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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1969
w69 15. 11. S. 680-687

Gott belohnt die ernstlich Suchenden

„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist, und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird.“ — Hebr. 11:6.

1. Was ist für ein glückliches Familienleben unerläßlich, und wie zeigt sich dies?

BIST du ein Vater oder eine Mutter, oder lebst du vielleicht noch in deinem Elternhaus? Ganz gleich, was auf dich zutrifft, wirst du sicher zugeben müssen, daß die Möglichkeit, sich frei und offen zu äußern, wenn man das Bedürfnis oder den Wunsch hat, eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein glückliches Familienleben ist. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist dies nicht immer möglich, und oft muß dieses Bedürfnis oder dieser Wunsch unterdrückt werden. Da dieses Bedürfnis oder dieser Wunsch aber einfach vorhanden ist und sich nicht ohne weiteres unterdrücken läßt, sucht der Mensch ihn irgendwie — manchmal sogar so, daß es sich zu seinem Schaden auswirkt — zu befriedigen. Das sieht man schon beim kleinen Kind. Es schreit wegen jeder Lappalie, um entweder Mitleid zu erwecken oder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wenn ihm etwas gefällt, möchte es dies jemandem, der ihm Verständnis entgegenbringt, sagen. Wer hat nicht schon ein kleines Kind gesehen, dem beim Spiel im Freien ein kleines Unglück zustieß und das dann — seinen Schmerz zurückhaltend — zur Mutter eilte und erst dann seinem Herzen Luft machte?

2. Welche Eigenschaften und Fähigkeiten erwecken im Menschen das Bedürfnis, sich zu äußern?

2 Ja, der Mensch hat die Fähigkeit und das Bedürfnis, sich zu äußern, das heißt mit anderen über das, was ihn beschäftigt und interessiert, zu sprechen. Er ist ernstlich bemüht, sich zu äußern, entweder aus Freude am Reden oder weil er Hilfe benötigt oder weil er jemandem helfen möchte. Kann man feststellen, woher dieses Bedürfnis stammt? Gewiß kann man das. Der Mensch hat einen Verstand und einen Wissensdrang. Er kann forschen, erfinden und organisieren. Er kann zwischen Recht und Unrecht unterscheiden. Er kann wählen und beurteilen. Er kann sich bemühen, eine Sache zu verstehen, und kann Dinge oder Personen sehr schätzenlernen. Es ist daher verständlich, daß er von seinen Mitmenschen ebenfalls verstanden und geschätzt werden möchte. Er kann lieben, und er sehnt sich danach, daß seine Liebe erwidert wird, denn die Erwiderung seiner Liebe erweckt in ihm ein Gefühl höchster Befriedigung und ist für ihn eine Ermunterung. Ergeht es dir nicht auch so? Diese wunderbaren Fähigkeiten und Eigenschaften sind dazu da, daß man sie gebraucht, das heißt zum Ausdruck bringt, und das erweckt das Bedürfnis, sich zu äußern.

3. (a) Welcher weitere Faktor ist ebenfalls zu berücksichtigen? (b) Wieso spielen beide Faktoren von Kindheit an eine wichtige Rolle?

3 Bei der Betrachtung dieses Bedürfnisses gilt es aber, noch einen anderen wichtigen Faktor zu berücksichtigen: unser Verhältnis zu anderen. Diese beiden Faktoren sind eng miteinander verbunden, ja sie hängen voneinander ab. Um sich völlig frei äußern zu können, muß man aber zu seinen Mitmenschen in einem guten Verhältnis stehen. Ein solches Verhältnis setzt voraus, daß man gelernt hat, sich zu äußern. Das will beides gelernt sein. Das sieht man wiederum am besten bei Kindern. Kinder haben das natürliche Bedürfnis, sich zu äußern, und sie tun es auch spontan, denn für sie ist die liebevolle Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt wird — ein gutes Verhältnis — etwas Selbstverständliches. Kinder, die gut erzogen werden, lernen aber schon von klein auf, daß ihre Mutter nicht immer gleich kommt, wenn sie rufen. Sie wissen, daß es manchmal für sie gilt, still zu sein. Es wird ihnen beigebracht, daß ein gutes Verhältnis durch ein schlechtes Benehmen beeinträchtigt werden kann. Sie lernen, während sie heranwachsen, daß der Gedankenaustausch und ein gutes Verhältnis zu den Mitmenschen zwei Faktoren sind, die im Leben jederzeit eine wichtige Rolle spielen: in der Schule, wenn man eine Freundschaft schließt — besonders mit jemandem vom anderen Geschlecht —, beim Eintritt in die Geschäftswelt und beim Vergnügen. Ja, diese beiden Faktoren tragen viel zum Glück und Erfolg eines Menschen bei. Wir dürfen nie aufhören, zu lernen, wie wir uns in dieser Hinsicht verbessern und so unsere Interessen am besten fördern und schützen können.

EINE HÖHERE EBENE

4. Wäre es vernünftig, eine Betrachtung dieser Faktoren nur auf menschliche Kontakte zu beschränken?

4 Können wir uns bei der Betrachtung dieser beiden Faktoren noch auf eine höhere Ebene begeben? Viele begnügen sich damit, eine solche Betrachtung auf menschliche Kontakte zu beschränken. Ist das aber vernünftig? Verschließen wir uns dadurch nicht einer weit tieferen Befriedigung und weit länger dauernden und sichereren Segnungen? Diese vortrefflichen Eigenschaften und Fähigkeiten an sich sind, wie bereits erwähnt, ein Beweis dafür, daß der Mensch nicht das Produkt einer blind wirkenden, unpersönlichen Kraft, sondern das Werk eines hervorragenden Geistes, eines intelligenten Bildners und Schöpfers, ist, der diese Eigenschaften in einem unübertrefflichen Maße selbst besitzt. Der Mensch ist auch kein von einem Naturtrieb gelenkter Roboter, sondern er kann diese Gaben nach Belieben gebrauchen oder mißbrauchen. Heute hört man von einzelnen und von ganzen Nationen, daß sie so leben wollen, wie es ihnen beliebt, und daß sie ihre Zukunft selbst bestimmen wollen. Sie gehen sogar so weit, daß sie die Existenz eines Schöpfers, der mit der Erde und ihren Bewohnern etwas Bestimmtes vorhat, leugnen. Ist es aber richtig oder vernünftig, die Dinge so zu betrachten und so zu handeln?

5. Welche Fragen erheben sich im Hinblick auf vortreffliche Eigenschaften und Fähigkeiten, die wir besitzen?

5 Wir glauben, schon zur Genüge gezeigt zu haben, warum es vernünftig ist, nicht mit der Welt zu gehen und sich nicht von ihrem Geist beeinflussen zu lassen. Sollte jemand, der diesem Gedanken zustimmt und anerkennt, daß es einen Schöpfer gibt, sich nicht unwillkürlich fragen, ob dieser Schöpfer sich und sein Vorhaben den Menschen nicht geoffenbart habe? Der Verstand und der Wissensdrang des Menschen sowie seine Fähigkeit, zu glauben, zu lieben und sich einer Sache oder einer Person hinzugeben, sind vortreffliche Gaben, die untrüglich beweisen, daß der, der sie dem Menschen verliehen hat, diesen auch befähigt hat, sie weitgehendst zu gebrauchen, und daß er die ihn ernstlich Suchenden belohnen wird. Nachdem wir gesehen haben, wie wichtig diese Dinge im Hinblick auf menschliche Kontakte sind, wollen wir nun sehen, ob wir die gleichen Faktoren berücksichtigen müssen, wenn wir uns bei der Betrachtung dieses Themas auf eine höhere Ebene begeben, wobei wir noch nützlichere Folgerungen ziehen werden.

6. Wie können unsere Bedürfnisse und Wünsche nur befriedigt werden, und wie ist dies möglich gemacht worden?

6 Wenn der Gedankenaustausch und ein gutes Verhältnis schon zwischen uns Menschen eine wichtige Rolle spielen, wieviel wichtiger sind sie dann erst zwischen dem Schöpfer und uns. Wenn sich in dieser Hinsicht schon die Kinder ihrer Bedürfnisse bewußt sind, sollten wir da nicht von Natur aus das Bedürfnis und den Wunsch haben, mit unserem Schöpfer, dessen Geschlecht wir sind, zu reden und in einem guten Verhältnis zu ihm zu stehen? Die Befriedigung dieses Bedürfnisses hängt natürlich vollständig vom Schöpfer ab. Nur er kann dieses Bedürfnis befriedigen, und es ist wirklich erfreulich, sagen zu können, daß er die Möglichkeit dafür geschaffen hat. Ja, er hat sich uns geoffenbart und hat uns einen Weg erschlossen, auf dem wir durch das Gebet mit ihm in Verbindung treten können. Wie hat er dies getan? Vor allem durch sein geschriebenes Wort, die Bibel, und, wie die Bibel selbst zeigt, auch durch ein lebendes „Wort“, durch seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, dem der Titel „Das Wort Gottes“ verliehen wurde. — Offb. 19:13; Joh. 1:1.

7. Mit welchen Worten werden die Gott Suchenden ermuntert?

7 In dem geschriebenen Wort Gottes finden wir die vorangehende Beweisführung hinreichend bestätigt. Als der Apostel Paulus zu den Männern von Athen sprach, die „der Furcht vor Gottheiten hingegeben“ waren und deren „Stadt voll Götzen war“, benutzte er die Gelegenheit, um ihnen den Schöpfer zu erklären. Er sagte, der Schöpfer sei der „Gott, der die Welt und alles, was in ihr ist“, gemacht habe. Er bestätigte, daß es dem Schöpfer gefällt, wenn die Menschen ihn suchen, indem er sagte: „... damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl tastend fühlen und wirklich finden möchten, obwohl er in der Tat einem jeden von uns nicht fern ist. Denn durch ihn haben wir Leben und bewegen uns und existieren, wie auch gewisse von euren Dichtern gesagt haben: ‚Denn wir sind auch sein Geschlecht.‘“ — Apg. 17:16, 22-28.

8. Was müssen wir wissen, um uns Gott auf annehmbare Weise zu nahen?

8 Durch diese Worte ermuntert, wollen wir nun unsere Betrachtung fortsetzen und ergründen, ob die Bibel in diesem Zusammenhang besondere Richtlinien enthält, die uns helfen, Gott wirklich zu finden, und die uns zeigen, wie wir beten müssen, um von ihm erhört zu werden. Doch wie Kinder sind auch wir oft mehr darauf bedacht, die Wege, auf denen unser Mitteilungsbedürfnis befriedigt wird, offenzuhalten, als darauf, ein gutes Verhältnis aufrechtzuerhalten, obwohl letzteres eigentlich weit wichtiger ist. Darum wollen wir uns damit zuerst befassen. Sagt uns die Bibel, was wir im einzelnen tun müssen, um Gottes Gunst zu erlangen und ihm wohlzugefallen?

DIE DREI WICHTIGSTEN VORAUSSETZUNGEN

9. (a) Wie beleuchtet Gottes Wort die erste Voraussetzung? (b) Warum ist es vernünftig, an einen persönlichen Schöpfer zu glauben, und welche Fragen erheben sich daher?

9 Die erste Voraussetzung ist Glauben. Paulus gibt dies in seinem Brief an die Hebräer deutlich zu verstehen durch die Worte: „Ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist, und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird.“ (Hebr. 11:6) Einem aufrichtigen, wißbegierigen Menschen sollte es nicht schwerfallen, an einen Gott zu glauben, obwohl man ihn und seine Eigenschaften nicht sehen kann. Es sollte ihm deshalb nicht schwerfallen, weil, wie Paulus an anderer Stelle ausführt, „das, was man von Gott erkennen kann, ... kund ist ... Denn seine unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, weil sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden, ja seine ewigwährende Macht und Göttlichkeit, so daß sie [die Menschen, die Gott außer acht lassen und die die Wahrheit unterdrücken wollen] unentschuldbar sind.“ Aufgrund dessen, was wir heute über die ungeheure Kraft wissen, die das Weltall durchdringt und die Gesetzen unterworfen ist, die auf einen gemeinsamen Ausgangspunkt und eine zentrale Überwachung hinweisen, können wir diesen Worten ohne weiteres zustimmen. Was gibt uns aber die Gewißheit, daß Gott „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“, und inwiefern hilft uns das, in ein gutes Verhältnis zu Gott zu gelangen? — Röm. 1:18-20.

10. Worauf beruhte Abrahams Glaube, und auf welche weitere Voraussetzung weist dies hin?

10 Auch in dieser Beziehung kommt uns der Bibelbericht zu Hilfe. Schon in 1. Mose, Kapitel 15 lesen wir von einem Mann, der Gott ernstlich suchte, der an ihn glaubte und dem eine große Belohnung verheißen wurde. (1. Mose 15:1, 6) Sein Name war Abram, wurde später aber auf Abraham abgeändert. Wie kam es, daß Abraham an Jehova als den wahren Gott glaubte? Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig, denn damit kommen wir zur zweiten Voraussetzung. Abraham kannte die Aufzeichnungen, die ihm durch seine Vorfahren Noah und Sem überliefert worden waren und die später den ersten Teil des Pentateuchs ausmachten und heute die ersten Kapitel von 1. Mose bilden. Durch diesen zuverlässigen Aufschluß erwarb Abraham eine genaue Erkenntnis, die ihm die erforderliche Grundlage für den wahren Glauben lieferte. Zu unserem Nutzen und damit wir uns besser in die Lage Abrahams versetzen und erkennen können, welch gutes Beispiel er uns gegeben hat, wollen wir nun einiges, was in diesen ersten Urkunden aufgezeichnet ist, näher betrachten.

11. Inwiefern liefert uns der Bericht über die Erschaffung des Menschen wertvollen Aufschluß?

11 In Übereinstimmung mit unseren früheren Ausführungen wird dort deutlich gesagt, daß der Mensch im Bilde Gottes erschaffen und mit Eigenschaften und Fähigkeiten ausgestattet wurde, die es ihm ermöglicht hätten, sich die Erde zu unterwerfen und sich alles darauf untertan zu halten. Er stand in enger Verbindung mit seinem Schöpfer, wurde von ihm gesegnet und hatte ein gutes Verhältnis zu ihm. Er hatte nicht nur die „Macht und Göttlichkeit“ seines Schöpfers erkannt, sondern hatte von ihm auch hinreichende Beweise für seine liebende Fürsorge erhalten, die darin gipfelte, daß ihm eine ideale Gehilfin und Gefährtin gegeben wurde. Das machte sein Glück vollständig und erschloß ihm neue Wege zu einer netten Gemeinschaft und einem beglückenden Verhältnis. — 1. Mose 1:26-31; 2:18-23.

12. Wozu führte der Ungehorsam des Menschen, und wieso deutet dies auf die dritte Voraussetzung hin?

12 Die Frau und später auch der Mann — beide keine Roboter — gebrauchten ihren freien Willen jedoch so, daß sie Jehovas ausdrückliches Gebot bewußt übertraten. Sie wollten so leben, wie es ihnen paßte, und wollten ihre Zukunft selbst bestimmen. Wie wirkte sich dies aus? Es führte unter anderem zu einer Verschlechterung ihres Verhältnisses zu Gott und ihrer Gemeinschaft mit ihm und beeinträchtigte auch ihr gegenseitiges Verhältnis und ihre eigene Gemeinschaft. Sie „versteckten sich vor dem Angesicht Jehovas Gottes“, und als der Mann gefragt wurde, versuchte er die Schuld auf Gott und auf die Frau zu schieben, indem er sagte: „Das Weib, das du mir beigegeben hast, s i e gab mir von dem Baume, und ich aß.“ (1. Mose 3:8, 12) Wir können daraus eine wichtige Lehre ziehen, was Abraham zweifellos auch tat. Adam und Eva wußten, daß sie in Jehovas Schuld standen, da sie ihm das Leben und all das Gute, dessen sie sich erfreuten, verdankten. Solange sie das im Sinn behielten und sich ihrem Schöpfer in einem Geist der Demut und Ergebenheit unterordneten, genossen sie die sich aus einem guten Verhältnis zu Gott und der Verbindung mit ihm ergebenden Segnungen. Sobald sie aber diesen Geist verloren und nach ihrem eigenen Gutdünken handelten, genossen sie diese Segnungen nicht mehr. So war es damals, und so ist es auch heute. Damit kommen wir zur dritten Voraussetzung, die wir erfüllen müssen und die mit den anderen beiden, mit dem Glauben und einer genauen Erkenntnis, eng verbunden ist: ganzherzige Gottergebenheit.

13. In welchem Sinne sind die erwähnten Voraussetzungen eng miteinander verbunden?

13 Diese drei Voraussetzungen sind eng miteinander verbunden. Der Glaube ist nicht bloß eine Anerkennung von etwas Unsichtbarem, etwas, was man als blinden Glauben bezeichnet. Nein, er ist die gesicherte Überzeugung von Dingen, die man zwar nicht sieht, die aber den Stempel der Wahrheit und Wirklichkeit tragen. Das deutet an, daß einem solchen Glauben eine genaue Erkenntnis zugrunde liegen muß. Paulus definiert den Glauben als „die offenkundige Darstellung von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“. Die größte unsichtbare Wirklichkeit ist Jehova. Seine „unsichtbaren Eigenschaften werden ... deutlich gesehen“ und „durch die gemachten Dinge wahrgenommen“. Sein Wort, die Bibel, trägt den Stempel der Wahrheit. Jesus sagte: „Dein Wort ist Wahrheit.“ Ein solcher Glaube oder eine solch gesicherte Überzeugung ist etwas Kraftvolles, etwas Lebendiges und trägt unweigerlich Früchte, Früchte, die mit der Grundlage eines solchen Glaubens — mit der aus dem Worte Gottes gewonnenen genauen Erkenntnis und dem Verständnis dieses Wortes — übereinstimmen. Wer einen solchen Glauben besitzt, ist überzeugt, daß Gott „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. Das ist eigentlich das, was unter Hingabe zu verstehen ist: der Wunsch und der Entschluß, Jehova ständig zu suchen, Lust daran zu haben, Gottes Willen zu tun, wie er in seinem Wort aufgezeichnet ist. So war auch Jesus eingestellt. Über ihn war prophetisch geschrieben worden: „Deinen Willen zu tun, o mein Gott, ist meine Lust gewesen, und dein Gesetz [dein Wort] ist in meinem Innern.“ — Hebr. 11:1, 6; Röm. 1:20; Joh. 17:17; Ps. 40:8, NW.

14. Wodurch gab Jehova in Eden Anlaß zu Glauben und Hoffnung?

14 Abraham konnte aus diesen ersten Aufzeichnungen jedoch noch etwas lernen, was seinen Glauben an die Verheißung der Belohnung stärkte und ihn veranlaßte, den Geber dieser Verheißung noch mehr zu lieben und ihm noch ergebener zu sein. Das kann auch deinen Glauben stärken und deine Ergebenheit fördern. Als Jehova in Eden nach dem ersten Auftreten willentlichen Ungehorsams das Urteil verkündete, äußerte er sozusagen im gleichen Atemzug eine bemerkenswerte Prophezeiung. Diese Prophezeiung enthielt in symbolischer Sprache eine Verheißung, die die zuverlässige Hoffnung auf eine Belohnung vermittelte. Sie sagte die Feindschaft zwischen dem Samen der Schlange und dem Samen des Weibes voraus, obwohl daraus nicht hervorging, wer dieses Weib wäre. Darauf sprach Gott: „E r [der Same des Weibes] wird dir [der Schlange] den Kopf zermalmen“, was auf die vernichtende Niederlage und den Tod dessen hinwies, der sich der Schlange bedient hatte: Satans des Teufels.  — 1. Mose 3:15; siehe ferner Johannes 8:44.

15. Welche Segnungen und welche Belohnung bringen der Glaube an Jehova und die Gottergebenheit mit sich?

15 Aus diesen prophetischen Worten ging hervor, daß dem treuen Samen des Weibes großer Lohn in Aussicht stand. Sie vermittelten auch die Hoffnung, daß alle, die an Jehova glauben und ihm ergeben dienen würden, von der Knechtschaft der Sünde und des Todes — den Folgen jener ersten Auflehnung — befreit würden. Abel war der erste von ihnen. Er war der erste einer langen Reihe von Männern und Frauen, die wegen ihres Glaubens in Hebräer, Kapitel 11 angeführt werden. Auch Abraham wird dort erwähnt, und es wird von ihm und von den anderen gesagt, sie würden mit einer bleibenden Stätte in der mit einer Stadt verglichenen göttlichen Einrichtung belohnt, wo sie in Vollkommenheit die Segnungen des vollständig wiederhergestellten Verhältnisses und der vollständig wiederhergestellten Verbindung zwischen Gott und Mensch genießen würden. Ja, wegen ihres Glaubens genossen jene Männer und Frauen diese Segnungen weitgehend schon zu ihren Lebzeiten, obwohl sie damals noch unvollkommen waren. Wie später noch gezeigt werden wird, geht aus dem gleichen Brief des Apostels Paulus auch hervor, daß heute Männer und Frauen ähnliche Segnungen in noch größerem Ausmaß genießen können. — Hebr. 11:8-10, 16.

16. Welche besondere Belohnung wurde Abraham wegen seines Glaubens und seiner Gottergebenheit zuteil?

16 Wie dem Bericht in 1. Mose 22:1-18 zu entnehmen ist, gefiel es Jehova, Abraham auf ganz besondere Weise zu belohnen. Nachdem Abraham die Prüfung seines Glaubens und seiner Gottergebenheit bestanden hatte, indem er sogar seine Bereitschaft, seinen geliebten Sohn Isaak als Opfer darzubringen, bewiesen hatte, offenbarte ihm Jehova, daß der in Eden verheißene Same aus seinem Geschlecht hervorgehen werde. Er sagte zu ihm: „Durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde zufolge der Tatsache segnen, daß du auf meine Stimme gehört hast.“ Schon früher hatte Jehova zu Abraham gesagt: „Deine Belohnung wird sehr groß sein.“ — 1. Mose 22:18; 15:1, NW.

JEHOVA ERNSTLICH SUCHEN

17. Gibt es Beweise dafür, daß die Menschen im allgemeinen das Bedürfnis haben, Gott anzurufen, wenn sie in großer Not sind?

17 Nachdem wir nun die ersten Schritte, die zu einem guten Verhältnis zu Jehova führen, untersucht haben, bleibt noch die Frage offen, wie wir die Verbindung mit ihm aufrechterhalten können. Das mag etwas schwierig sein, obwohl es ein fast angeborenes Bedürfnis ist. Von hartnäckigen, eingefleischten Atheisten weiß man, daß sie in Zeiten großer Not oder Gefahr zu Gott schrien. Kain, der erste Mörder, schrie zu Jehova: „Zu groß ist meine Strafe, um sie zu tragen.“ Warum? Er sagte: „Ich werde verborgen sein vor deinem Angesicht.“ Auch die verurteilte Eva ließ bei der Geburt ihrer Kinder Jehova nicht außer acht. Sie sagte: „Ich habe einen Mann erworben mit Jehova“, und später: „Gott hat mir einen anderen Samen gesetzt an Stelle Abels.“ — 1. Mose 4:1, 13, 14, 25.

18. Welche charakteristischen Merkmale trägt das Gebet in den meisten Kulten?

18 Ist das Gebet in dieser oder jener Form übrigens nicht ein wichtiger Bestandteil des Kultes der meisten, wenn nicht sogar aller Religionen, was ebenfalls ein Beweis für die weite Verbreitung dieses tiefwurzelnden Bedürfnisses ist? Haben aber im allgemeinen nicht sowohl sogenannte Christen als auch Andersgläubige daraus eine förmliche Gewohnheit gemacht, von der sie nur bei besonderen Anlässen und während bestimmter Festzeiten, wie Weihnachten und Ostern, abweichen? Das trifft auch auf Gebete zu, die sie oft mit monotoner Stimme aus einem Gebetbuch singen oder hersagen. Sehr viele, besonders Angehörige der Christenheit, die von Kind auf nie etwas anderes gehört haben, mögen diese Art von Gottesdienst noch nie in Frage gezogen haben. Sie sind daran gewöhnt und werden dadurch gefühlsmäßig befriedigt. Alles — das Gebäude, die Musik und die oft mit einer gewissen Mystik verbundenen Gewänder — zielt darauf ab, eine erhebende, feierliche Atmosphäre zu schaffen. Die Betreffenden haben das Empfinden, mit heiligen Dingen, mit einer anderen Welt, in Berührung gewesen zu sein.

19, 20. Trifft dies oft auch auf das persönliche Gebet zu, und welche Fragen erheben sich deshalb?

19 Tragen persönliche Gebete nicht häufig die gleichen Merkmale, weil die Betenden von Kind auf gelehrt worden sind, so zu beten? Schon die Kleinen werden gelehrt, bei Tisch oder vor dem Schlafengehen ein bestimmtes Gebet zu sprechen. Diese Methode wird oft auch von Erwachsenen angewandt: Sie lesen Gebetbücher, lernen Gebete auswendig oder verwenden beim Beten einen Rosenkranz, Gebetsmühlen usw.

20 Solche Gebete werden oft, besonders von einzelnen, in aller Aufrichtigkeit gesprochen. Ist ein solches Gebet jedoch ein Gebet im wahrsten Sinne des Wortes? Es mag dem Betenden zwar eine gewisse Befriedigung geben, ist es aber Gott wohlgefällig? Sagt Gott, er werde jedes Gebet erhören, sofern es in Aufrichtigkeit gesprochen werde? Überläßt er es uns, zu entscheiden, was ihm in dieser Hinsicht annehmbar ist? Hat eine Religionsgemeinschaft — nur weil sie groß ist und schon sehr lange besteht — im allgemeinen das Recht, solche Fragen aufgrund ihrer Tradition eigenmächtig zu entscheiden, wie dies schon oft der Fall gewesen ist?

21. Wie betrachtet die jüngere Generation im großen ganzen die Tradition und altes Brauchtum, und was ist daraus zu schließen?

21 Wir haben eben erwähnt, daß Formen und Äußerungen der Anbetung häufig nicht in Frage gezogen werden. Ist es aber nicht gerade ein Merkmal unserer Zeit, daß nichts unangezweifelt bleibt, sondern daß man gegen alles kritisch eingestellt ist? Die jüngere Generation nimmt nichts mehr als selbstverständlich an. Viele junge Leute haben vor nichts mehr Respekt, außer vor materiellen Dingen, wie dem durch menschliche Leistungen erzielten Fortschritt, vor politischen Führern oder vor Kriegshelden. Es kann deshalb zweifellos gesagt werden, daß sowohl innerhalb wie außerhalb religiöser Kreise die meisten Menschen vergessen haben, wie man betet, abgesehen von denen, die gewohnheitsmäßig den Rosenkranz oder eine Litanei beten und dabei denken, sie würden richtig beten.

22, 23. (a) Wo finden wir zuverlässige Richtlinien für das Gebet? (b) Welche Frage erhebt sich, wenn wir Gott suchen möchten?

22 Dessenungeachtet glauben wir, daß es sehr viele gibt, die sich freuen würden, wenn ihnen geholfen würde, so zu beten, daß ihre Gebete dem großen Schöpfer annehmbar wären. Wie erwähnt, kann dies nicht von einer menschlichen Autorität entschieden werden, noch kann man sich dabei auf seine Gefühle oder Empfindungen verlassen. Beten zu lernen heißt nicht, Wörter auswendig zu lernen. Wir wenden uns wiederum — wie wir es bereits getan haben — vertrauensvoll an das Wort Gottes, die Bibel. Wie wir festgestellt haben, zeigt sie uns, welche Schritte wir unternehmen müssen, um uns Gott auf eine ihm annehmbare Weise zu nahen. Besonders der Hebräerbrief gibt uns in diesem Zusammenhang wertvollen Aufschluß und nützlichen Rat. Du wirst dich noch erinnern, daß im elften Kapitel eine ganze Reihe von Vorbildern des Glaubens angeführt werden, die Gottes Gunst und Segen genossen. Sie glaubten alle, daß Gott „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. — Hebr. 11:6.

23 Paulus zeigt aber in diesem Brief ferner, daß jene Glaubenshelden noch etwas anderes ernstlich suchten, etwas, was wir alle, die wir uns Gott hingegeben haben, ebenfalls suchen müssen. Ja, wir kommen nicht darum herum, wenn wir wirklich Gottes Gunst finden möchten. Was ist das?

DIE STADT GOTTES ERNSTLICH SUCHEN

24. Was sagt Paulus über die Stadt, die wir ernstlich suchen sollten, und wie zeigt er, was darunter zu verstehen ist?

24 Gemäß Hebräer 13:14 schrieb Paulus an die Hebräer: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen ernstlich die künftige.“ Was ist unter dieser Stadt zu verstehen, die wir ernstlich suchen sollten? Von Abraham sagt Paulus zunächst: „Durch Glauben weilte er als Fremdling im Lande der Verheißung wie in einem fremden Lande ... Denn er wartete auf die Stadt, welche wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Schöpfer Gott ist.“ Über Abraham und seinen Sohn Isaak sowie seinen Enkel Jakob schreibt Paulus ebenfalls: „Sie ... erklärten öffentlich, daß sie Fremde und zeitweilig Ansässige im Lande seien“, das heißt, daß sie ihre Heimat im alten System der Dinge, im Lande der Chaldäer, verlassen hatten und in Kanaan kein eigenes Land besaßen. Paulus sagt, sie hätten „nach einem besseren Ort, nämlich einem, der zum Himmel gehört [also nicht nach einem Ort im Himmel]“, gestrebt. „Darum schämt sich Gott ihrer nicht, als ihr Gott angerufen zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitgemacht.“ Danach erklärt Paulus deutlich, was unter dieser Stadt zu verstehen ist. Er erwähnt zunächst, wie das Israel nach dem Fleische sich unter der Leitung Mose dem Berg Sinai nahte, und sagt dann zu den wahren Christen, die das geistige Israel bilden: „Sondern ihr habt euch Zion, einem Berge, genaht und einer Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem.“ — Hebr. 11:9, 10, 13-16; 12:18-22.

25. Wovon ist eine Stadt ein passendes Symbol, und wie wird die Stadt Gottes weiter kenntlich gemacht?

25 Eine Stadt wird in der Bibel als passendes Symbol einer Gemeinschaft von Menschen gebraucht, die eine in sich geschlossene Organisation unter einer zentralen Leitung bildet. Johannes hatte eine Vision von dieser „heiligen Stadt“, dem „Neuen Jerusalem“. Woraus diese Stadt besteht, geht aus der Offenbarung deutlich hervor. Johannes sah sie gemäß seiner Beschreibung „bereitgemacht wie eine für ihren Mann geschmückte Braut“ und hörte dann, wie ein Engel die Beteiligten als „die Braut, das Weib des Lammes“, bezeichnete, womit Christus Jesus und seine Brautklasse, die wahre Kirche oder die Christenversammlung, gemeint waren. — Offb. 21:2, 9; siehe ferner Offenbarung 14:1, 4.

26, 27. (a) Wie erfüllt sich das Bild von der Stadt Gottes heute? (b) Wer ist mit denen, die ein himmlisches Bürgertum erhoffen, eng verbunden? (c) Welche Frage wird im nächsten Artikel beantwortet?

26 Erkennst du die Bedeutung dieser Veranschaulichung der Stadt Gottes? Im Vorbild war die buchstäbliche, irdische Stadt Jerusalem auf dem Berg Zion die geliebte Hauptstadt des ganzen Landes des damaligen Israel nach dem Fleische. In Wirklichkeit konnten nur wenige Israeliten von sich sagen, sie seien Bürger Jerusalems. Ähnlich verhält es sich in der Erfüllung: Christus Jesus und die wahre Kirche, die sich bei ihm im Himmel befindet, bilden die Hauptorganisation, deren Leitung Gottes ganzes irdisches Herrschaftsgebiet unterworfen ist, und auf diese Weise entstehen „neue Himmel und eine neue Erde“. (2. Petr. 3:13) In diesen Tagen des Abschlusses des Systems der Dinge sind Gott wahrhaft ergebene Christen, die himmlische Hoffnungen haben und deren Bürgertum in den Himmeln ist, bereits zu einer in sich geschlossenen Einheit zusammengebracht worden. (Phil. 3:20) Eng mit ihnen verbunden ist eine „große Volksmenge“, die aus Gott hingegebenen Männern und Frauen besteht, die eines Tages als Untertanen des Königreiches Gottes auf der Erde zu leben hoffen. Sie bringen Gott in Verbindung mit dem Überrest derer, die Gottes geistiges Haus oder seinen geistigen Tempel ausmachen, „Tag und Nacht ... in seinem Tempel heiligen Dienst dar“. (Offb. 7:15; Eph. 2:19-22) Diese Gott hingegebenen Männer und Frauen müssen heute im gleichen Geist wie Abraham, Isaak und Jakob das alte System der Dinge verlassen. Sie müssen vor allem aus der verderbten symbolischen Stadt, Babylon die Große genannt, dem Weltreich der falschen Religion, fliehen. Sie müssen beweisen, daß sie einen lebendigen Glauben haben, indem sie ernstlich die Stadt Gottes, das heißt Gottes stadtähnliche Einrichtung, die unter Jehovas Zeugen deutlich sichtbar ist, suchen.

27 Du magst dich indes fragen: „Inwiefern ist es mir denn bei meinen Gebeten eine Hilfe, wenn ich die Stadt Gottes finde?“ Wir freuen uns, diese Frage im nächsten Artikel zu beantworten.

[Bild auf Seite 684]

Abraham bewies seinen Glauben durch seine Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern. „Nun weiß ich“, sagte Jehova, „daß du Gott fürchtest“, und er belohnte ihn auf ganz besondere Weise.

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