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Treue Ergebenheit gegenüber der Organisation JehovasDer Wachtturm 1964 | 15. Juli
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wies der „Vorsitzende“ darauf hin, daß der jugendliche Verkündiger die Ansprache nun nochmals kurz zusammenfassen werde. Nach der Zusammenfassung forderte der „Vorsitzende“ die Zuhörer auf, Fragen zu stellen. Hatten sie keine Fragen, oder waren sie zu schüchtern, sie zu stellen, dann warfen einige aus der Gruppe ein paar lehrreiche Fragen auf, auf die sie sich vorbereitet hatten. Verschiedene Glieder der Gruppe beteiligten sich an der Beantwortung der Fragen. Auf diese Weise hatten alle einen Anteil am Zeugnisgeben.
Gegen Ende dieser unterirdischen Predigttätigkeit fiel ich bei einem Überfall auf unser Dschungelversteck in die Hände einer japanischen Patrouille. Ich wurde wie ein gefährlicher Verbrecher durch den Dschungel nach der Stadt und in das japanische Hauptquartier geführt. Ich war froh, als ich feststellte, daß ich meine kleine Taschenbibel bei mir hatte; sonst hatte ich nichts mitnehmen können. Ich wurde von dem japanischen Befehlshaber durch einen Dolmetscher einem strengen Verhör unterzogen. Anhand der Bibel erklärte ich ihm, daß Jehovas Zeugen sich neutral verhielten, daß wir ergebene Diener Gottes seien und als solche der himmlischen Königreichsregierung Jehovas Treue gelobt hätten. Nach einem stundenlangen Kreuzverhör, das bis spät in die Nacht hinein dauerte, wurde ich zu meiner großen Überraschung entlassen. Ich kehrte unverzüglich zu meinen lieben Brüdern in unserem Dschungelversteck zurück, deren inbrünstige Gebete und Sorge sich in ein Freudengeschrei und in Tränen der Dankbarkeit gegenüber Jehova und seine wunderbaren Taten der liebenden Güte verwandelten.
NACHKRIEGSTÄTIGKEIT
Im Jahre 1945 kam die amerikanische Befreiungsarmee, und die Brüder kehrten an ihre früheren Wohnorte zurück. Überall, wohin sie kamen, brachten sie die neue Lebensweise mit, die sie während des Krieges von anderen Gliedern des Volkes Jehovas gelernt hatten. Darum schossen nach der japanischen Besetzung auf den Philippinen die Versammlungen der Zeugen Jehovas überall wie Pilze aus dem Boden. Die 373 Zeugen, die es vor dem Krieg gegeben hatte, wurden nach dem Krieg zu 2000.
Ich riß mich von den lieben Brüdern auf Mindanao los, damit ich die Verbindung mit anderen Brüdern aufnehmen und auch dem Zweigbüro in Manila, wo ich Ende 1945 eintraf, Bericht erstatten konnte. Im Jahre 1946 wirkte ich als Bezirksdiener. 1947 besuchten der Präsident der Gesellschaft, N. H. Knorr, und sein Sekretär, M. G. Henschel, die Philippinen. Jener unvergeßliche Besuch erwies sich als ein Markstein in der Geschichte des Königreichswerkes auf den Philippinen, denn kurz danach wurden in Gilead geschulte Missionare hierher geschickt. Von da an dehnte sich das Werk mit ungeheurer Schnelligkeit aus, so daß im Dezember 1963 33 737 Verkündiger tätig waren.
Im Jahre 1949 wurde ich zusammen mit zwei anderen Brüdern von den Philippinen zum Besuch der Gileadschule eingeladen und graduierte auf dem „Theokratischen Neue-Welt-Kongreß“, der 1950 im Yankee-Stadion in New York stattfand. Ich wurde nach den Philippinen zurückgeschickt. Im darauffolgenden Jahr konnte ich dank der Hilfe der Gesellschaft und anderer lieben Brüder die Kongresse „Reine Anbetung“ in London und Paris besuchen. 1955 hatte ich das außergewöhnliche Vorrecht, den Kongressen „Triumphierendes Königreich“ in Los Angeles, New York, London, Paris, Nürnberg, Berlin und Den Haag beizuwohnen und auf dem Rückweg andere Brüder in Madrid, Rom, Beirut, Bangkok und Hongkong zu besuchen.
1956 beehrte uns Bruder Knorr mit einem weiteren Besuch und 1957 der Vizepräsident, F. W. Franz. Im Jahre 1958 gehörte ich zu den 81 philippinischen Delegierten, die den unvergeßlichen internationalen Kongreß „Göttlicher Wille“ im Yankee-Stadion und in den Polo Grounds, New York, besuchen konnte. 1963 war zu unserer großen Freude Manila eine der Städte, in denen der wunderbare Kongreß der Zeugen Jehovas „Rund um die Welt“ stattfand. Wie dankbar waren wir, als wir feststellten, daß zum öffentlichen Vortrag 37 806 Besucher erschienen waren — weit mehr, als wir erwartet hatten! Seither habe ich durch Jehovas unverdiente Güte im Zweigbüro in Quezon City viele weitere kostbare Dienstvorrechte wahrnehmen dürfen.
Ja, das Leben in der Organisation Jehovas ist unvergleichlich abwechslungsreich! Die vielen Segnungen, die mir zuteil wurden, habe ich unserem wunderbaren Gott, Jehova, und seiner ihm treu ergebenen Organisation zu verdanken, die es verdient, daß wir sie lieben und ihr ebenfalls treu ergeben sind.
Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn anfangen, würde ich mich wieder genauso entscheiden wie vor 31 Jahren, nur wäre ich noch entschlossener, Jehova als Vollzeitdiener treu und ergeben zu dienen.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1964 | 15. Juli
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Fragen von Lesern
● In Offenbarung 12:3, 4 lesen wir, daß der Schwanz des Drachen ein Drittel der Sterne fortgezogen habe. Wer sind die Sterne, und ist der Ausdruck „ein Drittel“ wörtlich zu verstehen? — C. S., USA.
Der erwähnte Text lautet: „Siehe, ein großer, feuerfarbener Drache, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und auf seinen Köpfen sieben Diademe; und sein Schwanz zieht ein Drittel der Sterne des Himmels fort, und er schleudert sie zur Erde hinab.“ (NW) In der Bibel werden Geistgeschöpfe öfter als Sterne bezeichnet. In Hiob 38:7 heißt es zum Beispiel: „Als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten.“ Diese Bezeichnung ist sehr passend, weil Geistgeschöpfe die geistigen Himmel bevölkern wie die buchstäblichen Sterne den buchstäblichen Himmel.
Die in Offenbarung 12:4 erwähnten Sterne sind vermutlich die Geistgeschöpfe, die der große Drache, Satan, veranlaßte, sich von Gott abzuwenden, und die dadurch zu Dämonen wurden. Satans Veranlassung in dieser Richtung wird dadurch dargestellt, daß der Drache sie — wie eine Riesenschlange, die ihre Beute mit ihrem Leib oder Schwanz umschlingt — mit seinem Schwanz fortzieht. Daß sich der hier erwähnte Sturz dieser Engel nicht auf ihren Sturz während des Krieges im Himmel beziehen kann, sondern auf ihren Abfall von Gott hindeuten muß, geht aus der Tatsache hervor, daß in diesem Fall der Drache, Satan, sie auf die Erde hinabschleudert, wogegen in dem in Offenbarung 12:9 beschriebenen Kampf Michael und seine Engel, das heißt Jesus Christus und seine himmlischen Heere Satan und seine Dämonen auf die Erde hinabschleudern.
Der Ausdruck „ein Drittel der Sterne“ sollte uns nicht auf den Gedanken bringen, das heiße, daß sich im Laufe der Zeit buchstäblich ein Drittel der heiligen Engel von Gott abgewandt und Satan, dem Drachen, angeschlossen hätte. Mit diesem Ausdruck soll vermutlich eher symbolisch angedeutet werden, daß es sich dabei um eine beträchtliche Anzahl handelt, aber dennoch um weniger als die Hälfte und somit um eine Minderheit. Der Ausdruck „Drittel“ erscheint in der Offenbarung öfter, und zwar in Verbindung mit der Erde, den Bäumen, dem Meer, den Schiffen und Geschöpfen des Meeres, den Wassern, der Sonne, dem Mond, den Sternen, dem Tag und den Menschen. — Siehe Offenbarung 8:7-12; 9:15.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1964 | 15. Juli
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Wie wertvoll ist doch eine Ermunterung in Zeiten seelischer Not! Wie froh sind wir über ein Wort, das Verständnis zeigt, oder eine Äußerung, die uns wieder Hoffnung gibt. Sie verleiht uns die Kraft, die wir benötigen, um der Zukunft entgegenzugehen. Das Wort Gottes ist ein unerschöpflicher Quell der Ermunterung, besonders seine Prophezeiungen, die uns die Gewißheit geben, daß Gott diese alte Ordnung der Dinge durch eine neue ersetzen wird. Das Buch Dein Wille geschehe behandelt einige dieser Prophezeiungen, vor allem die Visionen Daniels. Jehovas Zeugen bieten ihren Mitmenschen im Juli dieses Buch zusammen mit einer interessanten bibelerklärenden Broschüre gegen einen Beitrag von 2 DM (Österreich S 13; Schweiz 2.50 Fr.; Luxemburg 25 lfrs) an.
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
16. August: Die Einheit der Familie Gottes, ferner: Die Einheit bewahren in schweren Zeiten, ¶¶ 1—3. Seite 425.
23. August: Die Einheit bewahren in schweren Zeiten, ¶¶ 4—25. Seite 431.
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