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Rund um die Welt mit dem Vizepräsidenten (3. Teil)Der Wachtturm 1957 | 1. Oktober
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hatten (dazu die Fotos einer Gruppe von Jehovas Zeugen und ein Bild vom Vizepräsidenten der Gesellschaft) und der Vortrag auch durch Handzettel, Plakate und viele mündliche Bekanntmachungen angekündigt worden war, war der Weg für viele beschäftigte Leute gebahnt, sich zum Vortrag, dessen Titel schon interessant war, in den New-Method-College-Saal zu begeben. Trotz des trüben Wetters kamen 167 Personen herbei. Für dieses Land, in dem der Buddhismus und der Götzendienst herrschen, war die Aufmerksamkeit, die dem auf Besuch weilenden Redner gezollt wurde, sehr groß. Die anwesenden Menschen guten Willens waren tief beeindruckt von dem, was sie durch den chinesischen Dolmetscher vernahmen. Am Ende des öffentlichen Vortrages wurden 37 Exemplare der chinesischen Broschüre „Diese gute Botschaft, vom Königreich“ und 17 Exemplare der englischen Broschüre „Weltbesiegung nahe — durch Gottes Königreich“ denjenigen gratis abgegeben, die begierig waren, weiteren Aufschluß in gedruckter Form zu erhalten, und sieben Personen füllten die Zettel aus, die ihnen ausgehändigt worden waren, auf denen sie die Bitte äußerten, daß ein Zeuge Jehovas bei ihnen vorsprechen möchte.
Von den Anwesenden blieben noch 75 zu den Abendversammlungen, mit denen diese Tagung zu Ende ging. Der Vortrag des Zweigdieners Charles über das Thema „Wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ zeigte klar, daß die Welt diejenigen beeinflussen kann, die den christlichen Weg eingeschlagen haben, und daß das wirksame Gegengewicht Gottes Königreich ist. Der Vizepräsident, der nun bald wieder verreisen sollte, sollte die letzte Ansprache halten. Da er sich der Gefahren bewußt war, die die heutige Zeit in sich birgt, konzentrierte er seine Abschiedsworte auf die Ermahnung, sich eng an die Organisation des Volkes Jehovas zu halten, damit man in der lebenrettenden Wahrheit bleibt. Sobald diese Ansprache beendet war, trat der Zweigdiener Charles vor und verlas eine Resolution, in der er zum Ausdruck brachte, daß die Anwesenden die Watch Tower Bible & Tract Society als das Instrument anerkennen, das von Jehova dazu benutzt wird, sein heutiges Volk auf Erden vor Harmagedon zu leiten, und daß sie ihr fortgesetzt Loyalität und Unterstützung zollen. Der frühere Zweigdiener, Bruder Carnie, selbst ein beglaubigtes Glied der Watch Tower Bible & Tract Society, unterstützte den Antrag zur Annahme dieser Resolution, den Bruder Charles machte. Das einstimmige Ja zur Annahme der Resolution ertönte voll Überzeugung und Entschlossenheit. So endete denn der Kongreß in Hongkong mit einem glänzenden Höhepunkt.
Am nächsten Tage, am Montag, wurden in den zwei Stunden vor 12 Uhr mittags einige Brüder von Hongkong an die Abschiedsworte erinnert, die Paulus am Strand des Seehafens von Tyrus an die Brüder gerichtet hatte, als er dort weilte. (Apg. 21:2-6) Auf dem sandigen Strand in der Nähe des Repulse-Bay-Hotels hielten neunzehn Missionare und Sonderpioniere am Wasser dieser bekannten Bucht eine Dienstversammlung ab. Bruder Franz behandelte ihre Felddienstprobleme und gab ihnen anspornende Ermahnungen. Eine reiche Mahlzeit, die sie gemeinsam einnahmen, folgte im Golden City Restaurant am Queens Road Center in der Stadt Victoria. Und nun hieß es, zurückzugehen zum Flughafen Kai Tak außerhalb Kauluns. Kostbare letzte Momente des Kontaktes und Gesprächs mit den Brüdern von Hongkong folgten, ehe der Vizepräsident aufgerufen wurde, den fliegenden „Orient Star“ zu besteigen. Ein politisches Kongreßmitglied befand sich unter den Passagieren, und so ging aus Höflichkeit ihm gegenüber das ganze Gepäck unbesehen an Bord dieses zweimotorigen Flugzeuges. Um 16.36 Uhr erhob sich das Flugzeug endgültig von der Landepiste, und bald flog es über dem Wasser und den Inseln dieses Gebietes.
MANILA, PHILIPPINISCHE REPUBLIK
Nachdem die Passagiere des zweimotorigen Flugzeuges, des „Orient Star“, aus der Höhe einen prächtigen Anblick der nächtlichen Lichter Manilas genossen hatten, landete das Flugzeug um 19.35 Uhr wieder, diesmal im P.A.L.-Flughafen. Als sich der Vizepräsident zur Zollstelle begab, wurde er von einer Delegation, einer stattlichen Schar von Zeugen Jehovas mit Freudenrufen empfangen. Ein Zollbeamter, ein philippinischer Zeuge, half ihm, schnell durch den Zoll und dadurch mit den ihn willkommen heißenden Brüdern in Berührung zu kommen. Das Zweigbüro der Watch Tower Society in der Stadt Quezon erwies dem auf Besuch weilenden Beamten der Gesellschaft seine Gastfreundschaft, indem es ihm für die nächsten vier Tage ein Zimmer zuwies mit all den Bequemlichkeiten, die es im Hauptbüro Brooklyn gibt. Bevor er sich aber für die Nacht zurückzog, hatte er die Freude, zu einer großen Schar versammelter Glieder der Zweigfamilie, zu Missionaren und zu einheimischen philippinischen Brüdern zu sprechen, und dies bis in die Nacht hinein, und so wurde man miteinander bekannt.
Der Besuch von Bruder Franz bildete den Anlaß zu einem dreitägigen Landeskongreß der Zeugen Jehovas von den vielen Inseln der Philippinen, der vom 15.—17. Januar (1957) tagte. Zu diesem Zweck hatte man dasselbe Stadion gemietet wie im vorigen Frühjahr, als der Präsident der Gesellschaft und sein Sekretär die Philippinen besucht hatten, nämlich das schöne Rizal-Memorial-Fußballstadion. Trotz der Kürze der Zeit, in der die weit verstreut wohnenden Brüder benachrichtigt werden mußten, war es herzerfreuend, zu beobachten, daß Besucher aus allen Teilen der Philippinen herbeiströmten. Der Gilead-Missionar, der als Kongreßdiener eingesetzt worden war, leistete gute Arbeit. Die Versammlung, die er zwei Monate vor dem tatsächlichen Ereignis einberufen hatte, hatte die Versammlungsorganisation für das große kommende Unternehmen vorbereitet und sie gut in Gang gebracht. Ein erfolgreicher Kongreß war das Resultat.
Das Programm bot allen Kongreßbesuchern morgens, nachmittags und abends ein reichhaltiges geistiges Mahl. Die Ansprachen wurden in den beiden vorherrschenden Dialekten der Inseln gehalten, in Ilokano und Tagalog, ferner in Englisch. Das Podium war hübsch mit der Darstellung von Wachttürmen versehen und prangte im Schmuck des Jahrestextes 1957, der in den acht philippinischen Hauptsprachen auf Transparente geschrieben war, die über den Rasen gespannt waren, vor dem sich in der Mitte die lange, überdachte Haupttribüne befand, flankiert auf beiden Seiten von den offenen Sitzreihen rund um das Oval des großen Stadions. Neu war, daß man das Orchester durch einen gemischten Chor ersetzt hatte, der lediglich von einem Klavier begleitet war. Die musikalische Leitung hatte ein Gileadabsolvent inne. Der Chor sang der Versammlung einleitend die erste Strophe jedes Liedes vor, in das dann alle Versammelten einstimmten und das sie laut sangen. Dies ging sehr gut.
Der Pressediener hatte Vorkehrungen für Interviews mit der Presse getroffen. So besuchte am Morgen des Eröffnungstages des Kongresses, am Dienstag, dem 15. Januar, Bruder Franz, begleitet vom Pressediener, zwei Radiostationen, um dort Vereinbarungen zu treffen. Die erste, DZFM (Die Station des Volkes), gehört der philippinischen Regierung. Der Programmleiter war sehr nett. Obwohl er sich nicht sehr wohl fühlte, war er in freundlicher Weise für das vereinbarte Interview bereit. Er hatte sogar eine bezahlte Radiosendung, die dreißig Minuten beanspruchte, abgesagt, damit er dem Vizepräsidenten der Watch Tower Society dienen konnte. Das halbstündige Interview wurde „direkt aus dem Ärmel geschüttelt“ und vom Studio hinausgefunkt. Der Programmleiter war erfreut über die die Öffentlichkeit interessierende Auskunft, welche Bruder Franz als Antwort auf viele Fragen gab, besonders hinsichtlich der Stellung, die Jehovas Zeugen dem gottlosen Kommunismus gegenüber einnehmen. Die philippinische Republik unterhält keine diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetregierung.
Gleich nach dem ersten Interview wurde es nötig, sich zur kommerziellen Station CBN (Chronicle Broadcasting Network) zu begeben, um dort eine Verabredung einzuhalten. Dort wurde ein 15minutiges Interview auf Tonband aufgenommen. Das Interview wurde am folgenden Tage gesendet, und die Tonanlage des Rizal-Memorial-Fußballstadions konnte es aufnehmen und es am Abend während einer Kongreßpause wiedergeben.
In der Zwischenzeit hielt der Zweigdiener der Gesellschaft, der auch der Kongreßvorsitzende war, eine zweistündige Versammlung auf der Haupttribüne des Stadions mit den Bezirks-, Kreis- und Versammlungsdienern ab. Die meisten der anderen Kongreßbesucher benutzten den Morgen zum Felddienst. Als die offizielle Eröffnung des Kongresses am Nachmittag herannahte, war der Himmel bedeckt, und es gab einige Regenschauer. Dessenungeachtet war an diesem ersten Tage die Haupttribüne gefüllt, und auch im offenen Teil des Stadions saßen einige Kongreßbesucher. Der Zweigdiener hielt als Kongreßvorsitzender vor dieser erfreulichen Zahl anwesender Brüder die offizielle Willkommansprache, und danach wurden die sieben geistigen Ziele der Zeugen Jehovas für 1957 von sieben Brüdern auf geschickte Weise besprochen.
Für die Abendversammlung nahm die Zahl der Anwesenden merklich zu. Am Nachmittag waren 5768 erschienen, am Abend 6353. Die Ansprache des Vizepräsidenten über den Leitgedanken, wonach man Jehovas sichtbare Organisation unterstützen sollte, erwies sich als höchst zeitgemäß und zeigte den Anwesenden die Sache von einem Standpunkt aus, von dem aus viele sie zuvor nicht gesehen hatten. Dies bildete die Grundlage, auf der sie das, was nun als Höhepunkt folgte, besser verstehen und schätzen konnten: die Unterbreitung der Sonderresolution, die seit Anfang des letzten Sommers von Kongressen der Zeugen Jehovas auf dem ganzen Erdenrund angenommen worden war. Die Resolution, die zuerst in Englisch vorgetragen wurde, wurde gleichzeitig von Dolmetschern zur Rechten und zur Linken des Redners in die Sprachen Ilokano und Tagalog übertragen. Als der Redner seine Hand erhob, damit die versammelten 6353 Personen sich über den Antrag äußerten, folgte begeisterter Beifall, und mit erhobener Stimme wurde diese offene, mutige Resolution gegen die kommunistische Verfolgung in Englisch, Ilokano und Tagalog angenommen. Beiläufig bemerkt, sparte es viel Zeit, daß die Übersetzer die Ansprachen, die in Englisch gehalten wurden, gleichzeitig in die Ilokano- und Tagalog-Sprache übersetzten, wobei jeder Übersetzer mit Kopfhörern versehen war, die mit dem zentralen Mikrophon verbunden waren, so daß jede Sprachgruppe an dem ihr zugewiesenen Platz auf der Haupttribüne alles klar und deutlich und ohne jede Konfusion sogleich verstehen konnte. Die Einrichtung funktionierte ausgezeichnet, und viele Kongreßbesucher äußerten ihre Wertschätzung für diese große Verbesserung der Übersetzungsmethode, die noch im Vorjahr anläßlich des Landeskongresses, der an demselben Orte stattgefunden hatte, angewandt worden war.
Am Mittwoch, dem 16. Januar, zog man, nach der Betrachtung des biblischen Tagestextes im Stadion, wieder frohen Herzens gemeinsam in den Felddienst. Auch wurden auf der Tribüne im Laufe des Vormittags Versammlungen in vier Dialekten abgehalten — in Cebu-Visaya, Hiligaynon-Visaya, Bikol und Pampango —, und dies zum Nutzen der Kongreßbesucher, die die drei Hauptsprachen, die man benutzte, nicht verstanden. Die Zusammenfassung des Programms des Vortages, besonders der Sonderresolution gegen den Kommunismus, wurde diesen Versammlungen, deren Glieder Dialekt sprechen, unterbreitet. Gleichzeitig hielt der Zweigdiener in der Cafeteria, die fast direkt gegenüber dem Fußballstadion eingerichtet war, eine Versammlung ausschließlich mit den Bezirks- und Kreisdienern der philippinischen Inseln ab. Auf diese Weise wurde in der Cafeteria anläßlich dieses Kongresses, betitelt „Neue-Welt-Friede“, nicht nur materielle, sondern auch geistige Speise dargereicht. Die Cafeteria hatte die eigene Küche, ihre Anrichtetische und viele Eßtische unter Dach und war von Jehovas Zeugen selbst sehr praktisch eingerichtet worden.
Einige Nachrichtenreporter waren klug genug, sich mit der größten Sache zu befassen, die zu dieser Zeit in der Landeshauptstadt vor sich ging. Kurz nach zehn Uhr saßen vier Reporter in einem Raum des Verwaltungsgebäudes Bruder Franz gegenüber und bestürmten ihn mit Fragen. Der Reporter der zweitgrößten Zeitung erwies sich als der begeistertste. Seine Zeitung, die Chronicle von Manila, veröffentlichte das Interview auf ihrer Vorderseite unter dem Titel „Das Haupt der ‚Zeugen‘ sagt, daß sie im Falle eines Krieges neutral bleiben“. Und unter dem Bild des Vizepräsidenten standen die Worte: „… keine Einmischung in die Politik.“ Der Artikel war sehr gut abgefaßt. Als die Zeitungsreporter genügend Auskunft erhalten hatten, gingen sie fort, aber dafür erschienen 25 Gilead-Missionare, die dort auf den philippinischen Inseln im Vollzeitdienst stehen. Ihre Fragen, natürlich von etwas anderer Art, förderten wertvolle Ratschläge in bezug auf lokale Probleme zutage, denen die Missionare gegenüberstehen. Diese gottergebenen Verkündiger, die die Schafe des Guten Hirten „jagen“ und einsammeln, wurden ermahnt, optimistisch zu sein und voranzudrängen in ihrer lebenrettenden Tätigkeit und an ihrem unschätzbar großen Dienstvorrecht festzuhalten, indem sie ihren Dienstposten nicht aufgeben.
Am Nachmittag fanden auf dem Podium des Kongresses zwei Vortragsreihen (Symposien) statt, durchgeführt von Sprechern aus dem philippinischen Zweigbüro der Gesellschaft und reisenden Kreisdienern. Die erste behandelte das Thema „Versammlungs-Organisation“ und die zweite das Thema „Jehovas Königreich durch Zeitschriften bekanntmachen“. Um 14.10 Uhr wurde Bruder Franz auch eine Viertelstunde lang auf der schwimmenden Bühne des Studios K der Radiostation DZRH, die der Manila Broadcasting Company gehört, interviewt. Als aber die „großen Herren“ die Tonaufnahme des Interviews hörten, waren sie nicht bereit, es durchzugeben. Nun kam der Abend, und unter einem klaren Himmel, im vollen Mondschein, wandte sich Bruder Franz an die Versammelten und sprach über das Thema „Innerhalb der Grenzen der Neuen-Welt-Gesellschaft bleiben“. Die anwesenden 6919 Personen waren sehr aufmerksam und brachen in Beifall aus. Sie schätzten den Hinweis, daß man eine unerschütterliche Treue zu der Organisation bekunden sollte, die bei Jehova in Gunst steht.
Wie bei allen Kongressen kam unerbittlich auch der letzte Tag des Kongresses in Manila herbei. Es war ein ausgefüllter Tag. Am Morgen war als erstes die Taufe vorgesehen. Die an die Täuflinge gerichteten Fragen, wodurch ihre Würdigkeit für die Taufe festgestellt werden sollte, wurden in all den Dialekten gestellt, die die Täuflinge sprachen, nämlich außer in Englisch noch in Tagalog, Ilokano, Cebu-Visaya, Hiligaynon-Visaya, Bikol, Samareno, Pangasina, Pampango, Sambal und Ibanag. Trotz der Verschiedenheit der Sprachen waren alle Täuflinge in dem Sinne gleich, daß sie sich alle demselben Gott Jehova hingaben und seine Königreichswahrheit verstanden. Demgemäß konnten sich 279 Personen im Schwimmbassin der YMCA taufen lassen, das nicht weit vom Rizal-Stadion entfernt lag, wo 6572 Anwesende zuhörten, wie sie die entscheidenden Fragen mit Ja beantworteten.
Angesichts der Tatsache, daß der Schluß des Tages für die öffentliche Veranstaltung reserviert bleiben sollte, gaben die Redner am Nachmittag von der Bühne aus den Brüdern noch die Abschiedsermahnungen. Sie waren sich der Tatsache bewußt, daß im vergangenen Jahre die Organisation der Zeugen auf den Philippinen einen beträchtlichen Verlust in der Zahl aktiv predigender Diener erlitten hatte. So ermutigten sie denn die Kongreßbesucher, danach zu streben, die Verluste der Vergangenheit wettzumachen und mit den übrigen Gliedern der Neuen-Welt-Gesellschaft in der Ausdehnung der Predigttätigkeit Schritt zu halten. Wie es am Platze war, hielt der Zweigdiener der Philippinen, Earl K. Stewart, am Nachmittag die Schlußansprache und spornte zu noch größerer Leistungsfähigkeit im Dienste als Prediger der neuen Welt an. Die 7652 Zuhörer nahmen sich dies zu Herzen.
Eine Pause von 45 Minuten folgte, und dann hörten alle, die in der Kühle des frühen Abends zum öffentlichen Vortrag erschienen waren und die Haupttribüne rasch füllten, so daß sich noch Zuhörer in den nicht überdachten Teil der Sitzreihen begaben, den Vortrag über das Thema „Der Friede einer neuen Welt in unseren Tagen — Warum?“ in Englisch, Ilokano und Tagalog. Diese Versammelten, die größte Zahl, die anwesend war — man zählte 9463 —, waren sehr begeistert. Sie klatschten, als der Redner, Bruder Franz, in der traditionellen philippinischen Tracht erschien; er trug nämlich ein Barong Tagalog, das schöne Geschenk dankbarer philippinischer Brüder. Lebhaft applaudierten sie zu den begeisternden Punkten seines Vortrages, die von den Übersetzern zu seiner Rechten und zu seiner Linken ohne jedes Zögern und lebhaft wiedergegeben wurden. Sie hörten, verstanden und empfanden mit! Ihre Wertschätzung für die Neue-Welt-Botschaft wurde ferner dadurch kund, daß sie am Schluß Tausende von Gratisexemplaren der Broschüre „Diese gute Botschaft vom Königreich“ entgegennahmen. Dieser öffentliche Vortrag und der ganze Felddienst, den am Vortage Tausende von Zeugen, die die Stadt besuchten, durchführten, schufen die Grundlage für eine gewaltige Nachbesuchsarbeit, die die Versammlungen in der Hauptstadt übernehmen sollten.
Im großen und ganzen zeigte dieser Kongreß, daß seine Besucher seit früheren Kongressen geistig gewachsen waren. Eine Besserung in ihrem Verhalten war festzustellen; außerdem waren die verschiedenen Kongreßabteilungen besser organisiert und arbeiteten leistungsfähiger, besonders die Cafeteria dieses Kongresses, der unter dem Motto „Neue-Welt-Friede“ stand, und auch die so wichtige Tonanlage. Die Presseabteilung gab an acht verschiedenen Tagen Nachrichten für sechs Zeitungen in Englisch frei, für zwei in Tagalog, für drei in Chinesisch, ferner für sechs Wochenzeitungen und vierzehn Provinzblätter. Die Berichte, besonders in den weitverbreiteten Tageszeitungen, machten eine Spaltenlänge von mindestens 8,5 Metern aus. Zur Zeit, da dieser Bericht verfaßt wurde, am 2. Februar, brachte eine Wochenzeitschrift einen Leitartikel in Englisch, gestützt auf Auskünfte der Presseabteilung, und eine andere Wochenzeitschrift, und zwar am 10. Februar, einen Artikel in Tagalog.
Angesichts der Tatsache, daß die Philippinische Republik keine diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetregierung in Moskau unterhält, entstand die Frage, was man mit der ersten Kopie der Sonderresolution tun sollte, die am ersten Abend angenommen und offiziell auf dem Kongreßpodium vor 6353 Kongreßbesuchern unterzeichnet worden war. Man mußte sich einen Mittelsmann suchen, der sie der richtigen russischen diplomatischen Stelle zuleiten würde. Gerade noch rechtzeitig, vor 12 Uhr mittags, begab sich Bruder Franz, ehe er die Landeshauptstadt am Freitag, dem 18. Januar, verließ, in Begleitung des Zweigdieners und unseres Zollagenten in das Gebäude des Justizdepartements. Dort wurden wir in das Büro des damaligen Vizepräsidenten der Philippinischen Republik, Mr. Carlos García, geführt, der auch Sekretär des Auswärtigen Amtes war. Wir besuchten diesen hohen Beamten besonders in bezug auf seine letztere Funktion. Der ehrbare Mr. García erwies sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Er setzte sich mit dem Vizepräsidenten auf einen Diwan und sprach mit ihm sehr konversationell. Er schien die Zeit ganz zu vergessen. Als das Interview beendet war und sich der Vizepräsident zum Flughafen begeben mußte, hatte ihm der philippinische Vizepräsident vierzig Minuten seiner wertvollen Zeit gewidmet. In demokratischer Weise und zur Unterstützung der verfassungsmäßigen Glaubensfreiheit, die gestattet, daß man Gott gemäß den Vorschriften des eigenen Gewissens anbetet, nahm er aus der Hand von Bruder Franz die unterzeichnete Abschrift der Sonderresolution entgegen und sagte, er werde sie durch die amerikanische Regierung der zuständigen russischen Amtsperson zukommen lassen. Dem Vizepräsidenten, Mr. García, wurde für seine Freundlichkeit aufrichtig gedankt. Zwei Monate später, nämlich am 18. März, wurde er in Manila vereidigt, um im Amte dem Präsidenten Ramón Magsaysay zu folgen, der einem Flugzeugunfall zum Opfer gefallen war.
Auf dem internationalen Flugplatz in Manila hatte sich eine Anzahl Brüder, Missionare und auch Filipinos, versammelt, um sich von Bruder Franz zu verabschieden. Schließlich erhob sich um 14.30 Uhr der „Fliegende Tiger“ in die Luft und flog über die Manila-Bucht hinweg. Sein Ziel war auch das nächste Reiseziel von Bruder Franz.
(Fortsetzung folgt)
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1957 | 1. Oktober
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Fragen von Lesern
● Beiliegend ein Artikel, betitelt „Eifriger Wandale“, aus der Zeitschrift Nature, Dezemberausgabe 1956. Ist dies eine richtige Art und Weise, wie man für die Wahrheit Zeugnis gibt? — C. T., Vereinigte Staaten.
Der Artikel dieser Zeitschrift enthält Fotografien zweier Felsstücke des Olympic-National-Parks im Staate Washington. Auf dem einen stehen in weißen Lettern, zwei Fuß hoch, die Worte geschrieben: „2. Mose 6:3, der Name Gottes, des Allmächtigen, ist JEHOVA.“ Auf dem anderen steht folgendes: „PSALM 83:18: Damit die Menschen erkennen, daß du, dessen Name allein JEHOVA ist, der Höchste bist über die Erde.“ Es wird im Artikel noch gesagt: „Es ist äußerst zweifelhaft, ob verantwortliche Amtspersonen in der religiösen Denomination, zu der dieser Gesetzesübertreter gehört, einen Brauch sanktionieren, wodurch man einen Nationalpark für solche Zwecke benutzt.“ Ferner wird folgende Bemerkung hinsichtlich der Wirkung der Anschriften gemacht: „Sie versetzen gewisse Betrachter in großes Erstaunen, wieder andere verabscheuen so etwas.“
Nein, dies ist nicht die richtige Art und Weise, wie man Zeugnis geben soll, und kein reifer Zeuge Jehovas wird solche Methoden anwenden, wodurch öffentliche Stätten entstellt werden und statt guten Willens Feindschaft erweckt wird. Die Bibel wie auch die Gesellschaft betonen, daß man durch Besuche von Haus zu Haus predigen soll, durch Zeugnisgeben auf der Straße und durch Bibelstudien in den Häusern der Leute, wobei die Verkündiger der Wahrheit die Bibel, biblische Literatur und ihre eigenen Worte gebrauchen. Himmel und Erde legen auf ihre eigene Weise für Jehova, den Schöpfer, Zeugnis ab und widerspiegeln seine Majestät, Macht und Größe, wie die Bibel es uns sagt. (Ps. 19:1-6; Röm. 1:20) Die Menschen können gewisse Methoden anwenden, durch die sie ebenfalls Jehovas Lobpreis verkünden, und diese Methoden sind in der Bibel dargelegt. Jedoch Anlagen im Freien zu entstellen und die Botschaft in den Augen anderer auf diese Weise herabzusetzen, ist nicht eine von der Bibel gutgeheißene Methode der Verkündigung.
Beiläufig sei bemerkt, daß die Zeitschrift der Gesellschaft, Erwachet!, in ihrer Ausgabe vom 22. Oktober 1956 einen Artikel veröffentlichte, betitelt „Die amerikanischen Nationalparke in Gefahr“, worin der Mangel an Wertschätzung für Nationalparks beklagt wurde.
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Kommunisten senden Zeugen nach SibirienDer Wachtturm 1957 | 1. Oktober
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Kommunisten senden Zeugen nach Sibirien
● Die New York Times vom 5. März 1957 veröffentlichte folgende Meldung aus London: „Sieben Mitglieder der Sekte der Zeugen Jehovas sind von der Moldauischen Sowjetrepublik auf die Anklage hin, ‚Spione für Organisationen der Vereinigten Staaten‘ zu sein, vor Gericht gezogen worden — so enthüllte ein Radiobericht aus Kischinew. Kischinew ist die Hauptstadt der Moldauischen Republik, die im südwestlichen Teil der Sowjetunion liegt. Gemäß dem Bericht sind zwei der sieben Angeklagten Frauen.“ Unter diesem Bericht bemerkte die Times: „Beamte im internationalen Hauptbüro der Zeugen Jehovas in Brooklyn, N. Y., sagten, sie seien von der Verhaftung der sieben Mitglieder der Sekte nicht unterrichtet gewesen. Sie sagten, die Sekte betätige sich in der ganzen Sowjetunion unterirdisch, und etwa 7000 Zeugen seien bereits nach Sibirien verschickt worden.“
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