „Gürtet die Lenden eures Sinnes.“ In den Tagen des Apostels Petrus trugen die Männer lange Gewänder. Zum Arbeiten oder zu einer regen Betätigung wie dem Laufen zogen sie das Gewand zwischen den Beinen hoch und befestigten es mit einem Gürtel. „Die Lenden zu gürten“ bedeutete, zur Tätigkeit bereit zu sein. Die ‘Lenden des Sinnes zu gürten’ würde daher für uns bedeuten, daß wir bereit sind, unsere Geisteskräfte zur Erfüllung unserer christlichen Verpflichtungen und zum Ausharren unter allen möglichen Prüfungen einzusetzen.
16. Wie können wir zeigen, daß wir ‘vollständig besonnen bleiben’?
16 Wenn wir unsere Geisteskräfte zu stetiger Dienstbereitschaft für Gott gegürtet haben, müssen wir natürlich auch „vollständig besonnen“ bleiben. Wir müssen in unserem Denken ausgeglichen sein und müssen die Dinge richtig abwägen können. Unser Leben muß zeigen, daß wir uns in der Gewalt haben und nicht den Verlockungen einer gottentfremdeten Welt nachgeben (1. Johannes 2:16). Wir werden dann in erster Linie darauf bedacht sein, das zu tun, was in den Augen unseres himmlischen Vaters und seines Sohnes annehmbar ist.
17. (a) Worin besteht die „unverdiente Güte“, die Gläubigen zuteil wird? (b) Wie ‘setzen wir unsere Hoffnung auf die unverdiente Güte, die uns bei der Offenbarung Jesu Christi gebracht wird’?
17 Um ‘unseren Sinn zur Tätigkeit zu gürten’ und ‘vollständig besonnen zu bleiben’, müssen wir ‘unsere Hoffnung auf die unverdiente Güte setzen, die uns bei der Offenbarung Jesu Christi gebracht wird’. Wenn der Herr Jesus Christus in Herrlichkeit kommt, werden alle, die die himmlische Hoffnung haben und seine ergebenen Jünger geblieben sind, Teilhaber an der unverdienten Güte Gottes werden (1. Korinther 1:4-9). Nicht nur diese geistgezeugten Jünger werden dann von den Leiden befreit werden, die ihnen böse Menschen zugefügt haben; auch Christen, die die Hoffnung auf ein irdisches Paradies haben, werden in der „großen Drangsal“, die dem Kommen Christi folgt, bewahrt, mit der Aussicht auf endloses irdisches Leben. Wir haben tatsächlich allen Grund, uns die Erfüllung unserer christlichen Hoffnung stets vor Augen zu halten und erwartungsvoll der Zeit entgegenzublicken, in der wir Empfänger der göttlichen Gunst sein werden. Unser Vertrauen auf die sichere Erfüllung unserer Hoffnung kann uns anspornen, unserem himmlischen Vater und seinem Sohn treu zu bleiben. Mögen wir unseren Blick fest auf die Segnungen gerichtet halten, die das Kommen Christi in Herrlichkeit für seine treuen Nachfolger mit sich bringen wird! (Matthäus 25:31-46).
UNS ALS GOTTES GEHORSAME KINDER ERWEISEN
18. Wie erweisen wir uns als „gehorsame Kinder“?
18 Im Einklang mit unserer Hoffnung sollten wir „gehorsame Kinder“ sein. Der Apostel Petrus schrieb weiter: „Formt euch als gehorsame Kinder nicht mehr nach den Begierden, die ihr früher in eurer Unwissenheit hattet“ (1. Petrus 1:14). Als Kinder, die ihren himmlischen Vater achten und lieben, sollten wir uns seinen Forderungen freudig unterwerfen und anerkennen, daß dies das richtige ist. Wir wollen unser Leben nicht mehr auf die gleiche Art und Weise führen, wie wir es gewohnt waren, bevor wir Jünger Jesu Christi wurden. Da wir Gottes Gebote nicht kannten, hatten wir uns vielleicht unseren sündigen Leidenschaften hingegeben, selbstsüchtig unsere eigenen Interessen zum Schaden anderer vorangestellt oder unser Leben darauf ausgerichtet, materiellen Besitz, Ansehen oder Autorität zu erlangen. Zu einem großen Teil hatten wir unser Leben nach den Ansichten, Worten und Handlungen der Menschen in unserer Umgebung gestaltet. Heute wissen wir, daß ein solches Leben, bei dem Gott außer acht gelassen wird, leer und sinnlos ist.
19. Was gehört dazu, „heilig“ zu sein, wie das aus dem mosaischen Gesetz hervorgeht?
19 Um ein reiches, ausgefülltes Leben führen zu können, müssen wir Jehova Gott nachahmen, der heilig oder rein ist. Ahmen wir unseren himmlischen Vater nur in Verbindung mit der formellen Anbetung nach? Beachte, was der Apostel Petrus sagt: „In Übereinstimmung mit dem Heiligen, der euch berufen hat, werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel“ (1. Petrus 1:15). Darauf zitierte er aus 3. Mose 19:2, wo es heißt: „Ihr solltet euch als heilig erweisen, denn ich, Jehova, euer Gott, bin heilig“ (1. Petrus 1:16). Diese Worte aus dem 3. Buch Mose erscheinen in einem Zusammenhang, in dem dargelegt wird, was Jehova Gott von den Israeliten sowohl in bezug auf ihre formelle Anbetung als auch in bezug auf ihre regulären täglichen Angelegenheiten forderte. Zu den Erfordernissen für einen heiligen Wandel gehören die Achtung vor den Eltern, Ehrlichkeit, Rücksicht auf Taube, Blinde und andere Behinderte, ferner gehört dazu, keinen Groll zu hegen, sondern seinen Nächsten zu lieben, sich vor Verleumdung und falschem Zeugnis zu hüten und Recht zu üben (3. Mose 19:3, 9-18). Von dem Erfordernis, vom Standpunkt Jehovas aus heilig oder rein zu sein, ist somit kein Lebensbereich ausgenommen.
„FÜHRT EUREN WANDEL MIT FURCHT“
20. Was sollten wir in bezug auf das Gericht im Sinn behalten, und wie sollte dies unser Verhalten beeinflussen?
20 Ein weiterer stichhaltiger Grund, unserer Hingabe entsprechend zu leben, ist in den folgenden Worten des Apostels Petrus enthalten: „Wenn ihr ferner den Vater anruft, der unparteiisch nach dem Werk eines jeden richtet, so führt euren Wandel mit Furcht während der Zeit, da ihr in der Fremde ansässig seid“ (1. Petrus 1:17). Wir sollten nie aus den Augen verlieren, daß uns unser himmlischer Vater durch seinen Sohn richten wird. Sein Urteil wird nicht vom äußeren Schein beeinflußt sein, sondern es wird unparteiisch sein und dem entsprechen, was wir wirklich sind (Jesaja 11:2-4). Wenn wir daher den Höchsten als unseren Vater anerkennen, werden wir den Wunsch haben, uns so zu verhalten, daß er uns mit Wohlgefallen betrachtet und ein günstiges Urteil fällt. Wir möchten mit Recht einen Lebensweg gehen, der eine gesunde Ehrfurcht vor Jehova Gott widerspiegelt.
21. Wie zeigen wir, daß wir uns in dieser Welt als Fremdlinge fühlen?
21 Außerdem müssen wir uns darüber im klaren sein, daß die Welt und das, was sie zu bieten hat, nichts Bleibendes sind. Wir sollten bedenken, daß wir „in der Fremde ansässig“ sind. Es ist wichtig, daß wir uns davor hüten, uns an irgend etwas in der Welt zu klammern, als bleibe es für immer bestehen. Selbst die einst prächtigen Paläste der Könige von Assyrien, Babylon und Persien bieten heute keinem mehr eine komfortable Wohnstätte; sie liegen in Trümmern. Kein Bauwerk, kein Produkt der modernen Ingenieurkunst und Technologie, kein Gemälde, keine Skulptur, kein einziger von Menschen hergestellter Gegenstand kann in alle Ewigkeit unverändert bleiben. Natürlich müssen wir in dieser gottentfremdeten Welt leben; wir können nicht aus ihr „auswandern“ (1. Korinther 5:9, 10). Aber wir sollten uns in der gegenwärtigen Einrichtung der Dinge nicht „wie zu Hause“ fühlen. Nein, wir blicken etwas weit Besserem entgegen, wir erwarten „neue Himmel und eine neue Erde“, die von Gott kommen (2. Petrus 3:13). Unsere Reise durch das Leben in der Welt ist eine Zeit der Fremdlingschaft, und wir sollten dies durch unsere Einstellung, durch unsere Worte und unsere Handlungen zu erkennen geben. (Vergleiche Hebräer 11:13-16.)
EIN KOSTBARER PREIS WURDE BEZAHLT
22, 23. Weshalb sollten wir daran denken, daß wir bei Jehova Gott und Jesus Christus für immer in tiefer Schuld stehen?
22 Der Apostel Petrus betont weiter, weshalb wir heilige, ergebene Diener Jehovas bleiben sollten, und schreibt: „Denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, von eurer fruchtlosen Art des Wandels befreit worden seid, die euch von euren Vorvätern her überliefert wurde, sondern mit kostbarem Blut gleich dem eines makellosen und fleckenlosen Lammes, nämlich Christi“ (1. Petrus 1:18, 19). Da wir von der Verurteilung der Sünde und des Todes erlöst worden sind, sind wir Jehova Gott gegenüber, der die Vorkehrung zu unserer Erlösung traf, verpflichtet. Nehmen wir an, eine große Summe Silber oder Gold wäre bezahlt worden, um uns vom Tod zu erlösen. Ständen wir dann nicht bei demjenigen, der ein solch großes materielles Opfer für uns gebracht hätte, in tiefer Schuld?
23 Wieviel größer ist dann unsere Schuld gegenüber Jehova Gott und Jesus Christus! Der Loskaufspreis, der für uns bezahlt wurde, war weit wertvoller als jeder materielle Schatz, der verlorengehen, gestohlen oder zerstört werden kann. Er ist wertvoller als alles Gold und Silber der Erde. Schließlich ist der wertvolle Loskaufspreis, der für uns bezahlt wurde, das kostbare Blut des sündenlosen Sohnes Gottes. Es ist das Lebensblut jemandes, der das Recht hatte, ewig zu leben, und der daher weit mehr tat, als sein Leben vorzeitig aufzugeben, wie es andere Männer für eine Sache getan haben, die ihnen edel erschien. Die Zahlung dieses Loskaufspreises schuf, wie Petrus sagt, auch die Grundlage dafür, daß wir ‘von unserer fruchtlosen Art des Wandels befreit worden sind, die uns von unseren Vorvätern her überliefert wurde’. Wieso?
24. Inwiefern mag unser Wandel ‘fruchtlos’ gewesen sein, bevor wir Jünger Jesu Christi wurden?
24 Als wir anerkannten, daß wir mit dem kostbaren Blut Jesu Christi erlöst oder erkauft worden sind, gaben wir unseren früheren Lebenswandel auf. Ohne die Erkenntnis über Jehova Gott und seine Vorsätze war unser Leben ‘fruchtlos’, nichtig, leer, denn es drehte sich ausschließlich um die Beschaffung von Dingen, die keinen bleibenden Wert hatten. Unser Wandel mag sich sogar in geistiger, physischer und seelischer Hinsicht schädlich auf uns ausgewirkt haben. Außerdem waren vielleicht unsere Eltern und unsere Großeltern mit der Heiligen Schrift nicht vertraut. Die Maßstäbe und Grundsätze, nach denen sie ihr Leben ausrichteten, waren daher möglicherweise nicht in Übereinstimmung mit Gottes Willen. Vielleicht nahmen sie sogar an gottentehrenden religiösen Bräuchen teil. Somit trug das, was uns von unseren Vorvätern hinsichtlich des Wandels „überliefert“ wurde, nicht zu einem sinnvollen Leben bei. (Vergleiche Matthäus 15:3-9.)
25. Inwiefern können uns die Worte aus 1. Petrus 1:10-19 eine große Ermunterung sein, Jehova Gott und unserem Herrn Jesus Christus treu zu bleiben?
25 Gewiß sind uns die Worte des Apostels Petrus eine Ermunterung, an unserem Entschluß, Jehova Gott als ergebene Jünger Jesu Christi zu dienen, festzuhalten. Wir sollten nie vergessen, welch großes Interesse die hebräischen Propheten und die Engel an Gottes Offenbarungen hinsichtlich der Rettung bekundeten. Denken wir stets an die Gewißheit des Gerichtes Gottes, an die Verwirklichung unserer Hoffnung bei der Offenbarung Jesu Christi, an die Wichtigkeit, in unserem ganzen Wandel rein zu bleiben, da dies Jehovas Heiligkeit verlangt, und daran, daß unser Leben in dieser Welt nur eine Zeit der Fremdlingschaft ist! Doch vor allem sollten wir niemals, nein, niemals aus den Augen verlieren, daß wir mit dem kostbaren Blut Jesu Christi erlöst worden sind.
26. Was kann die Welt im Vergleich zu dem bieten, was wir durch unseren Dienst für Jehova gewinnen können?
26 Verglichen mit den Segnungen, die der Dienst für den Höchsten mit sich bringt, ist das, was die Welt zur Schau stellt, wirklich nur Kehricht (1. Korinther 7:29-31; Philipper 3:7, 8). Ein reines Gewissen, ein sinnvolles Leben in der Gegenwart und ein glückliches Leben in einer ewigen Zukunft kann man nicht mit noch soviel Geld erkaufen. Doch der treue Dienst für Gott bringt diese Segnungen mit sich. Wir haben daher wirklich allen Grund, ihn zur Hauptsache unseres Lebens zu machen!
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Eine Hoffnung mit einer sicheren GewährWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 3
Eine Hoffnung mit einer sicheren Gewähr
1—3. (a) Weshalb ist der Glaube an Gott allein nicht genug, um sein Wohlgefallen zu haben? (b) Was müssen wir gemäß Hebräer 11:6 glauben, und weshalb ist dies wichtig?
VIELE Leute sagen, sie glaubten an Gott. Doch um ein Leben zu führen, das Gottes Wohlgefallen mit sich bringt, ist weit mehr erforderlich. Wir müssen fest davon überzeugt sein, daß alles Leid, das über uns kommen mag, nichts ist im Vergleich zu den großartigen Segnungen, die Gott, der Allmächtige, über seine Diener ausschütten wird.
2 Aus diesem Grund ist es auch nicht genug, dem Schöpfer nur aus einem Pflichtgefühl heraus zu dienen, weil er unser Lebengeber ist. Ein Pflichtgefühl allein wird uns nicht die Kraft geben, in allen Prüfungen treu zu bleiben, die über uns kommen mögen — Mißhandlung, Beschimpfung, Krankheit, Enttäuschungen, wirtschaftliche Not. Nur eine tiefe, unerschütterliche Liebe zu unserem himmlischen Vater könnte das bewirken.
3 Um eine solche Liebe zu Gott haben zu können, müssen wir glauben, daß er selbst liebevoll, gut und großzügig ist. Die Bibel zeigt, daß ein solcher Glaube für Christen unbedingt erforderlich ist. Wir lesen: „Wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebräer 11:6). Jede Abwertung der Verheißung Gottes, seine Diener zu segnen, verzerrt in Wirklichkeit unsere Vorstellung von ihm. Wir werden dadurch gehindert, Jehova als einen Gott anzuerkennen, der die vortrefflichen Werke seines Volkes mit großer Wertschätzung betrachtet (Hebräer 6:10). Wenn wir dagegen fest davon überzeugt sind, daß der Höchste ein Belohner ist, werden wir seine Wertschätzung erwidern und den Wunsch verspüren, ihm wohlzugefallen.
‘ZUR RETTUNG BEHÜTET’
4. Wie hilft uns Jehova Gott, Rettung zu erlangen, und was sollten wir daher tun?
4 Natürlich können wir es uns durch unseren Dienst für Gott nicht verdienen, gerettet zu werden, zum Beispiel, indem wir einen vortrefflichen Wandel führen und anderen in geistiger und materieller Hinsicht beistehen Unser himmlischer Vater hat alle Vorkehrungen zum Erlangen des ewigen Lebens selbst getroffen, und er hilft uns, seinen Willen zu tun und diesen Segen zu empfangen. Unsere von Gott stammende Hoffnung ermutigt uns daher, uns völlig der göttlichen Leitung zu unterwerfen. Das vollständige Vertrauen zu Jehova als Belohner ermöglicht es uns, mit ihm zusammenzuarbeiten, während wir zu echten, reifen Christen heranwachsen (Epheser 4:13-15) Eine solche aktive Zusammenarbeit mit unserem Schöpfer verlangt natürlich, daß wir uns anstrengen, unsere sündigen Neigungen zu beherrschen. Doch in Wirklichkeit ist er es, der durch seinen Geist unser geistiges Wachstum ermöglicht. Die folgenden Worte des Apostels Petrus heben sehr schön den Anteil hervor, den Gott daran hat, die Erfüllung unserer christlichen Hoffnung zu sichern:
„Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, denn nach seiner großen Barmherzigkeit hat er uns eine neue Geburt zu einer lebendigen Hoffnung gegeben durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe. Es ist in den Himmeln aufbehalten für euch, die ihr vermittels der Macht Gottes durch Glauben zu einer Rettung behütet werdet, die bereit ist, in der letzten Zeitperiode geoffenbart zu werden“ (1. Petrus 1:3-5).
5. Weshalb hatten die Christen des ersten Jahrhunderts guten Grund, Jehova zu segnen?
5 Die Christen, an die diese Worte gerichtet waren, hatten guten Grund, Jehova Gott zu segnen und auch gut von ihm zu sprechen oder ihn zu preisen. Sie waren gewissermaßen durch eine zweite Geburt als Kinder des Höchsten hervorgebracht worden (Johannes 1:12, 13; 3:5-8). Diese „neue Geburt“ kam durch die Wirksamkeit des heiligen Geistes zustande. Sie wurden nicht aufgrund eigener Verdienste Söhne Gottes, sondern aufgrund der Barmherzigkeit Gottes, die dadurch zum Ausdruck kam, daß ihre Sünden vergeben wurden. Als diese Jünger Jesu Christi Kinder des Allmächtigen wurden, wurden sie auch gleichzeitig Erben.
6. Was macht die christliche Hoffnung zu einer „lebendigen Hoffnung“?
6 Als Erben hatten sie die Hoffnung, ein Erbe zu empfangen. Diese Hoffnung ist, wie Petrus zeigt, eine „lebendige Hoffnung“. Sie ist in mehrerer Hinsicht „lebendig“. Wie Gottes Botschaft oder sein Wort, das ‘lebendig ist und Macht ausübt’, ist auch die Hoffnung lebendig und machtvoll (Hebräer 4:12). Das liegt in erster Linie daran, daß diese Hoffnung von dem lebendigen und ewigen Gott stammt und sich um seinen Sohn dreht, der ‘nicht mehr stirbt’. Der Sohn hat die Macht eines unzerstörbaren Lebens und ist imstande, diejenigen, die ihr Vertrauen auf ihn setzen, vollständig zu retten (Jeremia 10:10; Habakuk 1:12; Hebräer 7:16, 25; 1. Petrus 1:23). Jesus Christus ist das von Gott gesandte „lebendige Brot“, und „wenn jemand von diesem Brot ißt, wird er immerdar leben“ (Johannes 6:50, 51, 57). Der Sohn gibt „lebendiges Wasser“, das in denen, die es empfangen, ‘zu einer Wasserquelle wird, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln’ (Johannes 4:10, 14). So ist auch die „lebendige Hoffnung“, die zufolge der „neuen Geburt“ verliehen wurde, imstande, ihren Besitzern zu helfen, die Verwirklichung ihrer Belohnung und das ewige Leben zu erreichen.
7. Wie wirkt sich die „lebendige Hoffnung“ auf ihre Besitzer aus?
7 Diese Hoffnung ist kraftvoll. Sie ist im Leben derer, die sie hegen, eine belebende, treibende Kraft. Sie beeinflußt ihr ganzes Leben und kommt in ihrer Lebensweise zum Ausdruck. Wie der wahre Glaube, so kann auch eine solche Hoffnung nicht tot, ohne Frucht oder untätig sein, so daß es keinen Beweis für ihr Vorhandensein gäbe (Jakobus 2:14-26). Es ist eine begeisternde Hoffnung, die uns belebt, und wir werden durch den Trost, den sie vermittelt, und durch die unerschütterliche Gewißheit ihrer Erfüllung ermutigt, gestützt und gestärkt.
8. Was kann hinsichtlich der Erfüllung unserer Hoffnung gesagt werden, da sie doch „lebendig“ ist?
8 Ganz im Gegensatz zu den Hoffnungen derer, die ihr Vertrauen auf unvollkommene, sterbliche Menschen setzen, ist diese Hoffnung somit keine tote Hoffnung, die zur Enttäuschung führt, weil sie keine solide Grundlage hätte. Sie kann nicht unerfüllt bleiben. Jehovas unveränderliche Verheißung, verbunden mit seiner unvergleichlichen Macht, sie zu erfüllen, ist eine sichere Grundlage für die christliche Hoffnung. (Vergleiche Jesaja 55:10, 11; Hebräer 6:13-20.)
9. Wodurch ist diese „lebendige Hoffnung“ möglich geworden?
9 Der Apostel Petrus bringt diese „lebendige Hoffnung“ mit der „Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ in Verbindung. Als Gottes Sohn an den Pfahl geschlagen wurde und seine Jünger ihn sterben sahen, starb ihre Hoffnung praktisch mit ihm. Als sie aber Beweise für seine Auferstehung erhielten, wurde ihre Hoffnung wiederbelebt, „fing Feuer“ und trieb sie an, Zeugnis zu geben (Lukas 24:13-34; Apostelgeschichte 4:20). Weil der Sohn Gottes zu geistigem Leben erweckt wurde, konnte er dem Vater den Wert seines Opfers, den Loskaufspreis, darbieten. Wäre Jesus Christus nicht auferweckt worden, dann hätte niemand von Sünde und Tod erlöst werden können (1. Korinther 15:14-19). Ohne seine Auferstehung hätte es keine „lebendige Hoffnung“ gegeben.
10. Wieso konnte Petrus das Erbe als ‘unvergänglich, unbefleckt und unverwelklich’ bezeichnen?
10 Das großartige Erbe, dem der Apostel Petrus und seine Glaubensgefährten entgegenblickten, ist ‘unvergänglich, unbefleckt und unverwelklich’. Da es unvergänglich ist, kann es in keiner Weise zerstört oder beschädigt werden. Es kann auch nicht befleckt oder beschmutzt werden, denn es ist nicht durch Intrigen, Betrug oder auf andere gesetzlose Weise zu erlangen. Dieses wunderbare Erbe wird niemals charakterlosen Menschen in die Hände fallen. Außerdem wird es im Gegensatz zu Blumen, die ihre Schönheit und Pracht bald verlieren, in alle Ewigkeit nicht an Herrlichkeit und Reiz einbüßen.
11. Weshalb ist den Miterben Christi das „Erbe“ sicher?
11 Wie Petrus zeigte, ist das verheißene Erbe „in den Himmeln aufbehalten“. Es ist den Miterben Christi sicher. Dort im Himmel ist es besser geschützt und aufgehoben als in jedem Banktresor, denn die unsichtbaren Himmel sind die bleibende Wohnstätte Jehovas, des ewigen Gottes (Psalm 103:19; 115:3, 16; Matthäus 5:11, 12). Außerdem wies der Apostel Petrus darauf hin, daß der Allmächtige ihnen helfen würde, ihr Erbe zu empfangen. Der Höchste würde durch seinen Geist seine „Macht“ anwenden und es ihnen ermöglichen, in seinen Augen annehmbar zu bleiben, und so ihre Lebensinteressen schützen. Infolgedessen würden sie „in der letzten Zeitperiode“ nicht dem Urteil der Gottlosen verfallen, sondern gerettet und mit ewigem Leben belohnt werden.
12. Wie wird uns Jehova Gott zur Rettung ‘behüten’?
12 Wie die Christen des ersten Jahrhunderts, so können auch heute alle Gläubigen zuversichtlich sein, daß Jehova Gott sie zur Rettung behüten wird. Er hat es uns anfangs durch seinen heiligen Geist ermöglicht, Glauben zu haben, und durch den gleichen Geist wird er unseren Glauben weiterhin stärken. Dieser Glaube kann uns erfolgreich durch alle Arten von Prüfungen führen (1. Johannes 5:4). Haben wir daher nicht guten Grund, Jehova Gott dafür dankbar zu sein, daß er uns weiterhin hilft, das ewige Leben zu erlangen? Ganz bestimmt, besonders wenn wir bedenken, daß er dies nicht aufgrund unserer eigenen Verdienste tut, sondern wegen seiner großen Barmherzigkeit.
DER TOD KANN DIE VERWIRKLICHUNG UNSERER HOFFNUNG NICHT VERHINDERN
13. Welche Gewähr gibt es dafür, daß unsere christliche Hoffnung auf einer sicheren Grundlage beruht?
13 Nicht einmal der Tod kann verhindern, daß wir die Erfüllung unserer christlichen Hoffnung erleben. Durch das, was unser himmlischer Vater mit seinem Sohn tat, schuf er eine zuverlässige, unfehlbare Gewähr dafür, daß unsere Hoffnung auf einer sicheren Grundlage beruht. Der Apostel Petrus schrieb:
„Allerdings war er [Gottes Sohn] vor Grundlegung der Welt im voraus erkannt, doch wurde er am Ende der Zeiten um euretwillen offenbar gemacht, die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen hat, so daß euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien“ (1. Petrus 1:20, 21).
14. Inwiefern war Jesus „vor Grundlegung der Welt im voraus erkannt“ und wurde er „am Ende der Zeiten ... offenbar gemacht“?
14 Bevor Adam und Eva eine Menschenwelt gründeten, indem sie Kinder hervorbrachten, beschloß Jehova Gott, daß sein einziggezeugter Sohn die Menschheit von der Sklaverei der Sünde und des Todes erlösen sollte. (Vergleiche 1. Mose 3:15; 4:1, 2; Lukas 11:49-51.) Mit dem Kommen des Messias begannen die letzten Tage des jüdischen Systems der Dinge mit seiner Priesterschaft, seinen Opfern und seinen Tempeldiensten. Die Ankunft des Messias kennzeichnete den Beginn einer neuen Epoche der Menschheitsgeschichte. Daher sprach der Apostel Petrus davon, daß Christus „am Ende der Zeiten ... offenbar gemacht“ wurde.
15. Weshalb konnte Petrus sagen, Jesus Christus sei „um euretwillen offenbar gemacht [worden], die ihr durch ihn an Gott glaubt“?
15 Doch weshalb sagte der Apostel, Gottes Sohn sei „um euretwillen ..., die ihr durch ihn an Gott glaubt“, offenbar gemacht worden? Bevor Jesus zur Erde kam, konnte niemand aus dem Erlösungswerk Nutzen ziehen, das er vollbringen würde. Das war erst für Gläubige im ersten Jahrhundert möglich. Dadurch, daß sie an Christus glaubten, glaubten sie auch an den Vater, der seinen Sohn zur Erde gesandt hatte (Johannes 17:21). Außerdem ist, wie Petrus sagte, das, was Jehova Gott für seinen Sohn tat — daß er ihn auferweckte und ihm „Herrlichkeit“ verlieh, indem er ihn zu seiner eigenen Rechten erhöhte —, für uns eine gute Grundlage, an den Allmächtigen zu glauben und auf ihn zu hoffen. Wieso?
16. Wofür ist die Auferstehung Jesu Christi eine Gewähr?
16 Genauso, wie der Höchste seinen Sohn auferweckte, kann er auch andere seiner Diener auferwecken. Da Jesus Christus zu unsterblichem himmlischen Leben erweckt wurde, konnten die im ersten Jahrhundert lebenden Jünger sicher sein, daß sie mit ihm an seiner himmlischen Herrlichkeit teilhaben würden. Die Auferstehung des Sohnes Gottes bildet eine unveränderliche Gewähr dafür, daß Menschen, die im Tode schlafen, zum Leben auferweckt werden (1. Korinther 15:12-22).
17. Wie gut ist die Auferstehung Jesu Christi belegt?
17 Aus diesem Grund mußte die Auferstehung Jesu gut belegt sein, und das war sie auch. Über 500 Jünger sahen den auferweckten Sohn Gottes (1. Korinther 15:6). Diese Augenzeugen wußten, daß Gottes Feinde ihnen zwar die Freiheit nehmen und sie sogar töten konnten, wenn sie von diesem großartigen Wunder Zeugnis ablegten. Trotzdem bezeugten die treuen Jünger Jesu Christi diese Tatsache mit allem Freimut. (Vergleiche Apostelgeschichte 4:1-3; 7:52-60.) Dieser mutige Glaube war nur dadurch möglich, daß sie stichhaltige Beweise für seine Auferstehung hatten.
CHRISTI KOMMEN IN HERRLICHKEIT IST SICHER
18. Was sagte Petrus über die „Macht und Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus“?
18 Wie im Falle der Auferstehung seines Sohnes sorgte Jehova Gott auch dafür, daß ein deutliches Zeugnis dafür vorhanden war, daß Christi Kommen „mit Macht und großer Herrlichkeit“ gewiß war (Matthäus 24:30; Offenbarung 1:7). Der Apostel Petrus sagte:
„Nein, nicht dadurch, daß wir kunstvoll ersonnenen unwahren Geschichten folgten, machten wir euch mit der Macht und Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus bekannt, sondern dadurch, daß wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe wurden. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als ihm von der großartigen Herrlichkeit Worte wie diese überbracht wurden: ,Dieser ist mein Sohn, mein geliebter, an dem ich selbst Wohlgefallen gefunden habe.‘ Ja, diese Worte hörten wir vom Himmel her, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren“ (2. Petrus 1:16-18).
Auf welches Ereignis nahm Petrus hier Bezug?
19. Wann und wie wurden Petrus, Jakobus und Johannes Augenzeugen der herrlichen Größe Christi?
19 Er sprach von der Umgestaltung des Herrn Jesus Christus. Einige Zeit nach dem Passah des Jahres 32 u. Z. sagte der Sohn Gottes zu seinen Jüngern: „Wahrlich, ich sage euch, daß von denen, die hier stehen, einige sind, die den Tod überhaupt nicht schmecken werden, bis sie zuerst den Sohn des Menschen in seinem Königreich kommen sehen“ (Matthäus 16:28). Schon nach wenigen Tagen gingen diese Worte Jesu in Erfüllung. Gottes Sohn nahm die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg, vermutlich auf den Berg Hermon. Irgendwo auf diesem Berg ereignete sich dann folgendes: „[Jesus] wurde vor ihnen umgestaltet, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine äußeren Kleider wurden glänzend wie das Licht.“ Auf diese Weise hatten die drei Apostel die Bestätigung, daß Jesu Kommen in Königreichsmacht wirklich von Herrlichkeit begleitet sein würde. Darauf bildete sich eine „lichte Wolke“, und daraus ertönte eine Stimme, die sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“ (Matthäus 17:1-5).
20. Weshalb hat der Glaube an die Wiederkehr Christi in Königreichsmacht eine feste Grundlage?
20 Der Glaube, daß Jesus in Königreichsmacht kommen werde, beruhte daher nicht auf von Menschen ersonnenen unwahren Geschichten. Die Jünger nahmen nicht zu Tricks oder Betrug Zuflucht, um andere davon zu überzeugen, daß der Sohn Gottes „mit Macht und großer Herrlichkeit“ wiederkommen würde. Petrus, Jakobus und Johannes sahen, wie Jesus Christus vor ihren Augen verherrlicht wurde, und sie hörten Gottes eigene Stimme, die aus der lichten Wolke oder „von der großartigen Herrlichkeit“ her kam. Diese Stimme erkannte Jesus als geliebten Sohn an. Diese Anerkennung sowie der Glanz, der Jesus Christus damals verliehen wurde, waren für ihn wirklich eine Verleihung von Ehre und Herrlichkeit. Wegen dieser großartigen Offenbarung von Jehova bezeichnete Petrus den Berg, auf dem die Umgestaltung stattfand, zu Recht als den „heiligen Berg“.
21. Von welcher Bedeutung ist die Umgestaltungsvision für uns?
21 Von welcher Bedeutung sollte diese Umgestaltung für Gläubige sein? Petrus antwortet: „Demzufolge haben wir das prophetische Wort um so fester; und ihr tut wohl, ihm Aufmerksamkeit zu schenken als einer Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und ein Tagesstern aufgeht, in eurem Herzen“ (2. Petrus 1:19). Ja, die Umgestaltungsvision bestätigt das prophetische Wort vom Kommen des Herrn Jesus Christus in Königreichsmacht. Diese Vision war eine Vorschau auf seine königliche Herrlichkeit. Ohne Macht oder Gewalt kann es natürlich keine königliche Herrlichkeit, Pracht oder Würde geben. Daher diente die Umgestaltung auch als ein Beweis für die Gewißheit des Kommens Jesu in Macht.
22, 23. (a) Wie zeigen wir, daß wir ‘wohl tun’, wenn wir dem prophetischen Wort Aufmerksamkeit schenken? (b) Inwiefern ist dieses Wort wie eine Lampe?
22 Wir heute ‘tun wohl’, auf das prophetische Wort zu hören, denn nichts könnte im Interesse unseres Lebens wichtiger sein und größeren oder bleibenderen Nutzen mit sich bringen. Die Menschen mögen begierig die Weltnachrichten lesen, Vorhersagen politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Experten untersuchen und am Ende feststellen, daß sie das nicht weitergebracht hat. Doch das Licht, das aus dem prophetischen Wort hervorleuchtet, wird uns nie in eine Sackgasse fahren oder uns über unseren Weg im unklaren lassen. Das prophetische Wort verdient daher bei unserem Studium und bei unserem Nachsinnen einen bedeutenden Platz. Wir tun gut daran, uns alle Gelegenheiten zunutze zu machen, uns mit unseren Glaubensbrüdern zu versammeln, wenn das „Wort“ besprochen wird. „Aufmerksamkeit zu schenken“ bedeutet jedoch mehr als nur sorgfältiges Lesen oder respektvolles Zuhören. Es bedeutet, nach dem prophetischen Wort zu handeln, uns davon in unserem Wandel und im Gebrauch unserer Zeit, unserer Kraft und unserer Mittel beeinflussen zu lassen. (Vergleiche Jakobus 1:22-27.) Ja, wir erkennen den praktischen Wert dieses prophetischen Wortes in unserem täglichen Leben an und betrachten es nicht lediglich als eine Sache, der wir nur in Verbindung mit formeller Anbetung Aufmerksamkeit schenken würden.
23 In Übereinstimmung mit der Aufforderung des Petrus sollten wir das prophetische Wort als eine Lampe gebrauchen, die an einem dunklen Ort leuchtet, ja die unser Herz erleuchtet. Wenn wir ihm Aufmerksamkeit schenken, indem wir uns davon im täglichen Leben leiten lassen, so wird es uns sicher führen bis zu dem großen Tag, an dem sich der „Tagesstern“, der Herr Jesus Christus, in all seiner Pracht und Herrlichkeit offenbart. (Vergleiche Offenbarung 22:16.) Die Offenbarung des Sohnes Gottes wird für die Ungläubigen Vernichtung und für seine ergebenen Jünger große Segnungen bedeuten (2. Thessalonicher 1:6-10). Gewiß sollte uns die Hoffnung, die mit der Erfüllung des prophetischen Wortes verbunden ist, ermuntern, unser Äußerstes zu tun, um bei der Offenbarung unseres Herrn als annehmbar erfunden zu werden (Lukas 21:34-36).
24. Weshalb können wir zu dem gesamten in der Bibel enthaltenen prophetischen Wort Vertrauen haben?
24 Tatsächlich müssen wir dem gesamten in der Heiligen Schrift enthaltenen prophetischen Wort sorgfältige Aufmerksamkeit schenken und uns in unserem Leben davon leiten lassen. Schon die Natur des prophetischen Wortes, d. h. die Art und Weise, wie es dazu kam, daß es niedergeschrieben wurde, sollte uns hinsichtlich der Zukunft mit Zuversicht erfüllen. Es war nicht etwa so, daß Jehovas Propheten bestimmte Trends in den menschlichen Angelegenheiten beurteilten und dann Vorhersagen machten, die sich auf ihre eigene Deutung dieser Entwicklungen gestützt hätten. Die Prophezeiungen waren keine Schlußfolgerungen, die die Propheten nach sorgfältiger Analyse der damals bestehenden Verhältnisse selbst gezogen hätten. Nein, der heilige Geist wirkte auf den Sinn der Propheten ein und veranlaßte sie, Gottes Botschaft zu äußern. Der Apostel Petrus schrieb weiter: „Denn das wißt zuerst, daß keine Prophezeiung der Schrift irgendeiner privaten Auslegung entspringt. Denn Prophetie wurde niemals durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern Menschen redeten von Gott aus, wie sie von heiligem Geist getragen wurden“ (2. Petrus 1:20, 21). Da die wahre Prophetie nicht von Menschen stammt, die sich irren können, sondern von unserem allweisen Schöpfer, wissen wir, daß alle in Gottes Wort enthaltenen Prophezeiungen in Erfüllung gehen werden.
25. Was können wir hinsichtlich der Gewißheit unserer christlichen Hoffnung sagen?
25 Die christliche Hoffnung beruht auf einer sicheren Grundlage. Zuverlässige Augenzeugenberichte bestätigen, daß Menschen, die im Tode schlafen, zum Leben auferweckt werden und daß Jesus Christus seine Herrlichkeit und Macht offenbaren wird. Groß wird der Tag sein, an dem unser Herr gegen alle vorgehen wird, die sich weigern, dem Schöpfer zu dienen, und seine treuen Nachfolger von allem Leid befreien und sie in eine gerechte neue Ordnung bringen wird, in der Krankheit, Schmerz und Tod nicht mehr sein werden (Offenbarung 21:4, 5).
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Speise, die für das ewige Leben unerläßlich istWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 4
Speise, die für das ewige Leben unerläßlich ist
1. Weshalb sind die Darlegungen in Gottes Wort wie Honig?
EIN Hungernder kann schon durch einen einzigen Löffel Honig neue Kraft erhalten und wieder leuchtende Augen bekommen. Über die Darlegungen in Gottes Wort heißt es mit Recht: „Sie sind ... süßer als Honig und der fließende Honig der Waben.“ Das liegt an dem gewaltigen Nutzen, den Gottes Richtlinien für das Leben derer mit sich bringen, die sie mit Wertschätzung annehmen (1. Samuel 14:27; Psalm 19:9-11; 119:103). Für diejenigen, die die in Gottes inspiriertem Wort enthaltene Weisheit erwerben, „gibt es eine Zukunft, und ... [ihre] eigene Hoffnung wird nicht abgeschnitten werden“ (Sprüche 24:13, 14).
2. Was müssen wir tun, wenn Gottes Geist in uns Gutes bewirken soll?
2 Gott hat verheißen, daß er seine Diener durch seinen Geist ‘zu ewigem Leben behüten’ wird (1. Petrus 1:5). Das ist gewiß ermutigend. Doch es wäre ein Irrtum, zu denken, wir könnten dieses Ziel ohne eigene Anstrengungen erreichen. Gottes Geist kann uns nur in dem Maße helfen, wie wir mit ihm zusammenarbeiten, und dazu gehört, daß wir geistige Speise aus den inspirierten Schriften in uns aufnehmen. Der Sohn Gottes erklärte den Grund dafür.
3. Was würde der Geist gemäß den Worten Jesu Christi für seine Jünger tun?
3 Als Jesus seinen Jüngern mitteilte, wie Gottes Geist ihnen helfen würde, sagte er: „Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe“ (Johannes 14:26). Nach der Rückkehr Jesu in den Himmel sollte der Geist in seiner Eigenschaft als Erinnerer den Jüngern in den Sinn zurückrufen, was Jesus ihnen gesagt hatte, und als Lehrer würde er es ihnen ermöglichen, zu verstehen, wie sie das anwenden könnten, was ihnen in den Sinn zurückgerufen würde.
4. Wie kann Gottes Geist uns helfen, und inwiefern bekräftigt dies die Wichtigkeit, unsere biblische Erkenntnis zu vermehren?
4 Da wir von Jesus Christus nicht persönlich belehrt worden sind, befinden wir uns in einer anderen Lage als die Apostel. Jedoch sind alle wichtigen Lehren des Sohnes Gottes für uns in der Bibel aufbewahrt worden. Wenn nötig, kann uns der heilige Geist daher bestimmte Gedanken aus den inspirierten Schriften in den Sinn zurückrufen und uns helfen, sie richtig anzuwenden. Da Gottes Geist als Erinnerer und als Lehrer wirkt, müssen wir mit ihm zusammenarbeiten, indem wir gewissenhaft die Bibel studieren. Wenn wir nur sehr wenig biblische Erkenntnis haben, können wir unmöglich den vollen Nutzen aus der Wirksamkeit des Geistes als Erinnerer und Lehrer ziehen.
5. (a) Weshalb ist es wichtig, alle schlechten Merkmale abzulegen, wenn man aus der Wirksamkeit des Geistes Gottes vollen Nutzen ziehen möchte? (b) Welchen Rat gab der Apostel Petrus hinsichtlich unserer geistigen Ernährung?
5 Außerdem ist der Geist heilig und hilft daher nur denen, die in den Augen Jehovas heilig oder rein sind. Deshalb ist es nicht genug, in der Bibel zu lesen oder uns daraus vorlesen zu lassen. Wir müssen auch von Herzen den Wunsch haben, alle Merkmale abzulegen, die im Widerspruch zu Gottes Maßstab der Reinheit stehen. Beachte, wie der Apostel Petrus dies in den folgenden Worten hervorhebt:
„Legt daher alle Schlechtigkeit ab sowie alles Trügerische und Heuchelei und Gefühle des Neides und alle Arten von übler Nachrede; und wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört, damit ihr durch sie zur Rettung heranwachsen mögt, vorausgesetzt, ihr habt geschmeckt, daß der Herr gütig ist“ (1. Petrus 2:1-3).
6. Wer wird aufgefordert, ein Verlangen nach „Milch“ zu entwickeln?
6 Wenn wir uns gewissenhaft bemühen, Gottes Willen zu tun, bereiten wir unseren Sinn und unser Herz darauf vor, Nahrung aus der Heiligen Schrift aufzunehmen. Aber es gehört noch mehr dazu, einen guten geistigen Appetit zu entwickeln. Der Apostel Petrus forderte seine Leser auf: „Wie neugeborene Kindlein entwickelt ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört“ (1. Petrus 2:2). Milch stellt Neugeborene völlig zufrieden. Sie wollen keine andere Nahrung. Ähnlich wie Säuglinge benötigen neue Gläubige die ‘Milch des Wortes’, und sie sollten ein wirkliches Verlangen danach entwickeln. Wenn sie dann zur christlichen Reife heranwachsen, werden sie bestimmt ein ähnliches Verlangen nach fester geistiger Speise haben (Hebräer 5:12-14).
7. Weshalb können wir nicht erwarten, innerhalb weniger Jahre ein vollständiges Verständnis über Gottes Wort zu erlangen?
7 Ja, ungeachtet dessen, wie lange wir schon auf dem Wege der Wahrheit wandeln, haben wir noch viel über unseren Schöpfer und seinen Willen uns betreffend zu lernen. (Vergleiche 1. Korinther 13:12.) Da die Bibel die Gedanken des allweisen Gottes Jehova enthält, ziehen sogar Engel aus den darin enthaltenen Offenbarungen Nutzen (1. Petrus 1:12). Wie könnte daher irgendein Mensch denken, er könne innerhalb weniger Jahre ein vollständiges Verständnis über das heilige Wort Gottes erlangen? Es wäre somit sehr unangebracht, wenn wir uns mit einer geringen Erkenntnis seines Wortes zufriedengäben und unserem himmlischen Vater gewissermaßen sagten, wir wünschten, er wäre mit der in der Heiligen Schrift enthaltenen geistigen Speise weniger großzügig gewesen.
AN GEISTIGER SPEISE GESCHMACK FINDEN
8. Was sollte in uns den Wunsch wecken, ein besseres Verständnis der Heiligen Schrift zu erlangen?
8 Unsere Liebe zu Jehova Gott und Jesus Christus sollte in uns den Wunsch wecken, von der Bibel soviel wie möglich zu verstehen. Durch die Seiten der Heiligen Schrift wird uns geholfen, unseren himmlischen Vater und seinen Sohn besser kennenzulernen, so daß wir uns mehr zu ihnen hingezogen fühlen. Wie der Apostel Petrus schrieb, haben wir bereits „geschmeckt, daß der Herr gütig ist“ (1. Petrus 2:3). Jesus Christus ist aus Liebe für uns gestorben und hat es uns ermöglicht, vor unserem himmlischen Vater rein dazustehen (Johannes 15:13; 1. Johannes 2:2). Aufgrund dessen können wir uns Jehova Gott mit Freimut nahen und ihm all unsere Sorgen und Nöte anvertrauen (Hebräer 10:19-22; 1. Johannes 3:19-22). Die Segnungen, die Führung und die Hilfe, die wir als Jünger Jesu Christi erhalten haben, sind ein deutlicher Beweis dafür, daß unser Herr und Meister gütig ist und große Zuneigung zu uns hat (Matthäus 11:28-30). Wenn das, was wir bereits geschmeckt oder erfahren haben, so gut ist, sollten wir dann nicht den Wunsch haben, uns immer mehr nach dem Beispiel Jehovas und seines Sohnes auszurichten? (Psalm 34:8). Eine sorgfältige, gebetsvolle Betrachtung der Bibel wird uns dabei helfen.
9. (a) Was kann uns daran hindern, einen guten geistigen Appetit zu haben, und weshalb? (b) Was können wir tun, um unseren geistigen Appetit zu verbessern?
9 Was aber, wenn du feststellst, daß du kein sehr großes Verlangen nach dem „Wort“ hast? Dann nimm dir die Zeit, darüber nachzudenken, was Gott und Christus für dich getan haben. Außerdem solltest du untersuchen, ob du dir deinen geistigen Appetit verdorben hast, weil du den Philosophien, den Spekulationen und der Propaganda der gottentfremdeten Welt ungebührliche Aufmerksamkeit schenkst. Ein weiterer Feind des geistigen Appetits ist das übermäßige Lesen von Illustrierten oder anderem Stoff, der nicht viel Nachdenken erfordert. Wir müssen einfach anerkennen, daß die Bibel nicht zur Unterhaltung geschrieben wurde, sondern zur Belehrung. Die Worte selbst mögen zwar nicht schwer zu verstehen sein, doch oft haben die Gedanken einen tiefen Sinn, den man nur dann ergründen kann, wenn man sich die Zeit nimmt, gebetsvoll über das Gelesene nachzudenken.
10. Welche Tatsachen in Verbindung mit den Gleichnissen Jesu Christi beweisen, daß man keine genaue Erkenntnis erlangen kann, wenn man nur gelegentlich in der Bibel liest?
10 Zum Beispiel gebrauchte Jesus einfache Gleichnisse. Doch die wichtigen Wahrheiten, die sie vermitteln, können nicht durch ein gelegentliches Lesen irgendeiner Bibelübersetzung erfaßt werden. Denke daran, daß nicht einmal Juden, die den Sohn Gottes in ihrer eigenen Sprache reden hörten, den vollen Sinn seiner Lehren erfaßten. Zwar wurden seine Worte von ganz gewöhnlichen Menschen verstanden, doch ihre Bedeutung blieb oft sogar den Gebildeten verborgen. Warum? Weil es den meisten Zuhörern Jesu an Demut fehlte und sie kein Verlangen nach geistiger Speise hatten. Daher erkundigten sie sich nicht weiter, um ein wirkliches Verständnis zu erlangen (Matthäus 13:13-15).
11. Weshalb sollten wir uns nicht mit einer oberflächlichen biblischen Erkenntnis zufriedengeben?
11 Bestimmt möchten wir uns nicht mit einer oberflächlichen Erkenntnis der Bibel begnügen, zum Beispiel damit, daß wir nur die biblischen Begebenheiten sowie die Grundlehren kennen. Wenn wir behaupten, wir würden Gott und Christus lieben, müssen wir bereit sein, der Bibel Zeit zu widmen und uns anzustrengen, den Sinn dessen zu erfassen, was sie sagt, und dann entsprechend zu handeln. Keine lohnenswerte Geschicklichkeit läßt sich ohne Mühe erwerben. Sollten wir daher nicht erwarten, daß große Anstrengungen nötig sind, um unsere Erkenntnis über Jehova, den Quell aller Weisheit, zu vermehren? (Vergleiche Sprüche 2:1-6; 1. Timotheus 4:13-16.)
12. Welchen Einfluß hat unsere Einstellung zum Erlangen einer genauen Erkenntnis auf die Segnungen, die wir empfangen mögen?
12 Unsere Einstellung zum Erlangen eines besseren Verständnisses des Wortes Gottes steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Segnungen, die uns zuteil werden. Das Versäumnis, von unseren Gelegenheiten, Jehova Gott besser kennenzulernen, vollen Gebrauch zu machen mag nicht unbedingt zum Verlust unseres Lebens führen. Aber es könnte dazu führen, daß wir Gottes Willen in mancher Hinsicht nicht richtig tun und dann verschiedener Segnungen verlustig gehen. Jesus zeigte in einem seiner Gleichnisse, daß Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Ein Knecht, der den Willen seines Herrn nicht verstand und deshalb etwas tat, was Schläge verdiente, wurde bestraft, wenn auch nicht so streng wie der Sklave, der willentlich und wissentlich ungehorsam war (Lukas 12:47, 48). Es ist daher eine ernste Sache, wenn jemand in seinem Leben keine Zeit für ein regelmäßiges Studium des Wortes Gottes einräumt und aus diesem Grund in bezug auf seinen christlichen Wandel und seine christliche Tätigkeit nicht die erforderlichen Fortschritte macht.
13. Gottes Wort kann uns helfen, uns was zu sichern, und wie sollte dies unsere geistige Nahrungsaufnahme beeinflussen?
13 Das gesamte Wort Gottes ist dazu bestimmt, uns zu helfen, ‘zur Rettung heranzuwachsen’, uns unsere endgültige Rettung als anerkannte Jünger des Herrn Jesus Christus zu sichern. Wenn wir daher wirklich an unserem ewigen Wohl interessiert sind, so sollte sich dies in dem ernsthaften Wunsch äußern, Jehova Gott und seinen Sohn durch die inspirierten Schriften besser kennenzulernen.
14. Wie kann sich ein echtes Interesse am geistigen Wohl anderer auf unseren geistigen Appetit auswirken?
14 Außerdem geht es nicht nur um unser eigenes Leben. (Vergleiche 1. Timotheus 4:16.) Als Nachfolger Jesu Christi haben wir den Auftrag, anderen zu helfen, seine Jünger zu werden (Matthäus 28:19, 20). Wie können wir dies tun, wenn es uns ernsthaft an biblischem Verständnis fehlt? Können wir wirklich sagen, wir seien am geistigen Wohl anderer interessiert, wenn wir nur wenig Anstrengungen unternehmen, die Erkenntnis zu vermehren, die anderen helfen könnte? Manchmal bekommt man den nötigen geistigen Appetit, wenn man anfängt, jemand anders zu belehren. Nicht selten stellt jemand, der mehr Zeit auf das Verkündigen der biblischen Wahrheit verwendet, fest, daß sein Verlangen nach geistiger Speise wächst. Die Interessierten mögen ihm beispielsweise Fragen stellen, die ihn dann veranlassen, vermehrt in Gottes Wort zu forschen, um zufriedenstellende Antworten zu finden.
15. Wie können Personen, die nicht lesen können oder Schwierigkeiten beim Lesen haben, aus der Bibel Nutzen ziehen?
15 Doch wie steht es mit Personen, die nur sehr schlecht lesen können oder die nicht in der Lage sind, selbst in der Heiligen Schrift zu lesen? Sie können aus dem Inhalt der Bibel Nutzen ziehen, indem sie sich daraus vorlesen und Erklärungen dazu geben lassen. Darauf können sie über das Gehörte nachsinnen und es in ihrem Leben anwenden (Offenbarung 1:3; Nehemia 8:8). Wenn natürlich das Problem auf einer mangelnden Schulbildung beruht, wäre es gut, wenn sich solche Personen vorhandene Vorkehrungen zum Lesenlernen oder zum Verbessern ihrer Lesefähigkeit zunutze machten. Steht in einer bestimmten Sprache nur ein Teil der Bibel zur Verfügung, so tragen diejenigen, die andere belehren und die eine Sprache beherrschen, in der die Bibel vollständig zur Verfügung steht, eine große Verantwortung. Wie der Apostel Paulus sollten sie darauf bedacht sein, „den ganzen Rat Gottes“ kundzutun (Apostelgeschichte 20:27).
WIE SICH GOTTES WORT AUF UNSER LEBEN AUSWIRKT
16, 17. (a) Wie wirkte sich Gottes Wort auf die Christen des ersten Jahrhunderts aus? (b) Was zeigt, daß persönliche Anstrengungen erforderlich waren, damit das „Wort“ in den Gläubigen wirklich wirksam war?
16 Wenn wir uns gebetsvoll und in aller Demut mit Gottes Wort befassen, so kann sich dies vorteilhaft auf unser Leben auswirken. Das geht aus den Worten hervor, die der Apostel Petrus an seine Glaubensgefährten schrieb:
„Da ihr nun eure Seelen durch euren Gehorsam gegenüber der Wahrheit mit ungeheuchelter brüderlicher Liebe als Ergebnis geläutert habt, so liebt einander inbrünstig von Herzen. Denn eine neue Geburt ist euch zuteil geworden, nicht durch vergänglichen [Samen, der für die menschliche, fleischliche Existenz verantwortlich ist, die dem Tod unterworfen ist], sondern durch unvergänglichen reproduktiven Samen, durch das Wort des lebendigen und bleibenden Gottes. Denn ,alles Fleisch ist wie Gras, und all seine Herrlichkeit ist wie des Grases Blüte; das Gras verdorrt, und die Blume fällt ab, aber das von Jehova Gesagte bleibt für immer‘. Nun, das ist das ,Gesagte‘, was euch als gute Botschaft verkündet worden ist“ (1. Petrus 1:22-25).
17 Beachte, wie die Worte des Petrus auf die im ersten Jahrhundert lebenden Christen zutrafen. Als diese Jünger Jesu Christi die Wahrheit der „guten Botschaft“ in sich aufnahmen, wurden sie veranlaßt, Anstrengungen zu unternehmen und sich zu reinigen, mit schlechten Gewohnheiten zu brechen. Mit der Hilfe des Geistes Gottes richteten sie sich gehorsam nach dem aus, was die Wahrheit von ihnen verlangte. Infolgedessen begannen sie, diejenigen zu lieben, die ihnen im Glauben verwandt waren (Johannes 13:34, 35). Diese wunderbare Umwandlung kam jedoch nicht ohne persönliche Anstrengungen zustande. Nur dadurch, daß sie sich gehorsam dem Einfluß der Wahrheit und des Geistes Gottes fügten, konnten sie ungeheuchelte brüderliche Liebe bekunden. Aus diesem Grund konnte Petrus sie auffordern: „Liebt einander inbrünstig von Herzen“ (1. Petrus 1:22). Das griechische Wort für „inbrünstig“ bedeutet buchstäblich „ausgestreckt“. Die Liebe sollte daher nicht durch Argwohn, Neid oder Eifersucht eingeschränkt sein, sondern aus einem reinen Herzen kommen. Dabei handelt es sich nicht um ein formelles Erweisen von Liebe ohne Herzlichkeit, sondern um eine Liebe, die sich durch starke Gefühle und Zuneigung auszeichnet. Da Jehova, der Gott der Liebe diese christlichen Jünger zu seinen Söhnen gemacht, ihnen eine neue Geburt gegeben hatte, war es nur recht und billig, daß sie sich selbst gewissenhaft bemühten, ihre Sohnschaft zu beweisen, indem sie ihre Glaubensbrüder inbrünstig liebten (1. Johannes 3:10, 11).
18. (a) Weshalb sind die Änderungen, die eine Ausrichtung nach Gottes Wort mit sich bringen kann, nicht oberflächlich oder von kurzer Dauer? (b) Inwiefern unterscheidet sich das, was durch das „Wort“ und den Geist Gottes bewirkt wird, von der Erfahrung sündiger Menschen?
18 Auch in der heutigen Zeit sind die Änderungen, die die Jünger Jesu Christi vornehmen, weil sie sich von dem „Wort des lebendigen und bleibenden Gottes“ ernähren und sich danach ausrichten, nicht oberflächlich oder von kurzer Dauer. Dieses „Wort“ ist unvergänglich. Daher werden alle, die unter dem Einfluß der Wahrheit der „guten Botschaft“ bleiben, ständig zum Guten beeinflußt. Während sündige Menschen wie das Gras ihr schönes Aussehen verlieren und sterben, sind die durch das bleibende „Wort“ und den Geist Gottes bewirkten Änderungen von Bestand.
19. Wie sollten wir über unsere geistigen Bedürfnisse denken?
19 Mögen wir daher nie unsere geistigen Bedürfnisse vernachlässigen, sondern ernähren wir stets unseren Sinn und unser Herz mit der Wahrheit! Durch unseren guten geistigen Appetit können wir geistig gesund und stark werden. Während wir uns dann demütig dem Einfluß der „guten Botschaft“ und des heiligen Geistes Gottes aussetzen, sollten wir uns als treue Jünger Jesu Christi erweisen und anderen helfen, eine genaue Erkenntnis der Heiligen Schrift zu erlangen. Wenn wir uns auf diese Weise von dem bleibenden „Wort“ ernähren, wird uns dies helfen, zur Rettung heranzuwachsen und uns eine ewige Zukunft zu sichern.
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Christus — das vollkommene VorbildWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 5
Christus — das vollkommene Vorbild
1. Was ist erforderlich, damit wir den Wunsch haben können, Jesus Christus nachzuahmen?
UM JEMANDEM ganzherzig nachfolgen zu können, müssen wir glauben, daß sein Vorbild nachahmenswert ist. Je höher wir jemand achten und je größer unsere Zuneigung zu ihm ist, desto mehr werden wir den Wunsch haben, wie er zu sein. Das Ausmaß, in dem wir Jesus Christus als unser Vorbild nachahmen, hängt somit zum großen Teil davon ab, wie sehr wir ihn lieben und schätzen. Was wird uns helfen, unsere Zuneigung zu Gottes Sohn zu vertiefen?
2, 3. (a) Was zeigt, daß wir Jesus Christus nicht unbedingt buchstäblich mit unseren Augen sehen müssen, um ihn kennenlernen zu können? (b) Weshalb hatten viele Juden keine Wertschätzung für den Sohn Gottes, obwohl sie ihn buchstäblich sahen?
2 Ähnlich wie viele, die im ersten Jahrhundert nach Jesu Tod Christen wurden, haben wir Gottes Sohn nicht persönlich gesehen (1. Petrus 1:8). Doch daß wir ihn nicht mit unseren buchstäblichen Augen wahrnehmen können, hindert uns nicht daran, ihn sogar noch mehr zu lieben. Viele, die Jesus Christus im Fleische sahen, lernten ihn nicht richtig kennen. Sie beurteilten ihn nach ihren eigenen Vorstellungen über den Messias und strauchelten. Zum Beispiel sagten Leute aus seinem Heimatgebiet: „Woher hat dieser Mensch eine solche Weisheit und diese Machttaten? Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt seine Mutter nicht Maria und seine Brüder Jakobus und Joseph und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher hat dieser Mensch denn all dies?“ (Matthäus 13:54-57).
3 Tatsächlich vermittelten die Augen und die Ohren derer, die sich so ungläubig äußerten, ihrem Sinn und ihrem Herzen keinen genauen Aufschluß. Da sie Jesus nach dem äußeren Schein beurteilten und daran dachten, daß er aus der Familie eines einfachen Zimmermanns stammte, erkannten sie ihn nicht als den verheißenen Messias, den Sohn Gottes, an. Ihnen blieb die Bedeutung der Wunder Jesu verborgen. Sie sahen seine guten Eigenschaften, beurteilten sie aber falsch.
4. Wie können wir Gottes Sohn besser kennenlernen, und was können wir von ihm lernen?
4 Wir dagegen können Jesus Christus in größerem Maße kennen- und liebenlernen, indem wir sorgfältig und gebetsvoll betrachten, was die Bibel über ihn sagt. (Vergleiche 1. Johannes 1:1-4.) Die Bibel vermittelt uns ein herzerfreuendes Bild von Gottes Sohn. Obwohl Jesus Christus vollkommen war, war er in seinem Umgang mit leidenden Menschen nie überkritisch oder arrogant (Matthäus 9:10-13). Trotz seiner überlegenen Weisheit fühlten sich andere in seiner Gegenwart nicht unwissend oder unbehaglich, denn er war „mild gesinnt und von Herzen demütig“ (Matthäus 11:29). Selbst Kinder fühlten sich bei ihm wohl (Matthäus 19:13-15). Jesus Christus nahm auf die Schwächen seiner Jünger Rücksicht und wiederholte geduldig wichtige Lektionen (Johannes 16:12). Beim Anblick von Kranken und geistig Bedürftigen war er von Mitleid bewegt und kam ihnen gern zu Hilfe (Matthäus 9:36; Markus 6:34). Sein Interesse an den Armen ist daran zu erkennen, daß er und die Apostel eine gemeinsame Kasse hatten, aus der sie Geld nehmen konnten, um Bedürftige zu unterstützen (Johannes 12:4-6; 13:29). Gottes Sohn verausgabte sich völlig für andere, und er stellte mutig Heuchelei und Irrtum bloß (Matthäus 23:2-35). Schließlich opferte er zum Beweis für seine große Liebe zur Menschheit sein Leben (Johannes 15:13). Welch ein hervorragendes Vorbild war doch der Sohn Gottes für uns durch seinen Mut, seine Demut und seine Liebe!
WIE JEHOVA SEINEN SOHN EINSCHÄTZT
5. Welche wichtige Erkenntnis über Jesus Christus können wir nicht durch den Gesichts-, den Gehör- und den Tastsinn erlangen?
5 Außerdem erfahren wir nur aus der Heiligen Schrift, wie Jehova Gott über seinen Sohn denkt. Diese Erkenntnis über Jesus Christus könnte man unmöglich allein durch den Gesichts-, den Gehör- und den Tastsinn erlangen. Betrachten wir nur die Worte des Apostels Petrus an seine Glaubensgefährten über die Ehrenstellung des Sohnes Gottes und die Segnungen, die von ihm kommen. Der Apostel schrieb:
„Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut zu einem geistigen Haus für den Zweck einer heiligen Priesterschaft, um geistige Schlachtopfer darzubringen, Gott annehmbar durch Jesus Christus. Denn es ist in der Schrift enthalten: ‚Siehe! Ich lege in Zion einen Stein, auserwählt, einen Grundeckstein, kostbar; und keiner, der Glauben an ihn ausübt, wird irgendwie enttäuscht werden‘ “ (1. Petrus 2:4-6).
Was bedeutete dies für die Christen des ersten Jahrhunderts?
6. (a) Wie kamen im ersten Jahrhundert Gläubige zum Sohn Gottes „als zu einem lebendigen Stein“? (b) Weshalb wird Jesus mit Recht als ein „lebendiger Stein“ bezeichnet?
6 Dadurch, daß sie Jesus Christus als ihren Herrn anerkannten und als den, durch den sie gerettet werden konnten, kamen sie zu ihm „als zu einem lebendigen Stein“. Der Ausdruck „lebendiger Stein“ ist sehr passend. Jesus Christus ist nicht wie ein gewöhnlicher, kalter, toter Stein, aus dem nichts Lebenerhaltendes zu gewinnen ist. Der Sohn Gottes gleicht eher dem Felsen, aus dem die Israeliten in der Wildnis durch ein Wunder Wasser erhielten. „Dieser Fels bedeutete den Christus“, wie der inspirierte Apostel Paulus schrieb. Er war ein Sinnbild oder Vorbild des Sohnes Gottes (1. Korinther 10:4). Jesus selbst sagte:
„Wenn jemand durstig ist, komme er zu mir und trinke“ (Johannes 7:37). „Wer auch immer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, der wird überhaupt nie durstig werden, sondern das Wasser, das ich ihm geben will, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die hervorsprudelt, um ewiges Leben zu vermitteln“ (Johannes 4:14).
Gottes Sohn gab somit zu verstehen, daß seine Lehren, wenn man sie wie erfrischendes Wasser in sich aufnehme, zur Rettung führen würden — zu endlosem Leben. Außerdem ist Jesus Christus lebengebende Macht verliehen worden. Er kann daher wie sein Vater aufgrund seines Sühnopfers anderen Leben vermitteln und sie von den Toten auferwecken (Johannes 5:28, 29).
7. Wie wurde Jesus als „lebendiger Stein“ verworfen?
7 Wie Petrus erklärte, wurde Jesus „von Menschen zwar verworfen“. Besonders die stolzen geistlichen Führer sahen an Gottes Sohn nichts, was sie als nachahmenswert betrachtet hätten. Sie schätzten nicht sein vorbildliches Mitgefühl und seine Liebe zur Menschheit. Als er Personen, die als Sünder bekannt waren, geistige Hilfe bot, sagten die geistlichen Führer vorwurfsvoll: „Dieser Mann heißt Sünder willkommen und ißt mit ihnen“ (Lukas 15:2). Sie erlebten, wie der Sohn barmherzig vom Sabbat Gebrauch machte, um Blinden die Augen zu öffnen, Kranke zu heilen und Krüppel von ihrem Leiden zu befreien. Doch statt sich zu freuen und Gott zu lobpreisen, wurden die geistlichen Führer zornig und verschworen sich, ihn zu töten (Matthäus 12:9-14; Markus 3:1-6; Lukas 6:7-11; 14:1-6). Sie sagten einem Blinden, dem Jesus das Augenlicht wiedergegeben hatte: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht“ (Johannes 9:16). Schließlich wurde Jesus von dem obersten jüdischen Gerichtshof, dem Sanhedrin, aufgrund einer Falschanklage wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt (Matthäus 26:63-66). Damit die Strafe vollstreckt werden konnte, änderten die jüdischen Vorsteher die Anklage gegen Jesus von Gotteslästerung in Aufwiegelei ab. Auf ihr Betreiben ordnete der römische Statthalter Pilatus seine Hinrichtung an einem Pfahl an, als sei er der schlimmste Staatsverbrecher (Lukas 23:1-24).
8. Wie schätzt Jehova seinen Sohn ein?
8 Die Tatsache, daß Jesus Christus von Menschen als Grundlage verworfen wurde, änderte nicht Jehovas Einstellung zu seinem Sohn. Da ihn der Höchste als den einen vorherbestimmt hatte, durch den das Menschengeschlecht erlöst werden sollte, sowie als den „lebendigen Stein“, auf dem die Christenversammlung aufgebaut werden sollte, war er und blieb er „auserwählt“, wie Petrus schrieb. Der Vater hatte nie den geringsten Zweifel daran, daß sein Sohn den göttlichen Vorsatz ohne den geringsten Fehler verwirklichen würde. Jehova wußte, daß ihm sein Sohn völlig ergeben und zugetan war. Auf der Erde bewies Jesus Christus seine tiefe Liebe zu seinem Vater, indem er dessen Willen trotz großer Leiden vollkommen ausführte. Durch seine Treue unter schweren Prüfungen wurde der Sohn in den Augen des Höchsten sehr kostbar. Es ist daher ein Segen für die Christenversammlung, daß sie denjenigen als Grundlage hat, den Jehova Gott als seinen höchstgeschätzten Sohn betrachtet (Epheser 2:20-22). Und ergebene Glieder dieser Versammlung bemühen sich sehr, die treue Handlungsweise Jesu Christi nachzuahmen.
9. Weshalb konnten die Gläubigen des ersten Jahrhunderts davon überzeugt sein, daß ihr Glaube nicht enttäuscht würde?
9 Diejenigen, an die der Apostel Petrus schrieb, hatten die gleiche Ansicht über Gottes Sohn. Der Apostel erklärte: „Für euch nun ist er kostbar, weil ihr Gläubige seid“ (1. Petrus 2:7a). Sie erkannten, daß Jesus Christus der so kostbare Grundeckstein war, den der Vater im himmlischen Zion gelegt hatte, wodurch die Worte aus Psalm 118:22, Jesaja 8:14 und 28:16 in Erfüllung gingen. Da die Gläubigen des ersten Jahrhunderts Jehovas Sohn genauso einschätzten wie Jehova selbst und an ihn als den Grundeckstein glaubten, konnten sie sicher sein, daß sie nicht enttäuscht würden, daß sich ihre Hoffnung nicht zerschlagen würde. Niemand kann die kostbare Grundlage beschädigen, die im Himmel fest gegründet ist, und auf diese Weise denen, deren Hoffnung eng damit verknüpft ist, Schaden zufügen. Solange die Gläubigen in Gemeinschaft mit Christus, der unerschütterlichen Grundlage der Versammlung, blieben, war ihnen das Ziel ihres Glaubens, endloses Leben, sicher. Die Ungläubigen jedoch würden großen Schaden erleiden. Der Apostel Petrus schrieb weiter:
„Für die Ungläubigen aber ,ist derselbe Stein, den die Bauleute verworfen haben, das Haupt der Ecke geworden‘ und ,ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses‘. Diese straucheln, weil sie dem Worte ungehorsam sind. Gerade dazu sind sie auch bestimmt worden“ (1. Petrus 2:7b, 8).
10. Wie wurde Jesus Christus „ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses“?
10 Da sich die prominenten geistlichen Führer der Juden weigerten, den Sohn Gottes als ihr Ideal anzunehmen und ihre Hoffnungen auf ewiges Leben auf ihn zu setzen, gingen sie des großartigen Vorrechts verlustig, Königreichserben zu werden. Jesus Christus hatte sie gewarnt: „Wahrlich, ich sage euch, daß die [bereuenden] Steuereinnehmer und die [bereuenden] Huren vor euch in das Königreich Gottes eingehen“ (Matthäus 21:31). Der Lauf, den die geistlichen Führer eingeschlagen hatten, hinderte Jesus nicht daran, das „Haupt der Ecke“ zu werden, die Krone oder der Schlußstein eines „geistigen Hauses“. Außerdem mußten diese Männer dadurch, daß sie Jesus Christus als einen für ihr Bauwerk unbrauchbaren Stein behandelten, gleichzeitig damit rechnen, daß er ihnen wie ein Stein im Wege lag. Sie konnten Gottes Sohn selbst nach seinem Tod und seiner Auferstehung nicht ignorieren, denn seine treuen Jünger gaben weiterhin freimütig Zeugnis über ihn (Apostelgeschichte 5:28). So wurde Jesus Christus ein Fels, über den alle, die im Unglauben verharren, straucheln und durch den sie zu Fall kommen. Genau wie diejenigen, die sich als echte Gläubige erweisen, zur Rettung bestimmt sind, so sind diejenigen, die sich als Ungläubige erweisen, dazu bestimmt, Schaden zu erleiden. Der Sohn Gottes sagte in bezug auf sich selbst: „Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert werden. Auf wen aber irgend er fällt, den wird er zu Staub machen“ (Lukas 20:18).
WAS GESCHIEHT, WENN MAN ZU DEM LEBENDIGEN STEIN KOMMT
11. Wie wurden Gläubige des ersten Jahrhunderts „lebendige Steine“?
11 Dadurch, daß die Gläubigen des ersten Jahrhunderts Jesus Christus als den von Gott auserwählten, kostbaren „lebendigen Stein“ anerkannten, wurden sie selbst „lebendige Steine“. Inwiefern? Sie waren nicht mehr ‘tot in ihren Verfehlungen und Sünden’, sondern erfreuten sich statt dessen als Söhne Gottes einer „Neuheit des Lebens“ (Römer 6:4; Kolosser 2:13). Durch Christus, den „lebendigen Stein“, wurde ihrem Leben neuer Inhalt gegeben. Sie sollten aber nicht als leblose Bausteine herumliegen und keinem nützlichen Zweck dienen. Nein, sie sollten ein harmonisches Gebäude bilden. Um jedoch einen einheitlichen Bau zu bilden, mußten sie die gleiche opferbereite Liebe zueinander haben, wie sie ihr Vorbild zu ihnen hatte (Johannes 13:34). Wie Jesus Christus sollten sie Arbeiter sein. Gottes Sohn ging völlig darin auf, den Willen seines Vaters zu tun, den Bedürfnissen seiner Mitmenschen zu entsprechen und ihnen zu helfen, den Weg zum ewigen Leben zu beschreiten (Johannes 4:34).
12. Wozu werden die „lebendigen Steine“ aufgebaut, und welche Verantwortung haben sie daher?
12 Der Apostel Petrus hebt durch seine Worte nachdrücklich hervor, daß Christen, die von Gott zu einem geistigen Haus, einem Heiligtum oder Tempel, aufgebaut werden, ein wichtiges Werk zu tun haben. (Vergleiche 1. Korinther 3:5-17; 6:19.) Beachte, daß Petrus sagt: „Ihr selbst [werdet auch] als lebendige Steine aufgebaut zu einem geistigen Haus für den Zweck einer heiligen Priesterschaft.“ Ja, dieser aus „lebendigen Steinen“ bestehende Tempel ist auch eine „heilige Priesterschaft“. Jeder geistgezeugte Christ ist daher ein Priester, der loyal unter dem großen Hohenpriester Jesus Christus dient. Ein solcher Christ hat es nicht nötig, daß ihm irgendein Mensch oder eine Gruppe von Menschen Priesterdienste leistet. Als Priester besteht seine Arbeit darin, „geistige Schlachtopfer darzubringen, Gott annehmbar durch Jesus Christus“ (1. Petrus 2:5). Doch worin bestehen diese Schlachtopfer?
13—15. Was sind die „geistigen Schlachtopfer“, und wie läßt sich dies biblisch beweisen?
13 Petrus sagt, es seien „geistige“ Opfer, also keine Tier- oder Getreideopfer, die auf einem buchstäblichen Altar dargebracht würden. Die Zeit für materielle Opfer dieser Art war vorbei, als sich der Sohn Gottes selbst als ein annehmbares sündensühnendes Opfer darstellte (Hebräer 10:11, 12).
14 Schon in den Hebräischen Schriften finden wir Hinweise darauf, was mit den annehmbaren „geistigen Schlachtopfern“ gemeint ist. Zum Beispiel lesen wir: „Bringe als dein Schlachtopfer Gott Dank dar“ (Psalm 50:14). „Mögen sie die Schlachtopfer der Danksagung opfern und seine Werke mit Jubelruf verkünden“ (Psalm 107:22). „Mein Gebet sei als Räucherwerk vor dir bereitet, das Erheben meiner Handflächen als das Abendgetreideopfer“ (Psalm 141:2). „Wir wollen dagegen die Jungstiere unserer Lippen darbieten“ (Hosea 14:2). Zu den „geistigen Schlachtopfern“ gehören somit Gebet, Lobpreis und Danksagung.
15 In den Christlichen Griechischen Schriften finden wir noch weitere Einzelheiten. Wir werden aufgefordert: „Durch ihn [Christus] laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben. Übrigens, vergeßt nicht, Gutes zu tun und die Dinge mit anderen zu teilen, denn solche Schlachtopfer sind Gott wohlgefällig“ (Hebräer 13:15, 16). In Philipper 2:17 erwähnt der Apostel Paulus „das Schlachtopfer und den öffentlichen Dienst, wozu der Glaube euch geführt hat“, worüber er „gleich einem Trankopfer ... ausgegossen“ wurde. In diesen Passagen wird hervorgehoben daß es wichtig ist, am geistigen und physischen Wohl anderer aktiv interessiert und bereit zu sein, seine Zeit, seine Kraft und seine Mittel für sie einzusetzen. Ein solches Interesse zeigt sich dadurch, daß man mit seinen Mitmenschen über die Botschaft Gottes spricht und Personen hilft, die in Not sind, wie es auch unser Vorbild Jesus Christus tat. Der Höchste betrachtet also das, was seine Diener zum Wohl ihrer Mitmenschen tun, als ein ihm wohlgefälliges Schlachtopfer der Lobpreisung.
16, 17. Welche vernünftigen Gründe gibt es dafür, solche „geistigen Schlachtopfer“ darzubringen und Gottes „Vorzüglichkeiten“ zu verkündigen?
16 Aufgrund der großartigen Dinge, die Jehova Gott durch seinen Sohn für die Gläubigen des ersten Jahrhunderts getan hatte, hatten sie allen Grund, sich gedrängt zu fühlen, „geistige Schlachtopfer darzubringen“. Einst waren sie in großer „Finsternis“ und ohne Hoffnung. Als sie noch ein Teil der Welt waren, unterstanden sie der Herrschaft Satans, des „Herrschers der Welt“, der „Gewalt der Finsternis“ (Johannes 14:30; Kolosser 1:13) Die nichtjüdischen Völker wußten praktisch überhaupt nichts über den wahren Gott und seine Vorsätze. Sie hatten kein Verhältnis zu ihm. Darauf machte der Apostel Petrus aufmerksam, als er sagte: „Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; ihr wart die, denen nicht Barmherzigkeit erwiesen worden war, seid jetzt aber die, denen Barmherzigkeit erwiesen worden ist“ (1. Petrus 2:10). Ja, durch die Anerkennung Jesu Christi wurden sowohl Juden als auch Nichtjuden „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz“ (1. Petrus 2:9). Sie wurden von Gott als sein Volk „auserwählt“ und zu König-Priestern in Verbindung mit Jesus Christus berufen und bildeten somit eine Nation, die für einen heiligen Zweck abgesondert war, und sie wurden mit dem unbezahlbaren Blut seines Sohnes als Eigentum des Höchsten erkauft. (Vergleiche 2. Mose 19:5, 6; Offenbarung 5:9, 10.) Den geistigen Israeliten wurde wirklich in hervorragendem Maße Barmherzigkeit erwiesen. Die Glieder dieser „heiligen Nation“ wurden von Gott erleuchtet und erfreuten sich auch des Lichts seiner Gunst. Das stand in krassem Gegensatz zu der Zeit, als sie noch in „Finsternis“ waren, dem Höchsten entfremdet und ohne Erkenntnis über seinen Willen und seinen Vorsatz.
17 Da Jehova diesen Jüngern Jesu Christi seine Anerkennung und seine unverdiente Gunst schenkte, fühlten sie sich bewogen, all das zu verkündigen, was der Höchste durch seinen Sohn für sie getan hatte. Sie konnten einfach nicht aufhören, anderen von den „Vorzüglichkeiten“, den wunderbaren Taten, ihres himmlischen Vaters zu erzählen.
18. Wie sollten wir das, was wir in diesem Kapitel betrachtet haben, auf uns persönlich anwenden, und warum?
18 Heute sollten sich alle wahren Jünger Jesu Christi, auch die Glieder der „großen Volksmenge“, die mit der „heiligen Nation“ in Verbindung kommen, gedrängt fühlen, ein rechtschaffenes Leben zu führen und anderen zu helfen, Gottes Gunst zu erlangen (Offenbarung 7:9-15). Es sollte unser Herzenswunsch sein, Anstrengungen zu unternehmen, um geistig Bedürftigen zu helfen. Wenn wir den Sohn Gottes auf diese Weise nachahmen, so wird dies unser Leben sehr bereichern. Es kann uns große Freude bereiten, unsere Mitmenschen glücklich zu machen, sie zu trösten und zu stärken (Apostelgeschichte 20:35). Dafür werden wir die Zuneigung und die Dankbarkeit derer verspüren, für die wir selbstlos unsere Zeit, unsere Kraft und unsere Mittel einsetzen. Selbst wenn sich einige nicht als dankbar erweisen, können wir immer noch die tiefe innere Genugtuung haben, daß wir unseren himmlischen Vater erfreut haben. Und da wir seinen Willen tun, können wir seiner Hilfe und seiner Führung sicher sein (1. Johannes 3:22). Möge uns Jehova weiterhin reichlich segnen, während wir das Vorbild seines Sohnes nachahmen, der in Gottes Augen so kostbar ist!
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Unterordnung, die sich lohntWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 6
Unterordnung, die sich lohnt
1. Warum können wir sagen, daß die Unterordnung unter bestehende Einrichtungen weise und nützlich ist?
ES KANN ein Zeichen von Weisheit sein, sich unterzuordnen oder sich in eine bestehende Einrichtung einzufügen. Totale Unabhängigkeit mag zwar nach außen hin verlockend erscheinen, doch sie ist nicht wünschenswert und auch nicht realistisch. Niemand auf der Erde kann alles tun oder alles wissen. Genauso, wie wir von der Luft, der Sonne, der Nahrung und dem Wasser abhängig sind, um leben zu können, so sind wir auch auf andere Personen oder auf das, was sie für uns tun können, angewiesen, wenn wir aus dem Leben Nutzen ziehen und es genießen wollen.
2. Wie sollte die Tatsache, daß Jehova der höchste Souverän ist, unser Leben beeinflussen?
2 Staatliche Einrichtungen, das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, familiäre Bindungen, die Gemeinschaft mit der Christenversammlung und schon allein die Tatsache, daß wir unter Menschen leben — all das erlegt uns gewisse Pflichten auf. Wir empfangen etwas von anderen und sind ihnen dafür etwas schuldig. Damit wir den Verpflichtungen, die wir gegenüber Menschen haben, richtig nachkommen können, müssen wir in erster Linie die Stellung Jehovas anerkennen. Als Schöpfer ist er mit Recht der höchste Souverän, dem wir alles schulden. In einer Vision hörte der Apostel Johannes, wie 24 Älteste ausriefen: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11). Wenn wir Jehova in ähnlicher Weise als den Höchsten anerkennen wollen, genügt es nicht, dies in Worten zum Ausdruck zu bringen. In all unseren Beziehungen können wir beweisen, daß wir uns dem Willen Gottes uns betreffend unterwerfen und Jesus Christus als unseren Herrn anerkennen.
„UM DES HERRN WILLEN“
3, 4. Was ist mit den „menschlichen Schöpfungen“ gemeint, denen wir uns unterwerfen sollten, und weshalb kann man sie so bezeichnen?
3 Der Apostel Petrus legte diese erhabene Ansicht über den Hauptgrund für die Unterordnung des Christen unter menschliche Autorität sehr nachdrücklich dar. Er schrieb: „Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Schöpfung: es sei einem König als einem Höherstehenden, es sei Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden, um Übeltäter zu strafen, aber die zu loben, welche Gutes tun“ (1. Petrus 2:13, 14).
4 Die „menschlichen Schöpfungen“, denen wir uns unterwerfen sollten, sind die von Menschen eingesetzten obrigkeitlichen Gewalten. Es sind „menschliche Schöpfungen“, weil nicht Gott, sondern Menschen die Stellung eines Königs und die geringere Stellung eines Regenten oder Statthalters geschaffen haben. Der Höchste hat lediglich zugelassen, daß diese Stellungen ins Dasein kamen, und er duldet sie, da sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen einem nützlichen Zweck dienen. Da die obrigkeitlichen Gewalten, die staatliche Autorität, durch Gottes Zulassung existieren, lehnen sich Personen, die gegen sie rebellieren, gegen die „Anordnung Gottes“ auf, denn Gott hat es noch nicht für passend erachtet, dieser Vorkehrung ein Ende zu machen und sie durch das himmlische Königreich seines Sohnes zu ersetzen (Römer 13:1, 2). In den Tagen des Apostels Petrus setzte der römische Kaiser oder Cäsar Statthalter ein, die die Angelegenheiten in den Provinzen des Reiches, wie zum Beispiel in Judäa, verwalteten. Diese Statthalter waren dem Kaiser direkt verantwortlich, und sie waren verpflichtet, in ihrem Zuständigkeitsbereich Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten. In Erfüllung ihrer Pflicht ‘straften sie Übeltäter’ — Räuber, Entführer, Diebe und Aufrührer. Aber sie ‘lobten auch die, welche Gutes taten’, das heißt, sie ehrten rechtschaffene Bürger, indem sie sie öffentlich als ehrenwerte Männer und Frauen anerkannten und ihre Person, ihr Eigentum und ihre Rechte schützten.
5. Um wessentwillen sollten wir uns unterordnen, und weshalb wird er zu Recht als „Herr“ bezeichnet?
5 Christen werden jedoch nicht in erster Linie aufgefordert, sich unterzuordnen, um der Bestrafung zu entgehen oder sich „Lob“ zu verschaffen. Statt dessen tun sie es „um des Herrn willen“. Bei diesem Herrn handelt es sich um Jesus Christus, denn der Apostel Petrus bezeichnete ihn bereits vorher als solchen (1. Petrus 1:3). Der Sohn Gottes wird in der Heiligen Schrift als „Herr ... sowohl über die Toten als auch die Lebenden“ bezeichnet (Römer 14:9). Daher nimmt er eine Stellung ein, wie sie noch nie ein menschlicher Herrscher eingenommen hat. Als ‘Herr über die Toten’ kann Jesus Christus sie herbeirufen, indem er sie zum Leben auferweckt. Die Herrschaft Jesu Christi geht noch weit darüber hinaus, daß er Gewalt über lebende und tote Menschen hat. Der Sohn Gottes sagte nach seiner eigenen Auferstehung: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden“ (Matthäus 28:18). Gewiß ist es daher weise, daß wir uns menschlichen Herrschern um dessentwillen unterwerfen, der weit größere Gewalt hat als sie.
6, 7. Wie unterwerfen wir uns menschlichen Herrschern „um des Herrn willen“?
6 Was ist damit gemeint, daß wir uns Menschen in hoher Regierungsstellung „um des Herrn willen“ unterwerfen? Die Tatsache, daß wir Jesus Christus als unseren Herrn anerkennen, soll die Triebkraft dafür sein, daß wir uns den Herrschern auf die richtige Weise unterwerfen. Gottes Sohn gab in dieser Hinsicht ein vollkommenes Beispiel. Er widersetzte sich nicht den Forderungen der staatlichen Autorität, und er lehrte auch nicht andere, dies zu tun. Statt dessen forderte er seine Zuhörer auf: „Wenn jemand, der unter Befehlsgewalt steht, dich für eine Meile zum Dienst zwingt, so gehe mit ihm zwei Meilen“ (Matthäus 5:41). „Zahlt ... Cäsars Dinge Cäsar zurück“ (Matthäus 22:21).
7 Manchmal mag eine Regierung die Bürger ihres Landes auffordern, sich zu verschiedenen Zwecken registrieren zu lassen oder gewisse Bauvorhaben oder landwirtschaftliche Projekte einer Gemeinde zu unterstützen, vielleicht in Verbindung mit dem Bau von Straßen, Dämmen oder Schulen. (Vergleiche Lukas 2:1-3.) In all diesen Angelegenheiten muß natürlich das christliche Gewissen berücksichtigt werden. Sofern jedoch keine Streitfrage betroffen ist, durch die das biblisch geschulte Gewissen verletzt würde, kann es sich zur Förderung der „guten Botschaft“ auswirken, wenn der Christ soweit wie möglich seine Unterordnung und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekundet. Es wäre völlig unangebracht, gegen bestimmte Projekte Stimmung zu machen oder gegen eine staatliche Stelle, ganz gleich auf welcher Ebene, regelrecht zu rebellieren. Die Bibel gebietet „Regierungen und Gewalten als Herrschern untertan und gehorsam zu sein, bereit zu sein für jedes gute Werk“. Ein streitsüchtiges, arrogantes Verhalten steht im Gegensatz zu der Lehre und dem Beispiel des Sohnes Gottes (Titus 3:1, 2).
„ALS SKLAVEN GOTTES“
8. Welchen Nutzen hat eine angemessene Unterordnung Herrschern gegenüber?
8 Auf welche Weise eine angemessene Unterordnung die Sache der wahren Anbetung fördern kann, zeigt der Apostel Petrus mit den Worten: „Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr durch Gutestun das Gerede der Unwissenheit der unvernünftigen Menschen zum Schweigen bringt“ (1. Petrus 2:15). Christen, die tun, was Herrscher als gut, anständig oder gesetzestreu ansehen, und gleichzeitig vor Gott ein gutes Gewissen bewahren, mögen gelobt werden. Dadurch werden unwissende Menschen zum Schweigen gebracht, die Dienern des Höchsten zu Unrecht vorwerfen mögen, stur, aufsässig, gesellschaftsfeindlich, aufrührerisch oder umstürzlerisch zu sein. Das lobenswerte Benehmen von Christen erweist sich somit als die beste Verteidigung gegen Schmähungen ihres guten Namens.
9, 10. Weshalb ist unsere Unterwerfung unter die Staatsgewalt nicht mit der Unterwerfung eines kriecherischen Sklaven unter seinen Herrn zu vergleichen?
9 Bedeutet die Unterwerfung des Christen unter die Staatsgewalt jedoch niedrige Sklaverei oder völlige Unterwerfung? Die inspirierte Antwort lautet nein. Der Apostel Petrus schreibt nämlich weiter: „Seid gleich freien Menschen, und behaltet doch eure Freiheit nicht als einen Deckmantel für Schlechtigkeit, sondern als Sklaven Gottes“ (1. Petrus 2:16).
10 Als Christen sind wir von der Sklaverei der Sünde und des Todes befreit worden (Johannes 8:31-36). Gottes Sohn hat uns sogar die Furcht vor einem gewaltsamen Tod genommen — eine Furcht, durch die es Satan, dem Teufel, gelungen ist, die Menschen in Sklaverei zu halten und sie dazu zu bringen, diktatorische Befehle auszuführen, selbst wenn das für sie bedeutete, gegen ihr eigenes Gewissen zu handeln (Hebräer 2:14, 15). Da wir jedoch freie Menschen sind, können wir unser Gewissen nicht den Befehlen und Drohungen irgendeines Menschen oder einer Gruppe von Menschen unterwerfen. Wir unterordnen uns den Herrschern freiwillig und mit der Einschränkung, daß wir die Gebote Jehovas, des höchsten Souveräns, als höherstehend betrachten. Wir können nicht die niedrigen Sklaven irgendeines Menschen werden und jemandem bedingungslos gehorchen, ohne Rücksicht auf Gottes Gesetz. Wie der Apostel Petrus erklärte, sind Christen „Sklaven Gottes“. Wir sind daher gern bereit, den Wünschen der Obrigkeit nachzukommen, solange es keinen direkten Konflikt mit unserer Anbetung des Höchsten gibt. Sonst müssen wir den Standpunkt vertreten, den Petrus und andere Apostel vor dem obersten jüdischen Gerichtshof mit den Worten zum Ausdruck brachten: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29).
FREIHEIT MIT EINSCHRÄNKUNGEN
11. Welche Einstellung gegenüber der Staatsgewalt wäre ein Mißbrauch der christlichen Freiheit?
11 Es wäre jedoch falsch, wenn wir so leben würden, als hätte die Regierung keine Autorität über uns, und wenn wir uns in Angelegenheiten widersetzen würden, in denen kein Widerspruch zu Gottes Gesetz besteht. Ein solch respektloses Verhalten wäre ein Mißbrauch unserer christlichen Freiheit. Die Freiheit, die wir genießen, wird dadurch eingeschränkt, daß wir Sklaven Gottes sind. Sie ist kein Freibrief dafür, alle Hemmungen über Bord zu werfen, Schlechtes zu tun oder Gesetze, die uns unangenehm sind, die aber dazu bestimmt sind, Menschenleben und die Umwelt zu schützen, verächtlich zu behandeln. Statt dessen sollten wir durch unser Verhalten beweisen, daß wir den guten Zweck schätzen, zu dem Verkehrsgesetze, Bestimmungen gegen die Umweltverschmutzung, Jagd- und Angelverbote und dergleichen erlassen worden sind.
12. Was ist entscheidend dafür, was für Verpflichtungen wir anderen gegenüber haben?
12 Ja, wir haben Verpflichtungen anderen gegenüber. Die Natur dieser Pflichten wird durch das besondere Verhältnis beeinflußt, das wir zu Jehova Gott und zu unseren Mitmenschen haben. Der Apostel Petrus führt einige dieser Verpflichtungen auf und ermahnt seine Leser: „Ehret Menschen von allen Arten, habt Liebe zur ganzen Bruderschaft, habt Gottesfurcht, ehret den König“ (1. Petrus 2:17).
13. (a) Weshalb verdienen alle Menschen Ehre? (b) Was schulden wir unseren geistigen Brüdern? (c) Was ist ausschlaggebend dafür, was für Ehre wir Menschen erweisen? (d) Was schulden wir allein Gott?
13 Alle Menschen sind ein Ergebnis der Schöpfung Gottes und sind mit dem kostbaren Blut Jesu Christi erkauft worden. Deshalb erweisen wir ihnen zu Recht Ehre und behandeln sie respektvoll und unparteiisch (Apostelgeschichte 10:34, 35; 1. Timotheus 2:5, 6). Die gesamte „Bruderschaft“ verdient jedoch weit mehr als nur den formellen Respekt, der den Menschen im allgemeinen zusteht. Unseren Brüdern schulden wir zusätzlich tiefe Liebe und Zuneigung. Außerdem sollte einem irdischen Souverän und untergeordneten Amtsträgern zwar die Ehre erwiesen werden, die ihre Stellung erfordert, doch allein Gott, der Höchste, verdient unsere Ehrfurcht und unsere Anbetung. Daher dürfen wir einem Menschen nur so viel Ehre zollen, wie es eine angemessene Achtung vor Jehova Gott und seinen Geboten zuläßt. Zum Beispiel ist nichts dagegen einzuwenden, einen Herrscher mit seinem Titel anzureden, solange ihm dieser Titel keine Ehre zuschreibt, die allein Gott gebührt. Sterbliche Menschen sind jedoch für Christen keine Retter, und es kommen auch nicht alle Segnungen durch sie (Psalm 146:3, 4; Jesaja 33:22; Apostelgeschichte 4:12; Philipper 2:9-11). Ein wahrer Christ redet daher Menschen nicht so an, daß seine Gottesfurcht in Zweifel gezogen wird und Herrscher weit über das hinaus erhöht werden, was ihre Stellung verlangt.
VERDIENEN ALLE AMTSTRÄGER EHRE?
14, 15. (a) Weshalb hat der sittliche Ruf eines Herrschers oder eines Amtsträgers keinen Einfluß darauf, ob ihn ein Christ ehrt? (b) Was können wir aus dem Verhalten des Apostels Paulus gegenüber Amtspersonen lernen?
14 Angesichts des biblischen Gebots, Herrscher zu ehren, mögen einige Personen mit Bezug auf einen bestimmten Amtsträger sagen: „Wie kann ich einen korrupten Menschen achten oder ehren?“ Hierbei müssen wir beachten, daß nicht der sittliche Ruf des Amtsträgers die Grundlage für die Ehrerbietung ist. Vielmehr verlangt die Autorität, die er darstellt und ausübt, eine gewisse Achtung. Hätte keiner Achtung vor der rechtmäßig eingesetzten Autorität, so gäbe es Anarchie, und das wäre zum Schaden für die Gesellschaft, auch für Christen.
15 Das Verhalten des Apostels Paulus gegenüber Amtspersonen ist ein Beispiel dafür, daß die menschlichen Eigenschaften eines Herrschers nichts mit der Ehre zu tun haben, die ihm erwiesen werden sollte. Der Geschichtsschreiber Tacitus beschrieb den römischen Statthalter Felix als einen Mann, der „glaubte, sich in seiner hohen Stellung jede Schändlichkeit erlauben zu dürfen“, und der „in jeglicher Form von Grausamkeit und Willkür das Recht eines Königs in dem Geiste eines Sklaven ausübte“ (Annalen, XII, 54; Historien, V, 9). Trotzdem leitete Paulus aus Achtung vor dem Amt, das Felix bekleidete, seine Verteidigungsrede vor diesem Mann mit den Worten ein: „Da ich wohl weiß, daß diese Nation dich seit vielen Jahren als Richter gehabt hat, bin ich bereit, zu meiner Verteidigung über die Dinge, die mich betreffen, zu sprechen“ (Apostelgeschichte 24:10). Und obwohl König Herodes Agrippa II. in Blutschande lebte, erwies Paulus auch ihm die gebührende Ehre, indem er sagte: „Ich erachte mich glücklich, König Agrippa, daß ich mich heute vor dir wegen all der Dinge, deren ich von den Juden angeklagt bin, verteidigen darf, besonders da du über alle Bräuche wie auch Streitfragen unter den Juden bestens Bescheid weißt“ (Apostelgeschichte 26:2, 3). Und obwohl Statthalter Festus ein Götzendiener war, redete ihn Paulus dennoch mit „Exzellenz“ an (Apostelgeschichte 26:25).
STEUERN ZAHLEN
16. Welcher Rat wird Christen in Römer 13:7 gegeben?
16 Christen sollten nicht nur Amtspersonen die Ehre erweisen, die ihnen wegen ihrer Stellung gebührt, sondern Gott gebietet ihnen auch, gewissenhaft Steuern zu zahlen. Wir lesen in der Bibel: „Erstattet allen, was ihnen gebührt: dem, der die Steuer verlangt, die Steuer; dem, der den Tribut verlangt, den Tribut; dem, der Furcht verlangt [aufgrund seiner Autorität, z. B. seiner Macht über Leben und Tod], die Furcht; dem, der Ehre verlangt, die Ehre“ (Römer 13:7). Weshalb ist es richtig, Steuern zu zahlen und wahrheitsgemäße Angaben über sein Einkommen zu machen?
17. (a) Weshalb sollten Christen das Zahlen von Steuern genauso betrachten wie das Zahlen einer Schuld? (b) Weshalb sollten Christen im Zahlen aller Steuern vorbildlich sein?
17 Die staatlichen Instanzen leisten wichtige Dienste, um die Sicherheit und das Wohl ihrer Untertanen zu gewährleisten. Dazu gehören die Instandhaltung der Straßen, die Unterhaltung der Vollstreckungsorgane, der Gerichte der Schulen, des Gesundheitswesens, der Post und dergleichen. Für die geleisteten Dienste steht dem Staat eine Entschädigung zu. Christen betrachten das Zahlen von Steuern oder Abgaben somit richtigerweise genauso wie das Zahlen einer Schuld. Wie die staatlichen Instanzen danach die empfangenen Steuern verwenden, ist nicht die Verantwortung des Christen. Der Mißbrauch von Steuern oder Abgaben durch Amtsträger berechtigt den Christen nicht, die Zahlung seiner Schuld zu verweigern. Unter der gegenwärtigen Ordnung benötigt er die Dienste des Staates und kann daher mit gutem Gewissen bezahlen, was verlangt wird. Wenn man einer Einzelperson eine Schuld zahlen muß, wird diese Schuld nicht hinfällig, nur weil der Empfänger das Geld voraussichtlich zu unrechten Zwecken gebraucht. Ähnlich ist ein Christ nicht von seiner Pflicht entbunden, Steuern und Abgaben zu zahlen, ganz gleich, was die Regierung damit tut. Er sollte den gesetzlichen Erfordernissen auf vorbildliche Weise nachkommen, indem er sein Einkommen wahrheitsgemäß angibt oder den Kauf von steuerpflichtigen Objekten meldet. Wenn er dies gewissenhaft tut, wird vermieden, daß auf ihn und die Christenversammlung Schmach kommt. Auch wird dadurch zur Ehre Gottes und Christi die wahre Anbetung in ein günstiges Licht gerückt.
ARBEITGEBER-ARBEITNEHMER-VERHÄLTNIS
18. Auf welche gegenwärtigen Umstände lassen sich die biblischen Grundsätze anwenden, die für das Verhältnis zwischen einem Herrn und seinem Sklaven galten?
18 Das Verhältnis des Christen zur staatlichen Autorität ist nicht das einzige Verhältnis, das eine angemessene Unterordnung verlangt. An seinem Arbeitsplatz mag er beispielsweise einem Vorarbeiter oder einem Abteilungsleiter verantwortlich sein. Im ersten Jahrhundert, als im Römischen Reich die Sklaverei üblich war, gab es viele Christen, die als Sklaven oder Hausknechte arbeiteten. In Gottes Wort werden daher passenderweise ihre Pflichten gegenüber ihren Herren beschrieben. Wir heute können die Verhaltensgrundsätze, die für das Verhältnis zwischen Herr und Sklave galten, auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer anwenden.
19. Welchen Rat gab Petrus christlichen Hausknechten?
19 Hausknechten gab der Apostel Petrus den folgenden Rat:
„Hausknechte seien ihren Gebietern mit aller gebührenden Furcht untertan, nicht nur den guten und vernünftigen, sondern auch denen, die schwer zufriedenzustellen sind. Denn wenn jemand wegen des Gewissens vor Gott unter Betrübnissen ausharrt und ungerechterweise leidet, so ist das etwas Annehmliches. Denn welches Verdienst liegt darin, wenn ihr, sofern ihr sündigt und geschlagen werdet, ausharrt? Harrt ihr aber aus, wenn ihr Gutes tut und leidet, so ist das bei Gott etwas Annehmliches“ (1. Petrus 2:18-20).
20. (a) Wie sollte ein Hausknecht „mit aller gebührenden Furcht“ untertan sein? (b) Welche Situationen könnten dazu geführt haben, daß ein christlicher Sklave leiden mußte?
20 Was war mit dem Befolgen dieses Rates verbunden? Während der Christ seinen Verpflichtungen als Sklave nachkam, sollte er seinem Herrn gegenüber eine angemessene Furcht oder Achtung bekunden in dem Wunsch, ihm nicht zu mißfallen. Diese Achtung sollte er seinem Herrn sogar dann erweisen, wenn dieser rücksichtslos, hart oder unvernünftig war. Vielleicht war sein Herr ein Mann, der auch Arbeiten kritisierte, die gut verrichtet worden waren. Er mag von seinem christlichen Sklaven Dinge gefordert haben, die im Widerspruch zu Gottes Gesetz standen. Der christliche Sklave, der treu dem Gebot seines gottgefälligen Gewissens folgte, mußte vielleicht ungerechterweise leiden, weil er sich geweigert hatte, für seinen Herrn zu lügen oder zu stehlen. Auch bei anderen Gelegenheiten mag der Sklave mißhandelt und beschimpft worden sein.
21. Inwiefern konnte es sich zum Guten auswirken, wenn ein Sklave Mißhandlungen geduldig ertrug?
21 In Übereinstimmung mit dem Rat des Petrus würde sich ein christlicher Sklave nicht gegen seinen strengen Herrn auflehnen. Er würde seine Arbeit gewissenhaft fortsetzen und Mißhandlungen geduldig ertragen. Das wäre in Gottes Augen annehmbar, denn eine solche Handlungsweise würde kein schlechtes Licht auf das Christentum werfen. Andere könnten sehen, daß die wahre Anbetung einen guten Einfluß auf den Sklaven hatte. Das könnte sie dazu veranlassen, sich mit dem Christentum näher zu beschäftigen, um herauszufinden, wieso ein mißhandelter Sklave eine solch lobenswerte Selbstbeherrschung üben konnte. Würde dagegen ein Sklave seinem Herrn Unrecht antun und dafür streng gezüchtigt werden, dann sähe niemand ein besonderes Verdienst darin, wenn er die Strafe ruhig auf sich nähme.
22. Wie sollte sich ein christlicher Arbeitnehmer bei der Arbeit verhalten?
22 Heute mag ein Christ, der am Arbeitsplatz einer besonders prüfungsreichen Situation ausgesetzt ist, eine andere Beschäftigung suchen können. Das ist jedoch nicht immer möglich. Er arbeitet vielleicht unter Vertrag oder ist gezwungen, unter ungünstigen Bedingungen zu arbeiten, weil einfach keine anderen Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Seine Situation mag sich daher nur sehr wenig von der eines Hausknechtes im ersten Jahrhundert unterscheiden, der nicht von einem unvernünftigen Herrn weggehen konnte. Solange daher ein Christ in einem Arbeitsverhältnis steht, sollte er sein Äußerstes tun, um Qualitätsarbeit zu leisten, und geduldig und ohne Murren Unannehmlichkeiten auf sich nehmen, die nicht durch schriftgemäße Mittel abzustellen sind. Er sollte seinen Arbeitgeber auch weiterhin mit gebührendem Respekt behandeln.
JESU BEISPIEL — EINE ERMUNTERUNG
23, 24. (a) Wessen Beispiel kann uns ermuntern, wenn wir ungerecht behandelt werden, weil wir das Richtige tun? (b) Wie wurde er behandelt, und wie verhielt er sich?
23 Natürlich ist es für niemanden leicht, Ungerechtigkeiten zu ertragen. Glücklicherweise haben wir jedoch ein vollkommenes Vorbild, nämlich unseren Herrn Jesus Christus. Sein Beispiel kann uns eine echte Ermunterung sein Der Apostel Petrus tröstete mißhandelte christliche Sklaven, indem er sie auf das Beispiel Jesu hinwies und sagte:
„In der Tat, zu diesem Lauf wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten hat, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen genau nachfolgt. Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Munde gefunden. Als er beschimpft wurde, gab er nicht schimpfend zurück. Als er litt begann er nicht zu drohen, sondern übergab sich weiterhin dem, der gerecht richtet“ (1. Petrus 2:21-23).
24 Der Apostel erinnerte christliche Sklaven somit daran, daß ein Grund, weshalb sie zu Jüngern Jesu Christi berufen worden waren, darin bestand, daß sie einen ähnlichen Geist bekunden sollten wie er, während sie zu Unrecht leiden mußten. Jesus Christus mußte besonders am letzten Tag seines irdischen Lebens viel ertragen. Er wurde geohrfeigt, mit Fäusten geschlagen, angespuckt, mit einer Peitsche gegeißelt (die wahrscheinlich mit Bleistücken, Knochensplittern oder Stacheln versehen war, die das Fleisch aufreißen sollten), und schließlich wurde er wie der schlimmste Verbrecher an einen Pfahl genagelt. Dennoch unterwarf er sich all diesen Erniedrigungen und beschimpfte oder bedrohte kein einziges Mal die Männer, die ihn ungerechtfertigterweise so behandelten. Jesus Christus wußte, daß er ein untadeliges Leben geführt hatte, aber er tat nichts, um sich zu rechtfertigen. Er übergab seinen Fall dem Vater in der Zuversicht, daß sein Gott und Vater ein gerechtes Urteil zu seinen Gunsten fällen würde. Auch wir können sicher sein, daß der Allmächtige all die Ungerechtigkeiten zur Kenntnis nimmt, die wir erleiden mögen. Er wird den gerechten Ausgleich schaffen, vorausgesetzt, wir harren weiterhin geduldig unter Leiden aus. Wenn sogar der sündenlose Sohn Gottes bereit war, Mißhandlungen zu erdulden, haben wir als seine Nachfolger bestimmt noch mehr Grund, dies zu tun, wenn wir bedenken, daß wir sündige Geschöpfe sind.
25. Inwiefern haben wir aus den Leiden des Christus Nutzen gezogen?
25 Die Leiden, die Jesus Christus durchmachte, wirkten sich tatsächlich zu unserem Nutzen aus, und das gibt uns zusätzlichen Grund, ihn nachzuahmen. Dieser Gesichtspunkt wird in den weiteren Worten des Apostels Petrus hervorgehoben:
„Er selbst trug unsere Sünden in seinem eigenen Leibe an den Stamm hinauf, damit wir mit Sünden nichts mehr zu tun hätten und der Gerechtigkeit leben könnten. Und ,durch seine Striemen wurdet ihr geheilt‘. Denn ihr seid wie Schafe gewesen, die irregingen, ihr habt jetzt aber zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen zurückgefunden“ (1. Petrus 2:24, 25).
26, 27. Wie sollte es sich auf uns auswirken, daß Christus für uns gelitten hat?
26 Da wir Sünder sind, verdienen wir die Gabe des Lebens nicht. Die Bibel sagt: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod“ (Römer 6:23). Jesus Christus nahm jedoch bereitwillig die Strafe für unsere Sünden auf sich und starb wie ein schuldloses, geduldiges Lamm zu unseren Gunsten einen Opfertod. Dadurch, daß Gottes Sohn die Strafe eines schändlichen Todes an einem Pfahl erlitt, ermöglichte er es gläubigen Menschen, von der Sünde befreit zu werden und ein gerechtes Leben zu beginnen. Wenn wir bedenken, was Jesus Christus für uns erlitten hat, sollten wir uns bestimmt bewogen fühlen, tiefe Wertschätzung zu bekunden. Das erfordert, daß wir Jesus auf allen Gebieten des Lebens nachahmen, auch in bezug auf die Bereitschaft, um der Gerechtigkeit willen Mißhandlungen auf uns zu nehmen. Immer wenn wir ungerecht behandelt werden, sollten wir an die Leiden unseres Herrn denken.
27 Diese Überlegungen können uns die Notwendigkeit einprägen, uns nach dem Beispiel Christi auszurichten, so daß wir nicht den Zweck der großen Leiden verfehlen, die er für uns auf sich nahm. In unserem sündigen Zustand waren wir in einer bedauernswerten Lage, wir waren mit umherirrenden Schafen zu vergleichen, denen die Leitung eines liebevollen Hirten fehlte. Das lag daran, daß wir als Sünder von unserem großen Hirten, Jehova Gott, entfremdet waren. Doch aufgrund des Opfers Jesu und unseres Glaubens daran sind wir mit ihm versöhnt worden (Kolosser 1:21-23). Wir sind daher unter die liebevolle Fürsorge, den Schutz und die Leitung des Aufsehers unserer Seelen, Jehovas Gottes, und seines „Oberhirten“, Jesu Christi, gekommen (1. Petrus 5:2-4). Daher könnte wirklich kein Leiden zu schwer zu ertragen sein, wenn wir unsere Wertschätzung für das beweisen wollen, was Jesus Christus getan hat. Die Leiden, die Christus um unsertwillen erlitt, übersteigen bei weitem jede Mißhandlung, die wir um seinetwillen erleiden mögen!
ARBEITSVERHÄLTNISSE MIT GLÄUBIGEN
28, 29. (a) Welchen Rat gab der Apostel Paulus christlichen Sklaven, die für einen gläubigen Gebieter arbeiteten? (b) Weshalb war dieser Rat nötig?
28 Nicht alle christlichen Sklaven des ersten Jahrhunderts hatten jedoch unvernünftige Herren, unter denen sie Mißhandlungen erleiden mußten. Aufgrund der damals bestehenden sozialen Verhältnisse hielten sogar einige Christen Sklaven. Wenn sowohl der Sklave als auch sein Herr Jünger des Sohnes Gottes waren, mußten beide ihr geistiges Verhältnis im richtigen Licht sehen. An Sklaven mit gläubigen Gebietern richtete der Apostel Paulus die Ermahnung: „Überdies mögen die, die gläubige Gebieter haben, nicht auf sie herabblicken, weil sie Brüder sind. Im Gegenteil, sie mögen um so bereitwilliger Sklaven sein, weil die, die den Nutzen ihres guten Dienstes empfangen, Gläubige und Geliebte sind“ (1. Timotheus 6:2).
29 Weshalb war dieser Rat nötig? Der gläubige Sklave war ein Miterbe Christi und stand daher mit seinem gläubigen Gebieter in geistiger Hinsicht auf gleicher Stufe. Folglich mußte sich der Sklave davor hüten, zu dem Schluß zu kommen, diese Gleichheit in geistiger Hinsicht mache das Verhältnis, das in weltlicher Hinsicht zwischen ihnen bestand, sowie die Autorität seines Herrn zunichte. Eine solche Einstellung hätte leicht dazu führen können, daß ein Sklave seinen Herrn ausgenutzt hätte und seinen Pflichten nicht auf die bestmögliche Weise nachgekommen wäre. Paulus setzte sich durch seinen Rat mit den falschen Schlußfolgerungen auseinander, die Sklaven aufgrund ihres brüderlichen Verhältnisses zu anderen Gliedern der Versammlung gezogen haben mögen. Gerade weil sie zu ihren Herren in einem solchen Verhältnis standen, hatten sie erst recht Grund, ihre Pflichten vorbildlich zu erfüllen. Sie hatten das Vorrecht, etwas für einen christlichen Bruder zu tun, und das hätte ihnen große Freude bereiten sollen.
30. Weshalb sollte ein Christ heute sein Bestes tun, wenn er unter der Aufsicht eines Gläubigen arbeitet?
30 Ähnlich verhält es sich heute, wenn ein Christ unter der Leitung eines gläubigen Vorgesetzten arbeitet oder bei einem Gläubigen angestellt ist. Er sollte den Wunsch haben, sein Bestes zu tun. Schließlich ist es sein Bruder, der aus seiner Arbeit Nutzen zieht. Würde er schlechte Arbeit leisten oder sich keine Mühe geben, so würde er seinen Bruder enttäuschen und ihm Anlaß geben, sich zu ärgern (Sprüche 10:26). Welch eine Lieblosigkeit wäre dies doch gegenüber dem Bruder, den zu lieben er verpflichtet ist! (1. Johannes 4:11).
31. Welchen Rat mußten christliche Herren im Sinn behalten?
31 Christliche Herren oder Arbeitgeber ihrerseits durften nicht aus den Augen verlieren, daß auch sie einen Herrn hatten, Christus. Die Anerkennung ihrer Verantwortung gegenüber Gottes Sohn sollte sich darauf auswirken, wie sie ihre Sklaven oder Arbeiter behandelten. Diesbezüglich schrieb der Apostel Paulus: „Ihr Herren, teilt weiterhin das aus, was euren Sklaven gegenüber gerecht und was billig ist, da ihr wißt, daß auch ihr einen Herrn im Himmel habt“ (Kolosser 4:1).
32. Welche Verantwortung haben wir gegenüber Gläubigen, die für uns arbeiten oder uns Dienste leisten mögen?
32 Wenn ein christlicher Bruder für uns arbeitet oder uns gewisse Dienste leistet, vielleicht als Arzt, Rechtsanwalt, Elektriker, Tischler, Klempner oder Monteur, sollten wir ihn bestimmt gebührend entschädigen. Es wäre sicher nicht angebracht, unser geistiges Verhältnis auszunutzen, indem wir einen christlichen Bruder mit der Bezahlung hinhielten, während wir einen großen Teil unseres Verdienstes für Unterhaltung, Luxus oder teure Urlaubsreisen ausgäben. Sollten wir unseren Glaubensbrüdern in geschäftlichen Angelegenheiten nicht das geben, was ihnen zusteht? Es ist bestimmt etwas Gutes, wenn wir unseren Brüdern dadurch helfen können, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn uns ein besonderes Entgegenkommen gezeigt wird, sollten wir dies wirklich schätzen. Wir sollten erkennen, daß unsere Glaubensbrüder nicht verpflichtet sind, für uns einen besonderen Preis zu machen oder uns anderen gegenüber zu bevorzugen. In all diesen Angelegenheiten können wir daher beweisen, daß wir alles so tun möchten, daß wir unserem himmlischen Haupt, Gottes Sohn, wohlgefällig sind.
DIE UNTERORDNUNG DER FRAU
33. (a) Welcher Rat wird christlichen Ehefrauen gegeben? (b) Weshalb ist in 1. Petrus 3:1 das Wort „ebenso“ bedeutsam?
33 Die Ehe ist ein weiteres Verhältnis, das die Unterordnung unter ein Haupt verlangt. Petrus verbindet daher seine Abhandlung über die Unterordnung der Frau mit seiner vorausgehenden Ermahnung, unter widrigen Umständen untertan zu sein, indem er mit einem griechischen Wort beginnt, das „ebenso“ bedeutet. Wir lesen:
„Ebenso ihr Ehefrauen, seid den eigenen Männern untertan, damit sie, wenn irgendwelche dem Wort ungehorsam sind, durch den Wandel ihrer Frauen ohne ein Wort gewonnen werden mögen, weil sie Augenzeugen ihres keuschen Wandels, verbunden mit tiefem Respekt, gewesen sind“ (1. Petrus 3:1, 2).
34. Der Apostel Petrus fordert Frauen auf, unter welchen Umständen untertan zu sein, und weshalb mag dies nicht leicht sein?
34 Die hier erwähnten Umstände, unter denen eine christliche Frau untertan sein soll, sind sehr ungünstig. Wenn ein Ehemann die Grundsätze des Wortes Gottes nicht annimmt, kann es sein, daß er seiner christlichen Frau das Leben sehr schwer macht, indem er sie hart und unvernünftig behandelt. Das entbindet sie aber nicht von der Pflicht, ihren Mann als Haupt der Familie anzuerkennen. Solange daher seine Forderungen Gottes Gesetz nicht widersprechen, sollte eine christliche Ehefrau ihr Äußerstes tun, um ihrem Mann wohlzugefallen.
35. Wie könnte eine Frau ihren Mann „ohne ein Wort“ gewinnen?
35 Wie der Apostel Petrus erklärte, kann sie ihrem Mann durch ihr gutes Beispiel möglicherweise helfen, gläubig zu werden. Wenn eine Ehefrau ihren Mann auf diese Weise „ohne ein Wort“ gewinnt, bedeutet das jedoch nicht, daß sie nie mit ihm über biblische Gedanken sprechen würde, aber sie wird ihre lobenswerten Taten lauter sprechen lassen als Worte. Ihr Mann wird dann sehen können, daß sie keusch oder rein im Reden und Handeln ist und daß sie tiefen Respekt vor ihm hat.
36, 37. Worauf sollte eine christliche Frau gemäß Titus 2:3-5 achten, um eine vorbildliche Ehefrau zu sein?
36 Das, was der Apostel Paulus über Frauen schrieb, vermittelt noch weitere Einzelheiten darüber, was von einer christlichen Frau erwartet wird. In seinem Brief an Titus schrieb er:
„Ebenso seien die betagten Frauen von ehrerbietigem Benehmen, nicht verleumderisch, auch nicht vielem Wein versklavt, Lehrerinnen des Guten, damit sie die jungen Frauen zur Besonnenheit bringen, so daß sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, gesunden Sinnes seien, keusch, im Hause arbeiten, gut seien, sich den eigenen Männern unterwerfen, damit vom Worte Gottes nicht lästerlich geredet werde“ (Titus 2:3-5).
37 Gemäß dieser Ermahnung sollte sich eine Frau gewissenhaft bemühen, durch ihr Verhalten zu beweisen, daß sie verstanden hat, daß ihr ganzer Lebenswandel von Jehova Gott und dem Herrn Jesus Christus beachtet wird. Sie wird sich anstrengen, ihre Zunge so zu gebrauchen, daß sie andere erbaut und ermuntert, statt daß sie andere verleumdet oder schädliches Geschwätz verbreitet. Es gehört sich bestimmt, im Essen und Trinken mäßig zu sein. Als Ehefrau und Mutter sollte die christliche Frau vorbildlich im Erweisen von Liebe sein. Sie sollte darauf achten, daß sie nahrhafte Mahlzeiten zubereitet und daß die Wohnung schön und sauber bleibt. Ihre Liebe zu ihrem Mann und zu ihren Kindern kann sie unter anderem dadurch zeigen, daß sie bereit ist, die Interessen ihrer Familie ihren eigenen voranzustellen. Der Ehemann sollte keine Anzeichen dafür finden können, daß seine Frau ihre Pflichten vernachlässigt. Statt dessen sollte er sehen können, daß sie im Vergleich zu ungläubigen Frauen wirklich vorbildlich ist.
EINE AUSGEGLICHENE ANSICHT ÜBER DIE ÄUSSERE ERSCHEINUNG
38. Welchen Rat über Schmuck finden wir in 1. Petrus 3:3, und wie sollten wir diesen Rat verstehen?
38 Wichtig ist auch, daß die Frau eine ausgeglichene Ansicht über ihre äußere Erscheinung hat. Der Apostel Petrus legte Nachdruck darauf, daß eine christliche Ehefrau nicht in erster Linie darauf achten sollte, daß sie durch auffälligen äußeren Schmuck attraktiv wirkt. Er schrieb: „Euer Schmuck bestehe nicht im äußerlichen Flechten der Haare und im Anlegen goldener Schmucksachen oder im Tragen äußerer Kleider“ (1. Petrus 3:3). Im ersten Jahrhundert verwandten Frauen viel Zeit und Mühe darauf, ihr langes Haar zu auffälligen Frisuren zu flechten, zum Beispiel in Form einer Harfe, einer Trompete, eines Kranzes oder einer Krone. Außerdem schmückten sie sich mit reich verzierten Gewändern und mit vielen goldenen Ketten, Ringen und Armspangen. Für eine christliche Frau war es ungehörig, buchstäblichem Schmuck solch übertriebene Aufmerksamkeit zu schenken, da sie dadurch den Eindruck vermittelt hätte, das Wichtigste in ihrem Leben sei ihre eigene Person und nicht das Bemühen, Jehova Gott und dem Herrn Jesus Christus wohlzugefallen. Außerdem sind Frauen, die gern auffallen möchten und modebewußt sind, oft stolz, neidisch und eingebildet, und das kann sie ihres Herzensfriedens berauben, der auf einem ruhigen Geist beruht, und kann zu Frustration und Reizbarkeit führen.
39. Weshalb sollte eine Frau ihr Äußeres nicht vernachlässigen?
39 Das bedeutet jedoch nicht, daß eine christliche Ehefrau überhaupt nicht auf ihr Äußeres achten sollte. Als der Apostel Paulus einen ähnlichen Rat gegen auffällige Kleidung gab, sagte er auch: „Ebenso möchte ich, daß sich die Frauen in wohlgeordnetem Kleide mit Bescheidenheit und gesundem Sinn schmücken“ (1. Timotheus 2:9). Eine christliche Ehefrau sollte somit darauf achten, daß sie ihrem Ehemann keinen unansehnlichen Anblick bietet, indem sie in bezug auf ihre Kleidung, ihre Frisur und ihr sonstiges Äußeres nachlässig ist. Außerdem heißt es in der Bibel, die Frau sei „des Mannes Herrlichkeit“ (1. Korinther 11:7). Bestimmt ist eine faule, ungepflegte Frau nicht ihres Mannes Herrlichkeit. Sie macht ihm keine Ehre, sondern schadet vielmehr seinem Ansehen. Und wenn der Mann in vernünftigem Maße Wert auf sein eigenes Äußeres legt, kann ihn die Schlampigkeit seiner Ehefrau sehr zum Zorn reizen. Daher ist es sehr zu wünschen, daß eine christliche Frau durch ihre Kleidung und ihren Schmuck verrät, daß sie gutes Unterscheidungsvermögen bekundet, indem sie das auswählt, was bescheiden oder schicklich ist und ihr steht.
‘DER STILLE UND MILDE GEIST’
40. (a) Was verleiht einer christlichen Frau wirklich Schönheit? (b) Womit sollte der ‘stille und milde Geist’ nicht verwechselt werden?
40 Trotz alledem liegt die wahre Schönheit einer Frau in dem, was sie im Herzen ist. Der Apostel Petrus gab Frauen daher den weisen Rat: „[Euer Schmuck] sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, der in den Augen Gottes von großem Werte ist“ (1. Petrus 3:4). Dieser ‘stille und milde Geist’ ist jedoch nicht mit einer äußeren Liebenswürdigkeit zu verwechseln. Zum Beispiel mag eine Frau sehr sanft reden und so tun, als füge sie sich den Wünschen des Familienhauptes. Im Herzen aber mag sie darauf bedacht sein, über ihren Mann zu dominieren, indem sie rebellisch ist, intrigiert und ihn hintergeht.
41. Wie könnte eine Frau feststellen, ob der ‘stille und milde Geist’ ein Bestandteil ihres ständigen Schmuckes ist?
41 Bei einer Frau, die wirklich den ‘stillen und milden Geist’ besitzt, ist dieser demütige Geist ein Spiegelbild ihrer wahren Persönlichkeit. Wie kann eine Frau feststellen, ob dieser „Geist“ ein Bestandteil ihres ständigen Schmuckes ist? Sie könnte sich fragen: „Was tue ich, wenn mein Mann gelegentlich gedankenlos oder unvernünftig ist oder sich vor seiner Verantwortung drückt? Brause ich dann auf, gerate in Wut und mache ihm heftige Vorwürfe? Oder bemühe ich mich gewöhnlich, innerlich ruhig zu bleiben und eine offene Konfrontation zu vermeiden?“ Eine Frau, die einen ‘stillen und milden Geist’ hat, ist nicht lediglich nach außen hin friedlich, in ihrem Innern aber wie ein Vulkan, der jeden Augenblick ausbrechen kann. Nein, auch unter unangenehmen Umständen bemüht sie sich, sowohl äußerlich als auch innerlich ruhig und beherrscht zu bleiben, so daß Beobachter von ihrer inneren Stärke und ihrem Verhalten tief beeindruckt sind.
42. Wer hatte gemäß 1. Petrus 3:5, 6 einen ‘stillen und milden Geist’?
42 Ein solch ‘stiller und milder Geist’ zeichnete gottesfürchtige Frauen in vorchristlicher Zeit aus. Darauf machte der Apostel Petrus aufmerksam, indem er schrieb:
„Denn so pflegten sich einst auch die heiligen Frauen zu schmücken, die auf Gott hofften, indem sie sich ihren eigenen Männern unterwarfen, wie Sara dem Abraham zu gehorchen pflegte, indem sie ihn ,Herr‘ nannte. Und ihr seid ihre Kinder geworden, vorausgesetzt, ihr tut weiterhin Gutes und fürchtet keinerlei Ursache des Schreckens“ (1. Petrus 3:5, 6).
43. Was zeigt, daß Sara eine „heilige Frau“ war, die auf Gott hoffte?
43 Als eine der „heiligen Frauen“ der vorchristlichen Zeit setzte Sara ihre Hoffnung und ihr Vertrauen auf Jehova. Im Gegensatz zu Lots Frau, die sich sehnsüchtig nach Sodom umblickte und deshalb umkam, gab Sara bereitwillig die Annehmlichkeiten der Stadt Ur auf und wohnte mit ihrem Mann Abraham für den Rest ihres Lebens in Zelten. Zusammen mit Abraham blickte sie einer bleibenden Wohnstätte unter Gottes Herrschaft entgegen (Hebräer 11:8-12). Bestimmt legte Sara keinen übertriebenen Wert auf materielle Besitztümer und Annehmlichkeiten. Sie verriet durch ihre Lebensweise, daß sie geistig gesinnt war. Sara wußte, daß Gott sie zur Zeit der Auferstehung reich belohnen würde. Ähnlich haben es sich christliche Frauen auch heute zu ihrem Lebensziel gemacht, Jehova Gott wohlzugefallen. (Vergleiche Sprüche 31:30.)
44. Was beweist, daß Sara tiefen Respekt vor ihrem Mann hatte?
44 Die schöne Sara hatte tiefen Respekt vor ihrem Mann. Als einmal unerwartet Gäste eintrafen, zögerte Abraham nicht, zu seiner treuen Gefährtin zu sagen: „Eile! Hole drei Sea-Maß [22 Liter] Feinmehl, knete den Teig und mache runde Kuchen!“ (1. Mose 18:6). Noch am gleichen Tag bezeichnete Sara Abraham als ihren „Herrn“. Da sie dies zu sich selbst sagte und nicht vor den Ohren anderer, zeigt dies deutlich, daß sie ihrem Mann von Herzen untertan war (1. Mose 18:12).
45. Was zeigt, daß Sara keine schwache Persönlichkeit war?
45 Sara war jedoch keine schwache Persönlichkeit. Als sie merkte, daß Ismael, der Sohn der ägyptischen Sklavin Hagar, über ihren eigenen Sohn Isaak „spottlachte“, sagte sie sehr energisch zu Abraham: „Treibe diese Sklavin und ihren Sohn hinaus, denn der Sohn dieser Sklavin wird nicht Erbe sein mit meinem Sohn, mit Isaak!“ Daß Sara hier eine nachdrückliche Bitte an Abraham richtete, aber nicht ungehörig fordernd oder befehlend auftrat, geht daraus hervor, daß Jehova Saras Bitte guthieß. Der Allmächtige nahm die im richtigen Geist vorgetragene Bitte wahr und wies Abraham an, ihr zu entsprechen (1. Mose 21:9-12).
46, 47. (a) Wie kann eine Frau, die eine feste Meinung äußert und von sich aus gewisse Angelegenheiten regelt, beweisen, daß sie untertänig ist? (b) Was sollten wir von einer gottesfürchtigen Frau erwarten?
46 Genauso braucht eine unterwürfige christliche Frau nicht „ohne Rückgrat“ oder eine schwache Persönlichkeit zu sein. Sie kann ruhig ihre feste persönliche Meinung zum Ausdruck bringen und von sich aus gewisse Angelegenheiten regeln, die für das Glück der Familie von Bedeutung sind. Sie wird sich aber bemühen, die Wünsche und Gefühle ihres Mannes zu berücksichtigen. Sie wird sich davon leiten lassen, wenn sie einkauft, die Wohnung schmückt oder sich anderer Haushaltsangelegenheiten annimmt. Wenn sie nicht weiß, wie ihr Mann über eine bestimmte Unternehmung oder einen größeren Kauf denkt, kann sie Probleme vermeiden, indem sie sich vorher mit ihm berät. Dadurch, daß sie sich bemüht, ihren Pflichten als Ehefrau auf gottgefällige Weise nachzukommen, wird sie auch ihrem Mann gefallen und ihm keinen stichhaltigen Grund geben, sie zu kritisieren. Eine solche Frau erwirbt sich in der Familie gewöhnlich eine Ehrenstellung. Sie befindet sich dann in der gleichen Situation wie die in Sprüche 31:11, 28 beschriebene tüchtige Ehefrau: „Auf sie hat das Herz ihres Besitzers vertraut ... Ihre Söhne sind aufgestanden und haben sie glücklich gepriesen; ihr Besitzer steht auf, und er preist sie.“ Ein Ehemann, der darauf vertraut, daß seine Frau weise handeln und das Wohl der Familie nicht gefährden wird, sieht sich nicht veranlaßt, eine Menge Regeln aufzustellen, um unweisen Handlungen vorzubeugen. Zwischen beiden wird ein gutes Einvernehmen herrschen. Es wird ihr Freude bereiten, zur Erledigung von Familienangelegenheiten von ihren Fähigkeiten und ihrer Initiative vollen Gebrauch zu machen.
47 Um eine gottesfürchtige Frau im biblischen Sinne zu sein, muß eine christliche Ehefrau fleißig und in der Lage sein, von sich aus anderen zu helfen. Sie wird daher keine Frau sein, die praktisch im Schatten ihres Mannes steht. (Vergleiche Sprüche 31:13-22, 24, 27.) Das geht aus der Beschreibung christlicher Frauen im ersten Jahrhundert hervor, die dafür in Frage kamen, auf eine besondere Liste gesetzt zu werden. Wir lesen: „Eine Witwe trage man in die Liste ein, wenn sie nicht weniger als sechzig Jahre alt ist, die e i n e s Mannes Ehefrau war, der man das Zeugnis vortrefflicher Werke gibt, wenn sie Kinder aufgezogen, wenn sie Fremde gastlich aufgenommen, wenn sie Heiligen die Füße gewaschen, wenn sie Bedrängten Hilfe geleistet hat und wenn sie fleißig jedem guten Werk nachgegangen ist“ (1. Timotheus 5:9, 10). Beachte, daß ihre vortrefflichen Werke bis in die Zeit zurückreichen, in der sie „e i n e s Mannes Ehefrau“ war. Wir sollten daher einen ‘stillen und milden Geist’ nicht mit einem Mangel an Initiative und Fleiß verwechseln.
WIE SICH EIN CHRISTUSÄHNLICHER GEIST AUSWIRKT
48. Wie kann eine christliche Ehefrau Gottes Sohn ähnlich werden?
48 Da Christus ein Vorbild für all seine Jünger ist, wird sich eine christliche Ehefrau bemühen wollen, ihn auch unter ungünstigen Umständen nachzuahmen (1. Petrus 2:21). Das erfordert, daß sie in der Beurteilung ihrer Worte und Handlungen ehrlich mit sich selbst ist. Wenn sie dann gebetsvoll das Beispiel Jesu Christi betrachtet und Jehova Gott ständig um die Hilfe seines Geistes bittet, damit sie eine bessere Ehefrau wird, wird sie immer mehr „Christi Sinn“ erlangen (1. Korinther 2:16). Ihre Fortschritte werden anderen offenbar werden. Je mehr wir nämlich über die vortrefflichen Eigenschaften und die lobenswerten Handlungen jemandes nachdenken, den wir lieben, desto mehr möchten wir wie er sein.
49—51. (a) Weshalb ist es für eine Frau immer weise, biblische Grundsätze anzuwenden? (b) Zu welchen nützlichen Ergebnissen führt es, sich treu an die Heilige Schrift zu halten? (c) Welche „Ursache des Schreckens“ sollte eine christliche Frau nicht fürchten, und warum nicht?
49 Selbst wenn ein Ehemann gedankenlos und unvernünftig ist oder sich vor seiner Verantwortung drückt, kann seine Frau die feste Zuversicht haben, daß sie, wenn sie die biblischen Grundsätze anwendet, die unter den gegebenen Umständen bestmöglichen Ergebnisse erzielen wird. Es ist wenig damit gewonnen, wenn eine Frau aus jeder falschen Entscheidung ihres Mannes eine große Streitfrage macht und so den biblischen Rat, dem Mann untertan zu sein, mißachtet. Menschen neigen dazu, sich zu verteidigen, selbst wenn sie im Unrecht sind. Wenn daher eine Frau jedesmal, wenn ihr Mann schlechtes Urteilsvermögen bekundet, großes Theater macht, kann sie genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie beabsichtigt. Er ist dann vielleicht noch mehr entschlossen, ihren Standpunkt zu ignorieren, um zu beweisen, daß er ihren Rat nicht braucht. Wenn sie dagegen Verständnis dafür zeigt, daß wir als sündige Menschen Fehlentscheidungen nicht völlig vermeiden können, mag er weit eher geneigt sein, das nächste Mal ihre Meinung zu berücksichtigen. Sein Stolz wird dann nicht so leicht verletzt sein.
50 Eine christliche Ehefrau, die ihren Mann freundlich und sanft ermuntert, mag ihn dazu bewegen, ernsthaft über sein Verhalten nachzudenken und dann Änderungen in seinem Leben vorzunehmen. Wenn er auch nur langsam Fortschritte macht, wird sie doch einen unmittelbaren Nutzen daraus ziehen. Welchen? Sie erspart sich die gewaltige seelische Belastung, die Bitterkeit und die unerfreuliche Atmosphäre, die eine offene Konfrontation mit ihrem Mann mit sich bringen würde (Sprüche 14:29, 30).
51 Eine Frau, die sich im Reden und Handeln treu an die Heilige Schrift hält, wird ihrem ungläubigen Mann nicht in jedem Fall helfen können, ein Christ zu werden. Aber sie hat trotzdem das befriedigende Bewußtsein, daß ihre Handlungsweise Gott wohlgefällig ist. Die lobenswerte Art und Weise, in der sie ihren Verpflichtungen als Ehefrau und Mutter nachkommt, gehört zu ihren vortrefflichen Werken, die wie ein Schatz im Himmel angelegt werden. Dieser Schatz wird hohe Zinsen in Form göttlicher Segnungen abwerfen (Matthäus 6:20). Da sie sich der Wichtigkeit bewußt ist, ein gutes Verhältnis zu Gott zu bewahren, sollte sie ‘weiterhin Gutes tun’ und ‘keinerlei Ursache des Schreckens fürchten’ — zum Beispiel Beschimpfung, Drohungen oder Widerstand, den sie als Jünger Jesu Christi möglicherweise auf sich nehmen muß. Statt der Furcht nachzugeben und ihr Verhältnis zu Jehova und seinem Sohn aufzugeben, könnte sie das, was ihr widerfährt, als Leiden um Christi willen betrachten. Auf diese Weise erweist sie sich als eine Tochter der unterwürfigen Sara, einer gottesfürchtigen, gläubigen Frau.
„GEMÄSS ERKENNTNIS“
52. Weshalb ist es bedeutsam, daß Petrus das griechische Wort für „ebenso“ oder „gleicherweise“ verwandte, als er christlichen Ehemännern Rat gab?
52 Genauso, wie eine Ehefrau aufgrund ihres Verhältnisses zu ihrem Mann gewisse Pflichten hat, so hat der Ehemann Pflichten aufgrund seines Verhältnisses zu seiner Frau. Der Apostel Petrus erinnerte Ehemänner daran, indem er das griechische Wort für „ebenso“ oder „gleicherweise“ gebrauchte, um seine an Ehemänner gerichtete Ermahnung mit dem vorausgegangenen Rat an Ehefrauen zu verbinden. Er schreibt:
„Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden“ (1. Petrus 3:7).
53. Was sollte ausschlaggebend dafür sein, wie ein Ehemann bei seiner Frau wohnt?
53 Es ist beachtenswert, daß der inspirierte Apostel, selbst ein verheirateter Mann, zuerst darauf aufmerksam macht, daß die Art und Weise, wie ein Ehemann bei seiner Frau wohnt oder mit ihr zusammen lebt, von „Erkenntnis“ bestimmt sein sollte (Markus 1:30; 1. Korinther 9:5). Gewiß hat ein Ehemann den Wunsch, seine Frau gut zu kennen — ihre Gefühle, ihre Stärken, ihre Grenzen, ihre Neigungen und Abneigungen. Doch was noch wichtiger ist, er sollte seine Verpflichtungen als christlicher Ehemann erkennen. Wenn er sowohl seine Frau als auch die ihm von Gott zugewiesene Rolle wirklich kennt, kann er ‘bei seiner Frau weiterhin gemäß Erkenntnis wohnen’.
54. Was erfordert die Ausübung der Stellung als Haupt?
54 Die Bibel zeigt, daß der Ehemann das Haupt seiner Frau ist. Er ist aber kein absolutes Haupt, denn er muß sich in der Handhabung von Familienangelegenheiten Jesus Christus als Haupt unterwerfen. „Das Haupt jedes Mannes [ist] der Christus“, heißt es in der Bibel (1. Korinther 11:3). „Ihr Ehemänner“, schreibt der Apostel Paulus, „fahrt fort, eure Frauen zu lieben, so, wie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich für sie dahingegeben hat“ (Epheser 5:25). Durch die Art und Weise, wie der Sohn Gottes die Christenversammlung behandelt, ist er somit ein Vorbild für Ehemänner, die ihren Familienpflichten nachkommen. Gewiß übt Jesus Christus seine Stellung als Haupt der Versammlung in keiner Weise tyrannisch oder grausam aus. Er opferte für sie sogar sein Leben. Daher hat der Ehemann aufgrund seiner Stellung als Haupt nicht das Recht, über seine Frau zu herrschen und ihr eine niedrige, unwürdige Stellung zuzuweisen. Statt dessen verlangt seine Stellung von ihm, daß er sich liebevoll aufopfert und bereit ist, das Wohl und die Interessen seiner Frau seinen eigenen Wünschen und Neigungen voranzustellen.
55. Was sollten christliche Ehemänner tun, da Jesus Christus ihr Vorbild ist?
55 Da Jesus Christus das vollkommene Vorbild für Ehemänner ist, sollten sie sich damit vertraut machen, wie er sich im Umgang mit seinen Jüngern verhielt. Darüber hinaus sollten sich Ehemänner bemühen, sich in bezug auf die Erfüllung ihrer Familienpflichten nach dem Vorbild des Sohnes Gottes auszurichten. Betrachte nur einige der vielen Dinge, die Jesus Christus auf der Erde für seine Jünger tat.
56, 57. (a) Wie bekundete Gottes Sohn aufrichtiges Interesse an dem geistigen Wohl seiner Jünger? (b) Was könnte sich ein Ehemann in Anbetracht des Beispiels Jesu fragen?
56 Gottes Sohn war an dem geistigen Wohl seiner Nachfolger aufrichtig interessiert. Selbst wenn es ihnen schwerfiel, wichtige Angelegenheiten zu begreifen, wurde er mit ihnen nicht ungeduldig. Er nahm sich die Zeit, ihnen alles zu erklären, und achtete darauf, daß sie seine Lehren richtig verstanden (Matthäus 16:6-12; Johannes 16:16-30). Wenn sie dann immer noch Schwierigkeiten hatten, ihr Verhältnis zueinander im richtigen Licht zu sehen, wiederholte Jesus Gedanken hinsichtlich der Notwendigkeit, anderen demütig zu dienen (Markus 9:33-37; 10:42-44; Lukas 22:24-27). In der Nacht vor seinem Tod bekräftigte er seine Lehre hinsichtlich der Demut, indem er seinen Jüngern die Füße wusch und ihnen somit ein Beispiel gab (Johannes 13:5-15). Jesus kannte auch die Grenzen seiner Jünger, und er sagte ihnen nicht mehr, als sie auf einmal erfassen konnten (Johannes 16:4, 12).
57 Ein christlicher Ehemann könnte sich daher fragen: „Wie besorgt bin ich um das geistige Wohl meiner Frau und meiner Kinder? Achte ich wirklich darauf, daß sie biblische Grundsätze verstehen? Wenn ich eine verkehrte Einstellung oder verkehrte Handlungen beobachte, erkläre ich dann, weshalb diese verkehrt sind und weshalb Änderungen nötig sind? Kenne ich die Grenzen meiner Familie, und achte ich darauf, daß ich nicht zuviel verlange?“
58. Wie könnte ein Ehemann das Beispiel Jesu nachahmen, indem er auf die physischen Bedürfnisse seiner Familie Rücksicht nimmt?
58 Gottes Sohn achtete auch darauf, was seine Jünger vom physischen Standpunkt aus benötigten. Als die Apostel nach einer Predigtreise zu Jesus zurückkehrten und ihm über ihre Tätigkeit Bericht erstatteten, sagte er: „Kommt für euch allein an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus“ (Markus 6:31). So sollte auch ein Ehemann darauf achten, daß seine Frau und seine Kinder Gelegenheit haben, sich von der Routine des Alltags zu erholen.
59, 60. (a) Wie beweist Jesus Christus, daß er seinen Jüngern vertraut? (b) Wie kann dies einem Ehemann helfen, seine Stellung als Haupt richtig auszuüben?
59 Jesus Christus übt seine Stellung als Haupt nicht dadurch aus, daß er die Glieder seiner Versammlung durch komplizierte Vorschriften einengt. Er gab ihnen die wirklich wichtigen Gebote und Richtlinien als Grundlage, damit sie beim Lösen der Probleme des Alltags die richtigen Entscheidungen treffen konnten. Seine aufopfernde Liebe, verbunden mit seinem Vertrauen zu seinen Jüngern, „drängt“ sie gewissermaßen, eine ähnliche Liebe zu bekunden und ihr Äußerstes zu tun, um ihm wohlzugefallen (2. Korinther 5:14, 15; vergleiche 1. Timotheus 1:12; 1. Johannes 5:2, 3).
60 Ähnlich kann ein Mann durch sein Vertrauen zu seiner Frau viel zu einer glücklichen Ehe beitragen. Eine Frau, die nur wenig Freiheit hat, Eigeninitiative in der Erfüllung ihrer Pflichten zu entwickeln, wird bald die Freude an der Arbeit verlieren. Sie wird sich in der Anwendung ihres Wissens, ihrer Talente und ihrer Fähigkeiten behindert fühlen, und das wird sie frustrieren. Wenn ihr Mann dagegen gewisse wichtige Angelegenheiten ihrem Unterscheidungsvermögen überläßt, wird es ihr Freude bereiten, alles so zu tun, wie es ihrem Mann gefällt.
‘INDEM IHR IHNEN ALS EINEM SCHWÄCHEREN GEFÄSS EHRE ZUERKENNT’
61—63. (a) Was sagt die Heilige Schrift darüber, wie ein Ehemann seine Frau behandeln sollte? (b) Was muß ein Ehemann vermeiden, wenn er seiner Frau eine ehrenwerte Stellung zuerkennen möchte? (c) Wozu sollte ein Ehemann bereit sein, wenn es um wichtige Familienangelegenheiten geht? (d) Weshalb ist es nicht genug, lediglich auf das gesprochene Wort zu achten, wenn es darum geht, endgültige Entscheidungen zu treffen?
61 Wenn ein Ehemann bei seiner Frau gemäß der Erkenntnis wohnt, die er von ihr als Person hat, und gemäß der Erkenntnis, die er in bezug auf seine biblischen Verpflichtungen ihr gegenüber hat, wird er ihr auch ‘als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennen’. Da die Frau aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit gewöhnlich physisch nicht soviel leisten kann wie der Mann, ist sie ein „schwächeres Gefäß“. Sie soll jedoch in der Familie einen ehrenwerten oder würdigen Platz einnehmen. Die folgenden Worte des Apostels Paulus zeigen, wie ein Mann seiner Frau Ehre zuerkennen kann: „Ebenso sind die Ehemänner verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst, denn kein Mensch hat je sein eigenes Fleisch gehaßt, sondern er nährt und hegt und pflegt es wie auch der Christus die Versammlung“ (Epheser 5:28, 29).
62 Im allgemeinen setzen Ehemänner ihre eigenen Leistungen nicht herab, stellen sich nicht als unbefähigt hin, mißhandeln sich nicht und versagen sich auch nicht die nötige Ruhe und Entspannung. Sie möchten nicht in dem Ruf eines Taugenichts stehen, sondern wollen bei anderen angesehen sein. Wenn ein Ehemann wirklich ein Christ ist, wird er nicht alle Schwächen seiner Frau hochspielen, sie herabsetzen oder sie sonstwie erniedrigen oder entwürdigen. Er wird seiner Frau die gleiche Würde und Rücksicht zugestehen, die er für sich selbst wünscht. Er wird ihr das Gefühl geben, daß sie erwünscht ist und geschätzt und benötigt wird.
63 Damit die Frau eine ehrenwerte Stellung in der Familie einnehmen kann, muß ihr Mann bereit sein, Familienangelegenheiten ruhig und vernünftig mit ihr zu besprechen, und sie nach ihren Gedanken und Vorstellungen fragen. Die Frau sollte sich frei äußern und überzeugt sein können, daß ihr Mann ihre Vorstellungen zu wichtigen Fragen nicht leichthin abtun, sondern gebührend berücksichtigen wird. (Vergleiche Richter 13:21-23; 1. Samuel 25:23-34; Sprüche 1:5, 6, 8, 9.) Außerdem muß der Ehemann darauf bedacht sein, mehr als nur das gesprochene Wort wahrzunehmen. Der Ton der Stimme, der Gesichtsausdruck oder fehlende Begeisterung und Spontanität können tiefe innere Gefühle verraten. (Vergleiche Sprüche 15:13.) Ein Mann, der seine Frau wirklich kennt, wird dies nicht ignorieren und einfach blindlings mit etwas fortfahren, was seine Frau unnötig reizen könnte.
64. Wann sollte ein Ehemann seiner Frau nicht nachgeben, und weshalb ist dies nützlich?
64 Natürlich wird der Mann als Haupt der Familie den Wünschen seiner Frau nicht nachgeben, wenn er fest davon überzeugt ist, daß dies den Interessen der Familie als Ganzes schaden würde. (Vergleiche 4. Mose 30:6-8.) Er erkennt, daß er gemäß der Bibel verpflichtet ist, an dem festzuhalten, was er in aller Aufrichtigkeit für richtig hält und das trotz eventueller Gefühlsausbrüche seiner Frau. Würde der Mann den Wünschen seiner Frau wider besseres Wissen nachkommen, so würde er Gott entehren, der den Mann als Familienhaupt eingesetzt hat. Würde seine Familie danach in Schwierigkeiten kommen, so könnte er gegen seine Frau verbittert werden. Hält er dagegen an dem fest, was er eindeutig für richtig hält, so wird dies der Familie zugute kommen. Wenn er seine Entscheidung gebetsvoll und in Übereinstimmung mit biblischen Grundsätzen trifft, wird seine Frau vielleicht doch erkennen, daß er eine weise Entscheidung getroffen hat, und sich hinterher freuen, daß ihr Mann festgeblieben ist. Das wird ihre Achtung vor ihm vertiefen und sowohl zu ihrem eigenen Glück als auch zum Glück der ganzen Familie beitragen.
EIN BIBLISCHER GRUND
65. Welchen biblischen Grund hat ein christlicher Ehemann, bei seiner gläubigen Frau „gemäß Erkenntnis“ zu wohnen?
65 Es gibt einen zwingenden Grund dafür, daß ein christlicher Ehemann bei seiner gläubigen Frau „gemäß Erkenntnis“ wohnen und ihr Ehre zugestehen sollte. Es geht dabei nicht allein um einen vermehrten Frieden in der Familie. Der christliche Apostel Petrus wies seine Glaubensgefährten auf einen noch wichtigeren Grund hin. Er erklärte, daß Ehemänner mit ihren Frauen „Erben der unverdienten Gunst des Lebens“ sind. Jesus Christus eröffnete aufgrund seines Opfertodes sowohl Männern als auch Frauen die Gelegenheit, von der Verurteilung der Sünde und des Todes befreit zu werden und ewiges Leben zu erlangen. Eine Ehefrau kann somit genauso die Gunst Gottes und Christi erlangen wie ihr Mann. Der Ehemann hat daher allen Grund, darauf zu achten, daß er seine Frau nicht so behandelt, als sei sie minderwertig und als habe sie in Gottes Augen geringeren Wert als er.
66. Weshalb kann es einen schwerwiegenden geistigen Schaden nach sich ziehen, wenn Eheangelegenheiten nicht in Übereinstimmung mit der Bibel gehandhabt werden?
66 Wenn Eheangelegenheiten nicht in Übereinstimmung mit dem Beispiel Jesu Christi gehandhabt werden, kann sich dies auf die geistige Verfassung sowohl des Mannes als auch der Frau schädlich auswirken. Ja, ihre ‘Gebete können behindert werden’. In einer Familie, in der man geneigt ist zu streiten, Anstoß zu nehmen, zu grollen und streng und unvernünftig zu handeln, ist es schwer, sich im Gebet an Gott zu wenden. Da sich die Betreffenden im Herzen verurteilt fühlen, haben sie keinen Freimut der Rede gegenüber Gott (1. Johannes 3:21). Außerdem hat Jehova Gott gewisse Voraussetzungen für das Erhören von Gebeten festgesetzt. Er wird Personen, die unbarmherzig und nicht bereit sind, die Verfehlungen anderer zu vergeben, nicht erhören, wenn sie um Hilfe bitten (Matthäus 18:21-35). Er wird nur die erhören, die sich bemühen, ihr Leben nach seinen Geboten auszurichten (1. Johannes 3:22). Weder Ehemänner noch Ehefrauen, die es versäumen, in ihrer Ehe das Beispiel Jesu Christi nachzuahmen, können bei ihren Problemen Gottes Beistand erwarten. Wenn sie dagegen dem biblischen Rat treu gehorchen, werden sie mit Sicherheit Gottes Gunst und Segen haben. Das ist bestimmt eine wunderbare Belohnung für die Unterordnung unter Gottes Sohn.
UNTERORDNUNG IN DER CHRISTENVERSAMMLUNG
67. Welche Einstellung sollte gemäß Matthäus 23:8-11 in der Christenversammlung vorhanden sein?
67 Innerhalb der Christenversammlung ist es ebenfalls sehr wichtig, Christus als Haupt anzuerkennen. Diese Anerkennung wird die Einstellung und das Verhalten der einzelnen Glieder zueinander beeinflussen. Gemäß den Worten Jesu sollte seine Versammlung eine Bruderschaft sein. Er sagte zu seinen Jüngern: „Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische. Auch laßt euch nicht ,Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein“ (Matthäus 23:8-11).
68, 69. (a) Welche Freiheiten sollte man sich nicht herausnehmen, da die Versammlung eine Bruderschaft ist? (b) Was mußte Timotheus im Umgang mit Gliedern der Versammlung beachten?
68 Niemand hat daher das Recht, in der Versammlung den Herrn zu spielen. Diejenigen, die als Älteste und Lehrer dienen, sollten ihren Herrn, Christus, nachahmen, indem sie ihren Brüdern demütig wie Sklaven dienen. Da die Versammlung jedoch eine Bruderschaft ist, die sich aus Jungen und Alten, Männern und Frauen, zusammensetzt, haben die einzelnen Glieder nicht das Recht, sich Freiheiten herauszunehmen, die gegen das natürliche Anstandsgefühl verstoßen würden. Der Apostel Paulus gab Timotheus den Rat: „An einem älteren Mann übe nicht strenge Kritik. Im Gegenteil, rede ihm bittend zu wie einem Vater, jüngeren Männern wie Brüdern, älteren Frauen wie Müttern, jüngeren Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit“ (1. Timotheus 5:1, 2).
69 Als der Apostel diese Worte schrieb, war Timotheus wahrscheinlich in den Dreißigern. Obwohl er als ein ernannter Ältester diente, wurde er ermahnt, stets daran zu denken, daß er noch verhältnismäßig jung war. Wenn ein älterer Mann zurechtgewiesen werden mußte, sollte Timotheus nicht grob mit ihm verfahren, sondern respektvoll an ihn appellieren wie ein Sohn, der vor seinem Vater steht. (Vergleiche die respektvolle Art und Weise, in der Jakob von seinen Söhnen behandelt wurde, wie dies aus 1. Mose 43:2-10 hervorgeht.) Auch sollte älteren Frauen die Rücksicht und die Güte erwiesen werden, wie sie einer Mutter zustand. Nicht einmal bei jungen Männern durfte sich Timotheus Freiheiten herausnehmen, sondern er sollte sie wie geliebte fleischliche Brüder behandeln. Wegen der starken Anziehung, die Männer gegenüber dem anderen Geschlecht empfinden, war es sehr angebracht, daß Timotheus ermahnt wurde, junge Frauen wie seine eigenen fleischlichen „Schwestern mit aller Keuschheit“ zu behandeln. Das bedeutete, daß er im Umgang mit jungen christlichen Frauen in seinen Gedanken, Worten und Handlungen keusch oder rein sein sollte.
70. (a) Weshalb ist für das richtige Verhalten in der Versammlung ein Geist der Unterordnung nötig? (b) Was kann einem helfen, einen solchen Geist zu bewahren?
70 In unserem Verhältnis zu anderen Gliedern der Versammlung müssen wir demütig sein, um auf unserem Platz zu bleiben und nicht gegen das natürliche Anstandsgefühl zu verstoßen. Der Apostel Petrus gab daher zu Recht den Rat: „Ihr jüngeren Männer, seid den älteren Männern untertan“ (1. Petrus 5:5). Jüngere Männer sollten sich bemühen, mit den älteren Männern zusammenzuarbeiten, besonders mit den ernannten Ältesten der Versammlung. Es wäre bestimmt unangebracht, wenn ein junger Mann mit älteren Männern so reden oder umgehen würde, wie er sich niemals seinem fleischlichen Vater gegenüber verhalten dürfte. Doch was kann ein junger Mann tun, um einen Geist der Unterordnung zu behalten? Er mag es nützlich finden, über die lobenswerten Eigenschaften älterer Brüder und über ihren treuen Dienst nachzudenken. Das kann ihm helfen, seine Liebe zu ihnen und seine Wertschätzung für sie zu vertiefen. (Vergleiche Hebräer 13:7, 17.)
71. Was ist damit gemeint, daß wir uns ‘mit Demut gürten’ sollten?
71 Natürlich ermahnt Petrus nicht nur die jungen Männer, den älteren Männern untertan zu sein. Er schreibt weiter: „Ihr alle aber, gürtet euch mit Demut gegeneinander.“ Der griechische Ausdruck für „gürtet euch mit Demut“ vermittelt den Gedanken, daß man die Demut gewissermaßen an sich knotet. Die „Demut“ sollte wie eine Schürze sein, die sich ein Sklave umbindet. Der Geist, den Petrus hier fördert, ist somit ein Geist der Dienstbereitschaft. Wie schön ist es doch, wenn wir in der Versammlung alle mit Achtung und Ehrerbietung behandeln und ihnen die Würde zugestehen, die sie verdienen! Eine solche Handlungsweise trägt Jehovas Gunst und Segen ein, denn Petrus sagt weiter: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte“ (1. Petrus 5:5).
72. Welchen Lohn bringt es mit sich, sich auf die richtige Weise unterzuordnen?
72 Wenn wir uns so unterordnen, wie es die Heilige Schrift empfiehlt, werden wir reich belohnt werden. Durch Unterordnung wird eine schlechte Situation nie verschlimmert, sondern wir werden vor Gott und Menschen ein gutes Gewissen haben. Wer sich der Staatsgewalt, Arbeitgebern, Vorgesetzten oder einem ungläubigen Ehemann unterordnet, kann ein ausgezeichnetes Zeugnis geben, was den Wert des wahren Christentums betrifft, und kann vielleicht sogar anderen helfen, Jünger des Sohnes Gottes zu werden und ewiges Leben zu erlangen. Wir selbst können die Gewißheit haben, daß uns Jehova Gott reich dafür belohnen wird, daß wir so gehandelt haben, wie es in seinen Augen wohlgefällig ist. Ja, gebührende Unterordnung ist ein wichtiger Bestandteil des besten Lebensweges.
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Fremdlinge und zeitweilig Ansässige mit einem vorbildlichen WandelWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 7
Fremdlinge und zeitweilig Ansässige mit einem vorbildlichen Wandel
1, 2. Wie werden Ausländer oder Fremdlinge oft betrachtet, und warum?
JEMAND, der sich von den Menschen der Gemeinde, in der er lebt, sehr unterscheidet, wird oft mit Argwohn und Mißtrauen betrachtet. Sein Verhalten wird genauer beobachtet als das der Einheimischen. Leider gibt es Personen, die gegenüber einer ganzen Rasse, einer ganzen Nation oder einem ganzen Stamm voreingenommen sind, nur weil sich ein einziger Ausländer in ihrer Nachbarschaft schlecht benommen hat. Selbst Regierungen erlassen Gesetze und Bestimmungen, die nur für Ausländer gelten. Wird das Verhalten eines Ausländers als lästig empfunden, so kann er sogar ausgewiesen werden.
2 Weshalb ist dies alles für Christen von Belang? Wie sollten diese Tatsachen ihre Lebensweise beeinflussen?
3. (a) Weshalb sind wahre Christen „Ausländer“ in dieser Welt? (b) Wie werden sie von Ungläubigen betrachtet, und warum?
3 In der heutigen Welt sind wahre Christen „Fremdlinge und zeitweilig Ansässige“, denn sie blicken einer bleibenden Wohnstätte entgegen, die einen Bestandteil von Gottes ‘neuen Himmeln und seiner neuen Erde’ bilden wird (1. Petrus 2:11; 2. Petrus 3:13). Da sich echte Jünger Jesu Christi bemühen, so zu denken und zu handeln, wie es in der Heiligen Schrift empfohlen wird, mögen Ungläubige oder Personen, die nur vorgeben, das Christentum zu praktizieren, auf sie herabblicken, als seien sie unerwünschte „Ausländer“. Ein Christ sollte sich jedoch nicht schämen, weil die Welt so über ihn denkt. Von Gottes Standpunkt aus ist sein Status als Fremdling ein würdiger Status. Der Christ sollte daher sein Äußerstes tun, um sich so zu verhalten, daß er keinem einen stichhaltigen Grund gibt, ihn zu schmähen.
4, 5. (a) Weshalb konnte der Apostel Petrus die Christen des ersten Jahrhunderts als ‘zeitweilig Ansässige, die zerstreut sind’, bezeichnen? (b) Wie dachte Jehova Gott über sie?
4 Als der Apostel Petrus an seine Glaubensgefährten schrieb, machte er sie auf ihre ehrenwerte Stellung als „Fremdlinge und zeitweilig Ansässige“ aufmerksam. Zu Beginn seines ersten Briefes lesen wir:
„Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die zeitweilig Ansässigen, die zerstreut sind in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, an die Auserwählten nach dem Vorherwissen Gottes, des Vaters, mit der Heiligung durch den Geist zum Zwecke ihres Gehorsams und ihrer Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“ (1. Petrus 1:1, 2).
5 Im ersten Jahrhundert lebten die Gläubigen in vielen Ländern zerstreut, inmitten einer großen nichtchristlichen Bevölkerung. Oft wurden sie von ihren Mitmenschen ungerechtfertigterweise verachtet. Es muß daher für sie ermutigend gewesen sein, zu hören oder zu lesen, wie Jehova sie gemäß dem Brief des Petrus einschätzte. Sie waren tatsächlich Gottes „Auserwählte“. Der Höchste hatte sie zu seinem Eigentum, zu seinem Volk gemacht. Schon lange bevor die aus Juden und Nichtjuden zusammengesetzte Christenversammlung ins Dasein kam, wußte der Allmächtige im voraus, daß es einmal eine solche Gruppe seiner Diener geben würde, die in verschiedenen Teilen der Erde zerstreut leben würden. Durch die Wirksamkeit seines Geistes wurden diese Personen geheiligt oder für einen heiligen Zweck abgesondert. Jehova handelte mit ihnen, damit sie seine gehorsamen Kinder seien und seinen Willen täten. Die Erkenntnis, von dem Souverän des Universums so gebraucht zu werden, hätte sie bestimmt tief berühren und veranlassen sollen, dem edlen Zweck entsprechend zu leben, für den Gott sie vorgesehen hatte.
6. (a) Wie gelangten die Christen in ihr reines Verhältnis zu Gott? (b) Was mag ihre „Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“ einschließen?
6 Natürlich wurden diese Gläubigen nicht aufgrund ihres eigenen Verdienstes ein auserwähltes, geheiligtes Volk. Als einzelne waren sie Sünder und mußten geheiligt werden, und daher spricht der Apostel Petrus von ihrer „Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“. Das erinnert uns an die Reinigungszeremonie, die ein Israelit durchmachen mußte, der zeremoniell unrein geworden war, indem er beispielsweise einen menschlichen Leichnam berührt hatte. Um wieder rein zu werden, mußte der Betreffende mit Reinigungswasser besprengt werden (4. Mose 19:1-22). In ähnlicher Weise mußte der sühnende Wert des Opfers Christi auf die Christen angewandt werden, damit sie vor Gott ein reines Gewissen haben und sich ihm freimütig im Gebet nahen konnten (Hebräer 9:13, 14; 10:19-22). Außerdem besprengte Moses das Volk mit dem Blut von Opfertieren, als die Israeliten in einen Bund mit Jehova aufgenommen wurden (2. Mose 24:3-8). Daher mögen die Worte über die „Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“ auch darauf aufmerksam machen, daß diese Gläubigen in den neuen Bund aufgenommen worden waren, der durch Jesus Christus vermittelt und durch sein vergossenes Blut gültig gemacht worden war, und daß ihnen nun der Nutzen dieses Bundes zukam.
7. Was verlangt unser Status als „Fremdlinge“ von uns?
7 Wie die Gläubigen des ersten Jahrhunderts haben auch ergebene Jünger Jesu Christi heute eine ehrenwerte Stellung vor Jehova Gott. Sie .müssen sich in der Welt als „Fremdlinge“ und „zeitweilig Ansässige“ vorbildlich verhalten. Sonst bringen sie Schmach auf Jehova Gott und auf die Versammlung seines Volkes. Alle müssen sich daher die Ermahnung des Apostels Petrus zu Herzen nehmen: „Geliebte, ich ermahne euch als Fremdlinge und zeitweilig Ansässige, euch der fleischlichen Begierden zu enthalten, die ja mit der Seele im Streite liegen“ (1. Petrus 2:11).
8. Woran sollten wir nicht ungebührlich unser Herz hängen, und warum?
8 Da wir in dem vergehenden System der Dinge „Fremdlinge und zeitweilig Ansässige“ sind, können wir es uns nicht leisten, unser Herz ungebührlich an etwas zu hängen, was zu der gegenwärtigen menschlichen Ordnung gehört. Keine irdischen Bindungen, Sorgen, Freuden oder Besitztümer sind von Dauer. Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft alle und kann das Leben eines Menschen plötzlich und entscheidend verändern (Prediger 9:11). Daher ist es wirklich weise, den Rat des Apostels Paulus zu beachten: „Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten, und auch die Weinenden seien wie solche, die nicht weinen, und die sich Freuenden wie solche, die sich nicht freuen, und die Kaufenden wie solche, die nicht besitzen, und die, die von der Welt Gebrauch machen, wie solche, die nicht vollen Gebrauch von ihr machen; denn die Szene dieser Welt wechselt“ (1. Korinther 7:29-31). Würden wir völlig in den Sorgen oder Freuden aufgehen, die eine Folge der sich stets verändernden Umstände und Beziehungen sind, so könnte es geschehen, daß wir unser Verhältnis zum Höchsten und zu seinem Sohn nicht weiter vertiefen, und wir könnten ernstlich Schaden nehmen.
9, 10. (a) Was ist der Grund für die Art und Weise, wie Weltmenschen über Besitz denken? (b) Weshalb sollten wir eine andere Ansicht über Besitz haben als Ungläubige?
9 Die Situation, in der sich die meisten Menschen befinden, zeigt deutlich, weshalb wir nicht versuchen sollten, ‘von der Welt vollen Gebrauch’ zu machen. Die Menschen im allgemeinen kennen entweder Gottes Verheißung, „neue Himmel und eine neue Erde“ zu schaffen nicht, oder sie glauben nicht wirklich an die bevorstehende gerechte neue Ordnung. Sie können sich daher nur auf das gegenwärtige Leben konzentrieren. Ihnen fehlt eine solide Hoffnung für die Zukunft. Deshalb denken sie fast ausschließlich an ihre täglichen Bedürfnisse und sind darauf bedacht, soviel wie möglich aus der Welt herauszuholen (Matthäus 6:31, 32). Ihre Augen leuchten bei der Aussicht, schöne Kleider, funkelnde Juwelen, teuren Schmuck, schöne Möbel oder eine luxuriöse Wohnung zu bekommen. Sie mögen versuchen, andere durch materiellen Besitz zu beeindrucken (1. Johannes 2:15-17).
10 Der Christ dagegen erkennt, daß eine ewige Zukunft vor ihm liegt. Es wäre töricht, wenn er in den Angelegenheiten des Lebens so aufginge, daß er praktisch keine Zeit mehr für den Schöpfer hätte, von dem seine Zukunft abhängt. Das bedeutet nicht, daß wahre Diener Gottes sich nicht auf angemessene Weise vieler schöner Dinge erfreuen dürften, die man mit Geld kaufen kann. Doch selbst nützliche Vergnügungen und materielle Besitztümer dürfen nie das Wichtigste in unserem Leben werden, jedenfalls nicht, wenn wir uns in dem gegenwärtigen System wirklich als „zeitweilig Ansässige“ fühlen. Wir gehen mit unseren Mitteln nicht verschwenderisch oder sorglos um, sondern betrachten sie richtigerweise so, wie vertrauenswürdige Personen eine möblierte Wohnung betrachten, die sie mieten, oder geliehene Werkzeuge, Ausrüstungsgegenstände oder andere Dinge, die sie benötigen mögen. Solche Personen behandeln diese Dinge sorgsam, aber sie hängen nicht völlig ihr Herz daran, als seien sie ihr bleibender Besitz. Unser Leben sollte zeigen, daß wir anerkennen, daß nichts im gegenwärtigen System garantiert von Bestand ist und daß wir nur „Fremdlinge“ und „zeitweilig Ansässige“ sind, die der verheißenen neuen Ordnung Gottes entgegengehen.
‘ENTHALTET EUCH DER FLEISCHLICHEN BEGIERDEN’
11. Was gehört zu den fleischlichen Begierden, deren wir uns enthalten müssen?
11 Wenn wir unseren Lebensweg als Christen zu einem Erfolg machen wollen, ist es jedoch nicht genug, zu erkennen, daß unsere Lebensbedingungen unvorhersehbaren Änderungen unterworfen sind, was unser gegenwärtiges Leben in der Welt betrifft. Wir müssen auch der biblischen Ermahnung, uns „der fleischlichen Begierden zu enthalten“, ernstlich Aufmerksamkeit schenken. Dabei handelt es sich um die unrechten Begierden in den Gliedern des Körpers. Der Apostel Paulus erklärt in seinem Brief an die Galater, zu welchen Sünden diese unrechten Begierden führen. Nachdem er gezeigt hat, daß jemand, der sich von Gottes Geist leiten läßt, die „Begierde des Fleisches“ überhaupt nicht vollbringt, zählt er die Werke des Fleisches auf — „Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge“ (Galater 5:16, 19-21).
12, 13. (a) Inwiefern liegen die fleischlichen Begierden „mit der Seele im Streite“? (b) Was müssen wir tun, um vor Gott rein zu bleiben?
12 Aufgrund der ererbten Sünde sind wir ständig der Versuchung ausgesetzt, in die Werke des Fleisches verstrickt zu werden, ‘die Begierden des Fleisches zu vollbringen’. Diese schädlichen Begierden gleichen einem einfallenden Heer, das versucht, über die ganze Seele, die ganze Person, die Oberhand zu gewinnen und sie zu veranlassen, sich sündigen Leidenschaften hinzugeben. Der christliche Apostel Paulus war sich des Kampfes, der auf diese Weise im Innern vor sich geht, völlig bewußt. Über sich selbst schrieb er: „Ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn die Fähigkeit zu wünschen ist bei mir vorhanden, aber die Fähigkeit, das zu vollbringen, was vortrefflich ist, ist nicht vorhanden. Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich“ (Römer 7:18, 19). Dieser Konflikt zwang Paulus dazu, ‘seinen Leib zu zerschlagen und ihn zum Sklaven zu machen, damit er sich nicht, nachdem er anderen gepredigt hatte, selbst irgendwie als unbewährt erwies’ (1. Korinther 9:27).
13 In ähnlicher Weise sollte uns der Wunsch, vor Gott rein zu bleiben und seinen Segen zu empfangen, dazu antreiben, uns anzustrengen, unsere Begierden zu beherrschen. Weshalb sollten wir uns einen schweren Kampf durch Unterhaltung, Lesestoff, Umgang und Umstände, die unsere sündigen Neigungen nur erregen und unterstützen, noch erschweren? Darüber hinaus müssen wir positive Schritte unternehmen, um uns zu schützen. Wir sollten daran denken, daß wir nicht in unserer eigenen Kraft Gelingen haben können, sondern daß wir die Ermunterung unserer ergebenen Brüder und die Hilfe des Geistes Gottes brauchen. Der Apostel Paulus forderte Timotheus auf: „Jage ... nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“ (2. Timotheus 2:22). Wenn wir das tun, kann es uns mit Hilfe des heiligen Geistes gelingen, zu verhindern, daß schädliche Begierden die Oberhand über uns gewinnen. Wenn wir so unseren fleischlichen Begierden widerstehen, indem wir unseren Sinn auf das gerichtet halten, was wahr, gerecht, keusch, liebenswert, tugendhaft und lobenswert ist, werden wir uns nicht Gottes Mißfallen zuziehen (Philipper 4:8, 9). Nachdem wir uns bemüht haben, anderen zu helfen, Gelingen zu haben, werden wir uns nicht selbst als unbewährt erweisen.
EIN VORTREFFLICHER WANDEL KANN ANDEREN HELFEN, DIE WAHRE ANBETUNG ANZUNEHMEN
14. Welchen Nutzen können andere haben, wenn sie sehen, daß wir uns ‘der fleischlichen Begierden enthalten’?
14 Es hat noch einen weiteren wünschenswerten Vorteil, wenn wir uns ‘der fleischlichen Begierden enthalten’. Der Apostel Petrus schrieb: „Führt euren Wandel vortrefflich unter den Nationen, damit sie in dem, worin sie wider euch als von Übeltätern reden, zufolge eurer vortrefflichen Werke, von denen sie Augenzeugen sind, Gott verherrlichen mögen am Tage seiner Besichtigung“ (1. Petrus 2:12).
15. Wie wurden Christen im ersten Jahrhundert falsch dargestellt?
15 Im ersten Jahrhundert wurden die Christen oft falsch dargestellt. Man bezeichnete sie als „Übeltäter“. Anschuldigungen wie die folgenden waren typisch: „Diese Menschen ... beunruhigen unsere Stadt sehr, und sie verkündigen Bräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind“ (Apostelgeschichte 16:20, 21). ‘Diese haben die bewohnte Erde aufgewiegelt.’ „Alle diese handeln wider die Verordnungen Cäsars, indem sie sagen, ein anderer sei König, Jesus“ (Apostelgeschichte 17:6, 7). Paulus wurde beschuldigt, er sei ‘eine Pest und habe unter allen Juden auf der ganzen bewohnten Erde Aufstände erregt’ (Apostelgeschichte 24:5). Führende Männer unter den Juden in Rom sagten zu Paulus: „In der Tat, was diese Sekte betrifft, ist uns bekannt, daß ihr überall widersprochen wird“ (Apostelgeschichte 28:22).
16. (a) Wie kann sich ein wahrer Christ am besten gegen Falschdarstellungen verteidigen? (b) Wie kann dies Gegnern helfen?
16 Die beste Verteidigung gegen solche Falschdarstellungen ist ein vortrefflicher Wandel. Wenn sich Christen als gesetzestreue Bürger erweisen, treu ihre Steuern zahlen, die Bereitschaft zeigen, gute Werke zu tun, in ihrem Beruf fleißig arbeiten, ehrlich sind und aufrichtiges Interesse an dem Wohl ihrer Mitmenschen bekunden, dann erweisen sich die gegen sie erhobenen Anschuldigungen als falsch (Titus 2:2 bis 3:2). Selbst Personen, die verleumderische Behauptungen über Christen wiederholen, können dadurch die Verkehrtheit ihrer Handlungsweise erkennen und veranlaßt werden, die wahre Anbetung anzunehmen. Wenn dann der Tag der Besichtigung herbeikommt, an dem Gott Gericht hält, mögen solche ehemaligen Verleumder der Christen zu denen zählen, die den Höchsten verherrlichen oder lobpreisen.
17. Worüber sollten wir in Anbetracht der nützlichen Auswirkungen, die ein guter Wandel auf Beobachter hat, ernsthaft nachdenken?
17 Die Tatsache, daß ein Christ durch seine rechtschaffene Lebensweise so viel Gutes bewirken kann, sollte uns dazu veranlassen, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir andere behandeln und in welchem Ausmaß wir um unsere Mitmenschen besorgt sind. Wir möchten bestimmt nicht unsere Augen vor den Bedürfnissen der Menschen in unserer Nachbarschaft verschließen. Natürlich ist es nicht einfach eine gute Taktik, daß wir freundliche, entgegenkommende und höfliche Nachbarn sind. Es ist ein grundlegender Bestandteil unseres christlichen Lebensweges. Jesus Christus ermahnte seine Zuhörer in der Bergpredigt: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 7:12). Die Bibel fordert uns auf: „Laßt uns denn, solange wir günstige Zeit dafür haben, gegenüber allen das Gute wirken, besonders aber gegenüber denen, die uns im Glauben verwandt sind“ (Galater 6:10). „Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden“ (Römer 12:18). „Jagt allezeit dem Guten nach gegeneinander und gegen alle anderen“ (1. Thessalonicher 5:15).
18, 19. Was sollte gemäß 1. Petrus 3:8 auf unser Denken und Handeln als Christen zutreffen?
18 Offensichtlich gehört also mehr dazu, Christ zu sein, als den wichtigen Erfordernissen nachzukommen, Zusammenkünften mit Glaubensgefährten beizuwohnen und mit anderen über die biblische Wahrheit zu sprechen (Matthäus 28:19, 20; Hebräer 10:24, 25). Wir sind auch verpflichtet, Gottes Sohn in unserem Denken und Handeln und in unserer Persönlichkeit nachzuahmen. Der Apostel Petrus schrieb: „Schließlich seid alle gleich gesinnt, bekundet Mitgefühl, habt brüderliche Zuneigung, zartes Erbarmen, seid demütig gesinnt“ (1. Petrus 3:8). Um „gleich gesinnt“ zu sein, müssen wir „in demselben Sinn und in demselben Gedankengang fest vereint sein“ (1. Korinther 1:10). Besonders in unserer Einstellung sollten wir Jesus Christus nachahmen, der seine Liebe dadurch bewies, daß er sein Leben für uns opferte (Johannes 13:34, 35; 15:12, 13). Die wahren Jünger Jesu Christi sind wirklich „gleich gesinnt“. Das ist an der Liebe und der Einheit zu merken, die auf der ganzen Erde unter ihnen herrschen. Dennoch müssen wir als einzelne die Fragen beantworten: „Leiste ich wirklich einen Beitrag zu diesem Geist der Einheit und der Zuneigung? Wie tue ich das, und in welchem Ausmaß?“
19 Wenn wir unsere geistigen Brüder wirklich lieben, werden wir gütig und versöhnlich sein. Nachdem einmal ein Problem besprochen und eine Lösung vereinbart worden ist, werden wir gegenüber bestimmten Gliedern der Christenversammlung, die an den Schwierigkeiten mit schuld sind, keinen Groll mehr hegen oder ihnen bewußt aus dem Wege gehen. In Übereinstimmung mit dem Rat des Petrus müssen wir uns davor hüten, so gefühllos, hart und stolz zu werden, wie es in der Welt üblich ist. Andere sollten sehen können, daß wir Mitgefühl für diejenigen haben, die leiden, daß wir zu unseren geistigen Brüdern eine herzliche Liebe oder Zuneigung besitzen, daß wir „zartes Erbarmen“ haben oder Mitleid bekunden und daß wir keine übertriebene Meinung von uns haben, sondern „demütig gesinnt“ sind, bereit, anderen zu dienen. (Vergleiche Matthäus 18:21-35; 1. Thessalonicher 2:7-12; 5:14.)
20. Was verlangt die Befolgung des Rates aus 1. Petrus 3:9 von uns?
20 Darüber hinaus sollten wir unser Mitgefühl, unser Erbarmen und unsere Freundlichkeit nicht nur auf unsere Glaubensgefährten beschränken (Lukas 6:27-36). Der Apostel Petrus forderte Christen als nächstes auf: „Vergeltet nicht Schädigendes mit Schädigendem noch Beschimpfung mit Beschimpfung, sondern im Gegenteil, verleiht Segen“ (1. Petrus 3:9). Das bedeutet nicht, daß wir Personen loben, die uns Schaden zufügen und uns schmähen, oder sie mit Zuneigung überschütten. Wir werden aber am meisten Gutes bewirken, den größten Herzensfrieden haben und am glücklichsten sein, wenn wir in unserem Umgang mit ihnen weiterhin freundlich und rücksichtsvoll sind in der Hoffnung, daß sie sich ändern und ebenfalls Gottes Segen empfangen werden.
WARUM WIR NICHT VERGELTUNG ÜBEN SOLLTEN
21. Wie kann uns Jehovas Beispiel helfen, Böses nicht zu vergelten?
21 Die Tatsache, daß Jehova Gott aufgrund des Opfers Jesu barmherzig unsere Sünden vergeben hat, sollte uns veranlassen, sogar unsere Feinde freundlich und mitfühlend zu behandeln. Jesus Christus sagte: „Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (Matthäus 6:15). Ob wir von Gott bleibende Segnungen empfangen, hängt also von unserer Bereitschaft ab, andere zu segnen. Jehova Gott läßt zu, daß wir unfreundlich behandelt werden. Einer der Gründe dafür ist, daß wir dadurch die Gelegenheit haben, zu beweisen, daß wir unseren Mitmenschen verzeihen und Erbarmen mit ihnen haben. Der Apostel Petrus brachte diesen Gedanken zum Ausdruck, indem er als nächstes sagte: „Ihr [seid] zu diesem Lauf [die zu segnen, die euch schaden] berufen worden ..., damit ihr Segen ererbet“ (1. Petrus 3:9). Das soll nicht heißen, daß unser himmlischer Vater möchte, daß andere uns schaden. Er verhindert lediglich nicht, daß wir mit den Problemen konfrontiert werden, denen sündige Menschen in einer sündigen Welt ausgesetzt sind. Wir können so beweisen, daß wir wirklich wie er sein wollen — gütig, barmherzig und versöhnlich.
22. Wie hilft uns Psalm 34:12-16, einen rachsüchtigen Geist zu vermeiden?
22 Petrus setzt nun seine Ermunterung, Böses weder durch Worte noch durch Taten zu vergelten, fort, indem er aus Psalm 34:12-16 zitiert und schreibt:
„Denn ,wer das Leben lieben und gute Tage sehen möchte, der halte seine Zunge vom Bösen zurück und seine Lippen, daß sie nicht Trug reden, er wende sich aber ab vom Bösen und tue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen, das Angesicht Jehovas aber ist gegen die gerichtet, die Böses tun‘ “ (1. Petrus 3:10-12).
23, 24. (a) Was bedeutet es für uns, ‘das Leben zu lieben’ und den Wunsch zu haben, ‘gute Tage zu sehen’? (b) Wieso wirkt es sich nützlich aus, wenn wir das Leben lieben?
23 Mit diesen Worten zeigt Petrus nachdrücklich, daß wir allen Menschen Güte erweisen müssen, ja daß dies ein Bestandteil des einzig richtigen und besten Lebensweges ist. Jemand, der ‘das Leben liebt’, es als eine Gabe Gottes schätzt, und „gute Tage“ sehen möchte — Tage, an denen er das Gefühl hat, daß sein Leben Sinn und Zweck hat —, beweist dies, indem er sich bemüht, etwas zum Glück seiner Mitmenschen beizutragen. Er hält seine Zunge im Zaum, indem er andere nicht herabsetzt, schmäht, betrügt oder hintergeht. Er hat den Wunsch, sich von allem Schlechten fernzuhalten und das zu tun, was in Gottes Augen gut ist. Da er den Frieden sucht und ihm nachjagt, wird er nicht aggressiv oder streitsüchtig sein, sondern sich anstrengen, ein gutes Verhältnis zu anderen zu haben und unter anderen ein gutes Einvernehmen zu fördern (Römer 14:19).
24 Wer seine Liebe zum Leben beweist, indem er anderen hilft, Glück und Frieden zu haben, macht sich zu einem angenehmen Gefährten. Andere werden durch ihre Worte und Taten zeigen, daß er erwünscht ist und benötigt und geschätzt wird. Sein Leben wird daher niemals leer oder sinnlos sein (Sprüche 11:17, 25).
25. Wieso können wir überzeugt sein, daß Gott liebevoll für uns sorgen und uns helfen wird?
25 Selbst wenn seine Güte nicht immer geschätzt wird, kann er überzeugt sein, daß Jehova Gott liebevoll für ihn sorgen wird. Da die Augen des Höchsten über die Gerechten wachen und seine Ohren stets auf ihr Flehen gerichtet sind, weiß er genau, was sie brauchen, und kann ihnen schnell zu Hilfe kommen. Er wird bestimmt dafür sorgen, daß sie „gute Tage sehen“, denn die Gottergebenheit, die sie bekunden, hat „eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben“ (1. Timotheus 4:8). Wer dagegen Böses tut — wer nicht zum Frieden und zum Glück anderer beiträgt —, kann nicht Gottes Gunst erhalten. Gottes „Angesicht“ ist gegen solche Personen gerichtet, und er wird sie verurteilen, denn seiner Aufmerksamkeit entgeht nichts.
EINE LOHNENDE HANDLUNGSWEISE
26. Wer möchte gemäß den Worten des Petrus sehen, daß wir zu den verderbten Gewohnheiten der Welt zurückkehren?
26 Wenn wir uns stets vor Augen halten, daß unser vortrefflicher Wandel zu guten Ergebnissen führt, so wird uns dies helfen, dem Druck zu widerstehen, den entarteten Gewohnheiten der Welt nachzugeben. In diesem Sinne ermuntert uns der Apostel Petrus, indem er schreibt:
„Es ist genug, daß ihr in der vergangenen Zeit den Willen der Nationen vollbracht habt, als ihr in Zügellosigkeiten wandeltet, in Lüsten, übermäßigem Weingenuß, Schwelgereien, Trinkgelagen und gesetzwidrigen Götzendienereien. Daß ihr diesen Lauf zu demselben Tiefstand der Ausschweifung nicht mit ihnen fortsetzt, befremdet sie, und sie reden fortgesetzt lästerlich von euch. Diese Leute werden aber dem Rechenschaft geben, der bereit ist, die Lebenden und die Toten zu richten. In der Tat, zu diesem Zweck wurde die gute Botschaft auch den Toten verkündet, damit sie, was das Fleisch betrifft, vom Standpunkt der Menschen aus gerichtet würden, doch was den Geist betrifft, vom Standpunkt Gottes aus leben könnten“ (1. Petrus 4:3-6).
27. Weshalb sollten wir nie den Wunsch haben, zu der Verderbnis der Welt zurückzukehren?
27 Es ist schon genug, daß ein Christ in der Vergangenheit Zeit darauf verwandt haben mag, seine sündigen Leidenschaften und Begierden zu befriedigen, als er Gottes Willen und Vorsatz noch nicht kannte. Er sollte daher nie wieder den Wunsch verspüren, zu einem Leben zurückzukehren, das sich durch Ausschweifungen und durch sittliche Hemmungslosigkeit auszeichnet. Wir wollen nie vergessen, wie leer und sinnlos ein zügelloses Leben ist und welche Schande es mit sich bringt (Römer 6:21). Vulgäre, obszöne Unterhaltung, unanständiges Tanzen und wilde, aufpeitschende Musik — Dinge, die in der Welt so populär geworden sind — sollten uns nicht anlocken, sondern abstoßen. Es mag uns zwar nicht leichtfallen, uns von früheren Gefährten verspotten zu lassen, weil wir uns von solchen Dingen fernhalten, doch wir werden bestimmt nichts gewinnen, wenn wir uns an ihren wilden Partys und ihrer zügellosen Lebensweise beteiligen. Statt dessen haben wir sehr viel zu verlieren, wenn wir die weltliche Lebensweise annehmen. Alle, die Böses tun, müssen für ihre Handlungen vor Jesus Christus Rechenschaft ablegen, den Jehova Gott als Richter über die Lebenden und die Toten eingesetzt hat (2. Timotheus 4:1). Weil dieses Gericht mit Gewißheit kommt, wurde die „gute Botschaft“ den „Toten“ verkündet, das heißt den geistig Toten, die bereuen, umkehren und von Gottes Standpunkt aus zum Leben kommen müssen, indem der Nutzen des Opfers Christi auf sie angewandt wird.
28. (a) Wie könnten Christen, „was das Fleisch betrifft, vom Standpunkt der Menschen aus gerichtet“ werden? (b) Weshalb sollte uns ein solches Urteil nicht beunruhigen?
28 Diejenigen, die tatsächlich bereuen, sind in Gottes Augen wirklich kostbar, und er möchte, daß sie in alle Ewigkeit leben und glücklich sind. Die Menschen dieser Welt erkennen jedoch nicht das gute Verhältnis, das wahre Christen zum Schöpfer haben. Diese Weltmenschen blicken auf die Jünger Christi herab und richten sie, „was das Fleisch betrifft, vom Standpunkt der Menschen aus“, das heißt nach der äußeren Erscheinung. Es sollte uns jedoch nicht beunruhigen, daß sie uns ungünstig beurteilen. Entscheidend ist, ob Jehova Gott uns für lebendig hält, „was den Geist betrifft“, das heißt, ob wir ein Leben als Geistesmenschen führen. Das wird dann der Fall sein, wenn unser Leben stets mit den Geboten des Höchsten in Übereinstimmung ist.
29. Welche guten Gründe haben wir, weiterhin einen vortrefflichen Wandel zu führen?
29 Wir haben bestimmt guten Grund, als „Fremdlinge und zeitweilig Ansässige“ in dem gegenwärtigen System einen vortrefflichen Wandel zu führen. Der Höchste gebietet es. Sein eigenes Beispiel, seine barmherzige Handlungsweise uns gegenüber, verlangt von uns, daß wir in unserem Umgang mit anderen rücksichtsvoll, barmherzig und versöhnlich sind. Unser lobenswertes Benehmen wirft ein günstiges Licht auf unseren Gott und kann anderen helfen, seine Diener zu werden. Nur wenn wir an einem vortrefflichen Wandel festhalten, werden wir weiterhin Jehovas Segen verspüren und schließlich ewiges Leben in einer bleibenden Wohnstätte empfangen. Keine andere Lebensweise ist schon heute so nützlich und verspricht eine solch großartige Zukunft.
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Was uns hilft, unter Leiden auszuharrenWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 8
Was uns hilft, unter Leiden auszuharren
1, 2. Weshalb bleiben die Jünger Jesu Christi von Leiden nicht verschont?
ES GIBT Zeiten im Leben, da braucht man dringend Hilfe. Wenn in schneller Reihenfolge ein Unglücksschlag nach dem anderen über uns käme, könnten wir sehr leicht in hoffnungslose Verzweiflung versinken. Wir könnten das Empfinden haben, daß wir die Last nicht mehr tragen können. Wie gut ist es doch, in einer solchen Zeit Hilfe zu erhalten!
2 Die Tatsache, daß wir Jünger des Sohnes Jehovas sind, bedeutet nicht, daß wir keine Hilfe brauchten. Wir sind gegen Unglücksschläge nicht gefeit. Immer wieder gibt es Krankheiten, Unfälle, Überschwemmungen, Erdbeben, Unwetter, Verbrechen, Ungerechtigkeit und Bedrückung. Wir sollten nicht erwarten, daß der höchste Souverän seine Macht anwendet, um Erbfaktoren und die Umwelt zu beeinflussen, so daß wir als seine Diener als einzige von den Leiden frei wären, die mit diesen Dingen verbunden sind. Die Zeit, in der Gott alle schädlichen Auswirkungen der Sünde hinwegtun wird, liegt noch in der Zukunft. Würde er heute bewirken, daß sein Volk ein geschütztes Leben führte, so würden zweifellos Scharen von Menschen herbeiströmen, um ihm zu dienen — doch aus rein selbstsüchtigen Gründen, nicht aus Liebe und Glauben. (Vergleiche Johannes 6:10-15, 26, 27.)
3, 4. Welche Leiden mögen über wahre Christen kommen, von denen andere verschont bleiben, und welche Fragen mögen sich daher erheben?
3 Wir werden nicht nur unvermeidlich Probleme aufgrund unangenehmer Verhältnisse haben, sondern wir mögen auch, gerade weil wir Gottes Diener sind, verfolgt werden — vielleicht von Verwandten, Nachbarn oder Bekannten oder von Regierungsstellen. Jesus Christus sagte sogar: „Dann wird man euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Matthäus 24:9). Die Tatsachen zeigen, daß dies geschehen ist, sogar noch im 20. Jahrhundert.
4 Weshalb läßt Gott, der Allmächtige, zu, daß seine Diener verschiedene Prüfungen durchmachen? Da ihr Lebensweg nicht frei von den üblichen Problemen und Sorgen ist und da sie wegen ihres Glaubens sogar zu einem „Gegenstand des Hasses“ werden können, mag sich jemand fragen, wieso dies wirklich der beste Lebensweg sei. Gibt es etwas, was die Bedrängnisse ausgleicht, ja sogar überwiegt? Kann man wirklich glücklicher sein, wenn man eine Prüfung erduldet, als wenn man ihr ausweicht? Was wird uns helfen, unter großem Druck auszuharren? Die Antwort auf diese Fragen kann uns sehr helfen und uns stärken.
WER IST WIRKLICH VERANTWORTLICH?
5. Was müssen wir hinsichtlich des Ursprungs der Leiden erkennen?
5 Wir dürfen nie vergessen, daß unser himmlischer Vater nicht für Leiden verantwortlich ist. Er hat die Sünde nicht in die Welt eingeführt. Ein Geistsohn Gottes lehnte sich gegen seinen Schöpfer auf und machte sich so zum Satan, zu einem Widersacher des Höchsten. Aufgrund seines Einflusses übertrat das erste Menschenpaar, Adam und Eva, vorsätzlich Gottes Gesetz und brachte somit das Todesurteil über sich (1. Mose 3:1-19; Johannes 8:44). Da Adam seine Vollkommenheit verlor, wurden all seine Nachkommen in Sünde geboren und müssen damit rechnen, krank und gebrechlich zu werden, zu altern und zu sterben (Römer 5:12). Da wir als Sünder geboren wurden, gelingt es uns allen nicht, so zu sein, wie wir gern wären und sein sollten. Wir mögen durch unsere Worte und Taten andere unabsichtlich verletzen und dadurch ihre Bedrängnis noch vermehren. Wir dürfen daher nicht vergessen, daß Gott nicht an den Schwierigkeiten schuld ist, die aufgrund unserer eigenen Unvollkommenheiten oder der unserer Mitmenschen entstehen. Hätte man immer Gottes Gesetz gehorcht, so wären Krankheit, Gebrechlichkeit, der Alterungsprozeß und viele andere Ursachen für Leiden nie ins Dasein gekommen.
6. Wie denkt Jehova über die Unmenschlichkeit, mit der Menschen andere Menschen behandeln?
6 Außerdem heißt unser himmlischer Vater nicht die Unmenschlichkeit gut, mit der Menschen andere Menschen behandeln. Die Bibel sagt: „Daß ein Gefangener im Land mit Füßen getreten, daß ein Mann dem Höchsten zum Trotz seiner Rechte beraubt, daß in den Gerichten das Recht verdreht wird — so etwas hat der Herr nie gutgeheißen“ (Klagelieder 3:34-36, The New English Bible). Diejenigen, die Gottes Gesetz übertreten, indem sie ihre Mitmenschen mißhandeln, werden ihm Rechenschaft ablegen müssen. „Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova“ (Römer 12:19). Folglich müssen wir uns davor hüten, uns gegen unseren himmlischen Vater verbittern zu lassen, weil er die Leiden zuläßt, die sich ergeben, wenn Menschen willentlich und rebellisch Gottes Gesetz mißachten.
7. Da Jehova Gott Situationen zuläßt, die für uns Leiden bedeuten, müssen wir zu welchem Schluß hinsichtlich der Gründe kommen, die Jehova dafür hat?
7 Natürlich hat Jehova Gott die Fähigkeit, zu verhindern, daß Satan, die Dämonen, böse Menschen und die menschliche Sündhaftigkeit alle möglichen prüfungsreichen Situationen verursachen. Da er jedoch zuläßt, daß betrübliche Umstände sogar über seine Diener kommen, muß er dafür gute Gründe haben.
ZUM NUTZEN DER „GEFÄSSE DER BARMHERZIGKEIT“
8. Welche Gründe werden in Römer 9:14-24 dafür angeführt, daß Jehova Gott nicht sofort gegen Personen einschreitet, die über andere Leiden bringen?
8 In der Bibel wird erklärt, daß Gott einen guten Zweck damit verfolgt, daß er nicht sofort gegen diejenigen einschreitet, die über andere große Leiden bringen, ja daß dies zum Nutzen gerechtgesinnter Menschen gereicht. In seinem Brief an die Römer schrieb der christliche Apostel Paulus:
„Gibt es bei Gott Ungerechtigkeit? Dazu komme es nie! Denn er sagt zu Moses: ,Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarmen will, und ich werde Mitleid erweisen, wem ich Mitleid erweisen will.‘ So hängt es denn nicht von dem ab, der wünscht, noch von dem, der läuft, sondern von Gott, der barmherzig ist. Denn die Schrift sagt zu Pharao: ,Eben deswegen habe ich dich bestehen lassen, damit ich in Verbindung mit dir meine Macht zeige und damit mein Name auf der ganzen Erde verkündet werde.‘ So erbarmt er sich, wessen er will, doch läßt er verstockt werden, wen er will.
Du wirst daher zu mir sagen: ,Wozu bemängelt er noch? Denn wer hat seinem ausdrücklichen Willen widerstanden?‘ O Mensch, wer bist du denn in Wirklichkeit, daß du Gott widersprichst? Wird das Gebilde zu seinem Bildner sagen: ‚Warum hast du mich so gemacht?‘? Was? Hat der Töpfer nicht Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse ein Gefäß für einen ehrenhaften Gebrauch, ein anderes für einen unehrenhaften Gebrauch zu machen? Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zornes, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den Nationen, was dann?“ (Römer 9:14-24).
9. Wie erwies sich Pharao als ein „Gefäß des Zornes“?
9 Was Jehova Gott im Leben eines Menschen verursacht oder zuläßt, kann offenbaren, was für ein „Gefäß“ der Betreffende ist. Der Pharao, dem Jehova durch Moses und Aaron mitteilen ließ, er solle die versklavten Israeliten freilassen, verhärtete sich immer mehr gegen den Höchsten. Während eine Plage nach der anderen über die Ägypter kam, weigerte sich dieser Pharao immer hartnäckiger, die Israeliten als freies Volk aus Ägypten ziehen zu lassen. Er offenbarte somit, daß er ein „Gefäß des Zornes“ war, daß er es verdiente, wegen seines rebellischen Trotzes gegen die Autorität des höchsten Souveräns, Jehovas Gottes, vernichtet zu werden. Gleichzeitig bewies die grausame, ungerechte Behandlung der Israeliten hinreichend, daß sie verdientermaßen Barmherzigkeit, Mitleid oder Erbarmen nötig hatten.
10. Wieso machte sich Jehova einen großen Namen, indem er zuließ, daß Pharao seine trotzige Handlungsweise eine Zeitlang beibehielt?
10 Beachte auch, daß der Apostel Paulus darauf aufmerksam machte, daß Gottes Name eine Rolle spielte, als Jehova zuließ, daß Pharao stur und trotzig blieb. Wäre dieser hochmütige Herrscher sogleich vernichtet worden, so hätte Jehova Gott nicht die Gelegenheit gehabt, auf eine solch umfassende und vielfältige Weise seine Macht kundzutun und die vielen Gottheiten der Ägypter sowie die magietreibenden Priester zu demütigen. Die zehn Plagen, die mit der Vernichtung Pharaos und seiner Streitkräfte im Roten Meer gekrönt wurden, waren eine solch beeindruckende Zurschaustellung der Macht Gottes, daß in den umliegenden Nationen noch Jahre danach davon gesprochen wurde. Auf diese Weise wurde der Name Jehovas auf der ganzen Erde verkündigt, er wurde verherrlicht und geehrt, und ehrlichgesinnte Menschen wurden veranlaßt, seine Stellung als Höchster anzuerkennen (Josua 2:10, 11; 1. Samuel 4:8).
11. Welchen Nutzen zogen die Israeliten aus ihren Erfahrungen mit Pharao?
11 Gewiß zogen die Israeliten als „Gefäße der Barmherzigkeit“ Nutzen aus dem, was der Höchste getan hatte. Daß er die Bedrückung zuließ und sie dann durch eine großartige Kundgebung seiner Macht beendete, half ihnen, ihn besser kennenzulernen, und vermittelte ihnen einen kleinen Einblick IN seine Größe, den sie sonst nie gehabt hätten. So schmerzlich auch die Erfahrungen waren, die die Israeliten in Ägypten machten — sie hätten ihnen bestimmt helfen sollen, die Wichtigkeit zu erkennen, an Gottes rettende Macht zu glauben und eine gesunde Gottesfurcht zu bekunden. Das war unerläßlich, wenn sie weiterhin einen Lebensweg gehen wollten, der sie zu Glück, Sicherheit, Frieden und Gesundheit führen würde (5. Mose 6:1-24; 28:1-68).
12. Was ist uns dadurch möglich, daß Jehova Leiden zuläßt, wie das im Falle Hiobs veranschaulicht wird?
12 Geradeso, wie die Neigung der Menschenherzen damals kund wurde, so können auch die Prüfungen, die heute mit Gottes Zulassung über uns kommen mögen, offenbaren, ob wir ihm aus den richtigen Beweggründen dienen. Gottes Widersacher, Satan, behauptet, diejenigen, die nach Gottes Willen handeln, seien im Grunde genommen selbstsüchtig. Über den treuen Hiob sagte er: „Alles, was ein Mensch hat, wird er um seine Seele geben. Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus und rühre bis an sein Gebein und sein Fleisch, und sieh, ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird“ (Hiob 2:4, 5). Durch unser treues Ausharren unter Leiden haben wir einen Anteil daran, Satans Behauptung zu einer Lüge zu stempeln und den guten Namen unseres himmlischen Vaters, der seinen treuen Dienern vertraut, zu rechtfertigen. Was aber, wenn Jehova zuläßt, daß Satan durch seine Helfershelfer wahre Christen einer sehr grausamen Behandlung aussetzt, durch die sie sterben oder zum Krüppel werden? Was, wenn einige sogar vergewaltigt oder auf sonstige gemeine Art mißhandelt werden? So etwas ist schockierend. Doch nichts kann unseren himmlischen Vater daran hindern, zur gegebenen Zeit alles völlig wiedergutzumachen. In einigen Fällen mag er es daher für passend erachten, die Prüfung bis zu einer solch extremen Situation zuzulassen. Dadurch, daß sich Gottes Diener selbst bis in den Tod als treu erweisen, haben sie die Gelegenheit, unleugbar die Echtheit ihrer Ergebenheit zu beweisen.
13. Was zeigen die Worte aus 1. Petrus 1:5-7 hinsichtlich der Leiden, die über einen Christen kommen mögen?
13 So überraschend es einigen erscheinen mag, können die Prüfungen, denen wir ausgesetzt werden, sei es durch natürliche Ursachen oder durch Verfolgung, dennoch etwas Gutes für uns persönlich bewirken. Darauf lenkt der Apostel Petrus die Aufmerksamkeit. Nachdem er darauf hingewiesen hat, daß Christen „vermittels der Macht Gottes ... behütet“ werden, damit ihnen die endgültige Rettung zuteil wird, schreibt er:
„Über diese Tatsache freut ihr euch sehr, obwohl ihr jetzt für eine kleine Weile, wenn es sein muß, durch mancherlei Prüfungen betrübt worden seid, damit die geprüfte Echtheit eures Glaubens, viel wertvoller als Gold, das vergeht, obwohl es durch Feuer erprobt wird, bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden werde“ (1. Petrus 1:5-7).
14. Weshalb können sich Christen freuen, wenn sie durch Prüfungen „betrübt“ werden?
14 Wie Petrus zugibt, sind die Leiden, die über uns kommen mögen, keineswegs angenehm. Wir können durch Prüfungen tatsächlich „betrübt“ oder schmerzlich berührt werden. Gleichzeitig können wir uns jedoch freuen. Warum? Teilweise beruht die Freude darauf, daß wir erkennen, daß treues Ausharren unter Bedrängnissen einen geistigen Nutzen mit sich bringt. Worin besteht dieser geistige Nutzen?
WIE LEIDEN DEN GLAUBEN LÄUTERN KÖNNEN
15. Wie können sich Prüfungen auf den Glauben auswirken?
15 Der Apostel Petrus verglich die Auswirkungen, die Prüfungen auf den Glauben eines Christen haben können, mit dem Läutern von Gold durch Feuer. Durch den Läuterungsvorgang wird die Schlacke entfernt, und das reine Gold bleibt zurück. Der gesteigerte Wert des Goldes macht den Läuterungsvorgang bestimmt bezahlt. Dennoch ist sogar durch Feuer geprüftes Gold vergänglich, wie Petrus sagt. Es kann sich abnutzen oder auf andere Weise zerstört werden. Anders verhält es sich aber mit einem geprüften oder erprobten Glauben. Ein echter Glaube kann nicht zerstört werden.
16. Weshalb ist es von großem Nutzen für uns, einen echten Glauben zu haben?
16 Wenn wir Gottes Gunst erlangen wollen, ist es absolut notwendig, daß wir einen solchen Glauben haben. Die Bibel sagt uns: „Ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen“ (Hebräer 11:6). Ein Glaube, der sich durch Prüfungen als echt erwiesen hat, ist wirklich weit wertvoller als geläutertes Gold. Unsere ewige Zukunft hängt von einem solchen Glauben ab.
17. Welche Frage könnte man hinsichtlich der Auswirkung stellen, die Prüfungen auf den Glauben haben?
17 Wie aber kann der Glaube durch Prüfungen geläutert werden, so daß er „bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden“ wird? Das kann auf verschiedene Weise geschehen.
18. Wie könnte der Glaube unter Prüfungen kundwerden, und wie kann uns dies stärken?
18 Wenn unser Glaube stark ist, wird er uns in schwierigen Zeiten trösten und stützen. Nachdem wir dann eine Prüfung erfolgreich bestanden haben, fühlen wir uns gestärkt, weiteren Prüfungen zu begegnen. Diese Erfahrung wird uns gezeigt haben, was der Glaube für uns bewirken kann.
19. Was könnte eine bestimmte Prüfung in bezug auf Glaubensschwächen aufdecken, und wie kann uns dies helfen?
19 Eine bestimmte Prüfung mag aber auch Mängel in unserer Persönlichkeit aufdecken, vielleicht Stolz, Sturheit, Ungeduld, Weltlichkeit oder Liebe zur Bequemlichkeit und zum Vergnügen. Solche Merkmale beruhen in Wirklichkeit auf Glaubensschwächen. Wieso? Weil sie verraten, daß der Betreffende sich nicht völlig der Leitung und dem Willen Gottes ihn betreffend unterstellt. Er ist nicht überzeugt, daß sein Vater wirklich am besten weiß, was zum Glück führen wird, und daß die Befolgung der göttlichen Anleitung immer gesegnet wird (Hebräer 3:12, 13). Wenn durch Prüfungen Schwächen offenbar werden, wird der Christ darauf aufmerksam, daß er seinen Glauben stärken muß, um ein annehmbarer Diener des Höchsten zu bleiben.
20. Was sollten wir tun, wenn durch Prüfungen Glaubensschwächen aufgedeckt werden?
20 Sollte daher durch eine besondere Situation ein Mangel in unserem Glauben aufgedeckt werden, so können wir uns überprüfen und feststellen, welche Verbesserungsmaßnahmen wir ergreifen sollten. Es wäre gut, wenn wir uns fragten: „Weshalb ist mein Glaube schwach? Vernachlässige ich es, Gottes Wort zu studieren und darüber nachzusinnen? Nehme ich alle Gelegenheiten wahr, mich mit meinen Glaubensbrüdern zu versammeln und durch ihre Glaubensäußerungen gestärkt zu werden? Neige ich dazu, mehr auf mich selbst zu vertrauen, als ich es tun sollte, statt all meine Sorgen und Nöte Jehova Gott anzubefehlen? Ist das Gebet ein Bestandteil meines täglichen Lebens, und bete ich wirklich von Herzen?“ Wenn wir einmal festgestellt haben, wo wir uns verbessern müssen, müssen wir uns gewissenhaft bemühen, in unserem Alltag die Änderungen vorzunehmen, die nötig sind, um unseren Glauben zu stärken.
21. Was ist damit gemeint, daß unser Glaube „bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden“ werden sollte?
21 Wenn wir uns von Gott leiten lassen und geduldig darauf vertrauen, daß er uns den Ausweg aus unseren Prüfungen zeigt, können diese prüfungsreichen Erfahrungen bewirken, daß wir bessere Diener Gottes werden. Dann wird unser Glaube tatsächlich „bei der Offenbarung Jesu Christi als eine Ursache zum Lobpreis und zur Herrlichkeit und Ehre erfunden“ werden. Gottes Sohn wird unseren Glauben ‘lobpreisen’ oder loben. Er wird uns wegen unseres Glaubens reich belohnen und uns auf diese Weise „Herrlichkeit“ verleihen. Er wird uns vor Jehova Gott und den Engeln als seine Jünger ‘ehren’. (Vergleiche Matthäus 10:32; Lukas 12:8; 18:8.) Das wird bedeuten, daß wir ein endloses glückliches Leben vor uns haben. Doch wie können wir verhindern, daß wir unter schweren Leiden im Glauben schwach werden?
WIE WIR UNS UNTER GROSSEM DRUCK VERHALTEN SOLLTEN
22. Welche Tatsache hinsichtlich der Länge von Prüfungen kann uns helfen auszuharren?
22 Wir müssen daran denken, daß schwierige Prüfungen vorübergehen. Das wird uns helfen, sie zu erdulden. Das Läutern von Gold hat einen Anfang und ein Ende, und genauso werden auch Drangsale nicht ewig dauern. Wenn wir Gottes Verheißung auf ewiges Leben ohne Krankheit, Geschrei und Schmerz stets in unserem Herzen bewahren, werden uns auch die schlimmsten Leiden in diesem System der Dinge als „von kurzer Dauer und leicht“ erscheinen (2. Korinther 4:17). Blicke der Zeit entgegen, in der bestimmt „die früheren Dinge ... nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen“ (Jesaja 65:17). Wie großartig, zu wissen, daß diese schweren Erfahrungen dann nicht einmal mehr schmerzliche Erinnerungen wecken werden!
23. Weshalb kommen gewöhnlich keine Leiden wegen unseres vortrefflichen Wandels über uns?
23 Außerdem werden jemandem selten Tag für Tag schwere Leiden zugefügt. Unser vortreffliches Benehmen gibt anderen wenig Anlaß, uns Schaden zuzufügen. Da es die Aufgabe der Obrigkeit ist, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten, kann es gut sein. daß sie Jehovas Diener lobt, weil sie gesetzestreue Bürger sind. In der heutigen Zeit sind sogar Gegner gezwungen gewesen, etwas Ähnliches zuzugeben wie die Feinde von Gottes treuem Propheten Daniel: „Wir werden an diesem Daniel überhaupt keinen Vorwand finden, es sei denn, wir müssen ihn im Gesetz seines Gottes wider ihn finden.“ Ja, wir lesen, daß Daniel „vertrauenswürdig war und sich an ihm überhaupt keine Nachlässigkeit und gar nichts Korruptes fand“ (Daniel 6:4, 5). Ein vortrefflicher Wandel ist gewöhnlich kein Grund dafür, daß ein Christ angefeindet wird. Daher mag der Apostel Petrus die Frage aufgeworfen haben: „In der Tat, wer ist der Mensch, der euch schaden wird, wenn ihr Eiferer für das Gute werdet?“ (1. Petrus 3:13).
24. Weshalb können uns Menschen keinen bleibenden Schaden zufügen?
24 Der Apostel mag mit seiner Frage auch gemeint haben: „Wer kann einem rechtschaffenen Christen wirklichen Schaden zufügen?“ Kein Mensch kann uns bleibenden Schaden zufügen. Jesus Christus sagte zu seinen Jüngern: „Werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“ (Matthäus 10:28). Ja, Menschen können so weit gehen, daß sie uns tÖten, aber sie können uns nicht das Recht nehmen, eine lebende Seele zu sein. Der Höchste kann und wird seine treuen Diener durch seinen Sohn wieder ins Leben zurückrufen. Jehova allein kann uns das Anrecht auf Leben für alle Ewigkeit nehmen und uns zu einem endlosen Tod verurteilen, ohne daß wir die Hoffnung auf eine Auferstehung hätten.
25, 26. (a) Weshalb können wir glücklich sein, wenn wir um der Gerechtigkeit willen leiden? (b) Weshalb sollten wir nicht das fürchten, was unsere Verfolger fürchten?
25 Aufgrund dieser Wahrheiten konnte der Apostel Petrus zu seinen christlichen Brüdern sagen: „Wenn ihr auch um der Gerechtigkeit willen leiden solltet, seid ihr glücklich. Fürchtet jedoch nicht das, was sie fürchten, noch werdet erregt“ (1. Petrus 3:14).
26 Wenn wir „um der Gerechtigkeit willen“ leiden, können wir glücklich sein, weil wir vor Gott und Menschen ein reines Gewissen haben. Wir leiden aus dem richtigen Grund. Wir werden eine innere Befriedigung und tiefen Frieden verspüren, weil wir das Bewußtsein haben, das zu tun, was dem Höchsten wohlgefällig ist. Damit dies jedoch möglich ist, dürfen wir, wie der Apostel schrieb, nicht der Furcht nachgeben. Er bezieht sich hier möglicherweise auf die Furcht, die Verfolger auslösen können, indem sie über Gottes Diener Drangsal bringen. Er könnte aber auch die Furcht gemeint haben, die die Verfolger selbst haben. Zum Beispiel fürchten sich die Gegner wahrer Christen vor einem drohenden vorzeitigen Tod, weil sie nicht daran glauben, daß Jehova Gott die Toten durch Christus auferwecken wird (Hebräer 2:14, 15). Als Diener Gottes brauchen wir uns jedoch nicht vor dem zu fürchten, wovor sich Ungläubige fürchten, denn wir sind von einer solchen Todesfurcht befreit worden und wissen, daß uns unser himmlischer Vater nie verlassen wird. Daher sollten wir nicht „erregt“ werden, zum Beispiel, indem wir uns aus Zorn gegen unsere Verfolger erheben.
27, 28. Wie kann uns der Rat aus 1. Petrus 3:15 helfen, wenn wir vor Regierungsbeamte geführt und auf eine grobe, herabsetzende Art verhört werden?
27 Was sollten wir tun, wenn wir vor eine staatliche Instanz gestellt und auf eine unfreundliche, herabsetzende Art verhört werden? Wir sollten nie mit gleicher Münze zurückzahlen. Unsere Zuversicht, daß Gott uns stützt, mag uns zwar Mut verleihen, aber sie gibt uns nicht das Recht uns streitsüchtig oder arrogant zu verhalten. (Vergleiche Apostelgeschichte 4:5-20.) Der Apostel gibt den Rat: „Heiligt den Christus als Herrn in eurem Herzen, stets bereit zu einer Verteidigung vor jedermann, der von euch einen Grund für die Hoffnung verlangt, die in euch ist, doch tut es mit Milde und tiefem Respekt“ (1. Petrus 3:15). Würden wir diesen Rat nicht befolgen, sondern Verachtung und Respektlosigkeit zum Ausdruck bringen, so würden wir nicht mehr um der Gerechtigkeit willen leiden. Die betreffende staatliche Instanz würde sich dann gerechtfertigt fühlen, wegen respektloser Widersetzlichkeit gegen uns vorzugehen. Weltmenschen brechen in Wut, Zorn und bitteren Unmut aus, wenn sie das Gefühl haben, daß man ihre Rechte mit Füßen tritt. Der Christ muß sich jedoch anders verhalten.
28 Der Apostel Petrus gibt uns den Rat, unter solchen Umständen an unseren Herrn und sein Beispiel zu denken. Wir müssen darauf bedacht sein, Jesus Christus den größten Respekt zu zollen und ihm einen heiligen Platz in unserem Herzen einzuräumen. Wir sind seine Jünger, und wir sollten mit den Personen, die uns verhören, so reden, als sei unser Herr zugegen. Wir sollten die Gründe für unseren christlichen Standpunkt respektvoll und auf eine ruhige, milde Weise vortragen.
GUTE AUSWIRKUNG AUF GEGNER
29. Wie kann es sich auf Gegner auswirken, wenn jemand unter Leiden treu ausharrt?
29 Unser treues Ausharren trotz Leiden kann auch dazu dienen, Gegner zum Schweigen zu bringen. Der Apostel Petrus führt dies als Ansporn dafür an, ein reines Gewissen zu bewahren, indem er sagt: „Behaltet ein gutes Gewissen, damit in dem Besonderen, worin man gegen euch redet, die beschämt werden, welche von eurem guten Wandel in Verbindung mit Christus geringschätzig reden“ (1. Petrus 3:16). Gegner, die das geduldige Verhalten der Diener Gottes beobachten, mögen sich schämen, geringschätzig von ihnen geredet zu haben. Das ist besonders dann der Fall, wenn wir Gegner freundlich behandeln (Römer 12:19-21).
30. (a) Weshalb bringt es keinen Nutzen, für Schlechtestun zu leiden? (b) Weshalb sagte Petrus in Verbindung mit dem Leiden um der Gerechtigkeit willen: „... wenn der Wille Gottes es wünscht“?
30 Da treues Ausharren um der Gerechtigkeit willen solche guten Auswirkungen haben kann, haben die nächsten Worte des Petrus um so mehr Gewicht: „Denn es ist besser, für Gutestun zu leiden, wenn der Wille Gottes es wünscht, als für Übeltun“ (1. Petrus 3:17). Welches Verdienst liegt darin, als Dieb, als Erpresser, als Steuerhinterzieher oder als jemand, der sich aus falsch verstandener Frömmigkeit oder irregeleitetem Eifer gegen Autoritätspersonen auflehnt, zu leiden? Wenn ein Christ dafür bestraft würde, würde er nur sich und seine Glaubensgefährten in Verruf bringen. Harrt er aber unter ungerechter Behandlung geduldig aus, so mögen andere von der Kraft beeindruckt sein, die wahre Anbeter aufrechterhält, und Personen, die Gottes Wahrheit und ihre Verfechter falsch darstellen, mögen zum Schweigen gebracht werden. Da die Leiden, die über einen Christen kommen mögen, von Gott zugelassen werden, stellte Petrus die Angelegenheit nicht falsch dar, sondern sagte zu Recht: „... wenn der Wille Gottes es wünscht.“
EINE LOHNENDE HANDLUNGSWEISE, WIE DER FALL JESU ZEIGT
31. Inwiefern wirkte es sich nützlich aus, daß Jesus Christus trotz Leiden treu ausharrte?
31 Daß ein Christ für treues Ausharren unter Leiden reich gesegnet werden kann, wird im Falle Jesu Christi gut veranschaulicht. Da er sündlos war, tat er nichts, was eine schlechte Behandlung verdient hätte. Doch sein treues Ausharren unter Bedrängnis bis zu einem schändlichen Tod an einem Pfahl hatte für uns großartige Auswirkungen und führte dazu, daß er reich belohnt wurde. Der Apostel Petrus schrieb:
„Ja, auch Christus ist ein für allemal hinsichtlich Sünden gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott führe, er, der im Fleische zu Tode gebracht, aber im Geiste lebendig gemacht wurde. In diesem Zustand ging er auch hin und predigte den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam gewesen waren, als die Geduld Gottes in den Tagen Noahs wartete, während die Arche errichtet wurde, in der wenige Personen, nämlich acht Seelen, sicher durch das Wasser getragen wurden“ (1. Petrus 3:18-20).
32. Welchen Nutzen haben wir daraus gezogen, daß Christus trotz Leiden bis zum Tode ausharrte?
32 Da Jesus Christus trotz seiner Leiden an seiner Lauterkeit vollkommen festhielt, konnte er sein Leben als ein vollkommenes menschliches Opfer niederlegen. Durch seinen Tod wurde den Menschen somit der Weg geebnet, ‘zu Gott geführt’ zu werden, mit ihm versöhnt zu werden und die Aussicht auf ewiges Leben zu erhalten. Sollten wir, da wir einen so großen Nutzen daraus gezogen haben, daß Christus für uns gestorben ist, nicht bereit sein, sein Beispiel nachzuahmen und um der Gerechtigkeit willen zu leiden?
33. Welche Gewißheit sollten wir aufgrund der Auferstehung Jesu Christi haben, wenn uns mit dem Tod gedroht wird, weil wir seine Jünger sind?
33 Außerdem können wir überzeugt sein, daß unser treues Ausharren gesegnet wird, wie es auch bei ihm der Fall war. Die Tatsache, daß Jesus Christus „im Geiste lebendig gemacht“ oder als Geistperson auferweckt wurde, ist eine unveränderliche Garantie dafür, daß seine Jünger wieder zum Leben kommen werden (1. Korinther 15:12-22).
34. Was konnte Jesus Christus aufgrund seiner Treue mit bösen Geistern tun?
34 Da Gottes Sohn durch sein treues Ausharren siegreich blieb, war es ihm als Geistperson möglich, den „Geistern im Gefängnis“ eine Gerichtsbotschaft zu verkündigen. Der Ungehorsam dieser Geister wird mit der Zeit Noahs in Verbindung gebracht. Es muß sich daher um die Engelsöhne Gottes handeln, die ihre ursprüngliche Wohnstätte im Himmel verließen und auf der Erde als Männer mit Frauen zusammen lebten (1. Mose 6:1-4). Sie werden als „Geister im Gefängnis“ bezeichnet, da zu ihrer Strafe Freiheitsbeschränkungen gehörten. Es blieb ihnen für immer verwehrt, an ihren ursprünglichen Platz zu den treuen Engeln zurückzukehren. Judas bestätigt, daß an diese gefallenen Engel nur eine Botschaft der Verurteilung gerichtet werden konnte: „Die Engel, die ihre ursprüngliche Stellung nicht bewahrten, sondern ihre eigene rechte Wohnstätte verließen, hat er [Gott] mit ewigwährenden Fesseln unter dichter Finsternis für das Gericht des großen Tages aufbehalten“ (Judas 6). Aufgrund seines treuen Ausharrens bis zum Tod hatte Jesus das Recht, ins Leben zurückgerufen zu werden, und war so in der Lage, den gefallenen Engeln ein solch verurteilendes Gericht zu predigen oder zu verkündigen.
35. Weshalb kann uns die Tatsache, daß Jesus Christus den „Geistern im Gefängnis“ die Vernichtung predigte, dazu ermuntern, treu auszuharren?
35 Daß den bösen Geistern die Vernichtung gepredigt wurde, sollte für uns ein Ansporn sein, unter Drangsalen treu auszuharren. Warum? Weil diese bösen Geistermächte zum großen Teil dafür verantwortlich sind, daß gottentfremdete Menschen gegen die Jünger Jesu Christi aufgestachelt wurden. Wir lesen in der Bibel: „Der Gott dieses Systems der Dinge [hat] den Sinn der Ungläubigen verblendet ..., damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle“ (2. Korinther 4:4). „Unser Ringkampf [als Christen] geht nicht gegen Blut und Fleisch, sondern gegen die Regierungen, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ (Epheser 6:12; siehe auch Offenbarung 16:13, 14). Somit gibt uns die Tatsache, daß der auferstandene Jesus Christus den bösen Geistern eine Gerichtsbotschaft predigen konnte, die Zusicherung, daß ihr von Haß getragener Einfluß einmal völlig ausgeschaltet sein wird. (Vergleiche Markus 1:23, 24.) Welch eine Erleichterung wird das doch sein!
36. (a) Wie wurde Jesus Christus für seine Treue belohnt? (b) Wie sollten wir in Anbetracht der Stellung Jesu über die Möglichkeit denken, um seines Namens willen zu leiden?
36 Jesus wurde jedoch nicht nur als Gottes anerkannter Knecht auferweckt und so in die Lage versetzt, den ungehorsamen Engeln eine Gerichtsbotschaft zu verkündigen, sondern er wurde auch sehr erhöht. Der Apostel Petrus berichtet uns: „Er ist zur Rechten Gottes, denn er ging hin in den Himmel; und Engel und Gewalten und Mächte wurden ihm unterworfen“ (1. Petrus 3:22). Diese Erklärung stimmt mit den Worten überein, die Jesus nach seiner Auferstehung von den Toten sprach: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden“ (Matthäus 28:18). Viele Personen sind bereit gewesen, im Dienst für menschliche Herrscher, die weit, weit weniger Autorität hatten, Leiden auf sich zu nehmen und ihr Leben zu opfern. Sie sahen es als eine große Ehre an, einem König oder einer Königin so zu dienen. Wieviel mehr sollten wir uns geehrt fühlen, dafür zu leiden, daß wir loyal auf der Seite unseres himmlischen Königs, Jesu Christi, stehen!
JESUS CHRISTUS NACHAHMEN
37. Wessen Beispiel sollten wir nachahmen, wenn wir Drangsale durchmachen?
37 Blicke daher unter Drangsalen stets zu Gottes Sohn als deinem Vorbild auf. Der Apostel Petrus schreibt: „Da Christus also im Fleische gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit der gleichen Gesinnung; denn wer im Fleische gelitten hat, hat von Sünden abgelassen, damit er den Rest seiner Zeit im Fleische nicht mehr den menschlichen Begierden, sondern dem Willen Gottes lebe“ (1. Petrus 4:1, 2).
38. Welche Einstellung hatte Jesus Christus?
38 Welche Einstellung hatte Jesus? Er nahm demütig Mißhandlungen und Beschimpfungen auf sich, bis er schließlich einen grausamen Tod an einem Pfahl starb. Da Gottes Sohn nie mit gleicher Münze zurückzahlte, erfüllte er die prophetischen Worte: „Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtung geführt, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer stumm ist, so tut er seinen Mund nicht auf“ (Apostelgeschichte 8:32; Jesaja 53:7).
39. Was beweist, daß wir von Sünden abstehen?
39 Wir Diener des Höchsten sollten bereit sein, ebenfalls unter Leiden auszuharren und einem Geist der Rebellion oder der Vergeltung zu widerstehen. Wenn wir unsere Verfolger bedrohen und nach Gelegenheiten suchen würden, ihnen Schaden zuzufügen, so wären wir immer noch den Leidenschaften des sündigen Fleisches unterworfen. Sämtliche Leiden, die uns Menschen zufügen, sollten nur darauf zurückzuführen sein, daß wir nicht die selbstsüchtige Handlungsweise der Welt nachahmen (Johannes 15:19, 25). So können wir beweisen, daß wir in bezug auf unsere Einstellung, unsere Worte und unsere Handlungsweise ‘nicht mehr den menschlichen Begierden, sondern dem Willen Gottes leben’.
EIN GRUND ZUM GLÜCKLICHSEIN
40. Weshalb mag es für die Christen des ersten Jahrhunderts befremdend gewesen sein, um Christi willen leiden zu müssen?
40 Die Götzendiener des ersten Jahrhunderts mußten nicht aus religiösen Gründen leiden. Doch wenn jemand ein Christ wurde, wurde er zu einem Gegenstand des Hasses. Es muß etwas Seltsames, Befremdendes gewesen sein, verfolgt zu werden. Das war etwas ganz anderes als die Segnungen, die das Annehmen der guten Botschaft in Aussicht stellte. Diese Christen mußten unbedingt die richtige Einstellung zu Drangsalen bekunden. Die folgenden Worte des Apostels Petrus gereichten ihnen bestimmt zur Ermunterung:
„Geliebte laßt euch das, was unter euch brennt und was euch als Prüfung widerfährt, nicht befremden, als ob euch etwas Befremdendes zustoße. Im Gegenteil, freut euch weiterhin, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch während der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freuen könnt. Wenn ihr um des Namens Christi willen geschmäht werdet, seid ihr glücklich, weil der Geist der Herrlichkeit, ja der Geist Gottes, auf euch ruht“ (1. Petrus 4:12-14).
41, 42. (a) Wie könnten wir in Übereinstimmung mit 1. Petrus 4:12-14 das Leiden um der Gerechtigkeit willen betrachten? (b) Was wird durch ein solches Leiden bestätigt?
41 Statt über die Bedrängnis, die über uns kommen mag, erstaunt oder überrascht zu sein, könnten wir sie als eine Vorbereitung auf die Segnungen betrachten, die uns bei der Offenbarung unseres Herrn zuteil werden. Petrus bezeichnete das Leiden als etwas ‘Brennendes’, da Metalle durch Feuer geläutert werden. In ähnlicher Weise läßt Gott zu, daß seine Diener durch die Drangsale, die sie durchmachen, geläutert oder gereinigt werden. Natürlich hat uns Jehova nicht sündig gemacht. Doch da wir nun einmal sündig sind, mag er zulassen, daß gewisse Leiden über uns kommen, die dazu dienen können, uns zu reinigen. Die Bedrängnis, die wir verspüren mögen, kann uns helfen, freundlicher, demütiger, mitfühlender und verständnisvoller im Umgang mit unseren Mitmenschen zu werden. Auch haben der Trost und die ermunternden Worte, die wir anderen zusprechen, viel mehr Gewicht, wenn wir selbst schwere Prüfungen ertragen haben. Diejenigen, die wir trösten, wissen dann, daß wir verstehen, was sie durchmachen.
42 Da Gottes Sohn litt, sind die Drangsale, die über uns kommen, eine Bestätigung dafür, daß wir wirklich seine Jünger sind, daß wir wirklich in Gemeinschaft mit ihm sind. Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Johannes 15:20). Dadurch, daß wir aus den gleichen Gründen verfolgt werden wie unser Herr und daß wir wie er um der Gerechtigkeit willen leiden, ‘haben wir an den Leiden des Christus teil’. Und genauso, wie er für seine Treue von seinem himmlischen Vater belohnt wurde, so können wir, wenn wir unter Bedrängnissen fortgesetzt treu ausharren, die Zuversicht haben, daß wir bei der Offenbarung des Sohnes Gottes als bewährt erfunden werden. Gewiß wird unsere Freude überfließen, wenn wir dann mit endlosem Leben in einer neuen Ordnung belohnt werden, in der es all die Ursachen für die gegenwärtigen Probleme nicht mehr geben wird.
43. Durch unser treues Ausharren unter Leiden beweisen wir, daß wir weLchen Geist haben, und warum?
43 Petrus sagte auch, Christen könnten glücklich sein, wenn sie um des Namens Christi willen, das heißt, weil sie seine Jünger sind, Schmähungen ertragen. Das beweist nämlich, daß die so Geschmähten oder Verleumdeten Gottes Geist oder den ehrenvollen „Geist der Herrlichkeit“ haben, der von Gott ausgeht. Da dieser Geist heilig ist, kann er nur auf Personen ruhen, die von Gottes Standpunkt aus rein sind.
44. Vor welcher Art von Leiden sollten wir uns hüten?
44 Deshalb ist es so wichtig, darauf zu achten, daß irgendwelche Leiden, die über uns kommen, keiner verkehrten Handlungsweise unsererseits zugeschrieben werden können. Der Apostel Petrus ermahnt uns: „Indes möge niemand von euch als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als jemand leiden, der sich in die Sachen anderer Leute einmischt“ (1. Petrus 4:15).
45. Was geschieht, wenn ein angeblicher Christ leidet, weil er sich eines Vergehens schuldig gemacht hat?
45 Jemand, der sich als Christ ausgibt und sich eines Vergehens gegen einen Mitmenschen schuldig macht, kann nicht erwarten, straffrei auszugehen. (Vergleiche Apostelgeschichte 25:11.) Die Strafe wird Schmach auf ihn, die Versammlung, mit der er verbunden ist, und auf den Namen Christi bringen. Er wird sich nicht freuen, sondern muß sich schämen.
46. (a) Wie verhält sich jemand, der sich in die Sachen anderer Leute einmischt? (b) Wie könnte ein Christ als jemand leiden, der sich in die Sachen anderer Leute einmischt?
46 Wer sich in die Angelegenheiten anderer einmischt, kann sich schnell verhaßt machen. Wie es dazu kommen kann, daß sich jemand in die Sachen anderer Leute einmischt, wird durch den entsprechenden griechischen Ausdruck, den Petrus hier benutzt, angedeutet. Er bedeutet buchstäblich „Aufseher über das, was eines anderen ist“. Ein Christ mag sich aufgrund seiner biblischen Erkenntnis für befähigt halten, Weltmenschen zu erzählen, wie sie ihre persönlichen Angelegenheiten handhaben sollten. Er mag anderen seine Meinung über schickliche Kleidung, Kindererziehung, die Lösung von Ehe- und sexuellen Problemen, Unterhaltung, Ernährung usw. aufdrängen. Wenn er sich so ungebeten in die persönlichen Probleme anderer einschaltet und ihnen sagt, was sie tun oder nicht tun sollten, versucht er, ein „Aufseher“ ihrer Angelegenheiten zu sein. Dabei wird er gewöhnlich auf Ablehnung stoßen. Man wird einem solchen Menschen unmißverständlich sagen, er solle sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern. Vielleicht werden Personen, die sich über seine Einmischung in ihre privaten Angelegenheiten ärgern, sogar handgreiflich. Er bringt sich selbst in Schwierigkeiten und vermittelt Außenstehenden einen falschen Eindruck vom Christentum und von seiner Botschaft. Innerhalb der Versammlung ist natürlich auch kein Platz für solche Wichtigtuer. (Vergleiche 1. Timotheus 5:13.)
47. Inwiefern kann ein Christ Gott dadurch verherrlichen, daß er Leiden erträgt?
47 Im Gegensatz zu der Schande, öffentlich als Gesetzesübertreter oder als jemand, der sich in anderer Leute Angelegenheiten einmischt, bloßgestellt zu werden, trägt das Leiden als Christ Ehre ein. Petrus schrieb: „Leidet er aber als Christ, so schäme er sich nicht, sondern er verherrliche Gott weiterhin in diesem Namen“ (1. Petrus 4:16). Wenn wir wegen unserer christlichen Lebensweise leiden, verherrlichen wir durch unser geduldiges Ausharren den Höchsten. Wir beweisen dadurch, daß das, was wir als Christen haben — ein kostbares Verhältnis zu Gott und Christus, ein reines Gewissen, geistige Gesundheit und eine sichere Hoffnung für die Zukunft —, ein Schatz von großem Wert ist. Wir zeigen, daß wir bereit sind, dafür zu leiden und, wenn nötig, dafür zu sterben, und dadurch wird der Gott, dem wir ernstlich dienen, verherrlicht. Würden wir dem Druck nachgeben und unseren Glauben aufgeben, so würden wir statt dessen seinen Namen entehren. Beobachter würden dann den unschätzbaren Wert der christlichen Jüngerschaft ernstlich in Zweifel ziehen. (Vergleiche Epheser 3:13; 2. Korinther 6:3-10.)
EINE FORM VON ZUCHT ODER SCHULUNG
48. Wie zeigt 1. Petrus 4:17-19, daß wir nicht ohne Hilfe sind, wenn wir um der Gerechtigkeit willen leiden müssen?
48 Wir haben gesehen, daß Jehova Gott in seiner Allmacht verhindern könnte, daß Christen ungerechtfertigterweise leiden, daß er es aber aus guten Gründen zuläßt. Derweilen läßt der Höchste seine Diener jedoch nie ohne Hilfe. Diesbezüglich schreibt der Apostel Petrus:
„Denn es ist die bestimmte Zeit, daß das Gericht beim Hause Gottes anfange. Wenn es nun zuerst bei uns anfängt, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes nicht gehorchen? ,Und wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird sich der Gottlose und der Sünder zeigen?‘ So mögen denn auch die, die gemäß dem Willen Gottes leiden, weiterhin ihre Seelen, während sie Gutes tun, einem treuen Schöpfer anbefehlen“ (1. Petrus 4:17-19).
49. (a) Seit wann befindet sich das „Haus Gottes“ im Gericht? (b) Was hat einen Einfluß auf das endgültige Urteil?
49 Als „Haus Gottes“ nahm die Christenversammlung im Jahre 33 u. Z. ihren Anfang. Seit dieser Zeit stehen ihre Glieder unter Gottes Gericht. Die Art und Weise, wie sie auf seinen Willen reagieren, sowie ihre Einstellung, ihre Worte und ihre Handlungen in Verbindung mit dem, was Jehova Gott über sie kommen läßt, haben einen entscheidenden Einfluß auf sein endgültiges Urteil. Manchmal hält es Jehova für passend, sehr schwere Prüfungen zuzulassen. Doch die Verfolgung bringt eine Art von Zucht mit sich, die Gott zum Nutzen seines Volkes wirken lassen kann (Hebräer 12:4-11; siehe auch Hebräer 4:15, 16, wo gezeigt wird, daß die Leiden, die Jesus Christus durchmachte, ihn ausrüsteten, ein barmherziger und mitfühlender Hoherpriester zu werden).
50, 51. Wie veranschaulichen die Erfahrungen von Joseph und Paulus, daß Jehova das, was Menschen uns antun mögen, um uns zu schaden, in einen Segen verwandeln kann?
50 Menschen, die unter der Macht Satans stehen, mögen durch Mißhandlungen versuchen, unseren Glauben zu zerstören. Doch Jehova kann ihre böse Absicht vereiteln. Ja, während unser himmlischer Vater das Böse selbst haßt, kann er dafür sorgen, daß sich das, was uns schaden soll, für uns zum Guten auswirkt. Nehmen wir den Fall Josephs, des jungen Sohnes Jakobs. Seine Halbbrüder haßten ihn und verkauften ihn in die Sklaverei. Jahrelang mußte Joseph viel leiden; eine Zeitlang war er sogar ungerechtfertigterweise im Gefängnis. Doch danach nutzte Jehova Gott diesen Umstand, um die Familie Jakobs am Leben zu erhalten. Diesbezüglich sagte Joseph zu seinen Halbbrüdern:
„Jetzt ... grämt euch nicht, und seid nicht zornig auf euch weil ihr mich hierher verkauft habt; denn zur Lebenserhaltung hat Gott mich vor euch hergesandt. Denn dies ist das zweite Jahr der Hungersnot auf der Erde, und noch sind fünf Jahre, in denen es weder Pflügen noch Ernten geben wird. Daher hat Gott mich vor euch hergesandt, um für euch einen Überrest auf die Erde zu setzen und euch durch ein großes Entrinnen am Leben zu erhalten. Somit habt nun nicht ihr mich hierhergesandt, sondern der wahre Gott, damit er mich für Pharao zu einem Vater und für sein ganzes Haus zu einem Herrn und über das ganze Land Ägypten zum Herrscher einsetze“ (1. Mose 45:5-8).
51 Ähnlich verhielt es sich, als der Apostel Paulus in Rom in Haft war. Dieser unangenehme Umstand diente dazu, die Sache der wahren Anbetung zu fördern. In seinem Brief an die Philipper schrieb er:
„Und nun will ich euch mitteilen, liebe Brüder, daß sich meine ganze Lage nur zur Förderung der Sache des Evangeliums ausgewirkt hat; denn auf diese Weise haben die Soldaten in der ganzen Kaserne und viele andere von Christus erfahren, um dessentwillen ich ja hier gefangensitze, ja, die meisten Brüder sind durch meine Gefangenschaft nur um so zuversichtlicher geworden und wagen es, ohne Furcht das Wort Gottes weiterzugeben“ (Philipper 1:12-14, Bruns).
52. Wieso können „der Gottlose und der Sünder“ nicht hoffen, ‘sich zu zeigen’?
52 Da Jehova Gott zuläßt, daß seine treuen Diener schwere Prüfungen durchmachen, damit sie geläutert werden und ihre Ergebenheit beweisen können, wie könnten wir uns da vorstellen, daß „der Gottlose und der Sünder“ innerhalb der Christenversammlung oder des „Hauses Gottes“ sich zusammen mit dem „Gerechten“ in derselben Versammlung vor ihm „zeigen“ könnten? Der Psalmist erklärt: „Die Bösen [werden] nicht aufstehen im Gericht noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten“ (Psalm 1:5). Nein, die Bösen werden nicht aufstehen, als hätten sie Gottes Gunst, sondern werden verurteilt werden. Sie mögen in der Versammlung der Gerechten gefunden werden, aber sie werden sich Gott nie in einem günstigen Licht „zeigen“. Wenn man bedenkt, was alle Gläubigen in der Welt durchmachen müssen, ist wirklich viel Mühe, Liebe und Glauben auf dem Wege der Gerechtigkeit erforderlich, damit sie gerettet werden und ewiges Leben erlangen können. Sie werden daher „mit Mühe“ gerettet werden. Folglich müssen es alle Glieder der Christenversammlung (des „Hauses Gottes“) vermeiden, in dieser „bestimmten Zeit“ des Gerichts „Gottlose“ und „Sünder“ zu sein (1. Petrus 4:17, 18; Sprüche 11:31).
53. (a) Welchen Trost können wir, während wir leiden müssen, aus der Tatsache schöpfen, daß Jehova ein „treuer Schöpfer“ ist? (b) Wie sollten wir unseren Verfolgern entgegentreten?
53 Es mögen Prüfungen über uns kommen, die wir aus eigener Kraft einfach nicht ertragen könnten. Doch ganz gleich, wie bemitleidenswert unsere Lage werden mag, Jehova Gott kann uns beistehen und sämtlichen Schaden, den wir erleiden mögen, wiedergutmachen. Wenn wir uns ihm völlig anbefehlen, kann er uns durch seinen Geist stärken, Leiden zu ertragen. Da er, wie Petrus schreibt, ein „treuer Schöpfer“ ist, ein Gott, dem wir vertrauen können, wird er sich in bezug auf seine Verheißung, seinen Dienern zu Hilfe zu kommen, nicht als untreu erweisen (1. Petrus 4:19). Diese Erkenntnis kann uns helfen, zu vermeiden, unseren Verfolgern auf eine gottentehrende Weise entgegenzutreten. Statt sie zu bekämpfen und nach Vergeltung zu trachten, werden wir den Wunsch haben, weiterhin Gutes zu tun (Lukas 6:27, 28).
54. Wie erniedrigen wir uns unter Gottes Hand, und von welchem Nutzen ist dies?
54 Wenn wir demütig das auf uns nehmen, was über uns kommen mag, und so eine Einstellung bewahren, wie Christus sie hatte, können wir zuversichtlich sein, daß Jehova uns erhöhen wird. Keine Prüfung dauert ewig. Sie wird ein Ende haben. Solange wir uns so verhalten, wie Gott es wünscht, während wir schlecht behandelt werden, bleiben wir unter Jehovas Hand. Und diese Hand kann uns als seine geprüften und bewährten Diener erhöhen. Daher empfiehlt uns der Apostel Petrus: „Erniedrigt euch daher unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur gegebenen Zeit erhöhe, wobei ihr alle eure Sorge auf ihn werft, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5:6, 7).
55. Wovon können wir uns befreien, wenn wir auch nicht vor Prüfungen davonlaufen können, und wie?
55 Wie ermutigend ist es doch, zu wissen, daß Jehova wirklich für uns sorgt! Seine Liebe erwärmt unser Herz; sein Geist stützt und stärkt uns. Wenn dann eine bestimmte Prüfung vorüber ist und wir über Jehovas liebevolle Fürsorge nachdenken, fühlen wir uns enger zu ihm hingezogen. Diese Situation ist mit der eines dankbaren Kindes zu vergleichen, das während einer schweren Krankheit die Liebe und die Fürsorge seiner besorgten Eltern verspürt hat. Seine Zuversicht und seine Liebe sind sehr gestärkt worden. Es stimmt zwar, daß wir in einer prüfungsreichen Situation nicht einfach davonlaufen können. Aber wir können unsere Sorgen auf Jehova Gott werfen. Wir brauchen uns nicht darüber Sorgen zu machen, wie lange wir wohl unbarmherzige Schläge von einer aufgebrachten Pöbelrotte, sexuelle Mißhandlungen oder andere Grausamkeiten ertragen können. Mit der Hilfe unseres liebevollen himmlischen Vaters können wir ausharren und einen moralischen Sieg über unsere Verfolger erringen, indem wir unserem Gott treu bleiben. Diese Zusicherung nimmt uns die Sorge, die uns unseres Herzensfriedens berauben würde, den wir so dringend brauchen, um in Prüfungen standhaft zu bleiben.
56. Weshalb können wir es uns nicht leisten, auf Prüfungen sorglos zu reagieren, wenn wir auch unsere Sorgen auf Jehova werfen können?
56 Das bedeutet jedoch nicht, daß wir, wenn wir unsere Sorgen auf Jehova werfen, selbstsicher oder gleichgültig werden dürfen. Schließlich haben wir einen Feind. „Bleibt besonnen, seid wachsam“, schreibt Petrus. „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen“ (1. Petrus 5:8).
57. Woran ist Satan interessiert?
57 In Übereinstimmung mit dem Rat des Apostels können wir es uns nicht leisten, angesichts von Drangsalen sorglos zu sein. Der Widersacher wartet nur auf eine Gelegenheit, uns zu Fall zu bringen. Wenn Satan uns dazu bringen kann, die Treue unserer Brüder anzuzweifeln, oder uns auf andere Weise in geistiger Hinsicht schwächen kann, wird er es tun. Würden wir uns von der Christenversammlung zurückziehen oder nicht mehr über unseren Glauben sprechen, so wäre das ein Zeichen dafür, daß uns Satan, der „brüllende Löwe“, der stets auf der Suche nach einer unvorsichtigen Beute ist, verschlungen hätte.
58. Welches Bewußtsein hinsichtlich unserer Brüder kann uns helfen, treu zu bleiben?
58 Um wachsam bleiben zu können, wird es uns eine Hilfe sein, immer daran zu denken, daß wir nicht die einzigen sind, die Leiden erdulden. Auf der ganzen Erde nehmen unsere christlichen Brüder verschiedene Drangsale auf sich. Und mit der Hilfe des Geistes Gottes gelingt es ihnen, Prüfungen in Treue zu ertragen. Dieses Bewußtsein kann uns helfen, zu vermeiden, daß wir in eine Schlinge des Teufels geraten, denn es gibt uns die Zuversicht, daß auch wir in der Kraft Jehovas ausharren können. Daher die Aufforderung: „Widersteht ihm, fest im Glauben, wissend, daß die gleichen Dinge in bezug auf Leiden sich an eurer ganzen Bruderschaft in der Welt vollziehen“ (1. Petrus 5:9).
59, 60. Wie können wir aus unseren Prüfungen den größten Nutzen ziehen?
59 Da Jehova Gott möchte, daß wir Gelingen haben und gerettet werden, dürfen wir zuversichtlich zu ihm um Hilfe aufblicken. Gleichzeitig können wir alles, was mit Gottes Zulassung über uns kommt, als eine wertvolle Zucht betrachten, die uns zu vollständigen, reifen Christen machen kann, die einen starken Glauben haben. Der Apostel Petrus bringt dies sehr schön zum Ausdruck, indem er sagt:
„Aber nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte, der euch zu seiner ewigen Herrlichkeit in Gemeinschaft mit Christus berufen hat, eure Schulung selbst beenden, er wird euch befestigen, er wird euch stärken. Ihm sei die Macht immerdar. Amen“ (1. Petrus 5:10, 11).
60 Genauso, wie Jesus Christus eine kleine Weile auf der Erde litt und dann hoch erhöht wurde, so blicken auch die Jünger des Sohnes Gottes einer herrlichen Belohnung entgegen. Wenn die Leiden, die mit Gottes Zulassung über uns kommen mögen, uns in der Treue zu den biblischen Maßstäben stärken und uns zu demütigeren, mitfühlenderen und barmherzigeren Jüngern des Sohnes Gottes machen, dann wird diese Form der Schulung oder Formung ihren Zweck erfüllt haben. Damit dies aber der Fall sein kann, müssen wir voll auf unseren himmlischen Vater vertrauen in der Zuversicht, daß alles, was er zuläßt, schließlich zu unserem ewigen Wohl und Glück ausschlagen wird, wenn wir es demütig auf uns nehmen (Römer 8:28). Im Geist des Apostels Petrus können wir unsere Stimme erheben und sagen: „Gott sei Dank, daß er uns durch Prüfungen schulen läßt und uns hilft, als seine bewährten Diener mit der Aussicht auf ewiges Leben standhaft und stark zu bleiben!“
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Männer, die dir helfen können, das Ziel zu erreichenWähle den besten Lebensweg
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Kapitel 9
Männer, die dir helfen können, das Ziel zu erreichen
1, 2. (a) Was benötigen wir in einer Zeit der Not? (b) Wer kann dies in der Christenversammlung besonders bieten?
EIN ermunterndes Wort in einer Zeit der Not, eine helfende Hand, wenn Unheil droht — wie segensreich dies doch sein kann! Während wir auf unserem Weg vorandrängen, um das Ziel des ewigen Lebens zu erreichen, werden unweigerlich Hindernisse auftreten. Daher ist eine solch liebevolle Hilfe wirklich unerläßlich. Es ist gewiß ein Segen, daß es in der Christenversammlung treue ältere Brüder gibt, die uns neuen Mut und Trost geben können.
2 In der Bibel werden solche „Hirten“ als „Gaben in Form von Menschen“ bezeichnet, die Jesus Christus gegeben hat, damit die Versammlung in Liebe erbaut wird (Epheser 4:7-16). Solltest du daher einmal das Gefühl haben, im Glauben schwächer zu werden, oder solltest du wegen irgendwelcher Probleme oder Prüfungen verwirrt, bestürzt oder gar entmutigt sein, so bitte ergebene Älteste, dir zu helfen, an deinem Entschluß, ein anerkannter Jünger des Sohnes Gottes zu bleiben, festzuhalten.
3. Welche Ermahnung wird Ältesten in 1. Petrus 5:1-3 gegeben?
3 Eine Untersuchung der Worte, die der Apostel Petrus an Älteste richtete, wird uns zeigen, wie und warum sie dir eine stärkende Hilfe sein können. Wir lesen:
„Den älteren Männern unter euch [gebe ich] diese Ermahnung, denn auch ich bin ein älterer Mann wie sie und ein Zeuge der Leiden des Christus, ja ein Teilhaber an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer, auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet“ (1. Petrus 5:1-3).
4. Wie geht aus den Worten des Petrus hervor, daß er sich nicht über die Ältesten erhob, an die er schrieb?
4 Wir können froh sein, daß es christliche Männer gibt, die den Rat des Apostels Petrus befolgen möchten. Dadurch, daß sie den Gliedern der Versammlung geistige Hilfe bieten, handeln sie in dem gleichen Geist wie der Apostel. Sie werden von Liebe zu Gott und zu ihren Brüdern angetrieben. Beachte, daß Petrus sich nicht über die Ältesten, die er ermahnte oder ermunterte, erhob. Er sagte von sich, er sei „ein älterer Mann wie sie“, das heißt ein Mitältester. Der Apostel bezeichnete sich somit als ein Bruder, der mitfühlendes Verständnis für ihre Lage als Älteste in der Versammlung hatte. Ein Ältester, der eine solch mitfühlende Einstellung im Umgang mit seinen Glaubensgefährten bekundet, ist für seine Brüder ein echter Segen.
5. Inwiefern war Petrus ein „Zeuge der Leiden des Christus“?
5 Die Worte des Petrus zeigen auch, daß er sich der schweren Verantwortung bewußt war, die ihm übertragen worden war. Er bezeichnete sich als „ein Zeuge der Leiden des Christus, ja ein Teilhaber an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll“. Petrus hatte selbst erlebt, wie Gottes Sohn beschimpft, mißhandelt und schließlich an einen Pfahl genagelt wurde. Er hatte auch mit eigenen Augen den auferstandenen Jesus Christus und seine Himmelfahrt gesehen. Und in seinem zweiten Brief schreibt er:
„Nein, nicht dadurch, daß wir kunstvoll ersonnenen unwahren Geschichten folgten, machten wir euch mit der Macht und Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus bekannt, sondern dadurch, daß wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe wurden. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als ihm von der großartigen Herrlichkeit Worte wie diese überbracht wurden: ,Dieser ist mein Sohn, mein geliebter, an dem ich selbst Wohlgefallen gefunden habe.‘ Ja, diese Worte hörten wir vom Himmel her, als wir mit ihm auf dem heiligen Berge waren“ (2. Petrus 1:16-18; vergleiche Matthäus 16:28 bis 17:9).
6. Weshalb hatten die Ältesten, an die Petrus schrieb, guten Grund, seine Worte zu befolgen?
6 Gewiß hatten die Ältesten, an die Petrus seine ermunternden Worte richtete, guten Grund, den Worten eines Mitältesten, der sich als „ein Zeuge der Leiden des Christus, ja ein Teilhaber an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll“, bezeichnete, Aufmerksamkeit zu schenken. Der Apostel appellierte nicht nur demütig an sie, sondern gab auch ein nachahmenswertes Beispiel, denn wie die Bibel zeigt, machte er das, wovon er Augenzeuge war, eifrig und manchmal unter großer Gefahr bekannt (Apostelgeschichte 2:22-38; 4:8-12, 19, 20; 5:29-32).
7, 8. (a) Wen sollte ein Ältester als Eigentümer der Herde anerkennen, und warum? (b) Welchen Einfluß sollte das darauf haben, wie er die Versammlung behandelt?
7 Ein Ältester, der Petrus heute nachahmen möchte, muß anerkennen, daß die Glieder der Versammlung nicht ihm gehören, sondern Jehova Gott. Der Apostel Paulus lenkte ebenfalls die Aufmerksamkeit auf diese wichtige Tatsache. Den Ältesten der Versammlung in Ephesus sagte er: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blute seines eigenen Sohnes erkauft hat“ (Apostelgeschichte 20:28).
8 Jehova Gott zahlte einen hohen Preis, um die Glieder der Christenversammlung als sein Eigentum zu erkaufen. Sie hätten nicht teurer erkauft werden können als mit dem Blut seines sündenlosen Sohnes. Wenn die Ältesten den Wert erkennen, den die Versammlung, die in ihrer Obhut ist, in den Augen Jehovas hat, so wird ihnen dies ein Ansporn sein, jedem einzelnen gewissenhaft zu helfen, ein ehrbares Besitztum des Höchsten zu bleiben. Würden sie die Herde mißhandeln, so müßten sie sich dafür vor Gott verantworten. Deshalb sollten sich die Ältesten bemühen, den Wert jedes Gliedes der Versammlung anzuerkennen. Das kann sie davor bewahren, sich der Herde überlegen zu fühlen und sie grob und herrisch zu behandeln. (Vergleiche im Gegensatz dazu Apostelgeschichte 20:29.) Als einzelne werden die Glieder der Versammlung sehr erbaut, wenn ihnen die gebührende Würde und der richtige Respekt zuerkannt werden. Wenn sich die Ältesten als echte „Hirten“ erweisen und auf das geistige und physische Wohl der ganzen Herde bedacht sind, werden alle ein Gefühl der Geborgenheit haben.
„NICHT AUS ZWANG, SONDERN FREIWILLIG“
9, 10. (a) Wie könnte ein Ältester zeigen, daß er die Herde ‘aus Zwang hütet’? (b) Was würde zeigen, daß er die Versammlung ‘freiwillig hütet’?
9 Ist jemand in einer Lage, in der er Hilfe benötigt, so wird es ihm viel leichter fallen, sich an jemanden zu wenden, der nicht nur die Fähigkeit, sondern auch den Wunsch hat, Hilfe zu leisten. Passenderweise ermahnte Petrus daher die Ältesten, die Herde ‘nicht aus Zwang, sondern freiwillig zu hüten’ (1. Petrus 5:2). Wer in der Versammlung ein guter „Hirte“ sein will, muß sich davor hüten, seine Arbeit lediglich aus einem Pflichtgefühl heraus zu verrichten. Ein Ältester, der seine Aufgabe in der Versammlung als eine Last betrachtet und keine Freude daran hat, verrichtet sie nur „aus Zwang“. Die Herde wird dies merken und sich von ihm zurückziehen. Sie möchte einen solchen Ältesten mit ihren Problemen nicht noch weiter belasten. Findet ein Ältester jedoch Freude daran, seiner Verantwortung nachzukommen, weil er wirklich den Wunsch hat, die damit verbundene Arbeit zu tun, werden sich die Glieder der Versammlung zu ihm hingezogen fühlen. Eine solche Dienstbereitschaft entspringt einer tiefen Liebe zu Gott und zu der Versammlung seines Volkes. Sie ist ein Beweis dafür, daß der Älteste seinen Dienst für die Herde mit der richtigen Einstellung versieht.
10 Natürlich muß ein Ältester Unterscheidungsvermögen bekunden, so daß er sich nicht mehr Aufgaben aufbürdet, als er vernünftigerweise tragen kann. Wenn er älter wird und seine Gesundheit nachläßt, mag er nicht mehr soviel tun können wie in früheren Jahren, so daß er andere befähigte Männer bitten muß, ihm zu helfen. Dennoch mag er immer noch wahre Freude daran finden, im Rahmen seiner Möglichkeiten ein bereitwilliger „Hirte“ zu sein.
„NICHT AUS LIEBE ZU UNEHRLICHEM GEWINN, SONDERN VOLL EIFER“
11. Weshalb besteht die Gefahr, daß jemand die Versammlung „aus Liebe zu unehrlichem Gewinn“ hütet?
11 Ein Ältester muß nicht nur einen Geist der Willigkeit bekunden, sondern auch reine, selbstlose Beweggründe haben, wenn er seinen Brüdern wirklich helfen will. Der Apostel Petrus warnt davor, „aus Liebe zu unehrlichem Gewinn“ als Hirte zu dienen. Würde jemand sein Hirtenamt gebrauchen, um materielle Vorteile, Ansehen oder Macht zu erlangen, dann wäre dies ein unehrlicher Gebrauch des Amtes. Es stimmt zwar, daß die Bibel den Rat gibt, Männern, die in der Lehre hart arbeiten, „doppelte Ehre“ zu erweisen (1. Timotheus 5:17, 18). Doch diese „doppelte Ehre“ sollten die Glieder der Versammlung den Ältesten von sich aus erweisen. Kein Ältester sollte danach suchen und denken, er habe ein Recht darauf und könne sie verlangen. Ein Ältester mag eine gewisse Prominenz erlangen, weil es ihm seine Verhältnisse gestatten, dem Königreichswerk mehr Zeit zu widmen, als es andere tun können, oder weil er bestimmte hervorragende Fähigkeiten hat. Er mag leicht in die Versuchung geraten, von seiner Prominenz zu profitieren, so daß er den Wunsch entwickelt, gewisse materielle Dinge zu besitzen, die ihm andere geben könnten, und mag vielleicht sogar versteckte Andeutungen diesbezüglich machen. Vielleicht pflegt er aus diesem Grund mehr Umgang mit den Wohlhabenderen in der Versammlung und vernachlässigt dabei die anderen. Er mag nach Lob suchen, aber berechtigte Kritik oder Rat ignorieren oder gar von sich weisen.
12, 13. Wie bewies der Apostel Paulus, daß er seinen Brüdern „voll Eifer“ diente?
12 So etwas mag nur verhältnismäßig wenigen Männern in der heutigen Christenversammlung passieren, doch sollten die Ältesten die Gefahr nicht verniedlichen. Sie sollten auch der geringsten Neigung widerstehen, aus ihrem geistigen Verhältnis zu ihren Brüdern materiellen Nutzen ziehen zu wollen. Der christliche Apostel Paulus gab in dieser Hinsicht ein ausgezeichnetes Beispiel. Den Ältesten der Versammlung in Ephesus konnte er sagen:
„Behaltet im Sinn, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen ernstlich zu ermahnen. ... Ich habe niemandes Silber oder Gold oder Gewand begehrt. Ihr selbst wißt, daß diese Hände meinen Bedürfnissen wie auch denen derjenigen gedient haben, die bei mir waren. Ich habe euch in allen Dingen vor Augen geführt, daß ihr, indem ihr so angestrengt arbeitet, den Schwachen beistehen und die Worte des Herrn Jesus im Sinn behalten sollt, der selbst gesagt hat: ,Beglückender ist Geben als Empfangen‘ “ (Apostelgeschichte 20:31-35).
13 Eine Versammlung zieht aus der Tätigkeit von Männern, die so „voll Eifer“ dienen wie der Apostel Paulus, unermeßlichen Nutzen. Paulus freute sich, seinen Brüdern zu dienen. Nie begehrte er etwas, was sie besaßen und was er hätte gebrauchen können. Seine Freude beruhte darauf, sich großzügig für seine Brüder einzusetzen, um sie zu erbauen.
14. Was gehört gemäß 1. Thessalonicher 2:5-8 dazu, die Versammlung „voll Eifer“ zu hüten?
14 Daß er und seine Gefährten ihren Brüdern ohne Heuchelei dienten, geht aus seinen Worten an die Thessalonicher hervor:
„In der Tat, zu keiner Zeit sind wir mit schmeichelnder Rede aufgetreten (wie ihr wohl wißt) noch mit einem Vorwand für Habsucht, Gott ist Zeuge! Wir haben auch nicht Ehre von Menschen gesucht, nein, weder von euch noch von anderen, obwohl wir als Apostel Christi eine kostspielige Bürde sein könnten. Im Gegenteil, wir wurden in eurer Mitte sanft, wie wenn eine nährende Mutter ihre eigenen Kinder hegt und pflegt. Da wir also eine innige Zuneigung zu euch haben, hat es uns wohlgefallen, euch nicht nur an der guten Botschaft Gottes teilhaben zu lassen, sondern auch an unseren eigenen Seelen, weil ihr uns lieb geworden wart“ (1. Thessalonicher 2:5-8).
Ja, statt persönliche Vorteile zu suchen, behandelte Paulus die Glieder der Versammlung wie eine nährende Mutter, die ihre Kinder sehr liebt und die Interessen ihrer Kinder ihren eigenen voranstellt. (Vergleiche Johannes 10:11-13.)
15. Auf welche Weise sollten die Ältesten die Herde hüten?
15 Ein Ältester muß seinen Dienst nicht nur aus dem richtigen Beweggrund, nämlich aus Sorge um die Herde, verrichten, sondern es ist auch wichtig, daß er sich der Versammlung in der richtigen Weise annimmt. Der Apostel Petrus gab Ältesten den Rat, ‘nicht über die zu herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern Vorbilder für die Herde zu werden’ (1. Petrus 5:3). In Übereinstimmung mit dieser Ermahnung werden sich die Ältesten nicht über ihre Brüder erhöhen. Das wäre im Gegensatz zu den Richtlinien, die Jesus seinen Nachfolgern gab:
„Laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische. Auch laßt euch nicht ,Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus. Der Größte aber unter euch soll euer Diener sein“ (Matthäus 23:8-11).
Ein Ältester wird daher keine Befehle erteilen wie ein Gebieter oder versuchen, das Leben der Glieder der Versammlung zu reglementieren, sondern er wird seinen Brüdern demütig dienen. Durch sein Beispiel ermuntert er die Herde, Christus nachzuahmen. (Vergleiche 1. Thessalonicher 2:9-12.)
16. Weshalb kann man sich vertrauensvoll an treue Älteste wenden?
16 Wenn die Ältesten durch ihre christliche Lebensweise und ihre Tätigkeit ein gutes Beispiel geben, können sie ihren Glaubensbrüdern sehr helfen, von Jehova Gott schließlich als bewährt erfunden zu werden. Außerdem wird Jesus Christus, der „Oberhirte“, unter dem sie dienen, zur Zeit seiner Offenbarung in Herrlichkeit als „König der Könige und Herr der Herren“ alle treuen Unterhirten belohnen (Offenbarung 19:16; 1. Timotheus 6:15). Der Apostel Petrus schrieb: „Wenn der Oberhirte offenbar gemacht worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1. Petrus 5:4). Männer, die ihren Brüdern zu dem richtigen Zweck, aus den richtigen Beweggründen und auf die richtige Weise dienen, sind der Versammlung wirklich eine große Hilfe. Sie tragen dazu bei, daß ihre Brüder an ihrem christlichen Lebensweg große Freude finden (2. Korinther 1:24). Zögere daher nicht, die Hilfe treuer Ältester in Anspruch zu nehmen, wann immer du sie benötigst.
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