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  • Dein schlimmster Feind — Wer ist es?
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Erwachet! 1985
g85 22. 1. S. 4-6

Dein schlimmster Feind — Wer ist es?

NATÜRLICH bestreitet niemand, daß der Mensch viel Böses verschuldet hat. Doch die entscheidende Frage lautet: Ist der Mensch wirklich allein für die Greuel und Gewalttaten verantwortlich, die zu unseren Lebzeiten verübt worden sind? Viele lehnen es ab, die Existenz außermenschlicher böser Mächte auch nur in Erwägung zu ziehen. Sollte man eine solche Möglichkeit jedoch kategorisch verneinen, ohne sie zumindest erforscht zu haben? Zugegeben, die bekannten Teufelsdarstellungen — eine Gestalt in rotem Artistentrikot mit langem Schwanz und Hörnern — sind zum Lachen; die weltweite Eskalation der Schlechtigkeit aber ist es nicht.

Erscheint es einem nicht unbegreiflich, daß der Mensch, ein Geschöpf, das so liebevoll, zärtlich und gütig sein kann, auch für die unmenschlichen Konzentrationslager und die Herstellung von Atomwaffen verantwortlich ist? Wenn das Böse lediglich umweltbedingte oder psychologische Ursachen hat, warum hat es dann in einer Zeit, in der der Mensch angeblich mehr über sich und seine Umwelt weiß als je zuvor, in so erschreckendem Maße eskaliert? Warum nimmt in fast allen Ländern das Verbrechertum immer stärker überhand? Warum sind in unserem Jahrhundert Greuel verübt worden, die früher so gut wie unbekannt waren? Wenn der Mensch für das Böse allein verantwortlich wäre, warum ist es ihm dann trotz größter Anstrengungen bisher nicht gelungen, es zu überwinden?

Hatte der berühmte rumänische Dramatiker Eugène Ionesco vielleicht recht, als er sagte: „Die Geschichte ist ohne das Dämonische nicht zu begreifen.“?

Das merkwürdige Schweigen der Geistlichkeit

Die Frage nach der Existenz des Dämonischen sollten eigentlich die Theologen am besten beantworten können, doch ist man in jenem Lager seltsamerweise genauso uneins wie im Lager der Wissenschaftler. Das Blatt Providence Journal-Bulletin stellte einmal einer Anzahl von Gemeindepfarrern die Frage, ob Satan für sie eine Realität sei. Einige antworteten, daß sie schon Dämonen ausgetrieben hätten, andere glaubten ebenfalls an den Teufel, hatten aber Mühe, sich ihn als Wesen vorzustellen („Für mich ist er eher eine Kraft, die im Widerspruch zum Willen Gottes steht“), und noch andere sagten, der Teufel sei keine Person („Ich halte es nicht für nötig, ihn als Person zu sehen“).

Sogar die katholische Kirche übt in bezug auf die Frage nach der Existenz des Teufels merkwürdige Zurückhaltung, obschon der Teufelsglaube zu den Lehren der Kirche zählt. Wie E. V. Walter in Disguises of the Demonic schreibt, hat die Kirche auf den modernen Skeptizismus reagiert. Walter verglich die 1907 herausgegebene Catholic Encyclopedia mit der Ausgabe von 1967 und stellte bei den Artikeln über „Besessene“, „Besessenheit“, „Dämonen“ und „Exorzismus“ „mehr als einen feinen Unterschied“ fest. In der alten Ausgabe wird deutlich von der Realität dämonischer Besessenheit gesprochen, in der neuen dagegen wird diese Auffassung gemildert. Es heißt darin: „Die Psychiatrie ... erklärt viele, wenn nicht gar die meisten anomalen Zustände, die man früher teuflischen Einflüssen zugeschrieben hat, als Ausdrucksformen unbewußter Prozesse.“

Im Jahre 1972 löste Papst Paul VI. in theologischen Kreisen Entrüstung aus, als er sagte: „Wir wissen, daß es dieses dunkle, Verwirrung stiftende Wesen tatsächlich gibt und daß es noch immer mit mörderischer Schlauheit am Werk ist.“ Viele liberale Theologen waren verblüfft. Die Kirche gab über dieses Thema eine theologische Studie in Auftrag. Das Ergebnis? Das Studiendokument „Christlicher Glaube und Dämonenlehre“, in dem die Teufelslehre der katholischen Kirche eindeutig bestätigt wurde. Wie der katholische Theologe Herbert Haag schrieb (Journal of Ecumenical Studies), wählte die Kirche jedoch eine merkwürdig unauffällige Methode der Veröffentlichung.a Und ganz im Gegensatz zu der sonstigen Gepflogenheit blieb der Verfasser des Studiendokuments anonym. Haag folgerte: „Rom entschied sich für die Anonymität, was sich kaum anders als ein Zeichen von Unsicherheit erklären läßt.“

Ist Satan eine ernst zu nehmende Realität?

Die Medien und die breite Öffentlichkeit blieben von dem Studiendokument so gut wie unberührt; die Frage dagegen, ob es einen Teufel gibt, darf niemanden unberührt lassen. Die Konsequenzen sind von zu großer Tragweite. Wie ließe sich zum Beispiel die Existenz eines Gottes der Liebe mit dem ständigen Vorhandensein des Bösen vereinbaren, wenn es keinen Teufel gäbe? In seinem Buch God, Suffering, & Belief schreibt Howard R. Burkle: „Nichts macht es dem modernen Menschen so schwer, [an Gott] zu glauben, wie die menschlichen Leiden.“ Wer die Existenz des Teufels leugnet, ist vielleicht nicht weit davon entfernt, auch die Existenz Gottes zu leugnen.

Außerdem ist der Glaube an einen Teufel sozusagen in der ganzen Welt verbreitet. So schreibt der Historiker Jeffrey Burton Russell: „In ganz verschiedenen Kulturen, die praktisch ohne Beziehung zueinander sind, gibt es parallele Teufelsvorstellungen.“ Bei den alten Persern hieß der Teufel Ahriman, bei den Moslems heißt er Iblis und bei den Buddhisten Mara. In manchen westlichen Ländern ist er vermutlich besser bekannt unter dem Namen „Satan“. Der Teufelsglaube ist trotz der Skepsis der Wissenschaftler und der Leugnung von seiten gewisser Theologen lebendig geblieben.

Von allergrößter Bedeutung für Christen ist jedoch die Frage: Lehrt die Bibel, daß es einen Teufel gibt? Liberale Theologen versuchen zwar, wegzuerklären, daß die Bibel von einem Teufel spricht, ja einige behaupten sogar, Jesus habe nicht an einen Teufel geglaubt. Sie vertreten folgende von Professor Richard H. Hiers im Scottish Journal of Theology beschriebene Ansicht: „Wenn wir nicht an einen Satan und an Dämonen glauben, hat Jesus sicherlich auch nicht daran geglaubt!“ Nach einem sorgfältigen Studium der Evangelien kommt Hiers allerdings zu dem Schluß: „Wir haben keinen Grund, anzunehmen, daß Jesus nicht die gleiche Ansicht über die Dämonen hatte wie seine Zeitgenossen und die Verfasser der synoptischen Evangelien: Für sie waren sie eine ernst zu nehmende Realität.“

Gibt es triftige Gründe dafür, daß auch du die Existenz des Teufels ernst nehmen und ihn als Realität betrachten kannst? Was sagt die Bibel über ihn?

[Fußnote]

a Das Studiendokument ist, wie Haag berichtete, nur in einigen Ausgaben der Vatikanzeitung L’Osservatore Romano erschienen.

[Herausgestellter Text auf Seite 5]

„Die Geschichte ist ohne das Dämonische nicht zu begreifen“

[Herausgestellter Text auf Seite 5]

Die Thesen, die den Teufel auf das Böse im Menschen beschränken, haben sich als unbefriedigend erwiesen

[Bild auf Seite 6]

Trägt der Mensch allein die Verantwortung dafür?

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