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Der Abakus — Rechengerät des OrientsErwachet! 1972 | 22. Februar
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wird, an Prüfungen teilzunehmen, die regelmäßig in Japan durchgeführt werden. Es gibt drei hauptsächliche Leistungsstufen; wenn jemand die erste erreicht, hat er weit größere Aussichten, eine gute Bürostelle zu bekommen. Das ist so, selbst wenn die Firma die modernsten Büromaschinen besitzt.
Ein weiterer Vorteil des Abakus ist die Schulung, die der Geist durch das Rechnen mit dem Abakus erhält. Man wird so im Denken geschult, daß ein Abakusrechner namens Yoshio Kojima in einer Minute und 18,4 Sekunden fünfzig Teilungsaufgaben zu lösen vermocht hat, bei denen sowohl Teilungszahl als auch Teiler fünf- bis siebenstellige Zahlen waren. In 13,6 Sekunden addierte er zehn zehnstellige Zahlen. Alles ohne Abakus und ohne Papier und Bleistift! Solche Personen sollen so schnell rechnen können, weil sie sich einen Abakus vorstellen und im Geist darauf rechnen. Obwohl in China und Japan der Abakus durch die komplizierteren Rechenmaschinen etwas in den Hintergrund gedrängt worden ist, behauptet er sich immer noch unter den Geschäftsleuten des Orients. Dieses Rechengerät des Ostens und erzieherische Spielzeug des Westens nimmt in der Entwicklung des mathematischen Könnens der Menschen einen wichtigen Platz ein, ganz gleich, wie seine Zukunft aussehen mag. Ich gehöre zu den Abendländern, die den Abakus, das Rechengerät der Orientalen, wirklich schätzen.
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Der Beitrag des KolumbusErwachet! 1972 | 22. Februar
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Der Beitrag des Kolumbus
◆ Christoph Kolumbus (1451—1506) ist berühmt als der Seefahrer und Forscher, der „Amerika entdeckt“ haben soll. In dem Buch Environment—Resources, Pollution & Society (Umwelt — Naturreichtümer, Verschmutzung und Gesellschaft) (1971) kann man jedoch lesen:
„Als Kolumbus im Jahre 1492 über den Atlantik segelte und eine Verbindung zwischen der Alten und der Neuen Welt schuf, setzte er einen Austausch von Getreidearten zwischen den beiden Welten in Gang; einige dieser Getreidearten fanden in der Welt, in die sie eingeführt wurden, eine weit bessere ökologische Nische, als sie in der Welt hatten, aus der sie stammten. Die Entwicklung des Austausches von Getreidearten hatte zur Folge, daß die Weltbevölkerung viel besser ernährt werden konnte.“
Ein Beispiel dafür ist die Kartoffel, die die Spanier im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa brachten. Die Kartoffel wurde in vielen Ländern Europas das Hauptnahrungsmittel. „Die irische Bevölkerung vermehrte sich während mehrerer Jahrzehnte sehr stark, weil sie sich besser ernähren konnte, nachdem die Kartoffel ... eingeführt worden war.“
Mais, ein Getreide, das in Amerika beheimatet ist, wird jetzt in der ganzen Welt angebaut. In Kenia bildet er das Hauptnahrungsmittel, und Thailand führt Mais sogar aus. Andererseits gelangten Weizen, Hafer, Gerste und Roggen nach Amerika und wurden im Präriegebiet im Westen der USA angebaut, wo der Boden für den Maisbau zu trocken ist.
Haustiere sind allerdings nur von der Alten in die Neue Welt eingeführt worden, nicht umgekehrt. Wir lesen: „Die Neue Welt verdankt all ihre Haustiere der Alten Welt, mit Ausnahme des Lamas und des Alpakas, auch verdankt sie der Alten Welt all ihr Geflügel, außer dem Truthuhn und der Moschusente.“
Der Austausch zwischen den beiden Kontinenten, der durch Kolumbus in Gang gesetzt wurde, hat somit auf dem Gebiet der Landwirtschaft große Fortschritte gebracht und auch in bezug auf die Ernährung der Weltbevölkerung. „Gewöhnlich bringt man Kolumbus nicht mit einem bedeutenden technologischen Fortschritt auf dem Gebiet der Ernährung der Weltbevölkerung in Verbindung, aber sein Beitrag ist sehr groß“ (Seite 54, 55).
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