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Sei nie zu beschäftigt, um zu betenDer Wachtturm 1972 | 1. September
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Sei nie zu beschäftigt, um zu beten
„Betet unablässig.“ — 1. Thess. 5:17.
1, 2. (a) Was ist das Gebet? (b) Welche Gefahr besteht, wenn man nicht betet?
DIE Sprache ist die natürliche Brücke zur Verständigung und zur Freundschaft zwischen den Menschen. Das Gebet ist die geistige Brücke zur Verständigung und Freundschaft zwischen den Menschen und Jehova Gott. Das Gebet wird als ein unschätzbares Vorrecht bezeichnet; dennoch wird es häufig vernachlässigt. Weißt du vielleicht nicht recht, was du zu deinem himmlischen Vater sagen und wie du es ihm sagen solltest? In unserem Streben nach Leben und Glück sollten wir nie vergessen, mit Jehova, unserem Schöpfer und Gott, dem Quell des Lebens, zu sprechen.
2 Hast du heute vergessen, mit Gott zu sprechen? Hast du unter dem Druck der Verhältnisse die Notwendigkeit zu beten aus den Augen verloren? Wir leben in einer undankbaren Welt. Wir befinden uns ständig in der Gefahr, Gott zu vergessen und dem Sinne nach zu sagen: „Wir brauchen Gott nicht.“ Welchen Eindruck erweckst du beim „Hörer des Gebets“, zu dem alle Menschen kommen sollten? — Ps. 65:2.
3. Was sagen wir in Wirklichkeit, wenn wir sagen, wir seien zu beschäftigt, um zu beten?
3 Deine Gebete spiegeln deine Abhängigkeit von dem großen Lebengeber wider. Kann man wirklich so beschäftigt sein, daß man nicht mehr dazukommt, zu beten und an Gott zu denken? Dein Schweigen mag soviel bedeuten wie: Es gibt keinen Gott; Gott ist tot oder an den Menschen nicht interessiert. Die moderne Wissenschaft hat schon viel erreicht, aber sie erweist dem Schöpfer aller Dinge nur wenig oder gar keine Anerkennung. Sollten ihre Leistungen und Errungenschaften uns so sehr beeindrucken, daß wir nicht mehr mit Gott reden? Wir sollten heute das Vorrecht des Gebets mehr denn je wahrnehmen. — Luk. 21:34-36.
4. Sollten wir beim Beten immer wieder dasselbe sagen, oder was sollten unsere Gebete erkennen lassen?
4 Aufgrund deiner Bitten weiß Gott, was deinen Geist beschäftigt und was dich am meisten interessiert. Er weiß, ob du das, worum du bittest, wirklich aufrichtig wünschst oder ob du lediglich Worte hersagst. In Matthäus 6:7 lesen wir die Ermahnung: „Wenn ihr aber betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe.“ Einigen mag es schwerfallen, mit jemandem zu sprechen, den sie noch nie gesehen haben; andere mögen denken, sie könnten Gott, der schon alles wisse, nichts sagen. Sollte aber ein Christ so denken?
5. (a) Welche Männer führten ein vorbildliches Gebetsleben? (b) Wer ist für uns das beste Beispiel?
5 Die Bibel, das Buch des Gebets, berichtet von Moses, Daniel, David und anderen Männern, die ein vorbildliches Gebetsleben führten. König Salomo bat um Weisheit und Unterscheidungsvermögen, um recht richten zu können. Daniel betete in Babylon auf eine Weise, daß er erhört wurde. (Dan. 9:4, 5, 18, 19) Wir könnten noch viele solche Männer anführen, aber bestimmt können wir sagen, daß kein Mensch das Gebet so schätzte wie Christus Jesus. Das Gebet spielte in seinem Leben eine wichtige Rolle. Obwohl er übernatürliche Kräfte besaß, bat er jederzeit seinen himmlischen Vater um Weisheit und Kraft und vergaß auch nie, ihn zu loben und ihm zu danken. — Joh. 5:19, 30.
6. (a) Welches Muster eines Gebets haben wir? (b) Wie sollten wir das Gebet betrachten?
6 Das einfachste und dennoch das beste Muster eines Gebets finden wir in der Bergpredigt. (Matth. 6:9-13) Der Meisterlehrer sprach mit seinen Jüngern über das Gebet, und er selbst zog sich oft an einen ruhigen Ort zurück, um nachzusinnen und mit Jehova zu reden. Er war dem Gebet gegenüber nicht gleichgültig, und trotz seines arbeitsreichen Lebens war er nie zu beschäftigt, um zu beten. Er betonte die Notwendigkeit, allezeit zu beten und darin nie nachzulassen. (Luk. 18:1) Auch die Apostel legten großen Nachdruck auf das Gebet. (Eph. 6:18; 1. Petr. 4:7) Angesichts dieser Betonung in der Bibel sollten wir das Vorrecht, mit unserem himmlischen Vater zu reden, wirklich schätzen. Hast du das Bedürfnis oft zu dem erhabenen Thron Jehovas zu gelangen und deine Stimme zu Danksagungen, Lobpreisungen und Bitten zu erheben? Welch wunderbare Gabe an den Menschen ist doch das Vorrecht des Gebets! Tag und Nacht können wir in irgendeiner Sprache mit Gott reden — sofern wir seine Einladung, zu ihm zu kommen, annehmen — und können ihm sagen, was wir auf dem Herzen haben und was uns beschäftigt.
WARUM WIR UNABLÄSSIG BETEN SOLLTEN
7. Wie können wir Entscheidungen treffen, die mit Jehovas Willen übereinstimmen?
7 Das Gebet hilft uns, gut zu überlegen, bevor wir Entscheidungen treffen. Wir erinnern uns, daß Jesus eine ganze Nacht im Gebet verbrachte, bevor er seine Apostel auswählte. (Luk. 6:12, 13) Du stehst täglich vor Entscheidungen, die dich selbst, deine Angehörigen, deine Brüder oder dein Verhältnis zu Gott betreffen mögen. Es ist gut, Gott um Führung und Leitung zu bitten, damit man nach seinem Willen handelt. Wenn du dann weißt, was ihm gefällt, solltest du entsprechend handeln in der Zuversicht, daß das, was du tust, richtig ist.
8. Inwiefern ist das Gebet ein Schutz, und worum mögen wir bitten?
8 Das Mustergebet enthält unter anderem die Bitte, von dem, der böse ist, befreit zu werden. (Matth. 6:13) Bitte Gott unablässig um Hilfe, damit du die Kraft hast, jeder Versuchung standzuhalten, und mutig genug bist, den verführerischen Wünschen, Neigungen und Gefahren des alten Systems zu widerstehen. (1. Kor. 10:13, 14) Wir sollten füreinander beten, damit wir uns alle vor dem hüten, der Jehovas Volk zu Fall bringen möchte. (2. Thess. 2:9-11) Wenn wir schlechte Dinge treiben, wird der Hörer des Gebets unsere Bitten nicht hören. (Spr. 15:29) Über die göttlichen Grundsätze und Gesetze nachzudenken hilft uns, den richtigen Weg zu erkennen. Bitte darum, daß dir Bibeltexte und biblische Beispiele der Treue in den Sinn kommen mögen, die dir helfen, Kompromisse und Versuchungen zu umgehen.
9. (a) Was hilft uns, geistig gesinnt zu bleiben? (b) Was wird oft vernachlässigt?
9 Wir sollten auch nie zögern, darum zu beten, geistig lebendig zu bleiben. Solche Gebete tragen dazu bei, daß wir erkennen, wie wir geistig gesinnt bleiben können. Du bist dir deiner körperlichen Bedürfnisse — des Bedürfnisses nach Nahrung, Schlaf, Arbeit und Erholung — bewußt. Die geistigen Bedürfnisse — das Bedürfnis zu beten, Gottes Wort zu studieren und mit anderen darüber zu sprechen — können indes leicht vernachlässigt werden. (Matth. 5:3) Damit du als Diener Gottes deinen Lebenszweck erfüllen kannst, solltest du dich bemühen, die Dinge nicht vom natürlichen Standpunkt, sondern von Jehovas erhabenem Standpunkt aus zu sehen, um ihm völlig zu gefallen. — Kol. 1:9, 10.
10. (a) Warum sollten wir um Jehovas Geist bitten? (b) In welcher Hinsicht hilft er uns?
10 Um das Vorrecht, dem allein wahren Gott zu dienen, nie aus den Augen zu verlieren, benötigen wir seinen heiligen Geist. Bittest du darum? Christus Jesus empfiehlt uns, dies zu tun: „Wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Luk. 11:13) Bitte ihn darum, verlasse dich darauf, und bemühe dich, die Frucht des Geistes hervorzubringen, denn sie wird dich veranlassen, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen. (Luk. 4:18, 19) Stell dir vor, was erreicht würde, wenn der heilige Geist im Leben jedes einzelnen von uns ungehindert wirken könnte, um uns zu helfen, in der Liebe, der Güte und der Gerechtigkeit zu wachsen, und uns vor dem Einfluß des Geistes der Welt zu schützen. — 1. Kor. 2:12.
11. (a) Um welche drei Dinge können wir ebenfalls bitten? (b) Warum benötigen wir sie?
11 Wir sollten auch um Erkenntnis, Verständnis und Weisheit aus der Bibel bitten. So, wie unser Körper feste Nahrung, Wasser und Luft benötigt, um seine Aufgaben zu erfüllen, benötigt unser Geist geistige Nahrung, von Gott kommende Erkenntnis und Belehrung, die uns befähigt, die Probleme des Lebens zu meistern und den Willen Gottes zu tun. Der Apostel Paulus betete weiterhin darum, daß die Liebe der Brüder „noch mehr und mehr überströme mit genauer Erkenntnis und allem Unterscheidungsvermögen“. (Phil 1:9) Wir benötigen Verständnis, und wir können uns sowohl Verständnis als auch Weisheit erbitten. Sei nie zu beschäftigt, darum zu beten, daß du von deiner Zeit, deinen Fähigkeiten und deinen Mitteln den besten Gebrauch machen mögest. Jakobus ermuntert uns mit den Worten: „Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig.“ — Jak. 1:5.
12. Was müssen wir tun, wenn wir möchten, daß Gott unsere Gebete hört?
12 Ob unser Gebet aufrichtig ist, zeigt sich in unserem Bemühen zu erfahren, was Gott uns zu sagen hat. Wenn wir sein Wort regelmäßig studieren, hören wir ihm gewissermaßen zu, wir lassen ihn zu uns sprechen. Wir müssen auf Gottes Stimme hören und seinen Rat beachten, wie das den Israeliten empfohlen wurde. (5. Mose 28:15) Wäre es höflich, das Gespräch an sich zu reißen, wenn man vor einem irdischen Herrscher stehen würde? Wir sollten daher vernünftigerweise auf Jehovas Stimme hören, wenn wir möchten, daß er unsere Gebete hört. — Spr. 28:9.
AUF DIENST BEDACHT SEIN
13. Was hilft uns, darauf bedacht zu sein, jede Gelegenheit, für die Wahrheit Zeugnis abzulegen, wahrzunehmen?
13 Ein freigebiger Mensch, der die Wahrheit erkannt hat, ist bereit, sie mit anderen zu teilen. Warum nicht darum beten, daß sich einem täglich Gelegenheiten bieten mögen, für die Wahrheit Zeugnis abzulegen? Durch ein solches Zeugnis, das Christus Jesus einmal ablegte, als er an einer Quelle haltgemacht hatte, um Wasser zu trinken, wurden viele Menschen gläubig. (Joh. 4:5-42) Wir können Gott darum bitten, daß wir stets in der richtigen Geistesverfassung sein mögen, um die gute Botschaft jederzeit und überall zu verkünden — wenn wir bei jemandem zu Gast sind, bei unserer täglichen Arbeit oder wenn wir uns an der öffentlichen Predigttätigkeit beteiligen.
14. (a) Was sollte mit unseren Bitten an Gott Hand in Hand gehen? (b) Wann würden wir vergeblich mit ihm reden?
14 Wir sind auch verpflichtet, in Übereinstimmung mit unseren Gebeten zu handeln. Wenn wir selbst vergeben, können wir auch um Vergebung bitten. (Matth. 6:12) Wenn wir Gott darum bitten, seine Organisation zu segnen und sie wachsen zu lassen, dann müssen wir pflanzen und begießen. (1. Kor. 3:6, 7) Wir sollten in seinem Dienst eifrig tätig sein. Das Gebet ist kein Ersatz für ehrliches Bemühen. Gott tut bestimmt nichts für uns, was wir selbst tun können. Wenn wir zur Reife gelangen möchten, müssen wir eifrig studieren und darauf bedacht sein, der guten Botschaft zu gehorchen. Wer nicht seinen Gebeten entsprechend handelt, redet vergeblich mit Jehova.
15, 16. Wie kann man beweisen, daß man für Gottes Königreich ist?
15 Heute muß ein großes Zeugniswerk durchgeführt werden. Jesus sagte: „Auch muß unter allen Nationen zuerst die gute Botschaft gepredigt werden.“ (Mark. 13:10) Bist du für das Vorrecht, die Königreichsregierung zu vertreten und sie anderen zu empfehlen, dankbar? Wir sollten darum beten, daß wir nützliche Diener des Souveränen Herrn werden und uns als seine eifrigen Zeugen erweisen mögen, indem wir sowohl mit unseren Mitmenschen als auch mit ihm reden und uns durch seinen heiligen Geist beim Predigen helfen lassen.
16 Das Gebet fördert die richtige Herzenseinstellung und die Wertschätzung für das, was Gott als das Wichtigste betrachtet. Darum betete Paulus, daß seine Brüder ‘sich der wichtigeren Dinge vergewisserten’. (Phil. 1:9, 10) In Jesu Mustergebet wird der Triumph, den die Gerechtigkeit durch Jehovas Königreich zur Rechtfertigung des Namens und der Souveränität Jehovas im ganzen Universum davontragen wird, besonders hervorgehoben. (Matth. 6:9, 10) Warum sollte irgend etwas oder irgend jemand für einen Christen auf einmal so wichtig werden, daß er das Tun des Willens Gottes nicht mehr für das Wichtigste hält und Gottes erhabenen Namen und sein Königreich nicht mehr allem voranstellt?
DEINE GEBETE VERRATEN, WER DU BIST
17. Was lassen Gebete in bezug auf Stolz und Demut erkennen?
17 Deine täglichen Gebete spiegeln deine Demut und dein enges Verhältnis zu Gott wider. Indem du ihn Vater nennst, erkennst du deine untergeordnete Stellung an. Nur demütige Menschen reden mit Jehova aus der Fülle ihres Herzens; andere fühlen sich in ihrem Stolz gekränkt, wenn sie ihre Sünden bekennen und um Schutz bitten sollten. (Luk. 18:10-14) Die Worte, die wir an unseren liebenden Schöpfer richten, sollten kindliche Einfachheit, Aufrichtigkeit und Ehrfurcht zum Ausdruck bringen. Wir freuen uns, mit jemandem zu sprechen, den wir lieben, und es ist ein Zeichen echter Freundschaft, wenn wir uns jemandem anvertrauen, mit ihm über unsere Sorgen und Interessen, über unsere Wünsche und unseren Kummer sprechen.
18, 19. Woran werden wir erinnert, wenn wir uns Gott gegenüber äußern? Wie können wir in unseren Gebeten Reife erkennen lassen?
18 Wenn wir Gott unsere Bitten vortragen, werden wir täglich daran erinnert, daß alles was wir haben, vom Geber jeder guten Gabe kommt. Wie schön die Bibel das doch ausdrückt mit den Worten: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk stammt von oben.“ (Jak. 1:17) Da wir in einer stolzen hochmütigen Welt leben, in einer Welt, die falsche Wertbegriffe hat, sollten wir zeigen, daß wir mit dem zufrieden sind, was wir haben, indem wir beten: „Gib mir weder Armut noch Reichtum.“ — Spr. 30:8; 1. Tim. 6:6-10.
19 Wenn wir uns jederzeit bemühen, Gottes Herrlichkeit widerzuspiegeln, werden unsere aufrichtigen und demütigen Bitten unsere Reife erkennen lassen und uns davor bewahren, uns zu rühmen. Christus Jesus lenkte die Aufmerksamkeit stets auf seinen Vater. Wenn wir seinem Beispiel folgen, hüten wir uns davor, die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. (Mark. 10:17, 18) Wenn wir uns Jehova im Gebet nahen, so bewahren wir uns vor der Gefahr der Selbstsicherheit, und unser Herz bleibt in Übereinstimmung mit unserem Gott. — Jak. 4:8-10.
20. (a) Auf wen sollten wir immer vertrauen? (b) Wie müssen wir handeln, damit wir später nichts zu bedauern haben?
20 Es ist wichtig, immer wieder anzuerkennen, daß wir von Gott abhängig sind, der uns alles gegeben hat und für alle unsere Bedürfnisse sorgt. Sage ihm, was dein Herz bewegt, und danke ihm für deine Gesundheit und das Leben. Folge der Anweisung des Psalmisten: „Vor ihm schüttet euer Herz aus.“ (Ps. 62:8) Durch deine Gebete zeigst du, daß du dich nicht ausschließlich auf deine Kraft und deine Klugheit verläßt. Bitte darum, daß du alles, was du besitzt, zur Förderung der Königreichsinteressen verwenden mögest, damit du später, wenn keine rechten Fortschritte oder Ergebnisse im Königreichsdienst erzielt werden, nicht mit Bedauern feststellen mußt, daß du Tage oder Jahre verschwendet hast.
21. (a) Wie wird man ein Prediger? (b) Wie kann man am besten Fortschritte machen?
21 Von einigen Ausnahmen abgesehen, dachte ursprünglich wahrscheinlich kein Zeuge Jehovas daran, Prediger zu werden. Doch wer wollte bezweifeln, daß Gott aus irgend jemandem einen Prediger machen kann? Wenn sich jemand anhand der Bibel und der Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft belehren und schulen läßt und regelmäßig die Zusammenkünfte der Versammlung im Königreichssaal besucht, kann er sich schnell von einem Lernenden zu einem Lehrer des Wortes Gottes entwickeln. (2. Tim. 3:16, 17) Welch ein Vorrecht, von Jehova gebraucht zu werden, anderen die Wahrheit zu übermitteln! Das ist tatsächlich etwas, was wir anstreben und worum wir beten sollten.
22. Wem gebührt die Ehre für die erzielten Fortschritte?
22 Wenn du an die Fortschritte denkst, die du bereits gemacht hast, solltest du Jehova dafür danken. Bildete sich Christus Jesus auf seinen Erfolg etwas ein? Nein, er sagte, als er andere einlud, zu ihm zu kommen: „Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig.“ (Matth. 11:29) Der begabte Apostel Paulus sagte anerkennend, daß Gott alles wachsen lasse. (1. Kor. 3:5-7; 2. Thess. 3:1) Deine Gebete sollten erkennen lassen, daß du jeden Erfolg, den du im Predigtdienst erzielst, dem Segen Gottes zuschreibst.
23. (a) Was ist einer der besten Beweise für unseren Glauben? (b) Was können wir tun, wenn wir keinen Erfolg haben?
23 Einer der besten Beweise dafür, daß der Christ an Gott glaubt, ist das Gebet. Halte ständig Ausschau nach Beweisen des Segens Gottes. Bitte Gott um Führung und Beistand. Ändere deine Handlungsweise, wenn du keinen Erfolg hast. Was dir als das Beste erscheint, ist nicht besser als das, was Jehova sagt. Beweise, daß du vollständig auf deinen himmlischen Fürsorger vertraust und dich nicht auf deine eigene Meinung stützt. (Spr. 3:5, 6) Dann wirst du dich freuen, zu sehen daß seine Hand mit dir ist, wenn du für ihn Zeugnis ablegst. Unsere Gebete können unseren innigen Wunsch, im Dienste Gottes, des Höchsten, gebraucht zu werden, erkennen lassen. Da unsere Feinde stärker sind als wir, sollten wir für den göttlichen Schutz, den wir genießen, dankbar sein. Unsere rege und eifrige Beteiligung am Dienste Gottes ist ein Beweis dafür, daß wir in Gottes Gunst stehen und von ihm beschützt werden. Mache von jeder Art von Gebet Gebrauch und auch von der geistigen Waffenrüstung, die uns gegeben worden ist, damit wir feststehen können. — Eph. 6:18.
SAGE JEDERZEIT DANK
24. Wofür sollten wir stets dankbar sein, und warum sollten wir unablässig beten?
24 Das Gebet sollte Äußerungen des Lobes und der Danksagung einschließen. Das Leben ist so wertvoll, daß niemand einen Preis dafür festsetzen kann. Das Gebet könnte als Maßstab unserer Dankbarkeit für das Leben bezeichnet werden. Wenn wir dem Lebengeber Dank sagen, hilft uns das, die Segnungen zu ermessen, die wir genießen. Es bieten sich uns täglich viele Gelegenheiten, uns bei unserem himmlischen Fürsorger im stillen zu bedanken. Ein dankbares Herz schätzt kleine Dinge genauso wie große. Erkenne den Quell alles Guten an, wie der Psalmist David es tat, der sagte: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden.“ (Ps. 145:16) Befolge den Rat in 1. Thessalonicher 5:17, 18: „Betet unablässig. Sagt Dank in Verbindung mit allem.“
25, 26. Wen können wir im Geben nachahmen? Was können wir anderen geben?
25 Da wir in einer selbstsüchtigen Welt leben, in der man denkt, Empfangen sei beglückender als Geben, sollten wir unseren Gott, den großen Geber, nachahmen. Wir sollten auch die Worte des Herrn Jesus im Sinn behalten: „Beglückender ist Geben als Empfangen.“ (Apg. 20:35) Nachdem wir die Wahrheit erkannt haben, sollten wir sie nicht selbstsüchtig für uns behalten, sondern sollten von dieser Erkenntnis als einem wunderbaren, uns anvertrauten Gut im Königreichsdienst weisen Gebrauch machen. Wir können unserem Schöpfer immer wieder neu dafür danken, daß er uns mit Sprechorganen ausgestattet hat, die es uns ermöglichen, mit anderen über die wunderbaren Wahrheiten zu sprechen, die wir aus der Bibel kennengelernt haben. Die Nächstenliebe veranlaßt uns, das Gelernte bereitwillig weiterzugeben. Es ist auch sehr angebracht, Jehova für die schönen Erfahrungen zu danken, die wir bei unserer Predigttätigkeit von Tür zu Tür und wenn wir Interessierte wieder besuchen machen.
26 Mit anderen über die Botschaft des Wortes Gottes zu sprechen, sie zu Hause zu besuchen und ihnen zu helfen, die Bibel zu erforschen, bereitet viel Freude. Es ist etwas Schönes, Hungrige mit dem Wort des Lebens zu speisen. (Amos 8:11; Matth. 4:4) Wenn du dich scheust, mit anderen über deinen Glauben zu sprechen, dann bete um Mut und Furchtlosigkeit. (Apg. 4:29) Ein tätiger Zeuge für Jehovas Königreich zu sein bedeutet nicht, eine mühselige religiöse Pflicht zu erfüllen, sondern bedeutet, echte Freude zu erleben, da man liebevoll an anderen interessiert und freudig bereit ist, ihnen zu helfen, auf den Weg des Lebens zu gelangen. — 2. Kor. 9:7.
EINE LENKENDE HAND NOTWENDIG
27. (a) Wäre es richtig, um Wunder zu beten? (b) Worum dürfen wir bitten?
27 In einem Zeitalter, in dem die Genußsucht überhandnimmt, die sittlichen Maßstäbe sehr niedrig sind und die Menschheit im allgemeinen materialistisch eingestellt ist, benötigt der Christ zu seinem Schutz ständig Gottes lenkende Hand. (Jer. 10:23) Wir sollten nicht jedesmal, wenn wir beten, ein Wunder erwarten, aber wir tun gut, uns Weisheit zu erbitten, um unseren Problemen gewachsen zu sein. Wir dürfen auch um Jehovas Geist bitten, denn er weist uns die rechte Richtung und führt uns auf sichere Pfade, auf denen wir unser Lebensmuster vollständig nach Gottes Willen ausrichten können. (Kol. 3:10) Gottes lenkende Hand ist eine zusätzliche Hilfe, kein Ersatz für unser Bemühen. Ein irdischer Vater erwartet, daß sein Sohn Initiative zeigt und etwas tut, wenn ihm eine Aufgabe übertragen worden ist, und so erwartet auch Gott, daß seine Diener vorwiegend mit Problemen zu ihm kommen, die sie selbst nicht lösen können. Wenn wir täglich auf seine Stimme hören, erlangen wir die Weisheit, die uns hilft, innerhalb der sicheren Grenzen seiner Gesetze und der biblischen Grundsätze zu bleiben. — Pred. 7:12.
28. (a) Wie können wir unserem Schöpfer noch nützlicher sein? (b) Welchen Vorteil hat es, über Gottes Wort nachzudenken?
28 Es ist auch vernünftig, daß wir unsere Bitten an Gott näher bestimmen, indem wir sagen: „Wenn es dein Wille ist.“ (Jak 4:13-15) Wenn wir Christen, das heißt Nachfolger Jesu Christi, sein wollen, sollten wir von uns aus nichts tun, was dem Willen Gottes zuwiderläuft. Wir sollten unablässig darum bitten, daß wir Gottes Willen tun und seine lenkende Hand erkennen mögen. Wenn wir möchten, daß unser himmlischer Vater unsere Gebete erhört, dann müssen wir seinen alles überragenden Willen tun. Nach dem Bericht in Johannes 9:31 sagte ein Mann, den Jesus geheilt hatte, in diesem Zusammenhang treffend: „Doch wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, hört er auf diesen.“ Es ist gut, über das, was man in der Bibel dem inspirierten Wort Gottes, liest und daraus lernt, nachzudenken und Herz und Sinn damit zu füllen; dann ist man jederzeit bereit vor allen, denen man begegnet, aus der Fülle des Herzens Zeugnis abzulegen. — 1. Petr. 3:15.
29. Inwiefern können wir unseren Brüdern durch unsere Gebete helfen?
29 Da wir dem universellen Krieg von Harmagedon immer näher kommen, sollten wir uns nun eng an Jehovas mächtige Organisation halten. Jehovas Zeugen sind durch 27 254 Versammlungen in der ganzen Welt in Liebe und Einheit miteinander verbunden. Wir sollten für diese Organisation und ihre Glieder beten, damit unsere Brüder im Glauben fest bleiben. (1. Petr. 5:9) Wir würden leicht das Angriffsziel des Teufels werden, wenn wir die Gemeinschaft des Volkes Gottes aufgeben und versuchen würden, den Weg allein zu gehen.
30. Wo sollten wir bleiben, um in Sicherheit zu sein?
30 Deine Gebete verraten, wie sehr du die Organisation schätzt, die dir die Wahrheit übermittelt hat und die dich, zum Beispiel durch die Zeitschrift Der Wachtturm, regelmäßig mit geistiger Speise versorgt. Wie töricht wäre es, sich jetzt abzuwenden und sich auf andere Weideplätze zu begeben und zu denken, man könne später wieder zurückkehren, wenn es einem passe! Als ein älterer Bruder, der jahrelang in der Wahrheit und immer eifrig tätig gewesen war, einmal gefragt wurde, wie es ihm möglich war, daß er so lange habe treu und standhaft bleiben können, antwortete er dem Sinne nach, wenn man in der Mitte einer Schafherde bleibe, könne man nicht verlorengehen. Beten wir täglich darum, daß wir ebenfalls stets inmitten des Volkes Jehovas zu finden sein mögen. Sei nie zu beschäftigt, um in diesem Sinne zu beten.
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Nimm dir Zeit, täglich zu betenDer Wachtturm 1972 | 1. September
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Nimm dir Zeit, täglich zu beten
1. Was sollten wir vor den Mahlzeiten regelmäßig tun?
ES IST eine gute Gewohnheit, sich Zeit zu nehmen, um im Kreise der Familie vor den täglichen Mahlzeiten ein Dankgebet zu sprechen. Nimmst du dir Zeit, um dich bei Gott für die Nahrung zu bedanken, die du zu dir nimmst? Gewiß, du magst sie mit deinem Geld gekauft haben, sie mag aus deinem Garten stammen, oder du magst sie selbst zubereitet haben. Ist es aber nicht unser großer Schöpfer, der ursprünglich auf wunderbare Weise für Nahrung für uns gesorgt hat, wie das aus dem ersten Buch Mose hervorgeht, wo wir lesen: „Hier habe ich euch alle samentragenden Pflanzen gegeben, die es auf der Oberfläche der ganzen Erde gibt, und jeden Baum, an dem es samentragende Baumfrucht gibt. Euch diene es als Speise.“? — 1. Mose 1:29.
2. (a) Sollten wir jemals zu beschäftigt sein, um an den zu denken, der uns mit Nahrung versorgt? (b) Welches Vertrauen brachten David und Christus Jesus zum Ausdruck?
2 Jehova schuf eine Fülle köstlicher Dinge zum Essen: die verschiedensten Arten von Getreide, Gemüse, Früchten und von Tieren, deren Fleisch uns zur Nahrung dient. Wie kann jemand bloß zu beschäftigt sein, um an denjenigen zu denken, der uns mit so etwas Wichtigem wie der Nahrung versorgt, die wir täglich benötigen! Es sind nicht viele Worte erforderlich, um Gott hierfür die gebührende Dankbarkeit und Anerkennung entgegenzubringen. Auch in dieser Beziehung können wir Christus Jesus nachahmen, der uns beten lehrte: „Gib uns heute unser Brot für diesen Tag.“ (Matth. 6:11) Als er durch ein Wunder eine tausendköpfige Menge speiste, sprach er einen Segen. (Matth. 14:14-21) Wir können davon überzeugt sein, daß Jehova seine Diener nicht hungern läßt. David hatte dieses Vertrauen, als er schrieb: „Ein Jüngling bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen.“ — Ps. 37:25; Matth. 6:31-33.
3. (a) Was ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gottesanbetung? (b) Warum sollten wir pünktlich zu unseren Zusammenkünften erscheinen?
3 Das Gebet in Verbindung mit der Versammlung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Gottesdienstes. Wir beweisen den richtigen Respekt, wenn wir pünktlich zu den Zusammenkünften der Versammlung erscheinen und rechtzeitig unseren Platz einnehmen, um aufmerksam zuzuhören, wenn das einleitende Gebet gesprochen wird. Ein Gott hingegebener Bruder wird ausgewählt, um alle im Gebet zu vertreten. Höre seinen Worten zu, die er im Gebet an Gott richtet. Wenn du mit den Gedanken, die er zum Ausdruck bringt, übereinstimmst, kannst du von Herzen „Amen“ (ein hebräisches Wort, das „gewiß“ bedeutet) sagen. — 1. Kor. 14:16.
4. Welche Wirkung hat das Gebet auf die bei einer Zusammenkunft Anwesenden?
4 Es ist anregend zu hören, wie jemand an Jehova, den Hörer des Gebets, tiefempfundene Worte des Lobes und des Dankes richtet und ihn um seinen Geist und seine Leitung bittet. Wie passend ist es, zu Beginn und am Ende unserer dem Bibelstudium und der biblischen Belehrung gewidmeten Zusammenkünfte zu beten! Das Gebet hilft den Anwesenden, ablenkende Gedanken auszuschalten, und verleiht dem Ganzen einen gewissen Ernst. In den Zusammenkünften kann jung und alt hören und lernen, Gott zu fürchten und ihm zu gehorchen. (5. Mose 31:12) Die unschätzbare Vorkehrung des Gebets bei unseren Zusammenkünften verbindet uns mit unseren Brüdern, fördert Liebe und Einheit und hilft uns, an die zu denken, die nicht anwesend sein können. (Apg. 12:5) Abgesehen von den anderen geistigen Segnungen, die das Zusammenkommen mit sich bringt, verbindet das gemeinsame Gebet die Versammlung und spornt alle zur Liebe und zu vortrefflichen Werken an. — Hebr. 10:24, 25.
PERSÖNLICHE GEBETE
5, 6. (a) Muß man beim Beten eine besondere Haltung einnehmen oder eine vorgeschriebene Form beachten? (b) Warum ist das Niederknien eine Hilfe?
5 Wir sollten aber nicht nur bei den Mahlzeiten und in den Zusammenkünften der Versammlung beten. Es bieten sich uns täglich viele Gelegenheiten, mit unserem himmlischen Vater zu reden. Wir brauchen dabei keine bestimmte Haltung einzunehmen oder eine vorgeschriebene Form zu beachten. Der Apostel Paulus schließt eine Beschreibung unserer geistigen Waffenrüstung mit den Worten ab: „Während ihr fortfahrt, mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geiste zu beten.“ — Eph. 6:18.
6 Kniend zu beten mag uns helfen, die richtige geistige Einstellung zu haben. Es ist eine sehr respektvolle Art, sich dem Souverän des Universums zu nahen. (Eph. 3:14) In einigen Ländern ist es üblich, sich vor gewissen Personen zu verbeugen. Wieviel angebrachter ist es, sich vor der größten lebenden Person zu verbeugen! In Psalm 95:6 lesen wir die Aufforderung: „O kommt, laßt uns anbeten und uns niederbeugen; laßt uns vor Jehova knien, der uns gemacht hat.“ Es ist wunderbar zu denken, daß wir uns bei Gott nicht anzumelden brauchen, sondern daß wir durch Jesus Christus, den Kanal, irgendwann und von irgendeinem Ort aus eine Bitte an ihn richten oder ihm Dank sagen können. — Joh. 16:23.
7. (a) Nenne zwei wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, wenn man mit Gott redet. (b) Warum ist es gut, einen ruhigen Ort aufzusuchen?
7 Wenn wir mit Gott reden, sollten wir mit Herz und Sinn bei der Sache sein. Der Psalmist betonte dies mit den Worten: „Ich habe mit meinem ganzen Herzen gerufen. Antworte mir, o Jehova.“ (Ps. 119:145) Nicht die Körperhaltung oder der Ort, sondern was du sagst und warum du es sagst, ist ausschlaggebend. Wiederhole nicht ständig dieselben Worte. Manche Leute denken, sie würden eher erhört, wenn sie auf diese Weise beten. Jesus empfahl dies aber nicht. (Matth. 6:7) Es ist nicht gut, Gebete auswendig zu lernen. Bei einem aufrichtigen Gebet sind die Gedanken und Überlegungen das wichtigste. Die Anbetung ist eine Sache des Herzens, nicht nur der Lippen. (Matth. 15:8) Um sich richtig konzentrieren zu können, ist es gut, einen ruhigen Ort aufzusuchen, um mit Gott zu reden. — Siehe Matthäus 6:6; Markus 1:35; Lukas 9:18.
8. Warum und auf welcher Grundlage sollte man seine Sünden bekennen?
8 Schließt dein Gebet außer der Bitte um die für das Leben notwendigen Dinge und anderen Bitten auch ein schriftgemäßes Bekenntnis deiner Sünden ein? Dank der liebenden Güte und der Barmherzigkeit Jehovas können wir nun aufgrund des Opfers Christi um Vergebung unserer Sünden bitten. (4. Mose 14:17-19) Christus Jesus ist der Mittler, der bestimmte Weg, auf dem wir uns Gott nahen können. (1. Joh. 1:9; 1. Tim. 2:5) Wenn wir möchten, daß uns vergeben wird, müssen wir selbst ebenfalls vergeben, wie das aus Lukas 11:4 hervorgeht. Wir sollten stets im Sinn behalten, daß das, was wir anderen vergeben — es mag noch soviel sein —, niemals dem entspricht, was Gott uns vergeben hat.
9. (a) Was sollte man danach tun, damit einem Barmherzigkeit erwiesen wird? (b) Beschreibe eine liebevolle Vorkehrung, die wir uns zunutze machen können.
9 Ein aufrichtiges Bekenntnis unserer Sünden und Verfehlungen hilft uns, unseren Weg mit einem leichteren Gewissen fortzusetzen. (Ps. 32:5) Es wäre aber verkehrt, abends seine Sünden zu bekennen und um Vergebung zu bitten und sich dann am nächsten Tag nicht zu bemühen, die betreffende Schwäche zu überwinden. In den Sprüchen heißt es: „Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben, doch dem, der sie bekennt und läßt, wird Barmherzigkeit erwiesen werden.“ (Spr. 28:13) Manchmal ist es auch notwendig, die älteren Männer in der Versammlung um Hilfe anzugehen und sie zu bitten, für einen zu beten, wie das aus Jakobus 5:14-16 ersichtlich ist. Das ist ebenfalls eine liebevolle Vorkehrung im Interesse unseres geistigen Wohls.
10. Warum ist es gut, sich das Beten zu einer Gewohnheit zu machen?
10 Wenn man zu einer genauen Erkenntnis der Bibel gelangt, entwickelt man neue Gewohnheiten, da man die neue Persönlichkeit anzieht. (Kol. 3:9, 10) Zu diesen Gewohnheiten sollte auch das regelmäßige Gebet gehören. Es ist gut, das Herz und, wenn die Gelegenheit dazu günstig ist, auch die Stimme zu Jehova zu erheben und mit ihm zu reden. Man braucht dabei nicht viele Worte zu machen. Wenn du an einem Tag besonders viel vorhast, sage es ihm zu Beginn des Tages. Wenn du im Laufe des Tages müde wirst, dann bitte ihn um Kraft. Am Ende eines arbeitsreichen Tages verspürst du eine gewisse Befriedigung; sage ihm dafür Dank. Bleibe den ganzen Tag mit ihm in Verbindung; sage ihm, was dich bewegt. Gewöhne dir an, deinem himmlischen Vater alles anzuvertrauen, dann wird das Gebet allmählich zu einem Bestandteil deines Lebens, und du nützt dieses Vorrecht völlig aus. ‘Sei wachsam im Hinblick auf Gebete.’ ‘Bete unablässig.’ Entwickle die gute Gewohnheit, mit Gott zu reden. — 1. Petr. 4:7; 1. Thess. 5:17.
11. Was versteht man unter Flehen, und wann ist es notwendig?
11 Die Bibel spricht von Gebet und Flehen. Unter Flehen versteht man eine an Gott gerichtete inständige und demütige Bitte. (Phil. 4:6) Christus Jesus betete für Petrus, daß sein Glaube nicht nachlasse. (Luk. 22:32) Jehova war bereit, seinem Sohn zu helfen, als dieser in Not war. (Hebr. 5:7) Es kommt oft vor, daß man Hilfe benötigt, sei es, daß man am Ende seiner körperlichen oder geistigen Kräfte ist, sei es, daß man vor schwerwiegenden Problemen steht. In solchen Zeiten sollte man sich auf Gottes Hilfe und auf seine Leitung, Weisheit und Kraft verlassen. Es ist tröstlich zu erfahren, daß „die Augen Jehovas ... auf die Gerechten gerichtet [sind] und seine Ohren auf ihren Hilferuf“. — Ps. 34:15.
12. Was hat uns Jehova gegeben, um uns in unserem Kampf zu helfen?
12 Da unsere Feinde stärker sind als wir, könnten wir niemals allein, ohne Hilfe von außen, standhaft bleiben. Wir haben aber die unerläßliche geistige Waffenrüstung von Gott, die in Epheser 6:11-17 beschrieben wird und die uns, zusammen mit Gebet und Flehen (Vers 18), hilft, dem Teufel und den Dämonen standzuhalten. Wenn wir eifrig studieren, beten, nachsinnen, regelmäßig mit unseren christlichen Brüdern zusammenkommen und darauf bedacht sind, die gute Botschaft an andere weiterzugeben, bleiben wir im Glauben gesund und können mutig und entschlossen für die Wahrheit eintreten. Wenn wir uns täglich unserem himmlischen Beschützer nahen, werden wir immer wieder daran erinnert, daß wir wachsam bleiben sollten, um den rechten Kampf zu führen. — 1. Tim. 6:12.
13. Durch welche wunderbare Hilfe können wir von unseren täglichen Bürden befreit werden?
13 Wer sich Zeit zum Beten nimmt, wird reichlich getröstet. Wir wissen, daß Jehova uns in bezug auf Probleme und Sorgen, die uns bedrücken mögen, auf verschiedene Art hilft. Wir werden aufgefordert, unsere Bürden und Sorgen auf ihn zu werfen, denn er gibt uns die Zusicherung, daß er für uns sorgt. (Ps. 55:22; 1. Petr. 5:7) Nachdem wir um etwas gebetet haben, sollten wir den Glauben haben, daß Gott unsere Bitte erfüllt, vorausgesetzt, daß wir in Übereinstimmung damit handeln. Wir werden angewiesen, um nichts ängstlich besorgt zu sein. (Phil. 4:6) Warum dich nicht von den Sorgen, die dich bedrücken, befreien? Laß durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung deine Bitten bei Gott bekanntwerden.
STANDHALTEN MIT HILFE DES GEBETES
14. (a) Wie können wir Glaubensprüfungen bestehen? (b) Wie sollten wir die Zeit betrachten, die wir damit verbringen, mit Gott zu reden?
14 Wir sind in einer Zeit angelangt, in der wir vor der größten Krise der Weltgeschichte stehen. Unser Glaube wird jetzt schon geprüft und wird in Zukunft noch mehr geprüft werden. Wir tun gut, beständig achtzugeben auf uns selbst und auf unser Lehren. (1. Tim. 4:16) Wir dürfen uns jetzt nicht mutwillig Gefahren aussetzen. Wir müssen den Wettlauf, bei dem es um das Leben geht, nicht nur fortsetzen, sondern müssen auch die Regeln befolgen. Eine dieser Regeln besteht darin ‘wachsam zu sein im Hinblick auf Gebete’. In Ländern, in denen großer Wohlstand herrscht, kann man leicht der Liebe zu materiellem Besitz verfallen und schließlich irdische Schätze den himmlischen Schätzen vorziehen. Man kann auch sehr leicht weltliche Gewohnheiten annehmen. Bitte Jehova um Kraft, damit du nötigenfalls die Wahrheit aussagst, und um Kraft, damit du schweigst, wenn du etwas, was dir anvertraut wurde, verraten könntest. Du kannst täglich die kostbarsten Augenblicke erleben, wenn du dich Gott nahst und ihn bittest, dir zu helfen und deine Schritte auf seinem Weg zu bewahren. (Ps. 37:34) Bete nicht nur darum, Prüfungen und Versuchungen standzuhalten, sondern auch darum, Gottes Gunst zu erlangen.
15. (a) Warum dürfen wir erwarten, daß Gott uns hört? (b) Sollten wir uns ihm gegenüber freimütig äußern?
15 Da Gott uns auffordert zu beten und da er in seinem Wort so viele Männer erwähnt, die ein vorbildliches Gebetsleben führten, dürfen wir überzeugt sein, daß er unsere Bitten hört. Bete darum, daß du in der bevorstehenden großen Auseinandersetzung auf der sicheren Seite, auf der Seite Jehovas, sein und daß du die tiefe Freude bewahren mögest, die der echten Freundschaft und dem guten Einvernehmen mit ihm entspringt. Wenn du das gesegnete, vertraute Verhältnis zu Gott aufrechterhalten möchtest, dann mußt du konsequent sein und dich genau an das halten, was du ihm sagst. Wenn du Entscheidungen treffen mußt, dann wähle den Weg, auf dem dein geschultes christliches Gewissen rein und sauber bleibt. (1. Tim. 1:5, 19) Denke nicht, Gott kenne ja unsere innersten Gedanken, es sei deshalb nicht nötig, ihm etwas zu sagen. Du solltest bestrebt sein, dich ihm gegenüber offen zu äußern, weil es dein inniger Wunsch ist, zu ihm jederzeit das beste Verhältnis zu haben.
16. (a) Wie sollte der Christ immer eingestellt sein? (b) Wäre es richtig, mit Gott zu reden und seinem Feind zu dienen?
16 Wir sollten auch darum bitten, daß wir theokratisch gesinnt bleiben mögen, um nicht mit Gott zu reden und in Wirklichkeit seinem Erzfeind zu dienen. Ein Gott hingegebener, getaufter Christ, der Gottes Willen tun möchte, sollte sich vor Gedanken oder Handlungen hüten, die Gottes Willen entgegengesetzt sind. Die biblische Regel besagt, daß man nicht zwei Herren dienen kann. (Matth. 6:24) Wir können „nicht auf beiden Schultern Wasser tragen“, indem wir Anbetung und Dienst zwischen Jehovas Organisation und Satans Organisation teilen. (1. Kor. 7:23) Einige mögen sich nicht offen gegen die Wahrheit oder gegen Gottes Handlungsweise wenden, sind aber vielleicht nicht bereit, das Gute, das sie gelernt haben, anzuwenden, und widersetzen sich so dem Gebot, Fortschritte zu machen. Wer mit Hilfe des Gebets — dieser geistigen Brücke — mit Gott in einem vertrauten Verhältnis bleibt, wird dagegen darauf bedacht sein, an seiner Treue und Loyalität gegenüber Gott festzuhalten.
17. (a) Wie ist es möglich, mehr zu tun, als man sich selbst zumutet? (b) Aus welcher Kraftquelle sollten wir schöpfen?
17 Das Gebet sollte für dich nie zu einer bloßen Routine oder Formsache werden. Nahe dich Gott, dem Höchsten, weiterhin glaubensvoll, und bitte ihn stets gemäß seinem Willen. (1. Joh. 5:14, 15) Der Glaube ist eine Eigenschaft, die nicht nur auf die Menschen beschränkt war, die in biblischen Zeiten lebten. Wir können um mehr Glauben bitten, damit wir mehr tun können, als wir uns selbst zumuten. Die Worte in Epheser 3:20 sollten uns ermuntern, regelmäßig aus dieser unsichtbaren Quelle zu schöpfen, aus der wir unbegrenzte Hilfe empfangen, um Gottes Willen zu tun: „Ihm nun, der gemäß seiner Kraft, die in uns wirksam ist, über alles hinaus mehr tun kann, als was wir erbitten oder erdenken ...“ Fühle dich frei, um die zum Leben notwendigen Dinge, um geistige Segnungen und um den Triumph der Gerechtigkeit zu beten sowie darum, ein besserer und überzeugterer Zeuge zu werden, der die Wahrheit jederzeit logisch und klar darlegen kann.
18. (a) Sollten wir jemals vergessen zu beten? (b) Warum benötigen wir das Gebet?
18 Mögen die Grundsätze der Treue und Loyalität gegenüber den Interessen Jehovas in unserem Sinn und unserem Herzen fest verwurzelt sein, damit wir im Glauben standhaft bleiben, im Gebet beharren und nie vom Weg der Gerechtigkeit abweichen. (Röm. 12:12) Es ist unvorstellbar, daß wir, nachdem wir uns Jehova Gott hingegeben haben, ihn auch nur für einen Tag vergessen könnten. Denke nur einen Augenblick an die Freude, die Kraft, die Zuversicht und die innere Ruhe, die alle, die Jehovas Namen tragen, haben, weil sie wissen, wie sie durch das Gebet mit ihrem himmlischen Vater in Verbindung treten können. (Joh. 16:24) Wir sollten von Zeit zu Zeit über das kostbare Vorrecht des Gebets nachdenken, um an dem uns zugewiesenen Platz in Jehovas ständig wachsender Organisation zu verharren. Wir sollten darauf bedacht sein, alle Möglichkeiten zu nützen, die uns liebevoll geboten werden, um uns zu helfen, dem Hörer des Gebets ganzherzig ergeben zu bleiben.
19. Welche Entschuldigung hören wir im Predigtdienst oft, und könnten wir eine solche Entschuldigung mit Recht für das Versäumnis zu beten vorbringen?
19 Beim Darbieten der Königreichsbotschaft wird uns oft gesagt: „Ich habe keine Zeit.“ Man kann es nicht recht verstehen, warum die Menschen sich nicht die Zeit nehmen, eine biblische Botschaft anzuhören. Stellen wir aber vielleicht bei uns fest, daß wir durch unsere Handlungsweise dem Sinne nach ebenfalls sagen, wir hätten keine Zeit, mit Gott zu reden oder durch ein regelmäßiges Studium seines Wortes ihm zuzuhören? Hüte dich davor, in den Strudel der weltlichen Geschäftigkeit hineinzugeraten, in dem deine Wertschätzung für das Gebet unbemerkt untergehen würde. Mit anderen Worten, laß nie zu, daß diese geistige Brücke, die zu einem guten Einvernehmen und zu echter Freundschaft mit Jehova Gott führt, einstürzt.
20. Welcher Aufforderung sollten wir täglich nachkommen?
20 Mögen wir der göttlichen Aufforderung zu beten stets freudig nachkommen, denn „Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrhaftigkeit anrufen“. (Ps. 145:18) Sei versichert, daß Jehova dich dank der wunderbaren Vorkehrung des Gebets hören kann. Es ist wirklich ein außergewöhnliches, kostbares Vorrecht, mit ihm zu reden. Wenn du dieses Vorrecht schätzt, wirst du beten. Nimm dir täglich Zeit dafür.
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