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Wie beten, um von Gott erhört zu werden?Erwachet! 1978 | 22. August
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mit Gott sein soll. Das Gebet ist keine magische Formel, durch die man, wenn man sie genau wiederholt, das Gewünschte bekommt. Vielmehr hängt das zum großen Teil davon ab, wie wir mit Gott reden, wie wir ihm unseren Dank aussprechen und unsere Bedürfnisse darlegen.
Was gefällt dir besser, wenn dir dein Kind auf einfache, aufrichtige Weise danke schön sagt oder wenn es die blumige Rede eines andern wiederholt, die es selbst offensichtlich nicht versteht? Ist es nicht vernünftig anzunehmen, daß ein intelligenter, liebevoller himmlischer Vater es ebenfalls mehr schätzt, wenn du deine Bitten und deinen Dank in einfachen Worten zum Ausdruck bringst, als wenn du Worte äußerst, die ein anderer ausgedacht hat und die dir irgendwie fremd sind?
Der Psalmist sagte nicht, er habe sich Gott in einer „unbekannten Sprache“ genaht, sondern er sagte: „Ich habe mit meinem ganzen Herzen gerufen. Antworte mir, o Jehova“ (Ps. 119:145). Wie könnte eine Äußerung von Herzen kommen, wenn derjenige, von dem sie stammt, ihren Sinn selbst nicht versteht? (Vergleiche 1. Korinther 14:14, 15.)
Jesus hat uns ein Gebet gelehrt, das als Muster dienen kann. Dieses schlichte Gebet (auch „Gebet des Herrn“ oder „Vaterunser“ genannt) ist in Matthäus 6:9-13 zu finden. Es zeigt, in welcher Reihenfolge die Bitten in einem rechten Gebet vorzubringen sind. Zuerst kommen die Bitten um die Heiligung des Namens Gottes, das Kommen seines Königreiches und das Geschehen seines Willens auf der Erde, und erst dann folgen die Bitten um das, was der Betende benötigt, die Bitten um das „Brot für diesen Tag“, um Vergebung der Sünden und um Befreiung aus der Versuchung und von dem, der böse ist, von Satan, dem Teufel.
Das „Gebet des Herrn“ zeichnet sich nicht durch eine blumige, gekünstelte Sprache aus. In der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift zählt das Mustergebet nur 57 Worte. Keines dieser Worte ist schwierig zu verstehen. Kein Teil dieses Gebets ist unverständlich. Der Betende versteht, worum er bittet, und er bringt die Bitten in einfachen Worten vor, so wie man mit einem liebevollen Vater sprechen würde. Jesus leitete sein Mustergebet sogar mit der Zusicherung ein: „Gott, euer Vater, weiß, welche Dinge ihr benötigt, schon ehe ihr ihn überhaupt bittet“ (Matth. 6:8).
Personen, die in Zungenrede beten, sagen manchmal, sie würden in „Engelszungen“ reden. In der Heiligen Schrift wird indessen nicht einmal von Jesus Christus berichtet, daß er in einer besonderen Sprache gebetet hätte. Jesu Gebete, die in der Bibel schriftlich festgehalten sind, beinhalten Gedanken, die durchaus in menschlichen Worten auszudrücken waren. Gibt es heute jemand, der Gott etwas Erhabeneres zu sagen hat, als Jesus seinem himmlischen Vater zu sagen hatte?
Wie einfach war doch das kurze Gebet, das Jesus in der Nacht vor seinem Tod in Gethsemane betete: „Abba [dieses Wort bedeutet „Papa“], Vater, alle Dinge sind dir möglich; entferne diesen Becher von mir. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst“ (Mark. 14:36). Gibt es etwas Einfacheres als dieses Gebet? Doch es ist ein Gebet Jesu. Noch einfacher ist sein letztes Gebet, das er im Augenblick des Todes betete. Wir lesen in Lukas 23:46: „Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: ,Vater, deinen Händen vertraue ich meinen Geist an.‘ Als er das gesagt hatte, verschied er.“
Wann man erhört wird
Die Erhörung unserer Gebete ist somit nicht davon abhängig, daß wir besonders schön formulierte Gebete eines Gebetbuches hersagen oder daß wir „Heilige“ um ihre Fürsprache anrufen. Auch ist sie nicht davon abhängig, daß wir mehrmals hintereinander eine vorgeschriebene Anzahl Gebete, deren Zahl wir mit den Perlen des Rosenkranzes überprüfen, hersagen oder daß wir in Zungenrede beten, in Worten also, die wir selbst nicht verstehen. Vielmehr hängt die Erhörung unserer Gebete davon ab, daß wir uns Gott durch Jesus Christus nahen, ferner von unserem Herzen und von unserem Gehorsam gegenüber Gott.
Der Apostel Johannes schrieb: „Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, so haben wir Freimut der Rede gegenüber Gott; und was immer wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und die Dinge tun, die in seinen Augen wohlgefällig sind. Ja, das ist sein Gebot, daß wir an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, so, wie er uns ein Gebot gegeben hat“ (1. Joh. 3:21-23).
Unsere Gebete müssen in Übereinstimmung mit dem Willen und den Vorsätzen Gottes sein. So schrieb Johannes: „Dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben, daß er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten“ (1. Joh. 5:14).
In den Sprüchen heißt es: „Jehova ist fern von den Bösen, aber das Gebet der Gerechten hört er“ (Spr. 15:29). Alle, die den Geboten Gottes gehorchen und in Übereinstimmung mit seinen Vorsätzen beten, haben die Zusicherung, bei ihm ein offenes „Ohr“ zu finden (Ps. 10:17; 1. Petr. 3:12).
Dadurch, daß Jehova uns erlaubt, zu ihm zu beten, läßt er sich tief zu uns herab. Ein solches Verhältnis ist ein unschätzbares Vorrecht. Wenn wir die Möglichkeit würdigen, uns Gott zu nahen, und wenn wir unser Herz darauf gerichtet halten, seinen Willen zu tun, wird unser Sinn richtig entscheiden und uns zu einer Handlungsweise veranlassen, die Gott gutheißt. Wozu wird das führen? Nicht zu einem fehlenden „Gebetskontakt“, sondern genau zum Gegenteil. Treffend schrieb der Jünger Jakobus: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jak. 4:8).
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Gastfreundschaft in einem sich wandelnden AfrikaErwachet! 1978 | 22. August
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Gastfreundschaft in einem sich wandelnden Afrika
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Kenia
WIR befinden uns in Ostafrika. Nachdem wir uns einem Haus genähert haben, rufen wir gemäß der hiesigen Sitte: „Hodi!“ Dieses Suaheliwort bedeutet: „Darf ich hereinkommen?“ Drinnen antwortet jemand: „Karibu“, was soviel heißt wie „Treten Sie näher!“ Während
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