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Sich mit Liebe kleiden und sie bewahrenDer Wachtturm 1983 | 15. März
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der Dinge das Gewand der Liebe anbehält, wird von seinem loyalen Gott in der „großen Drangsal“ bewahrt werden, einer Drangsal, wie sie die Erde noch nie erlebt hat (Matthäus 24:21; Galater 5:22). Auf diese Weise werden nur Menschen, die Gott und seine Familie, seine Organisation, lieben, überleben und die gereinigte Erde betreten, die in ein herrliches Paradies umgewandelt werden wird. Dieses Paradies wird nie verschwinden, sondern wird immer von Menschen bewohnt und verschönert werden, die die Liebe verkörpern. Die Liebe wird zur Verherrlichung Jehovas, des göttlichen Quells der Liebe, ewig triumphieren.
Hast du es dir gemerkt?
□ Warum konnten die Christen im ersten Jahrhundert trotz verschiedener Herkunft miteinander auskommen?
□ Wie wirkt sich die Liebe auf die beiden Gruppen aus, die heute die „e i n e Herde“ von Christen bilden?
□ Wie erfüllt sich heute Offenbarung 14:6-12?
□ Welches Werkzeug gebraucht Gott, um seinem Volk Hilfe zu bieten?
□ Wozu mußt du gemäß Kolosser 3:14 entschlossen sein?
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Ein Geheimnis, das die Philipper kennenlerntenDer Wachtturm 1983 | 15. März
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Ein Geheimnis, das die Philipper kennenlernten
WER freut sich nicht, ein Geheimnis kennenzulernen? Bestimmt freust du dich, von jemandem ins Vertrauen gezogen zu werden und ein Geheimnis zu erfahren, vielleicht ein freudiges Ereignis, über das dich der Betreffende unterrichtet, bevor er es öffentlich bekanntgibt.
Eine andere Art Geheimnis ist eine Erkenntnis oder ein Einblick, über den andere nicht verfügen. Diese Art Geheimnis war für eine Gruppe von Christen im ersten Jahrhundert von Bedeutung — für die Versammlung in der mazedonischen Stadt Philippi. Damit wir verstehen, worum es sich bei diesem besonderen Geheimnis handelte, und um zu erkennen, wie wir daraus Nutzen ziehen können, wollen wir kurz den Hintergrund zu einem Brief beleuchten, der an die Philipper geschrieben wurde — ein Brief, der heute ein Teil der Bibel ist.
Paulus — an die Philipper
Der Missionar Paulus befand sich etwa in den Jahren 59 bis 61 u. Z. im Gefängnis in Rom. Während dieser Zeit konnte er über die vielen Erfahrungen nachdenken, die er auf seinen Reisen gemacht hatte. Er konnte sich an viele treue Brüder erinnern, mit denen er zusammengewesen war, und an die Versammlungen, die er gründen und deren Wachstum er beobachten durfte. Zwangsläufig kam ihm auch die Versammlung Philippi in den Sinn. Sie nahm aufgrund der ungewöhnlichen Erfahrungen, die sich mit ihr verbanden, in seinem Herzen einen ganz besonderen Platz ein.
Auf der zweiten Missionsreise, etwa im Jahre 50 u. Z., wurde Paulus (und Silas) von Gottes Geist daran gehindert, im Bezirk Asien, in Mysien und in Bithynien zu predigen. So ging Paulus nach Troas, wo er eines Nachts eine Vision hatte. „Ein gewisser mazedonischer Mann stand da und bat ihn inständig und sprach: ,Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!‘“ (Apostelgeschichte 16:9). Sogleich machten sich Paulus und seine Gefährten mit dem Schiff auf nach Samothrake, und von da aus ging es weiter in die Hafenstadt Neapolis. Dann reisten sie auf dem Landweg nach Philippi.
Vielleicht waren sie überrascht, in dieser Stadt wenig Juden vorzufinden, ja anscheinend nicht einmal eine Synagoge. Statt am Sabbat in eine Synagoge zu gehen, wie es ihr Brauch war, gingen Paulus und Silas zum Stadttor hinaus und begannen am Fluß zu den dort versammelten Frauen zu reden (Apostelgeschichte 16:13). Mehr Aufschluß über diesen ereignisreichen Besuch in Philippi ist in Apostelgeschichte 16:11-40 zu finden. Das Zeugnis des Paulus führte zur Gründung einer Versammlung in Europa, und später sollte er diese Versammlung in Philippi wieder besuchen, vielleicht sogar zweimal (Apostelgeschichte 20:1, 2, 6; Philipper 2:24).
Als sich Paulus im Gefängnis in Rom befand, konnte er über die vortrefflichen Christen nachdenken, mit denen er in Philippi verbunden gewesen war. Lydia hatte ihm außergewöhnliche Gastfreundschaft erwiesen. Euodia und Syntyche hatten Seite an Seite mit ihm gewirkt, um die „gute Botschaft“ zu verbreiten. Auch den Gefängnisaufseher und seine Hausgenossen konnte Paulus nicht vergessen sowie das Wunder, das dazu geführt hatte, daß sie das Christentum annahmen.
Als sich Paulus an die Liebe, die Güte und die Fürsorge der Philipper erinnerte, hatte er allen Grund, ihnen einen Brief zu schreiben (Philipper 1:3, 12). Dieser Brief verrät, wie sehr er sie und die „Frucht der Gerechtigkeit“, die sie offenbarten, liebte (Philipper 1:11).
Was ist das Geheimnis?
In seinem Brief spricht Paulus von einem Geheimnis, das er persönlich kennengelernt und den Philippern offensichtlich mitgeteilt hatte. Es war ein Geheimnis, das Paulus jahrelang half, viele Prüfungen durchzustehen. Er schrieb: „In allem und unter allen Umständen habe ich das Geheimnis kennengelernt, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluß zu haben als auch Mangel zu leiden. Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:12, 13). Es handelte sich also um ein Geheimnis, das mit der christlichen Lebensweise zu tun hatte — ungeachtet dessen, in welchen Verhältnissen man sich befindet, stets auf Jehova zu vertrauen.
Die Philipper hatten dieses Geheimnis kennengelernt, und es wirkte sich in verschiedener Hinsicht auf sie aus. Die Versammlung war vor allem sehr eifrig im Predigen. Paulus sagte von den Philippern, daß ‘sie wie Lichtspender in der Welt leuchteten’ (Philipper 2:15). Sie nahmen die gute Botschaft mit großer Freude an und fuhren dann fort, zu deren Förderung beizutragen. Paulus konnte von ihnen sagen: „Ihr alle [seid] mit mir Teilhaber ... in der Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft“ (Philipper 1:7).
Als Paulus seinen Brief schrieb, wußte er, daß die Philipper an den Erfahrungen interessiert sein würden, die er im Gefängnis machte. Er wies darauf hin, daß seine Angelegenheiten trotz des Gefängnisaufenthalts, wie er sagte, „eher zur Förderung der guten Botschaft ausgeschlagen sind als zu etwas anderem, so daß meine Fesseln in Verbindung mit Christus unter der ganzen Wache des Prätoriums ... öffentlich bekanntgeworden sind“ (Philipper 1:12, 13). Er berichtete, daß die meisten Christen in Rom aufgrund seiner Gefängnisbande mehr Mut bekundeten, Gottes Wort furchtlos zu reden. Es muß die Philipper ermutigt haben, zu wissen, daß Paulus, wiewohl er im Gefängnis war, wie sie weiterhin eifrig das Königreich predigte (Philipper 1:14).
Noch etwas, was höchstwahrscheinlich mit dem in Philipper 4:12, 13 erwähnten Geheimnis zusammenhing, war der Umstand, daß sie die richtige geistige Einstellung hatten. Sie waren nicht darauf bedacht, sich selbst zu gefallen, sondern anderen zu helfen. Ja, sie hatten sich Paulus gegenüber als sehr hilfreich erwiesen. Während er in Thessalonich war, sandten sie ihm zweimal materielle Hilfe. Die Versammlung in Philippi war die einzige, die das tat (Philipper 4:15, 16). Als die Versammlung in Jerusalem später aufgrund der Verfolgung schwere Zeiten durchmachte und Unterstützung benötigte, spendeten die Philipper, obwohl sie selbst arm waren, in großzügiger Weise. Dieses Geben ging, wie Paulus ein andermal schrieb, „über ihr tatsächliches Vermögen hinaus“ (2. Korinther 8:3). Noch später, als Paulus in Rom im Gefängnis war, sandten sie ihm durch Epaphroditus materielle Gaben.
Ja, die Philipper waren liebevoll um Mitchristen besorgt. Sie kamen der Aufforderung des Paulus nach, ‘nicht nur ihre eigenen Dinge im persönlichen Interesse im Auge zu behalten, sondern im persönlichen Interesse auch die der anderen’. Welch ein belebender Geist! Ihre Handlungsweise ließ erkennen, daß sie wie Jesus eine demütige Einstellung hatten und anderen gegenüber nicht kritisch waren (Philipper 2:1-5, 14).
Wir können ihr Geheimnis kennenlernen und anwenden
Da wir zu einer anderen Zeit leben, können wir mit dem Apostel Paulus nicht direkt Gemeinschaft pflegen. Wie dankbar sollten wir daher sein, daß Jehova Gott den inspirierten Brief an die Philipper in seinem Wort bis heute bewahrt hat! So können wir uns bemühen, den darin enthaltenen wunderbaren Rat kennenzulernen und anzuwenden, einschließlich des Geheimnisses, das Paulus kennengelernt und ihnen offensichtlich mitgeteilt hatte.
Für die Philipper ging es bei diesem Geheimnis um die Erkenntnis, die Einstellung und den Lebenswandel. Paulus forderte sie auf: „Betragt euch auf eine Weise, die der guten Botschaft über den Christus würdig ist“ (Philipper 1:27). Wenn sie seinen Rat befolgten, würden sie sich „als untadelig und unschuldig“ erweisen, „Kinder Gottes ohne Makel inmitten einer verkehrten und verdrehten Generation“ (Philipper 2:15). Damit sie einen reinen Lebenswandel führen konnten, mußten sie natürlich Vorsicht walten lassen, selbst in ihrem Denken. Daraus können bestimmt auch wir etwas lernen. Vielleicht sollten wir das tun, was viele andere, die danach trachteten, nach diesem „Geheimnis“ zu leben, getan haben — uns das einprägen, was Paulus in Philipper 4:8 über das Denken schrieb, und es uns immer wieder in den Sinn zurückrufen. Kannst du diese Schriftstelle aus dem Gedächtnis hersagen?
Durch das Geheimnis, das darin besteht, sich auf Gott zu verlassen und ihm freudig zu dienen, ganz gleich, ob man in materieller Hinsicht viel oder wenig hat, kann das Leben sehr befriedigend sein. Man stelle sich vor, welche Befriedigung Paulus empfinden konnte, wenn er an die Frucht seiner Arbeit dachte, die in der Versammlung in Philippi offenbar wurde. Er hatte die Liebe der Philipper zur christlichen Wahrheit und ihren Eifer für die Verbreitung der guten Botschaft wachsen sehen. Auch sah er ihre tätige Liebe gegenüber Mitchristen. Zu beobachten, daß sie ebenfalls das Geheimnis, sich in allem, was sie taten, völlig auf Gott zu verlassen und ihm mit allem, was sie hatten, zu dienen, kennengelernt hatten, erfüllte ihn sicher mit tiefer Befriedigung.
Jeder Christ sollte sich heute fragen, ob er selbst das wichtige Geheimnis kennengelernt hat, das Paulus in Philipper 4:12, 13 erwähnte. Das würde sich darin zeigen, daß wir Jehovas Segen haben und „mit der Frucht der Gerechtigkeit“ erfüllt sind (Philipper 1:9-11; 4:17). Wenn wir dieses bedeutsame Geheimnis kennengelernt haben und das durch unser Leben beweisen, werden wir auch unseren Mitmenschen in dieser Hinsicht eine Hilfe sein können. Wir werden anderen ein gutes Beispiel geben wie Paulus, der den Philippern sagen konnte: „Werdet vereint meine Nachahmer, Brüder, und haltet euer Auge auf die gerichtet, welche auf eine Weise wandeln, die dem Vorbild entspricht, das ihr in uns habt“ (Philipper 3:17; vergleiche Vers 13, 14). Dieses Geheimnis ist also für uns und für andere von größtem Nutzen und wird uns helfen, ewiges Leben zu erlangen.
„Bewahrt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, nämlich um Gott gleich zu sein. Nein, sondern er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich“ (Philipper 2:5, 6).
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Kannst du dich noch erinnern?Der Wachtturm 1983 | 15. März
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Kannst du dich noch erinnern?
Hast du die letzten Wachtturm-Ausgaben gern gelesen? Wenn ja, dann stelle fest, ob du dich an folgende Gedanken noch erinnern kannst:
□ Ist eine Krankheit die Folge einer bestimmten Sünde?
Nein, nicht unbedingt. Krankheiten beweisen unter anderem, daß wir alle von Adam die Sünde und die Unvollkommenheit ererbt haben (Römer 5:12). Willentlich zu sündigen kann jedoch dazu führen, daß man gegen Gottes heiligen Geist sündigt, was weit schlimmer ist als eine körperliche Krankheit (Matthäus 12:31, 32) (15. 11. 82, S. 31).
□ Warum sollten Christen zeitbewußt sein?
Gott hatte immer eine bestimmte Zeit, seinen Willen auszuführen und Gericht zu halten. Wenn wir die Bibel zu Rate ziehen, können wir erfahren, für welche Zeit gewisse Ereignisse, die sich auf die Menschen auswirken, festgesetzt sind, wie zum Beispiel die unsichtbare Gegenwart Christi (1. 1. 83, S. 4—7).
□ Welcher auffallende Beweis zeigt heute, daß Gottes Herrschaft eine Realität ist?
Ein Beweis für die Realität der Herrschaft Gottes besteht darin, daß es auf der ganzen Erde Millionen von Zeugen Jehovas gibt, die sich bereits dem Königreich Gottes unterordnen. Sie vertreten keine rassischen oder nationalistischen Standpunkte mehr, sondern arbeiten als geeinte Gruppe von Brüdern und Schwestern zusammen (Johannes 13:34, 35) (15. 1. 83, S. 6, 7).
□ Was ist die „heilige Stätte“, in die das „abscheuliche Ding“, das Verwüstung verursacht, eindringt?
Die „heilige Stätte“ ist das „himmlische Jerusalem“, das auf der Erde durch treue gesalbte Christen vertreten wird. Doch religiöse Führer haben dadurch, daß sie die Vereinten Nationen an die Stelle des Königreiches Gottes gesetzt haben, praktisch diesen von Menschen geschaffenen Notbehelf an die „heilige Stätte“ gestellt. Das ist in Gottes Augen ein „abscheuliches Ding“. Außerdem behauptet die Christenheit, eine „heilige Stätte“ zu haben — ihr religiöser Tätigkeitsbereich. Heute sind die Vereinten Nationen durch das Verhalten vieler atheistischer Nationen eine Gefahr für diese „heilige Stätte“ der Christenheit. Gottes prophetisches Wort zeigt, daß diese Konfrontation zur Verwüstung führen wird (Offenbarung 17:16) (15. 2. 83, S. 5, 6).
□ Was ist das „heilige Geheimnis“, von dem Paulus in seinem Brief an die Epheser sprach?
Es ist Gottes Vorsatz, durch seine „Verwaltung“ im Universum den Frieden und die Einheit wiederherzustellen (Epheser 1:9, 10) (1. 3. 83, S. 9).
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