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    Erwachet! 1982 | 8. Februar
    • Auflösung des Silbenrätsels von Seite  4:

      Der biblische Rat ist in 1. Johannes 5:3 zu finden.

  • Ein kleiner Einblick in das Leben der Ifugao
    Erwachet! 1982 | 8. Februar
    • Ein kleiner Einblick in das Leben der Ifugao

      Vom „Awake!“-Korrespondenten auf den Philippinen

      DIE gewaltigen Reisterrassen von Banaue, 400 km nördlich von Manila, wo hohe, majestätische Berge in den Himmel ragen, sind schon immer eine Attraktion für die Besucher der Philippinen gewesen. Hier haben die Ifugao im Laufe von Tausenden von Jahren die steilen Berghänge terrassiert und auf den Terrassen Reis angebaut. Würde man die schmalen Reisfelder aneinanderlegen, so reichten sie halb um die Erde.

      Fast alle Touristen besuchen Banaue, um sich die gigantischen Terrassen anzusehen. Aber Edita und Priscilla sind hierhergekommen, um unter den Ifugao zu wohnen und zu wirken. Inzwischen sind sie mit ihnen vertraut geworden und haben Erfahrungen gemacht wie kaum jemand. Begleite uns doch, um zu erfahren, was sie so erleben.

      Erste Eindrücke

      Die erste Schwierigkeit war die Sprache der Ifugao. Sozusagen in jedem Dorf wird ein anderer Dialekt gesprochen. Aber mit viel Übung und einem einfachen Wörterbuch, das uns die Mutter des Bürgermeisters lieh, gelang es uns bald, diese Schwierigkeit zu bewältigen.

      In den Bergen kann man nur auf Schusters Rappen reisen. Die schmalen Pfade entlang den Rändern der Reisterrassen zu gehen ist jedoch nicht so einfach. Wenn man stolpert und stürzt, fällt man entweder in das schlammige Reisfeld auf der einen Seite oder sechs und mehr Meter tief auf die darunter liegende Terrasse auf der anderen Seite. Aber man darf nicht verzweifeln, denn man gewöhnt sich bald an diese Wege.

      Ein Dorf — wenn man endlich zu einem kommt — besteht nur aus wenigen Häusern, die auf 1,20 m bis 1,50 m hohen Pfählen errichtet sind. Am oberen Ende jedes Pfahls, direkt unter dem Fußboden des Hauses, ist eine große Holzscheibe angebracht. Dadurch will man verhindern, daß Ratten in das Haus gelangen. Das Haus ist ohne Fenster und hat nur einen Raum und eine Tür. Man steigt auf einer Leiter ins Haus, die nachts weggenommen wird. Das hohe, pyramidenförmige Grasdach bietet Platz für die Lagerung von Reis.

      Feste und Bräuche

      Dem Fremden erscheinen gewisse Bräuche der Ifugao merkwürdig. In einigen abgelegenen Orten begraben sie ihre Toten beispielsweise nicht. Die Leiche wird eingewickelt und aufgehängt, damit sie während der Verwesung abtropfen kann. Die Knochen werden dann in gewebte „Todesdecken“ gehüllt und unter der überhängenden Dachkante des Hauses aufbewahrt.

      Prunkvolle Feste, „cañao“ genannt, werden veranstaltet, um die verstorbenen Ahnen zu besänftigen und ihre Nachkommen zu trösten. Ein Priester spricht Beschwörungen, indem er den Verstorbenen anfleht, keine Kranken wegzunehmen. Es werden Tiere geopfert, weil man glaubt, daß die verstorbenen Ahnen sie als Ersatz für die Seelen der Kranken annehmen. Die Priester erzählen während ihrer Zeremonie auch biblische Geschichten, die sie gehört haben. Zum Beispiel berichten sie, während sie Tiere opfern, wie Abel opferte.

      Der Tanz um das Opfer und der Geruch des Reisbieres und des kochenden Fleisches — Enten und Hühner — erreichen anscheinend immer den Zweck: den Hinterbliebenen über ihren Schmerz hinwegzuhelfen. Gewöhnlich nimmt alles ein gutes Ende, abgesehen vom Katzenjammer hinterher.

      Natürliche Freundlichkeit

      Die Ifugao sind äußerst intelligente, freundliche Menschen. Während wir die schmalen Pfade, die an den Feldern vorbeiführen, entlanggehen, richten sich die mit Reispflanzen beschäftigten Frauen auf und grüßen uns. Die Leute sagen uns, wie sehr sie sich freuen, daß wir sie besuchen. Im Dorf angelangt, heißt man uns willkommen und gibt uns Reisbier aus einem Gemeinschaftsbecher zu trinken — ein Sinnbild der Freundschaft. Aus den Gesprächen mit den Dorfbewohnern geht hervor, daß viele weit herumgekommen sind und auch die moderne Lebensweise kennengelernt haben.

      Die Ifugao nehmen unser Angebot, mit ihnen die Bibel zu studieren, freudig an. Ein Mann hält in seiner Arbeit inne und ruft seine Arbeiter zusammen, damit sich alle am Gespräch beteiligen können. Eine Frau berichtet, daß sie von ihren Ahnen besucht werde. Woher sie das wisse, fragen wir. Ihr Reistopf habe sich ruckartig bewegt, meint sie, und etwas von dem Reis sei verdorben. In ihren Augen ist das ein Beweis dafür. Wir zeigen ihr anhand der Bibel, daß die Toten zum Staub zurückkehren, daß sie ohne Bewußtsein sind. Satan sei es, erklären wir ihr, der sie täusche. Sagte er nicht zu Eva, sie werde nicht sterben? Aber als unsere Ureltern dennoch starben, mußte er etwas tun, um sich zu decken. Satan ist daher verantwortlich für die Auffassung, daß der Körper etwas in sich berge, was nach dem Tod weiterlebe (1. Mo. 2:7; 3:4, 5).

      Eine andere Frau, geschickt im Weben der traditionellen Röcke, Taschen und Decken, fragt: „Warum werden wir krank, wenn wir an den Gräbern unserer Verwandten vorübergehen?“ Wir versuchen, logisch mit ihr zu argumentieren: Ihre Angehörigen haben Sie geliebt, als sie noch lebten. Wenn Sie krank wurden, beteten Ihre Angehörigen für Sie und holten Arzneimittel oder Kräuter für Sie, damit Sie wieder gesund würden. Warum glauben Sie, Ihre Angehörigen würden jetzt versuchen, Sie krank zu machen? Dann zeigen wir anhand der Bibel, in welchem Zustand die Toten sind (Pred. 9:4-10).

      Während des Essens fragt uns eine Ifugaofrau, was die Bibel über das Kauen von Betelnüssen sage. Wer Betelnüsse kaut, bekommt schwarze Zähne und schädigt das Zahnfleisch, auch ist es sehr schwer, von dieser Gewohnheit loszukommen. Wir fragen die Frau, ob sie einem durstigen Touristen ein Getränk in einer schmutzigen Tasse anbieten würde. Alle rümpfen angewidert die Nase. Natürlich würde sie das nur in einer sauberen Tasse tun. Gut, sagen wir nun, wir gleichen Gefäßen, die Jehova gebrauchen kann, um die Wasser der Wahrheit denen zu reichen, die in geistiger Hinsicht durstig sind. Wir müssen daher rein sein und dürfen uns nicht mit Betelnüssen, Nikotin oder Drogen beflecken. Sie sehen das ohne weiteres ein. „Können Sie sich vorstellen, daß Jesus Christus Betelnüsse gekaut hätte?“ fragen wir. Alle lachen.

      Jetzt haben wir das Gefühl, daß die Ifugao uns akzeptiert haben. Die einheimische Bevölkerung nennt uns nun anakko, was „mein Kind“ bedeutet, und wir freuen uns, daß man uns als Familienmitglieder betrachtet. Wir empfinden eine tiefe Liebe zu diesen intelligenten Menschen — Angehörige einer alten Rasse —, wenn sie allmählich beginnen, anders zu denken und sich von ihren Stammesgöttern abzuwenden, um dem wahren Gott, Jehova, zu dienen.

      Es ist tatsächlich ein kostbares Vorrecht gewesen, die Ifugao kennenzulernen, und es freut uns, daß du uns begleitet hast.

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