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Die Sprüche — viele Weisheiten in wenigen WortenDer Wachtturm 1980 | 15. Mai
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zuziehen. Die Gefahr wird noch größer, wenn jemand versucht, intime Beziehungen mit dem Ehepartner eines anderen zu haben. Eine Ehebrecherin bringt die ‘kostbare Seele’ oder das Leben ihres unrechtmäßigen Partners in Gefahr. Der inspirierte Bibelschreiber fügt diesbezüglich hinzu:
„Kann ein Mann Feuer in seinem Busen zusammenscharren, ohne daß seine Kleider verbrannt werden? Oder kann ein Mann auf Kohlen wandeln, und seine Füße selbst würden nicht versengt? Ebenso bei irgendeinem, der Beziehungen mit der Ehefrau seines Mitmenschen hat: Keiner, der sie anrührt, wird straflos bleiben. ... Wer irgend mit einer Frau Ehebruch begeht, dem mangelt es an Herz; wer es tut, bringt seine eigene Seele ins Verderben. Plage und Unehre wird er finden, und seine Schmach selbst wird nicht ausgetilgt werden. Denn die Wut eines körperlich tauglichen Mannes ist Eifersucht, und er wird nicht Mitleid bekunden am Tage der Rache [gegen denjenigen, der mit seiner Frau Ehebruch begangen hat]. Er wird keine Rücksicht nehmen auf irgendeine Art Lösegeld, noch wird er sich bereitwillig zeigen, ungeachtet, wie groß du das Geschenk machst“ (Spr. 6:27-35).
Durch eheliche Untreue kann nie wiedergutzumachender Schaden für die Betreffenden selbst und für ihre Familie angerichtet werden.
SICH VOR DEM „SÜSSEN LEBEN“ HÜTEN
Während der ganzen Menschheitsgeschichte waren viele nur auf Vergnügungen aus. Die Bibel rät nicht davon ab, sich zu freuen, sie hebt aber die Notwendigkeit hervor, sich eine ausgeglichene Ansicht über Vergnügungen anzueignen. „Ist es Honig, was du gefunden hast? Iß, was für dich genug ist, damit du nicht zuviel davon nehmest und es ausspeien mußt“ (Spr. 25:16). Genauso, wie man physisch krank werden kann, wenn man zuviel Honig ißt, so kann der übermäßige Genuß des „süßen Lebens“, indem man nur auf Vergnügungen aus ist, zu physischer und auch zu geistiger Krankheit führen. Außerdem ist das Resultat der Vergnügungssucht oft bittere Armut. „Wer Lustbarkeit liebt, wird jemand sein, der Mangel leidet. Wer Wein und Öl liebt, wird keinen Reichtum gewinnen“ (Spr. 21:17).
Wie steht es mit jemandem, der entschlossen ist, sich Reichtum aufzuhäufen? Das Buch der Sprüche sagt warnend, daß Reichtum keine Sicherheit bietet, weil man ihn plötzlich verlieren kann. Wir lesen: „Mühe dich nicht, Reichtum zu gewinnen. Laß ab von deinem eigenen Verständnis. Hast du deine Augen darauf [auf Reichtum] hinfliegen lassen, da es doch nichts ist? Denn bestimmt macht er sich Flügel gleich denen eines Adlers und entfliegt den Himmeln zu“ (Spr. 23:4, 5). Da man durch schlechte Verwaltung oder unvorhergesehene Umstände ein großes Vermögen sehr schnell verlieren kann, rät uns die Heilige Schrift dringend dazu, uns um etwas Zuverlässigeres zu bemühen als um das Erwerben von Reichtum. Beachte sorgfältig folgenden Rat:
„Du solltest unbedingt das Aussehen deines Kleinviehs kennen. Richte dein Herz auf deine Herden; denn ein Schatz wird nicht bis auf unabsehbare Zeit wahren noch ein Diadem für alle Generationen. Das grüne Gras ist gewichen, und das neue Gras ist erschienen, und die Pflanzen der Berge sind eingesammelt worden. Die jungen Widder dienen zu deiner Kleidung, und die Ziegenböcke sind der Kaufpreis des Feldes. Und Ziegenmilch ist zur Genüge da zu deiner Nahrung, zur Nahrung deiner Hausgenossen, und Lebensmittel für deine Mädchen“ (Spr. 27:23-27).
Weder materieller Reichtum („Schatz“) noch eine prominente Stellung („Diadem“) garantieren wahre Sicherheit. Wie oft hat schon jemand Zeit, Mühe und Geld für ein Unternehmen eingesetzt, das später fehlgeschlagen ist! Durch unerwartete Ereignisse kann man Reichtum oder eine geachtete Stellung plötzlich verlieren. Die Mühe dessen dagegen, der Viehzucht treibt, ist meist nicht vergeblich, denn gewöhnlich vermindert er seinen Besitz nicht, sondern vermehrt ihn. Gott läßt genügend „Pflanzen“ wachsen als Futter für das Vieh. Die Viehzucht ist schon von jeher ein zuverlässigeres Mittel gewesen, Nahrung und Kleidung zu beschaffen und ein sicheres Einkommen zu haben, als Reichtum und eine prominente Stellung. Daher der weise Rat: „Du solltest unbedingt das Aussehen deines Kleinviehs kennen.“ Diesen Grundsatz kann man heute auf fleißige Arbeit an irgendeinem sicheren Arbeitsplatz anwenden.
Obwohl das Buch der Sprüche schon vor Tausenden von Jahren niedergeschrieben wurde, enthält es eine einzigartige Richtschnur für Menschen, die heute leben. Lies diese inspirierten Worte regelmäßig. Denke über ihre Belehrungen nach. Obwohl jeder Spruch nur aus wenigen Worten besteht, können die vielen Weisheiten der Sprüche deinem Leben Sicherheit und Glück verleihen.
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Für Ehrlichkeit bekanntDer Wachtturm 1980 | 15. Mai
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Für Ehrlichkeit bekannt
Ehrlichkeit ist ein christliches Erfordernis. Passenderweise schrieb daher der Apostel Paulus: „Betet weiterhin für uns, denn wir hegen das Vertrauen, ein ehrliches Gewissen zu haben, da wir uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen wünschen“ (Hebr. 13:18). Ehrlichkeit wird von anderen bemerkt und wirkt sich nützlich aus, wie es die folgende Erfahrung aus Frankreich zeigt.
Ein christlicher Geschäftsmann geriet wegen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten. Er schreibt:
„Als Hersteller habe ich manchmal wegen geschäftlicher Schwierigkeiten das Problem, meine Rechnungen am Ende des Monats zu bezahlen. So war ich zum Beispiel gezwungen, einen Händler zu bitten, für eine beträchtliche Summe Zahlungsaufschub zu gewähren. Es handelte sich um eine große ausländische Firma, die sehr viel Wert darauf legt, daß Rechnungen pünktlich bezahlt werden. Der kaufmännische Direktor lehnte mein Gesuch ab und beauftragte den zuständigen Vertreter, die Summe sofort einzutreiben. Ich hatte diesem Vertreter bereits Zeugnis gegeben, und er erzählte dem Direktor, daß er mich sehr gut kenne und daß ich vertrauenswürdig sei. Jedoch hatte kein Argument Erfolg.
Dann fügte er hinzu, daß ich ein Zeuge Jehovas sei. Die Erwiderung: ,Das ist etwas anderes! Gewähren Sie ihm den erbetenen Zahlungsaufschub.‘ Inzwischen ist der Vertreter wieder bei mir gewesen und hat mir alles erklärt. Er zeigte mir eine Fotokopie des Briefes, den der Direktor an die Zentrale der Firma geschickt hatte. Auf dem Brief stand der Kommentar: ,Zeuge Jehovas — günstiges Gutachten‘.“
Dieser Zeuge Jehovas hat inzwischen seine Schuld beglichen und hat immer noch ausgezeichnete Geschäftsverbindungen mit dieser Firma. Natürlich sind Christen nicht deswegen ehrlich, um sich materielle Vorteile zu sichern. Doch ihr guter Ruf für Ehrlichkeit im Reden und Handeln bleibt nicht unbemerkt.
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