-
Die Heimtiere und wir MenschenErwachet! 1980 | 22. Juni
-
-
Man muß es bürsten, baden, füttern, erziehen, ausführen, dressieren usw. Natürlich verlangt nicht jedes Heimtier gleich viel Aufmerksamkeit und Pflege, auch wendet nicht jeder Tierhalter gleich viel Zeit für seinen „tierischen“ Hausgenossen auf.
Der Tierhalter trägt zudem gegenüber dem Tier und gegenüber seinen Mitmenschen eine Verantwortung. Hunde zum Beispiel brauchen den intensiven Kontakt mit ihrem „Herrn“. Ferner benötigen sie eine ihrer Größe angepaßte Unterbringung. Ein Fachmann klagte, daß „viele Leute, die in Einzimmerwohnungen leben, sich einen Afghanen oder eine dänische Dogge halten“. Wenn ein Hundebesitzer nicht darauf achtet, daß der Zaun um das Gelände, auf dem der Hund frei umherlaufen kann, instand gehalten wird, mag der Hund streunen und dann vielleicht das Eigentum anderer beschädigen, die Straße verschmutzen und eine Gefahr für den Verkehr werden. Manchmal fühlen sich die Nachbarn durch ein Heimtier belästigt. Exotische Heimtiere haben eine Zeitlang einen gewissen Reiz, aber viele eignen sich nicht als Hausgenossen. In solchen Fällen leiden meist Tier und Tierhalter.
In der Stadt haben Tierhalter manchmal Schwierigkeiten, eine Wohnung zu bekommen. Und wenn ein Heimtierhalter verreisen möchte, mag es schwierig oder teuer sein, sein Heimtier unterzubringen.
In vielen Städten sind streunende Hunde und Katzen, die oft Leuten gehören, die ihre Heimtiere nicht betreuen, ein großes Problem. In Australien (14 Millionen Einwohner) werden jedes Jahr etwa 50 000 streunende oder ausgesetzte Hunde und noch weit mehr Katzen getöteta. Viele Katzen- und Hundehalter lassen ihre Tiere kastrieren, wenn sie sie nicht züchten wollen. Kastrierte Tiere, besonders Männchen, neigen weniger zum Streunen.
Übertragbare Krankheiten
Es kann vorkommen, daß Heimtiere Krankheiten auf die Menschen übertragen, was manchmal schwerwiegende Folgen hat. Läßt man indessen eine gewisse Vorsicht walten, braucht man keine Angst zu haben. Es ist aber dennoch vernünftig, einiges über die verbreitetsten Krankheiten zu wissenb.
Die Tollwut ist in gewissen Ländern der Welt ein schweres Problem. In Gegenden, in denen die Tollwut herrscht, ist es üblich, Heimtiere dagegen zu impfenc.
In Australien hat man sich vor kurzem intensiver mit dem Spulwurmbefall befaßt, weil ein Kind als Folge davon erblindet ist. Besonders häufig werden in der Stadt lebende Tiere, Hunde und Katzen, von Spulwürmern befallen; vor allem bei Jungtieren kommen diese Würmer oft massenhaft vor.
Mit dem Kot der Tiere (Katzen und Hunde) gehen viele Wurmeier ab. Diese sind klebrig und bleiben daher am Fell des Tieres, an Teppichen, am Rasen oder an Spielsachen kleben. Von da aus gelangen sie durch ungewaschene Hände in den Mund. Einmal im menschlichen Organismus, dringen dann die ausgeschlüpften Larven durch die Darmwand und wandern mit dem Blutstrom in die Leber oder geraten in das Nervensystem oder in das Gehirn.
Diese Gefahren sollte man unbedingt kennen, auch wenn man selbst kein Heimtier besitzt. Die Eier können in der Erde jahrelang überdauern. Eine vor kurzem in England durchgeführte Untersuchung zeigte, daß der Boden vieler Parks und Spielplätze mit solchen Wurmeiern verseucht ist.
Bandwürmer können auf ähnliche Weise übertragen werden. Hautkrankheiten werden direkt (wie die Spulwürmer) oder durch Milben übertragen.
Käfigvögel wie Papageien, aber auch Tauben, Hühner und andere Vögel können an der Papageienkrankheit (Ornithose) leiden. Die Tiere mögen den Eindruck erwecken, gesund zu sein, aber den Erreger in sich tragen und den Menschen damit anstecken. Die Symptome sind Lungenentzündung und grippeähnliche Erscheinungen. Gefördert wird diese Krankheit durch eine Unterbringung, die nicht verhaltensgerecht ist; und übertragen wird sie durch das Einatmen erregerhaltigen Kotstaubes oder durch Kontakt mit einem kranken oder toten Vogel.
Wenn der Umgang mit Heimtieren eine angemessene Hygiene einschließt, bleibt er im richtigen Rahmen. Die Tiere sind zwar immer noch eine Quelle der Freude, aber die Gesundheit der Familie wird nicht bedroht.
Eine vernünftige Einstellung
Für viele Leute ist die Betreuung eines Heimtiers ein kostbarer Bestandteil ihres Lebens. Durch seine Anhänglichkeit und Treue, seine Eigenschaften und die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit seines Besitzers zu erwidern, bereitet ein Heimtier viel Freude.
Es gibt aber auch Leute, deren Lebensumstände, Lebensweise und Ambitionen das Halten eines Haustiers nicht gestatten. Deshalb verzichten sie darauf, sich ein Tier anzuschaffen oder zu halten.
Heimtiere können viel Freude ins Haus bringen. Indessen sollte man eine vernünftige Einstellung zu ihnen haben, denn ein Heimtier kann niemals gute zwischenmenschliche Beziehungen ersetzen.
-
-
Ich erlitt einen VerbrennungsunfallErwachet! 1980 | 22. Juni
-
-
Ich erlitt einen Verbrennungsunfall
Ein Bericht, wie er einem Mitglied der „Awake!“-Redaktion erzählt wurde
JENER Novembertag versprach einer der herrlichen Herbsttage zu werden, für die New York bekannt ist. Für mich jedoch wurde er zu einem Alptraum.
Wie gewohnt verließ ich frühmorgens unsere Wohnung in Long Island, um zur Arbeit zu gehen. Ich hatte einen kleinen Betrieb, in dem auch mein Schwager halbtags arbeitete. An diesem Tag waren wir in einem Sommerhaus bei Westhampton beschäftigt. Die Besitzer wollten es umbauen lassen, so daß man es ganzjährig bewohnen könnte. Wir beabsichtigten, mit einem leicht flüchtigen Lösungsmittel zu arbeiten, um den Polyurethanlack vom Steinfußboden zu entfernen. Deshalb hatten wir schon etliche Tage vorher die Heizung abgestellt. Doch ohne unser Wissen hatte jemand am Vortag den Gasofen eingeschaltet und die Stichflamme angezündet.
-