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  • Jehova auf seinem heiligen Berg dienen
    Der Wachtturm 1982 | 1. Februar
    • 36) kaufte man ein geräumiges Haus.

      Ein Bruder, der über die nötigen Fachkenntnisse verfügte, wurde beauftragt, die Maschinen zu kaufen. Da er wußte, wieviel Geld uns zur Verfügung stand, ging er nach Deutschland, um gute gebrauchte Druckpressen und eine neue Rotationspresse zu kaufen. Unglücklicherweise wurden alle dieses Maschinen auf einen Güterwagen verladen, der ein undichtes Dach hatte. Das war kurz nach dem Krieg, und die Verhältnisse in Europa waren immer noch schwierig. Welch eine Enttäuschung, als die Maschinen eintrafen! Zufolge des eingedrungenen Regenwassers waren sie total verrostet.

      Es hatte keinen Zweck, sich hinzusetzen und zu weinen. Glieder der Berner Versammlung, auch Schwestern, gingen mit Petroleum und Schmirgelpapier ans Werk. Nach wochenlanger harter Arbeit war keine Spur mehr von Rost zu sehen. Mit der Unterstützung eines Monteurs bauten die Brüder die Pressen auf, und bald liefen sie störungsfrei. Das Gebäude, in dem gedruckt wurde, diente später jahrelang als Zweigbüro und Druckerei für die Schweiz und die französischsprachigen Länder. Später übersiedelte das Schweizer Bethel in ein viel größeres Gebäude, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite errichtet worden war, Allmendstraße 39. Jahre danach zog das Bethel nach Thun.

      FURCHTLOS AUF DEM „BERG“ JEHOVAS

      Der achttägige Kongreß in Cedar Point (Ohio, USA; 1. bis 8. September 1919), auf dem das Thema „Glückselig die Furchtlosen“ besonders hervorgehoben wurde, war für uns Bibelforscher eine Quelle der Ermunterung. Auch Bruder Rutherfords Besuch im Herbst des Jahres 1920 war uns eine große Hilfe. Sein Beispiel und seine ermunternden Worte spornten uns an, im Königreichsdienst unser Bestes zu leisten.

      Nicht nur das Photo-Drama, sondern auch der Vortrag „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“ war ein großartiges Zeugnis. Die Menschen strömten nur so in die Säle, und das Buch mit dem gleichen Titel ging weg wie warme Semmeln. Manchmal bestellten Literaturdiener die „Millionen“-Bücher telegrafisch: „Schickt 200 Millionen“ oder: „Dringend. 150 Millionen“, worüber sich die Telegrafistinnen jeweils wunderten.

      Ich durfte von Anfang an, das heißt von Oktober 1920 an, im Bethel in Bern tätig sein, und ich erinnere mich immer noch gern an die herzliche Bruderliebe, die in der Familie herrschte. Eines Morgens im Juli 1921 sagte der Zweigaufseher zu mir, ich sei dazu ernannt worden, das Werk in Elsaß-Lothringen und im Saargebiet zu leiten. In diesen Gebieten war zwar schon viel gearbeitet worden, doch die bestehenden Versammlungen mußten gestärkt und neue gegründet werden. Auch hier mußte „der Berg des Hauses Jehovas“ erhoben werden „über die Hügel“, so daß die Menschen in Lothringen, im Elsaß und im Saargebiet zu ihm „strömen“ konnten, um Jehova anzubeten (Mi. 4:1).

      In meiner Eigenschaft als Pilgerbruder organisierte ich mit der Unterstützung der einheimischen Ältesten Vortragsfeldzüge. Da die katholische Kirche damals in jenen Gebieten besonders mächtig war, erforderte diese Tätigkeit Mut, und immer wieder dachten wir an das Motto des Kongresses in Cedar Point: „Glückselig die Furchtlosen“.

      DEN SCHAFEN HELFEN

      Jehova ließ durch seinen Propheten Hesekiel sagen: „Ich will nach meinen Schafen suchen und mich ihrer annehmen. Und ich will sie aus den Völkern herausführen ... Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf Israels hohen Bergen wird in der Folge ihr Aufenthaltsort sein“ (Hes. 34:11, 13, 14). In den ersten Jahren nach dem Weltkrieg suchten eifrige Christen in jedem Winkel nach den „Schafen“ und führten sie zum „Berg“ der wahren Anbetung Jehovas, wo sie nahrhafte geistige Speise erhielten. (Siehe Matthäus 25:31-46.)

      Als die Zeitschrift Das Goldene Zeitalter (jetzt Erwachet!) herauskam, faßten sich junge Christen in Straßburg und Saarbrücken ein Herz und boten die Zeitschrift in vielen Restaurants und Bierlokalen an. Auf diese Weise gaben sie ein sehr gutes Zeugnis.

      In den Jahren 1922 und 1923 wurde im Elsaß das Photo-Drama wieder aufgeführt, zuerst von Bruder Charles Eicher und später, als Bruder Eicher in das Bethel in Brooklyn berufen wurde, von mir. Damals gab es noch keine Lautsprecheranlagen. Glücklicherweise hatte das Palais des Fêtes in Straßburg eine ausgezeichnete Akustik, denn die Zuhörerzahl betrug Abend für Abend etwa 1 800. Unser Geigenspieler, Charles Rohner, trug viel zum Erfolg dieser Vorführungen bei. Er wurde später auch ins Bethel Brooklyn gerufen, wo er sein musikalisches Talent entfalten konnte, indem er die von der Wachtturm-Radiostation WBBR ausgestrahlten Programme mit seiner Kunst bereicherte.

      Die Bewohner des Großherzogtums Luxemburg mußten auch aufgefordert werden, Jehova auf seinem heiligen „Berg“ anzubeten. Es gelang mir, das Photo-Drama in den Städten Luxemburg, Esch und Differdange vorzuführen und in fünf anderen Orten Vorträge zu halten. Aber ich konnte nicht regelmäßig nach Luxemburg fahren, weil es von Straßburg aus zu weit war. Schließlich vereinbarten wir mit deutsch sprechenden Brüdern aus dem nahe gelegenen Trier, daß sie sich des Werkes dort annahmen.

      Im August 1925 und dann noch einmal im Frühjahr 1926 wurde ich beauftragt, als Pilgerbruder die Versammlungen in der Ostschweiz zu besuchen. In jener Zeit lernte ich meine spätere Frau, Antoinette, kennen. Aber ich wollte trotz Heirat im Vollzeitdienst bleiben. Zur rechten Zeit zeigte sich eine Lösung. Im Mai 1926 wurde jemand benötigt, der die Aufsicht des Büros und des Literaturdepots der Gesellschaft in Lens (Nordfrankreich) übernahm. Ich wurde zuerst allein dorthin geschickt, und später, im Jahre 1927, heiratete ich Antoinette. Sie zog zu mir nach Lens, führte den Haushalt und kochte, half aber außerdem im Büro, wo noch Bruder François Jankowski arbeitete. Er erledigte die Korrespondenz mit den polnischen Brüdern in Nordfrankreich.

      „AUF DEN BERGEN“ DER ANBETUNG JEHOVAS IN SICHERHEIT

      Im Jahre 1928 wurde unser erstes Kind, Daniel, geboren und ein Jahr darauf Frédy. Nun wurde es für mich notwendig, eine weltliche Arbeit zu suchen, damit ich meine Familie ernähren konnte (1. Tim. 5:8). Die große Frage war: „Wohin ziehen?“ Sollten wir in die Schweiz zurückkehren, in die Alpen, die ich so liebte, oder sollten wir in Frankreich bleiben, wo wir anscheinend nötiger gebraucht wurden?

      Wir entschlossen uns, uns im Gebiet von Paris niederzulassen, wo es zu jener Zeit nur eine Handvoll Königreichsverkündiger gab. Und hier wohnen wir noch heute, über 50 Jahre später. Antoinette (Mimi) und ich bemühen uns, Jehova auf seinem heiligen „Berg“ treu zu dienen, obschon unsere Kräfte etwas nachgelassen haben. Auch freuen wir uns, daß einige unserer Kinder und Enkel dasselbe tun.

      Welch ein langer, steiler „Anstieg“ es doch war von 1915 bis 1982! Aber während all dieser Jahre haben Jehova und seine Organisation unter seinem Sohn Christus Jesus mir beigestanden. Jetzt, wo ich mich dem Ende meines irdischen Daseins nähere, möchte ich dem „treuen und verständigen Sklaven“ gegenüber meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen für die wunderbaren geistigen Vorkehrungen, durch die uns — mir und allen Mitchristen in der ganzen Welt — stets geholfen wird, die für die mühsame Arbeit und für die Überwindung von Hindernissen erforderliche geistige Kraft zu erhalten (Mat. 24:45 bis 47). Wie Habakuk in alter Zeit, so kann auch ich sagen: „Der Souveräne Herr [Jehova] gibt mir Kraft. Er macht meine Schritte sicher wie die eines Hirsches und hält mich auf den Bergen in Sicherheit“ (Hab. 3:19, Today’s English Version).

  • ‘Zehn Frauen werden in einem Ofen Brot backen’
    Der Wachtturm 1982 | 1. Februar
    • ‘Zehn Frauen werden in e i n e m Ofen Brot backen’

      ZU DEM Unglück, das über Israel kommen sollte, wenn es untreu wäre, gehörte das, was in 3. Mose 26:26 mit folgenden Worten erwähnt wird: „Dann werden zehn Frauen tatsächlich euer Brot in nur e i n e m Ofen backen.“ Unter normalen Umständen brauchte jede Frau einen Ofen, um das nötige Brot zu backen. Die Worte in 3. Mose 26:26 wiesen jedoch auf die Zeit hin, in der nur so wenig Nahrung erhältlich wäre, daß für 10 Frauen ein einziger Ofen genügen würde, um all ihr Brot zu backen.

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