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Sie wandte sich an eine Zeugin JehovasDer Wachtturm 1971 | 15. September
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Sie wandte sich an eine Zeugin Jehovas
◆ Als vor einiger Zeit eine Zeugin Jehovas in New York auf ein Taxi wartete, mit dem sie zum Königreichssaal fahren wollte, kam eine Frau auf sie zu und fragte sie, ob sie ein Zeuge Jehovas sei. Auf ihre bejahende Antwort fragte die Frau weiter, ob sie so freundlich wäre und jemand zu ihr schicken würde, der ihr helfen würde, die Bibel zu studieren. Diese Bitte überraschte die Zeugin, denn sie hatte zu Gott gebetet, er möge ihr das Vorrecht schenken, jemandem zu helfen, seinen Willen kennenzulernen. Sie versprach der Frau, ihr zu helfen, und besuchte sie deshalb danach regelmäßig.
Das erstaunliche an der ganzen Sache war aber der Grund, weshalb die Frau sich an jenem Tag an die Zeugin Jehovas gewandt hatte, und das verriet sie erst später. Sie sagte: „Ich studierte die Bibel schon mit Zeugen Jehovas, bevor ich vor drei Monaten hierherkam. An jenem Tag hatte ich gerade erfahren, daß mein Vater gestorben war, und ich war ziemlich niedergeschlagen. Ich kam eben vom Telefonieren, als ich diese Frau an der Ecke stehen sah. Nichts an ihr hatte vermuten lassen, daß sie ein Zeuge Jehovas war. Sie trug keine Büchertasche und hatte auch keine Bibel in der Hand. Sie trug nur eine gewöhnliche Handtasche. Aber ich hatte einfach das Gefühl, daß sie ein Zeuge sei, und so sprach ich sie an.
Ich fürchtete mich etwas, einen fremden Menschen anzusprechen, und ich war sehr erleichtert, als ich erfuhr, daß sie ein Zeuge Jehovas war. Jehova sei Dank, daß ich das Studium seines Wortes wiederaufnehmen konnte. Ich habe darin Fortschritte gemacht und habe mich taufen lassen, um meine Hingabe an den wahren Gott zu symbolisieren, an den Gott, der sich liebevoll um alle kümmert, die ihn suchen.“
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1971 | 15. September
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Fragen von Lesern
● Wäre es angebracht, für jemand zu beten, dem die Gemeinschaft der Christenversammlung entzogen (der ausgeschlossen) wurde? — Tschechoslowakei.
Nach der Bibel wäre es nicht richtig und nicht angebracht, wenn ein treuer Christ für jemand beten würde, dem die Gemeinschaft entzogen wurde. Die Bibel nennt gewisse abscheuliche Dinge, die Gott haßt. Dazu gehören Hurerei, Götzendienst, Ehebruch, Homosexualität und Diebstahl. (1. Kor. 6:9, 10; Gal. 5:19-21) Jehovas Gesetz gebietet der Christenversammlung, Personen, die solche Dinge verüben und die ihre Handlungen nicht aufrichtig bereuen, auszuschließen. Die treuen Glieder der Versammlung sollten mit ihnen keine geistige Gemeinschaft haben (Näheres über die biblische Grundlage für den Gemeinschaftsentzug siehe Wachtturm, 1. September 1963, S. 540—544.)
Da das Urteil gegen solche Personen eigentlich das von Gott in seinem Wort niedergelegte Urteil ist, wäre ein Gebet für die Betreffenden gleichbedeutend mit der Bitte an Gott, die Verfehlungen solch reueloser Sünder oder Missetäter zu übersehen oder zu entschuldigen Diese Personen haben die Barmherzigkeit mit Füßen getreten, die Jehova Gott aufgrund des Lösegeldes Christi einem jeden freudig erweist, der bereut, von seinem schlechten Weg umkehrt und Jehova um Vergebung bittet. — 1. Joh. 1:9; 2:1, 2; 3:4-8; Hebr. 6:1-8; 10:26-31.
Man denke auch daran, daß die ernannten „älteren Männer“ oder Aufseher der Versammlung nach der Bibel verpflichtet sind, dafür zu sorgen, daß die sittliche Reinheit der Versammlung und die Reinheit der Lehre erhalten bleiben, damit sich nicht die ganze Versammlung Gottes Mißfallen zuzieht. Der Apostel Paulus gab dies deutlich zu verstehen, als er die Versammlung in Korinth anwies, einen Zustand zu beheben, der durch eine schwere Sünde entstanden und geduldet worden war. — 1. Kor. 5:5-8, 12, 13.
Von den ernannten „älteren Männern“ in einer Versammlung wird erwartet, daß sie einem reumütigen Sünder Barmherzigkeit erweisen. (Matth. 9:13; Jak. 3:17; 5:11) Genauso eifrig müssen sie aber auch für die Gerechtigkeit eintreten und darauf bedacht sein, daß die Versammlung Jehovas Gunst nicht verliert. Paulus lobte die Brüder in Korinth wegen der Entrüstung, die sie zum Ausdruck brachten, nachdem sie erkannt hatten, welch schwere Sünde in ihrer Mitte begangen und welche Schmach dadurch Gott zugefügt worden war. Er lobte ihren Eifer, den sie bewiesen, indem sie ihre verkehrte Handlungsweise, die Ausübung dieser Sünde zu dulden, änderten. — 2. Kor. 7:8-11.
Der Apostel Johannes beleuchtet die Frage, ob man für jemand, dem die Gemeinschaft entzogen wurde, beten darf, ebenfalls. Er sagt: „Wenn jemand seinen Bruder beim Begehen einer Sünde erblickt, die nicht den Tod nach sich zieht, so wird er bitten, und er wird ihm Leben geben, ja denen, die nicht so sündigen, daß sie
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