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  • Eine Ölpipeline für Peru
    Erwachet! 1978 | 8. August
    • Eine Ölpipeline für Peru

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Peru

      KANNST du dir ein Leben ohne Öl und dessen Produkte vorstellen? Es gäbe keine Benzinmotoren, keine Dieselkraftwerke und auch nicht die vielen Kunststoffe, die aus Öl hergestellt werden. Wir müßten unsere Lebensgewohnheiten drastisch ändern, denn die heutige Weltwirtschaft ist völlig vom Öl abhängig.

      Zur Zeit haben viele Länder, die über keine eigenen Ölvorkommen verfügen, wegen der gegenwärtigen Entwicklungen hinsichtlich der Ölreserven ernste Schwierigkeiten. Seit einigen Jahren lassen Wissenschaftler die Warnung ergehen, daß die Ölreserven der Welt möglicherweise in 25 bis 50 Jahren erschöpft sind. Die OPEC (Economic Council of Oil Producing Nations) hob den Preis für Rohöl auf mehr als 12 Dollar pro Barrela an. Die wirtschaftlichen Folgen konnten unmittelbar danach in allen Öl importierenden Ländern verspürt werden. Gerade die Entwicklungsländer, die das Öl importieren müssen, um ihre Wirtschaft zu beleben, wurden hart betroffen.

      Eines dieser Länder, die die Auswirkung des Ölpreisanstiegs verspürten, war Peru. Obwohl sich diese Republik an der Westküste Südamerikas jahrelang selbst mit Öl versorgt und sogar Öl exportiert hatte, importierte sie im Januar 1977 mehr als 50 000 Barrel Öl pro Tag, um den Bedarf des Landes zu decken. Experten sagen, daß die ständig wachsende Wirtschaft Perus um das Jahr 1980 täglich 180 000 Barrel Öl brauchen wird.

      Bei einer Tagesproduktion von nur 65 000 Barrel in den Ölfeldern im Norden Perus ist das allerdings ein schwerwiegendes Problem für die Entwicklung des Landes. Für die Ölimporte mußten wertvolle Devisen aufgebracht werden. Was konnte man tun, um Perus wirtschaftliches Wachstum zu sichern und gleichzeitig den Ölbedarf des Landes zu decken?

      Auf der Suche nach neuen Reserven

      Peru begann nach neuen Ölreserven zu suchen. Man wußte von großen Ölvorkommen im Gebiet des Amazonasbeckens. Diese Reserven hatte man bis dahin wegen ihrer Unzugänglichkeit weitgehend unbeachtet gelassen. Doch durch die veränderte Situation der siebziger Jahre gewannen sie für die Wohlfahrt des Landes an Bedeutung.

      Die Reserven liegen im Herzen eines tropischen Regenwaldes, eines der am schwersten zugänglichen Gebiete der Erde. Erschwert wurde die Sache noch dadurch, daß der Großteil von Perus Bevölkerung an der Westküste, auf der anderen Seite der Anden, lebt. Könnte man eine Pipeline bauen, die das Öl aus dem Dschungelgebiet über die Berge an die Pazifikküste Perus leiten würde? Eine Firma in San Francisco wurde beauftragt, die Rentabilität des Projekts zu überprüfen. Die Erforschung und Planung des Verlaufs der Pipeline über die Anden dauerte länger als ein Jahr und kostete ungefähr 6 000 000 Dollar. Anfang 1975 begannen die Bauarbeiten. Bei einem Bauprojekt dieser Größe müssen natürlich viele verschiedene Firmen zusammenarbeiten. Ungefähr 7 000 Arbeiter, davon 5 000 Peruaner, wurden unter Vertrag genommen.

      Jetzt kam die eigentliche Herausforderung: die Pipeline so schnell wie möglich fertigzustellen. Die peruanische Regierung erklärte den Bau der Pipeline zum dringlichsten Projekt der Nation. Doch mußten noch große Schwierigkeiten überwunden werden. Wieso?

      Betrachte das Ausmaß des Unternehmens. Nach Auskunft der PetroPeru, der nationalen Ölgesellschaft, die für die Nutzung der peruanischen Ölreserven verantwortlich ist, kommt die Pipeline von Nordperu (Oleoducto Nor Peruano) in der Größe gleich nach der Pipeline von Alaska. Sie ist 852 Kilometer lang und hat auf dem ersten Streckenabschnitt im Dschungel bis „Kilometer 304“ einen Rohrdurchmesser von 61 Zentimetern. Der übrige Teil der Pipeline ist 91 Zentimeter im Durchmesser. Die Hauptpipeline wird von drei unterschiedlich langen Zweigleitungen versorgt, die das Öl aus verstreut liegenden Ölfeldern heranschaffen. Die Baukosten betrugen mehr als 700 Millionen Dollar.

      Erschwert wurde die Fertigstellung dieses Projekts durch die unterschiedlich beschaffenen Landschaften, durch die die Pipeline führt. Peru hat vier große geographische Gebiete — selva (Dschungel), montaña (hoch gelegener Dschungel an der Ostseite der Anden), das Andenhochland und die trockene Küstenebene. Jedes Gebiet unterscheidet sich von den übrigen wesentlich in Bodenbeschaffenheit, Höhe und Klima.

      Bautätigkeit im Dschungel

      Die größten Bauschwierigkeiten tauchten im dichten, wuchernden, tropischen Dschungel des Amazonasbeckens auf. Von der Luft aus betrachtet, sieht dieses Gebiet wie ein zusammenhängender grüner Teppich aus. Doch unter dieser verflochtenen Vegetation verbirgt sich, was die Peruaner als aguajales bezeichnen. Das sind Sümpfe ohne jeden festen Boden. Die Pipelinearbeiter mußten sich auf einer Strecke von mehr als 300 Kilometern durch die Pflanzendecke mit den vielen hohen Bäumen einen Weg bahnen.

      Die Arbeiter kämpften sich vor in diesem heißen, feuchten Klima mit mehr als 254 Zentimeter Niederschlag im Jahr. Ingenieure und Techniker mußten laufend durch neue Methoden des Pipelinebaus unvorhergesehene Schwierigkeiten meistern.

      Die Arbeit begann am östlichen Ende der Pipeline, bei San José de Saramuro. Dieser Ort diente als Depot für das Material, das vom Atlantischen Ozean her 4 500 Kilometer weit auf dem Amazonas zum Inlandhafen Iquitos transportiert wurde. Von dort aus schafften 28 Schlepper mit 58 Schleppkähnen mehr als 100 000 Tonnen Material und Baumaschinen zu den Mannschaften, die die Pipeline bauten. Vier Hubschrauber und zwei Amphibienflugzeuge waren ständig unterwegs, um Material für Notfälle und um Ersatzteile zu liefern.

      Ein großer Teil der ersten 304 Kilometer Pipeline wurde in zwei Abschnitten entlang dem Marañon, einem Hauptzufluß des Amazonas, gelegt. Hier tauchten zwei wichtige Probleme auf. Es war notwendig, eigens für die Pipeline zwei Kanäle auszuheben. Die geschweißten Teile mußten dann in Position gebracht und unter Wasser gesetzt werden.

      Arbeiter, die auf speziellen Schleppkähnen untergebracht waren, mußten in fast mannstiefen Sümpfen waten, wo giftige Schlangen und Insekten lauerten. Obwohl stets eine fachkundige medizinische Behandlung verfügbar war, gab es viele Krankheits- und Todesfälle. Einige Arbeiter zogen sich tropische Krankheiten zu und mußten evakuiert werden. Andere verunglückten tödlich. Die Erstellung dieser ersten beiden Abschnitte dauerte länger als ein Jahr.

      Über Gebirge und Wüste

      Inzwischen hatte eine argentinische Firma ihre Baumannschaften für die Weiterführung der Pipeline über die zerklüfteten Anden eingesetzt. Glücklicherweise liegt der Scheitelpunkt bei dem 2 145 Meter hohen Porculla Pass, dem niedrigsten Paß der peruanischen Anden. Nichtsdestoweniger bestanden gewaltige Hindernisse. Zuerst mußte man eine brauchbare Straße bauen. Dann rückten riesige Lastwagen 91 Zentimeter starke Rohre in Position. Auf diesen steilen Gebirgsstraßen konnte der geringste Lenkfehler bewirken, daß ein solch großer Lkw Hunderte von Metern tief in den Abgrund stürzte; also waren stählerne Nerven und hervorragendes fahrerisches Können erforderlich. Zwar herrschten hier keine tropischen Dschungeltemperaturen, doch mußten die Arbeiter mit der eisigen Kälte des hohen Gebirges fertig werden.

      Hatte die Pipeline das Gebirge überwunden, mußte noch ein Teil in der Sechura-Wüste verlegt werden, bevor sie ihren Endpunkt am Seehafen Bayóvar erreichen konnte. Es ist eine der trockensten Wüsten der Welt, die mit ganz eigenen Gefahren „aufwartet“. Die mit großen Ballonreifen versehenen Lkw zogen die Rohrleitungsteile in die richtige Lage zum Schweißen. In den Pipelinegraben wurden spezielle Holzformen eingesetzt, damit er nicht durch den trockenen Wüstensand wieder zugeschüttet wurde. Der Triebsand und die unerträgliche Hitze führten zu Verlusten an Arbeitern und an Material.

      Für die Pipeline wurde ein besonderes Mikrowellen-Überwachungssystem eingerichtet. Diese moderne Anlage, die 90 000 000 Dollar kostete, überwacht den Ölfluß. Sie macht innerhalb kurzer Zeit Leckstellen aus und sperrt sofort das Öl ab, um Verluste und Umweltverschmutzung zu verhindern.

      Das verschlafene Fischerdorf Bayóvar wird dank der Pipeline eine moderne Stadt mit voraussichtlich 100 000 Einwohnern werden. Man hat riesige Vorratsbehälter gebaut, um den täglichen Zustrom von 116 000 Barrel Öl aufnehmen zu können. Für die großen Öltanker, die das Öl zu den Raffinerien schaffen, hat man Hafenanlagen errichtet. Die peruanische Regierung sieht vor, daß Bayóvar das Industriezentrum Nordperus wird. Schließlich werden dort eine Ölraffinerie, eine petrochemische Fabrik, ein Phosphatwerk, eine Düngemittelfabrik und Hüttenwerke erstehen.

      Welche Auswirkung auf Perus Zukunft?

      Am 24. Mai 1977 kam in Bayóvar das erste Öl aus dem Dschungelgebiet an. Die 10 Pumpstationen hatten die Pipeline mit mehr als 3 000 000 Barrel Öl gefüllt. In Peru herrschte gehobene Stimmung. Diese Errungenschaft veranlaßte viele Peruaner, darüber nachzudenken, welche Auswirkung diese Pipeline auf Peru haben würde.

      Sicherlich wird es Vorteile bringen. Einige sind bereits erkennbar. Große Gebirgs- und hoch gelegene Dschungelregionen sind durch neue Straßen erschlossen worden, so daß die einst isolierten Eingeborenen bessere Verbindungen zu den großen Ballungszentren entlang der peruanischen Westküste haben. Es besteht kein Zweifel, daß Peru aus der Öl-Selbstversorgung großen wirtschaftlichen Nutzen ziehen wird.

      Wenn man jedoch nicht zusätzlich große Mengen Öl findet, dann werden die gegenwärtigen Reserven im Dschungel erwartungsgemäß nur bis zum Jahre 1995 ausreichen. Die Vorteile kommen erst wirklich zum Tragen, wenn die hohen Kredite für das Pipelineprojekt abgezahlt sind. Die endgültigen Auswirkungen der nordperuanischen Pipeline und der Ölförderung werden weitgehend davon abhängen, wie man diese Energiequelle einsetzen wird. Das kann nur die Zeit zeigen.

      [Fußnote]

      a 1 Barrel entspricht 163,656 l.

  • Sie gedachte ihres Schöpfers
    Erwachet! 1978 | 8. August
    • Sie gedachte ihres Schöpfers

      AUF Curaçao (Kleine Antillen) wurde anläßlich eines Kongresses der Papiamento sprechenden Zeugen Jehovas eine interessante Erfahrung erzählt. Sie handelte von einer jungen Zeugin Jehovas, die sich in der Schule für die Wahrheit eingesetzt hatte. Ihr Lehrer hatte im Unterricht ausführlich über die Entwicklung des Menschen aus dem Tier gesprochen. Als er mit seinen Ausführungen zu Ende war, meldete sich die junge Zeugin Jehovas und sagte, daß sie die Evolutionstheorie ablehne und das glaube, was in der Bibel gesagt werde, nämlich daß der Mensch erschaffen worden sei. Der Lehrer wurde böse und meinte, er gebe keinen Bibelunterricht. Nach einem längeren Gespräch über das Thema sagte er zu ihr, daß sie in der darauffolgenden Woche ein einstündiges Referat über die Evolutionstheorie vor der Klasse halten sollte.

      Das Mädchen benutzte zur Vorbereitung die Bibel und das Buch Hat sich der Mensch entwickelt, oder ist er erschaffen worden? Dann trat es vor die ganze Klasse und vor den Lehrer hin und legte eine Stunde lang die Wahrheit dar. Die Schülerin hatte ihre Ausführungen in Niederländisch begonnen, doch dann bat der Lehrer sie, in Papiamento weiterzusprechen, weil einige der Schüler das Niederländische nicht so gut verstehen würden. Das tat sie. Der Lehrer staunte über ihre Darlegungen und ihren Mut und fragte die anderen Schüler, ob einer von ihnen es wagen würde, sich vor die Klasse hinzustellen und seinen Glauben so zu verteidigen. Mehrere Schüler baten um weiteren Aufschluß über das Thema, und der Lehrer ersuchte um ein Exemplar des Evolutions-Buches. Dadurch, daß dieses Mädchen vor Schüler und Lehrer die Wahrheit so gut darlegen konnte, ehrte es seinen Schöpfer, Jehova (1. Petr. 3:15).

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