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  • Bist du ein Christ, der andere ermuntert?
    Der Wachtturm 1971 | 15. September
    • wissen, wie man sie ermuntern kann, ist Einfühlungsvermögen notwendig. Man muß sich in ihre Lage versetzen können.

      Selbstlose Liebe ist die Triebkraft des Einfühlungsvermögens. Sie bewirkt, daß du Gelegenheiten, zu helfen und ein ermunterndes Wort zu sagen, erkennst. Die christliche Liebe veranlaßt dich, der Aufforderung zu folgen: „Fahrt daher fort, einander zu trösten und einander aufzuerbauen.“ — 1. Thess. 5:11.

      Und womit wirst du belohnt, wenn du andere ermunterst? Du wirst selbst ermuntert, denn es ist so, wie es in den Sprüchen heißt: „Wer andere reichlich tränkt [indem er sie ermuntert], wird [dadurch] auch selbst reichlich getränkt werden.“ — Spr. 11:25, NW.

  • ‘Gott wird alle eure Bedürfnisse völlig befriedigen’
    Der Wachtturm 1971 | 15. September
    • ‘Gott wird alle eure Bedürfnisse völlig befriedigen’

      Von Harold P. Woodworth erzählt

      ALS Kind hatte ich den Spruch über meinem Bett hängen: „Gott wird alle eure Bedürfnisse befriedigen.“ (Phil. 4:19) Dieser Text, der aus der King-James-Bibel stammte, machte auf mich einen tiefen Eindruck und bewahrheitete sich auch in meinem Leben. Ich hatte eine liebevolle Mutter, die mir half, die Bibel zu verstehen. Das war eines der ersten Bedürfnisse, die Jehova erfüllte. Meine Mutter hatte eine große Liebe zur Heiligen Schrift. Abends setzte sie sich jeweils zu mir ans Bett und las mir daraus vor. Sie war auch stets bereit, meine Fragen zu beantworten.

      WIE ICH DIE GÖTTLICHE WAHRHEIT KENNENLERNTE

      Im Jahre 1911 hörte sich mein Bruder Eldon im Theater von Marengo (Illinois), unserem Heimatort, einen biblischen Vortrag an. Er erkannte sofort, daß die Internationalen Bibelforscher, wie Jehovas christliche Zeugen damals hießen, die Wahrheit lehrten. Am darauffolgenden Sonntag nahm er auch Mutter und mich mit. Von da an besuchten wir ständig die Zusammenkünfte und Kongresse der Bibelforscher. Die Unterweisung im Worte Gottes und die christliche Gemeinschaft waren uns während unseres ganzen Lebens ein Schutz, dessen wir bedurften. Gott war es, der dieses Bedürfnis befriedigte.

      Die göttliche Wahrheit tröstete uns und befreite uns von unvernünftigen babylonischen Lehren wie der Lehre von der ewigen Qual, der Dreieinigkeitslehre und von der Lehre, daß unsere schöne Erde einmal verbrannt würde. Meine Mutter hatte den brennenden Wunsch, die Wahrheit auch anderen zu erzählen, und sie spannte jeweils das Pferd vor den Einspänner und besuchte die Nachbarn, um ihnen die gute Botschaft von Gottes Königreich zu überbringen.

      Unsere kleine „Klasse“ oder Versammlung von Bibelforschern wurde regelmäßig von reisenden Vertretern der Watch Tower Society besucht, die damals Pilgerbrüder genannt wurden. Sie vermittelten uns die Unterweisung und Ermunterung, deren wir bedurften. Und ihre Erlebnisse, die sie uns manchmal erzählten, wenn sie bei uns aßen, machten einen tiefen Eindruck auf uns, sie waren begeisternd und lehrreich, ähnlich wie die Erlebnisse der Propheten und der Apostel Jesu Christi.

      Im Jahre 1914 führte die Watch Tower Society in der Oper unseres Wohnortes das Photo-Drama der Schöpfung vor. Das war ein Werk, bestehend aus Filmen und farbigen Lichtbildern über Szenen der biblischen Geschichte, verbunden mit Erklärungen und Musik auf Schallplatten. Damals steckte der Film noch in den Kinderschuhen, daher lockte dieses Werk über die Bibel, das eine Vorführungsdauer von insgesamt acht Stunden hatte, mehr Besucher an, als wir je hatten. Ich bemühte mich, die Vorführung zu unterstützen, indem ich Gratiseintrittskarten ausgab.

      Im Jahre 1915 fuhren wir nach Chicago, um C. T. Russell, den ersten Präsidenten der Watch Tower Society, zu hören. Im gleichen Jahr, und zwar am 4. Juli, ließ ich mich taufen. Ich erinnere mich noch an jenen Tag, als wäre es gestern gewesen. Ich war erst dreizehn Jahre alt, aber ich wollte Jehova dienen und seinem treuen Sohn nachfolgen.

      DIE ERSTEN KONGRESSE UND VORRECHTE

      Der erste große Kongreß, den ich besuchte, fand 1917 in Aurora (Illinois) statt; dieser Kongreß war ein unvergeßliches Erlebnis. Am letzten Sonntag jenes Jahres stapften wir durch den hohen Schnee von Haus zu Haus, um den Leuten die kraftvolle Botschaft zu bringen: „Der Fall Babylons“, eine Sonderausgabe des Monatsheftes Der Schriftforscher. Dieses Traktat erregte den Zorn der Geistlichkeit; später wurde das Buch Das vollendete Geheimnis verboten, und die Beamten der Gesellschaft wurden zu Unrecht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Es war eine prüfungsreiche Zeit. Doch sobald das Verbot aufgehoben wurde, lief ich zu einem unserer Nachbarn und brachte ihm das Buch, denn er wollte es unbedingt lesen.

      Die Entlassung unserer christlichen Brüder aus der Strafanstalt und der Kongreß in Cedar Point (Ohio) im Jahre 1919 erfüllten ein großes Bedürfnis, und das Zeugniswerk wurde neu belebt. Welch ein Vorrecht es war, bei diesem Kongreß zugegen zu sein!

      Wie mein himmlischer Vater etwas später eines meiner Bedürfnisse stillte, hatte einen großen Einfluß auf die Gestaltung meines Lebens. Auf einem kleinen Kongreß sah ich ein liebenswertes, nettes junges Mädchen, und ich verliebte mich in sie. Wir trafen uns jeweils auf den Kongressen; sie war eine reizende und anregende Gefährtin. Sie liebte die Wahrheit von ganzem Herzen und nahm die Aufgabe, anderen die gute Botschaft zu überbringen, ernst. Der Umgang mit diesem Mädchen schützte mich vor weltlichen Einflüssen. Acht Jahre später wurde Mildred meine Frau. Ich weiß nicht, wo es günstiger wäre, einen treuen Freund und Ehepartner zu finden, als auf einer Zusammenkunft des Volkes Gottes, besonders wenn man Gott sein Bedürfnis im Gebet darlegt.

      Als Eldon, mein Bruder, in das Bethel kam, den Hauptsitz der Watch Tower Society in Brooklyn (New York), war ich der einzige Mann in unserer kleinen Versammlung. Das war 1920. Ich erinnere mich, daß der Pilgerbruder R. L. Robie, als er einmal unsere „Bibelklasse“ besuchte, sagte, „Bruder Harold“ würde nun die Zusammenkunft leiten. Diese Ermunterung habe ich nie vergessen, und sie half mir, jungen Menschen gegenüber rücksichtsvoll zu sein, die lernen möchten, Jehova zu dienen.

      „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ — dieses aufrüttelnde Thema wurde durch öffentliche Vorträge, Zeitungsanzeigen und ein broschiertes Buch weit und breit bekanntgemacht. Ich druckte einige große Plakate und hängte sie an die Einfassungsmauer von Friedhöfen, um die Menschen wissen zu lassen, daß die Zeit kommen werde, in der keine Friedhöfe mehr benötigt würden.

      ALS VOLLZEITDIENER AM PREDIGTWERK TEILNEHMEN

      Als ich noch in die Oberschule ging, lernte ich Drucker, und später hatte ich eine eigene Druckerei. Im Laufe von zehn Jahren nahm mich mein Geschäft immer stärker in Anspruch. Als wir feststellten, daß mir ständig weniger Zeit für geistige Dinge blieb, beschlossen wir, das Geschäft zu verkaufen und den Pionierdienst aufzunehmen, das heißt unter der Leitung der Watch Tower Bible and Tract Society Vollzeitpredigtdienst zu tun. Zu diesem Entschluß trugen auch die Pioniere oder Vollzeitprediger bei, die uns ab und zu besuchten. Und als ich mir den

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